Youtube-Prognosen 2016: Katastrophen und Blabla

11 04 2016

Eine kurze Suche auf youtube nach Prognosen für 2016 liefert eine fast endlose Reihe von Videos mit überwiegend katastrophalen Voraussagen. Aber nicht immer ist die Katastrophe aus der Überschrift wirklich eine Prognose, wie schon das erste Video (22:05 Minuten) zeigt. Die Überschrift verspricht eine sehr genaue Prognose:

MASSIVE MEGA QUAKE PREDICTED TO DESTROY THE PACIFIC NORTHWEST 2-6-2016

Ein Mega-Erdbeben am 6. Februar? Wäre ja eine totale Fehlprognose gewesen, aber es war eben auch keine echte Prognosen. Es handelt sich um einen Zusammenschnitt mehrerer Dokumentationen der Art „was wäre wenn“ über eine real vorhandene Erdbebenzone in der Nordpazifikregion der USA – und zufällig hatten Wissenschaftler für ihre Simulation der Folgen eines Erdbebens das Datum 6. Februar gewählt … … in dem Video selbst wird – kurz nach Minute 16 – ganz deutlich gesagt, dass man den Termin für das von Wissenschaftlern irgendwann erwartete Beben eben nicht voraussehen kann.

In diesem „Video“ – einer fast 3-Stündigen Radiosendung (2:48:12), die 60 Prognosen verspricht – wurden ein paar Astrologen und Hellseher befragt. Nachdem die Astrologen Constance Stellas, Jeff Haarman (kein Wirtschaftszusammenbruch, erst 2020) und Dawn Silver (Hillary wird Präsidentin) so gut wie gar nichts sagen gibt es von der Hellseherin Laura Lyn (ab 1:55:00), die als „tsunami of positive energy“ vorgestellt wird, dann doch ein paar Prognosen. Sie erwartet für 2016:

  • Ein Hurricane bedroht Mexiko, löst sich dann aber durch die Gebete der dort Lebenden plötzlich auf
  • Ein katastrophales Erdbeben bedroht Mexiko, man könne es aber durch Gebete noch abwenden
  • Überschwemmungen in Mexiko (deren Schwere man durch Gebete beeinflußen könnte)
  • Terroranschlag in London (mit Chemiewaffen oder Ähnlichem, Ziel ist das Parlament)
  • Jemand aus der „royal familiy“ stirbt

Sie hat also ein absolutes Katastrophenfaible für Mexiko – und wenn nichts passiert, dann haben eben die Leute dort genug gebetet. Lächerlich! Als nächstes darf Lisa Caza ran (2:02:00), die in ihrem Blog verspricht ihre Prognosen regelmäßig upzudaten (allerdings nur bis zum 13. Februar). Sie gehört zu den Labertaschen und sagt nichts Spezielles – außer für die Börse:

The stock market is going to fluctuate wildly starting from February onwards. It will first take a major dip in February and then goes higher once more.

Ach ja, es sollen Touchscreen-Fernseher erfunden werden … … die gibt es allerdings schon seit 2011!

Das Medium Kerrie O’Connor (02:09:00) darf recht lange labern, sagt aber mit wenigen Ausnahmen kaum etwas Genaues voraus:

  • Donald Trump tritt als unabhängiger Kandidat zur US-Präsidentenwahl an, aber Hillary Clinton wird gewinnen
  • Ein schweres Erdbeben in Italien
  • März und April spielen die Börsen verrückt
  • Justin Bieber hat einen Unfall mit einem Flugzeug

Außerdem behauptet sie, dass man bereits vor Jahren Knochen einer Menschenrasse gefunden habe, die 13 bis 15 Fuß (also etwa 4 m) groß waren und deren „Kristallheilungskräfte“ bereits im Geheimen genutzt werden. Was für ein Quatsch!

Auf einem Video (32:11) mit der Überschrift „5 Nostradamus Predictions and Visions for 2016“ gibt es langweiliges Gelaber und keine einzige Prognose, die 9 Minuten lange Warnung vor dem 3. Weltkrieg hatten wir hier schon.

Unter den vielen, die für 2016 den Weltuntergang aus der Bibel herausgelesen haben möchte ich Richard H. Perry (zum Glück nur 7 Minuten) und David Vose (braucht 52 Minuten dafür) aufführen. Jedes Jahr das Gleiche, und jedes Jahr liegen die Weltuntergangspropheten daneben.

Noch viel länger ist das Video von Joseph Tittel aus New York – ganze 3:36:05 Stunden dauert sein Geschwurbel. Ob er nach der 39-minütigen Meditation zu Beginn dann vielleicht doch noch etwas sagt habe ich nur in Stichproben überprüft. Gefunden habe ich eine Kaffeepause (ca. 1:30:00), diverse Verschwörungstheorien (z.B. Nazis in der Antarktis) und die üblichen Katastrophenprognosen (Überschwemmung am Mississippi, Trockenheit und Feuersbrünste in diversen Teilen der USA, vielleicht eine weitere Katastrophe wie beim Hurrikan Kathrina, Erdbeben mit Tsunami in Japan, drei größere Erdbeben in China in den nächsten 18 Monaten, der nächste große Tsunami betrifft die Phillipinen, der 3. Weltkrieg hat schon begonnen, Trump wird nicht US-Präsident). So richtig spannend ist das aber nicht, denn irgend etwas Genaues kommt ihm nicht über die Lippen.

(Das sind die Nummer 16 bis 24 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2016)





Der Sportastrologe macht Pause – und erstaunt mit Selbsterkenntnis

7 04 2016
Der selbst ernannte „Sportastrologe“ Jannis Okun („Fußballastrologe“ wäre wohl ein passenderer Titel) hat auf seinem Blog AstroArena eine Pause angekündigt. Dort hatte er bisher allerlei Prognosen – überwiegend zu Fußballspielen, andere Sportarten spielten nur eine Nebenrolle –  abgegeben, sich diverser Treffer bezichtigt und durfte in der Folge bisweilen auch in den Medien über irgendwelche Fussballspiele, den Ausgang der Bundesliga oder die Zukunft einzelner Mannschaften reden. Inzwischen hat er scheinbar selbst gemerkt, dass seine im Blog zu findenden Prognosen weit von der Qualität entfernt waren, die er wohl selbst erwartet hatte. Seine Pause leitet er mit dem Eingeständnis seines Scheiterns bei den letzten beiden Vorhersagen ein:
Bereits nach meinen Prognosen vor der Länderspielpause, die man wohlwollend noch als “Negativlauf” hätte bezeichnen können, äußerte ich, wie froh über die zwei folgenden freien Wochen bin. Gleich nachdem diese vorbei war, versemmelte ich dann die nächste Prognose auf hochtrabende Weise als ich einen Wolfsburger Sieg in Leverkusen vorhergesagte[…]Nur fünf Tage später folgte dann der nächste Fehlschlag auf ganzer Linie. Der sportastrologe prognostizierte, dass der VfL “keine Chance” gegen Real Madrid im Champions-League-Viertelfinale haben würde.
Bekanntlich gewann Leverkusen gegen Wolfsburg klar mit 3:0 (sein Tipp war 1:3) und Wolfsburg schlug dann Real Madrid mit 2:0 (hier hatte er auf 0:3 getippt). Nun ja, Fehlprognosen sind ja nichts Besonderes, die kommen ja immer wieder mal vor, aber dass sich ein selbst ernannter Prognostiker ein Scheitern auf der ganzen Linie bescheinigt ist bemerkenswert:
Selbst wenn man sich die ganzen Prognosen der letzten Wochen genauer ansieht, z.B. die Analysen zu einzelnen Spielern, so muss man konstatieren, dass hier aber auch so gut wie gar nichts stimmte, nicht selten sogar das Gegenteil eintrat. Es war kein Pech und keine Prognosen, die man doch noch in irgendeiner Form als Erfolg hätten werten können (z.B. später Ausgleich bei einer Siegprognose), nein, es war in aller Regel ein Versagen auf ganzer Linie. Ohne Wenn und Aber.
Soviel Selbsterkenntnis habe ich von einem Astrologen lange nicht mehr gelesen, auch wenn er diese ein klein wenig verwässert. Dass Astrologen es gerne als „Erfolg“ ansehen, wenn ihre Siegprognose durch einen späten Ausgleich „gekillt“ wird fand ich schon immer sehr eigenartig – wenn ich Sieg voraussage und es endet Unentschieden dann lag ich eben falsch. So richtig erstaunt hat mich dann noch der folgende Satz:
Um einem “aufmunterndem” Argument von Vornherein den Wind aus den Segeln zu nehmen
– der Einwand, das ich hier ja auch schon “viele herausragende Prognosen” abgeliefert hätte (dies ist übrigens keineswegs statistisch belegt), wird mit jeder Fehlprognose mehr und mehr ad absurdum geführt.
Ich gebe ja zu, dass ich diesem Blog nur ganz sporadisch etwas Aufmerksamkeit gewidmet habe, weil ich erstens kein großer Fußballfan bin und mir zweitens jedweder Sportwettenkran gepflegt am Allerwertesten vorbei geht (Herr Okun postet bisweilen seine Wettscheine, am liebsten natürlich wenn er damit gewonnen hat – auch wenn er dazu gar keinen Artikel auf seinem Blog veröffentlicht hatte), aber dass er den ein oder anderen Treffer gelandet hat ist mir nicht entgangen. So richtig spektakulär fand ich die  Treffer allerdings nicht, denn er hat oft so viele Namen oder mögliche Entwicklungen vorab in den Vordergrund gestellt – und dann in der folgenden Analyse einfach vergessen, wenns denn nicht gepasst hat. Und bevor man etwas überhaupt statistisch beurteilen kann müsste man vorab das gesamte Procedere (z.B. die Art der Prognosen; was gilt als Treffer, was als Niete; usw. usf.) festlegen, darauf hatte ich Herrn Okun schon während der WM 2014 hingewiesen.
Zu seinen „besonderen Treffern“, denen er in seinem Blog eine eigene Rubrik widmet, ein paar Zitate aus einer seiner von ihm selbst als Topprognosetreffer eingestuften Voraussage zum DFB-Pokalfinale 2015 (Wolfsburg siegte 3:1 gegen Borussia Dortmund):
  • Mit den starken Aspekten der Offensivkräfte kann ich mir ein anschauliches, offenes Finale vorstellen. Ich bin mal mutig und tippe auf ein 2:2.
  • Eine Entscheidung erst im Elfmeterschießen halte ich schließlich für gut denkbar.
  • Wolfsburg holt sich zum ersten Mal den Pokal. Die starken Transite haben sich bestätigt. Als das Pokalfinale feststand, war ich mir schon ziemlich sicher, dass der VfL es packt. Erst als ich heute noch mal den BVB durchgeschaut habe und neben Jupiter Trigon Saturn im BVB-Vereinshoroskop noch auf die Aulösungen bei Reus und Aubameyang gestoßen bin, sind mir noch mal Zweifel gekommen.
Dazu gibt es viele Horoskopbildchen und ganz viel Astroblabla a la …
Sonne und Merkur in Opposition zu Mars wäre als kritischer Transit vorhanden bei einer Geburtszeit nachts/morgens. Venus Trigon Mondknoten sieht dagegen positiv aus. Im Quadrat zur Venus würden Sonne und Merkur bei einer sehr späten Geburtszeit stehen.
Die Sätze galten übrigens dem Dortmunder Spieler Marcel Schmelzer. In seiner Nachbetrachtung schreibt sich Okun dann einen „Treffer“ gut, weil der Dortmunder Verteidiger eine zu einem Tor führende Flanke nicht verhindern konnte. So richtig toll ist dieser Treffer eh nicht. Eine der beiden Mannschaften wird gewinnen (50%-Chance), hier hatte er richtig gelegen. In den Details (2:2, ggf. Elfmeterschießen) eben nicht.
Hoch anzurechnen ist Herrn Okun, dass er  tatsächlich versucht seine Prognosen „transparent“ zu machen – wobei allerdings der auch von ihm benutzte, sehr schwammige, Astrologensprech (siehe Schmelzer-Beispiel) eine für die kritischen Analyse notwendige, möglichst objektive Einschätzung seiner Aussagen verhindert. Ich glaube ihm natürlich, dass er seine astrologische Tätigkeit ernst nimmt (genommen hat?), jetzt will er sich auf jeden Fall – wahrscheinlich – eine Pause gönnen:
Um die Sache zum Ende zu bringen. Ich werde hier – wenn überhaupt – bis zum Ende der Saison nur noch ganz vereinzelt meine astrologischen Ergüsse unter die Leserschaft bringen. Was dann zur Europameisterschaft passieren wird, steht in den Sternen – obwohl sicher bin ich mir diesbezüglich auch nicht mehr… Vor allem meine Masterarbeit freut sich über die neu hinzugewonnene Zeit in den kommenden Wochen
Für seine Masterarbeit wünsche ich ihm natürlich gutes Gelingen, und falls er zur EM ein paar Prognosen hat werde ich mich natürlich mit diesen beschäftigen. Manche werden vielleicht auch hoffen, dass die ausführlichen Diskussionen mit ihm im Blog von Florian Freistetter  vielleicht doch Wirkung gezeigt haben. Seine Pausenankündigung klingt auf jeden Fall so, als würde er durchaus auch an seiner Methode zweifeln. Vielleicht hat er es inzwischen selbst gemerkt, dass die von ihm häufig vehement verteidigte Sterndeuterei einfach keine vernünftigen Ergebnisse liefern kann. Er wäre nicht der Erste




Das Zugunglück von Bad Aibling und die astrologischen Leichenfledderer – eine Ergänzung

7 04 2016

Egal was auf der Welt passiert, die Astrologen können das Geschehene immer im Nachinein (und nur im Nachhinein) mit schwachsinnigen, bisweilen schwülstig formulierten, Sternengelaber erklären. Das ist nichts Neues, aber nachdem im GWUP-Blog ein ganz spezielles Kleinod der astrologischen Leichenfledderei gepostet wurde habe ich jetzt doch mal meine Sammlung zu diesem Thema herausgeholt und möchte sie kurz präsentieren. Wie bekannt waren am 9. Februar zwei Regionalzüge in der Nähe von Bad Aibling frontal zusammen gestoßen, weil der zuständige Fahrdienstleiter fatalerweise beiden Zügen die Fahrt in den eingleisigen Abschnitt erlaubt hatte.

Der im GWUP-Blog angesprochene Dr. Firgau hatte dann aus den Geburtsdaten der 11 Todesopfer ein „durchschnittliches Geburtsdatum“ (im Astrologensprech heißt das „Kombin“) ausgerechnet und aus diesem sowie aus ähnlichen Datumswerten ein „Gruppenschicksal“ herausgedeutelt – und sich so (nicht zum ersten Mal, man beachte die Kommentare im GWUP-Blog) lächerlich gemacht. Aber er war natürlich nicht der einzige astrologische Leichenfledderer …

Im Astrogeography-Blog von Georg Stockhorst geht es um Ort und Zeit des UNfalls, und schwupps sind irgendwie Venus und Merkur die Schuldigen:

Das Ereignis Horoskop zeigt eine Merkur – Venus Konjunktion in Haus 12 bei 20° und 24° des Erdzeichens Steinbock exakt auf der astrogeographischen Position des Ereignisortes bei 21° Steinbock. Da beide Planeten, die Venus als Herrscher des Zeichens Stier und Merkur als Herrscher des Zeichens Zwillinge den IC als im Horoskop genau den Punkt besetzen der die Erde unter dem Ereignisort betrifft ist ihre Konjunktion auch in dieser Hinsicht als Hauptindikation für das Geschehen an dem Ereignisort zu bewerten.

Ich bin ja ganz sicher, dass es die ziemlich genau gleiche Konstellation am gleichen Tag auch noch an anderen Orten gab – komischerweise ohne irgendeinen Unfall. Bei der astrologischen Onlinepostille Loop! wird auch astrologisch gedeutelt, aber hier wird ein ganz anderer Grund für das Unglück gefunden, denn hier geht es irgendwie um Saturn und eine Schütze-Sonne bei der Erstfahrt des Zuges:

Am auffälligsten ist dabei wohl die fast exakte Konjunktion des aktuellen Saturns mit der Schütze-Sonne der Erstfahrt (blau umrandet). Diese Schütze-Sonne steht dazu ja noch in Konjunktion mit Mars, was nun einerseits wunderbar die Möglichkeiten der Eisenbahn bebildert (den weiten Raum schnell zu erobern), andererseits unter ungünstigen Voraussetzungen eben auch die Gefahr von Unfällen hervorhebt.

Bei den Allgeiers ist es wieder ganz anders, denn jetzt ist es der Steinbock im Wassermann … … und der Mond, und Neptun und (wieder) der Merkur:

Zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes um 6:40 Uhr wechselte der Aszendent gerade vom Steinbock in den Wassermann. Er befand sich also im sogenannten Vakuum-Bereich, der die Unklarheiten, das nicht Erkennen der Situation andeutet. Ferner lief der Mond auf Neptun zu, den Planeten der Täuschung. Drei Planeten, unter anderem der rückläufige Merkur, der den Zug, die Eisenbahn symbolisiert, standen im 12. Haus, klassisch der Bereich des Unglücks.

… und auch Mars ist irgendwie dabei (den hatten wir noch nicht):

Die Sonne, die wohl den Fahrdienstleiter bzw. den Verantwortlichen symbolisiert, gegen den inzwischen ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr läuft, stand ganz offensichtlich unter großer innerer Anspannung und Druck, die ihn zu dieser Fehlreaktion verleitete. Gewaltplanet Mars stand in Haus 9, dem Haus der Reise.

Aha …

Ganz abstrus wird es dann im Bluesastrologiecafe:

Das Quadrat der Sonne mit Mars und das Quincunx zwischen Mars im Skorpion (!) zu Uranus im Widder lässt keinen anderen Schluss zu:

Bad Aibling-Zugunglück: Experte vermutet bewussten Eingriff

Äh was? Bewusster Eingriff? Kein Unfall, kein Fehler des Fahrdienstleiters sondern ein bewußter Eingriff? Vielleicht war der „Experte“ ja Alexander Gottwald, denn dessen von so ziemlich jeder abstrusen (und tiefbraun düftelnden) Verschwörungstheorie geschwängerte Faseleien zum Thema beschäftigt sich mit den folgenden Fragen:

– War Bad Aibling ein Unfall?

– Diente es der Vertuschung der dubiosen Absage der Rosenmontagsumzüge?

– Diente es als rituelles Menschenopfer mit schwarzmagischem Hintergrund?

– Gar in einer Reihe mit vorherigen Zugunglücken?

– Diente es als Warnung an die bayrische Landesregierung wegen Putin?

Was für ein Schwachsinn! Und übrigens, Herr Gottwald, der Mainzer Rosenmontagszug wurde völlig zurecht abgesagt! Ich war an diesem Tag in Mainz (ich wohne da) und es fing pünktlich zum geplanten Zugstart (… na ja, ein paar Minuten früher) so richtig heftig zu stürmen an. Wenn Sie den Mainzer Rosenmontagszug kennen würden (Motivwagen mit leichten, aber hohen, Aufbauten; die berühmten „Schwellköpp„) hätten sie – wie ich – bis kurz vor dem geplanten Start an der Sinnhaftigkeit er Absage gezweifelt, im Nachhinein war es genau die richtige Entscheidung. Da war nichts, aber auch gar nichts, dubios! Aber wahrscheinlich haben Sie, Herr Gottwald, für den Sturm auch ganz bestimmt eine spezielle Erklärung, die mit Sicherheit irgendwelche weitere Verschwörungstheorien ins Feld führt.

Wie immer machen sich die astrologischen Leichenfledderer mit ihrem Gemurmel nicht nur lächerlich, sie müssen auch damit leben, dass manche dieses von den Sternschwurblern zelebrierte Suhlen in menschlichen Tragödien (zur eigenen Erhöhung) von nicht wenigen Menschen als ziemlich widerlich angesehen wird.





Astrologe sagt Katastrophe voraus -für heute (und relativiert natürlich gleich wieder)

9 03 2016

Ja, in den letzten Wochen kam hier nichts, aber ich verspreche ich werde noch eine ganze Reihe weiterer Prognosen für das bereits seit mehr als zwei Monaten laufende Jahr hier vorstellen. Heute gibt es aber eine ganz spezielle, ja brandaktuelle Prognose des britischen Astrologen Peter Stockinger, über die gestern die Zeitung „Daily Mirror“ berichtete. Denn passieren soll(te) das Ganze heute! Ja! Heute! Und was soll passieren? Na klar! Irgendeine Katastrophe! Oder wie es im „Mirror“ steht:

He believes that was well as a serious weather event, a prominent assassination could occur.

Aha! Irgendeine Wetterkatastrophe oder die Ermordung eines Prominenten – bis jetzt (22:00 Uhr) war das wohl eine totale Niete, insbesondere wenn man daran denkt, dass der Mann das irgendwie auf Nordeuropa eingeschränkt hat:

a natural catastrophe could wreak havoc on Northern Europe

Schuld daran soll übrigens die heutige Sonnenfinsternis in Indonesien sein, denn irgendwie sind diese wunderbaren astronomischen Ereignisse mit plötzlicher Dunkelheit schon seit Urzeiten suspekt. Und hatte der Mann nicht die Terrorangriffe von Paris (13. November 2015) zielgenau vorhergesagt? Und auch mit einer Sonnenfinsternis? Nun ja, die Sonnenfinsternis fand am 13. September statt, und für den Astroschwurbler passt das dann natürlich auch noch …

Aber ein Astrologe wäre kein Astrologe wenn er auf seinem Blog nicht gleich zurückrudern würde. Jetzt schreibt er nämlich, dass die Prognose auch für den 24.Mai 2016 gelten müsste, und begründet das mit dem üblichen Quatsch. Wetten, dass die Prognose auch am 24. Mai nicht stimmt?

(Das ist die Nummer 14 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2016)





Prognosen 2016: Frau Teissier korrigiert sich – und sieht wieder schwarz

13 01 2016

Elizabeth Teissier, inzwischen 77 Jahre alte „Star-Astrologin“, durfte für die „Schweizer Illustrierte“ wieder einmal in die Zukunft blicken (beim Blick gibt’s eine Kurzfassung ihrer Prognosen) – und schon die Überschrift ist fast eine Sensation. „Ich war zu optimistisch“ lässt sich Frau Teissier zitieren – und bezieht sich dabei auf ihr Buch „2012 – 2016  Weltkrise und Neubeginn“ aus dem mvg-Verlag (ISBN 978-3-86882-250-2 ), das mir auch vorliegt- Dort hatte sie ja bereits Prognosen für 2016 veröffentlicht, aber mit denen sie heute nicht mehr so ganz zufrieden zu sein. Den Grund erklärt sie folgendermaßen:

Als ich das Buch 2011 schrieb, waren weder die Krise in der Ukraine noch die Bedrohung durch den IS ein Thema.

Tja, vorausgesehen hatte sie das also nicht! Und natürlich meinte sie zu ihrer damaligen „Prognose“:

Mit heutigem Wissen würde sie konkreter ausfallen.

Was für eine Blamage! Sie gibt sogar zu, dass sie damals nichts Konkretes vorausgesagt hat. Später dazu mehr, aber erst ‚mal zu ihren aktuellen Prognosen für 2016. Konkret ist da allerdings gar nichts:

Die Sterne zeigen an, dass ein Wandel eintreten wird. Wie aber dieser Wandel ausfällt, hängt von der Weisheit oder der Verrücktheit der Menschen ab.

Und wenn es dann um ein konkretes Thema geht (den nicht voraus gesehenen IS) …

Aber das Horoskop der Terrororganisation deutet darauf hin, dass der IS weiteren Zulauf bekommt – speziell im Januar und zwischen Mai und August. Lediglich im kommenden Oktober könnte er herbe Niederlagen einstecken.

… dann wird das mit der „Niederlag“e gleich wieder kräftig relativiert:

Möglicherweise in Bezug auf die Finanzen. Oder eine schwierige strategische Entscheidung teilt die Anhänger in zwei Lager.

Die üblichen Schwarzsehereien fehlen natürlich nicht:

Möglich sind Umweltprobleme, Epidemien, Kriegshandlungen mit Giftstoffen oder eben Völkerwanderungen.

Und es gibt noch mehr Schwurbel:

Nach Januar kommt zusätzlich der rückläufige Mars im April, Mai und Ende August, der die Dissonanz zwischen Saturn und Neptun noch aktiviert und kriegerische Ausschreitungen ermöglicht. Die gute Nachricht: Mitte März und Ende Juni ist der harmonische Zyklus Jupiter-Pluto wirksam, vielleicht bedeutet dies neben guten wirtschaftlichen Nachrichten auch wichtige Reformen für die Umwelt. Eine weitere positive Phase: Weihnachten!

Immerhin, Weihnachten soll positiv werden. Gar so groß ist der Unterschied zu ihrem Buch aus dem Jahr 2011 übrigens gar nicht, denn auch dort beginnt der Text für 2016 mit ein paar Schwarzsehereien für den Jahresbeginn:

Der Januar (bereits um den 10,. dann um den 24.) kündigt sich jedoch stürmisch und bedrohlich an: In der Luft liegt ein Ereignis in Verbindung mit unglücklichen Umständen, vielleicht in Zusammenhang mit Reisen, mit der Luftfahrt oder der Atomkraft/Erdbeben – auch ein verheerendes Attentat wäre denkbar.

Ja, denkbar ist Vieles …. …. für den weiteren Verlauf hatte sie dann aber wohl versehentlich eine rosarote Brille aufgesetzt:

Es steht für eine allgemeine Wiedergeburt, mit soziopolitischen und wirtschaftlichen Auswirkungen, aber auch im Hinblick auf die sexuellen Sitten und die Bioethik.

Was das genau bedeuten soll ist mir zwar nicht klar, aber auf jeden Fall sollte es besser werden:

So gesehen bringt die Zeit Ende Juni auf kollektiver Ebene einen echten Lichtblick, weil viele Bereiche unserer Zivilisation verbessert werden.

Und noch mehr gute Nachrichten:

Der Sommeranfang2016 scheint eine spektakuläre Währungs- und Wirtschaftsregulierung möglich zu machen, vielleicht aber auch interplanetare Reisen.

Kurz gesagt sieht man das Ende des Tunnels, vielleicht auch dank der Entdeckung neuer Energiequellen und einer gerechteren Regulierung bzw. Gesetzgebung im Währungs- und Finanzbereich.

Wow! Alles sollte gerechter werden, sagte Teissier damals, 2011. Danach ist ihr aber die rosarote Brille doch wieder entglitten:

[…] geht Europa erneut durch eine kritische Phase […] mögliche Epidemien oder Katastrophen mit Bezug zum Wasser […] die Gefahr von Erdrutschen oder anderen schweren Prüfungen […] eine größere Katastrophe mit Bezug zu Wasser, eine Epidemie oder Umweltverschmutzung […] Katastrophen für das Kollektiv befürchten – in Verbindung mit dem Weltraum (Flug- oder Luftfahrtunfälle?) […] in einem unruhigen und aufrührerischen Klima, das für Attentate ebenso förderlich ist wie für Naturkatastrophen in der Art von Erdbeben, Erdrutschen oder Orkanen

Fazit: Es ist schon lustig wenn Frau Teissier zum Einen selbst zugibt dass ihre alten Prognosen nichts Konkretes beinhalteten, dann aber auch in ihrer neuen Prognose völlig unkonkret vor sich hin schwurbelt. Aber was will man auch von einer Frau erwarten, die nicht einmal vorausgesehen hat, dass sie bei einer Zugfahrt ausgeraubt werden wird, obwohl sie vorher in die Sterne schaute …

(Elizabeth Teissier ist in dieses Mal die Nummer 12 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2016)

PS: Dass man sie als „Doktorin der Soziologie“ auch noch fragt, wie sie sich den Erfolg des IS bei Jugendlichen erklärt ist nahezu grotesk! Ihren Doktor hatte Frau Teissier seinerzeit für eine lächerliche Verteidigung der Astrologie bekommen, die von zahlreichen Wissenschaftlern heftig kritisiert wurde …





Prognosen 2016: Die Astrowoche-Labertaschenparade – sehr viel Blabla, und ein wenig Konkretes von Herrn Schott

7 01 2016

Alle Jahre wieder gehört der größte Teil der von irgendwelchen Astrologen oder Hellsehern veröffentlichten Jahresvorschauen in eine Kategorie, die man als reines Blabla bezeichnen müsste. Das ist auch für das Jahr 2016 nicht anders, wie das Beispiel des bereits erwähnten Astrogipfel der Werbepostille Astrowoche zeigt. Dieses Jahr durften 6 Astrologen etwas über das kommende Jahr sagen, und die Zusammenfassung ist wenig spektakulär, wenngleich ein wenig düster:

Die Angst wird zu unserem ständigen Begleiter, der sich wie ein düsterer Schatten über unserem Leben ausbreitet. Über unseren Urlaub, über heitere Stunden in unseren Städten. Gewalt droht in diesem Marsjahr 2016, noch mehr Kriege, Aggression, Terror, erhöhte Spannungen zwischen den Religionen.

Auch die Flüchtlinge sind natürlich Thema, und ganz allgemein kann man auch ein wenig labern:

Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab, die Kluft zwischen Arm und Reich wird nicht kleiner, aber wir werden auch zu unerhofften Lösungen finden, das sagen uns die Sterne.

Ob man für solche Sätze einen Blick in die Sterne gebraucht hätte? Wenn die „unverhofften Lösungen“ wengstens irgendwie beschrieben worden wären … … aber nein, es bleibt bei den Weisheiten der sprichwörtlichen Binse. Noch mehr gefällig? Biteschön:

Und der Unfrieden in diesem angespannten Marsjahr 2016 überträgt sich auf die Familien. Es wird mehr Scheidungen geben, härtere Kämpfe im Beruf und eine große Kälte, die Todesopfer fordert. Für Europa schaut es 2016 sehr schlecht aus, für Deutschland sehr gut.

Wie das mit der Todesopfer fordernden Kälte genau gemeint ist wird natürlich nicht erklärt, aber das macht auch nichts. Schaut man sich die Texte im Einzelnen an findet man – mit einer Ausnahme – nicht viel mehr. Über Michael Allgeiers (Chefastrologe der Astrowoche, Leiter von Astro-Kolleg Allgeier & Noe) Geschichtsverständnis hatte ich ja schon geschrieben, Prognosen über die obige Zusammenfassung hinaus gibt es da allerdings nicht. Bei Erich Bauer ist das ein wenig anders, der will zumindest etwas über das Fernsehprogramm im neuen Jahr wissen:

2016 wird etwas geboten. Sportveranstaltungen werden noch mehr aufgebläht, und das Fernsehprogramm besteht bestimmt nicht aus romantischen Liebesschnulzen, sondern aus Actionfilmen und, das natürlich auch, aus Reportagen über Plätze, an denen Krieg herrscht.

Ernst ist das wahrscheinlich nicht gemeint, denn dass die Programme auf Rosamunde-Pilcher-Schnulzen verzichten glaubt Herr Bauer wohl selbst nicht. Nummer drei in der Gipfelrunde ist der „Gründungsastrologe der Astrowoche und Nostradamus-ExperteKurt Allgeier. Der Vater des schon erwähnten Michael Allgeier versucht sich als Wetterprophet („Schuld“ hat natürlich eine astrologische Konstellation):

Sie wird von Ende Mai bis in die ersten Oktobertage gegeben sein und könnte in dieser langen Strecke endloses Regenwetter auslösen.

Dazu kommt noch ein wenig Europaskepsis und der Hinweis, dass es auch 2016 Kriege geben wird. Kommen wir zu Nummer 4, Christine Schoppa, die als Astrologin mit Schwerpunkt Gesundheit und Partnerschaft vorgestellt wird. Frau Schoppa hat überwiegend positives Blabla im Programm und empfiehlt ein monatliches Schutzritual gegen alle negativen Energien:

Senden Sie im Jahr 2016 einmal im Monat, immer wenn der Mond in den Fischen steht, Liebe hinaus in die Welt. Stellen Sie sich die Weltkugel vor, hüllen Sie diese in Gedanken in goldenes Licht und sprechen Sie dabei folgende Worte: Dieses goldene Licht soll mich und die Welt vor Hass, Krieg und Gewalt schützen.

Wenn’s nur so einfach wäre …

Weiter mit Nummer 5, Gabriele Sperzel (Astrologin und Autorin im Engelmagazin), die aber auch gar nichts irgendwie Konkretes zu sagen hat. Wesentlich mehr will da Konstantin Schott wissen, denn er beschreibt sogar einige Szenarien:

  • Der Mittelstand der USA verarmt und lebt in riesigen Zeltstädten.
  • Gleichzeitig werden neue Energierohstoffvorkommen in Amerika eine international vollkommen veränderte wirtschaftliche Situation heraufbeschwören.
  • In diesem Zusammenhang ist ein großer Börsencrash zu erwarten, der unsere westliche Welt erschüttern wird. Dramatische Pleiten sind die Folge.
  • Unsere Wirtschaft muss sich gegen amerikanische Konzerne durchsetzen, die sich nahezu aggressiv in Europa engagieren.
  • Es kommt zu Änderungen innerhalb der Regierungskoalition aufgrund einer Stärkung der Sozialdemokratie.
  • Es kann zu einer Teilung von Nord- und Süditalien kommen, aber wahrscheinlich nur wirtschaftlicher Natur.

Immerhin, da sind ja tatsächlich ein paar Prognosen dabei, die am Jahresende besprochen werden können! Ich glaube zwar nicht, dass der amerikanische Mittelstand in riesigen Zeltstädten leben wird, aber immerhin ist Herr Schott der einzige Astrogipfelteilnehmer, der sich tatsächlich so etwas wie Prognosen zutraut.

Alles in allem erwiesen sich die Teilnehmer des „Astrogipfel“ – mit Ausnahme von Herrn Schott – als Binsenweisheiten plappernde Labertaschen. Aber mehr sollte man von denen ja sowieso nicht erwarten …

(Die 5 Schwurbler und der mutige Herr Schott sind die Nummern 6 bis 11 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2016)





Herr Allgeier erklärt die Geschichte und das Flüchtlingsthema neu – mit Saturn und Neptun

6 01 2016

Eigentlich wollte ich ja einen Artikel über die aktuelle Labertaschenparade, eine zweistellige Anzahl völlig nichtssagender Prognosen für 2016, schreiben, da fielen mir zwei Sätze des Chefastrologe[n] der Astrowoche [und] Leiter[s] von Astro-Kolleg Allgeier & Noe Michael Allgeier auf, die er für die seit Jahren als Astrogipfel beschriebene Jahresvorschau diverser Astrologen ausgeworfen hat, denn diese beiden Sätze haben es in sich. OK, ich weiß, dass Astrologen mit ihrer Sterndeutung immer alles erklären können, im Nachinein, also: NUR im Nachhinein, aber so schön formuliert gab es das – außerhalb astrologischer Foren, die ich zwar öfters zum persönlichen Amusement lese aber nur höchst selten hier zum Thema mache – für die breite Öffentlichkeit noch nicht allzu oft. Mir ist natürlich völlig egal um welche astrologische Konstellation (also einen Aspekt) es geht (weil irgend eine findet sich ja immer), aber sie muss natürlich hier genannt werden:

Wie schon Ende 2015 steht nun Saturn fünf Monate lang, von Mai bis einschließlich September, in einem harten Quadrat zu Neptun.

Immerhin, Mai bis September sind tatsächlich fünf Monate, und in irgend einer astrologischen Schule wird das schon ein „hartes Quadrat“ sein. Aber was das bedeuten soll schreibt Herr Allgeier junior dann sehr klar:

Ein Aspekt, der für die Auflösung (Neptun) der Grenzen (Saturn) steht und der schon einmal Geschichte schrieb: beim innerdeutschen Mauerfall am 9. November 1989.

Aha! Es waren also nicht die Bürger und ihre Proteste in der ehemaligen TäTäRä, die zu ihrem Zusammenbruch führten, sondern einfach zwei Planeten, die mindestens 1,346 Miliarden km (Saturn) bzw. mindestens 4,435 Milliarden km (Neptun) entfernt von der Erde um unsere Sonne kreisen und die damals irgend einen astrologischen – wie heißt das noch gleich – Aspekt bildeten. Was für ein Bullshit! Lieber Herr Allgeier, fragen sie doch einfach ‚mal ein paar Protagonisten von damals …

Aber es geht ja leider noch weiter, denn der Mann entblödet sich nicht auch noch folgenden Satz hinzuzufügen:

Jetzt krempelt er wieder die Welt um, indem er zu einem gigantischem Flüchtlingsstrom führt, der die bisherigen Grenzen auflöst.

Ach nee, Neptun und Saturn waren das? Ich dachte ja eigentlich schon dass die Kriege dieser Welt – und insbesondere im mittleren Osten (Syrien!) – für die Flüchtlingswelle verantwortlich wären! Immerhin! Gute Aussage! Hey Pegida-Idioten, die Leute können gar nichts dafür, dass sich ihre Grenzen auflösen und sie deswegen hier her kommen, das waren Neptun und Saturn – also hört auf gegen diese (nicht existente) Gefahr zu protestieren und fangt endlich an die wirklich Verantwortlichen (von wegen Lügenpresse!) zu benennen.

Ich erwarte bei der nächsten Pegidademo jetzt zwingend ein Plakat, das die Abschaffung des „harten Neptun-Saturn-Quadrats“ fordert!!!

PS: Wieso eigentlich soll dieses „Auflösung der Grenzen“ bei Herrn Allgeier zwar den anschwellenden Flüchtlingsstrom bedeuten, während gleichzeitig das Gegenteil von „Auflösung der Grenzen“ überall in Europa geschieht? Gilt da irgendwie nicht Neptun-Saturn????

 





Prognosen 2016: Ideologischer Krieg und radioaktive Verseuchung – Frau Durer sieht mal wieder ganz schwarz!

4 01 2016

Christiane Durer, aus den letzten Jahren bekannte Oberschwarzseherin, erweist sich – nach einer kleinen Pause in ihrem Prognosen für 2015 – für das neue Jahr mal wieder als absolute Katastrophenschnepfe. Da wimmelt es wieder einmal nur so von schlimmsten Voraussagen über diverse anstehende Katastrophen und auch dieses Mal scheint sie sich um ihr Geld zu sorgen. Das pdf zu ihrem 2016er Katastrophenmenu habe ich mir natürlich heruntergeladen …

Das mit den Katastrophen beginnt schon in der Überschrift, denn für sie läuft das neue Jahr unter der Konstellation „Der Totale Ideologische Krieg„. Was sie damit meint beschreibt sie dann so:

Dieser Krieg ist ein großer Krieg gegen die Freiheit.
Ein Krieg gegen freien Handel, gegen freies Denken, freies Reden,
freies Geld, freies Arbeiten, freies Forschen, freie Wissenschaft,
freie Kunst, freie Musik.
Es ist ein Krieg gegen das freie Leben.
Ein Krieg gegen uns alle.

Aha! Und die Folge davon sieht sie dann so:

Dieser Krieg wird in Deutschland eines Tages ein Krieg mit
realen Waffen.

… und weiter wird gefaselt:

Der totale ideologische Krieg – ist nicht nur Meinungsterror
und in nicht allzu ferner Zukunft ein realer Bürgerkrieg sondern
ein realer Religionskrieg.

Sonst noch was? Ach ja, es soll ja ziemlich bald beginnen:

Die Konstellation beginnt im März 2016 .
Im Laufe des Jahres werden immer mehr Bereiche unseres
Lebens davon betroffen sein.

Welche Bereiche von was betroffen sein werden, darüber schweigt die Dame dann aber doch, bzw. verweist auf ihre kostenpflichtigen Premiumseiten. Immerhin wird der folgende Satz (der kam schon häufiger) …

Es bedeutet, dass innerhalb dieser sieben Jahre – von 2010 bis 2017 –
das Denken besetzt wird und Denkverbote eingeführt werden.

… ein klein wenig erklärt:

Es gibt ideologische Vorgaben und auch etliche Leute, die dafür dass sie denken vor Gericht stehen und verurteilt werden.

Wie man herausfinden will was jemand denkt, das erklärt sie natürlich nicht. Aber an dem entsprechenden Gefängnis wird ihrer Meinung nach ja bereits gebaut:

Das Gefängnis wird innerhalb dieser sieben Jahre errichtet und
dann abgesperrt.

Was für ein hanebüchener Schwachsinn! Es folgen ein paar Anlagetipps von Frau Durer, die sie als Crashprophetin ausweisen. Gold wird 2016 fallen, der DAX Anfang des Jahres steigen (sieht man heute ja recht gut), dann aber fallen und für das Jahresende sagt sie eine „Jahres-Absturz-Ralley“ voraus. Der Euro soll schon zu Jahresbeginn abgewertet werden, im Februar droht es ihn zu „zerreißen„, im März dann Erholung aber ab dem 9. April folgt dann der „Untergang„. Hatten wir doch alles schon des Öfteren, auch von Frau Durer – passiert ist das nie. Sie hat das Thema später nochmals erwähnt und mit einem kleinen Tipp garniert:

Das Geld steht nicht mehr für das Reale im eigenen Land zur Verfügung. Es kommt an einen Ort, an dem man keinen Zugriff mehr darauf hat.
Insofern kann man nur jedem raten, sein Konto bis Ende April selber zu transformieren …

Dazu passend ihre „Anlageempfehlungen“:

Sichere Anlagen sind reale Werte, egal ob haltbare Nahrungsmittel,
Heizöfen, Wolldecken, Silbermünzen oder Bäume, Grund und Boden, eine eigene Landwirtschaft – letzteres ist natürlich nur ein Schutz, wenn das Land astrologisch generell und natürlich v.a. für einen selber gut liegt.

Ob ich morgen vom dauernde Kopfschütteln einen Muskelkater habe?

Kommen wir nun zu einigen „Details“ ihrer Prognosen, zum Beispiel für Deutschland:

  • Deutschland liegt real auf einer Verarmungs- und einer Rechtslosigkeitskonstellation sowie auf radioaktiver Verseuchung.
  • Im Frühjahrs-Äquinoktium der BRD liegt vor allem auch die
    Flüchtlingsproblematik im ersten Haus – es ist also das Thema des Jahres. Daran gebunden ist die Konstellation Schock und Aufhebung der Materie sowie Aufhebung des Rechts. Das sind Enteignungen, Beschlagnahmungen, Solis usw. Es kann sogar zu Hausbesetzungen durch die Flüchtlinge selbst kommen.
  • Aufhebung der Materie bedeutet auch Aufhebung der Finanzen – das kann eine Währungsreform sein oder ein Crash … und auch reale Aufhebung der Materie durch Bomben. Dies zeigt sich je nach Ort auf individuell unterschiedliche Weise.
  • Aggressive Auflösung ist ebenfalls angezeigt. Deutschland, wird wie von Säure zersetzt werden. Das betrifft z.B. auch Infrastruktur– Telefon, Strom und Wasserversorgung, Internet, Kanalisation, Brücken, Straßen, Strom.

Für die Kanzlerin sieht es auch schlecht aus:

  • 2016 läuft Pluto direkt über Merkel & Berlin und zwar auf einer Explosions-Konstellation.
  • Merkel steht unter extremem Druck.
  • Wenn dann ab Februar der Saturn über ihren AC läuft – und gleichzeitig Pluto-Uranus wirkt, wird es sehr sehr eng für sie.
  • Im August läuft Merkel läuft unter Verrat, Schock sowie unter schockartiger, unerwarteter Verrat…

Für die EU sieht es natürlich auch schlecht aus (Schlagworte: „Trennungskonstellation„, „Insolvenz„, „Untergang„, „Notstandsgesetze„),  Österreich leidet an einer „Kreuzigungs“-Konstellation, Frankreich drohen „Verarmung, Kämpfe, Terror, Krieg“ sowie irgendetwas mit „Radioaktivität“, in Groß-Britannien werden irgendwelche Strukturen zerstört, die Schweiz muss „mit schockartigen Veränderungen im Realen rechnen“ – und so weiter und so fort. Frau Durers Katastrophengeraune ist wie in den letzten Jahren auch absolut lächerlich. Bei einigen Sätzen weiß sie wohl selbst nicht was sie bedeuten sollen …

Fehlt noch was ? Aber ja doch! Neben der Warnung vor „Gefahren durch ABC Waffen“ (März/April und Dezember) werden auch die üblichen Katastrophen erwähnt:

Auch 2016 wird es viele Naturkatastrophen geben, die meisten durch Wasser, aber es sind auch auch Erdbeben und Vulkanausbrüche angezeigt.
Es wird einfach immer schlimmer werden.
Ebenso wird es etliche Umweltkatastrophen geben. Verseuchungen durch Radioaktivität, Chemie und Krankheitskeime werden ein extremes Ausmaß erreichen.

Wenn das eine Bewerbung um einen Platz in der nächsten Prognoserückschau sein soll, so ist das durchaus gelungen.

(Christiane Durer ist die Nummer 5 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2016)





Die Prognoserückschau 2015 – mit allen Quellen

11 12 2015

U-Bahn-Entführung und Schäubles Rücktritt

Hellseher und Astrologen versagten auch 2015

Auf die absurde Idee eine U-Bahn zu entführen kam bisher nur Hollywood – und das kanadische Medium Nikki Pezaro in ihren Prognosen für 2015  (World predictions Nr. 119) in denen sie außerdem Adlerangriffe auf die Bevölkerung von Anchorage (World Predictions Nr. 19) und ein von einem Riesenoktopus im westlichen Mittelmeer versenktes Kreuzfahrtschiff voraussagte (World Predictions Nr. 45). Hierzulande war die esoterische Augurenzunft vorsichtiger: so sah die Astrologin Aylin Bulanik nur „kein gutes Jahr“ für Finanzminister Wolfgang Schäuble voraus – die Spekulation über seinen möglichen Rücktritt zwischen März und Mai hat sie inzwischen von ihrer Webseite gelöscht. Auch 2015 hat der Mainzer Mathematiker Michael Kunkel für die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) esoterische Prognosen ausgewertet und wieder einmal erwiesen sich die Wahrsager als Versager, die Hellseher stocherten im Dunkeln und die Astrologen lieferten bestenfalls Binsenweisheiten.

Für Kunkel, der sich seit vielen Jahren mit solchen Prognosen beschäftigt, war dieses Ergebnis nicht überraschend: „Es wäre ja wirklich spannend, wenn jemand tatsächlich in die Zukunft schauen könnte, aber bisher konnte noch niemanden seine behaupteten Fähigkeiten tatsächlich unter Beweis stellen.“ Das gilt auch für selbst ernannte Hellseher, die behaupten vermisste Personen finden zu können. Ende Juli behauptete beispielsweise die Hellseherin Eveline Störzner in einer Pressemeldung sie könne „sehen wo die vermissten Kinder Inga oder Elias sind“ und rühmte sich einer „Trefferquote“ von 98% – weigerte sich aber, verschiedenen kritischen Nachfragern ihre vermeintlichen Erkenntnisse mitzuteilen. Ob dies überhaupt hilfreich gewesen wäre ist allerdings zu bezweifeln: „Hellseher konnten in keinem einzigen Falle einen brauchbaren Hinweis gegeben oder auch nur im entferntesten weiterhelfen“ so das Fazit einer entsprechenden Studie. Für Kunkel erzeugen solche Aktionen Kopfschütteln: „Was sind das nur für Menschen, die nichts Besseres zu tun haben als auf der Verzweiflung betroffener Eltern ihr Werbesüppchen zu kochen!“

Besonders im Herbst hatten Weltuntergänge Hochkonjunktur: zwischen dem 24. September und dem 7. Oktober hätte es gleich drei Mal so weit sein sollen! Und auch für den Rest des Jahres sahen Seher Katastrophales voraus: Ein sich „Neo the One“ nennender Deuter der Verse des Renaissance-Dichters Nostradamus terminierte den dritten Weltkrieg auf die Tage zwischen dem 1. und 10. November und eine christliche Sekte erwartet seit September, dass die Experimente am Kernforschungszentrum CERN in Genf eine „Verschiebung der tektonischen Erdplatten, was ungeheure Erdbeben auslösen würde“ verursachen. Im Dezember soll außerdem ein Planet namens Nibiru (wieder einmal) mit der Erde zusammen stoßen und auch der alljährlich von dem Amerikaner Ed Dames vorausgesagte „Killshot“ ( ein Sonnensturm, der alle technischen Geräte auf der Erde unbrauchbar machen soll) stellte sich bisher nicht ein, obwohl Dames dieses Mal doch „ganz sicher“ war. „Lächerliche Angstmache!“, mehr fällt Kunkel zu solchen Prognosen nicht ein. Auch die – bei Nostradamusdeutern sehr seltenen – positiveren Prognosen auf einer einschlägigen Webseite erwiesen sich als lächerlich und falsch: Die Sprachbarrieren auf der Welt sind 2015 nicht verschwunden und eine vegetarische Lebensweise hat sich nicht durchgesetzt.

Wie üblich gab es bei den in der Regenbogenpresse so beliebten Promiprognosen den ein oder anderen Treffer. Während sich die von der Astrologin Aylin Bulanik prognostizierten Schwangerschaften bei Jennifer Anniston und Rihanna trotz „vielversprechender Transite“ nicht einstellten lagen gleich mehrere ihrer Kollegen und Kolleginnen bei der Voraussage des richtigen Geschlechts beim zweiten royalen Baby von William und Kate richtig. Überraschend war das allerdings nicht, denn Kate hatte bereits Monate vor der Geburt angedeutet, dass es ein Mädchen werden würde. Bei der Voraussage des Geburtstermin versagte die Sterndeutung allerdings: die Astrologin Jenna Leigh-Black nannte gleich drei falsche Termine und auch die Hellseherin Carolina Bruce lag daneben, obwohl sie behauptete das (falsche) Datum sei ihr von der 1997 verstorbenen Lady Di eingeflüstert worden. Bis zum letzten Jahr gehörte die Prognose „Clooney wird heiraten“ zu den alljährlichen Standardvoraussagen – nach seiner Hochzeit setzten die Promiauguren jetzt – wenig überraschend – auf eine Trennung (Nikki Pezaro) oder zweifeln gar an der Echtheit der Hochzeit (Christian Dion). Dazu passt die Analyse des Astrologe Thomas Gazis, der aus den Sternen schließen will, dass die beiden gar nicht zusammen passen. Seine Kollegin Lynn Hayes scheint andere Sterne gedeutet zu haben, denn sie sieht ein fast perfektes Paar.

Vielleicht sollte man im nächsten Jahr nur noch die Prognosen niederländische Hellseher auswerten, denn für diese scheint es so etwas wie eine Ausbildung zu geben. Sogar das Arbeitsamt zahlt für diese „Kurse“ weil die Absolventen laut einem Sprecher bei einem spirituellen Telefondienst arbeiten und dort 29 Cent pro Minute verdienen“ könnten. „Dann sollte das Arbeitsamt in den Niederlanden auch die Ausbildung zum Hütchenspieler bezahlen, denn damit kann man auch Geld verdienen“ kommentiert Kunkel und merkt an: „In Deutschland ist so etwas glücklicherweise nicht mehr möglich. Sich mit Bildungsgutscheinen eine Astrologieausbildung bezahlen zu lassen war 2009 kurzzeitig möglich, jetzt sind solche Kurse im Verzeichnis der hiesigen Arbeitsämter nicht mehr zu finden.“

Zusätzlich gab es für die Journalisten noch folgende Quellen:

Frau Zapf aus Waiblingen

Zum Absturz des Germanwings-Fluges (weiterführende Links dort)

Ein Text von Olaf Staudt

Der Allgeier-Newsletter zum Germanwings-Absturz

So! Mal sehen was dieses Jahr aus der Rückschau so wird …





Frau Treppner will die Dollarmillion …

12 11 2015

Ja, ich weiß. In den letzten Monaten war hier nicht allzu viel zu lesen, aber ich hatte einfach zu viel zu tun. Natürlich habe ich auch mehr als die 18 bisher hier erwähnten Prognosetexte/-seiten für die alljährliche Auswertung gesammelt, die ca. 50 weiteren Blogeinträge, Newsletter und Youtube-Videos waren nur so langweilig, dass ich mir lakonische Kommentare dazu verkniffen habe. Aber seit gestern gibt es etwas Interessantes, und da muss ich einfach kommentieren – und nicht nur weil ich dort auch erwähnt werde …

Es geht – nach langer Zeit ‚mal wieder – um Frau Treppner, eine Frau, die sich im Internet als große Kartenlegerin, Hellseherin und was-weiß-ich-noch zu inszenieren versucht. Legendär ihre fast schon wahnwitzigen Interviews im DAF (Deutsches Anleger Fernsehen), in denen man zum Beispiel erfahren konnte, dass sich Gold prostituiert. Für 2008 hatte sie sich selbst eine ganze Reihe von Treffern bei ihren DAX-Prognosen gut geschrieben, sogar für Monate für die sie gar keine Prognose abgegeben hatte. Jetzt aber will sie es wirklich wissen, denn sie will die Dollarmillion von der JREF (James Randi Educational Foundation) abkassieren, die bekanntlich für den Nachweis einer parawissenschaftlichen Fähigkeit ausgelobt ist. Mal schauen was die Dame dazu so schreibt

Sie behauptet sich schon einmal bei der JREF beworben zu haben und dann zur GWUP verwiesen worden zu sein:

Ich weiß nicht mehr genau wann, 2007 oder 2008, da hatte ich mich schon einmal beworben. So weit ich mich erinnere, war aber Hüter des Heiligen Grals die GWUP. Irgendwie konnte man sich über diese Vereinigung bewerben. Das tat ich.

Ich weiß ja nicht ob sie sich wirklich beworben hat, aber bei ihren mir bekannten „Prognosen“ dürfte sie durch jede Vorprüfung gefallen sein. Jetzt also der nächste Versuch:

Ich, nicht dumm,[…]

da masse ich mir kein Urteil an …

[…] hab mich dann direkt bei dem Verein „JREF“ (James Randi Educational Foundation) beworben. Mein Englisch ist etwas mühselig. Vielleicht hat man mein Anliegen damals nicht verstanden, auf jeden Fall gab es auch keine Antwort.

Könnte das daran liegen, dass die Kriterien für einen solchen Antrag nicht erfüllt wurden? Das erfordert nämlich nicht nur das Lesen eines englischen (!!!) Textes, sondern auch das Verstehen desselben.

Nach einigem Blabla über ihre tollen Prognosen im Rahmen irgendwelcher Fernsehaufnahmen (ich erinnere mich) – natürlich lag sie immer richtig, wurde allerdings herausgeschnitten – will sie sich nun dem ultimativen Test stellen. Zumindest behauptet sie das:

Nun ist die Zeit aber reif für eine weitere Offensive. Schließlich habe ich mir die Sporen mit der Börsen-Astrologie mehrfach verdient. Bis hin zur Wallstreet. Ok, ich bin auch nicht 100 %, aber die muss ich auch nicht unter Beweis stellen, sofern ich die Anforderungen richtig heraus lesen konnte.

Nein, sie braucht keine 100%, sie muss nur besser als der Zufall sein (was sie bei den mir bekannten Prognosen niemals war) …

Ich würde mich ja auch der GWUP stellen, aber 1. haben die keine Eier in der Hose und Angst vor mir und 2. würden dann Laien mir als Profi die Regeln diktieren. Der Ehre wegen und für den Freifahrtschein aller Astrologen würde ich es natürlich machen. Als Löwe mag ich auch Herausforderungen. Ich bin mindestens genauso blasiert wie die Buchhalter.

Angst? Vor Ihnen, Frau Treppner? Lächerlich! Und nein – bei solchen Tests werden keine Regeln einseitig diktiert. Man entwirft gemeinsam ein – wissenschaftlichen Ansprüchen genügendes – Testprotokoll.

Ich bin ja neugierig,ob Frau Treppner nur labert oder sich tatsächlich bewirbt. Bei der GWUP hat sie zumindest schlecht recherchiert, denn ihr Halbsatz …

In Deutschland befasst sich mit dem paranormalen Belegen die GWUP (hier gibt es aber keinen Zaster)

… ist definitiv falsch. OK, man könnte offensiver darauf hinweisen, aber die 10.000 Euro sind noch da. Und wenn sie den GWUP-Test besteht, dann darf sie sich auch gerne für die Dollarmillion der JREF bewerben, denn das wäre eine Referenz an der die JREF nicht vorbei kommt. Und dass sie eine Referenz braucht, das hat sie immerhin herausgelesen:

wie man bei JREF lesen kann, gilt das übliche Bewerbungsverfahren nicht mehr. Ab sofort muss man Referenzen vorlegen (habe ich!!! – zig-fach!) …

Aber ob diese Referenzen als solche anerkannt werden? Da wäre ich doch skeptisch! Aber man braucht ja noch etwas:

… und mit einem Fernseh-Team kann man ab Anfang nächsten Jahres, sofern ich es richtig übersetzt habe, sofort geprüft werden.

Nein, Frau Treppner, das haben sie nicht so ganz richtig verstanden! Ein unabhängiges (!!) Fernsehteam alleine reicht nicht, denn, egal ob bei der GWUP oder der JREF, zunächst muss das Testprotokoll, also die Regeln, abgestimmt werden.

Ich will aber mal nicht so sein und erkläre hier kurz wie das geht – es ist nämlich gar nicht so schwer:

  1. Schreiben Sie auf was sie zu können glauben (z.B. mittels Astrologie die Kurse bestimmter Aktien oder Indizes voraussagen)
  2. Beschreiben Sie genau (und vorab), wann eine ihrer Prognosen als Treffer gilt und wann eben nicht (z.B. Der Wert einer Aktie XY/eines Index fällt/steigt im Zeitraum Z – das kann jeder von ihnen frei zu wählende Zeitraum sein; „fällt“ heißt Wert wird kleiner, „steigt“ heißt Wert wird größer im angegebenen Zeitraum, der zum Börsenbeginn in z.B. Frankfurt beginnt und mit dem Closing dortselbst endet)
  3. Es gilt die einfache Regel: „knapp daneben ist auch vorbei“! Wenn die Aktie/der Index ein paar Tage früher oder später steigt oder fällt, dann ist die Prognose nicht „fast richtig“ sondern einfach falsch!

Wieviele Treffer bei wie vielen Versuchen sie dann zum Bestehen des Tests benötigen würden, das kann ihnen ein Statistiker, möglicherweise auch ich, dann gerne sagen. Erst aber müssen Sie ihre Hausaufgaben machen – das Fernsehteam brauchen sie erst wenn das Protokoll mit GWUP oder JREF abgestimmt ist.