Auf ein Neues: Die ersten Prognosen für 2010

17 12 2009

Nachdem der Prognoserückblick veröffentlicht ist und ich die erste Interviewrunde hinter mir habe geht’s jetzt an die neue Sammlung. Natürlich werden die Wahrsager, Hellseher und Astrologen auch für das kommende Jahr ihre Prognosen veröffentlichen bzw. einige haben es bereits getan. Hier ein kurzer Überblick über die ersten Kandidaten für den Prognoserückblick 2010 …

Nikki Pezaro hat sich wieder mächtig ins Zeug gelegt und bietet weit über 200 ihrer kurz und knackig formulierten Prognosen an. Einige Passagen aus ihrer Liste sind wortwörtlich aus den (Fehl-)Prognosen des Vorjahres kopiert und leider fehlt meines Erachtens für 2010 so ein richtiger obskurer Knaller. Hatte sie für 2009 noch den Fang von Nessie, für 2008 die Entdeckung eines Riesenkaninchens in Südengland und für 2007 die Landung eines Ufos vor dem Weißen Haus oder die Entdeckung eines Riesenaffen a la „King Kong“ im Urwald von Costa Rica vorausgesagt, so wendet sie sich für 2010 bekannteren Spezies zu und kündigt in den Nummern 9 und 14 aus ihren „World Predictions“ folgendes an: Den Rest des Beitrags lesen »





Prognoserückschau 2009: Alle Quellen und ein „vergessener“ Abschnitt

14 12 2009

Wenn die alljährliche Pressemeldung zur Prognoserückschau von der GWUP veröffentlicht ist bekomme ich zum einen Fragen nach den genauen Quellen gestellt und muss zum anderen erklären, warum es die ein oder andere Prognose nicht in die Auswahl für die Pressemeldung geschafft hat. Die Quellen hatte ich schon im letzten Jahr hier im Blog vollständig genannt, und das werde ich jetzt auch wieder tun. Zusätzlich gibt es dazu noch einen Abschnitt, der es am Ende nicht in die Pressemeldung geschafft hatten (natürlich ebenfalls mit Quellenangabe).

Zunächst zu den Quellen der GWUP-Prognoserückschau (für Links nutze ich seit Kurzem wo immer es geht WebCite® – dadurch stören mich nachträgliche Änderungen von im Internet abgegebenen Prognosen nicht mehr …) :

Als Einstieg habe ich ein paar der „Prophezeiungen“ von Nikki Pezaro für 2009 gewählt: aus den „World Predictions“  Nr. 59 (Golden Gate Brücke), Nr. 23 – 25 (Obama) und Nr. 13 (Nessie) sowie aus dem Abschnitt „The Royals“ Nr. 11 (Kronjuwelen), Nr. 9 (Buckingham brennt) und Nr. 13 (Windsor auch) . Die ausgefallenen Terrorangriffe habe ich aus Nr. 1 der „Additional Predictions“ und Nr. 70 der „World Predictions“.

Ray O. Nolan’s prognostizierte Wunderheilungen fanden sich auf seiner Webseite, Manfred Dimde’s Weltkriegsgefasel steht in seinem Buch „Nostradamus 2009“ (ISBN-10: 3426780976). Ich hatte mir das Werk im März besorgt und fand auf Seite 76 folgendes:

Hier, im Text für 2009, hinterlegt er, worauf die Menschen unserer Zeit, die mit klarem Blick die Ereignisse erkennen wollen, besonders achten sollten.

  • Erstens: 100 Staaten werden vom Dritten Weltkrieg betroffen sein.
  • Zweitens: Ein Waffensystem wird durch einen Beschluß geächtet, abgelehnt oder auch nur bekämpft.
  • Drittens: Ein auffälliges Merkmal sind 11 Staaten oder Staatschefs, die sich nicht daran halten.
  • Viertens: 100 Staaten werden es sein, die darunter zu leiden haben.

Rosalinde Haller hat wie üblich auf ihrer Prophezeiungen-Webseite die angesprochenen Aussagen gemacht (über den Menueintrag „Prophezeiungen“ kommt man auf  eine Übersichtsseite, dort geht’s über „Neu: 2009“ zu den Originaltexten), Emanuel Charis wurde in der Zeitschrift „Fernsehwoche“ Heft 1/2009 (erschienen am 24.12.2008), auf Seite 5  wie folgt zitiert: „Es sind schwere Stürme in der Karibik zu erwarten. Der Wasserspiegel steigt stark an und es wird weltweit Katastrophen geben. Wir werden auch zum ersten Mal erleben, wie eine Insel komplett im Wasser versinkt.

Lilo von Kiesenwetter hatte den Anschlag auf Obama in der RTL-Sendung „Prophezeiungen 2009“ erwähnt, eine genaue Auflistung aller Prognosen aus der Sendung findet sich im Blog von cimddwc. Die Palmblattprognosen von Herrn Ritter habe ich inzwischen auch ins WebCite-Archiv überführt – neben dem Text für 2009 auch die für 2007 und 2008 zum Vergleich und zur Dokumentation seiner überragenden Fähigkeiten im Umgang mit Copy&Paste.

Die Ratschläge von Susanne Eder gibt’s auf ihrer Webseite, Hannelore Roller-Bollmann gründet ihre Ratschläge auf die „rückläufigen Planeten“ 2009, die  Zitate stehen bei Saturn und Uranus. Sehr schön ist auch der Text für den rückäufigen Jupiter (15.6. bis 12.10.), denn er liefert eine wunderbare Ausrede für alle aktuellen Erstsemester, wenn sie für ihr Studium länger als geplant brauchen:

In dieser Zeit keine expansiven Projekte planen oder starten wie Reiseexpeditionen, Studien, Immatrikulationen, die Ergebnisse erzielen nicht die geplanten Vorstellungen oder ufern ins Unendliche aus.

Zum Thema Bildungsgutscheine und Astrologieausbildung habe ich mich hier letztmals geäußert, in diesem Zusammenhang verweise ich gerne auf weitere Artikel zu diesem Thema in den ScienceBlogs bei Florian Freistetter.

Die abschliessenden Betrachtungen zur Fußball-WM 2010 beruhen auf zwei Aussagen aus der bereits angesprochenen RTL-Sendung vom 3. Januar 2009.

Jetzt aber zu dem „vergessenen“ Abschnitt zu den Themen Fußball und Formel 1:

Auf welche Gestirnsstände sich die Astrologin Iris Treppner bezog als sie Bayern München nach einem spannenden Zweikampf mit Hoffenheim die deutsche Fußballmeisterschaft prophezeite, ist nicht bekannt. Auf jeden Fall scheint der Flug von Fußbällen nicht aus den Sternen berechenbar zu sein, denn mit Georg Stockhorst und Monika Geiger lagen zwei weitere Sterndeuter mit dem gleichen Tipp daneben. Der Seher Hans-Jürgen Butz lag schon nähr an der Realität – hätte er allerdings noch verraten, welche Überraschungsmannschaft den Titel am Ende gewinnen würde (Bayern und Hoffenheim hatte er richtigerweise ausgeschlossen), man hätte ihm tatsächlich einen der seltenen Prognosetreffer zuschreiben können. Als ganz weit daneben entpuppten sich die Prognosen von Iris Treppner zur Formel 1 WM: Räikkönen vor Heidfeld, dann Massa und Hamilton ungefähr gleich stark dahinter – die 4 genannten Fahrer fanden sich am Ende zwischen den Rängen 5 und 13 wieder. Sind Frau Treppners sinnfreie Sätze wie „Sebastian Vettel wechselt im Sommer den Rennstall oder festigt seinen Vertrag“ bei einer Formel 1 Prognose eher der Unterhaltung zuzurechnen, wird es bei anderen Themen schon ernsthafter.

Quellen: Treppners Fußball und Formel-Prognose stammen von ihrer Webseite, diese ist nicht mehr online verfügbar, aber ich habe die damalige Version lokal abgespeichert. Ihr Formel 1 Text lautete folgendermaßen:

Besonders beständig fährt in der Saison 2009 Kimi Raikkönen! Er könnte Weltmeister werden, wenn Ferrari sich dazu durchringen würde, Lewis Hamilton vom Thron und als zweiten Fahrer hinter Raikkönen zu setzen.

Nick Heidfeld überrascht positiv trotz Pechsträhnen in der kommenden Saison 2009 – vor allem im Sommer. Er könnte im Ranking direkt hinter Raikkönen auftauchen.

Lewis Hamilton und Felipe Massa liefern sich ein Kopf-an-kopf-Rennen. Mit leichten Vorteilen für Massa. Da die beiden offensichtlich auf jeweils den anderen fixiert sind, nehmen sie irgendwie nicht wirklich am Geschehen teil und versäumen es wichtige Punkte zu sammeln.

Fernando Alonso wird der „Schattenfahrer“ der Saison. Entweder landet er immer auf unwichtige Plätze oder fährt tatsächlich sehr viel im Windschatten, um Vorteile zu bekommen. Helfen wird es ihm jedoch nicht.

Sebastian Vettel wechselt im Sommer den Rennstall oder festigt seinen Vertrag, weil er am Anfang der Saison mit guten Leistungen glänzen kann.

Robert Kubica fährt in der Saison unauffällig und wird kaum eine Konkurrenz darstellen.

Die anderen Fußballprognosen stammen aus einem Artikel aus der Münchner tz vom 30.12.2008, Titel: Fünf Hellseher blicken in Münchens Zukunft.

Natürlich hätten auch weitere Themen erwähnt werden können, aber nachdem in den letzten Jahren immer mal wieder Prognosen um DAX und zur Wirtschaft im Allgemeinen erwähnt wurden, habe ich in diesem Jahr davon abgesehen. In der Regel kann man in die schwammigen Prognosetexte zu diesem Thema im Nachhinein alles und nichts hineindeuten und es verwundert deshalb nicht, dass astrologische Tipps zu diesem Thema mit einem Haftungsausschluss garniert werden.





Bildungsgutscheine für Sternenschwurbelei, Folge 5: Ein kurzer Brief aus Berlin

21 11 2009

Was bisher geschah:

Am 18. September hatten Florian Freistetter bei den ScienceBlogs und ich fast gleichzeitig über die Werbung für eine Astrologieausbildung auf Astrologie.de berichtet, die sich dezidiert an Arbeitslose richtete und damit warb, dass diese Kurse „in Kürze“ mittels Bildungsgutscheinen der Bundesagentur für Arbeit finanziert werden könnte. Für den Politblogger roch ein Tweet zu diesem Thema, das auf Basis eines Kommentars von mir auf dem GWUP-Blog verbreitet wurde stark nach urbaner Legende, was mich zu einem weiteren Kommentar veranlasste. Inzwischen ist es jedoch amtlich, eine Suche in KURSNET bietet nicht nur den von mir Ende Oktober gefundenen Astrologiekurs unter den per Bildungsgutschein finanzierbaren Fortbildungen an, wie von mir am 4. November vermutet darf man jetzt auch für die Ausbildung in höherer Schwurbelei bei der Hamburger Astropraxis von Frau Fritsch Bildungsgutscheine beantragen.

Dies alles hatte ich zum Anlass genommen, beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales anzufragen, ob die finanzielle Förderung von Astrologiekursen denn überhaupt sinnvoll sei und die Antwort erreichte mich gestern per Post. Sie war wesentlich ausführlicher als die Antwort auf eine entsprechende Anfrage bei der Bundesagentur für Arbeit, die ich am 8.10. erhielt. Hatte die BfA nur mit einem lapidaren

Der Vorgang ist bekannt und wird zur Zeit geprüft.

geantwortet, so war das Bundesministerium für Arbeit und Soziales doch weitaus „gesprächiger“:

Ihre Einwände machen es erforderlich, die Angelegenheit zu prüfen. Die Anerkennung von Maßnahmen zur Beruflichen Weiterbildung wird von privaten fachkundlichen Stellen vorgenommen. Da mir die Tatsachen im Einzelnen nicht bekannt sind, habe ich die Anerkennungsstelle bei der Bundesanstalt für Arbeit, die wiederum die Arbeit der fachkundigen Stellen überwacht, um eine Stellungnahme gebeten. Nach Eingang der Stellungnahme komme ich auf Ihre E-Mail zurück.

OK, es wird also weiter geprüft und ich bin schon mal auf die Stellungnahme bzw. die daraus resultierende Reaktion gespannt. Ansonsten war mir das Anerkennungsprozedere durchaus bekannt, und da in §6, Abs. 2 der für die Fragen nach Bildungsgutscheinen relevanten Anerkennungs- und Zulassungsverordnung auch ein Anerkennungsbeirat beschrieben wird, habe ich heute eine weitere Anfrage zum Thema abgeschickt. Dieses Mal ging’s an das Bundesministerium für Forschung und Bildung, denn ein Vertreter aus dem Verantwortungsbereich von Frau Schavan müsste ja diesem Beirat angehört haben, und da würde mich eine Meinung aus dem Ministerium schon interessieren …





(Nur astrologisch) Vermischtes: Vielen Dank, keine Gewinner und Krankenzusatzversicherungen

12 11 2009

Als Erstes:

Vielen, vielen Dank an alle, die auf meinen Aufruf geanwortet haben. Und vielen Dank an die Twitter-Fraktion, die den Aufruf auch noch weiter verbreitet hat!

Ich hab‘ jetzt schon eine ganze Menge an Daten, allerdings reichen die Daten noch nicht aus um den Test zu beginnen. Dafür brauche ich jetzt nur noch ein paar Testpersonen (und deren Geburtsdatum), bei denen ein Auge um 2 Dioptrie besser ist als das andere (und ich muss wissen, welches Auge, genau das möchte ja der Astrologe hrausfinden – kurze  Mail genügt!). Bis nächste Woche solte es doch möglich sein, genug Testpersonen zu finden. Gibt es eigentlich keine twitternden Augenärzte oder Optiker?

Die von mir zur Verlosung angebotene Astrologie-CD wird bis auf Weiteres in meinem Besitz bleiben. Der Grund ist einfach: Das Ding wollte niemand haben. OK, dann wird die Blechdose samt CD eben im Schrank Umzugskarton verstaut, und sollte ich einmal arbeitslos werden, dann könnte ich ja immer noch selbst … … obwohl: Barnumtexte kriege ich auch ohne diese Software hin, Beispiele habe ich genug in meinem Archiv gesammelter Horoskope.

Dass die öffentlichen und obligatorischen Krankenkassen in der Schweiz über steigende Kosten stöhnen ist – ebenso wie in Deutschland – ein gefundenes Fressen für die private Konkurrenz, also die Anbieter verschiedener Zusatztarife. Um herauszufinden, welcher Zusatztarif für einen Menschen passt, bietet ein schweizer Finanzdienstleistungsportal allen Interessierten ein Astrologisches Profil, basierend auf der modernen Astrologielehre“, dessen Auswertung dann einen Hinweis auf die möglicherweise abzuschließende Zusatzversicherung bieten soll. Hmm, wenn die Tipps beim Thema Finanzdienstleistungen ebenso modern sind, dann wird den potentiellen Anlegern wahrscheinlich die Investition in Tulpenzwiebeln empfohlen.

Immerhin kann ich mit der Klassifizierung meiner Person nicht ganz unzufrieden sein: Einfühlsamer Kosmopolit hört sich doch gar nicht mal schlecht an! Der Rest ist das übliche Barnumblabla. Ich frage mich nur, welches Geburtsdatum man haben muss, damit einem auf diesem Portal nicht dazu geraten wird, eine „Spital- und ambulante Zusatzversicherung“ abzuschließen. Klar, solche Produkte sind selbstverständlich sinnvoll,  aber es fällt schon auf, dass außer kleinen Abweichungen in den Prozentwerten die Ergebnisse der „astrologischen Analyse“ doch sehr sehr ähnlich sind, egal welche Daten man eingibt. Ob das daran liegt,  dass die kombinierte Zusatzversicherung einfach mehr Umsatz bringt als eine der beiden alleine? Und was sagen eigentlich Astrologen dazu, wenn ihr Steckenpferd auf diese Weise für schnöde Werbezwecke missbraucht wird?





Astrologietest: Brillenträger/Kontaktlinsenträger gesucht!

10 11 2009

Für einen Astrologietest suche ich Daten von Menschen, die unterschiedlich „gute“ Augen haben. Insbesondere solche, bei denen ein Auge signifikant besser ist als das andere. Für den Test habe ich mich mit dem Astrologen auf einen Unterschied von mindestens 2 Dioptrie geeinigt. Dazu brauche ich noch das Geburtsdatum – Geburtszeit bzw. Geburtsort sind nicht notwendig. Natürlich nehme ich auch Daten von Personen an, bei denen beide Augen „gleich gut“ sind (Unterschied kleiner 0,5 Dioptrie), allerdings sind die sowieso leichter zu bekommen.

Benötigt werden also folgende Daten:

Geburtsdatum, Dioptriezahl linkes Auge, Dioptriezahl rechtes Auge

Aus den mir per Mail zugesandten Daten wähle ich jeweils die gleiche Anzahl von Datensätzen für die möglichen Ergebnisse „rechts besser als links“, „links besser als rechts“ und „beide Augen gleich gut“ aus (per Los) und schicke dann die Geburtsdaten – natürlich anonym – an den Astrologen. Dieser versucht an Hand der Geburtsdaten herauszufinden, ob und falls ja welches Auge denn besser ist.

Das Ergebnis wird dann natürlich hier veröffentlicht werden …

Vielen Dank schon Mal im Voraus!





Verlosung: 1 x Astrologieausbildung (für arbeitslose Hamburger) und 1 x Schwurbifex-Starter-Kit (für alle)

4 11 2009

Noch gibt es nur einen einzigen Astrologie-Kurs im Fortbildungsverzeichnis KURSNET der Bundesagentur für Arbeit, der mittels Bildungsgutschein finanziert werden kann. Ich vermute aber, dass sich das bald ändert, und auch die Kurse der Astro-Praxis aus Hamburg diese höheren Weihen erhalten werden (nicht weil die Dame es schon Mitte September angedroht hat, sondern weil man hier – wie das Beispiel aus Köln zeigt – nicht auf die Vernunft der Genehmigungsbehörden setzen kann). Bis dahin hat Frau Fritsch* eine andere Idee, um einem armen Arbeitslosen eine neue berufliche Zukunft zu ermöglichen:

+++NEU+++NEU+++ Verlosung eines kostenfreien Studienplatzes für einen arbeitslosen Interessenten, dem unsere Astrologie-Weiterbildung in Seminaren (Hamburg) als Wiedereingliederung ins Berufsleben sicher dienen würde. Mehr Infos dazu: 040-280-509-50.

Ja, diese Ausbildung dient „sicher“ zur Wiedereingliederung ins Berufsleben, denn man kann sich ja auf so viele verschiedene Arten danach beruflich etablieren (wie auf dieser Seite* nachzulesen ist):

  1. als psychologischer Astrologe mit eigener Praxis in Heil- und Sozialberufen
  2. als Ausbilder in Astrologie- und HP-Schulen als Mentor im Astrologie-Fernunterricht
  3. als Moderator in astrologischen Foren und Blogs
  4. in der Medienbranche als Autor
  5. als Texter für die Esoterik-Branche
  6. als Astrologe in Radio- und Fernsehsendungen
  7. als Layouter für Astro-Fachzeitschriften
  8. als Astro-Coach für Unternehmen
  9. in Internet-Portalen als astrologischer Berater
  10. als Programmierer für Astro-Programme
  11. als Unterhalter in der Freizeitindustrie
  12. im Event- und Entertainmentbereich.

Ich fasse mal kurz zusammen: Der Kurs bei der Hamburger Astropraxis scheint also folgende Ausbildungen mit einzuschliessen:

  • Heilpraktiker / Arzt oder Ähnliches (siehe 1 – Heilberufe sind in diesem Lande ja reglementiert und ein Astrologiekurs alleine reicht da nicht!)
  • Sozialpädagogik oder Ähnliches (siehe 1 – hier oder da findet man keinerlei Hinweis auf Astrologie, also müsste die Ausbildung der Astro-Praxis den Leuten zusätzlich noch das nötige „Handwerkszeug“ beibringen)
  • Grafik / Design (siehe 7 – als Layouter sollte man ja eine entsprechende Ausbildung haben …)
  • BWL (siehe 9 – als Firmencoach wären gewisse BWL-Kenntnisse auch nicht von Nachteil, denn wie will man coachen was man nicht kennt?)
  • Informatik (siehe 10 – die Sterne programmieren sich ja nicht selbst …)

Dazu erwirbt man mit Sicherheit die Fähigkeit sich auf Zuruf deutungsschwangeren Astro-Blablas mittels einer Tastatur (5) oder – mit oder ohne Kamera – eines Mikrofon (6) zu entäußern. Ob man sich nach dieser Ausbildung auch vor Publikum zum Affen machen (11, 12) oder  im Internet (3) oder als Autor (4) blamieren will, das müssen die Seminarteilnehmer natürlich selbst wissen. Ausbilder in einer bestehenden Astrologie-Schule (2) würde ich übrigens nicht empfehlen – es dürfte finanziell ergiebiger sein eine eigene Astrologieschule zu gründen. Mein Tipp: Einfach irgend einen obskuren Planetoiden oder Asteroiden für wichtig und gefährlich erklären und dann immer ganz viel Unsinn schreiben (am besten ‚mal mit dem Stichwort „Orcus“ bei Astrologix rumstöbern – da findet man wirklich Unfassbares … … so viele Links kann man hier gar nicht reinquetschen, dieses Beispiel ist das harmloseste) und so langsam eine Anhängerschar gewinnen Diese kann man dann natürlich weltexklusiv in der neuen Astrologieform ausbilden und da man ja zunächst als Einzige/r dieses obskure Objekt „astrologisch benutzt“ ist natürlich alles erlaubt (… ein obskurer Name wie Nr. 11949 „Kagayayutaka“ hilft da vielleicht, oder man erkläre einfach Nr. 3834** zum für musikalische Genialität und abseitigen Humor zuständigen astrologischen Objekt – bei den Astronomen gibt’s übrigens eine Riesenauswahl mit noch viel mehr ganz tollen Namen!).

Die Verlosung ist eine Superidee von der AstroPraxis! Wirklich! Wenigstens kostenlos – obwohl: ob’s dieses Angebot auch gäbe, wenn im gerade begonnenen Kurs (Preis: 1380 €) nicht noch (mindestens) zwei Plätze frei* wären?

Die Ausbildung/Weiterbildung hat gerade begonnen. Es sind aber noch zwei Plätze frei für einen Quereinstieg. Im Privatunterricht wird der Inhalte der ersten Sitzung problemlos und ohne Preisaufschlag nachgeholt. Außerdem verlosen wir einen kostenfreien Ausbildungsplatz für einen Arbeitslosen-Teilnehmer. Mehr Infos hier: Tel. 040- 280 509 50.

Blöd ist allerdings, dass diese Ausbildung ein ganzes Jahr dauern soll.  Ok, für die oben dargestellten, von mir auf Grund der versprochenen Berufsperspektiven vermuteten, Inhalte ist das wirklich sehr kurz; wahrscheinlich lernen die Leute als erstes diejenigen Termine astrologisch zu bestimmen, an denen man die Lerninhalte ratzfatz in die – von wissenschaftlichem Wissensbalast offensichtlich vollständig entleerte – Birne reinkriegt. Trotzdem – das dauert alles viel zu lange … … deswegen habe ich mich entschlossen auch etwas zu verlosen, und damit kann die glückliche Gewinnerin oder der glückliche Gewinner quasi sofort in eine neue, erfolgreiche berufliche Zukunft in dieser Branche starten:

Am 11.11. verlose ich einen vollständigen Schwurbifex-Starter-Kit, bestehend aus einer hübschen Metalldose, ein wenig Papier und einer CD. Wer gewinnen will muss mir nur glaubhaft machen, dass dieser Schritt in eine erfolgreiche berufliche Zukunft in der Esoterikbranche nicht nur dringend notwendig ist sondern weder von wissenschaftlichen Kenntnissen oder gesundem Menschenverstand noch von irgendwelchen Skrupeln behindert wird. Bewerbungen werden gerne hier in den Kommentaren entgegengenommen – notfalls entscheidet natürlich das Los!

Hier kann man schon mal einen Blick darauf werfen:

Software

Und übrigens: Nicht nur Sternenschwurbelei geht mit dieser Software, auch für Kartenlegen, Runendeuten, Namensanalyse und Biorhythmus sind Programme dabei! Ob man dafür eine eigene Praxis eröffnen möchte ist sicherlich Geschmacksache, aber für ein breit gefächertes Angebot in einem kleinen Onlineshop ist das der ideale Start. Nur schnell die Software-Pakete installiert, eine Webseite für die einzelnen Angebote zusammengefaselt und schon kann’s losgehen. Und ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass alle Analysen zu mindestens 100% richtig sind – sogar wenn man das falsche Geburtsdatum oder den falschen Namen eingibt. Doch! Das funktioniert tatsächlich! (… natürlich nur gegen Vorkasse!)

Möchte jemand die Qualität der Software vorab testen? Gegen einen kleinen, selbst zu wählenden (jeder gebe so viel wie möglich), mindestens dreistelligen Energieausgleich (natürlich nur in Euro – und ohne Komma, führende Nullen oder Minuszeichen … … auf vermeintlich lustige Kasperlegebote der Art 0,02 € oder -1000€ reagiere ich nicht! Und klar: Vorkasse!) erstelle ich selbstverständlich gerne eine Komplettanalyse, damit ich die horrende Summe, die ich für diese Software ausgerechnet bei Saturn (!!!!) lassen musste, auch bald wieder einspielen kann:

Preis

*auf Grund meiner bisherigen Erfahrung mit den öfter mal wechselnden Inhalten auf den Webseiten der Astropraxis bin ich dazu übergegangen die Seiten auf WebCite zu archivieren …

** für alle Faulpelze, die nicht bei den Asteroidensuchern nach Nr. 3834 suchen wollen hier der Name des Steinbrockens: „Zappafrank“ (… und die Empfehlung an die PKHF™)





Jetzt doch: Bundesanstalt für Arbeit fördert Astrologieausbildung!

31 10 2009

Mitte September hatte die „Astropraxis“ von Frau Fritsch aus Hamburg schon auf astrologie.de vollmundig verkündet, dass die angebotene Astrologieausbildung bald über Bildungsgutscheine der Bundesagentur für Arbeit finanziert werden kann. Der Artikel selbst wurde übrigens inzwischen wieder aus dem Portal entfernt, und auch ähnliche Ankündigungen auf der Webseite der Astropraxis waren einem ständigen Veränderungsprozess unterworfen. Es wurde dann sogar gemutmaßt, dass mein Kommentar auf dem GWUP-Blog, in dem ich die Finanzierung einer solchen Ausbildung aus öffentlichen Mitteln als Skandal bezeichnete, vielleicht der Start einer urbanen Legende sein könnte …

Jetzt sieht es anders aus: Es ist keine urbane Legende sondern traurige Wahrheit! Auf KURSNET liefert die Eingabe des Stichworts Astrologie tatsächlich ein Kursangebot*, das mit Bildungsgutscheinen gefördert werden kann – allerdings nicht das der oben erwähnten Astropraxis von Frau Fritsch sondern das der Astrologieschule Sabine Bends u. Holger Faß GbR und natürlich fehlt ein entsprechender Hinweis auf deren Webseite nicht (ganz unten!). Schaut man auf die in KURSNET hinterlegte Kursbeschreibung, dann findet sich dort das Änderungsdatum 19.10.2009 – seit knapp 2 Wochen ist es also möglich, dass eine Ausbildung, die zum Ausnutzen der Hilflosigkeit von Menschen führen kann, aus Steuergeldern finanziert wird. OK, ich weiß natürlich dass nicht alle Astrologen als schamlose Abzocker via Astro-TV Anrufern das Geld aus der Tasche ziehen – aber das macht die Astrologie weder sinnvoller noch seriöser. Tatsache bleibt, dass jetzt pseudowissenschaftlicher Nonsens per Ausbildung zum Sternenschwurbler staatlich gefördert werden kann, und das kann man wirklich nur als skandalös bezeichnen!

Vielleicht sollte ich jetzt doch mal versuchen meine schon vor 6 Wochen vorgeschlagenen Kurse im KURSNET unterzubringen – weniger plausibel als die Astrologieausbildung sind sie auch nicht:

  • „Aufzucht und Haltung von Dinosauriern“ (im Bereich Tierzucht, -pflege, -haltung), immerhin gibt es dazu ein wunderbares Lehrbuch (das man vor einigen Jahren als Spektrum-Abonnent in einer pdf-Version herunterladen durfte)
  • Ausbildung zum „Gästeführer(in) Atlantis“ (im Bereich Reiseleitung, Fremdenführung), analog der sicherlich hervorragenden Ausbildung „Gästeführer(in) Eifel“ – mit dem kleinen Unterschied, dass das Reiseziel nicht so genau festglegt ist. Die Lokalisierungshypothesen erfordern ja Reisen in eine ganze Reihe touristisch interessanter Gegenden (die dann natürlich auch über die Bildungsgutscheine bezahlt werden sollten) …
  • „Tastaturbedienung per Telekinese“ – ein Kurs zur Optimierung der Computer-Skills: Kaum gedacht bewegen sich die Tasten automatisch, und das unabhängig davon ob nur Texte abgetippt oder komplexe Programme geschrieben werden sollen (für den Bereich EDV-/IT-Grundlagen)

* da das mit dem Webcite-Trick nicht funktioniert hat, hier ein paar Screenshots dazu:

2009-10-31 11.35.13

2009-10-31 11.35.59

2009-10-31 11.36.10

 





Astrologie und Bildungsgutscheine – Meine urbane Legende?

8 10 2009

Vor gut zwei Wochen hatte ich eine Meldung auf Astrologie.de zum Anlass genommen die Frage zu stellen, ob die Bundesagentur für Arbeit mit ihren Bildungsgutscheinen nun vielleicht Astrologieausbildungen fördern würde. Auch bei Florian auf Astrodicticum Simplex wurde das kurz thematisiert … … und vorgestern (6.10.2009) schien es tatsächlich so weit zu sein, denn auf der Webseite der „Astropraxis“ von Helen Fritsch war Folgendes zu lesen:

Zudem wurden alle Lehrgänge im Verzeichnis ‘KURSNET’ der Bundesagentur für Arbeit aufgenommen, Bildungsanbieter-ID: 54014, Kurs-Id: 2665581/1155557. Ab sofort werden alle unsere Fernlehrgänge von der Bundesagentur für Arbeit durch Bildungsgutscheine zu 100 Prozent gefördert! (Zertifikat-Nummer: 800809) Dies bedeutet für Arbeitslose (Empfänger von Hilfe zum Lebensunterhalt nach SGB II und -III) oder Menschen, die von Arbeitslosigkeit bedroht werden, dass eine 100%-ige Kostenübernahme Ihrer Ausbildung über uns möglich ist.

Auch Florian hatte einen Teil des Textes in seinen Blogbeitrag kopiert. Kein Wunder, dass ich auf dem GWUP-Blog dies kurz kommentierte und als Skandal bezeichnete (Zeit einen Beitrag für meinen Blog zu schreiben hatte ich nicht – das wollte ich im Laufe der Woche nachholen). Zwar war in der Datenbank KURSNET der Astrologiekurs von Frau Fritsch noch immer nicht als per Bildungsgutschein finanzierbar gekennzeichnet, aber da Frau Fritsch mit so genauen Angaben – inclusive der Zertifikatsnummer – warb, vertraute ich den Aussagen der Astrologin. Warum auch nicht? Der gesamte Internetauftritt von Frau Fritsch ist sehr um Seriosität bemüht und es gab für mich nicht den geringsten Anlass an ihrer Aussage auf der Webseite zu zweifeln. Der Begriff „Skandal“ bezog sich ja auch nicht auf das Angebot der Astropraxis sondern auf die Tatsache, dass dieses Angebot die für den möglichen Einsatz von Bildungsgutscheinen notwendige  Zertifizierung erhalten haben sollte. Per GWUP-Twitter wurde die Nachricht von diesem Skandal weiter verbreitet …

… aber gestern (7.10.2009) las sich das Ganze auf der Webseite der Astropraxis (kein Link! s.u.) schon wieder ganz anders:

Wir erfüllen akutell den ersten Step (Zertifizierung des Bildungsträgers). Der zweite Step ist beantragt und das Verfahren läuft.

Die Aussage vom Vortag war wieder verschwunden, und jetzt war die Zertifizierung des „zweiten Step“ beantragt. Der Politblogger nahm dies zum Anlass zu fragen, ob hier eine urbane Legende am Entstehen sein sollte. Er selbst war sich dabei ziemlich sicher:

Und zweitens traue ich der Arbeitslosenverwaltung Bundesagentur für Arbeit (BA) zwar eine ganze Menge Unfug zu, aber dass sie pure Scharlatanerie finanziell fördert, würde ich selbst ohne weitere Recherche kategorisch ausschließen.

Ob er dies angesichts des heute (8.10.2009) wieder veränderten Textes auf der Webseite von Frau Fritsch weiterhin kategorisch ausschließen möchte? Die aktuelle Version habe ich sicherheitshalber auf WebCite hinterlegt (2009-10-08. URL:http://www.astrologie-ausbildung.eu/. Accessed: 2009-10-08., Archived by WebCite® at http://www.webcitation.org/5kMik3ocM):

Zudem wurde im Oktober 2009 unser Ausbildungszenturm DAV-Hamburg AZWV zertifiziert. Die Hanseatische Zertifizierungsagentur (HZA) bestätigt, dass das System zur Qualitätssicherung unserer Organisation beurteilt wurde und die in der “Anerkennungs- und Zulassungsverordnung- Weiterbildung- AZWV” festgelegten Anforderungn erfüllt werden. Wir wurden als Träger für die Förderung der beruflichen Weiterbildung nach dem Recht der Arbeitsförderung zugelassen.

Was bedeutet das jetzt? Wird der Kurs jetzt gefördert oder nicht? Im KURSNET ist der Kurs aktuell noch nicht als durch Bildungsgutscheine finanzierbar gekennzeichnet und nach der Antwort, die ich von der  Bundesanstalt für Arbeit auf meine Anfrage hin bekam, steht die endgültige Entscheidung wohl noch aus:

Der Vorgang ist bekannt und wird zur Zeit geprüft.

Also heißt es aktuell: Abwarten und regelmäßig nachschauen, was sich auf der Seite der Astrologin bzw. im KURSNET tut! Urbane Legende oder Skandal? In diesem Fall wäre mir Ersteres lieber …





Dazugelernt: Herr Fuchs beendet seine astrologische Tätigkeit

6 10 2009

Noch im April hatte sich Stephan E. Fuchs in seinem Newsletter auf Astrologenart zum Amoklauf eines Schülers in Winnenden geäußert – jetzt hat er seine astrologische Tätigkeit beendet. Auf seiner neu gestalteten privaten Webseite kündigt er eine ausführliche Begündung für seinen Schritt an, auf die ich schon mal sehr gespannt bin. In seinem kurzen Beitrag vom letzten Samstag findet sich folgender Absatz:

Der primäre Grund ist, dass ich nach Jahren der Forschung für mich zum Ergebnis gekommen bin, dass die Astrologie nicht funktioniert und mehr eine Illusion unseres Verstandes ist, denn Realität. Dies fand ich während einer Studie heraus, die für ein Buch gedacht war die Astrologie zu belegen.

Diese Konsequenz verdient absolute Hochachtung! Nicht nur dass Herr Fuchs bereit war, seine Behauptungen überhaupt zu testen (viele Astrologen lehnen das schlicht und einfach ab) – nach erfolglosem Test den Ausstieg aus der Astrologenwelt zu wagen ist wirklich sehr mutig. Ich wünsche Herrn Fuchs für die Zukunft alles Gute – und hoffe, dass sein Schritt weniger negative Folgen hat wie der des Betreibers von Astrology-and-Science.  Die  Folgen seines persönlichen Ausstiegs aus der Astrologenwelt beschreibt er wie folgt:

 

My happy world of astrology collapses
This harsh realisation, on top of all the negative statistical results of the many serious studies (including my own) into astrological claims, had a devastating effect on me. My happy world of astrology collapsed. It felt as if the bottom had been kicked away from under my existence.

This was the beginning of a terrible time. First of all, due to this awful new knowledge that it all had been an illusion I felt compelled to close my astrology-practice. After all, I had been dealing in illusions, and hence felt it unethical to continue selling such illusions.

If that had been all, it would not have been so bad. But since astrology had been my great passion, which now all of a sudden had turned into a great disappointment, it was as if I had fallen into a big black hole. When trying to look forward, I saw no horizon, no future. I had invested my whole existence on the rosy promises of astrology, and on its certainty that one’s life has a definite meaning and is inseparably linked with the universe. But now I saw only a terrible never-ending blackness. A clinical depression ensued which would last for some years and which, for one thing, cost me my marriage.

Only after I had returned to the Netherlands in 1987 and had to find a way to begin a new life (I found a new wife and a good job) did my sorrow about the loss of astrology slowly fade away.

Dass Rudolf Smit heute wieder privat Horoskope deutet soll übrigens nicht verschwiegen werden – nach dem Artikel auf seiner Webseite nimmt er aber dafür kein Geld und informiert vorab darüber, dass er lediglich eine Illusion liefert, die aber trotzdem hilfreich sein kann. In dem sehr langen – aber auch sehr empfehlenswerten – Interview zwischen dem Astrologen Gary Phllipson und fünf astrologischen Forschern (es handelt sich um die erweiterte Fassung zweier Buchkapitel aus Phillipson’s „Astrology in the year zero„) wird auch die Frage gestellt ob es überhaupt etwas Gutes in der Welt der Astrologen gibt und die Antwort finde ich nach wie vor interessant:

What in the world of astrology do you see as helpful or beneficial to people?

Researchers: Good persons. A warm and sympathetic astrologer provides non-threatening therapy that is sometimes hard to come by, especially as no admission of some physical, mental, or moral weakness is required, as with a doctor or psychiatrist or priest.

Diese Art der „Therapie“ kann man aber meines Erachtens auch ganz einfach ohne das unnötige Sternenbrimborium in einem Gespräch mit guten Freunden erhalten …





Let’s fledder again: Allgeier-Newsletter mit Leichenreflex

1 10 2009

Nachdem der Amoklauf von Winnenden am 11.3.2009 mehrere Astrologen zu ausufernden Kommentaren „inspirierte“ (natürlich war das alles astrologisch erklärbar, nur vorhergesagt hatte es selbstverständlich niemand) wissen wir dank dem Newsletter des Allgeier-Verlags vom 28.9.2009 (Merci für’s weiterleiten, Stefanie), dass auch der Amoklauf eines Schülers in Ansbach (17.9.2009) und der S-Bahn-Mord von München-Solln (12.9.2009) astrologisch erklärt werden können.

Welch unerträglicher Zynismus lässt die Autoren vom Allgeier-Verlag eigentlich ein Horoskop für einen Mord erstellen?

Im Horoskop des Mordes steht Gewaltplanet Pluto am Aszendent, der in diesem Falle stellvertretend für die Täter steht. Die Sonne läuft auf Saturn zu, der in Opposition zu Uranus steht. Sonne und Schicksalsplanet Saturn, den die alten Astrologen auch als das „große Unglück“ sahen, befinden sich im 8. Haus, dem Bereich, der mit Tod und Zerstörung zu tun hat. Der Mond war der zündende Funke, er erhöhte die Gewaltbereitschaft der Täter, brachte in Opposition zu Pluto und im Quadrat zu Saturn und Uranus das Fass zum Überlaufen.

Nach dieser „Deutung“ waren die Täter also offensichtlich zumindest nicht alleine schuld – es war der Mond, der die Gewaltbereitschaft erhöhte und der deshalb wegen Anstiftung oder Ähnlichem ebenfalls auf eine Anklagebank gehört. Ähnlich auch die Erklärungen im Fall Ansbach:

Im Horoskop des Amoklaufs stehen Sonne, das Problem der Stunde, und Saturn im 12. Haus, was auf tiefe Depression, Verzweiflung und Isolation hinweist. Symbolisch für den Attentäter steht der Waage-Aszendent, dessen Herrscherin Venus sich im 11. Haus befindet, das mit Freundschaft und Hoffnung zu tun hat. Venus steht Neptun gegenüber, das seine Enttäuschung in Freundschaften, allgemein sozialen Angelegenheiten und in der Liebe dokumentiert. Der Mond, der die Stimmung im Augenblick der Tat widerspiegelt, befindet sich ebenfalls im 11. Haus und läuft dort auf Saturn zu, was zusätzlich in die Richtung Depression und Verzweiflung aufgrund von Ablehnung, Missachtung und Außenseitertum hindeutet. Mars steht direkt am MC, dem höchsten Punkt der Sonnenbahn, was Gewalt zum obersten Ziel hat. Die Merkur-Pluto-Spannung auf das 3. Haus beschreibt eindrucksvoll die Gefahr, in der sich die Schule befindet (Pluto = Zerstörung, 3. Haus = Schule). Ein großes Glück, dass es „nur“ Verletzte gab.

Wie immer kann der Sterndeuter im Nachhinein – übrigens auch ganz ohne Geburtsdatum des Täters, aber mit etwas Kenntnis der dazugehörigen Presseberichte – genau erklären, warum es so kommen „musste“ und wie immer wird nicht erklärt, warum gerade dieser Schüler als Einziger eine solche Tat beging. Standen für andere Menschen nicht auch  Sonne und Saturn im 12. Haus? Bedeutete dies bei anderen Menschen etwas Anderes, und wenn ja, warum? Ganz böse ist übrigens auch im 2. Fall der Mond gewesen. Dieses Mal weil er laut Deutung irgendwie „auf Saturn zu“ gelaufen sei …

Nach den Allgeier-Fledderprofis ist der Mond also ab sofort als Serientäter oder zumindest Serienanstifter zu betrachten – vielleicht ist das ja der eigentliche Grund für eine deutsche Mondmission: Es geht nur um die Sicherheit unserer Bevölkerung, wenn dank überragender Technologie dafür gesorgt wird, dass der Mond solche Ausflüge in Zukunft unterläßt.

Im Horoskop des Amoklaufs stehen Sonne, das Problem der Stunde, und Saturn im 12. Haus, was auf tiefe Depression, Verzweiflung und Isolation hinweist. Symbolisch für den Attentäter steht der Waage-Aszendent, dessen Herrscherin Venus sich im 11. Haus befindet, das mit Freundschaft und Hoffnung zu tun hat. Venus steht Neptun gegenüber, das seine Enttäuschung in Freundschaften, allgemein sozialen Angelegenheiten und in der Liebe dokumentiert. Der Mond, der die Stimmung im Augenblick der Tat widerspiegelt, befindet sich ebenfalls im 11. Haus und läuft dort auf Saturn zu, was zusätzlich in die Richtung Depression und Verzweiflung aufgrund von Ablehnung, Missachtung und Außenseitertum hindeutet. Mars steht direkt am MC, dem höchsten Punkt der Sonnenbahn, was Gewalt zum obersten Ziel hat. Die Merkur-Pluto-Spannung auf das 3. Haus beschreibt eindrucksvoll die Gefahr, in der sich die Schule befindet (Pluto = Zerstörung, 3. Haus = Schule). Ein großes Glück, dass es „nur“ Verletzte gab.

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