Bildungsgutscheine für Astrologie? Das war einmal!

12 10 2011

Bildungsgutscheine gibt es in unserem Lande noch immer, aber offensichtlich nicht mehr für eine Astrologieausbildung. Der seinerzeit (im September 2009) auf astrologie.de (das ist der Original-Link) gepostete Ankündigungsartikel ist verschwunden, aber die Kommentierungen verschiedener Blogs (mir wurde sogar in einem inzwischen verschwundenen Blog das Konstruieren einer  urbanen Legende unterstellt) sind natürlich noch da. Auch die Anbieterin dieser Kurse hat weder ihren Hinweis auf die Möglichkeit, einen Bildungsgutschein für ihre Ausbildung zum Jodeldiplom einzusetzen noch diesen Bericht hierzu (nicht vom Titel abschrecken lassen, der suggeriert in der Überschrift Anderes und bietet dann völlig absuren Inhalt) bisher vom Netz genommen.

Das Verzeichnis der von der Bundesanstalt für Arbeit gelisteten Fortbildungsangebote – KURSNET – liefert aktuell bei der (erweiterten) Suche mit dem Stichwort „Astrologie“ und der Nebenbedingung „mit Bildungsgutschein gefördert“ jedenfalls genau NULL Treffer – und nicht einmal unter Ausschaltung der Bildungsgutschein-Option findet man die Ausbildungsstätte, die diese Bildungsgutscheindiskussion damals losgetreten hatte (nur 8 andere Schwurbelangebote).

Mich würde ja nur interessieren, ob da jemand sein Hirn eingeschaltet hat oder ob das Verschwinden dieser Fortbildung irgendwelche anderen Gründe hat. Erfahren werde ich’s wohl nie.





Drei Siege, drei Unentschieden und drei -ste Ausreden

12 09 2011

Es kommt ja selten vor, dass AstrologINNen sich zu halbwegs exakten Prognosen versteigen, aber heute ist es tatsächlich passiert. Iris Treppner, (laut Bild) blondbezopfte Oberschwurbelfee mit Prozentrechenschwäche und Fußballfaible (Mönchengladbach ist übrigens nicht abgestiegen, Frau Treppner!) durfte ‚mal wieder im Deutschen Anleger Fernsehen bei der einschlägig vorbelasteten Frau Thonak ein Interview geben.

Frau Treppner, die es auch bei der Atomkatastrophe von Fukushima schaffte sinnloses Fußballblabla unterzubringen, weiß es dieses Mal wirklich ganz genau:

… so wie es aussieht werden sie wohl am Dienstag gleich gegen Arsenal gewinnen … (0:22)

… insgesamt, im Verlauf der Vorrunde mit drei Siegen und drei Unentschieden (0:27)

So genau waren ihre Prognosen selten, aber was war mit ihrer Dezemberprognose? Da hatte sie ja aus den Sternen gelesen, dass Dortmund eben nicht Meister werden wird … … überraschenderweise wagt Frau Thonak dieses Mal eine wirklich kritische Frage:

C. Thonak: Sie hatten ‚mal angesprochen, dass Jürgen Klopp als Trainer nicht so richtig zu Dortmund passt. Hat sich das mittlerweile geändert?

Iris Treppner antwortet:

Also diese Erkenntnis hatte ich ja vor allen Dingen an der Aktie fest gemacht, und nicht am Verein, das ist Unterschied. Und der Verein und Jürgen Klopp haben zusammen eine Negativkonstellation, das hat sich nicht geändert. Ich hab‘ auch an der Aktie einen Erfolg oder Mißerfolg in der Meisterschaft zum Beispiel festgemacht, denn unlogischerweise ist der BVB Meister geworden und im gleichen Monat ist die Aktie des BVB nach unten gegangen. Diesen Zusammenhang habe ich nicht begriffen, und diesen Zusammenhang werde ich auch nie begreifen.

Ein Blick in den Chart der Aktie zeigt, dass Frau Treppner offensichtlich keine Ahnung hat. Die Aktie lag zwischen Ende 2008 und Ende 2010 immer so zwischen 1,00 und 1,20 Euro, jetzt aber bei über 2 Euro – und vorher gab es auch einiges an Bewegung (2006 lag der Kurs ebenfalls über 2 Euro). Der Standard-DAX-Anleger wäre über eine solche Performance wohl doch eher begeistert gewesen. Und wenn sie den Vergleich zwischen Jürgen Klopp und Verein nicht gemacht haben will (sagt sie bei 1:44), warum hat sie dann im Dezember vollmundig Schwachsinn herausposaunt? Damals gab sie sich recht sicher, aber bei Astrologen soind solch dreiste Ausreden durchaus üblich. Dann rät sie den Dortmundern noch, sich beim Verkauf von Fanartikeln am FC St. Pauli zu orientieren, insbesondere am „inoffiziellen Bereich“, den sie damals auch angesprochen haben will. Ob sie damit diese beiden Zitate aus dem Dezemberinterview meint?

Würden die mit Artikeln aus der Sexbranche Geld verdienen wollen, damit hätten sie Erfolg! (2:48)

Sexy Trainer oder sexy Unterwäsche, damit hätten sie Erfolg. (3:03)

Am Ende spekuliert Frau Treppner noch über den Jungstar Mario Götze und will genau wissen, dass dieser in 2 Jahren seinen Verein wechseln wird – bzw., sollte er das schon vorher tun, dann dann eben nochmal.

Der bekannte Spruch über den Herrn, der Hirn herunterwerfen soll, dürfte bei Frau Treppner schon lange sinnlos sein – ob es an den blonden Zöpfen liegt, dass sie gegen Denken immun scheint, darüber möchte ich nicht spekulieren. Das Deutsche Anleger Fernsehen möchte sich aber offensichtlich weiter mit solchen Schwachsinnsinterviews lächerlich machen …





Meine börsenastrologischen Lieblinge …

7 08 2011

… lagen angesichts der aktuellen Turbulenzen auf dem weltweiten Börsenparkett so weit daneben, dass man fast schon Mitleid kriegen könnte. So sieht zum Beispiel ganz aktuell die Auswertung des seit vielen Jahren laufenden „Experiments“ des Astrologen Karsten Kröncke aus, der für jeden Handelstag aus den Sternen vorab ermittelt ob der DAX steigen oder fallen wird (auf dem Link ganz unten auf EXPERIMENT Tagesprognosen für DAX klicken, der Rest ist ein lahmer Aufguss seiner alten Grobprognosen):

Immerhin gibt er ehrlich seine früheren Trefferquoten an  (das war nicht immer so), so dass sich die Leser ihren Teil denken können: Mit einem Münzwurf fährt man bei einem Prognoseexperiment dieser Art ebenso gut.

Bei Iris Treppner ist man Fehlprognosen ja gewohnt. Anfang Juli prophezeite sie einen 3-monatigen Aufwärtstrend für den DAX und sah den Index bei 8000 Punkten (… und den Dow Jones zum Jahresende bei 14000). OK, das kann ja theoretisch noch kommen – aber nachdem sie sich beim Erdbeben in Japan damit rausgeredet hat, dass sie das Beben vorher deswegen nicht gesehen hat, weil sie den NIKKEI nicht betrachtet, zieht eine solch fadenscheinige Ausrede jetzt nicht. Ob die Leute vom Deutschen Anleger Fernsehen jetzt endlich aufhören, dieser Dame regelmäßig Werbezeit einzuräumen?

Dank an Bernd Harder, der im GWUP-Blog auf die „Zürich-Axiome“ (“Die wahren Gesetze der Geldanlage”) von Max Gunther hinwies, die auch explizit einen Abschnitt zum Thema Übersinnliches beinhalten. Den dort zu findenden Sätzen zur Börsenastrologie ist eigentlich nichts hinzuzufügen:

Dazu meint das Traders Journal:

Gunthers sinnvoller Rat: Schauen Sie sich die ganzen Astrologen, Tarotkartenleger, Gurus etc. an – sind diese Leute reich? Oder jedenfalls deutlich wohlhabender als der Durchschnitt?

Natürlich nicht. Wenn es um Geld geht, tappen sie genauso im Dunkeln wie andere.

Die Verfechter der mystischen Lehren wissen natürlich immer wieder blendende Beispiele ihrer „Erfolge“ zu nennen, ohne die zahllosen Reinfälle zu erwähnen. Das beweist nichts, außer dass jeder mal richtig liegt.”





Wieviel Wahnsinn verträgt die Welt?

1 08 2011

… das fragt ausgerechnet der aktuelle Newsletter des Allgeier-Verlags in seiner Überschrift. Und dann werden – wie üblich – Ereignisse des aktuellen Zeitgeschehens astrologisiert und dabei – wie ebenfalls üblich – die ein oder andere Leiche gefleddert. Dieses Mal im Angebot: Amy Winehouse und die norwegischen Terroropfer.

Bei Amy Winehouse braucht niemand mehr nach einer Todesursache zu suchen, denn:

Die Sterne brachten das Fass zum Überlaufen.

Ja klar doch! Das restliche Blabla erreicht nicht einmal unterstes Kaffeeklatschniveau …

Bei der Verhöhnung der norwegischen Terroropfer legen die Allgeier-Leute dann noch eine ganz große Schippe drauf. Zum Beginn heißt es noch

Es fällt uns zugegebenermaßen schwer, dieses furchtbare Verbrechen zu kommentieren, da es einfach nicht zu verstehen ist, wie tief ein Mensch sinken kann. Aus Respekt gegenüber den Opfern und den Angehörigen, werden wir das Attentat selbst nicht näher beleuchten.

Was „nicht näher beleuchten“ bedeutet klingt dann so:

Betrachtet man nun das Horoskop des Attentäters, dessen Geburtszeit wir nicht kennen, fällt sofort eine starke Wassermann-Betonung ins Auge. Seine Sonne steht dort in Konjunktion mit Merkur und Mars, was ihn zunächst als einen durchaus kämpferischen und aggressiven Menschen ausmacht. Seine innere Unruhe und Gewaltbereitschaft wird deutlich gesteigert durch das Quadrat von Uranus, dem Herrscher des Wassermann. Hier deutet sich die Verrücktheit, die Unberechenbarkeit und Gefährlichkeit dieses Menschen an, wobei wir zu einer noch genaueren Beurteilung seine Geburtszeit bräuchten. Alleine Sonne-Uranus und Mars-Uranus zählen zu den klassischen Ausrast- und Attentatsaspekte. Zusätzliche Durchsetzungskraft erhält seine Sonne, Merkur und Mars durch ein Trigon von Pluto.

Der böse Uranus also? Aber die starken Worte werden gleich noch ein wenig relativiert:

Man hätte alleine von seinem Horoskop nicht darauf schließen können, dass er ein Massenmörder ist.

Ach so! Dann war das oben also gar nicht so gemeint? Nee, zumindest hätte ein Astrologe ja doch Hinweise für das finden müssen, was jetzt – im Nachhinein – doch so klar ist:

Man hätte ihn aber durchaus als unberechenbaren und möglicherweise gewaltbereiten Menschen einschätzen können.

Und dann standen die Sterne ja auch noch genau an diesem Tag so richtig bösartig am Himmel ‚rum:

Am Tage seiner furchtbaren Tat bildete unter anderem Saturn ein Quadrat zu seiner Venus. Erstaunlicherweise kann man immer wieder beobachten, dass Attentäter im Augenblick ihrer Tat eine angegriffene Venus haben, was eben auf tiefe Frustration und dem Gefühl des Abgelehntseins hinweist. Typische Wassermänner neigen ohnehin dazu, sich in Außenseiterrollen hineinzubegeben.

Eine angegriffene Venus also. Was immer das auch sein mag, bei der Leichenfledderei angesichts des Amoklauf eines Jugendlichen in Winnenden spielte die Venus offensichtlich keine Rolle, sie wurde in dem entsprechenden Textabschnitt nicht einmal erwähnt.

Aber gegen die Einlassungen auf dieser Seite sind die Leichenfleddereien der Allgeier-Truppe ja geradezu lächerlich. Hier bricht sich der absolute Wahnsinn Bahn. Diese völlig durchgeknallte Verschwörungstheorie ist keines weiteren Kommentars würdig. Der in vielen YouTube-Videos zu beobachtende Labersack hat sich außerdem noch an die Superterroranschlagsprognosenpleite von Ende Juni drangehängt und schwadroniert jetzt von einem Anschlag am 11.9. (klar! Dieses Datum hat natürlich eine Bedeutung …). Wieder soll eine Sportveranstaltung eine Rolle spielen (vielleicht diese?) … … und wieder wird der Tag in Berlin ohne einen Anschlag vergehen (meine Prognose).

Ebenso absurd sind die Einlassungen dieses einschlägig bekannten Autors auf der Newsseite des Kopp-Verlags. Ich weiß ja nicht, ob dieser Verlag noch immer in der ADAC-Postille werben darf (meine Frau entsorgt die Postille in der Regel direkt vom Postkasten in die Papiertonne), aber mit 2 Artikeln über Norwegen belegt der Autor freiwillig, dass sich zwischen seinen Ohren bestenfalls eine übelriechende braune Masse aber keinesfalls eine funktionierende Gehirnzelle befindet.

Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Klar, die Welt kann diesen Wahnsinn vertragen, sie muss es sogar. Aber man sollte solchen menschenverachtenden Schwachsinn einfach auch als solchen benennen!





Fukushima-Leichenfledderer-Nachtrag

26 07 2011

Das katastrophale Erdbeben im Norden Japans ist zwar lange vorbei, aber irgendwie war mir ein Leichenfledderer-Interview im DAF durch die Lappen gegangen. Nach 01:17 Minuten erklärt Herr Felber etwas absolut Sensationelles:

Prinzipiell ist es schon so, dass man auch Erdbeben mit Hilfe der Astro-Kartographie voraussagen kann bzw. zumindestens Breitengrade auf der Erde festlegen kann wo zu welchen Zeiten besonders erhöhte Wahrscheinlichkeit vorhanden ist, dass ein Erdbeben stattfindet.

Wow! Da stellt sich nur die Frage, warum hat er denn nicht nachgeschaut?

Dass man dies dann noch auf ein bestimmtes Land einschränken kann, dafür müsste man dann die verschiedenen Nationalhoroskope durchschauen und das ist eine unglaubliche Menge an Arbeit für einen Astrologen so dass er dies von vorne herein nicht tut …

Zu viel Arbeit also. Tja, schade aber auch. Nicht nur, dass damit Menschenleben hätten gerettet werden könnten, auch finanziell würde sich der Aufwand doch eigentlich lohnen: Es winken nämlich nicht nur Ruhm und Ehre sondern auch eine Million Dollar!

… und gleichzeitig stellt sich natürlich die Frage der Sinnhaftigkeit …

Wie bitte? Es macht also keinen Sinn, Menschenleben zu retten? Und – in diesem Fall – wäre es keine gute Idee gewesen, vielleicht einige Wochen vorher (da war die astrologische Konstellation ja schon bekannt) darauf hinzuweisen, dass man Kernkraftwerke in bestimmten Regionen vielleicht vorsorglich doch herunterfahren soll? Für mich zeugt diese Aussage von Herrn Felber von einer gewissen Menschenverachtung …

… denn nur zu leicht ist es im Grunde nur eine Panikmache und im Endeffekt erntet er das Gelächter wenn’s nicht eintritt.

Natürlich erntet der Astrologe Gelächter, wenn seine vollmundig verkündeten Prognosen nicht eintreffen. Stellt er sich aber mit Behauptungen wie den oben zitierten einer fairen und offenen Überprüfung, dann macht er sich keinesfalls lächerlich, sondern zeigt dass er bereit und gewillt ist seine Behauptungen zu belegen.

Herr Felber tut dies allerdings nicht. Er behauptet zwar, dass die Voraussage von Erdbeben mittels der Astrologie möglich sei, redet sich dann aber mit fadenscheinigen Ausreden (zu viel Arbeit) heraus. So darf er sich nicht wundern, wenn man ihn in der Öffentlichkeit in die Riege der schamlosen Leichenfledderer einreiht, die auf den Leichen der Opfer dieser Katastrophe ihr astrologisches Werbesüppchen kochen zu müssen glauben.

Sollte Herr Felber zu einem Test seiner behaupteten Fähigkeiten bereit sein, revidiere ich selbstverständlich gerne den obigen Text. Dann ziehe ich sogar meinen virtuellen Hut, übrigens auch dann, wenn seine Voraussagen falsch sein sollten.

PS: Dass die sich Redakteurin nennende Mitarbeiterin des DAF auch hier nicht eine einzige kritische Nachfrage stellt überrascht nicht wirklich. Frau Thonak lässt sich offensichtlich gerne von Sterndeutern irgendwelchen Unsinn erzählen.





EHEC-Leichenfledderei und Blue-Beam

6 06 2011

Der aktuelle Newsletter des Allgeier-Verlags findet auch beim Thema EHEC Antwort in den Sternen. In gewohnter Leichenfleddertradition erklären die Autoren warum gerade jetzt …

Rein astrologisch ist der Darm dem Tierkreiszeichen Jungfrau und in zweiter Hinsicht seinem Gegenzeichen Fische zugeordnet. Neptun befindet sich nun seit Anfang April 2011 in den Fischen, seinem eigenen Herrschaftsbereich und wird dort bis 2025 bleiben. Neptun in den Fischen steht astro-medizinisch für eine Schwächung des Darms, etwa durch Umweltgifte oder eben auch Bakterien.

Heißt das, dass wir jetzt bis 2025 mit weiteren Erkrankungen rechnen müssen? Dazu lassen sich die Allgeiers natürlich mal wieder nicht aus.

Auch Christiane Durer wußte schon früh Bescheid und schrieb am 25.5. Folgendes:

Am 21.5. wurde erstmals berichtet, dass in Norddeutschland vermehrt Krankheitsfälle auftraten. Dies geschah unter Neptun-Saturn-Sonne, einer Seuchenkonstellation. 

Frau Durer, eine Katastrophenschnepfe ersten Ranges, wartet aber sowieso nur auf das endgültige Ende – bei ihr wird also jede astrologische Konstellation auf die endgültige Katastrophe hindeuten. Wie schrieb sie am 26.5. zu diesem Thema:

Ja, das kommt bald. Die apokalyptischen Zeichen mehren sich —- aber es dauert trotzdem noch 
relativ lange bis alles zusammenbricht und die Pole sich umdrehen.
Darauf warten ja alle, aber das kommt nicht 2012.
So inbrünstig manche Nibiru und den Polsprung erwarten – oder auch Jesus Christus in den 
Wolken – es geht zunächst einmal immer weiter bergab. Einige Jahre. Bis alle mürbe sind.
Bis dahin passiert folgendes:
Eurocrash
Systemecrash
EU-Zerfall
Reglementierungen
Diktatur
Verarmung
Entrechung
Steigende Kriminalität
Naturkatastrophen
Überschwemmungen
Umweltkatastrophen
Krankheiten und Seuchen
Pferdewagen und Esel als Transportmittel (etc.)
Einsatz des Mikrochips
Einsatz von Blue-Beam
Bürgerkrieg  ….

Von „Blue-Beam“ hatte ich bisher noch nichts gehört. Natürlich ist es etwas ganz Katastrophales, wie man bei diesen Verschwörungsfutzies nachlesen kann:

Das Projekt Blue Beam (deutsch: Projekt Blauer Strahl) wird neben den drei genannten Anschlägen auf New York (WTC, biochemischer sowie nuklearer Anschlag) genannt und soll mit einer gewissen Verzögerung zu den vorgenannten Anschlägen quasi das Finale zur NWO darstellen.

Oder geht es doch eher um etwas Anderes? Der offensichtlich (extrem holprig) übersetzte Schwurbeltext auf dieser Seite verwurstet am Ende Kinofilme und diverse Götter zu einer gigantischen Lasershow und schließt mit der Materialisation von „bösartigen/satanischen Geistern, Gespenstern und Poltergeistern über den gesamten Planeten um Hysterie und Panik zu erzeugen.

Wie Frau Durer den blauen Strahl „erklärt“ weiß ich nicht, denn wenn’s auf ihrer Seite steht, dann wahrscheinlich im Premium-Bereich. Dieser ist aber nur für Bares zugänglich:

6-Monats-Abo – 60 Euro
12-Monats-Abo – 120 Euro

Ein satter Preis für solches Katastrophengeschwurbel. Tipp für die Abonennten: Lest doch einfach öfter die alten Nostradamusbücher von Herrn Dimde. Da gehts auch um allerlei Katastrophen und bei diesen älteren Werken ist das Porto der teuerste Teil der Bestellung …





Labertaschenparade 2011 – Teil 2

27 05 2011

Nachdem ich den ersten Teil der Labertaschenparade gerade mal 3 Tage vor dem großen Japanbeben veröffentlicht hatte habe ich erst jetzt ein wenig Zeit für den 2. Teil gefunden. Webseiten, Zeitungen, Blogs – die Quellen sind ja (wie üblich) verlinkt …

Rosalinde Haller gehört zum Stammpersonal der jährlichen Prognosesammlung und für 2011 hat sie wieder gewohnt schwarz gesehen:

Ab Mitte 2011 sind starke Gebrechen und Störungen in technischer Hinsicht zu erwarten. Diese Energie spüre ich bis 2012 anhalten. Veränderungen punkto Sonnenenergie und Erdachse sind an diesem Ereignis maßgeblich beteiligt. […] Veränderungen von Luft und Meeresströmungen zum Beispiel dem Golfstrom werden zum Thema. Unbekannte Flugobjekte oder Asteroiden echt.

Der letzte Satz endet tatsächlich so! Zudem fühlt sie „in Europa eine Schwingungskurve von etwa 170 Jahren“, die vielleicht auch daran schuld ist, dass Frau Heller inzwischen in Uruguay zu residieren scheint. Und sie weiß schon jetzt: 2012 Zerfall der EU- Abwendung von der Kirche.

Inhaltsleeres Gefühlsblaba von Sabine Herm mutete das Augsburger Salon Magazin seinen Lesern zu, Gerda Rogers wollte zum Jahreswechsel der Tagespresse nicht widersprechen und sah „wirtschaftlichen Aufschwung“. Uwe Christiansen scheint sein Gemurmel zur aktuellen Zeitqualität zwar bisweilen zu erneuern, die aktuelle Version unterscheidet sich allerdings kaum von der Vortragsbeschreibung aus dem November letzten Jahres. Auch bei Eva Vaskovich-Fidelsberger gibt es nur Plattitüden, sie wartet auf „erste Anzeichen spiritueller Erneuerung„. Diese dürfte auch spirituelle.info erhoffen, das nicht namentlich signierte Wintersonnwendhoroskop für 2010 als Prognose für das Jahr 2011 beschäftigte sich jedoch mit dem Thema „Gleichgewicht halten“ – um den 20. Dezember war das sogar eine Art Supi-Spezial-Treffer:

Wie markant das Thema Gleichgewicht halten aus diesem Horoskop spricht, konnte man auch an dem Glatteis erkennen, welches zu dieser Zeit vielerorts herrschte. Die Wald- und Wanderwege waren derart glatt, dass ich selbst beispielsweise 2 Tage lang nicht joggen konnte …

Nur wenig konkreter wird Herr Geir aus Österreich, er sieht ab dem 9. Februar einen Aufschwung für Scharlatane aller Art …

Diese Zeitqualität spricht für neue Heilungsmethoden und ganzheitliche Ansätze. Energiearbeit, Quantenheilung und dergleichen werden sich immer mehr durchsetzen bzw. an Akzeptanz finden.

… und DAV-Astrologin Christa Heidecke stimmt ihm irgendwie zu (… hebt die alternativen Heilweisen hervor, besonders im feinstofflichen Bereich) bevor sie aus den Sternen böses Unheil dräuen wähnt:

So werden 2011 die Anfänge der Umbrüche sichtbar werden, die im Januar mit der Sonnenfinsternis beginnen, wo das eigenmächtige und gesetzeswidrige Verhalten der Regierungen einen kräftigen Dämpfer erhält. Falls das System jetzt noch nicht zusammenbricht, und weiterhin $ und € in Massen gedruckt werden, so wird spätestens zu den 3 Sommerfinsternissen der Knall kommen, weil gleichzeitig die Proteste richtig losgehen (Pluto/Uranus) und Saturn den Ländern Grenzen setzt.

Apropos € und $: Einen Megadeal erwartet der Kanadier Blair Robertson noch vor dem nächsten Jahreswechsel: Apple kauft Facebook! Bei Wladimir Pogudin erfuhr man nichts über das bereits laufende Jahr aber eine wirklich schöne Aussage zur astrologischen Trefferquoten:

Die Astrologie erlaubt verschiedene Varianten. Es gibt eine 70-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass es so geschieht und eine 20-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass es anders geschieht.

Upps! Fehlt da nicht etwas?

Die restlichen zehn Prozent entfallen auf etwas anderes.

Vielleicht erklärt der Mann ja bis Ende 2011 wie sich die letzten beiden Varianten unterscheiden …





Ist Astrologie in Tirol eine anerkannte Wissenschaft?

23 05 2011

Ich hoffe ja nicht, dass die obige Frage mit „Ja“ beantwortet werden muss. Im Regionalen Netzwerk der Naturwissenschaften Tirol hat man aber zumindest keine Skrupel einen selbst ernannten Astrologen als Kontaktperson aufzuführen. Der Mann scheint im Hauptberuf Lehrer in Innsbruck zu sein, und zumindest im Interview mit AstroTV, das er stolz auf seiner Webseite unter „Referenzen“ präsentiert, behauptet er dass Astrologie eine Wissenschaft ist – genauso wie die Biologie, in der er sogar promoviert haben will. MMag. darf er sich laut obiger Seite titulieren lassen und tatsächlich ist seine Ausbildungsliste außerhalb der Sterndeuterei beeindruckend:

naturwissenschaftlich & pädagogisch

  • Montessori Pädagogik (seit Oktober 2010)
  • Doktoratsstudium der Naturwissenschaften (2009)
  • Diplomstudium Biologie Stzw. Botanik (2005)
  • Diplomstudium Biologie Lehramt (2005)
  • Naturpädagogische Ausbildung Natopia (2005)
  • Pädagogische Ausbildung am ILS
  • Bildungspass am IFS (Krisenmanagement, Selbstmarketing, Rhetorik ect…)

In Rhetorik hat er wirklich gut aufgepasst – garantiert wesentlich besser als in seinem Doktoratsstudium der Naturwissenschaften. Reden kann er nämlich richtig gut, aber wer ihn in Naturwissenschaften ausgebildet hat, wird sich angesichts von ihm angebotener Kurse im Kartenlegen oder in „Kosmobiologie Basis“ wahrscheinlich in den Allerwertesten beißen.

„Am Ende dieses Kurses haben Sie ein fundiertes Verständnis für Symbolsprache der Astrologie erworben. Auch werden Ansätze aus anderen Disziplinen, wie der Biophysik, Organsprache, Lichtarbeit ect. mit einbezogen

Lichtarbeit? So langsam wird’s wirklich abgedreht! Leichenfleddern kann er übrigens auch, der Regenbogenpresse dient er sich mit seinem Kate-und-William-Geblubber an und das falsche Einstein-Zitat (siehe hier) darf auf der Webseite ebenfalls nicht fehlen. OK, sein Bierprojekt an einer Innsbrucker Schule war eine klasse Idee, und auch seine Experimente in AstroTV (im 3. Teil) fand ich in Ordnung.

Astrologie trifft Wissenschaft“ steht auf seinem blauen Logo – die Wissenschaft hat wohl niemand gefragt, ob sie sich mit der Astrolügie treffen will. Was die der Astrologie möglicherweise sagen würde, kann man hier nachlesen. Mehr würde mich allerdings interessieren, ob es in seinem Kollegium vielleicht auch richtige Lehrer für Naturwissenschaften gibt – und wie die zum Hobby dieses Herrn stehen …





Heute in den Medien: Frau Hanselmann und die Promis

18 05 2011

Elisabeth Hanselmann – Entschuldigung! Frau Dr. Elisabeth Hanselmann muss es natürlich heißen! Oder doch Frau Dr. Teissier?* – war heute gleich zwei Mal als „Ikone der Astrologie“ in den Medien erwähnt. Hier durfte sie über die Zukunft des Anfang Juli sich vermählenden Fürsten Albert von Monaco und seiner Liebsten herumschwurbeln:

Charlene Wittstock, ist eine sehr stark Frau. Sie hat auf Albert sicherlich sehr viel Entscheidungsdruck ausgeübt. Prinz Albert ist Fisch, Aszendent Zwilling, Charlene Wassermann, Aszendent Stier. Eine gute Ausgangsbasis, weil Fische und Stier sowie Wassermann und Zwilling miteinander harmonieren. Außerdem haben beide die Venus im Wassermann, was eine ähnliche Affektivität, starke Gefühle und Freiheit symbolisiert. Albert lernt durch Charlene sicherlich seine Frauenfeindlichkeit zu überwinden.

Das übliche allgemeine, weitgehend positive Gelaber also – obwohl: Ob es den Monegassenfürsten freut, dass Frau Teissier ihm „Frauenfeundlichkeit“ attestiert? Aber was von ihren Aussagen zu halten ist, dass hat heute ein anderer Artikel in den Medien ganz deutlich gezeigt:

2011 wird ein geniales Jahr für ihn. Mit 62 Jahren wird es das Jahr seines Lebens

prophezeite sie am 29. Dezember 2010 in «Paris-Match» ausgerechnet wem? Na klar: dem Noch-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn, der seit einigen Tagen in einem New-Yorker Gefängnis sitzt und sich sehr konkreten Ermittlungen stellen muss (ja, der Link ist nicht ganz passend!).

*In Zeiten diverser sonstwie-plag-Seiten würde eine Prüfung dieser Arbeit wohl auch interessieren. Ob die Doktorarbeit dieser Dame überhaupt von Jemandem vor der Erteilung des Titels an der Pariser Sorbonne überprüft wurde weiß ich nicht. Der Verdacht, sie habe ihren akademischen Titel ihrer langjährigen Freundschaft mit dem damaligen französischen Präsidenten Francoise Mitterand zu verdanken kam jedenfalls schon bald auf. Und dass das in zwei Teilen abgegebene, sehr umfangreiche Werk beiden Namen zugeordnet werden muss, das ist nur eine von vielen Merkwürdigkeiten.  Näheres dazu gibt es hier zum Nachlesen.





Rom hofft auf päpstliche Hilfe und noch ein Weltuntergang

10 05 2011

In Rom scheinen sich einige Menschen vor einem für Morgen angedrohten Erdbeben zu fürchten. Zwar weisen die echten Wissenschaftler seit Tagen immer wieder darauf hin, dass das Ganze absoluter Nonsens sei, aber die Römer selbst scheint das nicht zu stören. Ob der Papst – wie im Spiegelartikel erwähnt – tatsächlich helfen kann möchte ich bezweifeln, denn in der ewigen Stadt werden ganz sicher auch viele Menschen irgendwelche USB-Anschlüsse nutzen – und dass die des Teufels sind müsste sich seit November letzten Jahres ja rumgesprochen haben.  Sieht man ja auch gleich: Das USB-Symbol sieht doch einem teuflichen Dreizack verdächtig ähnlich …

Sollte das Erdbeben in Rom nicht stattfinden, dann bleibt den Bewohnern noch eine kurze weitere Frist. Wie ein abgedrehter Prediger mitteilt garantiert die Bibel den Tag des Jüngsten Gerichts für den 21. Mai 2011. Nett finde ich ja, dass eine kleine Grafik mit einer durchgestrichenen 2012 dokumentiert, dass der ganze esoterische Mayakalender-Humbug und seine vielfältigen Ableger absoluter Nonsens ist – dass außerdem unter dem Titel „Kein Mensch kennt den Tag oder die Stunde“ die vollmundige Weltuntergangsprognose auf der gleichen Webseite wieder weggeschwurbelt wird, spricht für eine gewisse Desorientierung der Autoren.

PS: Ein guter Nachruf auf den vor einigen Tagen aus dem Leben geschiedenen Astrologieforscher Gunter Sachs gibt es hier!