Prognosen 2014: Frau Eder’s Banalitäten aus dem Ruhestand

18 01 2014

Seit Anfang 2013 befindet sich die östereichische Astrologin Susanne Eder laut ihrer Webseite im Ruhestand. Ihre 5-Jahresvorschau ist allerdings weiterhin online und hält für 2014 nichts als im Konjunktiv formulierte Banalitäten bereit. Unter „Politik und Wirtschaft“ wagte sie Sätze wie:

Dieses Jahr wird politisch gesehen nicht gerade einfach.

In dieser Zeit könnte es zu extremen Unruhen kommen und noch einmal besteht Kriegsgefahr.

Aber auch zwischen Jänner und April 2014, wo nur Jupiter, Pluto und Uranus eine Verbindung eingehen, kann es weltweit zu Umbrüchen kommen. Jupiter zeigt an, dass es globale Veränderungen geben wird! Allerdings, wenn Mars nicht mitmischt, ist die Aggression stark reduziert und konstruktive Lösungen sind möglich!

Aha, es kann zu diesem und jenem kommen – oder eben auch nicht, und konstruktive Lösungen sind möglich. Man sagt ja Politikern nach, dass sie nichtssagend formulieren können – hier zeigte ein Astrologin, dass sie dieses Metier mindestens ebenso gut beherrscht. Und auch die folgende Vermutung hat den Namen Prognose oder Vorschau nicht verdient. „Vielleicht“ kommt es zu dieser haltlosen Vermutung, höchstwahrscheinlich aber wohl nicht:

Vielleicht kommt es auch zu einer neuen Währung, die weltweit Gültigkeit hat! Dann wären Euro, Dollar, Jen etc. nicht mehr nötig und es könnte auch niemand mehr mit Währungen spekulieren. Das wäre ein großer Schritt in Richtung Transparenz und Stabilität an den internationalen Finanzmärkten! Eine Einheitswährung würde wohl viel Licht ins Dunkel der Börsen bringen!

In einem zweiten Abschnitt wandte sie sich dem Thema Klimawandel – Katastrophen zu und auch hier blieb sie jede halbwegs prüfbare Prognose schuldig.

Wie schon oben erwähnt, herrscht in der ersten Jahreshälfte ein Spannungsaspekt zwischen Pluto, Uranus und Jupiter und teilweise auch Mars, das bedeutet, dass es von Jänner bis Juni 2014 immer wieder zu Wetterextremen, Überschwemmungen etc. kommen kann. Durch Jupiter ist die ganze Welt davon betroffen. Mal hier mal dort, wird es zu Wetterextremen, Erdbeben etc. kommen.

Es kann also zu Wetterextremen kommen, und zu Erdbeben – mal hier, mal dort. Dabei hat sie vergessen die allabendliche Gefahr durch die zunehmende Dunkelheit in der ganzen Welt zu erwähnen! Passiert ebenso garantiert wie irgendwelche Wetterextreme oder Erdbeben irgendwo auf diesem Planeten. Beispiel gefällig? Schauen wir mal in die aktuelle Erdbebenliste: In den letzten 24 Stunden gab es 37 Stück, die eine Magnitude von 2,5 oder höher (jeder Kreis ein Erdbeben, je größer der Kreis desto höher die Magnitude – Quelle: http://earthquake.usgs.gov/earthquakes/map/ – Screenshot vom 17.12.2013, 23:00 Uhr MEZ) hatten:

erdbeben_jetzt

Nun gut, Frau Eder ist jetzt im Ruhestand. Seit ihrem auf der Webseite bekannt gegebenen Rückzug aus gesundheitlichen Gründen habe ich nichts Neues mehr von ihr oder über sie gelesen. Auf jeden Fall wünsche ich ihr gute Besserung …

(Das war die Nummer 18 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2014)





Prognosen 2014: Der Hammersatz von Herrn Schmid

18 01 2014

Der Schweizer Astrologe Peter Schmid gibt sich auf seiner Webseite wirklich Mühe. Mit wenigen Klicks kriegt man für sein eigenes Geburtsdatum eine große Menge an Text, mit dem aber auch wirklich jedem anständig Honig ums Maul geschmiert wird (… mit banalen Warnungen). Drei Beispiele (per Zufallsgenerator herausgesucht) mögen das verdeutlichen,

Während dieser Aspekt aktiv ist, lässt du dich nicht einschränken, bist dabei aber gerecht und achtest auf Takt. Du bist tolerant und kannst dich selbst wie andere gut annehmen. In der Partnerschaft kann dieser Aspekt recht viel Dynamik bringen. Gerade weil weil dich jetzt der Verletzlichkeit der Menschen so bewusst bist, kannst du einiges tun, um den freien Fluss der Liebe zu erleichtern. In beruflicher Hinsicht lässt du dich von Kritik nicht irritieren. Arbeite ruhig und intensiv und bleibe standhaft, das begünstigt deinen Erfolg.

Bei der Opposition und dem Quadrat wirst du eine Neigung verspüren, deinen Wünschen nach Genuss und Bequemlichkeit besonders nachzugeben. Die gesellschaftlichen Beziehungen sind gefördert. Du pflegst Umgang mit anderen Menschen. Doch Vorsicht vor Übertreibungen, denn du neigst in diesen Tagen zu Erwartungshaltungen.

Bei der Konjunktion, Opposition und dem Quadrat erlebst du Tage voller Energie, Tatendrang und Selbstbewusstsein. Du läufst allerdings Gefahr, wenn du mit Ungestüm vorgehst, dass du dir Gegner schaffst. Zwar bist du in diesen Tagen besonders belastbar – seelisch und körperlich, doch könntest du dich kräftemäßig übernehmen. Das erhöhte Energieniveau dieser Tage lässt sich sehr gut beruflich umsetzen. Fälle Entscheidungen oder starte mit einem neuen Projekt. Auch in der Partnerschaft bist du jetzt besonders aktiv. Achte darauf, dass du mit deiner Leidenschaft deinen Partner nicht überforderst.

Nun ja, das Übliche also. Dafür ist sein Text für das jahr 2014 sehr enttäuschend. Eigentlich beschreibt er etwas ganz anderes, nämlich irgendwelche astrologischen Konstellationen, die noch viel länger „wirken“ (ach was, tun sie nicht!) sollen. Aber einen Satz zu 2014 hat er wirklich geschrieben, und zwar diesen:

Auch dieses Jahr wird es weiterhin schwierige Konflikte zwischen Macht und Verantwortung geben. Und auch weiterhin werden an verschiedenen Orten Menschen aufstehen und gegen anmaßende Macht die Hand erheben.

Wow! Das ist ja wirklich ‚mal eine Prognose, die mit Sicherheit zutreffen wird – aber die gilt wohl so ziemlich für jedes Jahr …

(Das war die Nummer 17 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2014)





Mail an eine Astrologin …

15 01 2014

Nachdem ich vorgestern Abend meine Gedanken zu zwei Texten einer Astrologin veröffentlicht hatte erhielt ich gestern mittag eine Mail von ihr mit dem Betreff „Ihr Negativbeitrag über mich“. Da ich gehört habe, dass man privat zugesandte Mails nicht unbedingt veröffentlichen sollte verzichte ich darauf dies hier zu tun – aber meine Antwort darauf darf natürlich jeder lesen:

Sehr geehrte Astrologin
Vielen Dank für ihre Nachricht.
Zunächst einmal habe ich keinen Negativbeitrag über sie persönlich geschrieben, sondern mir lediglich erlaubt ihren Fernsehauftritt und ihre veröffentlichten Texte zu kommentieren. Über ihre Person habe ich mich außerhalb dieses Zusammenhangs nicht geäußert und ich habe auch keinen Grund dies zu tun.
Sie irren wenn sie glauben, ich würde die Astrologie hassen. Ich nehme sie nur nicht ernst und das hat eine ganze Reihe von Gründen. Alleine von „der Astrologie“ zu sprechen verbietet sich wenn man die Vielfalt der verschiedenen und sich teilweise vehement widersprechenden astrologischen Schulen betrachtet. Neben der Tatsache, dass die Behauptungen der Astrologie, man könne auf irgendeine objektive Art einen Zusammenhang zwischen Gestirnsständen und dem Leben auf der Erde feststellen (wenn man von den bekannten, aber für die Astrologie völlig irrelevanten, Einflüssen von Sonne und Mond absieht), den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen vollkommen widerspricht, ist es insbesondere die Tatsache, dass alle objektiven Überprüfungen astrologischer Behauptungen keinerlei für irgendeine astrologische Schule sprechende Ergebnisse zeigen konnten.
 
Und ich gebe zu, ich amüsiere mich über diese schwammigen, teilweise schwülstigen Formulierungen, die man in solchen Texten findet. Die Benutzung bedeutungsvoll klingender Vokabeln, die beim näheren Hinsehen keinerlei konkret fasslichen Inhalt haben, finde ich amüsant – und genau deshalb habe ich ihren Text auch in dieser Weise kritisiert.
 
Natürlich darf jeder Mensch glauben was er oder sie will. Und wenn sie tatsächlich – wie in der von Ihnen bevorzugten astrologischen Schule beschrieben – glauben, dass die Sternzeichen eine Art „genetische Grunddisposition“ des Menschen darstellen, dann dürfen sie das gerne tun. Mit der Realität hat dieser offensichtliche Unsinn allerdings nichts zu tun – es sei denn Ihre astrologische Schule verwendet den Begriff „genetisch“ in einem völlig anderen Sinne als er normalerweise gebräuchlich ist. Ich habe übrigens in meinem Blogbeitrag kein Wort über die von Ihnen favorisierte Astrologieschule verloren, obwohl ich heute nicht zum ersten Mal auf der entsprechenden Internetseite war, verstehe also gar nicht warum sie diese in der Mail an mich so ausführlich erwähnen und diverse Links mitschicken (nicht einer davon war für mich neu).
Widersprechen muss ich ihnen allerdings, wenn sie schreiben, ihre „Arbeit“ hätte mit Wahrsagerei etc. nichts zu tun. Was sie in den von mir besprochenen Texten machen ist nichts anderes als das Stellen von Zukunftsprognosen – und genau solche, esoterisch motivierte Zukunfstprognosen sammele und bespreche ich in meinem Blog. Ihr Text ist da keine Ausnahme sondern eine Prognose von vielen. Dass sie sich so vehement von „Wahrsagerei“ abgrenzen ändert nichts daran, dass sie mit diesem Text genau das getan haben. Dass sie keine Ereignisse voraussagen ändert daran ebenfalls nichts, das machen die meisten Wahrsager, Hellseher und Astrologen nämlich auch nicht. Und mit der verbalen Abgrenzung von der Wahrsagerei ist es sowieso nicht so weit her, denn die von ihnen verwendete Methode behauptet ja selbst folgendes leisten zu können („Alterspunktmethode“):
Der Alterspunkt (AP) beschreibt in einem Sechsjahres-Rhythmus den zyklischen Lebenslauf durch die zwölf Häuser. Er zeigt keine Ereignisse an, sondern die subjektiven Erfahrungen und eignet sich deshalb nicht zur Zukunftsvorhersage.
Der Satz widerspricht sich selbst, denn die „Anzeige“ „subjektiver Erfahrungen“ aus dem Horoskop ist eine Zukunftsvorhersage – sogar eine sehr konkrete! Was sonst? Wobei mich außerdem interessierten würde wie man auf diesen Sechsjahres-Rhythmus gekommen ist. Wie ist dieser begründet, wo sind die diesen Rhythmus belegenden Daten? Was hat dieser „Rhythmus“ – zum Beispiel – mit den anthroposophischen Jahrsiebten zu tun? Oder lehnen sie die Lehren des Oberanthroposophen Rudolf Steiner ab, weil er sich um ein Jahr verrechnet hat?

Außerdem bieten Sie auf ihrer Webseite „Kinderhoroskope“ an, schreiben Sie da nichts über die vermeintliche Zukunft des Kindes? Ist das dann keine Wahrsagerei, wenn sie irgendwelche Behauptungen über die Zukunft eines ihnen völlig unbekannten Menschen beschreiben? Meines Erachtens schon – es sei denn sie könnten das „Funktionieren“ ihrer astrologischen Methode in einem objektiven Test belegen. Sie können mir ja gerne schreiben, wie Sie sich einen solche, objektive Prüfung ihrer Fähigkeiten vorstellen, ganz gemäß Punkt 7 aus den“ Richtlinien für die astrologisch-psychologische Schulung und BeraterInnen-Funktion.“ ihrer Astrologieschule:

Forschung sollte für überliefertes Wissen den Nachweis erbringen oder neue, in der menschlichen Realsituation stets nachvollziehbare Ordnungssysteme und methodische Praktiken entwickeln. Der/die astrologisch-psychologische BeraterIn/LehrerIn sollte ständig die Haltung des Forschers an sich kultivieren. Dazu gehört insbesondere die ständige Bereitschaft, sich kritischer Diskussion zu stellen und solche durch Offenlegung des eigenen Vorgehens zu ermöglichen.
Sind sie bereit, ihre Fähigkeiten und die Möglichkeiten ihrer astrologischen Schule einem objektiven Test zu unterziehen?
Mit freundlichen Grüßen
 
PS: Nein, ich bekomme für das was ich hier tue nichts; ich mache das schlicht und einfach aus Spaß.




Prognosen 2014: Frau Vierzig-Rostek schwurbelt

13 01 2014

Es war im Oktober 2013, da hatte die Düsseldorfer Astrologin Gabriele Vierzig-Rostek ihren großen Auftritt: Sie durfte in der WDR3-Nachmittagsshow daheim & unterwegs ihre „Astrologische Psychologie“ präsentieren. Dass dies ein Widerspruch in sich ist scheint der Redaktion der Sendung nicht aufgefallen zu sein, oder sie ließ sich von diesem für die wissenschaftliche Psychologie massiv beleidigenden Label blenden – auf jeden Fall ist die Astrologin ziemlich stolz auf ihr seltsames und höchst unsinniges Gelaber und hat die Sendung auch auf youtube hochgeladen. Sensationellerweise deutet sie das Horoskop der Sendung dahingehend, dass in dieser Sendung die „Wissenschaft“ Astrologie (… langsam wird’s mir übel!) ein Thema ist … … baaaaah, was für eine gequirlte Sch…

Nun hat sie am 30. Dezember einen Text über 2014 in ihrem Blog veröffentlicht und beginnt gleich mit einem herrlichen Schwurbelabschnitt:

Dieses Jahr beginnt mit einem ambivalenten Bild, auf dem 1. Strahl (Wille und Macht) und in der gleichen AC-DC, MC-IC Anordnung, wie in den vergangenen Jahren. Das rot-blaue Aspektbild (ambivalent) ist dreieckig, füllt hauptächlich den unbewussten Raum, wo praktische Lebensbewältigung zu Hause ist. Es ist inkohärent, Venus ist unaspektiert.

Praktische Lebensbewältigung im unbewussten Raum mit einem dreieckigen Aspektbild? Das klingt nach Menschen, die in einer (ich imaginiere: weitgehend schwarz-weißen) Designerwohnung (Dreiecksbild) nach fast durchzechter Nacht (unbewußt) es immer noch auf die Reihe kriegen sich einen Kaffee zu kochen und ein Brötchen zu schmieren (praktische Lebensbewältigung). Aber das ist wahrscheinlich nicht gemeint, denn plötzlich wird’s politisch:

Für Deutschland zeigt sich die goße Koalition entsprechend, das ist deutlich sichtbar.

Äh was? Jetzt habe ich diese Bilder im Kopf: Merkel, Gabriel, von der Leyen, Steinmeier und der ganze Rest stolpern übernächtigt und mit reichlich Restalkohol im Pyjama durch eine Designerwohnung (… gibt es dreieckige Kunst im Kanzleramt?) und bereiten ein Frühstück vor … …. Mist! Weg! Ich will mir das gar nicht vorstellen müssen! Zum Glück kommen jetzt erst mal Binsenweisheiten – mal privat, mal politisch:

Wer den Kopf in den Sand steckt, versäumt die Realität, da drohen Niederlagen…

Es wird hart gearbeitet und weiter gekämpft, die Opposition wird kein gutes Haar an den Entscheidungen lassen, denn sie wurmt, dass sie keinen wahren Einfluss hat.

Weiter geht es dann mit diesem herrlichen Satz:

Das Fehlen der grünen Linien deutet auf mangelnde Kompromissbereitschaft bzw. -Fähigkeit. Bewusstseinsprozesse sind hier noch nicht erkennbar.

Immerhin, das mit den Bewußtseinsprozessen klingt richtig, die sind in diesem Text bisher wirklich nicht erkennbar! Ich weiß ja nicht welche Menge an alkoholischen Getränken ich mit zuführen müsste um auf ähnlich zusammenhang- und sinnlose Wortaneinanderreihungen zu kommen. Die Autorin wendet sich dann der Kanzlerin zu und ist optimistisch:

Ein wenig aus der Defensive heraus wird sie dennoch mit intensivem Einsatz ihrer Fähigkeiten und glücklicher Hand die Geschicke des Bundes lenken.

Na da sind wir aber froh! Und warum ist das so? Das Grün, man beachte: nicht „Die Grünen“,  ist schuld:

Das zeigt zusätzlich das Klickhoroskop des Jahres 2014 mit dem von Angela Merkel. Frau Merkel bringt nämlich genug “grün” in die ambivalente Konstellation hinein, so dass sich Veränderungen doch noch entwickeln können!

Nun wechselt Frau Vierzig-Rostek schon wieder völlig unvermittelt das Thema – oder geht es doch noch um Angela Merkel? Falls doch erschließt sich mir das in folgendem Satz dann aber nicht:

Einerseits kann sich Kreativität, Harmonie und Annahme von Verantwortung unbehelligt entwickeln (in Steinbock finden wir sehr korrekte Frauen, Karrierebewusst und zielsicher), andererseits kann es manchmal auch Ausgrenzung aus dem Familienkollektiv bedeuten.

Aha! Noch jemand wach? Wiederholen Sie sinngemäß … … ach nein, doch lieber nicht, denn es geht genau so weiter:

Am Talpunkt 4 kann sich diese Energie nach innen wenden und manchmal zu Gesundheitsstörungen führen, wenn die Konstellation so nicht akzeptiert werden mag. Viel Ruhe für Reflexion zum Thema steht aber zur Verfügung! Daher kann auch die Einsicht zu Heilungen Kraft des eigenen Willens führen.

Wie jetzt? Für wen schreibt die Frau das? Und das folgende erst:

Manch einer mag sich auch innerlich mit seiner Tochter oder Schwester/Freundin aussöhnen, die äußere Versöhnung folgt dann später nach!

Die Fragezeichen werden immer größer! Aber Moment – woher kennt die Astrologin eigentlich meine Schwester? Nachdem schon wieder eine grüne Linie auftaucht …

Dieses Bild wirkt klarer, kraftvoller, erhält eine grüne Linie von Uranus zum Mondknoten  und verbindet Venus mit Saturn, dafür steht die  letztgenannte Verbindung komplett abgelöst.

… kommt dann die nächste Portion Binsenweisheiten, zumindest dann, wenn sie die Politik in diesem unserem Lande gemeint hat:

Mondknoten Spitze 2 verbunden mit Uranus in 7 verlangt den Einsatz des guten Willens für gesellschaftliches Engagement unter Berücksichtigung der finanziellen Mittel sowie der Talente und Fähigkeiten aller Beteiligten. Also kann nicht alles umgesetzt werden, was versprochen wurde…

Jetzt werden noch die Frauen generell gelobt und die Frauenquote wegen des inherenten Zwangs für unnötig erklärt. Am Ende kommt noch das „Mondknotenhoroskop (Unbewusste Motivation)„, und wieder entäußert sie sich eines Textes, dessen Sinn nicht einmal zwischen den Zeilen zu finden ist:

Unbewusster Drang nach Stabilität in einer sozialen Neuordnung, dafür großer Einsatz, viel Kraftaufwand für gesellschaftliche Aufklärung, mehr Gerechtigkeit und innere Sicherheit, freie Entfaltung der Lebensvisionen. Egoistische Befindlichkeiten sind außen vor, obwohl sie jeder befriedigen will…

Das kommende Jahr wird ein Saturn-Jahr (ab 0° Widder). Das bringt Stabilität und mehr Disziplin, Strukturen festigen sich. Im konstruktiven Fall bringt dies mehr Sicherheit und Berechenbarkeit.

Äh ja, immerhin kommt noch ein Satz, den ich sogar durchaus mit unterschrieben hätte, wenn ich diesen Text schon bei Veröffentlichung am Tag vor Silvester gelesen hätte:

Lernen wir alle daraus und gehen wir in ein hoffnungsfrohes Neues Jahr 2014!

Wenigstens keine Katastrophenprognosen – dafür eine kleine und kurze Übung in sinnloser Schwurbelei. Macht ja nix, ist ja nur der Jahrestext einer Düsseldorfer Astrologin, die schon vor der WDR-Kamera weitgehend UNverständliches von sich gegeben hat – dachte ich, bis ich die Überschrift ihres nächsten Blogartikels las:

Unfall-Risiken überall im Neuen Jahr 2014

Aber was für eine Enttäuschung: Außer Banalitäten wie der, dass man im Straßenverkehr aufpassen oder bei allem was man tut seine Motivation hinterfragen soll, gibt es wieder das große Nichts. Frau Vierzig-Rostek kann aus den Sternen Binsenweisheiten lesen, die auf jedes Jahr zutreffen und kennt einige mir neue astrologische Fachbegriffe: Von einem „Klickhoroskop“ hatte ich bisher ebenso wenig gelesen wie von einem „Talpunkt“ – aber wenn da nicht einmal das Astrowiki weiter weiß kann man auch diesen Quatsch wohl getrost vergessen.

(Das war die Nummer 16 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2014)





Schumi’s Unfall und die Sterne: Der besserwisserische Leichenfledderer

7 01 2014

Es hätte mich wirklich gewundert, wenn die Leute von Loop! die einzigen gewesen wären, für die der Skiunfall des Rekordweltmeisters im Im-Kreis-herum-fahren der Starschuß für die beliebte astrologische Leichenfledderei – das vermeintliche „Erklären“ des Unfalls und des Unfallzeitpunkts mit astrologischen Floskeln – gewesen wäre. Und ich habe absichtlich nicht in die üblichen Astrologieforen geschaut, weil mir solcherlei Frechheiten doch irgendwie widerlich erscheinen. Wenn aber ein Astrologe seine Ergüsse bei astrologie.de postet, dann kann ich dem gar nicht entgehen. In inzwischen – Stand heute, 22:00 Uhr –  sieben Aktualisierungen findet der Autor Peter-Johannes Hensel noch für die absurdesten Details irgendwelches astrologisches Gelaber, mit dem er auf den verschiedenen Pressemeldungen seine astrologische Leichenfledderersuppe köcheln kann. Beispiel gefällig? Bitteschön:

7. Aktualisierung, 05.01.14, 11:21h: Ein Skifahrer soll sich bei der Polizei gemeldet haben, weil er den Sturz von Michael Schumacher ungewollt gefilmt haben will. Sollte sich auch dies bewahrheiten, so wäre wiederum auch dieser Mann sowohl für den Fokus bzw. die Primärwirkung Sonne-Pluto (s. bitte Erstveröffentlichung unten bzw. 6. Aktualisierung) als auch für die dazu gehörige externe Ursachenebene (hier Waagevenus-Pluto) eine analoge Projektionsfläche, ebenso wie es der als Priester verkleidete Journalist und der „Ferrari-Pater“ aus Maranello (s. bitte 4. Aktualisierung) für die Rahmenbedingung Sonne-Saturn-Jupiter sind.

Egal was passiert, irgendwelche Sterne oder speziellen Konstellationen findet Herr Hensel immer, und das schon von Anfang an. Immer wenn eine neue Nachricht über Schumi kommt weiß Hensel das nachher irgendwie zu beschwafeln. Das klingt dann zum Beispiel so:

1. Aktualisierung 31.12.13, 10:35h: […] Erklärung: Mond/Krebs entspricht astromedizinisch u.a. der Gehirnsubstanz (und allen damit verbundenen Erkrankungen und Verletzungen), Zwillinge/Merkur/3 andererseits der Funktion des Gehirns. Beides ist hier extrem traumatisiert. Die Ableitung in den 1. Quadranten ermöglicht es dem Geschehen, über den Mond in 3 auf der physischen Ebene überhaupt als Symptom phänomenologisch in Erscheinung zu treten. Das heißt, dass das substanzielle Hirntrauma das körperliche Abbild der Schuld (s.u.) ist (siehe bei weitergehendem Interesse die APL bzgl. der detaillierten astromedizinischen Zuordnungen). Der zerbrochene Helm spiegelt sich schlüssig in der Fokuskonstellation Sonne-Pluto in dem Sinne, als die gelebte (Sonne) Vorstellung (Pluto) der Wirklichkeit (Sonne im Quadrat in den 4. Quadranten zu Saturn-Neptun) letztlich nie standhalten kann (über schicksalhafte Korrektive gebrochen wird). Der sich daraus immer ergebenden Aufgabe, die eigenen Vorstellungen der Wirklichkeit anzupassen, ist Michael Schumacher aus unten beschriebenen Gründen nicht „freiwillig“ nachgekommen.

Mond/Krebs entspricht der Gehirnsubstanz? Na dann können Sie das sicher belgen, Herr Hensel! Ansonsten ist ihr Gelaber einfach unerträglich! Für all ihre astrologischen Scwurbeleien können Sie doch sicher irgendwelche statistisch abgesicherten Daten vorlegen, oder? Und wenn wir Ihnen die Daten mehrere Datensätze von ähnlichen Unfällen anderer Personen geben, müssten sie diese ja zweifelsfrei zuordnen können, oder? Würden sie sich einem solchen Test (auch wenn er nicht einfach zusammenzustellen wäre) unterziehen? Oder ist es ihnen lieber hanebüchene Vermutungen über ihnen persönlich völlig fremde Menschen in der Öffentlichkeit zu verbreiten, wie das Folgende:

Erfahrung der Todesnähe im Sinne eines „Gebeugtwerdens“ aufgrund eines übertriebenen Bedeutungsdrangs und irrational-unbewusster Schuldempfindung über den Weg amokartiger Gewalteinwirkung, die sich als Resultat vernunftsverlorener Revierflucht ergibt. Was sich hier IM GRUNDE zeigt, was sich als der hinter allem stehende unbewusste Ereigniswunsch darstellt ist ein Mensch, der einen Weg suchte, im Sinne einer Selbstbestrafung seine vermeintliche Schuld in Form einer Todesstrafe zu sühnen. Ob diese „vollzogen“ wird, oder ob Michael Schumacher in irgendeiner untransformierten Weise am Leben bleibt, ist natürlich menschlich von großer Bedeutung, letztlich aber im Sinne der Buße bedeutungslos. (fette Hervorhebungen von mir)

Sorry, Herr Hensel, auch wenn mir Herr Schumacher bisher reichlich egal war (Autorennen finde ich so ziemlich das langweiligste was das Fernsehen zu bieten hatte und hat) finde ich ihre selbstbeweihräuchernden Vermutungen einfach nur widerlich!

 





Prognosen 2014: Nikki Pezaro kann kopieren

2 01 2014

Nikki Pezaro das kanadische Medium mit einer beeindruckenden Liste hanebüchener Fehlprognosen ist natürlich auch bei den Prognosen für 2014 dabei. Wie üblich hat sie ihre Prognosen in die folgenden Kategorien aufgeteilt und (weitgehend) durchnumeriert:

  • World Predictions (123 – „WP“),
  • Star Predictions (45 – „SP“),
  • Wild Weather Predictions (30 – „WW“)
  • The Royals (15 – „TR“)
  • Sports Predictions (4 – „SP“)
  • Death and Health Watch (138 – eigene Zählung, Dopplungen ignoriert – „DH“)

Dazu gibt es noch eine Spezialvoraussage:

Summary and Overview 2014

There will be a lot of catastrophic events but the world won’t end, changes to the map of the world, a lot of medical breakthroughs, and changes in government.

Ja, genau! Und in Peking wird im Juli ein Sack Reis umfallen! Doch, ganz sicher!

Nun aber zu ihren „Prognosen“ für 2014. Die Liste ihrer „World Predictions“ für 2014 ist mit 123 Einträgen um 8 Einträge länger als die des Vorjahres. Nach grober Übersicht sind aber etwa 60 dieser Einträge absolut identisch … … sie hat also wie in den Vorjahren auch wieder überwiegend kopiert, aber dieses Mal habe ich zumindest versucht die Kopien zu zählen. Als wirklich neu ist mir nur das Folgende aufgefallen:

  • A giant sinkhole in Egypt. (WP 4)
  • Trouble around the pyramids in Egypt. They may sink. (WP 5)
  • Sinkholes worldwide. (WP 6)

Ah – Einiges wird also versinken, insbesondere in Ägypten, vielleicht sogar die Pyramiden. Nun aber weiter …

  • Empire State Building tipping. (WP 11)
  • Partial collapse of the Coliseum in Rome, Italy. (WP 19)
  • UFO sightings near the Hudson River. (WP 58)
  • A gorilla will eat its trainer. (WP 81)
  • An arrest in the Madeline McCann case. (WP 82)

Nun ja, so richtig viel ist das ja nicht, und dass „Another huge fire Bangladesh.“ gleich doppelt vorkommt (WP 80 und WP 120) kann ja nur bedeuten, dass es dort im Jahr 2014 zwei Brände geben wird. Nicht berücksichtigt habe ich in obiger Liste die Erdbebengebiete, Überschwemmungsgegenden und Terrorziele, die jedes Jahr in großer Menge aufgelistet werden – diese folgen jetzt:

  • Erdbeben soll es geben in Japan (WP 20); Palm Springs, California (WP 22); Las Vegas, Los Angeles, San Francisco (WP 23); Caribbean (WP 35); Japan („giant“ – WP 36); Iran and China (WP 54); Peru (mit Vulkanausbruch – WP 55); Oklahoma and Texas (WP 56); Hawaii (mit Vulkanausbruch – WP 65); Mexico City (WP 83); around the Seattle Needle (WP 111); Washington, British Columbia, and Alaska (WP 121); Toronto, Quebec, Ottawa, and the Niagara region (WP 123); Philippines (WW 2); Chicago, St. Louis, Missouri (WW3); Thailand, Jakarta, Indonesia (WW 5); New Zealand, Australia (WW 7); British Isles (WW 10); New York City and Memphis, Tennessee (WW 11); California (WW 13); wiping out Mexico City (WW 14); Utah (WW 15); Quebec, the Niagara region, and in Ontario (WW 16); Lake Tahoe, San Francisco, San Diego, and Los Angeles (WW 17); Seattle, Washington (WW 20); Oregon (WW 21); Russia (WW 25); in Japan along with another tsunami (WW 26); New York City, Washington, Maryland, and Virginia (WW 28); Iran (WW 29); Las Vegas and Grand Canyon (WW 30)
  • Überschwemmungen drohen: in the London, England underground (WP 9); Danube River overflowing (WP 46); Great floods in Germany and the British Isles (WP 47); Great floods in Romania, Hungary (WP 50); Niagara Falls overflowing and the Niagara River floods (WP 52); Great floods in the US and in Europe (WP 86); The Mississippi River will overflow (WP 87)
  • Terrorziele sind: New York City (WP 21); A chemical attack on the United States (WP 27); Nuclear attack on New York (WP 31); Terrorist attack at the Empire State Building (WP 32); Terrorist attack New York City (schon wieder? – WP 37); Terrorist attack Toronto, Canada (WP 39); Terrorist attack in Paris, France (WP 41); A terrorist attack and bombing in London, England (WP 43); Terrorist attack Shanghi, China (WP 77); Terrorist attack Washington, California, India, Russia, Chicago (WP 122); Canada ; Terrorist attack at a sports event (SP 3); A bomb blast at Buckingham Palace (TR 5)

Also der übliche Katastrophenrundumschlag, der eigentlich bestenfalls zum Gähnen reizt. Bei den Royals gibt es für 2014 natürlich auch wieder einiges vorauszusehen bzw. aus den Prognosen für 2013 zu kopieren (alle 2013er Prognosen wurden kopiert und drei ergänzt!!). Kate wird also wieder schwanger (TR 1) und gebiert folgerichtig auch ein oder zwei Kinder (TR 6), während ihr Gatte und dessen Bruder irgendwie gefährdet sind (Tr 7). Die Queen soll erkranken (TR 4 und TR 12), ausgeraubt werden (TR 10) und es gibt einen Anschlag auf sie (TR 8) – und wie in jedem Jahr soll es auf Schloß Windsor ebenso brennen (TR 13) wie im Buckhingham Palace (WP 108), wobei: irgendeinen offenen Kamin werden die dort wohl haben …

Bei den „Sports Predictions“ hat sie ebenfalls drei von vieren wörtlich aus dem Vorjahr kopiert, wobei ihre Terrorprognose bei einem „Olympic event“ für 2013 gar nicht richtig sein konnte. Für 2014 wäre das ja gegangen, aber da ist’s einfach irgendeine Sportveranstaltung.

Ein paar Neuigkeiten gibt es natürlich bei den „Star Predictions“, aber immerhin 21 der 45 Einträge sind aus dem Vorjahr übernommen, und „Another Royal pregnancy for William and Kate“ gehört ja eigentlich in eine andere Kategorie. Wenn wir schon bei Schwangerschaften sind, bei folgenden Stars soll es 2014 soweit sein: Jennifer Anniston (wie 2013), Beyonce, Rhianna und Selina Gomes. Dazu noch ein paar Trennungen, Warnungen (George Clooney, Tom Cruise, Justin Bieber usw.) und ein paar Oscar-Gerüchte (z.B. Mathew McConaughew, Jaret Leto, Sandra Bullock) – mit diesem Sammelsurium dürfte sogar der ein oder andere Treffer zu verzeichnen sein.

Ihre Liste zu „Death and Health Watch“ ist fast vollständig aus dem Jahr 2013 kopiert, von 125 Einträgen aus 2013 (mit 126 gefährdeten Personen, da ein Eintrag „Leaders in Syria and Iran“ lautet) tauchen bis auf die verstorbenen Hugo Chavez, Nelson Mandela und Anette Furnicello alle wieder in der 2014er Liste auf – inclusive der Dopplungen (Brittany Spears, David Letterman und Jay Leno) und Rechtschreibfehler.  Wer ist zum Beispiel „Arnold Swarzenhagger„? Oder „Karl Lagerfield“? Neu auf der Liste sind Angelina Jolie, Brad Pitt, Catherine Zeta Jones, Conrad Black, Drake (???), Jack Nicolson (wer soll das sein?), Jack Osborne, Kelley Osborne, Kenney Rogers, Kim Jong Un, Nick Walenda, Ozzy Ozborne, Rob Ford, the Pope und Valerie Harper. Aha, also die Osbornes sind in Gefahr, ansonsten ist Jack Nicholson ja auch bereits bei den „Star Predictions“ erwähnt (… wie im Vorjahr auch).

OK, es wird also wieder ein schlimmes Jahr. Wie das letzte oder das vorletzte oder das davor. Frau Pezaro kopiert sich weitgehend, hat aber immerhin auch für 2014 ein paar neue Prognosen, die am Jahresende erwähnt werden könnten: Versinkende Pyramiden und ein kippendes Empire State Building eignen sich ganz besonders für die Rückschau – und natürlich der Gorilla der seinen Trainer verspeisen soll.

(Das war die Nummer 12 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2014)





Öffentlich-rechtliche Volksverdummung

1 01 2014

Ja, es gibt Menschen, die sich zum Jahreswechsel ein Horoskop erstellen lassen (gegen Geld), zur Kartenlegerin rennen (gegen Geld) oder sich gar aus der Hand lesen lassen (gegen Geld). Und es gibt öffentlich-rechtliche Medien, die ihren Bildungsauftrag vergessen und stattdessen für dieses Unsinn zum Jahresende werben. Wäre es nicht eher die Aufgabe der Medien, die Öffentlichkeit vernünftig zu informieren und den Hörerinnen und Zuschauern zu erklären, dass solche Aktionen zwar durchaus unterhaltsam sein können, dass man sie aber zum einen nicht ernst nehmen darf und zum anderen sich das Geld insbesondere dann sparen sollte wenn man nicht allzu viel davon hat? Nun ja, scheinbar sieht das die ein oder andere Redaktion aus dem öffentlich-rechtlichen Bereich dann doch ein wenig anders und lässt sich ungeniert für die Werbung esoterischer Angebote missbrauchen.

So zum Beispiel beim Hessischen Rundfunk, wo man sich für den vorletzten Tag des letzten Jahres für die Nachmittagsshow „hallo hessen“ einen Handleser einlud und mit einer ganz tollen Aktion aufwartete: Die Zuschauer sollten ihre Hand einsfantadings2_3cannen, das Bild an den Sender schicken damit der Handleser dann einzelne davon per Telefon kontaktieren und Voraussagen für das kommende Jahr treffen kann. Nun ja, den gleichen Unsinn hatte der Sender bereits Ende 2012 veranstaltet, worauf der Herr Handleser auf seiner Webseite natürlich stolz hinweist.

Dieser Mann, dessen Fantasie der überaus lustige Künstlername „El Fantadu“ entsprang, mag ja auf Jahrmärkten seinen Platz haben, aber glauben die Leute in der HR-Redaktion tatsächlich was auf der Webseite dieses Herrn steht:

Ihre einmaligen Handlinien, sind für mich wie ein offenes Buch.

Ein Buch, in dem das Leben der Menschen die meinen neutralen Rat suchen, von der Zeugung und der Entwicklung zum erwachsenen Menschen, bis zum Schluß eingraviert ist! Ein Buch der Möglichkeiten-, Lebensstationen-, Träume- und der Blokaden, die in jedem von uns stecken, vorgeschrieben steht!

Wobei mich ja schon interessieren würde, was der Mann über die Zeugung eines Menschen aus der Hand lesen können will (… ob man ihn nach dem Wochentag oder der praktizierten „Stellung“ fragen sollte?). Auch mit Tarotkarten kennt der sich aus:

Außerdem zeigen mir die Karten deutlich die äußeren Einflüsse mit denen du jetzt konfrontiert wirst und welche Chansen du hast, dich in der Zukunft damit erfolgreich auseinander zu setzen!

… rühmt sich seines 6. Sinns und bescheinigt sich einen liebevollen Umgang – mit den Karten:

Nutze meinen angeborenen 6. Sinn und meine über 40 Jahre Erfahrung im liebevollen Umgang mit den verschiedenen Kartendecks.

Dazu pendelt der Mann auch noch und schreibt dazu diesen Schwachsinn:

Das Pendeln über Bildern und persönlichen Gegenständen fremder Personen,  bringt mir sensitive Einblicke in die Persönlichkeit, Lebensweise und Gesundheit dieser Menschen. – Wenn du also wissen möchtest, welche Bedeutung du im Leben dieser Peson hast, – Warum dieser Mensch so ist wie er ist, oder welche Bedeutung du in seinem / Ihrem leben spielst, dann bringe mir bitte (Einzel-) Fotos oder persönliche Souvenirs mit, damit ich darüber pendeln kann.

Ob die Redaktion vielleicht auch mal den Mut hat die selbst behaupteten Fähigkeiten dieses Herrn ganz einfach zu überprüfen? Für jemanden, der sich im Besitze eines 6. Sinns rühmt sollte es doch ganz einfach sein über (z.B. mit einem Blatt Papier) verdeckte Gegenstände zu pendeln und dann passable „Ergebnisse“ zu erzielen. Aber vermutlich ist kritisches Hinterfragen unsinniger Behauptungen in dieser Redaktion kein Einstellungskriterium.

Beim WDR gab es auch eine Portion öffentlichen Unsinn zum Jahreswechsel. Nachdem bereits Ende Oktober eine Astrolgin dort schwafeln durfte (im Jahr zuvor hatte man übrigens neben einer Astrologin auch einen Skeptiker eingeladen …) war in diesem Jahr auf der WDR-Nachrichtenseite ein Artikel mit dem Titel „Viele Wege führen zum Jahreshoroskop: Die großen Fragen 2014“ zu lesen. Liess der Anfang noch durchaus hoffen …

Lebenshilfe, Spaß oder nur Mumpitz? Über Horoskope lässt sich streiten.

… gibt es dann im Artikel erst einmal Werbung für eine Kartenlegerin. Was dies mit Jahreshoroskopen zu tun hat wird im Artikel nicht verraten, und auch nicht, dass die Dame ihre Dienste über ein Portal anbietet, das auch Engelkontakte und Tierheilkunde (ist das eigentlich erlaubt???) anbietet und dessen Betreiber nicht nur am gleichen Ort wohnt sondern auch den gleichen Nachnamen trägt (dass unter der fast identischen Telefonnummer noch ein zweites, ähnliches Portal mit esoterischen Abzockangeboten Beratungsangeboten firmiert sei nur am Rande erwähnt). Danach kommt der Versuch doch tatsächlich verschiedene Horoskope aus Frauenzeitschriften zu vergleichen, aber die Autorin scheint an dieser an sich recht einfachen Aufgabe schlicht gescheitert zu sein, denn sie schreibt:

Der Versuch eines Vergleiches mit sieben Frauenzeitschriften und deren Tipps für zwölf Sternzeichen: unmöglich!

Aha, und warum? Eigentlich ist die Autorin sogar auf einem guten Weg:

Alle Horoskope unterscheiden sich, lesen sich aber geschmeidig mit Formulierungen wie „Neue spannende Begegnungen“, „Lange Phasen voller Glück, Zufriedenheit und Harmonie“, „Mehr Liebeschancen, als gesund ist“, „Ersehnte Versöhnungen“ oder „Sie sind überaus gewissenhaft und diszipliniert“.

Ja klar! Sie unterscheiden sich! Daraus könnte man ja eventuell den Schluß ziehen, dass solche Jahreshoroskope schlicht und einfach Unsinn sind, bzw. dass diese Einteilung nach Sternzeichen doch wohl nicht ganz so sinnvoll ist (… wenn man den Unterhaltungsaspekt außer Acht lässt, den sie ja in den „geschmeidigen Formulierungen“ sogar entdeckt hat). Aber nein, sie wechselt jetzt ganz unvermittelt in eine Ecke, die sie selbst wohl für eine Art „Verbraucherberatung“ hält und nennt sogar Preise:

Wer eine persönliche Beratung am Telefon möchte, bezahlt im Schnitt zwischen 99 Cent und 3 Euro pro Minute aus dem Festnetz. Ein schriftlich ausgearbeitetes Jahreshoroskop gibt es ab 30 Euro und eine persönliche Sitzung kann schon mal 800 Euro kosten.

Wie sinnvoll das ist, was man für dieses Geld bekommt sagt sie allerdings nicht, dafür warnt sie vor unseriösen Anbietern:

Es gibt unseriöse Anbieter, die Kosten in den AGB verstecken und unangemessen hohe Rechnungen stellen.

Und empfiehlt bei Unsicherheit ausgerechnet …

Wer unsicher ist, sollte sich an den Deutschen Astrologen-Verband wenden.

Na klar! Die Autorin würde bei Fragen nach den Gefahren des Rauchens wohl auch auf die Tabakindustrie verweisen und ihren Lesern empfehlen sich über die Gefahren des Alkoholkonsums an die Spirituosenhersteller zu wenden! In den Kommentaren zu ihrem Artikel ging es dann bisweilen wenig freundlich zu, wobei die Autorin mit einer etwas trotzigen Bemerkung wohl auch mit dazu beigetragen hat. Den ganzen Unsinn des Artikels stellt der letzte Kommentar klar:

Nein, über Astrologie oder Horoskope kann man nicht streiten, wenn man einigermaßen bei Verstand ist. Weil es kompletter Mumpitz ist. Und seriöse Astrologen gibt es meines Erachtens nicht. Entweder sie glauben den Mist selbst und haben deshalb einen gehörigen Sockenschuss, oder es sind schlicht Scharlatane. Dazwischen gibt es nichts, schon gar keine Seriösität.

Ob der WDR im neuen Jahr besser recherchiert?

(Danke an den Ratgeber-News-Blog für den Hinweis auf die HR-Sendung und an ein paar Facebookfreunde für den Hinweis auf den WDR-Artikel)





Wenn die Leichenfledderer aus dem Schatten springen: Schumi und die Sterne

31 12 2013

Tja, es ist mal wieder so weit: die Leichenfledderer schärfen ihre Messer, auch wenn es noch gar keine Leiche gibt. Der Unfall des Formel-1-Rekordweltmeisters muss natürlich astrologisch seziert werden, und zwar bei den Leuten der astrologischen Onlinepostille Loop!. Dabei wagen sie natürlich keinerlei Prognose, und begründen das mit folgenden Sätzen:

Jede öffentliche, astrologische und medizinische Prognose erübrigt sich ethisch, solange die Lebens-Gefahr nicht gebannt ist. Damit wollen wir uns deshalb auch nicht beschäftigen, sondern Schumi von Herzen wünschen, dass er sein schwierigstes Rennen packt.

Ja, klar – aber man kann natürlich trefflich darüber spekulieren, ob man ein solches Unglück nicht vielleicht doch in den Sternen hätten lesen können, oder darüber, welche Planeten denn jetzt diese Tragödie ausgelöst haben könnten bzw. darüber dass der Mann ja derzeit sowieso … … was für ein hanebüchener Unsinn. He, ihr Leute von Loop! Das war ein tragischer Skiunfall! Der Ex-Formel-1-Pilot ist nicht über einen eurer Planeten gestolpert sondern hat abseits der registrierten Pisten einen Unfall gehabt. Die Planeten haben damit nichts zu tun, und eure lächerlichen astrologischen Deutungsversuche sind nichts anderes als der schäbige Versuch auf dem realen Leiden eines Menschen eure peinliche Astrosuppe zu kochen.

Genau wie einer eurer Kollege nach der Fukushima-Katastrophe behauptete, man hätte dies ja astrologische vorhersehen können, ist dieser Text nichts anderes als reine Leichenfledderei (auch wenn der Mann ja noch lebt). Aber so sind die Astrologen eben manchmal: Persönliche Tragödien werden schamlos ausgenutzt, und da ist es egal, ob es sich um einen oder zigtausende Menschen handelt, ich empfinde solches Handeln in der Öffentlichkeit als absolute Frechheit!!!

 

 

 





Prognosen 2014: Binsenweisheitengipfel bei der Astrowoche

31 12 2013

Wie bereits in den letzten Jahren hat die Astrowoche auch für 2014 wieder zum so genannten „Astro-Gipfel“ geladen und dieses Mal sieben (letztes Jahr waren es 8) Astrologen um eine Vorschau auf 2014 gebeten. Werfen wir also auch in diesem Jahr wieder einen Blick auf die Ergüsse dieser wenig glorreichen Sieben.

Den Anfang macht

Erich Bauer: Chefastrologe der Astrowoche, Diplompsychologe und Buchautor

Wie gewohnt gibt der Mann weitgehend Positives von sich, und will sich scheinbar selbst arbeitslos machen:

Das wird ein Segen sein, dass unsere Welt nüchterner, aber dafür realistischer werden wird. Und viele werden staunend feststellen, dass die Wirklichkeit viel schöner ist als alle Träume.

Tja, wenn die Welt realistischer wird, dann braucht man ja die Astrologen gar nicht mehr! Und dass sich Menschen Nach Liebe, Geld und Anerkennung sehnen ist auch keine große Neuigkeit – dafür hätte es keinen Blick in die Sterne gebraucht. Aber weiter mit der nächsten Kandiatin:

Christine Schoppa: Astrologin der Astrowoche mit Schwerpunkt Gesundheit und Partnerschaft

Frau Schoppa hatte ja im letzten Jahr ja „mit großen Wetter- und Umweltkatastrophen (Stürmen, Überschwemmungen, Tsunamis)“ gerechnet, und rechtfertigt ihre damalige Einschätzung eines Katastrophenjahres mit einem Rückblick auf „die schlimme Jahrhundertflut, das Flüchtlingsdrama, Terror und Gewalt, dann der Abhörskandal und noch vieles mehr“. Nun ja, Flüchtlingsdrama und Abhörskandal hatten ja nicht unbedingt etwas mit Wetter- und Umweltkatastrophen zu tun, und Überschwemmungen gibt es auch in jedem Jahr (… oder hatte sie irgend etwas von der Donau vorhergesehen????), aber das reicht natürlich um auch für 2014 ein wenig in der Katastrophenkiste zu wühlen:

Tatsache ist, dass das Quadrat von Uranus und Pluto uns auch 2014 in Atem hält und dass Krieg, Katastrophen und Terror nicht mit einem Fingerschnippen plötzlich zu Ende sind.

Der Rest sind allgemeingültige Tipps, die jeder Hobby-Küchenpsychologe auf Lager hat – auch hier fragt man sich warum man für solche Banalitäten in die Sterne schauen muss. Weiter geht es mit

Michael Allgeier: Astrologe, Leiter von Astro-Kolleg Allgeier & Noe

Dieses Mal vermeidet er jegliche Erwähnung von Naturkatastrophen sondern verlegt sich auf Binsenweisheiten zum Berufsleben. Klar, wer sich „mit Mut, Begeisterung und Ausdauer auf neue Herausforderungen“ stürzt, dem könnte ein beruflicher Aufstieg gelingen. Und auch für das Liebesleben seiner Leserinnen und Leser hat er sensationelle Nachrichten: „Es wird viele Trennungen, aber auch sehr viele neue und glückliche Bindungen geben.“ Als nächstes kommt wieder eine Frau zu Wort:

Gabriele Sperzel: Astrologin und Autorin im ENGELmagazin

Bei ihr wird es ein wenig politisch, denn sie schreibt:

Leider werden wir uns auch im Jahr 2014 mit den nun schon bekannten Problemen im Bereich Wirtschaft und Finanzen sowie dem hochbrisanten Thema einer größeren, sozialen Gerechtigkeit auseinandersetzen müssen.

Also auch hier nichts Neues. Und wer sich schon immer gefragt hat, wer an den vielen Turbulenzen Schuld hat, für den hat Frau Sperzel eine Antwort:

Nehmen wir als Beispiel den zwischen 2012 und 2015 vorhandenen Quadrat-Aspekt zwischen Uranus im Widder und Pluto im Steinbock, der wohl hauptsächlich für die weltweiten großen Turbulenzen verantwortlich sein dürfte.

Auch hier ist ansonsten nicht die Spur einer Prognose zu finden, was mich übrigens bei dem nächsten Kandidaten sowieso gewundert hätte, denn jetzt kommt

Christopher Weidner: Exam. Astrologe TPA und System. Therapeut (Heilpraktiker für Psychotherapie)

Sein Text lässt wohl nicht nur mich ratlos zurück, denn was Sätze wie dieser …

Jetzt dürfen wir zeigen, dass wir uns nicht mehr länger unter Wert verkaufen.

… ausgerechnet mit 2014 zu tun haben, ist mir nicht so recht klar. Oder haben mir (und Ihnen) die Sterne solches in den letzten Jahren verboten? Der Rest sind auch aus den Binsen geklaubte Trivialitäten wie

Vielleicht müssen wir dem einen oder anderen Menschen die Wahrheit sagen und riskieren dadurch auch den Bruch der Beziehung.

Also wie erwartet, keine Prognosen von Herrn Weidner, also flugs zu

Ruth Siegenthaler: Astrologin mit Schwerpunkt visuelle Astrologie und Fixsterne

Unter den sieben Befragten des Astro-Gipfels ist Frau Siegenthaler klare Siegerin in der Disziplin „bedeutungsschwangeres Schwurbeln ohne Inhalt“. Oder können Sie die folgenden Sätze in irgendein verständliches Deutsch übersetzen?

Uranus im Widder bringt die Befreiung und den neuen Zeitgeist; Pluto im Steinbock setzt regenerative Kräfte frei, um Bestehendes zu transformieren, Saturn im Skorpion fördert alles Unstimmige an die Oberfläche, und Neptun und Chiron in den Fischen fördern eine Kultur des Mitgefühls. Ferner stärkt Jupiter im Krebs in der ersten Jahreshälfte das Vertrauen in unser seelisches Wachstum und in der zweiten unseren Selbstausdruck. Treue und Verlässlichkeit begleiten uns dann, wenn wir uns selbst treu bleiben.

… und weiter geht der Schwurbel:

Auf einer tieferen Ebene geht es darum, dass wir in unserer göttlichen Autorität stehen und uns erlauben, ja oder nein zu einer Situation zu sagen. Wenn wir uns jedoch aus Angst vor Verlust oder Anerkennung verleugnen, fühlt sich unser Herz, in dem unsere göttliche Autorität wohnt, im Stich gelassen. Und wenn dem so ist, werden wir auch nicht treue und verlässliche Menschen anziehen.

Später wendet sich Frau Siegenthaler sogar noch ein wenig den allgemeinen Tendenzen zu und schreibt:

Die Situation ist aus astrologischer Sicht sehr kritisch. Im Weltgeschehen werden die Verhandlungen über die Konfliktherde in der Welt auf Hochtouren laufen. Es bleibt zu hoffen, dass Friedensbemühungen fruchten und es zu keinen weiteren militärischen Interventionen kommt. Trotz aller schrecklichen Ereignisse befinden wir uns im Potenzial einer Zeit der Gnade, weil die gesamte Menschheit als lebendiges Ganzes dazu gezwungen wird, eine Phase der Selbstheilung durchzumachen und neue Wege einzuschlagen, um wieder gesund zu werden.

Aha, es wird kritisch – mehr verraten die Sterne offensichtlich nicht. Genug des Geschwurbels, wenden wir uns der letzten Kandidatin zu:

Antonia Langsdorf: Astrologin, Buchautorin und Moderatorin. Tätig unter anderem bei nexworld.tv

Die Ex-Dschungelcampbewohnerin reiht sich nahtlos in die Banalitätenparade der anderen sechs ein und gibt goldene Tipps, mit Sätzen die schon vor Jahrzehnten jede Oma ihrem Enkel eingetrichtert hat:

Zum Beispiel Treue und Verpflichtung, wenn wir eine tragfähige Partnerschaft führen wollen. Struktur, Plan und Konzentration auf das Ziel, wenn wir beruflichen Erfolg anstreben. Sparsames Haushalten und gesundes Sicherheitsdenken, wenn wir unser Hab und Gut bewahren wollen.

Und das soll jetzt irgendwie mit „Saturn“ zu tun haben? Ach Frau Langsdorf, prophezeien sie doch lieber wieder ein wenig Fußballkram, dann kann man ihnen wenigstens eine Prognose bescheinigen.

Ein Fazit dieser Nonsenstexte erspare ich mir …

(Das waren die Nummern 6-11 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2014)





Silvesterspannung: Gibt es dieses Mal echte Prognosen bei Loop?

30 12 2013

Wie im letzten Jahr hat das astrologische Online-Magazin Loop! auch für 2014 wieder seine Leser dazu aufgerufen, astrologische Prognosen für das kommende Jahr einzusenden. Die Frist endet zu Silvester, und ich bin wirklich gespannt, ob es dieses Jahr wieder ein paar Einsendungen gibt, nachdem die beiden Texte im letzten Jahr mich nicht überzeugen konnten. Die Bedingungen sind dabei ggenüber dem Vorjahr fast unverändert, so dass ich mir eine erneute Kritik der Forderungen an die einzureichenden Texte fast ersparen könnte,wenn die Verantworlichen nicht die meines Erachtens wichtigste Forderung an die Einsendungen über Bord geworfen hätten. Diese Anforderung 3 lautete:

3. Alle gemachten Aussagen sollten weitestgehend eindeutig sein, d.h. die Aussage sollte beim Eintreten des Ereignisses  darauf beziehbar sein.
Wenn man sich dazu nicht in der Lage sieht, dann ist es durchaus legitim, darauf hinzuweisen. Wer glaubt, dass Dortmund auch 2013 deutscher Fußballmeister wird, sollte dies auch so ausdrücken, wer nur eine Tendenz für ein gutes Abschneiden sieht, benennt das dann eben so.

Genau diese – meiner Meinung nach wichtigste – Anforderung fehlt jetzt. Schade eigentlich, aber vielleicht lassen sich die Einsender ja von der kleinen Ermutigung motivieren, die der diesmaligen Auflistung der Anforderungen an einen einzureichenden Text folgt. Diese beginnt nämlich mit folgendem Kurzsatz:

Astrologie funktioniert.

Hmmm – Belege bitte, und natürlich keine Anekdoten! Aber klar, unter Astrologen ist das natürlich unumstritten. Im weiteren Text findet sich auch diese schöne, allgemeingültige Wahrheit:

Die Zukunft bleibt aber immer nur ein Ort von potentiellen Möglichkeiten.

Ja klar, in der Zukunft kann alles mögliche passieren.

Manche davon sind wahrscheinlicher als andere, allein das aufzuzeigen, kann eine konstruktive Hilfestellung sein. Mehr ist nicht verlangt.

Auch das stimmt natürlich, es gibt Dinge, die wahrscheinlicher sind als andere. So werde ich im Jahr 2014 mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zum Vorstand eines DAX-Unternehmens berufen, auch dass der FSV Mainz 05 deutscher Fußballmeister wird ist eher unwahrscheinlich. Dagegen ist es sehr wahrscheinlich, dass ich im Laufe des Jahres ein Bad nehmen werde und dass Basketballprofi Dirk Nowitzki für seine Dallas Mavericks in einigen Spielen mehr als 20 Punkte erzielen wird. Aber klar, ich weiß, das war so von den Loop!-Autoren ganz bestimmt nicht gemeint …

Und wer immer den Mut hat, dabei konkret zu werden, kann auch scheitern – sprich daneben liegen.

Aber klar doch, das liegt in der Natur der Sache …

Darin unterscheiden sich Astrologen in Nichts von anderen Berufszweigen, die Diagnosen und Prognosen erstellen.

Nun ja, aber die „anderen“ trauen sich mit ihren exakten Prognosen durchaus an die Öffentlichkeit, und müssen es dann aushalten, wenn die Presse die Aussagen überprüft. Und wenn in diesem Beispiel eine Bank lediglich vorausgesagt hätte, dass die Kurse mal steigen und mal fallen werden, dann hätte sie sich erst Recht der Lächerlichkeit preisgegeben.

Für die Astrologen wäre es übrigens gar nicht schwer ihre Einschätzungen der Zukunft prüfbar zu formulieren, sie müssten es nur wollen. Und das wäre wirklich sehr einfach, denn sie müssten nur bei ihren prognostischen Aussagen einfach nur dazu schreiben, unter welchen Umständen sie diese als erfüllt ansehen, und unter welchen eben nicht. Erst im Nachhinein irgendwelche konkreten Ereignisse in eine diffuse Prognose hineinzudefinieren wäre dann unmöglich. Meiner Hochachtung können sich all jene, die sich so etwas trauen, gewiß sein, – es sei denn es handelt sich um Trivialitäten, deren Eintrittswahrscheinlichkeiten sowieso bei nahezu 100% liegen.

Also los, liebe Astrologen! Traut euch! Ich freue mich schon auf entsprechende Beiträge bei Loop!