Leichenfleddererupdate für Haiti

28 01 2010

Ich habe heute eine neue Kategorie für den Blog angelegt: „Astrologische Leichenfledderei“! Wie gewohnt kann menschliches Leid gar nicht groß genug sein,  die astrologischen Leichenfledderer kommen aus ihren Löchern gekrochen und krähen ihre an Absurdität nicht zu überbietenden Erklärungsversuche der( Netz)Welt entgegen. Auf den Leichen der laut aktueller Zählung ungefähr 150.000 jämmerlich verreckten Mitmenschen in Haiti (die übrigens ganz bestimmt nicht alle eine ähnliche Konstellation im Horoskop hatten) kann man ja schön sein Süppchen kochen und zeigen, wie toll man über das Sternenzeugs schwurbeln kann. Heute im Angebot: Der aktuelle Newsletter vom Allgeier-Verlag (darauf hätte ich wetten können – ist ja nicht das erste Mal), die Astrologin Susanne Eder und ein unbekannter Mailschreiber, der meinte sich bei der GWUP melden zu müssen.

Der anonyme Mailschreiber äußerte sich so:

Ich habe am 09.01.2010 vorhergesagt das das Jahr 2010 Jahr der Katastrophen wird das mit Haiti war erst der anfang,

Ok, wann und wo diese Vorhersage (wenn überhaupt) getätigt wurde ist piepegal, denn irgend ein Schwurbifex kündigt alljährlich das „Jahr der Katastrophen“ an. Wann? Wo? Was? – Fehlanzeige! Stattdessen im Nachhinein sich in irgend einer Katastrophe suhlen und die Leichen als Trophäen der eigenen Prognosekunst präsentieren – das ist schäbig und entlarvt den Schreiber als aufgeblasenen Wichitigtuer.

Im Langzeitarchiv der österreichischen Astrologin Susanne Eder findet man ihre Texte zu früheren Jahren, sogar mit haarsträubenden „Trefferkommentaren“ garniert. Für 2009 war folgende Sequenz in ihrem Jahrestext zu finden:

WETTEREXTREME – UMWELTKATASTROPHEN
Ab April, wenn Jupiter mit Neptun in Konjunktion steht, könnte es zu extremen Niederschlägen kommen. Hochwasser und Überschwemmungen könnten viel Unheil anrichten.

Allgemeines Blabla wie tausendmal gelesen – aber was will sie damit vorausgesehen haben? Das Erdbeben in Haiti natürlich:

3) Das Erdbeeben in Haiti, war zwar erst im Jänner 2010, aber auch hier war die Jupiter-Neptun-Konjunktion noch gegeben.

Und warum nur in Haiti und nicht anderswo? Und warum gerade zu diesem Datum und nicht zu einem anderen? Aber wem Sätze wie die folgenden in die Tastatur entgleiten …

Die Theorie der Quantenphysik bestätigt eigentlich das Jahrtausende alte Wissen der Astrologen, die immer schon sagten: „Wie oben, so unten.“

… dem kann man nur empfehlen sich die Bitte von „die wahrheit“ in den nächsten 6 Wochen immer wieder anzuhören und besonders die 2. Hälfte genau zu beachten – und dann langsam das Antischwurbelmantra für jedes einzelne Wassermolekül wiederholen, das sich bei einer homöopathischen D30 Potenz um ein einziges Wirkstoffmolekül kümmern muß:

QuantensindkeinArgumentgradwennmansiegarnichtkennt erstmalkapiernumwas’sgehtbevormanseineStimm’erhebt

Und dann, aber wirklich erst dann, reden wir in aller Ruhe über Erdbeben. Aber bis dahin dürfte die Dame ein wenig beschäftigt sein (ich rechne gerne aus wie lange das dauert …).

Den Vogel schießt aber wieder einmal der aktuelle Alllgeier-Newsletter ab: Nachdem für die Fakten wikipedia zitiert wird geht’s los:

In der Januar-Ausgabe von STERNBILD schrieben wir unter der Rubrik „Wetter“: „Saturn im Quadrat zu Pluto zeigt im gesamten Januar weltweit eine Gefahr von Naturkatastrophen an.“

Na und? Das haben zig andere auch geschwurbelt! Und was hat das Wetter mit Erdbeben zu tun????

Wie wir nun in der Vergangenheit immer wieder beobachten konnten, ist vor allem Pluto an Erdbeben beteiligt.

Pluto? Der Nichtmehrplanet? Böser Pluto!

Astrologisch gesehen herrscht Pluto ja auch über die tieferen Regionen der Erde.

Und wie macht der Pluto das?

Zurück zum Beben von Haiti. In diesem Unglückshoroskop tritt wieder einmal der schnell laufende Mond als Zündfunke in Erscheinung.

Das hatten wir doch schon ‚mal! Auch beim Amoklauf eines Schülers in Ansbach und beim S-Bahn-Mord in München war doch der Mond der Schuldige – schön, dass die Allgeiers so wunderbar Bescheid wissen – läuft also der Mond auf Saturn zu, dann gibts laut den Allgeiers Mord und Amoklauf, wendet er sich gen Pluto dann bebt die Erde …

Er läuft auf Pluto zu, der sich nicht nur in diesem großen und lang andauernden Quadrat zu Saturn befindet, sondern an diesem Tag zusätzlich eine enge Konjunktion mit dem rückläufigen Merkur bildet.

… aber nur wenn gleichzeitig … … was für ein hanebüchenes, dummdreistes Geschwafel im Nachhinein! Können die Macher dieses Newsletters nicht einfach ‚mal sagen, dass sie etwas nicht vorausgesehen haben?

Eine Konstellation, die im Sinne der möglichen astrologischen Analogien etwa auch zu Massenunfällen hätte führen können.

War aber nicht – was soll den die ganze Prognostiziererei, wenn die „Profis“ nicht mal sagen können ob’s auf der Autobahn kracht oder sich irgendwelche tektonischen Platten verschieben?

Der Mond läuft nun in diesem Horoskop nicht nur auf Pluto zu, er bezieht auch Uranus in das Geschehen mit ein, indem er ein Quadrat zu ihm bildet. Man könnte sagen, dass der Mond im Zulauf auf Pluto und im genauen Quadrat zu Uranus eine schicksalhafte Brücke zwischen Uranus und Pluto baute, die die Kräfte der Zerstörung passieren ließ.

Blubberitis im Endstadium. Aber wenn man sich im Archiv dieses Newsletters umschaut gibt’s eh nur 2 Alternativen: Entweder die Macher sind gnadenlose, von allen Skrupeln  längst erlöste Abzocker oder sie haben eine behandlungsbedürftige astrologische Vollmeise!

Interessant ist, dass wir in diesem Horoskop auch eine sehr schöne Konjunktion zwischen Sonne und Venus im 7. Haus, dem Bereich des Du haben, die zusätzlich mit dem aufsteigenden Mondknoten Kontakt hat. Sonne und Venus bilden allerdings auch ein Sextil zu Uranus, wodurch Uranus weitere Energie erhält. Dennoch: Vielleicht sind der Mondknoten sowie Venus und die Sonne in Haus 7 eine Aufforderung an die Menschlichkeit, an ein weltweites Zusammenstehen in der größten Not.

Tja, und am Ende wird nach dem ganzen zynischen Astrogemeier  ja fast noch die Gutmenschenkappe aufgesetzt. Aber einen Spendenaufruf für die Opfer sucht man im Newsletter vergeblich – dass man aber auch alles selber machen muss, denn …

… zu Haiti gibt’s ja eigentlich nur eins zu sagen:

BITTE SPENDEN!

und am besten für eine richtig gute Organisation (das Geld geht an „Ärzte ohne Grenzen“ und das „Rote Kreuz“).






Armutszeugnis bleibt Armutszeugnis

20 01 2010

Dass der Astrologe Alexander Rostami mit „Astrologie von Weltklasse“ wirbt hatte ich schon erwähnt als ich seine lächerlichen Prognosen vorstellte. Jetzt hat der Mann aus dem vorderen Odenwald nachgelegt und seine Prognosenseite mit einen Erklärungstext versehen. Was der Mann zu den „Möglichkeiten und Grenzen der Astrologie“ schreibt ist angesichts seiner höchst banalen Prognosetexte kaum überraschend, denn es ist nicht mehr als die üblichen  Pseudoerklärungen der Astrologen garniert mit ein paar faulen Ausreden  … … ich hab’s mal ein wenig kommentiert:

„Ein Astrologe ist weder allwissend noch unfehlbar (Echt nicht? Ich dachte schon …), sondern er deutet ein Horoskop, also eine Symbolsprache, die entschlüsselt und interpretiert werden muss (Wieso muss? Wird ein Astrologe dazu gezwungen?). Das kann der eine besser, der andere schlechter (…) (Besser als was? Besser als reines Raten wäre schon mal ein guter Ansatz …) Dadurch sind  immer wieder beeindruckende Prognosen möglich (Tatsächlich? Und wo sind die Belege dafür? Meines Erachtens ist es viel beeindruckender, dass Astrologen dies angesichts einer riesigen Menge von – auch eigenen – Fehlprognosen immer wieder behaupten. Wenn sie den Kram tatsächlich glauben, dann ist das ein beeindruckender Beleg für kognitive Dissonanz und Selbstbetrug – ansonsten ist es reine Abzocke!), auch wenn die Methodik an sich, gemessen an heutigen wissenschaftlichen Standards, wissenschaftlich nicht erklärbar ist (Ach Quatsch! Die Methodik ist nicht erklärbar? Und wieso kann man dann in irgendwelchen Astrologiekursen genau diese Methodik lernen? Dass diese Methodik Unsinn ist, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt … … und der Grund dafür ist auch eigentlich ganz einfach: Die Astrologie „funktioniert“ einfach nicht!) und so natürlich in die Domäne der Esoterik (Ja!) und der Glaubensfragen gehört (Eigentlich nicht, denn Glaubensaussagen sind nicht überprüfbar, die Fragen auf die die Astrologie Antworten geben zu können behauptet aber schon … … und Überprüfungen zeigen, dass die Astrologie bzw. die Astrologen da jederzeit ohne eine winzige Einbuße an Erkenntnisgewinn durch einen Zufallsgenerator ersetzt werden könnten …). (…) Und selbstverständlich könnte auch der beste Astrologe der Welt die Lottozahlen ebensowenig vorhersagen wie exakte Börsenkurse oder Währungsstände (… oder sonst irgend etwas was in der Zukunft passiert). Aber wir können sehr genau (wie genau?) Tendenzen, Stimmungslagen und Trends erkennen, die guten alten Zeitqualitäten (Na endlich! Der Oberschwurbelbegriff! Was bedeutet das jetzt?)! (…) Gute Astrologie erkennt man deshalb daran, dass die Vorhersagen einerseits präzise genug sind, um überprüfbar zu sein (Da liefert der Mann ja eindrucksvolle Beispiele …), andererseits aber nicht zu detailgenau und den Menschen nicht die Entscheidungsfreiheit und Verantwortung über ihr Leben nehmen (Ach nee – die Entscheidungsfreiheit ist also Schuld daran, dass die Astrologen nixc voraussagen können – während sie andererseits bei ihren Kunden genau in diese eingreifen, indem sie diese mit irgendwelchen erfundenen Astrobegründungen diese Entscheidungen nahelegen). Astrologie und freier Wille schließen sich nicht aus, nein, sie bedingen einander sogar.  (…) Wer mehr von Astrologen erwartet, hat den bescheidenen Selbstanspruch der Astrologie nicht verstanden. (…) Ein Astrologe, der  konkrete Zahlen und Daten orakelt, Ereignisse bis ins Detail vorhersagt und sich für unfehlbar hält, ist kein Astrologe (Ach so, warum wirbt Herr Rostami denn dann mit seiner genauen Prognose der Finanzkrise, deren Beginn er im Detail vorausgesagt haben will? Ist der Mann am Ende gar kein Astrologe?), weil mittels der Astrologie so etwas gar nicht möglich ist (… logische Schlußfolgerung: Die Selbstbezichtigung von Herrn Rostami ist die eines reinen Glückstreffers ). Andererseits sollten wir als seriöse Astrologen, und davon schließe ich die Hotline-Gurus und Astrofritzen (… und was ist mit den Astroalexandern?) eindeutig aus, auch nicht unser Licht unter den Scheffel stellen, denn es ist schon immer wieder erstaunlich, was wir  prognostisch leisten (Genau! Ich staune auch immer wieder über die Rechtfertigung solcher Astrologenprognosen – das läuft unter dem Motto „jeder blamiere sich so gut er kann am besten selbst“).“

Danke, dass sie ihr sich selbst mittels ihrer Prognosen ausgestelltes Armutszeugnis so vehement bestätigen …

 





Frisches Futter für die Leichenfledderer

19 01 2010

Kaum war die Nachricht von einem katastrophalen Erdbeben in Haiti in den Nachrichtensendungen angekommen, schon krochen die astrologischen Leichenfledderer wieder aus ihren Löchern. Es folgte das bekannte zynische Erklärungsritual: Man nehme irgendwelche astrologischen Konstellationen zum Zeitpunkt des Ereignisses (hier war’s das Erdbeben, im letzten Jahr z.B. der Amoklauf von Winnenden), füge ggf. noch weitere Konstellationen hinzu (hier z.B. das „Länderhoroskop von Haiti“; im Fall Winnenden ein ungefähres Geburtshoroskop des jugendlichen Amokläufers) und schon hat man ganz viel Material mit dem man der Öffentlichkeit zeigen kann, dass das Geschehene ja irgendwie doch astrologisch unausweichlich  – und damit prinzipiell vorhersagbar – war. Florian Freistetter hat sich ein paar dieser Texte angeschaut – und wie immer stellt sich dabei eine ganz einfache und banale Frage:

Warum hat keiner der zitierten Astrologen vor der Katastrophe gewarnt?

Die Antwort ist einfach: Weil sie es nicht können!

Wenn sie jetzt im Nachhinein anderes behaupten, dann ist das der zynische Versuch auf dem Leid vieler Menschen ihr übliches Werbesüppchen zu kochen. An dieser besonders ekligen Form der astrologischen Erklärungsdiarrhoe leiden glücklicherweise nicht alle Sterndeuter, manche geben sogar offen zu, dass sie solche Voraussagen gar nicht machen können:

Das Erdbeben habe ich natürlich nicht vorhergesagt, weil es ohnehin sinnlos wäre sich mit derlei Prognosen zu beschäftigen, da man sie weder lokalisieren noch verhindern kann.

Na, immerhin – warum Karl-Heinz Waldenberger dann trotzdem mit irgendwelchen astrologischen Scheinbegründungen herumjongliert muss er selbst wissen. Aber eigentlich braucht er die Astrologie ja gar nicht, denn sein „Unbewußtes“ hat ja schon Ende 2009 auf die Gegend hingewiesen:

Also irgendwie scheint mein Unbewusstes im Vorfeld von Ereignissen zu reagieren, wie sonst wäre ich auf ausgerechnet auf die Karibik und den Ort Cayo Samana gestossen …. seltsam!

Seltsam ist bestenfalls dieser lächerliche Versuch einen Urlaubstipp an einen Kunden (DomRep) vom 31.12.2009 irgendwie mit dem Erdbeben in Verbindung zu bringen. Ich könnte ja jetzt behaupten, dass „mein Unbewußtes“ noch viel näher dran war: Ich hatte mich nämlich gerade mal drei Tage vor dem Erdbeben mit einem Bekannten über dessen Urlaubspläne unterhalten, und der wollte doch tatsächlich an einer Karibikkreuzfahrt (incl. einem Stopp in Haiti!!!!) teilnehmen …





Prognosen 2010 (Teil 6): Resterampe aus den Printmedien

18 01 2010

So langsam neigt sich die erste Runde beim diesjährigen Prognosesammeln dem Ende zu. Die Liste der bisher erwähnten Prognostiker (Nikki Pezaro, Gabriele Moog, Susanne Eder, Winfried NoéThomas Ritter, Erich Bauer, Michael Allgeier, Monika Meyer, Christiane Woelky, NestrovoAlexander RostamiWinfried Noé, Roswitha Broszath, Claude WeissKamil Sunar Das, Astrid Fuhrmann, Ramona Kreis, Tuwani, Selina Nenzhele, Leopoldas Malinauskas) lässt sich mit dem in den letzten Wochen gesammelten Material leicht verdoppeln, und da die üblichen Kritiker immer wieder Zweifel an der Zahl der von mir genannten Prognostiker äußern liste ich am Ende eine ganze Reihe weiterer Quellen auf. Vollständig ist das noch lange nicht, denn immer wieder weisen mich auch Leser dieses Blogs auf weitere Prognosen hin und in die alljährlichen Almanache (Dimde’s „Nostradamus 2010“, „Wendezeit 2010 – 2012“ von Alexandra Klinghammer und Claude Weiß, Huter’s und Allgeiers astrologische Kalender, usw. usf.) habe ich noch gar nicht geschaut. Dabei verdienen es die meisten Voraussagen nicht im Detail erwähnt zu werden, denn nichtssagendes Blabla a la „Die Krise ist noch nicht vorbei“ [16], „Das bedeutet, dass hier sehr viel los ist, Umbrüche stehen im Mittelpunkt“ [6] oder „Uns steht ein günstiges Zeitklima bevor.[…] 2010 ist ein Jahr der Besinnung auf das Wesentliche, in dem es um mehr Toleranz, Teamgeist und ein Miteinander geht.“ [15] sind ebenso lächerlich wie die ebenfalls üblichen lokalen Prognosen mit der rosaroten Brille – z.B.  „Es wird ein gutes Jahr für Ingolstadt und die Region“ [7] oder viele guten Nachrichten für Witten [9]. Aber es gibt auch ein paar Prognosen, die durchaus das Potential haben in der nächsten Jahresrückschau erwähnt zu werden – hier eine kleine Auswahl, wobei sich die in Klammern angegebenen Zahlen auf die unten angefügte Quellenliste bezieht.

Eine Abrechnung droht den ehemaligen bayrischen Spitzenpolitikern Stoiber und Beckstein, die „wegen des Milliardenverlusts der Bayrischen Landesbank in Zusammenhang mit dem Kauf der Hypo Group Alpe Adria vor Gericht gestellt“ werden sollen [11]. Bundesweit soll „das ungerechte Hartz IV-Gesetz für nichtig erklärt werden“ [14] und Schäuble an irgend einem Wechsel im Kabinett beteiligt sein [13]. Auch 2010 sollen die Hochzeitsglocken (zum wievielten Male eigentlich?) für den Britenprinzen William läuten [13], während sich Madonna und Robbie Williams aus dem Geschäft zurückziehen sollen [11]. Auch über die Fußball-WM gibt es weitere Äußerungen, aber außer dem bereits erwähnten Herrn aus Witten traut sich niemand weiteres unseren Kickern den Titeln zu versprechen.

Hier also die Liste weiterer Quellen aus verschiedenen Printmedien:

  • Sonja Schön (tz München vom 22.12.2009, Seite 11) [Quelle 1]
  • Manfred Magg (Stuttgarter Nachrichten vom 28.12.2009, Seite 20) [2]
  • Astrid Fuhrmann (Thüringer Allgemeine vom 31.12.09 Seite TCMZ131) [3]
  • Angela Gassmann (Thüringer Allgemeine vom 31.12.09 Seite TAHS131) [4]
  • Christel Hellweg (Neue Westfälische vom 02.01.2010, Lokalteil Enger/Sprenge – Lokales) [5]
  • Birgit Weingarten (Kreiszeitung.de, Lokales aus Doetlingen; 5.1.2010) [6]
  • Wahrsagerin Samira (Donaukurier, Lokalteil Ingolstadt, 1.1.2010) [7]
  • Johann und Martina Kaczmarek (Lübecker Nachrichten, Lokalteil Lübeck, 30.12.2009) [8]
  • Sunil Kumar Das (WAZ, Lokalteil Witten, 1.1.2010) [9]
  • Hans-Jürgen Butz (tz München, 31.12.2009, Seite 4) [10]
  • Luisa Francia (tz München, 31.12.2009, Seite 4) [11]
  • Klaudia Braungart (tz München, 31.12.2009, Seite 4) [12]
  • Karin Biela (tz München, 31.12.2009, Seite 4) [13]
  • Ana Wäsler (tz München, 31.12.2009, Seite 4) [14]
  • Bernd Schiele (RP Online, Lokalteil Düsseldorf, 8.1.2010) [15] – dazu gibt’s einen Blogartikel von Florian Freistetter
  • Elizabeth Teissier (Schweizer Ilustrierte, Heft 51, 14.12.2009, ab Seite 42) [16]

Dazu kommen natürlich noch die Webseiten verschiedener Astrologen, Wahrsager und Hellseher – etwa ein Dutzend habe ich inzwischen archiviert, die Auswertung folgt dann zu einem späteren Zeitpunkt.





Zufall besser als Astrologie – das Ergebnis des Lottotests

7 01 2010

Im Juni letzten Jahres hatte ich  das astrologische Lottexperiment von Herrn Wolters vorgestellt, dessen Ergebnis nun vorliegt. Herr Wolters hatte mit einem Computerprogramm namens KME (Kosmophänologische Muster Erkennung) für alle Lottoziehungen zwischen Mai und Dezember 2009 vorab jeweils 1o „Gewinnzahlen“ ermittelt und seine Hypothese lautete, dass er häufiger Gewinne erzielen würde, als dies statistisch zu erwarten wäre. Das Programm KME nutzt für die Erzeugung der Zahlen spezielle astrologischer Berechnungen, die Herr Wolters in jahrelanger Forschungsarbeit selbst entwickelt hat.

Mir imponiert bis heute, dass Herr Wolters den Mut aufbrachte sein – wissenschaftlich ordentlich konzipiertes – Experiment nicht nur auf seiner Homepage zu veröffentlichen, sondern sogar die GWUP und mich selbst darüber per Mail zu informieren. Bisher gibt es leider viel zu wenige Astrologen, die es wagen ihre Behauptungen einem ordentlichen, wissenschaftlichen Test zu unterziehen.

Die Gewinnzahlen aller Lottoziehungen zwischen Mai und Dezember habe ich also brav gesammelt und  nicht nur mit den vorab veröffentlichten Zahlenreihen von Herrn Wolters, sondern auch mit 10 durch Nutzen der Zufallszahlenfunktion in Excel erzeugten „Zufallszahlenreihen“ abgeglichen. Damit eine Zahlenreihe ein signifikantes Ergebnis (bei einem Signifikanzniveau von 5%) erzielt mussten bei den 68 Ziehungen mindestens 11 Treffer* erzielt werden … … das Ergebnis von Herrn Wolters ist eindeutig:

Herr Wolters konnte kein signifikantes Ergebnis erzielen. In 68 Ziehungen brachten die mittels KME erzeugten Zahlenreihen genau 6 Treffer. Dies entspricht ziemlich genau der Zufallserwartung (der Erwartungswert für die Anzahl an Treffern lag bei 6,14).

Unter den 10 Zufallsreihen, die ich zu Beginn des Tests erzeugte, lag die Anzahl der Treffer zwischen 2 und 11 (!!). Eine meiner Zahlenreihen hätte also tatsächlich ein signifikantes Ergebnis geliefert … … wenn sie denn die einzige überprüfte Zahlenreihe gewesen wäre. Dies zeigt sehr schön, was man bei einen solchen Test nicht machen sollte: So lange testen, bis irgend eine Testreihe ein signifikantes Ergebnis liefert und die anderen Testreihen unter den Tisch fallen lassen. In diesem Fall müsste ich um die Hypothese „meine Excelzufalllottozahlen haben signifikant mehr Treffer als per Zufall zu erwarten wäre“ eben alle Zahlenreihen betrachten – und dann wäre das Ergebnis wiederum nicht signifikant (69 Treffer bei 680 Lottoziehungen; signifikant wäre es ab 75 Treffern gewesen), obwohl „meine“ Trefferzahl (also die Trefferzahl des Zufallszahlengenerators) mit 69 doch ein wenig über dem Erwartungswert von 61,38 Treffern lag.

Bereits am 6. Setember hatte Herr Wolters übrigens in seinem Forum einen längeren Beitrag zum Zwischenstand seines Tests geschrieben. Damals hatten seine KME-Zahlen gerade zum 4. Mal (bei 35 Ziehungen) einen Treffer erzielt – und wie er selbst erkannte schien ein signifikantes Ergebnis eher unwahrscheinlich. Allerdings begann sein Text mit einem – fast schon typischen – Fehler, denn er schrieb:

Zählt man die ersten 7 Gewinne mit, die KME bis Anfang Mai produziert hat, dann ist es mit der Nullhypothese jetzt schon Essig, doch habe ich diesen Zeitraum für meine Beobachtungen genommen und die Prognosen deshalb nicht veröffentlicht.

In einem echten Test ist es völlig irrelevant, wieviele Treffer bei irgendwelchen Testläufen vorab produziert wurden. Das Spannende ist ja gerade, dass man alle Rahmenbedingungen des Experiments vorab definiert und festlegt und eben nicht weiß was am Ende herauskommt. Ich glaube Herrn Wolters, dass sein Programm in den ersten 4 Monaten des letzten Jahres 7 Treffer erzielt hat und er dadurch bei den Ziehungen von Jahresbeginn bis einschließlich 5. September bei immerhin 11 Treffern (bei 71 Ziehungen) gelandet wäre. Aber wäre und hätte zählen nicht, sondern nur die tatsächlichen Testergebnisse – und dafür müssen die Parameter (z.B. Beginn und Ende des Tests; Anzahl der Ziehungen) eben vorab festgelegt werden. Es ist also müßig darüber zu diskutieren, dass eine Auswertung von Jahresbeginn bis zum 5.9. nur ganz knapp an einem signifikanten Ergebnis vorbeigeschrammt wäre (die Wahrscheinlichkeit für bis zu 10 Treffern bei 71 Versuchen liegt bei 94,7% – für 11 oder mehr bei 5,3%, 11 Treffer wären also in diesem Fall ganz knapp nicht signifikant, da in diesem Fall ja 3 Ziehungen mehr betrachtet werden müssen … … aber ein solches Ergebnis wäre natürlich trotzdem sehr interessant gewesen und hätte – bei Bestätigung des Ergebnisses in weiteren Tests – selbstverständlich Anlass für weitere Forschungen gegeben!!). Im „Ernstfall“ würde übrigens auch ein signifikantes Ergebnis dazu führen, dass man dieses zunächst  zu replizieren versucht, um ein Zufallsresultat auszuschliessen. Dass man zufällig richtig liegen kann hat ja eine meiner Zufallszahlenreihen gezeigt.

Interessant ist, was Herr Wolters zum Thema Zufall sonst noch schreibt:

Mit den Zufallsreihen ist das nämlich so eine Sache. Es ist ganz schön verzwickt.
Aus der Sicht des Astrologen sind Zufallsreihen ebenso spannend wie erheiternd, denn wenn man genügend Zufallsreihen erzeugt,
dann wird eine dabei sein, welche die Zeitqualität über einen abgegrenzten Zeitraum recht gut widerspiegelt.

… oder wie meine Zufallszahlenreihe die Lottozahlen …

Genau das war über Jahre mein Riesenproblem. Bei Herrn Kunkels Zufallsreihe 5 habe ich genau diesen Verdacht.

… der die Frage aufwerfen könnte, ob die „Zeitqualität“ nicht generell ebenso zufällig ist wie meine Zufallszahenreihe …

Er wird bestätigt sein, wenn eine seiner Zufallsreihen – wahrscheinlich die Reihe 5 – am Jahresende 11 Treffer oder mehr verzeichnet.

Dass eine meiner Zufallsreihen ein signifikantes Ergebnis liefert hatte ich gar  nicht erwartet, denn darum ging es in diesem Test nicht. Erst jetzt habe ich mal ausgerechnet, wie hoch die Wahrscheinlichkeit war mit einer meiner Zufallszahlenreihen ein signifikantes Ergebnis zu erzielen: 33,9% **.  Also war die Chance mit einer von 10 solchen Zufallsreihen ein „signifikantes Ergebnis“ (… das – wie oben kurz dargelegt – allerdings einen schwerwiegenden methodischen Fehler beinhaltet) zu erzielen bei ca. 1/3.  So  bleibt nur, dass Herr Wolters die Trefferzahl meiner Zufallsreihe 5 ziemlich genau vorausgesagt hat, wobei die Zufallsreihe dieses „Ziel“ nur dadurch „schaffte“, dass ihr der Zufall in den letzten 6 Lottoziehungen höchst unwahrscheinliche 3 Treffer (die Wahrscheinlichkeit dafür beträgt 1,2%)  bescherte …

Herrn Wolters bleibt es natürlich unbenommen, einen neuen Testlauf zu starten. Vielleicht möchte er sein Programm ein wenig anpassen, oder er möchte – wie von ihm ebenfalls erklärt – einen anderen, ggf. längeren Testzeitraum betrachten. Ich bin gerne bereit, ihn auch bei einem neuen Versuch zu begleiten. Allerdings sollten die Bedingungen – wie auch bei diesem Test – vollständig vorab festgelegt werden. Ich bin gespannt, ob Herr Wolters einen weiteren Test starten wird.

*ein wenig Statistik zur Erklärung:

Die Wahrscheinlichkeit, mit 10 Zahlen im so genannten 10er-Vollsystem mindestens einen Gewinn zu erzielen (also mindestens 3 Richtige unter den 10 gewählten Zahlen zu haben) liegt bei 0,0903 oder ca. 1/11. Da die einzelnen Ziehungen unabhängig sind, kann für die Berechnung der Wahrscheinlichkeit der zu erzielenden Treffer (bei einem gegebenen Signifikanzniveau von 5%) die Binomialverteilung genutzt werden. Das geht übrigens in Excel ganz einfach und schnell, da es dort eine entsprechende Funktion gibt …

Mit der Binomialverteilung kann berechnet werden, wie wahrscheinlich es ist eine bestimmte Anzahl von Treffern (k) bei einer vorgegebenen Anzahl von Versuchen (n) und einer bekannten Trefferwahrscheinlichkeit (p) zu erzielen. Man berechnet nun die die Wahrscheinlichkeit dafür, dass man k oder mehr Treffer erztielt – liegt diese Wahrscheinlichkeit für ein zu findendes k unter 5%, dann ist das Ergebnis signifikant.

Um die Nullhypothese (Alles nur Zufall) abzulehnen muss man zunächst ausrechnen, ab wie vielen Treffern (bei einer vorgegebenen Anzahl von Versuchen) die Wahrscheinlichkeit unter 5% fällt. Dies kann man in Excel einfach mit der Funktion BINOMVERT(k;n;p;X) ausrechnen, wobei X noch angibt, ob man ein kumuliertes Ergebnis (X = 1; dies liefert die Wahrscheinlichkeit höchstens k Treffer bei n Versuchen zu erzielen) oder ein Einzelergebnis (X = 0; damit erhält man die Wahrscheinlichkeit dafür, genau k Treffer bei n Ziehungen zu erzielen).

Im vorliegenden Fall berechnet man BINOMVERT(k;68;0,0903;1) für verschiedene k, bis man einen Wert erhält, der größer als 95% (also 0,95) ist. Für k=10 erhält man 95,94% – das bedeutet, dass 11 oder mehr Treffer nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 4,06% (also weniger als 5%) zu erwarten sind – das ist schon ziemlich selten, aber (s.o.) das kann vorkommen (mit 2 Würfeln eine Doppelsechs zu würfeln ist ähnlich unwahrscheinlich, trotzdem kommt es immer mal wieder vor dass jemand 2 Würfel zur Hand nimmt und sofort eine Doppelsechs erzielt).

** Berechnung mit Excel: 1- BINOMVERT(0;10;0,0406;0)





Prognosen 2010 (Teil 5): Deutschland wird Fußballweltmeister …

6 01 2010

… natürlich nur, wenn die einzige mir bisher bekannte entsprechende Voraussage von Sunil Kumar Das auch tatsächlich eintrifft. Für den Lokalteil Witten der WAZ hat sich der Mann, der eigentlich als Handleser sein Geld erschwurbelt,  astrologisch betätigt und diese allen Fußballfans hierzulande Hoffnung machende Prognose abgesondert. OK, er wusste scheinbar nicht in welche Vorundengruppe die Löw-Kicker bei der WM in Südafrika gelost wurden, aber das ist bei dem prognostizierten Ende ja sowieso völlig egal.

In der Thüringer Allgemeine vom 31.12.09 (Seite TCMZ131; der Artikel ist leider nicht online verfügbar) ist die Wahrsagerin Astrid Fuhrmann nicht ganz so optimistisch:“ Ein Platz unter den ersten dreien dürfte drin sein.“ raunt sie und verweigert den Deutschen die Titelprognose ebenso wie ihre Augsburger Kollegin Ramona Kreis, die meint das deutsche Team würde „sehr weit kommen, aber nicht Weltmeister.“ Mehr wollte sie dazu nicht sagen …

Die Karten von Sybille Wiese wollen den deutschen Kickern auch keinen WM-Titel versprechen, aber immerhin geht’s mindestens ins Achtelfinale, wenn auch „nur über Umwege„.  Ob sie damit einen – nicht unwahrscheinlichen – Stau auf dem Weg ins Stadion meinte? Da war die internationale Wahrsagerriege in der RTL-Sendung „Die Prophezeiung 2009“ doch wesentlich optimistischer: Halbfinale (Hexenmeister Tuwani aus Südafrika),  Chancen auf Halbfinale und vielleicht mehr (Selina Nenzhelele, auch aus Afrika) und sogar Finale (Leopoldas Malinauskas liest aus den Karten den 1. oder 2. Platz) wurde den Fußballfans versprochen.

Warten wir’s ab und vergessen dabei nicht, dass die ganze WM sowieso nur ein gigantisches Ablenkungsmanöver der Mächtigen ist, die uns über die Medien manipulieren. Das muss so sein, denn so hat es ja Thomas Ritter aus uralten Palmblättern in pseudonaiver Formulierung aus seinen früheren Prognosen kopiert herausgelesendingst:

Im Jahr 2010 wird die Aufmerksamkeit der Menschen durch die Manipulation der Medien vor allem auf sportliche Ereignisse gerichtet werden. Vor allem im sechsten und zu Beginn des siebten Monats 2010 wird der Sport alle Schlagzeilen beherrschen. Mit Berichten über ein sportliches Ereignis im Süden Afrikas, an dem die ganze Welt teilhat, sollten die Menschen von ihren Problemen abgelenkt werden. Doch dieser Plan der Mächtigen wird nicht aufgehen. Die Wettkämpfe werden bereits im Vorfeld und auch während ihrer Durchführung von schweren, gewaltsamen Unruhen überschattet, mit denen die Armen auf ihre Situation aufmerksam machen wollen. Diese Proteste werden eine überaus scharfe Reaktion der Mächtigen nach sich ziehen, welche ihre wahren Absichten verrät.

Aha! Immerhin werden die mächtigen Superbösewichte durch ihre Reaktion ihre wahren Absichten verraten … … vielleicht sollte Herr Ritter aber erst einmal verraten, wen er überhaupt meint, wenn er – wie schon in den letzten Jahren – verschwörerisch von „den Mächtigen“ faselt.





Prognosen 2010 (Teil 4): Sternenschwurbeleien für die Börse

3 01 2010

Im Wirtschaftsressort auf heute.de, in der Welt und in der Schweizer Zeitschrift Cash durften sich Astrologen zum kommenden Börsenjahr äußern. Wie üblich trauen sich die Sterndeuter kaum irgendwelche nachprüfbaren Prognosen zu, ein Ausblick auf das Börsenjahr aus Sicht der Astrologen ist aber trotzdem interessant.  Gleich doppelt vertreten ist übrigens Winfried Noé, der seine Börsenkompetenz Ende 2007 in der Zeitschrift „Euro am Sonntag“ mit folgender Prognose manifestierte „2008 wird ein stabiles Börsenjahr, der DAX steigt bis Jahresende um fünf bis neun Prozent.“ OK, dass der DAX mit 8045 Punkten startete und zum Handelsende 2008  gerade mal 4810 Punkte aufwies, daran dürfte sich Herr Noé höchst ungern erinnern. Für 2009 war mir keine ähnliche Prognose von ihm bekannt, aber er selbst behauptet natürlich, dass sein Timing in Börsendingen 2009 durchaus spektakulär war:

Zu seiner Leidenschaft aber hat sich das Geschehen an den Märkten entwickelt. Kein Wunder: Wo könnte ein Blick in die Zukunft mehr wert sein als an der Börse – vom Lotto mal abgesehen? Noé mag keine Zahlen nennen, doch für sich persönlich ist er mit dem Anlagejahr 2009 recht zufrieden. „Ich bin im Februar in die Märkte eingestiegen.“ Nicht schlecht – Anfang März markierte der Dax bei rund 3600 Punkten sein Jahrestief, von dem aus er in einer beispiellosen Rallye zuletzt sogar die Marke von 6000 Zählern erreichte.

Soweit der Artikel aus der „Welt“ zu Noé, den ich ab jetzt als Quelle [1] bezeichnen werden.  Quelle [2] ist der kurze Text aus Cash, der den Schweizer Astrologen Claude Weiss zitiert,  und [3] der Artikel auf heute.de (der sich leider nicht nach WebCite überführen liess) in dem neben der Autorin des Buches „Brigitte Astrologie„, Roswitha Broszath, wieder Winfried Noé zu Wort kommt.

Ich versuche das Ganze mal chronologisch zu ordnen, also beginnen wir mit dem Januar: Den Rest des Beitrags lesen »





Prognosen 2010 (Teil 3): Von wegen Weltklasse …

31 12 2009

Am 17. Dezember 2009 gab es im Presseportal OpenPR eine Werbemitteilung des Astrologen Alexander Rostami, die mich natürlich gleich auf seine Webseite mit dem an sich schon sehr paradoxen Namen „gute-astrologie“ führte. Die in der Pressemeldung versprochene Jahresvorschau konnte ich dort zwar nicht finden, aber dafür eine Webseite die entweder auf grenzenloser Selbstüberschätzung oder dummdreiste Werbeübertreibungen schliessen lässt. So sieht also „Astrologie von Weltklasse“ aus: Viel Blabla, noch mehr Selbstbeweihräucherung und kein einziger echter Beleg des behaupteten Könnens.  Aber der Mann muss ja ungeheuer wichtig sein, denn auch seine 2. OpenPR-Werbung zierte ein Foto, das ihn gemeinsam mit einem weltbekannten tibetischen Grinsekasper zeigt. Auf seiner Webseite zeigt er stolz weitere Bilder, die ihn wichtig erscheinen lassen sollen: so wurde er gemeinsam mit der ehemaligen Justizministerin Brigitte Zypries (die den Wahlkreis seines Wohnortes im Bundestag vertritt) und dem ehemaligen Umweltminister Jürgen Trittin abgelichtet. Immerhin gibt er zu den Bildern folgenden Hinweis:

Alexander Rostamí trifft auf seinen Reisen, Einladungen und Vorträgen viele bekannte Menschen. Nicht alle sind seine Klienten und nicht alle glauben an Astrologie. Das gilt auch für die hier abgebildeten.

Hoffentlich gilt das für die beiden Erwähnten! Umwelt- und Rechtspolitik auf Basis von Sternenschwurbeleien würden mir auch im Nachhinein noch Übelkeit verursachen. Aber zurück zu seinen Behauptungen! Wer sich in seiner eigenen Pressemeldung mit dem Satz „Astrologen treffen präzise Vorhersagen“ zitieren lässt, von dem sollte man wohl etwas mehr erwarten können als folgende Aussagen:

  • Anleger müssten im ersten Halbjahr 2010 mit einem deutlichen Nachbeben an den Börsen rechnen
  • Uranus, Saturn und Pluto lassen die deutsche Wirtschaft auch bis 2012 nicht aus ihren Fängen,
  • Die Deutsche Binnennachfrage und das deutsche Konsumklima bleiben im Jahr 2010 trotz der Börsenunruhe unerwartet gut
  • Im Ausland drohten zudem weitere überraschende Staatspleiten

Tja, Herr Rostami, da hätte ich dann doch ein paar Fragen: Den Rest des Beitrags lesen »





Prognosen 2010 (Teil 2): Palmblattblabla und Banalitätenparade

30 12 2009

So langsam trudeln die Prognosen für 2010 ein, und es zeigt sich mal wieder, dass die Auguren auch für das kommende Jahr nicht in der Lage zu sein scheinen irgendetwas Konkretes vorauszusagen. Ausnahme ist der Palmblattdeuter Thomas Ritter, der auch in seiner Prognose für 2010 nicht auf konkrete Terrorprognosen verzichten möchte. Immerhin hat er seine Terrorprognose für 2010 nicht noch einmal wörtlich aus dem Vorjahr kopiert, denn dieses Mal sollen Flugzeuge mit Raketen beschossen werden und zwar „in der dritten Woche des siebten Monats und der zweiten Woche des achten Monats“ – für die Orte des Unheils fehlt ihm allerdings Phantasie oder eine Deutschlandkarte: Wieder sollen Frankfurt und Berlin leiden. Der Rest seines Textes folgt dem gewohnten Schema und ist dann doch wieder aus seinen früheren Prognosen kopiert und wie gewohnt liefern die Palmblätter die üblichen Schwarzsehereien mit öffentlichen Unruhen überall. Weitere aus den Palmblättern herausgefaselte Aussagen wie „Dieser Mann ist jedoch ein kluger Politiker“ (über Irans Präsidenten Ahmadinedschad), „der US-Dollar , aber auch der Euro werden weiter extrem an Wert verlieren“ (gegenüber welcher Währung denn?) oder „In Europa und Nordamerika treten seit auch 2008 verstärkt bis dahin unbekannte Wetterphänomene wie Wirbelstürme und Starkregen auf. Diese Phänomene sind das Resultat von Experimenten, welche von einigen Nationen, darunter den USA, mit dem Klima veranstaltet werden (sind hier HAARP oder auch die Chemtrails gemeint? – Anm. Thomas Ritter).“  muss man nicht kommentieren: Wer solcherlei Schwachfug tatsächlich ernst nimmt, der hat seinen Verstand wohl gerade in den Urlaub geschickt. Nur so ist es auch zu erklären, dass man es als Leser zwischen den Zeilen immer mal wieder tiefbräunlich durchschimmern sieht … Den Rest des Beitrags lesen »





Meine Wahrsagerpremiere (Update)

20 12 2009
Kleine Erklärung für das zwischenzeitliche Verschwinden dieses Textes
Den folgenden Text hatte ich am 8. Dezember geschrieben und hier veröffentlicht. Der Autor des Planetopia-Beitrags hatte mich gebeten, ihn bis zur Sendung vom Netz zu nehmen, und dieser Bitte bin ich natürlich gerne nachgekommen …

Am Montag war ich fast den ganzen Tag in Köln unterwegs – aber ausnahmsweise nicht beruflich, sondern wegen ein paar Fernsehaufnahmen. Im Rahmen eines Beitrags zum Thema Wahrsager hatte mich die SAT1-Sendung Planetopia kontaktiert und nachdem ich das Treffen des Redakteurs mit einer Wahrsagerin kommentieren durfte (die Frau war sehr nett, beherrschte aber nicht ‚mal einfachste Cold-Reading-Techniken … … und als Ergebnis gab’s viel wirres und überwiegend zusammenhangloses Geblubber) sollte ich in der Fußgängerzone meine Fähigkeiten unter Beweis stellen. OK, ich hatte dem Redakteur vorher gesagt, dass ich solcherlei noch nie gemacht habe und dass andere das viel, viel besser können, aber jetzt musste ich da durch.

Hinter dem Dom standen also der Kameramann, der Assistent, der Redakteur und ich, auf meinen ersten Einsatz als Wahrsager wartend. Der Redakteur versuchte freiwillige Testpersonen zu finden, und gleich die erste zeigte, wie das mit dem Cold-Reading funktioniert. Ich hatte mir – für Menschen, die offensichtlich Ü30 sind – folgende „Eingebung“ zurechtgelegt: „Sie haben in letzterZeit an jemanden gedacht, den sie schon lange, vielleicht viele Jahre lang, nichtmehr gesehen haben.“ Klar, das ist primitivstes Cold Reading, denn eigentlich denktjeder immer mal wieder an irgend Jemanden, den er/sie seit Jahren nicht mehr getroffen hat. Gleich die erste Frau schüttelte erst den Kopf und gerade als ich an meiner Strategie verzweifeln wollte sagte sie „Ja, meine Schwester!“. Ui! Ich war so überwältigt, dass sie genau das tat, was Wahrsagerkunden in solchen Fällen tun (ein diffuses, höchst allgemeines Statement durch eigene Erinnerungen verifizieren), dass ich die Situation gleich aufgelöst habe und mich als Nicht-Wahrsager zu erkennen gab (… ich hatte ja gesagt, dass ich das nicht so einfach aus dem Stegreif kann). Für die Sendung hatte ich noch ein paar weitere Plattitüden ausprobiert und bei den wenigen Versuchen eine durchaus respektable Trefferquote erzielt – zumindest besser als die Profiwahrsagerin beim Planetopia-Redakteur (… das werde ich jetzt natürlich nicht verraten, am 20.12. kann man sich’s anschauen …). Meinen Supertreffer erzielte ich bei einem jungen Österreicher, dem ich  ein sportliches Hobby auf den Kopf zusagte (typisches Coild Reading) und dann mit „Sie spielen Fußball“ (das war geraten, aber für einen Basketballer oder Voleyballer war er einfach zu klein und für einen Handballer fehlten die breiten Schultern) ihn auch wirklich überraschte. Die Vermutung von Narben am Bein war zwar falsch, aber nicht ganz, da er – klar, Fußballer! – blaue Flecken beklagte.

Insgesamt war mein Auftritt als Wahrsager mit Sicherheit ausbaufähig, und ich verspreche, dass ich das weiter üben werde. Spaß hat es auf jeden Fall gemacht, und ich war überrascht wie die Leute auf meine – für Wahrsagerverhältnisse – grottenschlechte Performance reagierten.

PS: Dass ich in den letzten Wochen hier nichts geschrieben habe lag nicht an mangelnden Themen, sondern an unserem Umzug. Wenn ich die nächsten 10 Kisten im neuen Häuschen einsortiert habe, werde ich mich auch einigen inzwischen aufgelaufenen Kommentaren widmen …