Astrologe diskriminiert ein Viertel der Frauen

10 04 2011

Ich bin schon mal gespannt, ob sich das Viertel der Frauenwelt, deren Tierkreiszeichen Jungfrau, Krebs oder Skorpion ist, jetzt in irgend einer Form gegen die Pauschalisierungen eines Star-Astrologen wehren. In  BILD warnte der nämlich am 7.4. mit ziemlich drastischen Worten:

Am schlimmsten ist offenbar die Jungfrau. Star-Astrologe Noé: „Sie will anfangs Liebe und Sex. Wenn sie es einmal geschafft hat, hüpft sie auch gerne in andere Betten. Ihr Geist und ihr Körper können nicht anders.

Größte Vorsicht sei auch bei der Krebs-Frau geboten. Winfried Noé: „Sie sucht wie Eva im Paradies die Versuchung. Dabei will sie auch immer wieder anderen Frauen den Partner ausspannen.“

Mit der Treue nimmt es offenbar auch die Skorpion-Frau nicht so genau. Winfried Noé: „Wenn sie einen Mann haben will, sticht sie mit ihrem giftigen Stachel zu. Egal ob sie in einer Beziehung ist oder nicht.“

Ganz schlimm ist natürlich eine ganz bestimmte Frau, für die Herr Noé am 6.4. folgendes aus den Sternen las:

[…] bildet der extrem langsam laufende Pluto im Steinbock ein exaktes Quadrat zu Venus im Widder im Partnerschaftshaus. Das bedeutet übersteigertes Triebleben, wollüstiges Begehren, Unsittlichkeit und Ehebruch.“

Blöd nur, dass er dies aus dem Horoskop seiner Angetrauten gelesen hatte, nachdem sie ihn vor wenigen Tagen verlassen hatte. So muss Noé auch noch den Spott aus der wöchentlichen FAZ-Kolumne Herzblattgeschichten ertragen.

Und da gab es doch tatsächlich KommentatorINNen, die bei Astrodicticum Simplex den Artikel Astrologie diskriminiert für übertrieben hielten …

Ja, ich weiß – Bernd vom GWUP-Blog war schneller …





Noch mehr Leichenfledderer und ein Interview aus Absurdistan

5 04 2011

Angesichts der Katastrophe in Fukushima segeln auch einzelne Homöopathen auf der radioaktiven Angstwelle und versuchen sich mit ihren Angeboten für  „Mittel gegen Radioaktivität“ (sogar auf japanisch!)  die Taschen zu füllen. Bei Astrodicticum Simplex (mit weiteren Beispielen) und im GWUP-Blog wurden diese „Angebote“ schon entsprechend kommentiert. Die üblichen Erklärungsversuche der Astrologen, die im Nachhinein über ihre „Gestirnsstellungen“ herumschwurbeln sind zwar ebenso lächerlich, zocken aber nicht ganz so dreist wie die Anhänger des ultimativen Verdünnungswahns ab. Für all jene, die unter akutem Schwurbeldefizit leiden, es gibt eine ganze Reihe weiterer Beispiele …

Dabei darf auch der Astroletter des Allgeier-Verlags nicht hintan stehen, in dem es mittendrin ganz, ganz düster wird:

Die Erde wird auch aufbrechen im westlichen Teil von Amerika. Der obere Teil von Europa ändert sich in einem kurzen Augenblick. Land wird erscheinen vor der Ostküste von Amerika. Wenn das erste Aufbrechen in der Südsee erscheint, oder im Mittelmeerraum und der Ätna-Region, als Sinken und Aufsteigen von meist gegenüberliegendem Gleichen, wissen wir, es hat begonnen.

Dabei beziehen sich die Allgeiers allerdings nicht auf irgendwelche Sterne, sondern auf den bekannten Katastrophenpropheten Edgar Cayce. Dass übrigens auch als seriös geltende Medien auf den esoterischen Katastrophenzug aufspringen zu müssen glauben zeigte vor einigen Tagen sogar die Süddeutsche – zum Glück ist im GWUP-Blog eine passende Antwort zu lesen.

Auch um Japan ging es in diesem Interview im Deutschen Absurditäten Anleger Fernsehen. Die Interviewerin Christina Thonack hat sich in der Vergangenheit schon des Öfteren als völlig unkritische Stichwortgeberin für unsinniges Geblubber verschiedener Astrologen betätigt, und auch in diesem Fall lässt sie die einschlägig bekannte Iris Treppner minutenlang Sinnlosigkeiten absondern ohne auch nur eine einzige Aussage der Frau in Frage zu stellen. Ich habe mir erlaubt, mögliche Fragen und Anmerkungen in rot in dieses „Interview“ einzubauen. Frau Thonack’s Stichworte sind in schwarz, Frau Treppners Unsinn in blau:

Was sagen sie zu Japan, war die Katastrophe absehbar?

Nein, eigentlich nicht oder vielleicht doch!

Also wie jetzt? Hätte man es voraussehen können, oder nicht?

Also über den NIKKEI hätte man die Krisensituation vielleicht erkennen können, wenn man sich damit auseinandergesetzt hätte.

Standardausrede! Schon die derzeit von der Polizei gesuchte Patricia Bahrani hat des öfteren auf entsprechende Fragen mit der gleichen Ausrede geantwortet!

Ich hab’s persönlich jetzt nicht getan, weil meine Prognosen beim NIKKEI – wie soll ich jetzt sagen – weniger treffsicher waren …

Noch weniger treffsicher als der andere Mumpitz? Ist ja kaum möglich …

… deswegen habe ich den NIKKEI einfach rausgenommen. Allerdings wenn man jetzt die richtigen Daten gehabt hätte, dann hätte man einen Hinweis darauf haben können, dass es dort kriselt.

Es kriselt? Eine zynischere Umschreibung für die dortigen Katastrophen habe ich bisher kaum gelesen!

Einen einzigen Hinweis habe ich, das ist der Transit Neptun-Saturn, der ist zur Zeit aktiv und zwar bis 2013 noch und das ist eine Konkurskonstellation, aber die wirkt sich auf jeden anders aus.

Typisch astrologische Entscheidungsneurose: Eine Konkurskonstellation, die sich auf jeden anders auswirkt – wieso greift eigentlich die Interviewerin nicht ein?

Zum Beispiel van Gaal, der Trainer von Bayern München hat diese Konstellation auch …

Ja, ja – Frau Treppner möchte wohl lieber über Fußball salbadern, auch das ist nichts Neues … … aber was sie hier macht heißt auf Deutsch: Themaverfehlung! Aber so lange es die Interviewerin nicht merkt …

… und der verlässt zum Beispiel den Verein. Also es wirkt sich bei jedem anders aus und ich hätte jetzt nicht angenommen, dass es so heftig in Japan aussehen könnte.

Ja wie jetzt? Erst sagt sie, sie hätte nicht nachgeschaut, jetzt hat sie nicht angenommen, dass so etwas passieren könnte? Merkt Frau Thonack eigentlich irgendwann, dass Frau Treppner nur Müll redet?

Das heißt, die Schwierigkeiten können auch bis 2013 noch Nachwirkungen zeigen?

Nö, sie merkt es offensichtlich nicht! Wenigstens hätte sie fragen können, was denn jetzt van Gaal mit Japan zu tun haben soll und ob sie jetzt nachgeschaut habe oder eben nicht …

Ich hoffe, dass es nur bis 2013 geht. Ich hab‘ auch nicht das Originalhoroskop da ich nicht den Einstieg der Handelszeit habe des NIKKEI. Das ist alles spekulativ …

Danke! Also das war jetzt offen zugegebenes reines Raten! Warum bricht die Interviewerin das Ganze nicht einfach ab? Ihre Gesprächspartnerin hat doch offensichtlich keine Ahnung wovon sie redet!

… mir fehlen viele weitere Angaben um mich da festlegen zu können oder zu wollen. Ich hoffe, dass nur dieser Transit dafür sorgt, dass es eben zur Zeit schlecht aussieht in Japan und dass ein Ende 2013 in Sicht ist.

Äh, ein Ende von was? Aber ok, sie will sich ja nicht festlegen …

Übertragen wir das mal auf Deutschland. Wie wird denn der DAX sich nach den Problemen in Japan weiter entwickeln.

Wow! Ganz unerwartet schießt Frau Thonack eine konkrete Frage aus der Hüfte! Respekt! Das riecht ja fast schon nach dem Hauch einer Redaktionsassisstenzanwärterin …

Ich meine schon im letzten Jahr gesagt zu haben, ihnen gegenüber (ich glaub‘ es war im August) dass es jetzt im Februar/März turbulent zu geht.

Nöö! Im Augustinterview (mit der gleichen Interviewerin) hatte sie nichts dergleichen gesagt, sondern lediglich darauf hingewiesen, dass es bis zum Jahresende eher „seitwärts“ weiter gehen sollte (falsch). Im Dezember laberte sie tatsächlich über März 2011 – es ging aber dabei gar nicht um den DAX, sondern um die  VW-Aktie.

Woher diese Einflüsse kommen, das war mir da auch nicht klar, jetzt wissen wir das! Aber ich glaube, insgesamt wird der DAX unbeeindruckt aus der Sache ‚rausgehen. Also natürlich geht’s jetzt mit ‚runter, keiner weiß jetzt wo’s hingeht, wo die Leute etwas anlegen sollen, aber es stellt sich hier schnell heraus, wo die Schwerpunkte sind.

Ja, man sieht wo die Schwerpunkte sind! Frau Treppner zeigt – zum wiederholten Mal – dass sie auch ohne jedes Wissen bereit ist völlig sinnfreien Schwachsinn in irgendwelche Mikrofone zu posaunen – wenn man sie denn lässt.

Wer sich auch noch den Rest antun will, der kann sich’s ja hier anhören





Aktenzeichen XY sucht meine „Lieblingsastrologin“

15 03 2011

Diese Meldung aus der Allgäuer Zeitung hatte mich am Dienstag doch überrascht. Am Mittwoch wurde über Aktenzeichen XY nach Patrica Schwennold alias Bahrani (geborene Lehmann) gefahndet, einer Astrologin die über viele Jahre einen Stammplatz in der jährlichen Prognoserückschau der GWUP behauptete. In den letzten Jahren hatte sie sich dann eher mit unsinnigen Vorträgen hervorgetan und zu seltsamen Veranstaltungen eingeladen – alles hier nachzulesen. Ich hatte ihr sogar einmal eine „Fanseite“ gewidmet auf der ich eine lange Reihe ihrer Schwachsinnsprognosen vorgestellt hatte und die mir ein paar nette Mailgefechte mit glühenden Verehrerinnen dieser Dame einbrachten. Bisher wusste ich lediglich, dass ihr Sohn (Vermutung!) noch hierzulande unterwegs ist und versucht in ihre Fußstapfen bzw. in die ihrer Familie zu steigen, dass sie letzten November einen Auftritt im Allgäu hatte, war mir entgangen.

Wo sie jetzt unterwegs ist, weiß ich natürlich nicht, aber den Artikel aus der Allgäuer Zeitung von heute möchte ich niemanden vorenthalten – hier drohen ja wohl schwedische Gardinen:

Aktenzeichen XY ungelöst – Kriminalpolizei Kempten ermittelt

Am Mittwoch, ab 20:15 Uhr, berichtet die bekannte Sendung Aktenzeichen XY ungelöst unter anderem über eine aktuelle Personenfahndung der Kemptener Kriminalpolizei. Am 04. November 2010 hatte eine damals unbekannte Frau unter dem Aliasnamen „Patricia Bahrani“, in einer kostenlosen Wochenzeitschrift aus dem Allgäu, einen Vortrag in einem Hotel in Kempten angeboten. Das Thema dieses Vortrags lautete: „Gibt es ein Leben nach dem Tod?“

Patricia Bahrani Im Nachgang an diese Veranstaltung vereinbarte die Frau mit einem 69–jährigen Mann aus dem Oberallgäu einen persönlichen Termin. Die Frau sollte als Wahrsagerin und Astrologin ein Horoskop für den Mann erstellen.

Während der Übergabe des Horoskops Mitte November bot die Verdächtige dem Auftraggeber in dessen Wohnung ein dubioses Juwelengeschäft an. So versprach sie dem Mann einen hohen Gewinn im Nachgang an den billigen Ankauf von Juwelen aus Belgien. Im Raum stand eine hohe Summe im sechsstelligen Euro-Bereich.

Letztlich übergab der Mann knapp 50.000 Euro in mehreren Teilbeträgen an die angebliche Wahrsagerin bzw. Astrologin. Seit der letzten Geldübergabe brach der Kontakt ab und die Dame ist nicht mehr erreichbar bzw. unbekannten Aufenthalts.

Im Rahmen der bisherigen Ermittlungen konnte durch die Kriminalpolizei Kempten die jetzt gesuchte SCHWENNOLD Patricia aus München als Tatverdächtige identifiziert werden.

Die 42-jährige Frau ist dringend tatverdächtig Anfang 2010 bei einer schwäbischen Bank ein Konto unter falschen Personalien eröffnet zu haben. Hierbei gab sie eine spanische Anschrift an. Unter dieser Adresse konnte die Frau aber bis heute nie angetroffen werden.

Laut Erkenntnissen der spanischen Behörden könnte sich Schwennold aktuell unter ihrem Aliasnamen (Patricia Bahrani) im Raum Düsseldorf aufhalten.

Die Staatsanwaltschaft Memmingen hat einen europäischen Haftbefehl wegen des Verdachts des Betruges erlassen. Zudem liegt ein nationaler Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth vor. Außerdem liegen mehrere Aufenthaltsermittlungen verschiedener Staatsanwaltschaften vor.

Vermutlich hält sich Schwennold nach wie vor in Deutschland oder im benachbarten deutschsprachigen Raum auf. Sie führt unter Umständen einen Pkw der Marke Daimler-Benz samt Wohnwagen bei sich. Es ist nicht ausgeschlossen das Schwennold weiterhin ihre Aliaspersonalien nutzt und versucht auf die gleiche Weise auch andere Personen um Bargeld zu erleichtern. Sie hat eine stämmige Figur, ist etwa 173 cm groß und hat braune Augen.

Der geschädigte Mann aus dem Oberallgäu hat für Hinweise die zur Festnahme der Frau führen eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro ausgesetzt. Für die Vergabe dieser Auslobung ist ausschließlich er selbst verantwortlich.

Bislang gingen keine Strafanzeigen weiterer Geschädigter ein.

Für Hinweise zum Aufenthaltsort wenden Sie sich bitte unter der Rufnummer 0831 / 9909 – 0 an die Kriminalpolizei in Kempten.

Soweit der Artikel. Wer weiß wo die Frau ist hätte natürlich auch gerne heute Mittwoch Abend bei Aktenzeichen XY anrufen können. Ich hab’s mir nicht angetan, ich hatte an diesem Abend Besseres vor und hatte eh keine Ahnung wo sie sich aktuell herumtreibt.





Japanbeben: Dummer Minister in Indien und ein Leichenfledderwiderling aus Kanada

14 03 2011

Die Katastrophe in Japan lässt bei so manchen Menschen offensichtlich jede Sicherung durchbrennen. Wenn Prashant Kumar Sahi – immerhin als Minister für Arbeitsressourcen (toller Titel!) im indischen Bundesstaats Bihar für fast 100 Millionen Menschen zuständig – tatsächlich das gesagt haben soll, was hier berichtet wird, dann muss man ja fast froh sein, dass dieser indische Bundesstaat nicht am Meer liegt. OK, der Mann redete gestern (Sonntag) vor einem „Forum des Indischen  Rates für astrologische Wissenschaften“, da meinte er wohl seine Zuhöer bauchpinseln zu müssen. Er behauptete dabei nicht nur, „dass die Astrologie kein Rätselraten, sondern eine echte Wissenschaft sei„, sondern forderte auch Folgendes: „Die Astrologen sollen ihm zufolge vor Naturkatastrophen wie etwa der jüngste Tsunami in Japan warnen.

… und einer nutzte auch gleich seine Chance: „Ein Astrologe aus Haidarabad teilte seinerseits mit, dass er einen neuen Tsunami im Pazifik im Zeitraum zwischen dem 15. März und dem 15. April erwarte. Nach seiner Prognose sind in dieser Zeit auch Erdstöße in Indien möglich.

Der Rest des Artikels zeigt übrigens, dass die Quelle mit Vorsicht zu geniessen ist, denn im Zusammenhang mit dem Erdbeben wird auch gleich auf irgend einen Super-Mond hingewiesen und auch sonst scheint diese russische Nachrichtenagentur kaum als ernsthafte Quelle zu betrachten ist. (Es sei denn man ist Verschwörungstheoretiker – die nehmen auch die absurdeste Meldung von dort ernst. z.B. wird dies dort zitiert …)

In Kanada zeigte inzwischen der selbst ernannte „Psychic“ Blair Robertson, die widerlichste Form der Leichenfledderei. In seinen Laberprognosen aus den letzten beiden Wochen (hier und dort) erwartete er zwar Erdbeben, aber in Oregon und Kailfornien. Trotzdem behauptet er jetzt:

Japan Earthquake Tsunami Prediction Proves True

Blöde Frage: Wieso hat der Mann, der ansonsten jeden Pups und jede Prognose in seinem Blog bzw. in seinem Newsletter verbrät gerade dies eben nicht vorab veröffentlicht? Wie er schreibt hatte er die Prognose dienstags aufgeschrieben, dann in einem Safe deponiert und – wie die Fotos zeigen – dann Freitag Abends (in Kanada) verlesen lassen. Zu diesem Zeitpunkt zeigten die Nachrichten allerdings schon seit Stunden Bilder aus Japan …

Das stinkt sehr verdächtig nach einem primitiven, kleinen Zaubertrick, den jeder drittklassische Hobbymagier mit nur wenig Übung beherrscht. Jetzt, auf dem Rücken tausender Leichen, zu behaupten, er habe das aber doch richtig vorausgesagt, nur nicht ganz die katastrophalen Konsequenzen (die übrigens am Freitag Abend noch nicht so klar waren!) ist wirklich schäbig.





Futter für die Leichenfledderer: Das Erdbeben in Japan

12 03 2011

Kaum haben sich die ersten Nachrichten über das dramatische Erdbeben in Japan verbreitet, schon kroch der erste astrologische Leichenfledderer aus seinem Loch. Folgendes fand ich am Nachmittag des 11.3.2011:

Für manche mag dies unheimlich sein, das Zeitinhalte wie der Paradigmenwechsel des Uranus in den Widder, in der Nacht vom 11.03.11 auf den 12.03.11, ausgerechnet mit einem schweren Erdebeben in Japan einhergeht, das die Stärke 8,8 erreicht, und die Erschütterungen ( Uranus ) damit als ein selten schweres Erdeben kennzeichnen.

Nein, Spicaastro (im Impressum steht der Name Karl-Heinz Waldenberger), das ist nicht unheimlich, das ist schlicht und einfach dummdreiste Selbstbeweihräucherung.

In ihrem Blog wunderte sich später DAV-Astrologin Christa Heidecke:

Seltsamerweise zeigt das Erdbebenhoroskop selbst kaum relevante Spannungen.

Wie blöd! Aber echte Astrologen kennen natürlich die entsprechenden Tricks

Deshalb ziehe ich den letzten Neumond zu Rate, berechnet auf Tokio, mit den Transiten für heute.

So funktioniert das eben: Wenn das Horoskop nicht zum Ereignis passt, dann nimmt man eben ein anderes. Lächerlicher geht’s kaum.

Wie erwartet wird auch in astrologischen Diskussionsforen heiß diskutiert und – wie immer! – gibt es so viele verschiedene Horoskope, dass die Sternenschwurbler garantiert eines finden, das nach der von ihnen vertretenen Astrologielehre passend ist. In anderen Ländern sieht das übrigens genau so aus: hier, da (vom gleichen Autor gibt es auch eine „Erklärung„) oder dort gibt es ähnlichen Schwachsinn zu lesen.

Tja, hätte ein Astrologe das Erdbeben und die dramatischen Folgen tatsächlich öffentlich vorausgesagt (auf 2-3 Tage genau, mit der Angabe der ungefähren Stärke des Bebens und mit zumindest halbwegs exakten Orts- und Zeitangaben – wobei die Angabe „Japan“ wegen der täglich dort zu messenden Beben ohne hinreichend genaue Stärkeangabe nicht ausreichend gewesen wäre), dann könnte man vielleicht anfangen über den Wert der Astrologie zu diskutieren.

 

Ich hoffe sie verstehen nun den Wert der Astrologie und der objektiven Vorausschau.

Ja, Spicaastro! Wir verstehen. Astrologie hat keinen Wert, keinen Sinn und statt „objektiver Vorausschau“ wird immer nur im Nachhinein schäbig die Klappe aufgerissen.

Zum Weiterlesen …

Update: DAV-Astrologin Christa Heidecke hat ihren Artikel inzwischen erweitert, mit noch mehr sinnlosen Horoskopbildchen fleddert sich’s noch besser auf dem Rücken der Betroffenen. Auch dieser Herr nutzt die Katastrophe zum astrologischen Geblubber und hier qualifiziert sich jemand namens gil (offensichtlich aus Düsseldorf) mit gleich 5 Horoskopen ebenso für die Leichenfleddergarde wie die Astrologin Milena D Amico mit ihren Kommentaren in einem Questico-Forum.





Labertaschenparade 2011 – Teil 1

8 03 2011

Langsam wird’s Zeit, dass ich hier mal eine Auswahl der Prognosensammlung für 2011 vorstelle. Einige Katatstrophenprognosen hatte ich ja schon gewürdigt, heute folgt ein – sehr verspäteter – Blick auf einschlägige Artikel zur Jahreswende.

Madame Michèle durfte in der Schweizer Postille „20 minuten“ an die Glaskugel. Meist ziemlich schwammig lässt sie sich immerhin bei einem Schweizer zu ein wenig mehr hinreißen: „Für mich ist Kachelmann Opfer und nicht Täter. Ein Theater!“. Noch genauer wird sie bei der bevorstehenden Hochzeit im englischen Königshaus:“Es wird eine glückliche Familie mit drei Kindern.“ Ob sich das bewahrheitet dürfte aber 2011 nicht zu entscheiden sein.

Frau Fritsch (die immer noch damit wirbt, dass man sich ihre Astrologiekurse von der Bundesanstalt für Arbeit bezahlen lassen kann) hatte auf astrologie.de ein paar Zeilen zum Venusjahr geschrieben und sie erklärt die Zuordnung des Jahres zu einem Planeten mit folgendem Satz: Die Reihenfolge der Jahresherrscher kommt durch die mittlere Geschwindigkeit der sieben klassischen Planeten zustande, beginnend mit dem langsamsten. Äh, und was bedeutet das jetzt? Wie kommt man darauf, dass gerade 2011 … … keine Antworten, stattdessen Astroblabla vom Feinsten:

Dass nun die Venus das ganze Jahr „regiert“, bedeutet (leider) nicht zwangsläufig, dass wir den Weltfrieden zu erwarten hätten, denn dann müsste das alle sieben Jahre der Fall sein. Wie alle Planeten zeigt sie symbolisch an, was das Potenzial des Jahres ist. Da mit Venus hauptsächlich positive Eigenschaften verbunden werden, nennt man sie in der klassischen Astrologie die kleine Wohltäterin. Aber sie hat auch ihre Schattenseiten: Eitelkeit, Gefallsucht, Materialismus, Opportunismus und Bequemlichkeit sind ihre Laster.

Noch mehr Blabla für 2011 gibt’s bei Astro Uranus, Paul Pawlowski, Evelyn Weishäupl (die ihre Ergüsse am 27.12. auf astrologie.de veröffentlichte), einem ungenannten Schwurbler von „kostenlos-horoskop.de„, oder Alexander Witschel (Pforzheimer Zeitung vom 14.1.2011).

Dagegen ist die von Radio Hamburg konsultierte Kartenlegerin Gloria Heilmann von  Bergen ja fast schon sensationell genau – zumindest beim Thema Fußball:

Dann legt Gloria die Karten für den HSV und St. Pauli. „Die Spieler vom HSV müssen sich eindeutiger und mehr konzentrieren […] dann können sie wirklich nach oben kommen – so zweiter, dritter Platz.“ Außerdem soll uns 2011 die Nachricht erreichen, dass ein Spieler Nachwuchs erwartet.

Ein Fußballer, der Nachwuchs erwartet? Herrlich! Weniger gut sind die Aussichten für den Fußballerischen Stadtrivalen:

Um St. Pauli steht es laut den Karten nicht so gut: „Es sieht im Moment eher so aus, als ob sie es nicht schaffen und in die 2. Bundesliga absteigen.“

Zu Lena’s Chancen beim Eurovision Song Contest hat sie aber wieder auf Schwurbelmodus umgeschaltet:

„Sie ist richtig gut dabei, aber sie hat damit zu tun, dass sie ihr Lampenfieber überwindet. […] Sie hat Angst vor ihrem eigenen Gefühl. Es stehen zwar viele Menschen und Freunde zu ihr, aber sie ist doch etwas unruhig. […] Außerdem hat sie eine große Konkurrentin, die etwas älter ist als sie.“

Eine neue Rekordmarke in Sachen Wahrsagerartikel hat vermutlich die  Märkische Allgemeine aufgestellt. Zum Jahreswechsel hatten gleich mehrere Lokalausgaben einschlägige Artikel im Angebot. Nur Binsenweisheiten lieferte im Lokalteil Potsdam eine Psychokinesiologin, Reiki-Meisterin und Heilerin aus Rendsburg namens Cassandra. Ein paar Vermutungen zu aktuellen lokalen Themen kombinierte sie mit der äußerst spektakulären Aussage „Die Menschen würden sich oft von den Politikern allein gelassen fühlen.“ Im Lokalteil Brandenburg durfte sich eine Frau namens „Karin Schneider“ in gnadenloser Selbstbeweihräucherung üben indem sie über ihre Erfahrungen beim Lesen aus Karten und Händen erzählte. Eigentlich hätte die „Redakteurin“ gleich den ganzen, älteren  Artikel aus dem „Preußenspiegel“ kopieren können – inhaltlich war war das der gleiche Mumpitz. Im Lokalteil Oranienburg durfte an Silvester Bärbel Zöller ein wenig aus den Sternen schwurbeln und kündigte für Widder ein „bewegtes Jahr“ an. Katastrophen sagt die  ja nicht voraus, warnt aber alle zwischen dem 3. und 22.10. Geborenen davor, dass sie in 2011 „mit Prüfungen in ihrem Leben“ rechnen müssen.  Nur 3 Tage später schenkte der Lokalteil Oranienburg einer Kartenlegerin namens Simone Meyer eine Portion kostenlose Werbung. Wobei das Ganze so wirr ist, dass jeder Mensch mit mehr als drei funktionierenden Gehirnzellen nur noch den Kopf schütteln kann.

Aber damit noch immer nicht genug, denn am 7.1. durfte auch noch die Schweizer Astrologin Monica Kissling alias Madame Etiole wunderbar sinnfrei vor sich hin labern:

2011 wird ein sehr dynamisches Jahr, in dem sich Reformprozesse beschleunigen. Gleichzeitig bilden sich jedoch immer stärkere Gegenkräfte, die an bisherigen Strukturen festhalten oder gar frühere Strukturen wieder etablieren wollen.

Wie war das noch mit dem Hahn, der auf dem Mist kräht?





Welch Überraschung: Astrologe sieht Guttenbergs Rücktritt

22 02 2011

Gleich 2 Artikel hat Johannes Flörsch zum amtierenden Verteidigungsminister Dr. Karl Theodor etc. zu Guttenberg geschrieben. Im ersten stellte er noch eine Frage, im zweiten ist er sich offenbar sicher:

Rücktritt von Minister zu Guttenberg laut Horoskop wahrscheinlich

Passend zum Thema bestehen seine beiden Texte übrigens zu einem nicht geringen Teil aus Zitaten – diese sind aber immerhin richtig angegeben und beziehen sich jeweils auf ein Buch von Robert Hand, offensichtlich dem Lieblingsastrologen des Autors.

Interessant auch diese astrologische Analyse aus dem Dezember 2009. Einige Textpassagen könnten durch einfaches Kopieren problemlos auch heute wieder als aktuelle Nachricht verkauft werden. Außerdem liefert der Text eine Erklärung für die vielen kopierten Abschnitte in seiner Doktorarbeit:

Er ist Schütze mit einer Konjunktion von Sonne und Jupiter – enorm viel optimistische Energie.
Im Quadrat dazu finden wir den Fische-Mars. Das Quadrat macht zu Guttenberg extrem geladen und umtriebig, dabei will der Fische-Mars eigentlich lieber vor sich hindümpeln und braucht viel Zeit zum rumhängen, Musik hören und „nichtstun“.

Die Guttenberg-Fans dürfen jetzt hoffen, denn bei der notorischen Prognoseschwäche der Astrologen wird uns dieser Minister wohl noch einige Zeit erhalten bleiben …





Wahnwitzprognosen: Neues von Iris Treppner

21 02 2011

Ich bin ja kein Fußballfan, aber Fußballprognosen nehme ich schon alleine deswegen immer wieder gerne in die Wahrsagercheck-Auswahl, weil dort häufig sehr leicht zu entscheiden ist, ob sie richtig oder falsch waren. Immer klappt das natürlich nicht, denn auch Astrologen und Hellseher flüchteten sich zum Beispiel bei der letzten WM eher in mit Konjunktiv angereicherte Allgemeinplätze a la „die Mannschaft könnte weit kommen“ (oder eben nicht), aber immerhin gibt es seit dem 6. Dezember 2010 eine exakte astrologische Prognose für den Ausgang der aktuellen Bundesligasaison. Das Interview mit der einschlägig bekannten Iris Treppner im Deutschen Anleger Fernsehen brachte so Wundersames zutage, dass sich sogar die im sonntäglichen WDR-Nachtprogramm laufende Fansendung Zeigler’s wunderbare Welt des Fußballs der Sache annahm und die offensichtliche Prozentrechnungslegasthenikerin zu weiteren Höhenflügen animierte, die sich in der Ankündigung der Sendung wie folgt lesen:

Woran liegt der Gladbacher Niedergang? Das weiß Arnd leider auch nicht so genau. Was er allerdings weiß, ist: Im Januar wird es noch einmal ein kurzes Aufbäumen geben, aber spätestens im April ist der dritte Abstieg der Bundesliga-Geschichte Realität. Verraten hat ihm das eine Expertin: die Astrologin Iris Treppner. Die verblüfft des weiteren mit wahnwitzigen Prognosen zu Schalke und Bayern. Vor allem letztere müssen sich richtig warm anziehen: Eine große Willkür steht ins Haus in München.

Was sie im Originalinterview des DAF gesagt hatte, kann man sich nochmal auf YouTube ansehenhören:

Dass Frau Treppner hier – nicht zum ersten Mal – als Börsenastrologin bezeichnet wird säht mehr als leise Zweifel an der Qualität der zuständigen Redaktion. Wenigstens rühmt sich der Sender selbst auf der Unternehmensseite lediglich seiner Quantität, weil er  „mit über 30 Redakteuren eine der größten TV-Börsenredaktionen in Deutschland beschäftigt„. Fachleute können es jedenfalls nicht gewesen sein, die freiwillig Frau Treppner’s Interview den Hörern präsentierten – dass sie vom Börsengeschehen keine Ahnung hat sondern lediglich sinnfrei umherschwafelt hat sie ja bereits am 19. August 2010 eindrucksvoll gezeigt (sie sagte damals: der Markt habe keine Energieen, man solle bis Ende des Jahres mit Investitionen im DAX warten – ok, bei 6075 lag der DAX am 19.8., am Jahresende waren es  6914 – wer dem Rat von Frau Treppner folgte hat also knappe 14 Prozentchen Wertsteigerung verpasst … … Astrologie ist wirklich ein teures Hobby …).

Dieses Mal übertrifft sie sich wirklich selbst. Nach einigem Geschwurbel über die VW-Aktie antwortet sie auf die Aussichten der Aktie des Bundesligaclubs Borussia Dortmund:

Also die Aktie selber können sie eigentlich vergessen (1:58)

Das ist eine Konkurskonstellation (2:20)

Nächstes Jahr ist der Spaß vorbei. Das ist natürlich möglicherweise auch ein Hinweis darauf, dass Borussia nicht Meister wird. (2:32)

OK, Dortmund wird nicht Meister! Ziemlich eindeutig! Aber jetzt beginnt der Wahnsinn erst richtig:

Würden die mit Artikeln aus der Sexbranche Geld verdienen wollen, damit hätten sie Erfolg! (2:48)

Sexy Trainer oder sexy Unterwäsche, damit hätten sie Erfolg. (3:03)

Was für ein Schwachsinn! Aber wem das noch nicht genug an Unsinn war, dem empfehle ich das  Zeiglerinterview – es beginnt ab so ca. 15:00 min. und bietet noch mehr astrologisch motivierten Unsinn – wie Zeigler richtig bemerkte: der reine Wahnwitz!





Die „Weltklasse“ ist zurück – Update: alles nur ein Fake

18 02 2011

Vor gut einem Jahr bin ich durch Pressemeldungen wie diese auf die damalige Seite eines Astrologen aufmerksam geworden, der sich „Alexander Rostami“ nannte und für sich „Weltklasse“ reklamierte. Fand man zwischendurch unter der höchst paradoxen Webadresse „gute-astrologie.de“ lediglich ein  kleines Bildchen, so gibt es dort inzwischen wieder etwas mehr zu sehen. Es fehlen allerdings die lächerlichen Prognosen von damals, und auch das Lalai Lama wird nicht mehr erwähnt.

Immerhin, die branchenüblichen, wichtigtuerischen Behauptungen gibt es natürlich immer noch: Rostamí soll einer der renommiertesten Astrologen der Welt sein und er habe namhafte Klienten auf allen Kontinenten. Auch die „Weltklasse“ findet sich noch im Seitenquelltext:

<title>Startseite - Alexander Rostamí - Astrologe mit Weltklasse - Alexander Rostami

Komisch, außer ihm selbst scheint das niemand zu wissen, denn vor der ersten „Begegnung“ im letzten Jahr war nicht nur mir sein Name vollkommen unbekannt – auch mir persönlich bekannte praktizierenden Astrologen, die ich danach fragte, kannten den Namen Rostamí nicht (… nicht einmal dann, wenn sie in unmittelbarer Nähe der vermeintlichen „Weltklasse“ wohnen),

Noch mehr der branchenüblichen Selbstbeweihräucherungen gibt es auf einer Seite namens „Rostami privat„, auf der man unter dem Motto „Wußten Sie schon, dass Alexander Rostami …“ das übliche, wichtigtuerische Geblubber finden kann. Er soll also schon als Kind „übersinnliche und radiästhetische Fähigkeiten“ gehabt haben? Belege bitte! Er hat „weltweit Klienten„, hilft „als Psychic Detective ehrenamtlich bei der Suche nach Vermissten“ und engagiert sich „für den Schutz junger Hellfühliger„? Ersteres ist weder eine Legitimation (ich kenne eine Schamanin aus Paraguay, die regelmäßig ihre Kunden in der Schweiz besucht – auf deren Kosten), noch ein Beleg für irgendetwas. Beim Thema „Psychic Detective“ würden mich ebenfalls Belege seiner Erfolge (und natürlich auch der Misserfolge!) interessieren und der „Schutz junger Hellfühliger“ ist ja wohl ganz einfach ein riesengroßer Schmarrn (… bin im Moment öfters in München unterwegs, da muss diese Bezeichnung einfach sein).

Jetzt könnte es natürlich sein, dass Rostamí einfach das Kunstprodukt einer PR-.Agentur ist. barsfeld kommunikation heißt das Unternehmen, das komischerweise die Adresse im Impressum mit dem mysteriösen Herrn Rostamí gemeinsam hat.

Herrn Rostamí’s Studierzimmer:

Woogs Straße 1a
64367 Mühltal

Impressum bei barsfeld kommunikation

Woogstraße 1a
64367 Trautheim bei Darmstadt

Tja, Trautheim gehört eben zu Mühltal, das sieht man nicht nur an der Postleitzahl  – als ehemaliger „Gaasehenker“ (… wie können sich nur die Einwohner eines Ortes bzw. Stadtteils solch eine bescheuerte Bezeichnung geben – und ich hab‘ 12 Jahre dort gewohnt …) bzw. damals (über 20 Jahre her) eingewanderter Heiner kenne ich mich in der Gegend ziemlich gut aus …

UPDATE:

OK, das Ganze war tatsächlich ein Fake, ein Projekt unter dem Titel:

Gefahren und Chancen modernen Spindoctorings am Beispiel eines (fiktiven) Angebotes im New-Age-Markt

Kann man natürlich machen, und ich werde die Leute mal kontaktieren, ob sie mir die Auswertung nicht in irgendeiner Form zur Verfügung stellen können. Immerhin habe ich durch meine 3 Artikel mit Sicherheit einige Leute auf ihre Seite gelotst … … und das sollten sie bei ihrer Auswertung auch berücksichtigen.

Den im Kommentar von Horst genannten Vorschlag, mir die Adresse doch von denen schenken zu lassen, möchte ich aber doch dankend ablehnen. Ich wüsste ja gar nichts mit dieser Adresse anzufangen – außer sie vor der Nutzung durch echte Astrologen zu bewahren, die sich gerne mit solchen Namensparadoxien schmücken.





Noch mehr Katastrophenprognosen …

16 02 2011

Am 28.12. letzten Jahres hatte ich es gewagt, einige Inhalte des drohenden Welthoroskops 2011 von Frau Elfriede Schilddorfer vorauszusagen, und mit meinen – zugegeben, auf Basis ihrer Schwarzsehereien der Vorjahre nicht allzu schweren – Mutmaßungen lag ich vollkommen richtig. Frau Schilddorfer erwartet für 2011 zum Beispiel folgendes:

Naturgewalten sowie die Zunahme der extremen Wetterkapriolen tötet Tausende und führt zu Milliardenschäden. Viele Schäden sind auf das schwere Versagen der Politik zurückzuführen.

Der globale Klimawandel hat unsere Küsten erreicht und er ist nicht mehr beeinflussbar. Er wird zu Massenmigration und kriegerischen useinandersetzungen führen – um Rohstoffe, Wasser, Energie, Lebensmittel und Lebensraum.

Großflächige Stromausfälle, Groß- und Waldbrände, Flugzeugunfälle und Schiffsunglücke, schwere Unfälle und Explosionen häufen sich. Verwüstung. Großflächige Stromausfälle, Groß- und Waldbrände, Flugzeugunfälle und Schiffsunglücke, schwere Unfälle und Explosionen häufen sich.

Christiane Durer verbreitet ihre Unkenrufe inzwischen auch auf YouTube:

Den Text ihrer mit Einschlafmusik garnierten Diashow hat sie netterweise auch hier hinterlegt, so dass man den ganzen Unsinn auch nachlesen kann. Getreu dem bekannten Wahrsager-Motto „Wenn der Hahn kräht auf dem Mist …“ will sie zum Beispiel folgendes wissen:

Eine gute Nachricht: viele finden in diesem Jahr den/die „richtige/n“ Partner/in – und so wird 2011 ein Rekordjahr der Eheschließungen aber auch der Ehescheidungen – und auch ein Rekordjahr der Geburten.

Immerhin: Letzteres lässt sich sogar wirklich ganz einfach nachprüfen … … aber ansonsten ist Frau Durer wie üblich eher in Sachen Katastrophen unterwegs:

2011 wird es noch extremere Ernteausfälle geben als 2010. Es kommt zu sehr großen Hungersnöten. Nicht nur weit weg von Deutschland.

2011 wird das Jahr außergewöhnlicher Katastrophen. (wirkt bis 3/12)

Und bei folgenden Sätzen fragt man sich, welche Drogen in einem Hirn wirken müssen, damit es die Finger anweist eine Tastatur mit folgenden Buchstabenfolgen zu malträtieren:

Es sieht aus als würde durch ein sog „wissenschaftliches“ Experiment ein großes Gebiet wie in ein Ungleichgewicht geraten. und als würden sich “Vergangenheit und Zukunft“ überschneiden. Inmitten des Geschehens wird es ein großes Unglück geben, auf das die ganze Welt mit Entsetzen schaut. Es wird sein, als würde ein riesiges Gebiet wie ausgelöscht werden. Einige bezeichnen es als ein lange angekündigtes „Zeichen“.

Eine Währungsumstellung wird in mehreren Schritten vonstatten gehen und sich bis weit ins Jahr 2012 hineinziehen.

Wie werden wir leben in den Jahren bevor Polsprung, Finsternis und Russen über uns hereingefallen
sein werden. Es wird eine hoffnungslose Welt sein, in der viele aus  lauter Elend alles tun um zu
überleben – auch Bespitzelung, Verrat und schlimmeres.

Statt der Welt scheint eher der Geisteszustand der Autorin „hoffnungslos“  zu sein, zumindest wenn sie ihre Einlassungen tatsächlich ernst meint. Ansonsten wäre es die übliche  Abzockmasche gegenüber verängstigten Esoterikjüngern, die sich mit solchen Prognosen immer wieder gerne ihre Welt- und Lebensängste bestätigen lassen.

Noch mehr Katatstrophales liefern die folgenden Youtube-Videos – zumindest für die, die des Schwyzerdütschen mächtig sind: