Schwurbelei hoch drei – mit Astrologei

25 08 2012

Laut Wikipedia ist ein Essay „eine geistreiche Abhandlung, in der wissenschaftliche, kulturelle oder gesellschaftliche Phänomene betrachtet werden. Im Mittelpunkt steht die persönliche Auseinandersetzung des Autors mit seinem jeweiligen Thema. Die Kriterien streng wissenschaftlicher Methodik können dabei vernachlässigt werden.

Und genau um ein solches (oder einen solchen) Essay geht es hier heute. Um einen Text dessen Überschrift – „Das Dilemma einer kleinen Null“ – mich neugierig gemacht hat und dessen Subtitel („Astrologie: Alles entsteht abhängig von etwas anderem„) schon die ersten Fragezeichen aufwirft. Für mich. Zumindest! Und wenn es dann losgeht – mit dem Text natürlich – dann wecken gleich die ersten beiden Worte durchaus gespannte Erwartung in mir, denn der Text beginnt mit

Ach wie spannend! Eine Definition der Astrologie! OK, Essay – also wird es wohl eine eher subjektiv gefärbte „Definition“ sein. Wie wird diese wohl aussehen? Ähnlich wie in der Wikipedia? Wird dort in irgend einer Form stehen, dass die Astrologie „Zusammenhänge zwischen Positionen und Bewegungen von Himmelskörpern und Ereignissen im irdischen Bereich“ postuliert oder – wegen der Subjektivität der Autorin – doch wirklich beschreibt? Wird es Belege hageln? Eindeutig! Unwiderlegbar! Oder vielleicht doch nicht? Also schnell weiterlesen:

OK, als Definition der Astrologie taugt das jetzt nicht allzu viel. Alleine der erste Satz – was soll der bedeuten? Eine Kette, die zu Gründen führt wieso sich etwas ändert – oder eben nicht? Nun ja, wie war das noch? Essay! Persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema! Vielleicht kommt da ja noch was! Weiter geht es übrigens so (und ab jetzt lass‘ ich das mit den Screenshots):

Immer aber entsteht am Ende (oder war es am Anfang?) ein ganz anderes Bild. Eine Meinung, die aus einem riesigen Raum von Zeichen, Zahlen oder Bedeutungen aufsteigt, den das Universum uns anbietet. Diese große, rote Sonne des: Es IST. Deren erster Strahl wiederum einen noch größeren Raum erhellt, die ganze, weite Welt, von sehr kleinen Menschen bewohnt. Alles Verhältnismäßigkeit. Alles abhängig. Sie leben. Sie denken. Mit ihren Möglichkeiten und Grenzen tanzt, ohne Unterbrechung, ohne Sammlung, ohne Verlust, unser kleiner Raum namens Astrologie. Er erfindet, innerhalb jenes endlosen, wunderbaren, ANDEREN Raumes (namens Universum), unsere Sicht neu. Webt ein Netz, das sich vervielfältigt und junge, frische Pulsschläge des Kosmos zählt.

Wow! Ein Raum namens Astrologie tanzt, erfindet irgendeine Sicht neu und webt ein Netz – Bilder, die zwar nichts erklären, mich aber wegen ihrer inhaltsleeren Schwurbeligkeit durchaus faszinieren (… das ist natürlich auch sehr subjektiv) – oder doch eher erheitern? Letzteres! Und ja! Kann ich auch! „Sätze“ aus wenigen Worten schreiben!

Kopiert man den gesamten Text in ein handelsübliches Textverarbeitungsprogramm erhält man ungefähr sieben Seiten (incl. Bilder), in denen die Autorin wortreich zeigt, dass ihre persönlichen Definitionen und ihr persönliches Verständnis bestimmter Begriffe zumindest als eigenwillig bezeichnet werden müssen. So kommt es zu Sätzen wie dem folgenden:

Realität ist eine demokratische Entscheidung, die Schnittmenge von Milliarden einsamer Bewusstseins-Wesen.

Äh tatsächlich? Realität ist eine Mehrheitsentscheidung? Und wenn sich die Mehrheit entscheidet, dass die Sonne sich gefälligst um die Erde zu drehen hat, dann tut sie das auch? Im Kopf der Autorin vielleicht, und genau so subjektiv wird auch die Astrologie „begründet“:

Aha, die Tage werden mir lang. Wenn da mal kein Magier seine Hand im Spiel hat! Es muss an den Gestirnen liegen. Und, siehe da. Plötzlich fühlten Menschen sich besser. Es wurde warm, im Monat Mai. Die angenehme Zeit des Jahres begann. Stier war geboren.

Dumm nur, wenn ich das als Neuseeländer, Uruguayaner oder Feuerländer lese – da wurde und wird es im Mai nämlich kalt! Und zwar richtig! Die eisige, unangenehme Zeit beginnt.

Viel, viel später erst wurde ein Reim für alle daraus, jene alte, mutige Wissenschaft, die Mutter aller Abstrakta, die noch heute als Spiegel tausendfacher Lebensmuster wirkt. Astrologie.

Eine „mutige“ „Wissenschaft“? Die Dame macht sich sogar Gedanken darüber wie es wäre, wenn Astrologie irgendwie zu den Wissenschaften zählen würde und meint:

Alles andere ist sonnenklar: Wenn wir, die unfeierlich Ausgegrenzten, zu ihnen gehörten, den Wissenden, den amtlich attestierten Weisen, den Erfindern des kultivierten Daseins, würde vermutlich auch bei uns, die wir über alles und nichts miteinander diskutieren, keine Krähe mehr der anderen ein Auge aushacken. Wir wären im Nachteil. An-erkannt zu-erkannt. Der Prüfung unserer Erkenntnisse an der Wirklichkeit enthoben, wie alle, die das Branding haben: Wissenschaft.

Was für ein hanebüchener Schwachsinn! Jede Erkenntnis, die die Prüfung an der Wirklichkeit nicht besteht, wird im Mülleimer der Wissenschaftsgeschichte entsorgt. So einfach ist das! Klar, manchmal dauert das, weil zum Beispiel die zur Prüfung der Erkenntnis notwendigen Werkzeuge noch nicht vorhanden sind. Aber hat „die Wissenschaft“ damit Probleme? Nein! Ganz im Gegenteil! Und wenn sich zeigt, dass ein ganzes Fachgebiet eben nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat, dann verschwindet es aus dem wissenschaftlichen Kanon. Astrologie wurde einstmals an Universitäten gelehrt – bis man merkte, dass dieses Hilfsmittel zur Beschreibung der Realität unbrauchbar war.

Was folgt sind seitenweise weitere Belege dafür, dass die Autorin von Wissenschaft – und insbesondere Mathematik – nicht einmal im Entfernsten den Hauch einer Ahnung hat. Mein Lieblingssatz findet sich übrigens in folgendem Abschnitt:

Ohne Respekt vor der Existenz von Zahlen funktioniert die Mathematik nämlich erst gar nicht. Trotzdem verlangte nie einer von Adam Riese, das Dasein der Zahl 714 oder 3165 erst einmal gründlich zu beweisen, bevor er seine Practica verfaßte und aufstieg in den Olymp der Rechengötter. Auch die binomischen Formeln hat noch keiner als „Aberglaube“ identifiziert und dingfest gemacht. Weil sie – natürlich – auf Annahmen, nämlich erfundenen Variablen oder Werten, fußen. Und das, obwohl sie und ihre Formelbrüder und -schwestern allesamt vom Menschen erdacht und nur innerhalb des Systems der Mathematik beweisbar sind.

Das mit den binomischen Formeln, an die man glauben müsse, ist nur eine von vielen lustigen Sequenzen. Erinnert mich an einen sehr schönen Dialog aus dem Buch „Odile“ von Raymond Queneau. Der Protagonist, Hobby-Mathematiker und ich-Erzähler spricht mit einem Bekannten namens Saxel – und erklärt die Auflösung von Gleichungen ersten und zweiten Grades. Saxel glaubt etwas verstanden zu haben …

Meine Intelligenz wird unheimlich: die Quadratwurzel. Die Quadratwurzel, das ist das Bemerkenswerte. Und ich sehe auch worauf sie hinaus wollen: das ist klar, das ist einfach, das ist schön. Für die Gleichung dritten Grades muss man eine Kubikwurzel ziehen, für die Gleichung vierten Grades eine vierte Wurzel und für die Gleichung fünften Grades eine fünfte Wurzel und für die Gleichung sechsten Grades eine sechste Wurzel und so fort. Das ist logisch! Logisch einfach, nicht wahr?

Nein, vom fünften Grad an stimmt nämlich nichts mehr.

Aber wieso denn das?

Es ist unmöglich, Gleichungen über den vierten Grad hinaus algebraisch aufzulösen, ausgenommen ganz besondere Fälle. Die allgemeine Gleichung lässt sich nicht ausführen.

Man weiß eben nicht wie’s gemacht wird

Man beweist es.

Das ist ja skandalös.

Aber weiter zum Schwurbeltext dieser Frau. Sie schreibt:

Astrologie funktioniert.

Wer hätte gedacht, dass eine Astrologin solcherlei behauptet?

Das ist das große, verrufene Wunder für die, die um sie wissen. Zu denen übrigens auch ich gehöre.

Welch Überraschung! Aber dem nächsten Kurzsatz …

Deshalb heisst es Wissenschaft.

… muss ich dann doch heftig widersprechen. Es ist eben keine Wissenschaft – auch wenn man für die Deutung eines Horoskops sehr viel „Wissen“ erwerben muss. Wenn ich alle Ergebnisse, alle Torschützen, alle Spielverläufe der Fußball-Bundesliga auswendig kennen würde, dann wäre das noch lange kein Beleg für irgend einen fußballerischen Sachverstand (den ich mangels Interesse definitiv nicht habe) – bestenfalls könnte ich damit zeigen, dass ich eine Menge unnützes Wissen in meinem Gehirn speichern kann.

Auch die Psychologie kriegt natürlich ihr Fett weg …

Obwohl sich unsere Arbeit, das Stiefkind der Forschung, häufig viel greifbarerer Parameter bedient, als beispielsweise diese kleine Schwester Psychologie, die mit dem gewichtslosen Pfund der Seele hantiert, fehlt uns immer noch die Eintrittskarte in den Dom der universitären Glaubens-Systeme.

… und mit den Quanten lässt sich immer gut schwurbeln:

Waren Astrologen lange der Ansicht, dass sich ihre Berufung eigentlich (im Sinne einer eher schlampigen Argumentation) über Koinzidenzen (oder Synchronizitäten) erklärt (Saturn macht einen 180-Grad-Winkel zum Mars und ich habe – kausal unabhängig davon – einen bösen Unfall), unterstützen neuere quanten-mechanische oder -technische oder -physikalische Forschungen der anerkannten Naturwissenschaft inzwischen auch wieder eine sehr alte, fast abergläubische Annahme. Die Planeten selbst könnten tatsächlich Wirkungen auf den menschlichen Organismus ausüben. Wenn es also wahr sein sollte, dass Lichtjahre entfernte Protuberanzen auf der Sonnenoberfläche an Akupunkturpunkten auf menschlichen Versuchsobjekten direkt den Hautwiderstand beeinflussen, wäre all das natürlich drin.

Wobei die Sonne natürlich nicht allzu viele Lichtjahre von uns entfernt ist – und das mit den Akupunkturpunkten ist mindestens bullshit hoch 9.

Weitere Beispiele erspare ich mir jetzt. Dieser Text ist wirklich eine absolute Meisterleistung! Die Menge der Abschnitte, aus denen man keinen vollkommen lächerlichen, total verschwurbelten Bullshitsatz extrahieren kann ist genau Null!  Deswegen wohl auch die Überschrift („Das Dilemma einer kleinen Null„). Erschienen ist das übrigens vor einiger Zeit in dieser astrologischen Onlinepostille.

Da die Autorin ihren Text unter dem Kürzel „sri“ veröffentlicht hat könnte man auf die Idee kommen, dieses „sri“ in Zukunft als Maß für solcherlei Bullshitschwurbelei zu definieren. Ich würde diesem Essay 100 sri für den durchschnittlichen Bullshitfaktor pro ausgedruckter Seite geben, als Referenzwert sozusagen (… wozu die formalen Besonderheiten des Textes durchaus mit beitragen). Kennt jemand einen Text mit noch mehr „sri„?





Zwei dumme Videos

8 08 2012

Ich weiß ja nicht warum der Stern dieses Video online gestellt hat – vielleicht um die Dummheit indischer vermeintlicher Anlageprofis zu zeigen? Darin wird gesagt, dass diese (also zumindest einige) selbst ernannten Anlageprofis gerne zum Astrologen gehen um sich von diesem ihre Anlageentscheidungen absegnen zu lassen. Wow! Es gibt also in Indien astrologiegläubige Menschen! Sensationell! Wer hätte das gedacht? Im aufgeklärten  Deutschland kann es so etwas ja ganz bestimmt gar nie nicht geben! Und der Astrologe schwurbelt sich dann auch noch einen ab:

„Wir haben die wundervolle Wissenschaft der Astrologie in die Wirtschaft integriert. Wir nennen es Finanz-Astrologie. Das neue Konzept heißt Sri Drishti. Das ist die Vision von Mahalaxmi, der Göttin des Reichtums. Sie sorgt für Wohlstand.“

Klar! Aber nur dann wenn die Börse dem Anleger auch „gewogen“ war … … gäbe es eine solche Methode, die Anleger dieser Welt würden alle danach handeln – und dadurch grandios scheitern! Wenn alle ein astrologisches Kaufsignal bekommen, dann gäbe es ja – wegen dem astrologischen Kaufsignal – keine Verkäufer, und damit könnte keine Order der Sternenfuzzies ausgeführt werden! Aber wer erwartet schon von solcherlei Aussagen echte Börsenkenntnisse …

Ein anderes Video wird hier erwähnt und verlinkt. Es geht um den Untergang unseres schönen Nachbarlands Österreich. Der wird nämlich mit drastischen Worten angekündigt und soll nach Meinung eines christlich motivierten Dummschwätzers irgendwann drohen. Irgendwann ist ja immer gut … … aber immerhin will der Mann noch wissen, dass das Ganze mit Überschwemmungen und vom Himmel fallenden Feuern zusammen hängen soll – und dass natürlich der Verfall von Sitte und Moral sowie Homosexualität an der ganzen Sache Schuld sein wird.  Gäääähn, das ist jetzt aber wirklich so vollkommener Blödsinn, dass man diesen nur mit einem uralten Video eines Karnevalsschlagers von1954 beantworten kann:





Esoterikplauderstündchen bei Maischberger … (mit Update)

21 07 2012

Für kommenden Dienstag hat die ARD ‚mal wieder ein Esoterikplauderstündchen ins Programm genommen. Die Sendung „Menschen bei Maischberger“ steht unter dem Motto „Horoskope, Handlesen, Tarotkarten: Unsinn, der hilft?“ und ich wage vorauszusagen, dass im Verlaufe der Sendung das Astrologie-Bullshit-Bingo mindestens ein Mal erfolgreich gespielt werden kann. Beim Blick auf die Gästeliste überfällt mich schon vorab ein leichtes Gruseln denn wie bei solchen Sendungen üblich sind die Esoteriker klar in der Überzahl. Gespannt bin ich ja, wie sich Frau Maischberger selbst positioniert. Vor ein paar Jahren hatte Sie in einer Sendung mit ähnlicher Thematik Winfried Noê mit einer seiner Fehlprognosen konfrontiert und dessen Versuch sich herauszureden mit einem kurzen „Das stand so auf ihrer Webseite“ beendet.   Aber schauen wir uns einfach mal die Teilnehmer an dieser Talkrunde an.

Als erste Hella von Sinnen. Ob man ihren Humor mag ist natürlich Geschmacksache, aber bei „genial daneben“ finde ich sie wirklich klasse. Warum sie dabei ist? Hier stehts:

Astrologie hat für die Moderatorin jedoch nichts mit Glaube zu tun, „sondern mit Wissen und Erfahrung.“

Ok, also ein Astrologiefan? Schlimmer! Eine Hobby-Astrologin! Und weil wir gerade bei Sternschwurblern sind wurde auch „Deutschlands besten Astrologin“ eingeladen. Der Name dieser Dame – Mauretania Gregor – war mir bis dato völlig unbekannt. Hier übrigens ihr aktuelles Werbevideo für Juli …

… mit dem sie Werbung für das auf ihrer Webseite angebotene, monatliche Liebeshoroskop macht. Das kostet „ab 8,95 Euro“ – und man kann das dann auf ihrer Webseite anschauen. Und das verspricht sie:

Ihr erfahrt die heißesten Dating-Tage, ich sage Euch wann Ihr welchem Typ in die Arme laufen könnt und was schon die Qualität der Zeit über die Begegnung aussagt.

Natürlich gibt’s auch beste sowie schwierige Termine für Aussprachen und offene Gespräche über Gefühle, unerfüllte Sehnsüchte und Wünsche…

Das Übliche also! Aber wie fertig muss man sein, wenn man sich solche Videos wirklich für „mindestens 15 Minuten“ pro Sternzeichen antut? Den – wohl überwiegend – Zuhörerinnen wird permanent – mit enervierender Stimme, dickem Pathos und einer Mimik als wollte sie einem Kleinkind erklären wie man aufs Töpfchen geht – dick und fett Honig ums Maul geklatscht! Klar, das wollen die hören! Und jeden Monat wieder!

Eine Kartenlegerin muss natürlich auch sein. Auch hier ist es „Deutschlands Kartenlegerin Nr.1„! Auch diesen Namen – Sylvie Kollin – kannte ich bis dato noch nicht. In was sie Nummer 1 ist steht natürlich nicht da, aber ihr Selbstbewußtsein scheint grenzenlos:

„Man kann aus den Karten alles lesen. Die Karten sagen, was sowieso kommt“

Alles? Wirklich? Eingeladen ist auch einer ihrer Kunden: der Schauspieler Uwe Ochsenknecht, denn er

hat schon mehrmals den Rat der Kartenlegerin Sylvie Kollin gesucht und bescheinigt ihr eine neunzigprozentige Trefferquote.

Tut er tatsächlich, und zwar am Anfang und Ende ihres Imagevideos:

Wunderbar natürlich der Kerner-Schnipsel bei 0:34 …

Über Jürgen Fliege braucht man eigentlich nichts mehr schreiben. Dass der jeden esoterischen Mist vertritt ist bekannt. Ob man ihn mal wieder nach seiner Essenz fragen sollte? Vielleicht lässt er sich ja von Frau Gregor ein Liebeshoroskop erstellen …

Welche Rolle Prof. Dr. Ulrich Walter (Ex-Astronaut und Physiker) in diesem Panoptikum zugedacht ist weiß ich nicht. Dieser Satz …

Der Physiker und Lehrstuhlinhaber für Raumfahrttechnik hat sich einmal die Hand lesen lasse: Ihm wurde prophezeit, wie er sterben würde.

… macht kaum Hoffnung, dass er die rationale Seite vertreten soll. Man lässt in solchen Talksendungen ja gerne mal jemanden sprechen, der „beide Seiten“ irgendwie anerkennt. Und da ist ein Physikprofessor, der sich aus der Hand lesen liess, doch ein Supergast. Hoffentlich täusche ich mich mit dieser Einschätzung, und Prof. Walter macht es ebenso wie sein Kollege Prof. Martin Lambeck, der in ähnlichen Sendungen (z.B. auch bei Maischberger) immer wieder deutlich jeden Unsinn auch als solchen bezeichnete.

Bleibt noch einer, der sich garantiert dem ganzen Esoterikschwachsinn gegenüber stellt: Michael Schmidt-Salomon. Der Vorstandssprecher der Giordano Bruno Stiftung wird wie folgt angekündigt:

Glaube und Aberglaube, Horoskope und Tarotkarten seien „Schabernack mit einer Menge Risiken und Nebenwirkungen.“ Die Naivität der Menschen werde ausgenutzt, finanzielle und gesundheitliche Gefahren könnten die Folge sein

Stimmt natürlich. Aber er wird möglicherweise alleine gegen alle argumentieren müssen. Wenn er dann so argumentiert wie er in seinem letzten Buch „Keine Macht den Doofen“ schreibt, dann wird das beim Fernsehzuschauer den Eindruck eines hyperarroganten Skeptikers hinterlassen. Seine „Streitschrift“ enthält nämlich meines Erachtens außer verbalen Rundumschlägen (alles Idioten!!!) nur einen eindrucksvollen Beleg dafür, dass er von Ökonomie keine Ahnung hat. Ich drücke ihm natürlich trotzdem alle Daumen …

Schön wäre es ja gewesen, wenn in dieser Sendung auch echte Spezialisten eingeladen worden wären. Ich kenne da zum Beispiel mehrere Psychologen, die den Zuschauern hätten erklären können wie und warum der ganze Unsinn „funktioniert“ …

Update: 

Der Spiegel hat das ganze schön kritisiert, obwohl der Journalist zwischendurch wohl mehrmals nicht hingehört hat. Das merkt man an folgendem Absatz:

Michael Salomon erwies sich als solider Realist und Gegenpol zu dem Aszendenten- und Tarot-Geschnatter, das sich in der Maischbergers Runde ausgesprochen raumgreifend erhob. Der Autor und Sprecher der religionskritischen Giordano-Bruno-Stiftung erklärte, dass „Bahnensätze“ wie „bei aller Impulsivität sind sie doch ein sehr romantischer Geist“ irgendwie immer stimmen und brachte bisweilen gar Hella von Sinnen mit seinem etwas irritierenden Dauerlächeln zum Schweigen. Und er warnte vor der „sanften Verblödung“ durch Esoterik, wenn „Spitzentechnologie und Spitzenidiotie aufeinandertreffen“.

OK, der Mann heißt Schmidt Salomon, und war tatsächlich der einzige Lichtblick in der Sendung. „Bahnensätze“ (… ist inzwischen auf SPON korrigiert – aber auf meinem WEbCite-Link noch vorhanden)? Schmidt Salomon hat doch recht ausführlich erklären dürfen was „Barnumsätze“ sind … … aber egal. Ich hab‘ selten etwas peinlicheres im Fernsehen gesehen …





Labertaschenparade 2012, Teil 3: Kleine Blogauswahl und mehr

8 07 2012

Gerade mal 22 Astrologen, Hellseher und andere Zukunftsschwurbler hatte ich bisher hier erwähnt – da wird es langsam Zeit den großen Rest der Auguren, die sich für 2012 so Manches ausgedacht haben, zumindest namentlich zu erwähnen. OK, so richtig Überraschendes ist nicht dabei – erstaunlich war nur jene Hellseherin, die Science-Blogger Ulrich Berger überzeugen wollte und zu einem Test einlud

Hier erst mal 13 weitere (von inzwischen etwa 80) Kandidaten, die vielleicht am Jahresende im Rückblick erwähnt werden (die verlinkten Seiten zeigen nicht unbedingt auf einen für den Jahresrückblick relevanten Artikel):

  • Christa Heidecke (Vorsicht! Höchste Schwurbelstufe!)
  • Ursula Ortmann („im psychischen und physischen Bereich bahnbrechende Erneuerungen und Erfahrungen„)
  • Menega Sabidussi (Blabla a la „Seien Sie vom 13. bis 20. Juli im Strassenverkehr und auch sonst besonders umsichtig…“)
  • Stefan Arens (Energiegeblubber)
  • Stefan Ringstorff (Politik und Spamkommentare)
  • Aylin Bulanik (viel Politik und eine falsche Bürgermeisterprognose für Frankfurt)
  • Hellgard Nitsche (Klimawandel ist toll: „Als ob es nicht eine Tatsache ist, dass es der Erde in Warmzeiten immer besser ging, dass es mit mehr Killergas CO2 geradezu paradiesisch auf Erden war, mit einem üppigen Pflanzenwuchs und Bienen so groß wie heute Hasen sind.„)
  • Martin Michalowski (nur Werbung und ein wenig Beruhigung: „Die schrecklichen Prophezeiungen kann ich für 2012 und besonders auch für den 21.12.2012 nicht bestätigen.“ – dazu ein Text, der schon im Titel wunderbaren Unsinn verbindet: „Astromedizin ist kosmische Homöopathie„)
  • Joachim Nusch (Schwarzsehereien und Gelaber)
  • Norbert Giesow (auch hier wird schwarz gesehen …)
  • Monika Heer (sieht sogar ein wenig Positives!)
  • KarinMayer (der übliche Rundumschlag)
  • Petra Dörfert (Keine Prognosen und der folgende, durchaus überraschende Satz: „Um all das vorauszusagen benötigen wir jedenfalls keine Astrologie.„)

Egal was 2012 noch passiert: Wetten dass fast alle hier Genannten im Nachhinein ihre Texte als eingetroffene Prognose gewertet sehen wollen?





Die Venus und das Higgs-Boson

7 07 2012

Das Higgs-Boson (das mit dem G*-Teilchen erspare ich mir) sorgt in den letzten Tagen für Schlagzeilen und viele spannende Erklärungen in der Presse und den einschlägigen Blogs. Danke an die vielen Wissenschaftler, die mir mit ihren Erklärungen ein wenig Nachhilfe in Teilchenphysik gegeben haben – ich gestehe, dass ich bei diesem Thema noch eine ganze Menge Nachholbedarf bzw. Nachlernbedarf habe. Ich hätte natürlich darüber schreiben können, wie das Wetter an diesem Tag war oder wie ich mich persönlich an diesem Tag gefühlt habe oder wie meine Verdauung an diesem Tag funktionierte – und das alles irgendwie mit der Veröffentlichung in Beziehung setzen können, aber warum sollte ich das tun?

Für diese astrologische Online-Zeitung waren die Meldungen zum ggf. nachgewiesenen A-B-E-H-G-H-K-Mechanismus (so würde Higgs das Ganze selbst nennen wollen) natürlich nichts anderes als ein weiterer Beleg für die Astrologie. Nach einer Art Einleitung …

Wenn man als astrologisch interessierter Mensch diese Geschichte hört, drängen sich einem fast von selbst bestimmte kosmische Archetypen auf. Zum einen muss hier Uranisches am Werk gewesen sein, aber auch das Bildgebende (Venus) zusammen mit einem neuen Impuls (Mars) auf Wissensgebiete und Abstraktes bezogen (Merkur-Zwilling). Zudem muss die zeitliche Qualität des Augenblicks (Mundan-Bild) mit den Anlagen des Trägers und Manifestors (Radix von Higgs) in deutlicher Verbindung sein.

… findet Autor „meta“ dann problemlos allerlei astrologische Argumente Begründungen, in dem er sich das Geburtshoroskop von Higgs, das Horoskop des 17.Juli 1964 (12:15 Uhr für Edinburgh – da soll Higgs die Idee gehabt haben …) und das – vermeintliche – Horoskop der Pressekonferenz (4.7.2012, 08:50 Uhr, Meyrin – vermeintlich, weil die Pressekonferenz laut dieser Einladung in Viligen statt fand) anschaut. OK, hinterher etwas mit Horoskopbildchen zu begründen ist bekanntlich nicht schwer. Und im Nachhinein finden sich – wie immer – auch astrologische Begründungen:

Trotzdem, für Higgs war heute ein besonderer Tag. Und auch hier zeigt sich wieder, wie harmonisch und symmetrisch das astrologische Modell ist. Berechnet man nämlich ein Zeitcombin zwischen Higgs Radix und seiner Entdeckung 1964, finden wir Jupiter und Venus in enger Konjunktion im Zeichen Skorpion. Nimmt man nun das Radix der Pressekonferenz, finden wir Jupiter wiederum in Konjunktion mit Venus. Und beide stehen jetzt fast genau auf Peter Higgs Sonne.

Das Zeitcombin ist übrigens der Zeitpunkt, der genau in Mitte zweier gegebener (Geburts)daten (normalerweise zweier Partner o.ä) liegt, also noch ein weiteres, errechnetes Horoskopbildchen, dass der Autor dann mitdeutet. Dass Higgs solche Fantaseyen (ich zitiere nur Kepler) wohl schnurzpiepegal sind weiß der Autor wohl selbst wenn er schreibt:

Wie schade, dass er diese Art der Schönheit und Ausgewogenheit wahrscheinlich nie entdecken wird, zu viele Gräben liegen noch zwischen den modernen Wissenschaften und ihrem Ursprung.

Immerhin scheint er sich aber über die Entdeckung zu freuen, denn er fährt fort:

Trotzdem freut man sich als Forscher natürlich mit, wenn mit großem Aufwand (ca. 30 Milliarden $ hat der Nachweis bis heute gekostet) und viel Zeit (fast 50 Jahre) etwas entdeckt wurde, was Wissen vergrößert und zumindest theoretische Überlegungen über die Natur des Universums anregt.

Gut! In der Zeitung mit den großen Buchstaben kann man da ganz andere Kommentare lesen (… die hier eloquent gekontert werden). Die Hoffnungen des Astrologie-Autors im letzten Abschnitt sollte er aber lieber gleich begraben:

Denn vielleicht entstehen ja dadurch eines Tages auch neue Denk-Räume und Theorie-Felder, die den Zusammenhang zwischen äußeren Bewegungsabläufen (zB der Planeten), energetischen Phasenresonanzen und individueller Erfahrung und Wahrnehmung möglicher erscheinen lassen.

Herrlich! Ich liebe solche Sätze, die auch nach mehrmaligem Lesen keinerlei irgendwie gearteten sinnvollen Inhalt offenbaren. Ich kann mir durchaus vorstellen, was der Autor damit meinen will,  aber die „energetischen Phasenresonanzen“ machen diesen Satz zu einem typischen Beispiel für sinnloses Geschwurbel (welche Energie? welche Phase? welche Resonanz?). Wenigstens hat der Mann am Ende noch einen kleinen Humoranfall:

Und irgendjemand findet dann das Venus-Boson, das statt Masse Schönheit überträgt. Wer weiß…

Wie hätte mein Kölner Ex-Kollege mit todernster Miene darauf geantwortet: „Nä, wat hammer jelacht!“





„Astrologie-Irrsinn“ in Nürnberg

29 06 2012

Walter Rotter heißt der Mann, der diesen Irrsinn in Nürnberg, genauer: im Nürnberger Rathaus, auslöste. Was war passiert? Der Mann, den die Zeitung als Guru bezeichnet, wollte wohl schon jahrelang irgendwie die Stadt beraten und hatte „bereits erfolglos versucht, im Sozialreferat und beim Schulbürgermeister Fuß zu fassen.“ Dann gelang ihm der große Coup: Er überzeugte die Leiterin im „Amt für Wirtschaft“ und erhielt darauf hin entsprechende Aufträge dieser Leiterin. Die Mitarbeiter reagierten wohl ein wenig irritiert, als sie bei Personalgesprächen nach genauen Geburtsdaten gefragt wurden und beklagten sich beim Personalreferenten. Ergebnis: Die Leiterin ist ihren Job – und Herr Rotter seinen gut dotierten (2.500 Euro cash für 10 Gespräche mit einem Mitarbeiter) Auftrag los.

So richtig absurd wird die Sache aber dadurch, dass sich Herrr Rotter irgendwie von der Astrologie abzusetzen versucht:

„Ein Astrologe erstellt ein Horoskop. Dazu braucht er neben dem Geburtstag und der Geburtsstunde auch den Geburtsort und das Geburtsjahr“, erläutert Rotter den grundlegenden Unterschied zwischen der Sterndeuterei und seiner sogenannten PQS-Theorie. „Die Charaktereigenschaften eines Menschen werden mit seiner Geburt als Wesenskern definiert. Das heißt, dass mit dem Geburtstag und der Geburtsstunde der Grundcharakter und die Prägung eines Menschen festgelegt wird.“

Also betreibt Herr Rotter was? Nein, nicht vorsagen! Fängt mit „A“ an und hört mit „strologie“ auf. Mag sein (bzw. ist höchstwahrscheinlich), dass er da eine ganz eigene Variante der Sterndeutung praktiziert, aber es bleibt dabei, dass er alleine aus den Geburtsdaten (Tag und Stunde) irgendwelche Schlüsse über den „Grundcharakter“ des Menschen zu ziehen meint – und sich damit von der Astrologie in Nichts unterscheidet.

Außerdem sollte man sowieso ein wenig stutzig werden, wenn man auf den Webseiten von Herrn Rotter folgendes liest:

Ich habe 40 Jahre Menschen studiert, beschreibt Rotter die Vorlaufzeit seines 1999 ausgestellten Patents.

Hmm, 40 Jahre? Eine echt lange Zeit! Aber 1999 ist lange vorbei, auf der aktuellen Homepage schreibt er, er betreibe

empirische Charakterforschung seit 46 Jahren

Schauen wir mal nach: Der Mann ist 1950 geboren, und wenn man seine Aussagen ernst nehmen möchte, dann hat er als 9-jähriger angefangen „Menschen zu studieren“ und betreibt seinem 16. Lebensjahr „Charakterforschung“. Er muss ein ziemlich frühreifes Kerlchen gewesen sein, wenn er wirklich so früh angefangen haben sollte … … aber da wäre doch sicher auch Zeit gewesen zu erkennen, dass seine „PQS“ genannte Methode nichts anderes als eine weitere astrologische Variante darstellt.

Aktuell wird übrigens darüber gestritten ob das Ganze nun vom Rechnungsprüfer in Augenschein genommen werden sollte. Eine Entscheidung gibt es noch nicht, aber wenn hier tatsächlich Steuergelder in Richtung dieses Astrologen geflossen sind, dann sollte man die dafür Verantwortlichen doch irgendwie auch finanziell in die Pflicht nehmen.





Nelly verspricht das Finale – Castrol auch (und sogar ein Astrologieblog!)

26 06 2012

Nelly war wieder die Erste! Schon drei Tage vor dem Halbfinale gegen Italien hat das Elefantenmädel wieder auf zwei Tore geschossen – und zielsicher ins italienische Netz getroffen. OK, der viermalige Welttorhüter Gianluigi Buffon war leider wegen eines bedeutungslosen Fußballturniers unabkömmmlich um den Orakelspruch durch eine seiner Paraden zu verhindern (erst Sonntag Abend hatte er ja einen Elfmeter gehalten – allerdings war der von einem englischen Spieler geschossen …). Noch bevor die anderen Orakel auch nur auf dem Weg in ihre Startlöcher sind zeigt Nelly per Videobeweis: Deutschland gewinnt!

Aus den bisherigen neun Qualitätsorakeln muss ich jetzt wohl als Nummer 10 Sau Paula von der Märkischen Zeitung addieren. Die soll ja tatsächlich auch bereits vier Mal auf Löws Kicker gesetzt haben. Nun gut, auf ein Tier mehr oder weniger kommt es längst nicht mehr an.

Während sich Herr Kaufmann noch etwas Zeit mit der Aktualisierung seiner Webseite lässt, sehen die Chancen für eine deutsche Finalteilnahme bei Castrol ebenfalls sehr gut aus. Die Wahrscheinlichkeit für einen deutschen Sieg liegt bei 62,6% – und im Finale würden dann wahrscheinlich die Spanier warten (67,9% Wahrscheinlichkeit für einen Sieg gegen Portugal) – die allerdings dann mit 65% Wahrscheinlichkeit ihren Titel verteidigen können dürften.

Mal sehen, was die anderen Tiere in den nächstenTagen noch so prophezeien. Ob man angesichts der – mir leider zu spät bekannt gewordenen – Prognosen zweier Astrologen zum Viertelfinale noch auf weitere Sterndeutungen zum Halbfinale warten soll? Eine gibt es immerhin schon, aber zunächst zu den Prognosen zum Viertelfinale:

Das Spielhoroskop für die heutige Begegnung ist, mal wieder, recht nichtssagend. Deshalb schrieb ich bisher nichts darüber.

Dann aber leider doch, gut zwei Stunden vor dem Spiel sprudelte die Schwurbelmaschine, und das las sich dann so richtig schön:

Es zeichnet sich kein wirklich klares Bild ab. Der gespiegelte Glückspunkt und der nördliche Mondknoten scheinen den Favoriten zu bevorzugen. Der „letzte“ Aspekt des Mondes zur Venus scheint die griechische Mannschaft zu bevorzugen. Das sähe im Grunde nach einem Unentschieden aus, aber die EM ist inzwischen in der „K.O.-Phase“ angekommen. Jetzt gilt nur noch Sieg oder Niederlage.

OK, die Regeln sind also auch bei den Sterdeutern angekommen, wollen aber irgendwie niemanden bevorzugen. Und dann passiert das Unglaubliche: eine gewisse Dani stellt ein Frage, und alles ist aus Sicht der Sterndeutung völlig anders:

Dankenswerterweise hat Dani mir hier vor einer knappen Stunde die Frage gestellt, ob heute abend ihr Favorit Deutschland gewinnt. Ich hoffe, sie hat diese Frage nicht an allzu viele Stundenastrologen gestellt, denn das könnte die Aussage „verwässern“.

In diesem Hora, das ich für den Zeitpunkt und Ort erstellt habe, als mich Danis Frage erreichte, ist ihr Favorit Deutschland eindeutig durch AC-Herrscher Mars angezeigt, die griechische Mannschaft durch DC-Herrscher Venus.

Äh ja! Das Horoskop ändert sich also, weil diese Dani zu einem bestimmten Termin eine Frage gestellt hat? Und es würde sich weiter verändern, wenn sie diese Frage noch anderen stellen würde? Häääh? Ach so, „Hora“, ein Stundenhoroskop! Der Gipfel des astrologischen Wahnsinns, da hier die Entscheidung über das, was der Astrologe so vor sich hin deuteln soll nur von dem Zeitpunkt abhängt, an dem er/sie die Frage astrologisch „analysiert“. Was für ein lächerlicher Schwachsinn! und natürlich hört es damit nicht auf, denn der Blog liefert sogar jetzt schon eine „Prognose“ zum Halbfinale. Es wird eine Methode benutzt, die mittels Wettquoten (!!) Favorit und Außenseiter bestimmt, und dann auf Basis des Horoskops zum Spielbeginn das Ergebnis prognostizieren will. Aber wenn das Ergebnis nicht passt, dann …

Vielleicht können wir dieses Mal auch auf die Wettquoten als Indikatoren der Favoriten- und Außenseiterolle pfeifen und Italien als den Favoriten sehen, weil es bislang noch keiner deutschen Nationalmannschaft gelungen ist, in Halbfinal- und Finalspielen gegen Italien zu gewinnen. Ein Sieg der deutschen Elf würde den Bann, der diesbezüglich auf der deutschen Nationalelf zu lasten scheint, brechen.

Ach was! Wenn man eine Methode anwenden möchte, dann entweder ganz oder gar nicht. Aber so gibt es für die Astrolügie eine Win-Win-Situation: Hatte Frawley (der Astrologe, auf den sich dieser Quatsch bezieht) recht, dann war’s ein Erfolg der Astrologie. Hatte der Blog recht, dann aber auch. Die Prognose ist dann schlußendlich ja auch wirklich egal:

Dann stünde einem Sieg der deutschen Mannschaft am Donnerstag nichts im Wege!

Noch abgedrehter waren übrigens die Prognosen in der Astrologie Zeitung „Loop“ zum Viertelfinalspiel am letzten Freitag:

Erste Halbzeit

etwa 20:55 h: Löws Jupiter ausgelöst über AC als dessen Herrscher, Quadrat Mond Santos. Nicht-zwingende Torchance Deutschland. Mögliche Beteiligte (falls aufgestellt): Boateng (Sat/Ur), Podolski (Mars Zwillinge), Hummels (Sonne), Khedira (Uranus), Özil (Saturn-Uranus).

etwa 21:08 h: Wechsel AC Schütze-Steinbock + Löws Neptun ausgelöst (MC) + Saturn Santos.  Deutliche Torchance Deutschland. Im Idealfall gegen spätestens 21:10 h 1:0 für „Schland“.

etwa 21:16 h: Santos Merkur vom Spiel-MC ausgelöst + Mundan-Sonne exakt am DC .Stärkste Tor-Chance für Griechenland. Beteiligte: Gekas (DC Venus) und Salpingidis (MC Merkur). Damit wäre schlimmstenfalls Gleichstand bis kurz vor Ende der Halbzeit hergestellt.

21:32 (falls Nachspiel):  Beide Torhüter starke Auslösungen, unklar, für wen Torchance, eher Deutschland, jedoch nicht zwingend.

Zweite Halbzeit

Anpfiff: Löws Venus, ausgelöst durch den Spiel-AC = Pluto-Uranus-Transit + Sonne Santos im Quadrat.

21.50 h: Turbulenzen, möglicherweise Torchance Deutschland, nicht zwingend.

22 h – 22.07: Auslösung Löw Mars-Saturn direkt (über AC) – deutliche Torchance Deutschland. Mögliche Beteiligte (sofern aufgestellt): Gomez, Kroos, Lahm, Schürrle.

22:14 h: Spiel-MC auf Fernando Santos Venus, löst Pluto-Quadrat aus, Tor-Chance, nicht zwingend, ambivalent.

ab 22.29 h: Mc-Wechsel nach Schütze, Spiel-AC auf Radix-Mars Santos. Knifflige Situation, Chancen für beide Seiten, stärkere Tendenz pro Löw in letzter Minute.

Prognose: Deutschland liegt zum Ende der regulären Spielzeit nach einem schwierigen Spiel vorn und klettert damit ins Halbfinale. Eine mögliche Verlängerung ist aber wegen verschiedener, sehr nah beieinander liegender Auslösungen beider Trainer astrologisch nicht ausgeschlossen.

Wunderbar ist der häufige Zusatz „sofern aufgestellt“ bei diesen allesamt falschen Mutmaßungen. Da müssen schon gaaaanz dicke Tomaten auf den Augen gewesen sein, wenn man in den Sternen solchen Schwachsinn zu lesen können glaubt. Fast genau 3 Stunden vor dem Spiel einen solchen Mumpitz zu veröffentlichen, und sich bis heute für diesen Schwachsinn nicht zu entschuldigen ... … ist natürlich nur Astrologenehre, denn man findet ja immer eine – zu den Prognosen  so gar nicht nicht passende Deutung, die  man dann aber trotzdem noch irgendwie positiv verbraten zu können glaubt (siehe Kommentar 3):

Wer das Spiel gesehen hat, wird mit dem obigen Ablauf einiges anfangen können. Auch mit den Zeitpunkten in der ersten Halbzeit, die leider nicht sofort zu zählbaren Ergebnissen geführt haben. Für alle anderen hier die objektiven Daten aus dem kicker.de/…/…
1. Halbzeit
1-0 Deutschland um 21:25 h (Lahm)
(für diese Zeit war Nix vorausgesagt!)
2. Halbzeit
1-1 Griechenland um 22:01 h (Samaras) Saturn Auslösung von Löw
(für diese Zeit waren nur Chancen für Deutschland vorausgesagt!)
2-1 Deutschland um 22:06 h (Khedira) Mars-Auslösung von Löw

3-1 Deutschland um 22:13 h (Klose) Venus Auslösung von Santos (Aha, aber da war nichts vorausgesagt!)
4-1 Deutschland um 22:19 h (Reus) Nachläufer der Venus-Auslösung von Santos (… hier auch nicht!)
4-2 Griechenland um 22:34 h (Elfmeter – Salpingidis) Mars Auslösung durch Spiel-AS bei Santos (1, 2, 3 – und wieder ‚mal vorbei …)

Tja, so einfach ist das! Im Gegensatz zu den Tieren im Orakelzoo liegen Astrologen sogar in ihren prognostizierten Details daneben – da sind mir die Tiere mit ihren klaren Aussagen dann doch lieber!





Deutschland – Dänemark: Zahlenspiele, Obskures und ein Spaziergang durch den Orakelzoo

16 06 2012

Nachdem nun der zweite Spieltag in allen Vorrundengruppen abgeschlossen ist lohnt ein kurzer Blick auf die aktuellen Berechnungen der Titelwahrscheinlichkeiten für die Favoriten. Dabei liegt Spanien bei Castrol (28,0%) weiterhin und bei Roger Kaufmann wieder (31,3%) mit der höchsten Gewinnwahrscheinlichkeit in Führung, jeweils gefolgt von der deutschen Mannschaft (18,3% / 27,1%). Die folgenden Ränge belegen Frankreich (12,5%/ 6,6%), England ( 10,7% / 8,7%) und Russland (8,1%/ 5,7%).

Schaut man sich die prognostizierten Spielergebnisse bei Easy.Data.Mining an, dann ergäbe sich angesichts der bisherigen Ergebnisse folgendes Bild: In Gruppe A kommen Tschechien und Russland weiter, in Gruppe B Deutschland und Dänemark (nach einem 0:0), in Gruppe C Spanien und Kroatien (weil dort für beide noch folgenden Spiele auf Unentschieden getippt wird) und in Gruppe D Frankreich und England (auch hier wird für die beiden letzten Spien Unentschieden erwartet).

Im Starfish-Blog gibt es bereits eine astrologische Prognose zum Spiel am Sonntag, und danach wird es für die deutsche Mannschaft durchaus gefährlich:

Ich denke, Dänemark wird sich mächtig ins Zeug legen und alles tun, um aus dieser Partie siegreich hervorzugehen. Dass ihnen das gelingen könnte, dafür stehen die Sterne sehr günstig.

Obwohl natürlich eine astrologische Prognose ohne ordentliche Relativierung nicht auskommt …

Wenn die deutsche Mannschaft den Kampf aufnimmt (Mars Spiegelpunkt Uranus), kann es zu einem Unentschieden kommen, was die deutsche Mannschaft am Weiterkommen hoffentlich nicht hindern wird, aber auch den Dänen eine Fortsetzung des Turniers ermöglicht. Stärker sind jedoch die Hinweise auf Dänemarks Sieg.

… ist dies immerhin eine selten klare Aussage: Sieg Dänemark mit einer kleinen Unentschiedenchance für Deutschland – oder habe ich das falsch interpretiert?

Dass man statt des Blicks in die Sterne auch durch einen Blick auf die Frisur der Spieler zu richtigen Prognosen kommen könnte vermutet dieser Blogbeitrag am Beispiel des deutschen Sieges gegen die Niederlande. Danach müsste morgen übrigens Portugal gegen die Niederlande gewinnen, denn Ronaldo dürfte den wesentlich besseren Pomadenfaktor haben als Robben & Co.

Nun aber wieder ein erster Rundgang durch den Orakelzoo. Eigentlich sollte man ja zunächst nur die bisher erfolgreichen Orakel zu betrachten, aber bei Kuh Yvonne mache ich trotz ihrer bisherigen Fehlprognosen eine Ausnahme. Dieses Mal frißt sie zuerst – aus dem dänischen Eimer! Aber dieses Mal werten das die Leute von BR3 allerdings als klaren Hinweis auf einen deutschen Sieg, da ja auch vorher Yvonne immer zuerst aus dem Eimer der später verlierenden Mannschaft gefressen hat. Mit diesem eher peinlichen Versuch, die vermeintliche Kompetenz des eigenen Orakels zu retten, machen sich die BR3-Leute meiner Meinung nach bestenfalls lächerlich! Yvonne kann’s einfach nicht!

Brav auf einen deutschen Sieg getippt haben bisher

Nicht ganz so optimistisch sind Tapirdame Evi, Redaktionsmops Otto und Wollsau Emma, die jeweils auf Unentschieden tippen. Wobei nicht nur der Tipp von Emma durchaus erklärungsbedürftig ist (sie frißt aus beiden Näpfen, erst aus dem dänischen, geht aber dann durch das deutsche „Tor“), auch bei Otto gab es kein eindeutiges Ergebnis. Die Redaktion von Radio Nordbayern hatte sich allerdings wieder etwas Hübsches einfallen lassen: Otto musste zwischen einem deutschen Kloß und dänischem Smörrebröd entscheiden – und fraß Beides.

Für die Dänen hat sich dieses Mal Mimi, der Zwerghirsch aus dem Erlenbacher Bergtierzoo, entschieden. Noch warten müssen wir auf die abschließende Prognose von Murmeltier Jogi, Katze Sunny und Heuschrecke Kassandra.

Und der große Rest? Um die werde ich mich morgen kümmern. Heute sind nur noch ein paar herausragende, aber eben weniger erfolgreiche Orakel einer kurzen Erwähnung wert. Redaktionshund Enno von brigitte.de hat sich dieses Mal sofort für Deutschland entschieden, in den begleitenden Interviews herrscht noch immer Fassungslosigkeit angesichts seines Versagens beim letzten Spiel. In der Schweiz haben die Hasen ihren Streik beendet und orakeln wieder. Durch den Streik letzte Woche ist die Chance auf Pauls Nachfolge jedoch dahin.

Auch mein Lieblingsorakel hat wieder zugeschlagen – und erklärt seine bisherigen Fehlprognosen wie folgt:

Ślimak irrt nie! Er wusste nur nicht, dass Mario Gomez in diesem Turnier eine Tormaschine ist.

Portugal gegen Deutschland minus Gomez = 0:0
Niederlande gegen Deutschland minus Gomez = 1:0

OK, Ślimak wäre noch im Rennen, wenn explizit Prognosen ohne Gomez angekündigt worden wären. Nach dem hektischen und viel zu kurzen 2. Video (das Ganze endete mit veritablen Ausschreitungen!) ist Ślimak – und ganz besonders seine Kommentatoren – dieses Mal allerdings wieder in Hochform! Ob Bierdusche fürs Salatblatt oder – Nein, die Szenen ab 5:40 muss sich dann doch jeder selbst ansehen:

Fragt sich jetzt nur, ob dieses Video mit oder ohne Gomez zu verstehen ist …





Nach der Prognose ist vor der Prognose oder wer tippt noch auf Holland?

11 06 2012

Immerhin! Mindestens 31 Orakeltiere haben letzten Samstag auf die deutsche Elf getippt – und qualifizieren sich damit für die nächste Runde. Ich gehe aber davon aus, dass auch einige der Prognoseversager (… wie die „blöde Kuh Yvonne“) trotz ihrer Pleiten weiter mitspielen werden. Übrigens soll auch der ukrainische Eber Funtik den deutschen Sieg vorausgesagt haben, aber warum sollte man sich auch noch um die ausländischen Tiere kümmern, wenn doch hierzulande genug Viehzeugs im Einsatz ist.

Zunächst aber ein Blick auf die Zahlenakrobaten und ihre Prognosen. Bei EM-Sponsor Castrol ist die Titelwahrscheinlichkeit für die Niederländer nach der Niederlage gegen Dänemark rapide gesunken (7,7% statt 15,6%). Spanien (23,6% – vorher 24,5%) liegt weiter vor dem deutschen Team (14,5% – vorher 12,2%) an der Spitze, England (11,0%) und Russland (8,7%) haben nach dieser Rechnung jetzt ebenfalls größere Chancen. Nach aktueller Castrol-Kalkulation haben die Niederländer sogar kaum noch Chancen aufs Weiterkommen: Die quote liegt bei lediglich bei 33,9% – während Deutschland (78%) und Dänemark (62,4%) nach dieser Rechnung schon fast durch sind.Aber klar, das kann sich am Mittwoch alles wieder ändern …

Durch einen Kommentar bei Astrodicticum Simplex bin ich noch auf zwei weitere Seiten mit Prognosen aufmerksam geworden, die sich mathematischer Methoden bedienen. Bei dem Mathematiker Roger Kaufmann liegt bei den Titelfavoriten derzeit Spanien mit 28,8% deutlich vor Deutschland (21,1%) – dahinter kommt erst ‚mal lange nichts. England (8,0%) und Russland (7,5%) folgen – allerdings sind die Ergebnisse der ersten Spiele aus Gruppe D noch nicht einberechnet. In der Gruppe B wird die Wahrscheinlichkeit eines Viertelfinaleinzugs der Niederländer sogar noch niedriger geschätzt als bei Castrol: mit 20,6% ist sie geringer als für Portugal (21,4%). Die Datamining-Leute haben sogar exakte Spielergabniee vorherberechnet – von den bisherigen 6 Spielen war aber gerade ‚mal eine einzige Tendez richtig …

Auch in dieser Astrologie-Zeitung erschien dann doch noch ein Text zum Spiel gegen Portugal. Eine Prognose kann man das aber kaum nennen: viele, viele Worte, aber keine Traute irgend etwas daraus zu schliessen, oder doch? Am Ende erscheint folgender, recht eigenartiger Satz:

Wer setzt sich noch  gerne vor den Fernseher, wenn er innerlich schon entschieden hat, dass die eigene Mannschaft verliert.

Hmm. Vor der Fehlprognose wird lieber eine vorsorgliche, allgemeine „Entschuldigung“ geschrieben:

Und im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung, Astrologen könnten in die Zukunft blicken, mag an dieser Stelle nochmal betont werden, dass erlebte Zukunft immer von Menschen gestaltet wird. Die bekanntlichermaßen ja auch ab und zu über ihren eigenen Schatten (sprich in diesem Fall die kosmische Anlage) springen können.

Schön! Warum sollte man sich dann überhaupt diese „kosmische Anlage“ anschauen, wenn die Menschen doch auch „ab und zu“ (da hätte ich jetzt doch gerne so etwas Ähnliches wie eine Zahl) diese „ignorieren“ können? Da ist der Starfish-Blog schon ein gaaaanz klein wenig mutiger. Mit diesem Text …

Ich denke deshalb, dass Deutschland am Mittwoch zumindest nicht verlieren wird. Ob die deutsche Mannschaft zum Schluss als Sieger dasteht, ist mit Pluto direkt auf dem AC mit einem Fragezeichen versehen. Vielleicht deshalb ein Unentschieden? Was für die Niederlande auch fatal wäre.

… wird zumindest eine deutsche Niederlage astrologisch ausgeschlossen.

Im Orakel-Zoo herrscht derweil Business as usual. Mit einer Ausnahme werde ich mich erst morgen wieder der Euroviecherei zuwenden, denn es gibt – übrigens wie auch seinerzeit bei Krake Paul – eine Verschwörungstheorie um Trörakel Nelly (die heute nicht nur auf SPON erwähnt wurde sondern auch einen Sieg für Deutschland gegen die Niederlande erkickte!). Ein Kommentator auf Facebook moniert Folgendes:

Also es ist schon merkwürdig, dass die Tore beim „Trainieren“ von Portugal links und von Deutschland rechts standen (aus Sicht des Elefanten) und beim Entscheidungsschuss die Tore plötzlich vertauscht waren. Denn beim Training hat der Elefant komischerweise immer ins rechte Tor geschossen, was da heißen würde das deutsche Tor und demnach Sieg für Portugal. Außerdem wurde beim Training immer das rechte Tor angestrebt, das hat man deutlich erkannt ! Und schwupps, beim entscheidenen Schuss wurden die Tore bzw. die Flaggen ausgetauscht, damit der Elefant auch schön ins portugiesische Tor schießt. Meiner Meinung nach sehr schlechte Vermarktung dieses „EM-Orakels“. Tut mir Leid aber dafür ist die Kommentarfunktion ja da. LG

Bis dahin gebe ich hier das Metaorakel und sage voraus, wie drei Orakel das kommende Spiele gegen die Niederlande voraussagen:

  • Eddy, das saufende EM-Orakel, wird wieder die deutsche Flasche leeren.
  • Ślimak wird knapp auf Unentschieden tippen
  • BR1-Hund Xaver wird sich zwischen Weißwürstchen und niederländischen Holzschuhen entscheiden müssen und sich letztendlich dann doch – nach beherztem Zureden – in Richtung Würstchentor bewegen.

Mal sehen, wie gut meine Quote ist. Beim abendlichen Tippspiel vor dem Portugalspiel hatte ich jedenfalls beim richtigen Fußball keine Chance … … dafür hatte ich die vom notorischen Fußballverweigerer und charismatischen Sektenführer auf Facebook geposteten Fake-Ergebnisse genau getroffen …





Portugal verliert – meint der Orakelzoo bis jetzt

6 06 2012

Noch immer wächst der Orakelzoo (die Elefanten Sharuk und Shanti aus Hamburg sollen mitspielen, ein Papagei namens Lorenzo aus Hannover wird hier erwähnt und eine Krake namens Rosi aus Rosenheim) – und gleichzeitig gibt’s die ersten Prognosen zum Spiel der deutschen Mannschaft gegen Portugal. Die Menge der Orakeltiere sorgt dabei dafür, dass mit ziemlicher Sicherheit mindestens ein Tier nach der Vorrunde mit einer 100%igen Trefferquote dastehen wird (ich betrachte natürlich nur die Prognosen zu Spielen der deutschen Mannschaft) – es sei denn, das ein oder andere Spiel geht unentschieden aus. Während die Krakenparade bei der Frauenfußball-WM im letzten Jahr immerhin auch auf Unentschieden tippen konnte, sieht das die übliche Orakelmethode mittels Wahl eines fahnengeschmückten Futternapfs oder –eimers gar nicht vor (ok, es gibt ein paar Ausnahmen). Man könnte sich natürlich etwas einfallen lassen, um auch den Tipp „Unentschieden“ zu ermöglichen, wenn z.B. das jeweilige Tier aus beiden Gefässen futtert oder sich innerhalb einer zu definierenden Zeit partout nicht zwischen den beiden angebotenen Leckereien entscheiden will (das gilt z.B. für die Orakelgarnelen). Beim absoluten Superstar der Orakeltiere – der Kuh Yvonne, die im letzten Jahr das Sommerloch mit ihrer monatelangen Flucht füllte – ist das aber schon ‚mal nicht der Fall, denn sie darf nur zwischen 2 Eimern wählen. Immerhin hat es das von Bayern 3 ausgewählte Vieh bereits jetzt geschafft,  deutschlandweit  in so ziemlich allen Medien erwähnt zu werden und für ihre erste Prognose haben sich laut dieser Meldung 15-20 Fernsehteams angesagt. Wenn sie jetzt auch noch die Fußballspiele richtig voraussagt, dürfte ihr ebenso ein Denkmal gesetzt werden wie dem legendären Paul – und es droht ein neuer „Wiesn-Hit“ (nein, den verlinke ich nicht nochmal).

Bis jetzt, knapp 70 Stunden vor Spielbeginn, ist das Votum des Orakelzoos eindeutig, denn für die Löw-Kicker lautet das Zwischenergebnis:

4 x Sieg – 1 x Unentschieden – 0 x Niederlage

Insbesondere der Tipp von Elefantendame Nelly macht Hoffnung, denn die hatte immerhin im letzten Jahr alle Spiele der deutschen Frauennationalmannschaft richtig getippt (bei den anderen Spielen lag sie bisweilen daneben). Bei ihrer Prognose traf sie sicher ins Tor der Portugiesen (hier der Videobeweis!) – und das sollte dann den männlichen Kickern am Samstag Abend doch auch gelingen … (… oder ist Nelly eine Emanze und möchte die Männer ärgern?)

Kurz zu den anderen, bereits vorliegenden Prognosen für das Portugalspiel:

Bereits letzten Sonntag durfte das Hündchen Louis im ZDF-Fernsehgarten seine Prognose abgeben. Statt eines der unter einer deutschen bzw. portugiesischen Fahne hängenden Würstchens zu wählen entschied es sich für eine Diät, so dass ich das Ganze klar als Unentschieden werten möchte.

Redaktionsmops Otto von Radio Nordbayern hat sich am Montag klar und deutlich entschieden: die deutsche Knackwurst war ihm lieber als der Portugal repräsentierende Tunfisch, also Sieg für ´Schland. 

Herr Zottel hat sich ebenfalls schnell und eindeutig auf eine Seite geschlagen: Deutschland gewinnt

Die Orakelgarnelen haben das deutsche Futter gewählt!

Tja, ich hätte ja auch gerne einige Prognosen von Astrologen, Hellsehern oder Wahrsagern präsentiert, aber bisher kenne ich außer den hier erwähnten keine. Scheinbar ist die professionelle Augurenzunft zu feige um einfache (aber auch einfach nachprüfbare) Prognosen zur EM zu erstellen. Na ja, es ist ja noch ein wenig Zeit bis zum ersten Spiel.