Der doppelte Astrobernd

19 01 2011

Eigentlich wollte ich ja nur meinem Schwager den Astrosketch des miesgelaunten Kastenbrots Bernd aus der KiKa-Lounge Nachtschleife zeigen, die dieser mangels Satellitenfernsehen bisher nicht sehen konnte. Die Eingabe der Schlagworte Bernd, Astro und Telefon lieferte dann aber nicht nur das Bernd-Video mit der hoffnungslos verwirrten Anruferin sondern auch den Hinweis auf einen YouTube-Kanal, bei dem man sich wundert, dass überhaupt eine (!!!) Person diesen abonniert hat. Die dort zu findenden, selbst produzierten Videos sind zum Teil sogar schon über 20 (zwanzig!!!!!) mal angesehen worden – ob vor mir jemals irgendjemand bei diesem Geschwurbel bis zum Ende durchgehalten hat darf allerdings bezweifelt werden.

Die Monatsvorschau für den Januar 2011 habe ich mir nämlich in voller Länge zu Gemüte geführt und ich muss zugeben, vor dem 3. Gläschen Shiraz hätte ich das nicht durchgehalten (dann war’s eher lustig). OK, reden kann der Mann nicht so richtig, aber der Comedian „Hallo erstmal“ Rüdiger Hofmann verdankt seine Berühmtheit ja auch nicht seinem sprudelnden Redefluss. Hier kommt dazu, dass alles ernst gemeint ist … …  und der Mann beherrscht sogar eine Grimasse:

Inhaltlich geht es nach einem sensationellen Einstieg („Ein neues Kalenderjahr hat begonnen, ohne das das alte zu Ende ging.“ [1:10]) überwiegend ums Geld. Während es Anfang des Monats noch gut aussieht (sogar „das Lottoglück ist – wen’s betrifft – eher zu Gast“ [3:30]) drohen später nicht nur für „das mafiose System unseres Pseudostaates BRD“ [4:40] sondern auch für jeden einzelnen Menschen „finanzieller Größenwahn und Prunksucht“ [5:21]. Es könnte die Leute allerdings auch „dämlicher Geiz“ [6:12] treffen – bei der Sprechgeschwindigkeit dieses Mannes ist dieser in der Astrologie nicht unübliche Widerspruch binnen einer einzigen Minute schon fast sensationell.

Danach wird’s ein wenig politisch, es geht um „weitere Einschränkungen der  bürgerlichen  Freiheit, natürlich nur zu unserem Schutz“ [8:54], wobei „notfalls wieder ein selbst inszenierter Anschlag oder dergleichen herhalten“ [9:04] muss. Es soll überhaupt ein „sehr, sehr intensiver und interessanter Winter“ [9:46] werden, ganz abgesehen vom „aller Wahrscheinlichkeit nach abgebrochenen Golfstrom und von den Sonnenaktivitäten“ [9:57]. Letzeres vertieft er leider nicht, aber er schiebt der bösen Venus noch die Schuld für höhere Heizkosten [10:11] in die Schuhe und wechselt dann in den Werbeblock [10:50] für seine eigene (keine Warteschleife, keine Vermittler, er ist immer direkt dran) 0900-er Nummer. Nach dem folgenden Satz …

Bleiben Sie gesund und munter, bleiben Sie friedlich und bleiben sie verteidigungsbereit – auch finanziell.

… und einer kurzen Verabschiedung sind die 12:29 Minuten dann auch endlich geschafft.

Die knapp anderthalb Minuten aus der KiKa-Lounge sind da natürlich wesentlich besser und die 12 Minuten von oben kann der kurzarmige Miesepeter präzise und inhaltlich voll ausreichend in einem einzigen Wort zusammenfassen:

GNAMPF

http://www.youtube.com/watch?v=AHUAPLGOb9o

Kleiner Nachtrag: Ich hab nochmal ein wenig auf der Webseite von Grimassen-Bernd gewühlt und tatsächlich den Text zu seinem YouTube-Auftritt gefunden (man muss ein wenig nach unten scrollen) …





Promiprognosen 2011: Bohlen heiratet, Brangelina getrennt

5 01 2011

In der Regenbogenpresse finden sich zum Jahresende nicht nur irgendwelche nichtssagenden Jahreshoroskope sondern auch die ein oder andere Promiprognose. Bisher habe ich zu diesem Thema folgendes gefunden:

Die Hamburger Wahrsagerin Casia Chayenne hatte bereits vor einiger Zeit Schlagersternchen Helene Fischer eine Schwangerschaft samt folgender Trennung von Florian Silbereisen und ab Sommer eine neuen Liebe zu einem 45- 60-Jährigen aus dem Musikbusiness vorausgesagt und durfte im Berliner Kurier noch sechs weitere Promiprognosen abfeuern. Hier das Ergebnis:

  1. Der Vergewaltigungs-Prozess wird weder gut noch schlecht für Jörg Kachelmann (52) ausgehen. Die Karten zeigen an: Er wird mit Bewährung davonkommen.
  2. Für Heidi Klum (37) naht im Sommer ein anstrengendes Projekt, das sie erfolgreich abschließt. Danach zieht sie sich zurück, beendet Mitte 2012 ihre Karriere.
  3. Das Geld bleibt Dieter Bohlen (56) treu. Neue Werbeverträge warten im Frühjahr. Privat wird er sich enger binden: Circa im September heiratet er – im kleinen Kreis im Ausland.
  4. Kate Middleton (28) ist in enger Liebe mit Prinz William (28) verbunden. Neben den Herzkarten landete die Familienzuwachskarte. Kate wird im September/Oktober schwanger.
  5. Fußballer-Gattin Sylvie van der Vaart (32) ist weiterhin sehr gefragt. Gesundheitlich läuft alles bestens (kein Krebs-Rückfall). Spätestens im Frühjahr 2012 bekommt sie ein zweites Kind.
  6. Obwohl sie es in ihrem Innersten noch nicht will, wird Victoria von Schweden (33) nächstes Jahr Königin. Im Sommer 2012 bekommen sie und Daniel ihr erstes Baby.

OK, Nummer 4 ist nicht so ganz unwahrscheinlich, die Prognosen 2, 5 und 6 beziehen sich zumindest teilweise auf 2012 (und werden nicht vergessen …).

Die Frankfurter Astrologin Aylin Bulanik erwartet „prominente Beziehungskrisen“ bei Seal und Heidi Klum, Carla und Nicolas Sarkozy, Lilly und Boris Becker, Brad Pitt und Angelina Jolie (Trennung spätestens Ende 2011, diese Prognose gehört aber seit Jahren zum Standardrepertoire der Promiprognosten), Tom Cruise und Katie Holmes sowie – Überraschung! – bei den zu Guttenbergs. Dazu gibt es noch ein wenig Blabla zu Westerwelle (wird wahrscheinlich zum Rücktritt als Parteivorsitzender gezwungen), Sarazin (bekommt Ärger), Seehofer (gesundheitliche Probleme nicht ausgeschlossen) und Volker Bouffier (kann sich als hessischer Ministerpräsident halten wenn er den Sommer übersteht, wird aber 2014 die Wahl verlieren) sowie die Ankündigung von Protesten und Groß-Demos ab spätestens März.

In drei Teile hat Elizabeth Teissier ihr Jahreshoroskop für 2011 in der „Schweizer Illustrierten“ aufgeteilt und dabei auch kurze, nichtssagende Sätze zu – mir weitgehend unbekannten – überwiegend schweizer Promis gemacht. Auch Viktoria von Schweden wird erwähnt, aber statt der Frage „Wird sie 2011 Königin von Schweden, oder bremst Saturn die Thronfolgerin aus?“ hätte man von Frau Teissier doch eher eine Antwort erwartet – da war die oben erwähnte Casia Chayenne mutiger. Auf ihrer Webseite schwafelt sie dann immerhin noch ein wenig über anstehende Katastrophen:

Der Neumond am 3. April könnte den Beginn einer kritischen Phase darstellen, die bis Mitte Mai andauern dürfte. Voraussichtlich äussert sie sich erneut in gigantischen Staatsschulden und Börsen-Turbulenzen. Zusätzlich könnten sich auch politische und soziale Probleme zuspitzen oder Naturkatastrophen eintreten.

Ähnlich sieht es bei den Jahreshoroskopen in der Zeitschrift Bunte (von Leslie Rowe, in Heft 52, 2010) und in der Neuen Post (kein Name eines/einer Verantwortlichen, Heft 51,2010) aus. Rowe lässt sich immerhin zu einer einzigen halbwegs prüfbaren Aussage hinreißen: Fußballprofi Thomas Müller soll sich „erst ab Mai wieder auf sein (Tor-)Glück verlassen“ können – also ziemlich genau dann, wenn die Saison endet. Rowe war übrigens bis Ende letzten Jahres auch im öffentlich-rechtlichen Radio aktiv und durfte auf der Webseite von Bayern3 sogar noch ein Jahreshoroskop für 2011 ablegen – zum 1. Januar wurde das Bayern3-Horoskop jedoch eingestellt.

Wer noch weitere solche Prognosen hat (meine Schwiegermutter liest nicht die gesamte Regenbogenpresse) darf mir gerne die entsprechenden Seiten bzw. das ganze Heft zukommen lassen. Einfach per Mail melden …





Prognosen 2011: Noch mehr Katastrophen und das übliche Blabla

30 12 2010

Nikki Pezaro kann’s nicht lassen. Auch für 2011 hat sie wieder viele Prognosen auf ihrer Webseite aufgelistet und neben den üblichen Katastrophen (überall Erdbeben und Terroranschläge!) finden sich nicht nur viel aus den Vorjahren Kopiertes sondern auch das ein oder andere Schmankerl für’s Kuriositätenkabinett. Hufeisenförmige UFOs über Roswell (World Predictions Nr. 22), Riesenspinnen (Nr. 48) und eine Pille die Menschen binnen 30 Tagen jünger werden lassen soll (Nr. 96) – der übliche Quatsch wie jedes Jahr.  Die Regenbogenpresse scheint sie nicht verfolgt zu haben, denn bei ihrer Nr. 6 in der Rubrik „The Royals“ (Wedding in Monaco) dürfte es um Albert II. gehen – und dessen Hochzeit ist seit Monaten für Anfang Juli 2011 angekündigt. Wenn ihre World Prediction Nr. 14 tatsächlich wahr werden sollte schlage ich vor, dass sie sich als Testperson zur Verfügung stellt. Sie hätte „The world’s first brain transplant“ bitter nötig!

Die Voraussage, dass FDP-Chef Westerwelle abtreten wird (oder muß) bescherte Mona Stein mediale Aufmerksamkeit. Mehr Konkretes gibt es von ihr nicht, und für eine Hellseherin ist der Ausblick auf die Wahlen in Berlin geradezu lächerlich:  Das Duell um das Berliner Rathaus im Herbst wird laut Mona Stein „wahrscheinlich“ nicht die Grüne Renate Künast gewinnen. Diese sei zwar sehr intelligent, aber etwas herrisch. SPD-Amtsinhaber Klaus Wowereit hingegen lasse alles schleifen. Eventuell werde er es wieder schaffen. Oder es komme jemand ganz Neues.

Winfried Noé hat gleich mehrere Ausblicke auf das Kommende Jahr auf Lager. Bei diesem reiht er völlig sinnfrei Sätze über Yin und Yang-Planeten aneinander und schließt mit einer Warnung: „Venus-Neptun in Verbindung mit Chiron lässt das Geld (Venus) wegfließen (Neptun).“ Angekündigt ist auch ein Artikel mit dem Thema 2011 und die Numerologie …

… aber schon der Text darunter zeigt, dass das verlinkte Zahlengemurmel aus dem letzten Jahr stammt. Genial dabei der Anfang:

Was geschieht eigentlich numerologisch, wenn die 2009 durch die 2010 ersetzt wird? Ganz einfach, es fällt eine Neun weg, und eine Eins kommt hinzu.

Aber das ist noch nicht alles, denn Herr Noé kennt ja auch die besten Tage 2011 für Liebe, Gesundheit und Beruf. Das Jahr wird also mit Spontanheilungen und Knochenbrüchen beginnen und in den Zeiträumen 30.3.-23.4., 3.-27.8. und 24.11.-14.12. soll man sich vor wichtigen Zusagen und Vertragsschlüssen hüten.

Im Newsletter des Allgeier-Verlags vom 23.12. gibt es natürlich auch eine Jahresvorschau 2011. Während aber bei Noé Venus, Neptun und Chiron das Geld abfließen lassen, schauen die Allgeiers einfach woanders hin und schwupps haben sie bezüglich der Finanzen eine positive Nachricht: Jupiter im Stier verspricht finanziellen Aufschwung und Lebensgenuss. Aber natürlich fehlen unter dem Punkt „Die besondere Konstellation“ auch die üblichen Schwarzsehereien nicht:

Was das weltliche Geschehen betrifft, bleibt die Gefahr von Gewalttaten, insbesondere von Amokläufen und Anschlägen recht hoch. Es wäre in der Tat besser, größere Menschenansammlungen zu vermeiden.

Mehr davon haben sie in ihrem Astrologischen Jahrbuch auf Lager: Dort werden auf den Seiten 10 und 11 die „schwierigsten Tage“ mit Texten wie diesem aufgelistet:

1. bis 30. Juni. Saturn-Plutoweckt Fanatismus und kann Naturkatastrophen auslösen. Uranus-Pluto steht für Katastrophen, im schlimmsten Fall mit Nuklearkraft.

Insgesamt zählen übrigens so ca. 190 Tage zu den schwierigen und Ende Juni wird’s sogar doppelt gefährlich: zwischen dem 23. und 30. soll sich die Unfallgefahr erhöhen und es droht ein Flugzeugabsturz. Beim Katastrophen-Rundumschlag auf Seite 11 fehlt eigentlich nur das Wort Tsunami, ansonsten ist alles da: Vulkanausbruch, Zwischenfall im Kernkraftwerk, besonders heftige Erdbeben, schlimme Terroranschlägen und kriegerischen Auseinandersetzungen. „Ziemlich dick“ kommt es dann im November – aber nur für Bundeskanzlerin Angela Merkel (Seite 13): Sie könnte sogar krank werden oder einen Unfall erleiden.






Nachgereicht: „Topprognosen“ für 2010

28 12 2010

Die alljährliche Prognoserückschau führt bisweilen dazu, dass mir einzelne Astrologen und Wahrsager ihre eigenen Prognosetexte zum abgelaufenen Jahr mit dem Hinweis zuschicken, dass diese doch so viel besser gewesen seien als die von mir in der Pressemeldung erwähnten. Dieses Jahr war es eine österreichische Astrologin, die mir mit folgendem Kommentar ihr Welthoroskop 2010 zusendete:

Es gibt nicht nur laute Stümper, sondern auch stille Könner.

Vermutlich zählt sich die Dame selbst zu den stillen Könnern – Grund genug sich mal mit ihr zu beschäftigen.

Beim Namen ihrer Webseite rollen sich mir schon die Fußnägel hoch: http://astro-medizin.eu/. Und natürlich ist die Dame laut  Selbstbeweihräucherung Selbstbeschreibung die renommierteste Astrologin Europas, und der Name ihrer Webpräsenz erklärt sich dann auch ganz einfach:

Sie ist ausschließlich forschend tätig ist. Da sie gerne Kinderärztin geworden wäre, wurde ihr Forschungsgebiet Medizin. Und da ein Wassermann mit Widder Aszendent keine ausgetretenen Wege geht, interessierte sie die pränatale Diagnostik (vorgerburtliche Prägung). Heute ist sie auf diesem Gebiet weltweit Expertin.

Tatsächlich? Expertin? Das sieht man natürlich am Inhalt eines ihrer Bücher:

In Ihrem Buch „Dem Leben vor dem Leben auf der Spur“ behandelt sie neben 9 Krebserkrankungen u.a. auch den plötzlichen Kindstod durch Atemstillstand, Autismus, Diabetes und auch Aids und Gleichgeschlechtliche Liebe. Auch sie ist erbbedingt und pränatal erkennbar. Ihrer Meinung nach ist sie eine Variante der Schöpfung und eine vorgegebene, natürliche Geburtenkontrolle.

Unfassbar! Aids soll also pränatal (… aus dem Horoskop) erkennbar sein …

Nun aber  zu den Prognosen der alten Dame (Jahrgang 1925) für die letzten Jahre. Ich habe für den Katastropheneil ihrer Weltprognosen der Jahre 2007, 2008, 2009 und 2010 eine kleine Tabelle erstellt („ja“ bedeutet: wird in der Prognose erwähnt):

2007 2008 2009 2010
Naturkatastrophen(allgemein) ja ja ja ja
Seuchen/Epidemien ja ja ja
Abnahme der Sonnenenergie ja ja
Schneemassen / Lawinen ja ja ja
Hitze/Dürre ja ja ja ja
Waldbrände ja ja ja ja
Wasser/Luftverschmutzung ja ja ja ja
sterbende Wälder ja
Orkane ziehen Schneisen der Verwüstung ja ja ja
„galoppierender“ Klimawandel (o.ä.) ja ja ja
Pole schmelzen ja ja
Anstieg Meeresspiegel / Inseln versinken ja ja ja ja
Menschen hungern ja ja ja ja
Wasserknappheit ja ja ja ja
Störfehler in Atomkraftwerken ja ja ja ja
schwere Flugzeugunfälle ja ja ja
Stromausfälle ja ja ja
Schiffsunglücke ja ja

Fazit: Die Abnahme der Sonnenenergie ist offensichtlich 2009 zum Stillstand gekommen, sterbende Wälder gibt es sogar schon seit 2008 nicht mehr – dafür werden seit 2008 Stromausfälle und Flugzeugabstürze vorausgesagt und seit 2009 auch Schiffsunglücke. Meine Vermutung für das von ihr angedrohte „Welthoroskop 2011“: Eine große Portion Naturkatastrophen (Erdbeben, Vukanausbrüche etc.), gewürzt mit den üblichen Folgen (Hunger, Wasserknappheit); dazu ein wenig Klimawandel und eine Prise Technikkatastrophen (Atomkraftwerke, Flugzeuge etc.) – es würde mich wundern, wenn ich mit dieser Prognose völlig falsch liegen sollte ..

Der Rest besteht aus ähnlichen Schwarzsehereien (wer jedes Jahr einen Börsencrash vorhersagt hat alle paar Jahre automatisch einen Treffer …) und mehr oder weniger hanebüchenen Schwurbeleien – und auch hier wiederholt sich so manche Formulierung für die verschiedenen Jahre. Vielleicht liegt das ja daran, dass sie sich auf die Astrologie der „Hamburger Schule“ verlässt? Diese verwendet 8 zusätzliche Planetenimmaterielle Existenzen“, also Objekte, die in der Realität schlicht und einfach nicht existieren. Klar, dass ein solches Vorgehen auch nur zu immateriellen Treffern führen kann.





Prognosen 2011: Erste angedrohte Katastrophen und 5 Weltuntergänge

17 12 2010

Auch für 2011 werden Astrologen, Wahrsager und Hellseher wieder alle nur erdenklichen Katastrophen ankündigen, und wie in den Vorjahren werden sie es auch 2011 nur selten wagen, ihre Prognosen mit irgendwelchen genauen Daten zu versehen. Hier eine erste Auswahl …

Das Ende der Welt droht 2011 laut einer Liste der Ontario Consultants on religious tolerance am 21. Mai, 29. September, 21. Oktober oder 22. November. Die dort ebenfalls gelistete obskure Ankündigung per Mail, dass die Welt am 11.11.11 untergehen wird, dürfte dabei insbesondere in Orten wie Köln oder Düsseldorf Entsetzen auslösen – aber vielleicht passiert’s ja erst am Nachmittag so dass der Karnevalsbeginn von den Jecken noch zünftig begossen werden kann.

Palmblattschwurbifex Thomas Ritter hat in seinem dieses Mal für 2 Jahre „gültigen“ Text erstmals keine detaillierten Terroranschläge auf Lager und widerspricht ansonsten den Weltuntergangspropheten:

Die Erde wird nicht untergehen, und auch nicht unbewohnbar werden.

Die üblichen Katastrophen kann er natürlich auch nicht auslassen – er „verspricht“ sie Russland:

In der Zeit von März 2011 bis Februar 2012 besteht für Russland ein hohes Risiko, durch Klimaveränderungen schwere Nachteile zu erleiden. Erdbeben im Osten und Süden des Landes sind ebenso wie Unfälle im Zusammenhang mit der Energieerzeugung und Schiffstransporten möglich.

Seine alljährlich vorausgesagten Aufstände sollen in naher Zukunft sogar ein ganz prominentes Opfer finden:

In den europäischen Metropolen wird es Aufstände geben, die sich zum großen Teil auch gegen dort ansässige Ausländer richten werden. Besonders blutige Kämpfe werden sich in Paris und Rom, aber auch in Madrid, London und Prag abspielen. In Rom wird auch der Sitz des Oberhauptes der katholischen Kirche gestürmt. Zahlreiche Würdenträger sterben bei den Plünderungen, auch der Papst, der zwar zunächst fliehen kann, jedoch außerhalb von Rom in einen Hinterhalt von Plünderern gerät.

Es ist nicht ganz klar, ob diese und weitere ähnliche Schwarzsehereien jetzt schon für 2011 gelten sollen, oder ob sich das alles auf die Folgen des von ihm auf den Oktober 2012 terminierten Kollaps des amerikanischen Finanzsystems bezieht – der von Plünderern gemeuchelte Papst ist auf jeden Fall eine ganz neue Prognose.

Derweil klagen die Hoteliers auf der thailändischen Ferieninsel Phuket: Nachdem irgendwelche Wahrsager Tsunamis angekündigt haben zeigten sich insbesondere asiatische Touristen verunsichert und liessen sich zum Stornieren ihrer Hotelbuchungen verführen.

Susanne Eder hat auf ihrer „5-Jahresvorschau“ ausnahmsweise auch ein paar leicht positive „Nachrichten“, schließt aber auf vermehrte Vulkanausbrüche und Erdbeben:

KLIMAWANDEL
Die Lage dürfte sich etwas stabilisieren. Sei es durch neue Technologien oder durch andere Maßnahmen, die sich allesamt positiv auswirken werden. Die Uranus-Pluto-Verbindung lässt hinkünftig vermehrt auf Vulkanausbrüche und Erdbeben schließen, Überschwemmungen und Orkane hingegen sollten nicht mehr so stark auftreten wie in den letzten Jahren, da Uranus und Neptun nicht mehr in Rezeption stehen. Trotzdem ist das Thema Umweltschutz und Klimakatastrophen sicher noch nicht vom Tisch!

Bei „Wunderweib“ dürfen gleich 8 Astrologen ihre Einschätzung des kommenden Jahres abgeben – und blubbern überwiegend Allgemeines über Gefühle und Partnerschaft. Winfried Noé kündigt an, dass Dollar und Euro bis 2015 „entwertet“, in 2011 aber keine Staatspleiten kommen werden,  seine Kollegin Ruth Siegenthaler weist dagegen auf die positive „Wirkung“ von Katastrophen hin:

Auch im Jahr 2011 geschehen Naturkatastrophen. Das Geschenk, das darin verborgen ist, ist, dass unser Mitgefühl für die notleidenden Menschen wächst und wir einander näherkommen.

Es wird die Opfer zukünftiger Katastrophen (oder die in Haiti postum) sicher beruhigen, dass sie mit ihrem Tod dafür gesorgt haben, dass wir einander näherkommen!





Prognoserückblick 2010: Die vollständige Quellenliste (mit 2 Updates)

15 12 2010

Der diesjährige Prognoserückblick ist veröffentlicht, und wie im letzten Jahr möchte ich hier die vollständige Quellenliste (und ein paar Anmerkungen) verfügbar machen.

Los gehts’s natürlich – fast schon traditionell – mit Nikki Pezaro’s Webseite deren Stand Ende 2009 ich hier gesichert habe.

Die WM-Prognosen fanden sich in der Printpresse …

  • Die Weltmeisterprognose von Sunil Kumar Das stand im Lokalteil Witten der WAZ (datiert auf den 1.1.2010)
  • Ramona Kreis wurde für die Ausgabe vom 29.12.2009 von der Augsburger Allgemeinen Zeitung interviewt
  • von Hans-Jürgen Butz (… und Luisa Franca, Ana Wäsler, Klaudia Braungart und Karin Biela) war in der Silvesterausgabe der tz München auf Seite 4 weitgehend nichtssagendes Blabla zu lesen
  • Astrid Fuhrmann’s Ratereien waren in der Thüringer Allgemeinen vom 31.12.09, Seite TCMZ131 zu lesen

… oder im Internet:

Zu Paul ein kleines Video, das natürlich verschweigt dass die SeaLife-Betreiber auch an anderen Standorten mit ähnlichen WM-Aktionen die Zuschauer in ihren Aqua-Zoo locken wollten: in München durften Seepferdchen ran, in Berlin Langusten und in Hannover Paul’s Artgenosse Armstrong. Vermutlich war das Ergebnis dieser Prognosen so schlecht, dass man sie der Öffentlichkeit lieber verschwieg. Übrigens gab es bereits 2006 ein Oktopusorakel (Benedikt und Angus) – dieses hatte jedoch den deutschen Kickern das Aus im Viertelfinale prophezeit und sich damit für weitere Aufgaben disqualifiziert. Weitere Prognosetiere hatte ich während der WM ja häufiger erwähnt: die blinde Schäferhündin Kobi aus dem Tierheim Weimar hatte immerhin 5 Treffer bei 6 Versuchen während sich das Tierorakel aus dem Chemnitzer Zoo als ziemlich unzuverlässig zeigte (1 Treffer bei 6 Versuchen).

Das „fast apokalyptische Jahr“ samt sinnfreiem Katstrophengeblubber von Christiane Durer ist ja wenigstens vom optischen Eindruck her durchaus noch als lesbar einzustufen, bei den noch drastischeren Schwarzsehereien von Roland Schank schmerzen die Augen angesichts seines unterirdischen Seitendesigns. Susanne Eder hat ein „Langzeitarchiv„, in dem sie ihren Katastrophenprognosen offensichtlich per Zufallsgenerator die ihrer Meinung nach passenden Ereignisse zuordnet. Hier mal die Screenshots zu den im Artikel erwähnten Themen:

Fast noch schöner war die folgende Trefferbezichtigung, die auf ihren Voraussagen für 2009 beruht:

Vorausgesagt hatte sie allerdings etwas ganz anderes:

Die Börsenprognosen habe ich aus Aussagen aus der Zeitung „Die Welt“ vom 3.1.2010, aus der Schweizer Finanzzeitschrift „Cash“ (datiert auf den 1.1.2010), einem Text auf heute.de, der leider nicht mehr online verfügbar ist und sich auch nicht nach WebCite überführen liess sowie einem Interview, das Henning Schäfer mit dem Deutschen Anleger Fernsehen führte (… und das ich am 14. August abgespeichert habe).

Der Rest findet sich dann wieder bei der oben erwähnten Nikki Pezaro.

Update 1: Der Mann heißt natürlich Roland Schank und nicht Schrank!

Update 2: Jetzt hatte ich doch glatt vergessen, meinen eigenen Prognosetreffer zu nennen und zu belegen! In einem Interview mit einem sehr netten Journalisten von der Zeitung Rheinpfalz, das am 3.Januar 2010 erschien, fand sich auch folgende Passage:

… und natürlich lag ich mit dieser Prognose vollkommen richtig! Den Beleg habe ich auf WebCite archiviert.





Astrologenschwurbel: Börse runter, Inflation schon oben

14 08 2010

Nachdem sowohl von der für gestern (Freitag der 13.) vorausgesagte Gnadenlose Auslöschung als auch von der seit letzter Woche laut einem Wiener Bibelschreiber drohenden Landung Außerirdischer oder dem von einer in Spanien lebenden deutschen Astrologin ermittelten „schlechtesten Horoskop seit 100 Jahren“ nichts zu spüren war, kann man sich wieder anderen Themen zuwenden.

In einem Interview mit dem DAF, dem „Deutschen Anleger Fernsehen“ hat ein Börsenastrologe 8 Minuten lang (eine Tonaufnahme habe ich auf meinem Rechner gesichert) vor sich hin geschwurbelt und ein paar durchaus prüfbare Prognosen hinterlassen. Dass die Interviewerin dem ganzen Schwurbel sehr unkritisch gegenüber stand ist bei einem Sender, der vor wenigen Minuten ein Interview mit dem aus der „Nachrichtenredaktion“ des Kopp-Verlags bekannten Michael Grandt und gleich darauf Werbung für ein „The Secret„-Sequel sendete, kaum zu erwarten – und so durfte Henning Schäfer Weisheiten von sich geben, die der Nachwelt erhalten bleiben sollten (ich habe mich bei den Teiltranskripten bemüht, dem Redefluß von Herrn Schäfer eine vernünftige Interpunktion angedeihen zu lassen). Zu Beginn wird er nach dem historischen Hintergrund der Börsenastrologie gefragt, seine Antwort beschäftigt sich jedoch wenig mit der Börse:

„Also, die Börsenastrologie ist eine 5000-jährige Erfahrungslehre, kann man sagen. Früher wurden eigentlich eher Sachen analysiert, wo wie Menschen. Die psychologische Astrologie ist eigentlich ein sehr junges Feld. Früher gab es zum Beispiel Astrologen an Höfen, bei Königen, da wurden zum Beispiel Städtegründungen berechnet, oder wann fange ich einen Krieg an, oder wann geht eine Handelskarawane auf den Weg. Das waren sehr wichtige Informationen damals in den – vor 2000 oder 1000 Jahren, und dafür hat man Astrologen gebraucht“

Nach einigen weiteren Beispielen erzählt Schäfer dann davon, dass er eine Art „Geburtsdatum“ der einzelnen Aktien nutzt und daraus – in Verbindung mit den aktuellen Gestirnsständen – seine so genannten „Kosmocharts“ erstellt:

„Das sind natürlich sehr zyklische Prozesse, die dann natürlich auch bewertet werden, und werden dann praktisch in Plus und Minus in einer Sinuskurve abgetragen und so entsteht ein Kosmochart.

OK, als Mathematiker kenn ich mich ja ein wenig mit Sinus, Plus und Minus aus – wie er damit auf sein Bildchen kommt ist jetzt zwar nicht erklärt, aber das macht ja nichts. Es geht ja um die daraus zu ziehenden Schlüsse:

Auf dem Kosmochart können sie sehen, dass der DAX jetzt noch ein bischen Potential hat, vielleicht noch bis 20. August, eventuell auch bis 20.9. noch. Das sind noch zwei wichtige markante Hochpunkte, die man sich vielleicht einmal merken soll, aber – was einfach sehr wichtig ist – dass einfach der Herbst nochmal sehr kritisch wird. Spätestens ab dem 20.9. vielleicht auch schon ab dem 21.8. soll man sehr achtsam sein und sollte dann einfach auch mal teure Kurse einfach verkaufen und dann vielleicht in den Herbst warten.

Ob der 20.9. jetzt einen markanten Hochpunkt bilden soll oder es doch schon ab dem 21.8 abwärts geht, das wäre für einen Anleger ja doch wichtig … … aber was solls, andere Börsenschwafler sind mit ihren Aussagen da ja ähnlich ungenau. Immerhin liefert Herrr Schäfer doch noch eine Zahl, denn nach dem Hinweis auf irgendeinen – nichtastrologischen – Vierjahreszyklus sieht er den DAX sich 10-15% nach unten bewegen. Genauer scheinen es die Sterne nicht sagen zu können, aber ich denke mal wenn der DAX im Dezember mindestens 5800 Punkte hat, dann lag er mit diesem Kosmochart daneben. Über seine Goldprognosen kann er sich ja mit Frau Treppner austauschen …

Mit der Weisheit der Binsen füllte auch Gerald Peraeus seinen aktuellen Newsletter – und traut sich dazu noch den Fachleuten der Bundesanstalt Statistik Österreich zu widersprechen. Diese haben nämlich für den Verbraucherpreisindex in der Alpenrepublik in den letzten Monaten nur geringe jährliche Steigerungsraten von höchstenfalls 2,0% ausgewiesen, Herr Peraeus jedoch weiß es viel besser und findet auch astrologische Begründungen:

Die Entwertung über die Notenpresse ist jener Teil, der bereits weitgehend
abgeschlossen ist. Die damit verbundene Inflationsgefahr steigt deutlich an und wird
mit dem Ingress von Neptun (Prinzip der Ent-Wertung) in die Fische bedeutend
werden; derzeit bleibt dieses neu gedruckte Geld weitgehend im Bankensektor. Dass es aber schon jetzt eine Inflation gibt, zeigen die Blicke auf die Einkaufsrechnungen. Schätzungsweise ist all das, was zum Leben wirklich benötigt wird (Wohnen, Essen, Trinken, Energie, medizinische Versorgung), gegenüber 2009 um knapp 10% teurer geworden.

10% Inflation? Aber Herr Peraeus weiß natürlich:

Dies entspricht keiner offiziellen Statistik, sondern meinen eigenen Aufzeichnungen über Rechnungen für Lebensmittel, Wohnung, Restaurantbesuche etc.

Nun gut, man kann natürlich über den Warenkorb, der solchen Inflationsberechnungen zu Grunde liegt, endlos diskutieren, aber die von ihm beispielhaft genannten – gesunkenen – Preise für Handy und Fernseher gehen insgesamt zu nicht einmal 0,5% in den Index ein, so dass sein Lamentieren bestenfalls ein Beleg dafür ist, dass er nicht so ganz verstanden hat wie das mit dem Verbraucherpreisindex funktioniert. Oder er hat im letzten Jahr einfach zu viel Geld ausgegeben – das wäre natürlich ein ganz einfacher Grund für seine bahnbrechende Inflationserkenntnis. Das kenne ich übrigens aus eigener Erfahrung: Vor 3 Jahren stiegen meine jährlichen Ausgaben auch um einen zweistelligen Prozentsatz – was natürlich nicht daran liegen konnte, dass wir uns erstmals einen Familien-Skiurlaub gönnten und außerdem ein Umzug samt Renovierung anstand …





Lottogewinn, Blitzschlag und Wahrscheinlichkeiten: Frau Treppner verrechnet sich wieder

6 08 2010

Dass es Astrologen immer mal wieder mit Lottoprognosen irgend welcher Art probieren ist nichts Neues. Vollmundige Versprechungen sind dabei an der Tagesordnung und auch Iris Treppner – bekannt für falsche Prognosen (hier, da oder dort erwähnt) und schamlose Übertreibungen bei der Bewertung ihrer „Trefferquoten“ zum DAX oder zum Goldkurs – macht da keine Ausnahme.

Schon die Überschrift auf ihrer Lottoseite ist eine Frechheit:

Lottogewinn? Jetzt ganz sicher!

Ach nee, nicht schon wieder! Auch die „Methode“ ist nicht neu. Denn sie weiß natürlich, dass die Voraussage von Lottozahlen gar nicht funktioniert …

Nein, ich kann Ihnen nicht die richtigen Zahlen im Vorwege nennen,

… behauptet aber folgendes zu können:

aber ich kann Ihnen sagen, wann es sich für Sie lohnt Lotto zu spielen.

Nein, Frau Treppner! Das kann schlicht und einfach nicht funktionieren. Dies zu widerlegen, dazu genügt ein einfaches Gedankenexperiment: Nehmen wir einfach an, dass ab der nächsten Ziehung nur noch diejenigen Leute Lotto spielen, für die es sich nach dieser Analyse auch tatsächlich zu spielen lohnt – würde dann der deutsche Lottoblock mehr Geld an die Mitspieler ausschüttet als er an Spielbeiträgen einnimmt?

OK, dass Rechnen nicht die Stärke von Frau Treppner ist hat sie ja bereits gezeigt – und ein Wort wie „statistisch“ sollte sie am besten gar nicht verwenden, denn dann wird’s  vollkommen falsch:

Statistisch betrachtet werden wir nämlich eher sechsmal vom Blitz getroffen, denn einmal im Lotto zu gewinnen.

Was für ein Unsinn –  obwohl der Grund dafür für Laien nicht ganz so einfach zu verstehen ist. Aber wer das Wort „statistisch“ verwendet sollte schon ein wenig über Wahrscheinlichkeiten Bescheid wissen …

Die Wahrscheinlichkeit innerhalb eines Jahres ein einziges Mal vom Blitz getroffen zu werden wird hier auf ca. 1:20 Millionen geschätzt (es gibt auch andere Schätzungen), die eines Lottohauptgewinns (6er mit Superzahl) kann man pro abgegebenen Tipp berechnen und sie beträgt ungefähr 1:140 Millionen. Man wird also mit einer ca. 6 mal höheren Wahrscheinlichkeit innerhalb eines Jahres vom Blitz getroffen, als dass man mit irgendeinem einzelnen Lottotipp den Supergewinn holt. Schon dieser Vergleich ist wenig sinnvoll (welcher Lottospieler gibt schon ein Mal im Jahr einen einzigen Tipp ab?). Nun aber zum Blitz: Schon die Wahrscheinlichkeit das 2. Mal (innerhalb eines Jahres) vom Blitz getroffen zu werden setzt voraus, dass man zunächst ein erstes Mal (mit der oben angegebenen Wahrscheinlichkeit) getroffen wurde – es handelt sich also um eine bedingte Wahrscheinlichkeit. Da die beiden Blitzschlagereignisse unabhängig sind, muss man die entsprechenden Wahrscheinlichkeiten multiplizieren … … und erhält so schon für den 2. Blitzschlag eine Wahrscheinlichkeit von 1:400 Billionen. Beim 6. Blitztreffer (binnen eines Jahres) wäre man nicht nur ein sensationeller Pechvogel, sondern hätte auch die Ehre, dass einem ein Ereignis zugestoßen wäre, dessen Wahrscheinlichkeit bei 1:64 Septillionen (nach der „Langen Leiter“) oder 1: (64*10⁴²) liegt. Wäre das die Gewinnwahrscheinlichkeit beim Lotto, dann hätten wir in Deutschland seit der ersten Ziehung im Oktober 1955 mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit noch keinen einzigen Hauptgewinner zu verzeichnen. Dies entspräche nämlich in etwa einem Lottospiel bei dem man 6 aus 60 Millionen (ohne Superzahl) bzw. 6 aus 41 Millionen (mit Superzahl) tippen müsste.

Aber der Frau geht es ja wohl eher um andere Zahlen: 50 Euro kostet die völlig nutzlose Voraussage von vermeintlich lohnenden Zeiträumen zur Abgabe eines Tippscheins … … natürlich nur gegen Vorkasse und – selbstverständlich – ohne jede Garantie.





WM-Prognosenfinale: Paul sieht Spanien und Deutschland siegen

9 07 2010

In den letzten Tagen und Wochen ist die Fußball-WM auch zu einem Wettbewerb de Tierorakel mutiert. Wer am Ende zum Superstar der WM erkoren wird muss sich noch zeigen, bei den Tierorakeln hat es Oktopus Paul zu Kultstatus (sogar der Spiegel berichtet!) gebracht – auch wenn hierzulande ihn manche inzwischen lieber auf dem Grill als im Sealife Oberhausen sehen möchten. Dabei hat er doch nur – die richtigen!!! – Ergebnisse vorausgesagt und mit 6 von 6 richtigen Prognosen eine fast schon beängstigende Trefferquote hingelegt. Jetzt ruhte er sich erst ‚mal aus, bevor er sich an die Voraussage für die letzten beiden Spiele wagte. Die aktuellen Voraussagen von Paul (erstmals hat er auch ein Spiel ohne deutsche Beteiligung getippt) sorgen bei unseren holländischen Nachbarn für wenig Begeisterung, während ’schland am Samstag Abend mit einer letzten Siegesfeier rechnen kann. Sollte das Tentakelorakel auch hier richtig liegen, dann hätte er tatsächlich eine sensationelle Trefferquote erreicht, eine die bei einem reinen Zufallsexperiment durch Münzwurf nur mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 0,4% zu erreichen gewesen wäre.

Ob die anderen Tierorakel ihre Quoten noch verbessern können? Tierheimhund Kobi aus Weimar liegt bei 5 von 6 richtigen Tipps, das Chemnitzer Tierorakel (verschiedene Zootiere) bei 1 von 6. Vielleicht kriegt auch Hamster Hansi von Einslive (bisher 1 von 2) nochmals einen Einsatz …

Widerspruch zu Paul’s Prognosen kommt von astrologischer Seite. Sowohl hier als auch da wird für Finale bzw. Spiel um den 3. Platz die jeweils andere Mannschaft favoritisiert. Hingegen scheint Herr Amann die WM-Voraussagerei inzwischen aufgegeben zu haben, denn außer seinen Erklärungen wie er seine Voraussagen berechnet ist in seinem Blog nichts mehr zur WM finden. Ob ihm seine dauernden Prognosepleiten so peinlich waren, dass er versucht hat alle seine Spuren zu löschen? Dagegen gibt’s im Starfish-Blog auch noch alle bisherigen Prognosen zum Nachlesen – aktuell aber keine Voraussagen zu den letzten beiden Spielen.

Update 1: 9.7. 21:00:

Jetzt widerspricht auch noch ein Papagei dem Prognosekraken. Mani heißt dieses Federvieh und verfügt gerüchteweise über excellente Seherfähigkeiten. OK, wie excellent genau, darüber schwieg sich die Tagesschau leider aus …

Update 2: 10.7. 13:00:

Im Starfish-Blog gibt es jetzt doch noch zwei Prognosen zu den abschließenden Spielen. Die Prognose: Spanien gewinnt, Deutschland verliert.





Neue WM-Prognosenupdates zum Halbfinale: Paul tippt auf Spanien – aber Hoffnung aus Chemnitz! – und Weimar (Kobi rules)!

5 07 2010

Delfin Sayko, Seehund Macky, Schildkröte Jorge, Papagei Paco und die Promenadenmischung Clarito – fünf Tiere aus Argentinien, die sich vor dem Viertelfinalspiel letzten Samstag als tierische Auguren probierten und gnadenlos scheiterten. Alle fünf sollen den Tango-Kickern einen Sieg gegen die deutsche Mannschaft vorausgesagt haben, zumindest wollten das die argentinischen Fans gerne glauben. Als faire Sieger sollte man die Einladung argentinischer Fußballfans zu einem Oktopus-Dinner nicht mit einer adäquaten Gegeneinladung kontern. Am Dienstag um11:00 Uhr wird es übrigens so weit sein: Oktopus Paul, das WM-Orakel mit 100%-Trefferquote, wird seine nächste Prognose abgeben.

Auch Kobi aus dem Tierheim Weimar hat bisher eine 100%ige Trefferquote und wird sich vor dem Spiel am Mittwoch zwischen einer deutschen Bratwurst und – möglicherweise – einer spanischen Paella entscheiden müssen. Ein Glück, dass ich diese Entscheidung nicht treffen muss, denn bei mir hätte die Bratwurst dann keine Chance … … aber deswegen halte ich mich bei solchen Prognosen in der Regel doch lieber zurück (obwohl: Maradona’s Tränen hatte ich richtig erahnt, sie standen ja sogar in der Überschrift …).

Ob Astrologe Dietmar Amann noch eine astrologische Voraussage für das Halbfinale liefert weiß ich nicht, seine Weltmeister-Prognose (90% Wahrscheinlichkeit für Argentinien) hat er aber inzwischen kommentarlos gelöscht. Für einen anderen Astrologen soll das Finale Deutschland – Uruguay lauten, Fans hierzulande würden sich da natürlich tierisch freuen. Auch dieser astrologische Blog will Löw’s Kicker siegen sehen, traut sich aber beim anderen Halbfinale keine Prognose zu.

Die südafrikanische Astrologin Jeannete Brook hatte bisher ihre Prognosen erst im Nachhinein auf ihrer Webseite plaziert und begründete das auf folgende Weise:

Kindly note that in most cases, for this tournament, the forecasts are not displayed prior to the matches, although all predictions are made pre match. Prediction means attaining a result before the outcome of the event is known; this is verified by the times the charts are set, listed in each article below. Posting the forecasts prior to the events negates the need for clients to use my services; it also (rightly) upsets those who do. Should you wish to know the outcome of any match in advance you are most welcome to contract my services.

OK, Prognosen also nur gegen cash. Aber nehmen wir mal an, dass sie diese 7 Spiele tatsächlich richtig prognostiziert hat, was war dann bei den vielen anderen? Immerhin wagt sie es jetzt tatsächlich, ihre Prognosen für das Halbfinale vorab zu posten (die Viertelfinalprognosen waren dort am Sonntag noch nicht zu lesen …) und danach dürfte sich Prognosewauwau Kobi vor dem Finale zwischen Bratwurst und Goudakäse entscheiden müssen.

Ach ja – und beim Torjubel bitte auf die direkten Nebenpersonen achten!

Update 6.7. 11:20:

Oktopus Paul hat sich live im Fernsehen entschieden: Spanien soll das Halbfinale gewinnen … … jetzt fragt sich nur, ob er die spanische Mannschaft absichtlich in Sicherheit wiegen möchte oder ob doch tatsächlich dieses Mal eine Niederlage für die Bundeskicker droht.
Da hilft nur abwarten, denn Kobi aus Weimar und der Chemnitzer Zoo werden sich bestimmt auch noch äußern.

Update 2 6.7. 20:00:

Die Schweizer sind zwar nicht mehr dabei (trotz Sieg gegen Spanien!), aber der Tagesanzeiger aus dem Alpenländle hat sich heute mal die Prognosen der Leute angeschaut, die ansonsten eher auf Börsen und Konjunkturzahlen schielen statt Bälle auf dem Weg zu irgendwelchen Toren voraususagen. Im Artikel werden also die WM-Prognosen von UBS und JP-Morgan betrachtet, und da UBS-Favorit Brasilien bereits zu Hause Samba tanzt dürften die Schweizer Bänker jetzt Deutschland vorne liegen sehen. Bei JP Morgan hieß der Favorit vor dem Turnier übrigens England, aber immerhin sind die in der Rangliste folgenden Teams aus Spanien und Niederlande noch dabei. Was das für ein mögliches Finale heißt werden wir morgen Abend wissen.

Update 3 6.7. 20:25:

Jetzt wird’s wirklich spannend! Das Chemnitzer Tierorakel – dieses Mal durfte wieder Stachelschwein Leon an die Prognosefront – hat sich für die spanische Birne entschieden, und da bisher alle Chemnitzer Fütterungsorakel (auch das Stachelschwein beim Spiel gegen Australien) mit ihren Prognosen gnadenlos daneben lagen schürt Leon’s Birnenlust die Hoffnung der deutschen Fans. Hat vielleicht Paul dieses Mal nur taktisch gefressen, um die Spanier in Sicherheit zu wiegen? Vielleicht wusste er ja, dass die deutsche Kickerelite die Spanier für ihre Angewohnheit ihrem Nationalgericht Paella bisweilen Tintenfischringe beizufügen zu „bestrafen“ gedenkt …

Update 4 6.7. 21:30:

Und was wird Pauls Oktopuskollege Armstrong morgen prophezeien? Im Sealife Hannover kriegt der Achtarmer sogar ein Fußballfeld vor die Tentakeln gesetzt und darf sich dann ein Tor aussuchen aus dem es Freßbares zu erhaschen gilt. Das gilt dann als Tor, und die andere Mannschaft verliert – wie zum Beispiel Argentinien vor Kurzem gegen die deutschen Kicker (die Überschrift suggeriert fälschlicherweise schon das morgige Halbfinale …).

Update 5 6.7. 22:15:

Privates Telefonat kurz vor dem Ende des ersten Halbfinals – das Sparkassenorakel hatte bisher fast immer Recht und führt uneinholbar beim firmeninternen Tippspiel. Für das Halbfinale hat das Sparkassenorakel einen 2:1 Sieg für die deutsche Mannschaft vorausgesagt – und das ohne irgendwelche Fußballkenntnisse …

Update 6 6.7. 22:35:

Kobi, das bisher zu 100% sichere Hundeorakel aus Weimar, hat sich wieder entschieden: Deutschland gewinnt gegen Spanien! Jetzt wird sich morgen zeigen, ob Paul oder Kobi dieses Mal richtig lagen!

Update 7 7.7. 14:30

Jetzt hat auch Armstrong, der Oktopus aus dem Sealife Hannover, sein Votum abgegeben – und auch er wiegt die Spanier in möglicherweise trügerischer Sicherheit…

Update 8 7.7. 19:30

Kurz vor dem Spiel noch die letzten Prognosen aus der Orakelzunft: Hansi, der Einslive-Hamster, hatte schon gestern richtig auf Holland gesetzt, für heute sagt er einen deutschen Sieg voraus! Weniger tierisch sind die Prognosen unseres östereichischen Astrologen Dietmar Amann. Mit dem Tipp für gestern lag er ja daneben, aber wenn seine 50% Trefferquote aus dem Viertelfinale Bestand hat, dann …