Prognosen 2014: Frau Teissier mit Katastrophendefizit?

28 12 2013

Bereits für 2013 hatte ich das mir von einer Leserin dieses Blogs zur Verfügung gestellte Buch „2012-2016 Weltkrise und Neubeginn“ (ISBN 978-3-86882-250-2) zur Hand genommen, jetzt ist es Zeit ihre Ergüsse für 2014 kurz zusammen zu fassen. Die Überschrift für die allgemeine Jahresprognose von Frau Teissier lautet:

2014: Gerät das Abendland ins Wanken?

Was dann ins Wanken geraten soll liest sich auf Seite 133 so:

Sagen wir unverblümt, dass dieses Jahr zusammen mit 2015 vielleicht das härteste in der Periode der Zivilisationskrise sein wird. Das ganze Jahr über herrscht ein Grundklima soziopolitischer Erdbeben. Es ist ein Jahr, dass von einem völligen Missverhältnis zwischen den positiven und konstruktiven Aspekten (zwei) und den kritischen, destruktiven Aspekten (zehn) gekennzeichnet wird.

Aha, die destruktiven Aspekte gewinnen also mit 10:2 gegen die konstruktiven – aber was das konkret bedeutet, da flüchtet sich Frau Teissier wie gewohnt in Allgemeinplätze und Konjunktive. OK, die „Europäische Union kann sich konsolidieren„, aber gleichzeitig gibt es ein „nicht zu vernachlässigendes Risiko von bewaffneten Konflikten„. Und schon im Januar droht Explosives: „Erdöl, Börse, Kernkraft“, auch im Februar und dann liegen noch dank dem bösen Mars zwischen Anfang März und Juli „bewaffnete Angriffe in der Luft„. Ganz besonders schlimm soll es im April (bis Anfang Mai) und in der zweiten Junihälfte werden:

Eine große Destabilisierung ist in Aussicht, legislative und monetäre Probleme, größere Brände liegen in der Luft, Volksausschreitungen etc. Auch bei diesem kosmischen Schauspiel, das häufig Abbild eines schmerzliche Teilungsklimas ist, werden u. a. Frankreich, die USA, Deutschland und England in  der ersten Reihe sitzen.

Erst soll sich die EU stabilisieren, dann gibt es ein Teilungsklima – egal was passiert, Frau Teissier hat natürlich immer Recht. Kein Wunder, wenn man so inhaltsleer daher schwafelt, denn damit kann niemand daneben liegen. Und die Prognose größerer Brände dürfte sich Ende Juni alleine durch die beginnende Grillsaison bewahrheiten. Im November und Dezember soll es dann wieder ganz schlimm werden, aber schon ab dem 12. Juni sorgen irgendwelche Planeten dafür, dass es …

zu allen möglichen Umweltverschmutzungen und vielleicht auch zu Epidemien kommen wird.

Was für ein Quatsch! Wie gewohnt traut sich die Starastrologin aber ‚mal gar keine vernünftige Prognose zu. Ob da bei ihren Prognosen für einzelne Länder anders ist?

Für Deutschland labert die Dame über angespannte Beziehungen zum Ausland (Oktober 2013 bis Oktober 2014 – die Spannungen mit der USA wegen der NSA-Affäre hatten im Oktober längst begonnen …), von der Bevölkerung geforderte Änderungen im Gesundheitswesen (welche?), von einer Spaltung der Gesellschaft (z.B. zwischen Älteren und Jüngeren) und faselt sogar etwas von einer Rebellion. Danach wird’s aber positiv …

Für Frankreich sieht ihre Prognose schlimmer aus. Im Frühjahr erwartet sie eine …

explosive Phase – und im Vergleich zu diesen sozioökonomischen Turbulenzen wird uns der Mai ’68 im Rückblick als eine angenehme Frühjahrsbrise vorkommen. Bürgerkriegsähnliche Zustände drohen oder ein Unfall in einem Atomreaktor, ebensowenig auszuschliessen wäre eine Panne auf dem technologischen Sektor.

Oh Gott! Bürgerkrieg in Frankreich – oder eine Atomkatastrophe – die Sterne mögen Frankreich wohl nicht so gerne … … obwohl: auch hier soll’s im Herbst aufwärts gehen.

Fazit: Frau Teissier hat erstaunlich wenig Naturkatastrophen im Angebot, dafür erwartet sie allerlei sozioökonomische Veränderungen. Nicht ganz ungeschickt dieser Schachzug, denn da Gesellschaften immer irgendwie im Wandel sind ist es im Nachinein leicht einen Treffer für die eigene Laberprognose zu finden – und wenn’s mit Bürgerkriegen und Rebellionen nichts wird haben eben die positiven Aspekte – trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit – dann doch gewonnen. Und dass sie konkrete Prognosen inzwischen fürchtet ist spätestens nach ihrer Topblamage aus dem Jahr 2011 klar: Dem damaligen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hatte sie prognostiziert …

2011 wird ein geniales Jahr für ihn. Mit 62 Jahren wird es das Jahr seines Lebens

Angesichts seiner Tage in einem New Yorker Gefängnis dürfte der inzwischen Ex-IWF-CHef da anderer Meinung gewesen sein.

(Das war die Nummer 4 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2014)





Prognosen 2014: Das übliche Blablabla von Herrn Ritter

27 12 2013

Bei der Suche nach Prognosen für 2014 fange ich dieses Mal mit einem „alten Freund“ an: Thomas Ritter, selbst ernannter Palmblattdeuter und Besitzer eines beschädigten Kristallschädels, hat bereits Ende 2012 eine Dreijahresprognose auf seiner Webseite veröffentlicht, und das schreibt er über 2014:

In der Welt der Politik wird es in diesem Jahr sehr schwierig und kompliziert.

Oha! Sensationell! Und wie bei Herrn Ritter üblich wird wie in jedem Jahr über irgendwelche Aufstände sinniert und den Regierungen bzw. irgendwelchen unbenannten „Herrschenden hinter den Regenten“ werden böseste Absichten unterstellt. Zwischen Januar und April soll „über die Einführung einer weltweit gültigen Währung […] diskutiert werden„, bzw. „über die Einrichtung von Institutionen, welche öffentlich und legal weltweite Macht ausüben können.“ Ritter faselt von Wirtschafts- und Technikproblemen …

Zu Problemen in der Wirtschaft und insbesondere der Technik kann es insbesondere zwischen der ersten Februarwoche 2014 und der ersten Märzwoche 2014 kommen, ebenso von der zweiten Juniwoche 2014 bis zur ersten Juliwoche 2014 und dann noch einmal von der zweiten Oktoberwoche 2014 bis zur dritten Oktoberwoche 2014.

… und lässt auch die üblichen Wetterkatastrophen nicht aus:

Vom Januar bis zum Juni 2014 wird es weltweit immer wieder zu Wetterextremen, großen Trockenheiten, Stürmen, Flächenbränden und Überschwemmungen kommen. Die Erde wehrt sich einerseits durch Überfluß und anderseits durch Mangel an Wasser.

Immerhin soll es bezüglich Naturkatastrophen in der 2. Jahreshälfte besser werden …

In der zweiten Hälfte des Jahres 2014 treten nicht mehr so starke Wetterunbilden und Naturkatastrophen auf.

… dafür knallts dann eben in der Wirtschaft:

Allerdings kommt es insbesondere im Bereich der Wirtschaft, vor allem der Banken und Finanzen zu neuen schweren Beunruhigungen und Verwerfungen. Mit erheblichen Geldabwertungen und dem Zusammenbruch weiterer Währungssysteme ist zu rechnen, insbesondere im asiatischen Wirtschaftsraum.

Fazit: Herr Ritter blubbert wie gewohnt weitgehend sinnfrei vor sich hin, lamentiert ein wenig und traut sich wie gewohnt für 2014 keine einzige richtige Prognose zu. Ob man angesichts seiner bisherigen Fehlprognosen (2012 sollte ja bekanntlich der Papst ums Leben kommen) in den nächsten Tagen Angst haben soll? Immerhin hatte er ja vor Folgendem gewarnt (aber wie üblich vergessen zu erwähnen, wo das Ganze denn stattfinden sollte):

[In] der ersten Januarwoche 2014 ist mit Terroranschlägen, Störungen in der Energieversorgung und großen Risiken in der Finanzwelt zu rechnen.

Tja, Herr Ritter, ihre aus altindischen Palmblätter gelesenen „Erkenntnisse“ sind in etwa so aussagekräftig wie der Inhalt eines leeren Glückskeks …

(Das war die Nummer 3 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2014)





Die Prognoserückschau 2013 – mit Quellen und Kommentaren

12 12 2013

Wie in den Vorjahren auch werde ich hier die Quellen zur Prognoserückschau offen legen und auch den ein oder anderen Kommentar loswerden.

2013 war zumindest für mich ein schlechtes Prognosenjahr. Irgendwie fehlten die knalligen Nonsensprognosen, so dass die Gammablitze von Rosalinde Haller und – wie so oft – eine völlig schräge Prognose von Nikki Pezaro in die Überschrift drängten:

Gammablitze fielen aus und Audrey bleibt verschollen

Stromausfälle durch Gammablitze und Sonneneruptionen sowie die Entdeckung einer Pflanze, die wie „Audrey“ in dem Kino- und Musicalklassiker „Der kleine Horrorladen“ ganze Menschen verspeisen kann – wenn die Hellseherinnen Rosalinde Haller und Nikki Pezaro mit diesen Voraussagen für 2013 richtig gelegen hätten, wäre dies der Öffentlichkeit kaum verborgen geblieben. Aber wie in den Vorjahren lagen Hellseher, Wahrsager und Astrologen mit ihren Prognosen auch 2013 überwiegend daneben.

 Die Quellen für diese beiden Prognosen hatte ich schon hier und hier verlinkt.

Die jährliche Auswertung esoterischer Zukunftsprognosen durch die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) zeigte auch 2013, dass Astrologen, Hellsehern und Wahrsagern keineswegs in die Zukunft sehen können – mit ihren Prognosen versagten sie auch 2013 auf ganzer Linie. Daran können auch einzelne Treffer nichts ändern. So hatte die Wiener Hellseherin Rosalinde Haller tatsächlich vorhergesehen, dass sich der ägyptische Präsident Mursi nicht halten können würde – für den Mainzer Mathematiker Michael Kunkel, der seit Jahren diese Prognosen auswertet, ein reiner Glückstreffer: „Wenn man – wie Frau Haller – sehr viele Prognosen formuliert, dann sind einzelne Treffer praktisch unvermeidlich. Ansonsten lag Frau Haller mit ihrem Sammelsurium an Katastrophenprognosen durchweg daneben.“ So hatte sie neben den erwähnten Stromausfällen auch einen 2. Atom-Unfall in Japan oder einen Vulkanausbruch in den USA vorhergesehen.

 Zu Frau Haller verweise ich wieder auf obigen Link.

Katastrophen aller Art sind sowieso das Lieblingsthema aller Prognostiker. Erdbeben, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen, Stürme, verheerende Waldbrände, Tsunamis, Terroranschläge und nukleare Unfälle – auch in den Prognosen von Christiane Durer, Elizabeth Teissier, Christine Schoppa, Kurt Allgeier und Nikki Pezaro blieben solche Szenarien nicht unerwähnt. Allerdings fehlten jeweils genaue Hinweise, wann und wo die jeweilige Katastrophe hätte eintreffen sollen, die Prognosen sind damit wertlos. „Wenn tatsächlich genauere Daten genannt werden, dann erweisen sich diese als falsch“ erläutert Kunkel und verweist darauf, dass zum Beispiel Nikki Pezaro für 2013 Terroranschläge in New York, Washington, London und Frankfurt vorausgesagt hatte.

In die Liste der Katastrophenpropheten hätte ich noch mehr namen aufnehmen können, aber ich denke diese kleine Auswahl reicht. Die Damen Durer, Teissier und Pezaro hatte ich ja mit einem Artikel geehrt, Herr Allgeier und Frau Schoppa durften sich hier äußern …

Dabei gab es 2013 zwei Ereignisse, deren Voraussage sogar einen Skeptiker wie Kunkel zumindest verblüfft hätte. Aber weder der Rücktritt des Papstes noch der spektakuläre Meteoritenabsturz bei Tcheljabinsk fand sich in den Prognosen der Auguren wieder. Zwar raunte die bereits erwähnte Katastrophenprognostikerin Christiane Durer von Gefahren aus dem All (Weltraumschrott oder ein Meteorit), terminierte dies aber auf einen Zeitraum zwischen dem 28. Dezember 2013 und dem 4. Januar 2014 und wollte auch nicht verraten, wo dies denn stattfinden sollte.

Die übliche Frage, was denn Besonderes die Auguren nicht vorausgesagt haben, habe ich dieses Mal gleich in die Pressemeldung gepackt. Der Papstrücktritt wäre eine Prognose gewesen, die ich immerhin bemerkenswert gefunden hätte  -wenn sie denn irgendwo aufgetaucht wäre. Bei dem Meteoriten von Tcheljabinsk wäre ich über eine halbwegs genaue Zeit- und Ortsangabe (z.B. Frühjahr in Russland) schon zufrieden gewesen. Frau Durer (hier die Quelle) hat zwar eine (falsche) Zeitangabe geliefert, war sich aber ansonsten auch offensichtlich unsicher, denn Weltraumschrott unterscheidet sich von einem Meteoriten ja doch ein wenig (… und das hatte sie nicht ausgeschlossen).

Mit der Deutung der Sterne scheiterten auch der Wiener Astrologe Manfred Zimmel und sein Kollege Karsten F. Kröncke bei Prognosen zur Zukunft der Aktienmärkte. Während Krönckes Trefferquote bei der monatlichen Voraussage des Steigens bzw. Fallens wichtiger Börsenindizes problemlos durch einen einfachen Münzwurf hätte erzielt werden können, lag Zimmel mit seiner Crashprognose vollständig daneben. Er hatte für die Jahresmitte 2013 einen Börsencrash mit folgender Depression wie in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts prognostiziert – ein Horrorszenario, das glücklicherweise ausblieb. Rosalinde Haller sagte für 2013 sowohl Inflation als auch Deflation voraus – Szenarien, die sich definitiv gegenseitig ausschließen.

Die astrologischen Börsenprognosen waren in den letzten Jahren etwas zu kurz gekommen, deswegen in diesem Jahr ein wenig mehr dazu. Herr Zimmel hat sich ja mit seiner Prognose völlig blamiert, die Katastrophe blieb aus. Herr Kröncke ist immerhin so ehrlich, dass er seine Treffer und Nieten auf seiner Webseite ordentlich dokumentiert.

Das erste rein deutsche Champions-League-Finale sorgte zumindest einige Tage lang für ein tierisches Orakelspektakel. Unter den Orakeltieren – normalerweise nur zu fußballerischen Großereignissen im Einsatz – gab es bei der Voraussage nur eines einzigen Ergebnisses gleich mehrere „Sieger“. Allerdings hatte die Mehrheit der tierischen Zufallsgeneratoren mit einem Sieg der Dortmunder gerechnet und befand sich somit in guter Gesellschaft: Mit Thomas Georgiev, Christian Kraut und Sally Kirkman lagen auch alle drei zu diesem Thema überprüften Astrologen mit ihren Voraussagen daneben. Ob bei der Fußball-WM in Brasilien wieder ein Orakelzoo im Einsatz sein wird, bleibt abzuwarten. Fußballfans hierzulande werden jedoch gerne lesen, dass ausgerechnet eine brasilianische Wahrsagerin der Löw-Truppe bereits vor einigen Tagen den Titel vorhergesagt hat. Ob hiesige Hellseher und Astrologen sich zu ähnlich mutigen Prognosen hinreißen lassen?

Mein Orakeltierartikel mit Astrologenbeteiligung zum Champions-League-Finale musste natürlich auch noch verbraten werden – und der prognostizierte deutsche Titelgewinn bei der Fußball-WM in Brasilien …

Auch mit ihren Prognosen zur Bundestagswahl hat sich die Augurenzunft weitgehend blamiert. Müssten die Sterne nicht allen Astrologen das gleiche Ergebnis anzeigen? Immerhin waren sich die Astrologen und Hellseher im Jahr 2013 weitgehend einig, dass Angela Merkel Kanzlerin bleiben würde, und auch eine große Koalition wurde nicht ausgeschlossen. Das war 2011 noch anders, denn damals hatte der Astrologe Manfred Gregor noch eine „Kanzlerinnendämmerung“ für die Wahl 2013 aus den Sternen gelesen. Die Prognose im  Online-Astrologie-Journal „Loop“, sah die FDP im Bundestag (falsch) aber nicht mehr in der Regierung (richtig) sowie ein überraschend gutes Ergebnis der Linkspartei (ob das bei -3,3% als Treffer zu werten ist?)[IH1] . Auch die guten Chancen der Grünen auf 15% der Stimmen (Christiane Durer) dürfte man ebenso zu den Prognosenieten zählen wie die Aussage der Astrologin Ruth Brummund, die eine Fortsetzung der früheren Regierungskoalition aus den Sternen las. Ihr Kollege Wolfgang Held schaffte es in einer fast 90-minütigen Internet-Radiosendung zur Bundestagswahl wortreich jede Art einer auch nur halbwegs prüfbaren Prognose zu vermeiden – so kann er zwar nicht daneben liegen, aber auch keinen Prognosetreffer verbuchen. Nicht unerwähnt soll auch die Astrologin Karin Mayer bleiben, deren Wahlprognose tatsächlich weitgehend richtig war – allerdings war eine solche Prognose kurz vor dem Wahltermin angesichts der veröffentlichten Meinungsumfragen nicht so unwahrscheinlich und nicht wenige politische Kommentatoren hatten auch ohne astrologische Analyse Ähnliches erwartet.

Zur Bundestagswahl hatte ich seinerzeit auch schon die Prognosen zusammengefasst

Für 2014 erwartet Kunkel die üblichen Warnungen vor Börsen- und Naturkatastrophen sowie die ein oder andere Prognose zur Fußball-WM. Allerdings nur dann, wenn die Voraussage eines Herrn Wagner nicht doch noch zutreffen sollte. Dieser erwartet für den ersten Weihnachtsfeiertag eine Kollision zwischen Jupiter und einem schwarzen Loch, durch das in der Folge der Jupitermond Europa auf die Erde zurasen und gigantische Erdbeben verursachen soll. Kunkel beruhigt: „Noch nie hat eines der Jahr für Jahr vorausgesagten Weltuntergangsszenarien stattgefunden. Ich sage voraus, dass die Erde auch von diesem Horrorszenario verschont bleiben und das Jahr 2014 nach ausgiebigen Silvesterfeiern mit dem Neujahrstag beginnen wird.“

Bleibt noch Herr Wagner, der seine Katastrophenprognose tatsächlich unter anderem damit begründet, dass seine Teilnehmernummer bei Bohlen’s Supertalentshow exakt gleich der Gewinnlosnummer bei der spanischen Weihnachtslotterie „El Gordo“ war … … über den Rest der „Begründungen“ schweige ich jetzt lieber ‚mal.





Astrologie und Bundestagswahl: Wen wählen die Sterne?

21 09 2013

Gar nicht, muss man sagen, denn „die Sterne“ sind bekanntlich nicht wahlberechtigt. Aber manche Astrologen schauen eben gerne einmal in ihre bunten Horoskopbildchen und versuchen  Aussagen über die Zukunft zu treffen. Bundestagswahlen sind da ein dankbares Prognoseziel, weil es in der Regel nicht allzu viele mögliche Ergebnisse gibt, wenn man eher allgemein die zukünftige Kanzlerschaft oder die Regierungskoalition im Voraus prognostiziert. Und wenn’s dann gestimmt hat, dann kann man brav die Astrologie an sich und die eigene Deutungskunst im Besonderen loben. Wenn nicht findet man in der Standardausrede „die Sterne zwingen nicht …“ oder im Eingeständnis der eigenen, unzureichenden Deutung (etwa so: „… hatte ich den fördernden / negativen Einfluß des Planeten Bethselamin doch etwas unterschätzt, und die eindeutige Wirkung des kommenden Transits von Golgafrincham über die Radixsonne in gradgenauer Opposition zu Oglarun übersehen … „) eine vom gläubigen Publikum gerne angenommene Ausrede. Aber nun los, die vermeintlichen Prognosen wollen protokolliert werden …

Ohne Namen im Impressum schrieb eine Astrologin am 11. Januar 2013 hier über das Wahljahr in Deutschland. Eine echte Prognose ist das allerdings nicht, denn die Angabe eines astrologischen „Siegers“ findet der Leser nicht. Und auch das zwei Tage zuvor gepostete Steinbrück-Horoskop hat außer vielen Allgemeinplätzen nichts zu bieten. OK, Steinbrück soll wohl nicht Kanzler werden, aber das ist auch wieder in einen wunderschönen Konjunktiv mit ganz breiter Hintertür verpackt:

Transit-Jupiter steht in Opposition zu Sonne/Mars/Merkur. Große Worte werden vor der Wahl immer gemacht. Transit-Uranus bildet ein Quadrat zu Merkur. Der Kopf ist voller Ideen, Reform- und Verbesserungsvorschlägen.  Transit-Mars geht über Radix-Saturn und Pluto. Das feuert noch einmal den Macht- und Führungsanspruch an. Die Angelegenehit könnte allerdings verbissen und frustrierend werden, wenn es für Steinbrück nicht rund läuft.

Tja, aber wie wird es denn nun laufen? Sagen die Sterne denn gar nichts?

[…} die Kanzlerin steht in der Gunst der Öffentlichkeit weit vorn. Sie hat den Ruf,  eine souveräne Führungspersönlichkeit zu sein. Viele Wähler halten sie in Umfragen für eine kompetente und mächtige Politikerin. Dennoch ist die Mehrheit der Wähler mit der gegenwärtigen Regierung unzufrieden und wünscht sich insgeheim – Neptun steht im 12. Haus und bildet ein Sextil zum MC –  wenn es nur irgendwie ginge,  eine andere Konstellation. Schwarz-gelb würden die meisten am liebsten abwählen. Der Sonne-Uranus-Aspekt könnte also für Überraschungen im Polit-Theater gut sein.

Aha! „Überraschungen im Polittheater“! Aber welche? Sagen das die Sterne denn nicht? Wenn sie das nicht können, dann lohnt ein Blick doch gar nicht …

Im Blog „starshoch2“ von Kirsten und Manfred Gregor war bereits am 23.Januar 2011 etwas von einer Merkeldämmerung zu lesen. Damals deuteten die Sterne laut den Autoren auf Folgendes hin:

Wenn wir uns daran erinnern, dass Uranus auch Revolutionen beschreiben kann, dann muss man astrologisch festhalten, dass unsere Bundeskanzlerin ihre Kernaufgabe bisher verfehlt hat. Und genau dies ist der Schwachpunkt für den kommenden Wahltermin 2013. Selbst wenn Angela Merkel nach den Umfragetiefs jetzt wieder an Popularität zulegen kann, gerät sie dennoch 2013 unter massiven saturnalen Druck. Eine ähnliche Konstellation ließ 2005 Gerhard Schröder scheitern. Hinzu kommt – der nicht genutzte – Uranus ins Spiel, der urplötzlich die politische Landschaft in Deutschland verändern und die Machtfestung Angela Merkel erschüttern kann. Ich jedenfalls würde nicht auf eine Wiederwahl wetten.

Soll das heißen, dass Merkel nicht wieder gewählt wird? Irgendwie klingt das so.

Aus dem „Feenstadl“ der Astrologin Karin Mayer habe ich mal ihre Prognose kopiert:

fee01Nun ja, die FDP unter 5%, das ist immerhin eine Prognose, die man prüfen kann, aber insgesamt scheinen die Sterne bei den Umfrageergebnissen der letzten Wochen gespickt zu haben. Ob sie jetzt Schwarz/Rot oder Schwarz/Grün aus den Sternen gelesen hat wird nicht so ganz klar.

Auch in diesem Blog gibt es einen astrologischen Artikel zur Bundestagswahl. Auch hier gibt es mal wieder kein Impressum, aber der erstaunlich kurze Text enthält sogar ein paar Aussagen:

Fazit: Die CDU wird stärkste Partei, muss sich allerdings einen neuen Koalitionspartner suchen.

Nun gut, sonst noch was? Aber ja:

Merkur in der Waage bildet ein Trigon zum Wassermann-Aszendent, damit werden auch neuartige Elemente begünstigt, d.h. ich sehe hier sehr gute Chancen für die AfD in den Bundestag gewählt zu werden.

Gute Chancen? Die Sterne raunen mal wieder sehr undeutlich, aber für den/die Autor/in gilt noch der Satz „Wie gesagt, ein Experiment.„, so dass man natürlich gar nicht falsch liegen kann (siehe oben).

Auch in diesem Text wird die Bundestagswahl erwähnt …

Dies ist auch im Hinblick auf die anstehende Bundestagswahl in Deutschland interessant. Im Neumond-Horoskop für die Zeit vom 5.9. bis 5.10. steht Merkur am MC und hebt u.a. die Bereiche Kommunikation, Vermittlung, Information und Wissen hervor. Hierdurch bekommen z. B. Bildungseinrichtungen, das Internet und vor allem die Medien eine besondere Bedeutung.

… aber inhaltlich ist das ja doch sehr armselig. Das gilt auch für den Text hier, aber das ist kein Wunder, denn es ist genau der selbe Quatsch (hier auch). Immerhin wird die Autorin erwähnt: Mona Riegger!

Eine wenig tiefschürfende Erkenntnis zur Bundestagswahl findet sich auch in diesem Beitrag:

Hinsichtlich der bevorstehenden Bundestagswahl in Deutschland dürfte sich das Streben nach Machterhalt oder Machtwechsel in Form sehr großzügiger Versprechungen zeigen — bekanntlich ist Jupiter beim Verkünden solcher Versprechen aber freigiebiger als bei deren Einhaltung.

Es werden also vor der Wahl Versprechungen gemacht – ob man dafür einen Blick in die Sterne gebraucht hätte?

Warum dieser Text mit „Bundestagswahl“ getaggt ist erschließt sich mir nicht, den das Thema kommt dort überhaupt nur in folgendem Satz vor:

Stress, Anspannung wird von Ende August an spürbarer sein, besonders in dieser Vorzeit der Deutschen Bundestagswahl am 22. September 2013. Ein überaus kritischer Monat für eine Wahl.

Und was bedeutet das jetzt? Egal, immerhin hat der Mann noch lustige physikalische Vergleiche im Text, die ich Niemanden vorenthalten möchte:

Die Gravitation auf dem Saturn ist in etwa 91 mal höher als auf der Erde.

Das bedeutet, an der Oberfläche des Saturns beträgt die Gravitationsbeschleunigung 9,0 m/s2, oder etwa 91,8% des Wertes auf der Erdoberfläche.

Ein Objekt, das 1 kg auf Saturn wiegt, würde 91,80 kg auf der Erde wiegen. Übertragen wir dieses Gewicht auf unseren blauen Planeten z.B auf Fußballschuhe, würde sich hier sicherlich kein Fußballer der Welt mehr vom Fleck bewegen können.

Nun ja, das ist natürlich vollkomener Quatsch. Ein wenig googlen bei der ESA hätte genügt um heraus zu finden, dass z.B. das Gewicht auf Saturn nur 1,13 mal so hoch wäre wie auf der Erde …

In diesem Text auf dem Blog zur Uranischen Astrologie (nach Ruth Brummund) wird ein Horoskop „auf den Wahltag am 22.9.2013 um 19 Uhr in Berlin“ gedeutet. Warum gerade dieser Zeitpunkt gewählt wird bleibt im Dunkeln, aber es gibt immerhin eine Art Prognose:

Die Gegenüberstellung zeigt, dass die kosmischen Tendenzen auf die Fortsetzung dieser Regierung bauen.

Aha, die kosmischen Tendenzen bauen also auf irgend etwas – wissen die eigentlich überhaupt davon?

In diesem wirren, von allerlei – auch bräunlich schimmernden – Verschwörungsgeblubber triefenden Artikel steht auch etwas zur Bundestagswahl:

Zur Bundestagswahl möchte ich nicht viel sagen. Es ist damit zu rechnen, daß traditionell gewählt wird (Stiermond am 22.), und daß das Ergebnis für das Volk frustrierend sein dürfte (Mond Opp. Saturn zulaufend). Innerhalb dieses Systems wird wahrscheinlich keine Partei echte Veränderungen durchbringen (auch nicht die AfD), das sollte klar sein. Außerdem ist das Wahlrecht immer noch ungültig, da hilft es auch nicht, wenn die Regierung mehr Stühle in den Bundestag stellt. Nach reiflicher Überlegung habe ich entschieden, das erste Mal in meinem Leben den Wahlzettel durchzustreichen, und oben drüber „ungültiges Wahlgesetz“ zu schreiben. Ich warte darauf, daß das Volk aufsteht – aber das wird wohl erst nächstes Jahr geschehen. Trotz allem, laßt euch die Freude nicht nehmen, denn sie ist der wahre Grund, hier zu sein!

Hier sieht es also für die AfD schlecht aus  – aber was das mit dem ungültigen Wahlrecht soll erschließt sich wohl nur Hardcore-Verschwörungstheoretikern.

Der Astrologe Werner Held darf unter dem Titel Astropsychologie im Internetradio “Kosmos & Psyche” fast 100 Minuten lang zur Bundestagswahl faseln. Der Anfang ist Slapstick pur („ich hör‘ nix“ – aber der Hörer hört), und danach gibt es wirres Astrogeblubber über vergangene Wahlperioden. Erst nach etwa 53 Minuten gibt es eine Aussage zur aktuellen Bundestagswahl (Transskript):

„… die neuen Bundesländer sind ziemlich stark durch das Wiederverinigungshoroskop vom 3.11.1990 bestimmt und da hätte er [Steinbrück] das ganz gut beerben können. Das hätte ich als Chance gesehen -äh – ergriffen; wir werden sehen, ob die Linken – sozusagen – eine wichtige Rolle spielen, das Horoskop der Linken sieht nämlich ziemlich gut aus für die Wahl, während das Horoskop von Peer Steinbrück für die Wahl wohl nicht ganz so optimal aussieht.“

Nach ungefähr einer Stunde folgt die – überraschende – Prognose, dass Merkel wieder Kanzlerin werden wird. danach wird wild weiter geschwurbelt, denn Held lässt auch unpolitische Profanitäten nicht aus (Transskript):

„… Jupiter ist immer das, wo einem der Kosmos sich zuneigt, wo einen eigentlich alle mögen. Man sieht immer wieder, wenn man zum Beispiel Eurovisionssendungen anschaut, und dann die Länder wo dann die Jupiterlinien sind, dann sieht man ganz genau welches Lied dann auch gewinnt, welches Lied dann von allen gemocht wird, die Jupiterlinien sind dann tatschlich immer die Gewinnereinflüsse …“

OK, Herr Held wird hiermit aufgefordert die nächsten zehn Gewinner des Eurovision Song Contest vorherzusagen – die Jupiterlinie wird sein Astrologieprogramm wohl doch locker liefern können. Nachdem Merkels weitere Kanzlerschaft wortreich – und vollkommen sinnfrei – besprochen wird wendet sich Held der FDP zu. Auch hier weiß er nicht so genau was die Sterne denn jetzt aussagen wollen (Transskript):

„… auf jeden Fall ist es so – die FDP hatte die Uranus-Pluto-Quadratur auf dem Jupiter drauf gehabt und da hat’s dann tatsächlich auch deren Chancen verdunkelt. Da sind sie der Sündenbock geworden. Da haben sie ganz schlechte – da waren sie kurz vor der Auflösung. Das heißt, das könnte vielleicht sein, dass der Jupiter entweder MC-Herrscher ist, also um 12:30 Uhr eben, oder eben vielleicht Aszendentenherrscher ist, weil es so doch deutlich mit der karrieristischen Thematik zu tun hat und der allgemeinen Anerkennung, die die FDP immer hat. Es ist ja die Partei der Industrie und der Wirtschaft und so. Jetzt ist es so, dass Pluto da jetzt in der Halbsumme steht zwischen Mars und Uranus, Mars und Jupiter – das ist wie gesagt eine Facette wo die Krise tatsächlich noch Wirkung haben kann oder tatsächlich noch wieder ein Stückchen Macht verleiht. Leider kann man es nicht 100%ig sagen, wie sich die Planeten zeigen, ich denke, es könnte sein, dass die Krise ein Stückchen vorbei ist und die reinkommen …“

Na was denn jetzt? Krise oder Macht? Nun ja, Held hofft darauf, dass die FDP jetzt eine Pause kriegt, aber können ihm das die Sterne nicht sagen???? Weiter sieht Held gute Chancen für die Piraten und ist sich sicher, dass die Linke zulegen wird. Für die AfD sieht er – wegen Jupiter – kaum Chancen auf den Einzug ins Parlament. Danach überascht er noch mit der „Erkenntnis“, dass Merkels Horoskop besser zur SPD als zur CDU passt und dass Merkel nach außen hin „SPD-Politik“ betreibt aber dann doch „knallharte“ CDU-Politik betreibt.

In meiner Lieblings-Astrologie-Zeitung gibt es jetzt auch eine ausführliche – aber wenig mutige und zum Teil widersprüchliche – Wahlprognose. Dort ist zu den einzelnen Parteien folgendes zu lesen:

Die CDU erzielt zwar ein passables Ergebnis, liegt aber deutlich unterhalb des eigenen Erwartungshorizonts. Natürlich darf sich Angela Merkel über das beste Ergebnis aller Parteien freuen, aber mit wem sie regieren kann, wird und muss, bleibt vorerst offen.

Die FDP wird nicht mehr Teil einer zukünftigen Schwarz-Gelben Regierung sein. Da andere Optionen kaum zur Verfügung stehen (mangels Willigen), ist sie also raus aus dem politischen Tagesgeschäft. Sie schafft den Einzug in den Bundestag, spielt da aber nur noch eine Nebenrolle. Und damit ist auch klar – Schwarz-Gelb ist abgewählt, eine Neuauflage findet nicht statt.

Die SPD erzielt ein respektables Ergebnis gemessen am letzten Wahl-Fiasko, aber einen Kanzler Steinbrück wird es nicht geben, somit im Umkehrschluss also auch keine Neuauflage von Rot-Grün.

Kurz und gut: die Stimmungslage bei den Grünen dürfte gemischt sein, alles nicht ganz so schlimm, wie befürchtet, aber leider auch das eigentliche Wahlziel verfehlt, denn Rot-Grün hat definitiv keine eigene Mehrheit, das große Wunder bleibt aus.

Die Linke schneidet überraschend gut ab, ist höchstwahrscheinlich tatsächlich das Zünglein an der Waage, das eine Neuauflage von Schwarz-Gelb verhindert.

Was ist ein „passables Ergebnis“ für die CDU? Wieso soll die FDP nicht mehr Teil einer zukünftigen Schwarz-Gelben Regierung sein, wenn Schwarz-Gelb doch auf die FDP hin deutet? Was ist ein „respektables Ergebnis“ für die SPD? Und wieviel % sind ein „überraschend gutes“ Ergebnis der Linken?

Fazit:

Zumindest die hier zitierten Astrologen und Astrologinnen verharren in – durch die Demoskopie bekannten – Allgemeinplätzen und trauen sich kaum richtig aussagefähige Prognosen für die Bundestagswahl zu stellen. Halbwegs prüfbare Aussagen werden mit dem Konjunktiv abgeschwächt – oder mit fehlenden bzw. unklaren Daten. Aber natürlich werden sich alle (da bin ich sicher) am Sonntag Abend für ihre richtige Prognose feiern lassen (wollen). Als Skeptiker bleibt da nur einfaches Abwarten – und natürlich der eigene Gang zur Wahlurne.





Das ewige Wochenhoroskop

19 09 2013

In der Rubrik „Gesund“ der österreichischen Webpräsenz
Madonna24.at gab
es heute so etwas wie ein immerwährendes Horoskop, und zwar auf
Basis der – jede Woche wiederkehrenden – Wochentage. Irgendwie
sollen Planeten jede Woche wieder den gleichen Tag … … ach
ich zitiere das dann doch lieber
:

In der Astrologie ist jedem
Wochentag ein bestimmter Planet zugeordnet, der ihn prägt und
beeinflusst. Deshalb hat jeder Tag eine eigene Kraft oder Qualität,
die unser Leben Tag für Tag beeinflusst. An einigen Tagen gelingen
Dinge also besonders gut, an anderen wiederum gar
nicht.

Nun ja, dann könnten sich die
Astrologen diese vermeintlich genauen Analysen von Horoskopen ja
eigentlich sparen, wenn doch die Planeten sowieso schon die
Wochentage beeinflussen, aber ehrlich gesagt glaube ich sowieso
nicht, dass dieser Quatsch von irgendwelchen Astrologen stammt.
Aber schauen wir uns die Tage trotzdem mal an (ein wenig kommentiert):
Montag:

Der
Montag gilt als „fruchtbarer“ Tag. Wer einen Babywunsch verspürt,
sollte an diesem Tag „üben“.
(OK, montags gibt’s Sex!!! Zumindest für
die Paare mit Kinderwunsch!)
. Der Mond macht
uns jetzt auch besonders sensibel: Ein guter Tag für gefühlsmäßige
Entscheidungen.
(Ja
klar, wenn’s mit der Fruchtbarkeit geklappt hat gibt’s eventuell
eine „Gefühlsentscheidung“ …)

Dienstag:

Dienstag ist ein Tag
voller Energie. Der perfekte Tag also um mit Sport zu beginnen,
eine Diät zu starten oder für aufregenden Sex.
(Oha, schon wieder Sex!!! Aber dieses
Mal ohne Kinderwunsch!!!)
[…]
Gehalts-Verhandlungen oder Vorstellungsgespräche auf
Dienstag legen.
(…
und wenn der Chef keine Zeit hat?)
Auch die
sexuelle Energie ist dienstags so groß wie nie.
(Und nochmal Sex!!! Heut‘ geht’s
ja!!!)

Mittwoch:

Mittwoch
steht uns der Sinn nach Kommunikation, Gespräche und
Kreativität.
(Also
Quatschen bei feiner Laubsägearbeit?)

Treffen Sie sich auf eine nette Plauderei mit
Freunden.
(… und
reden über Laubsägearbeiten – oder doch über den aufregenden Sex
vom Vorabend???)
Aber Vorsicht: Kein guter
Tag für endgültige Entscheidungen.
(Also heute keine
Heiratsversprechen)

Donnerstag:

Jupiter macht uns
verschwenderisch, wir sind in Geldangelegenheiten
leichtsinnig.
(Oha,
also am Donnerstag Kreditkarten und Portemonnaie
wegsperren!)
Denken Sie vor größeren
Ausgaben lieber zweimal darüber nach.
(… bei kleineren vielleicht
auch?)
Donnerstag ist ideal zum Meditieren
geeignet.
(…
insbesondere über die Frage wie man die Kreditkartenrechnung nach
dem Kaufrausch begleichen kann)

Freitag:

Freitags sind wir in
Sachen Liebe gut unterwegs
(schon wieder Sex???)
– der ideale Tag zum Heiraten (echt? Aber da – oder am Samstag –
heiraten doch fast alle …)
und für alles,
das mit „Bündnissen“ zu tun hat, also auch im Job.

(Aha – unbeweibte Männer und
unbemannte Frauen sollen also – wenn sie schon nicht heiraten – mit
den Kollegen/Kolleginnen einen trinken gehen … … oder verstehe
ich das wieder falsch?)

Samstag:

Der
Samstag kann oft sehr zäh verlaufen.
(na ja, besonders wenn die Folgen der
Getränke des Vorabends auskuriert werden müssen!)

Was wir an einem Samstag anfangen, kann sich oft in die
Länge ziehen.
(z.B.
die Folge von Hochzeiten, wenn sie nicht am Freitag geschlossen
wurden???)
Saturn schenkt uns allerdings
auch Ausdauer und Geduld.
(außer wenn die jeweiligen
Lieblingskicker am Abkacken sind!!!)

Freundschaften und Geschäfte, die Sie an einem Samstag
schließen werden in der Regel gut verlaufen.
(… und außerhalb der
Regel???)

Sonntag:

Den Sonntag sollten Sie
nutzen, um Kraft und Energie zu tanken.
(Sensationell! Ausruhen! Wo man an diesem
Tag doch – normalerweise – nicht arbeiten muss … … wie weise
von den Planeten … … war aber doch die Sonne)

Beschäftigen Sie sich nur angenehmen Dingen, dann können
Sie mit viel Elan in die neue Woche starten.
(Ich hätte da ’ne Idee für angenehme
Dinge, aber man muss ja für Montag und Dienstag Kräfte
sparen)
Auch die Kreativität steigt am
Sonntag an!
(OK, dann
wird eben die Laubsägearbeit vom Mittwoch
beendet)

So einfach sind also die restlichen
Lebenswochen zu planen, wenn man einem unsinnigen Artikel folgen
will. Und natürlich hat das mit Sicherheit nichts, aber auch gar
nichts mit Astrologie zu tun – ob deren Tipps aber sinnvoller sind
möchte ich doch bezweifeln.





So funktioniert Astrologie! Immer!

29 07 2013

Vor etwa drei Monaten hat der GWUP-Blog darauf hingewiesen, dass Horoskope ja immer stimmen und sich dabei auf einen – lesenswerten – Artikel aus der Welt verwiesen. Dass man dies natürlich auch sehr gut in einem kleinen Filmchen umsetzen kann zeigt aktuell der amerikanische Sender abc mit seiner Serie „Would you fall for that?“. Das Vorgehen ist dabei ganz einfach: Den Kandidaten wird einfach – mit ein wenig vermeintlich astrologischem Geraune verziert – die allgemeine Personenbeschreibung vorgelesen, die schon Forer in seinem Test aus dem Jahr 1948 verwendet hat, und die nicht ‚mal besonders lang ist (Quelle: Wikipedia):

“You have a need for other people to like and admire you, and yet you tend to be critical of yourself. While you have some personality weaknesses you are generally able to compensate for them. You have considerable unused capacity that you have not turned to your advantage. Disciplined and self-controlled on the outside, you tend to be worrisome and insecure on the inside. At times you have serious doubts as to whether you have made the right decision or done the right thing. You prefer a certain amount of change and variety and become dissatisfied when hemmed in by restrictions and limitations. You also pride yourself as an independent thinker; and do not accept others’ statements without satisfactory proof. But you have found it unwise to be too frank in revealing yourself to others. At times you are extroverted, affable, and sociable, while at other times you are introverted, wary, and reserved. Some of your aspirations tend to be rather unrealistic.”

… und hier die Übersetzung:

„Sie brauchen die Zuneigung und Bewunderung anderer, dabei neigen Sie zu Selbstkritik. Zwar hat Ihre Persönlichkeit einige Schwächen, doch können Sie diese im allgemeinen ausgleichen. Sie haben beträchtliche Fähigkeiten, die brachliegen, statt dass Sie sie zu Ihrem Vorteil nutzen. Äußerlich diszipliniert und kontrolliert, fühlen Sie sich innerlich ängstlich und unsicher. Mitunter zweifeln Sie ernstlich an der Richtigkeit Ihres Tuns und Ihrer Entscheidungen. Sie bevorzugen ein gewisses Maß an Abwechslung und Veränderung, und Sie sind unzufrieden, wenn Sie von Verboten und Beschränkungen eingeengt werden. Sie sind stolz auf Ihr unabhängiges Denken und nehmen anderer Leute Aussagen nicht unbewiesen hin. Doch erachten Sie es als unklug, sich anderen zu freimütig zu öffnen. Manchmal verhalten Sie sich extrovertiert, leutselig und aufgeschlossen, manchmal auch introvertiert, skeptisch und zurückhaltend. Ihre Wünsche scheinen mitunter eher unrealistisch.“

Die Umsetzung für das Fernsehen finde ich dabei richtig gut gelungen. Im ersten Teil wird der europäische Superastrologe Dr. Lane Hoerst (Dr. He’s not real) eingeführt, der sogar das englische Königshaus beraten soll und für den man ein paar hübsche Buchumschläge sowie ein kleines Werbevideo zusammen gebastelt hat. Und dann geht’s los …

… und natürlich sind sie alle zufrieden mit dem alten Forer-Text, und auch der Skeptiker ist total überzeugt, bis das Ganze sehr schön aufgelöst wird:

„Would you fall for that?“ scheint eine ganz interessante Sendung zu werden …





Astrologie für ein Flugzeug (… und Peer Steinbrück)

18 06 2013

Auf meine Twitterfollower ist Verlass. Kaum findet eine/einer eine „interessante“ Prognose, schon kriege ich Nachricht. Dieses Mal geht es um Rolf Liefeld, einen Astrologen aus München, und seine Astrologische Untersuchung zum Jungfernflug des A350. Dass man als Astrologe tatsächlich auf die absurde Idee kommt den Zeitpunkt des Jungfernflugs eines Flugzeugs für eine astrologische Analyse zu nutzen, das wundert mich überhaupt nicht, das machen diese Leute ja des Öfteren. Und – wie nicht anders zu erwarten – kann der Mann mit wirklich tollen Prognosen zu diesem neuen Flugzeugmodell aufwarten. Das liest sich dann so:

Chiron im 8. Haus im Quinkunx zum Aszendenten, der noch dazu sehr exakt ist (nur drei Gradminuten), lässt allerdings eine Fehlerquelle oder ein späteres Unglück vermuten, das dem A350 sehr zu schaffen machen wird, jedoch ist dies nicht der hauptsächliche Eindruck, dieser bleibt positiv.

… oder …

Die Sonne in den Zwillingen, noch dazu im 11. Haus, scheint zu rufen: „Hinaus in die weite Welt, ich will überall hin und alles kennenlernen“. Angst davor, dass der A350 ein Ladenhüter bleibt, braucht man bei dieser Konstellation nicht zu haben.

… oder …

Nessus im Sextil zu Mond/MC deutet auf ein sehr ernstes Problem hin, das mit dem Flieger verknüpft ist, und das wohl derzeit noch nicht bekannt sein dürfte. Jedoch wird Airbus die Kraft haben, dieses Problem so zu lösen, dass hierdurch kein großer Imageschaden entstehen dürfte.

… oder …

Insbesondere bei Konjunktionen zu Chiron durch Langsamläufer, oder durch Mars, wenn gleichzeitig schwierige Langsamläuferaspekte exakt sind, kann zu einer schmerzhaften Katastrophe mit dem Airbus führen.

Ein grandioses Sammelsurium von Konjunktiven – und neben Katastrophen, Unglücken und Problemen immer mal wieder der Hinweis auf den Erfolg des neuen Fliegers: der sprichwörtliche Hahn auf dem Mist hätte es nicht besser ausdrücken können.

OK, ob der neue Airbus ein Erfolg wird, das wird sich erst später zeigen, aber der Mann hat auch eine Prognose für 2013 auf Lager. Es geht um die Bundestagswahl im Dezember, und Herr Liefeld fragt: Hat Peer Steinbrück eine Chance gegen Angela Merkel?

Und was fand er (der Artikel datiert vom 28. April 2013)? Analog der damals aktuellen Umfragen sieht sein Fazit für den SPD-Vorsitzenden düster aus:

Aus Sicht der bekannten Progressionen lässt sich sagen: Der wird es ganz bestimmt nicht. Es müssten schon starke Aspekte zu Aszendent oder Medium coeli, die ja leider nicht bekannt sind, vorhanden sein, um Steinbrück hier noch einen Wahlsieg prophezeihen zu können. In Hinblick auf die Transite wird der Wahlabend für ihn unangenehm bis belanglos.

Nun ja, selbst wenn er Recht hätte wäre diese Prognose kaum geeignet um irgend jemanden hinter dem Ofen hervor zu locken. Aber immerhin hab‘ ich jetzt eine weitere Seite, die man in regelmäßigen Abständen nach Prognosen durchsuchen kann.

(Das war Nummer 36 Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2013)





Astrologische Schönrechnerei

4 06 2013

Die Seite astrax.de beobachte ich schon seit vielen Jahren. Der Autor hatte 2001 bis 2004 immer wieder Tage definiert, ab denen die Börse nach unten gehen sollte und sich eine Trefferquote von 84% bescheinigt, die sich bei näherem Hinsehen allerdings als eher lächerlich entpuppte – dass seine Trefferquote genau der Zufallserwartung entsprach, konnte man leicht zeigen.

Später dann hatte ich eine Zeit lang ganz konsequent sein Experiment verfolgt, mit dem er – immer einen Monat im Voraus – prognostiziert ob der DAX an einem Handelstag steigt oder fällt. Immerhin, das Vorgehen ist hier aus wissenschaftlicher Sicht vollkommen in Ordnung. Treffer sind eindeutig definiert, und das Berechnen der Trefferquote ist wirklich sehr leicht. Es war wieder einmal leicht zu zeigen, dass dieses Experiment eben keine auffälligen Trefferquoten lieferte, und auch in diesem Jahr sieht es bei diesem Experiment eher mau aus. Wobei ich die Tatsache, dass seine Trefferquote in 2013 im Moment gerade mal bei 46% liegt, als normale statistsche Schwankung ansehe.

Herr K. macht aber seit 2011 noch eine weitere Vorhersage, und um die soll es jetzt gehen. Was er da prognostiziert klingt so:

Wann geht die Börse runter? Psychologische Stimmung, Grundhaltung:
Jahresprognose (veröffentlicht am 09.01.2013) Börse weltweit in 2013

Dieses Mal versucht er also eine Art psychologische Stimmung astrologisch zu beurteilen – und er „misst“ seinen „Erfolg“ an Hand der Börsenindices DAX und DowJones. Mal sehen wie gut das bisher geklappt hat und wie gut seine Trefferquote ist. Beginnen wir im Jahr 2011 (auf der Webseite unter „Börse / Rückblick“ zu finden):

Januar:        anfangs unruhig, auf und ab, ab 13. abwärts, ab 25. aufwärts
DAX: 6990 -> 7077 • DOW: 11.671 -> 11.879 richtig

OK, das Häkchen soll also einen Treffer anzeigen. Aber war das wirklich so? Man kann ja die historischen Indexstände zum Beispiel bei yahoo-Finanzen einsehen, was ich natürlich auch gleich getan habe. Besonders unruhig war der Börsenmonat ja nicht, irgendwie „auf und ab“ geht es immer, dass es ab dem 13. Januar abwärts ging war nicht so ganz richtig und das mit dem „aufwärts“ ab dem 25. Januar ebenfalls nicht (DAX: am 13.1. 7075; am 25.1. 7059 und am 31.1. 7077; DowJones am 13.1. 11731; am 25.1. 11977 und am 31.1. 11891). Dass die Märkte über den Monat hin steigen hatte er nirgends vorausgesagt – wofür also das Häkchen? Aber weiter zum Februar:

Februar:       ein „schwarzer Monat“
DAX: 7184 -> 7272 • DOW: 12.040 -> 12.187
Der „schwarze Monat“: 21.02.-18.03.2011, DAX verlor 9 %, DOW 4 % richtig

Das am Ende der letzten Zeile zu findende Häkchen ist eine absolute Frechheit! Wie man an den Daten sieht war der Februar eben kein „schwarzer Monat“ – beide Indices sind leicht gestiegen …

März:           Erholung
DAX: 7223 -> 7041 • DOW: 12.058 -> 12.320 richtig

Und wieder ein Häkchen … … obwohl es beim DAX einen Verlust von über 2,5% gab. Bestenfalls ein halbes Häkchen wäre angebracht gewesen – und zwar für die bisherigen drei Monate. Während sich in der Logik des astrologischen Prognostikers also quasi bereits 3:0 Treffer ergeben haben sieht der gesunde Menschenverstands bestenfalls das Verhältnis 0,5:2,5. Von April bis November kann ich dem Herrn sogar zustimmen, bei 5 von 8 Monaten gestehe auch ihn ihm Treffer zu, dazu 3 Nieten – fehlt nur noch der Dezember:

Dezember:    unstet, instabil, auf und ab, seitwärts
DAX: 6036 ->5898 • DOW: 12.020 -> 12.218 richtig falsch

Hmmm – wenn der DAX also um etwa 2% fällt ist das „seitwärts“, wenn der DOW um weniger als 2% steigt ist das nicht seitwärts???? Und wie war das im Mai?Weniger als 2% Verlust im DOW waren ein Beleg für „abwärts“? Also irgendwie sind die Trefferdefinitionen doch sehr widersprüchlich. Mehr als 50% Trefferquote kann man ihm für 2011 nicht zugestehen.

Und 2012? Da geht es eigentlich genau so weiter. Immerhin gibt er jetzt auch eine Gesamtperformance an:

Monatsprognosen: 2 x unentschieden, 3 x falsch, 7 x richtig = 70 % richtig.

Na ja, die 2* Unentschieden addieren sich zu 8 aus 12 statt 7 aus 10 – dann wären es also nur 66%. Aber die einzelnen „Treffer“ sind auch ein wenig zweifelhaft, insbesondere wenn man sie mit denen aus dem letzten Jahr vergleicht. So hatte er sich im April einen „Abwärts-Treffer“ auch für den DOW gutgeschrieen, obwohl der Index nur um etwas mehr als 0,3% fiel (im Jahr vorher fiel das noch unter „seitwärts“). Änliches ist das im Dezember (da fiel der DOW um weniger als 0,2%) und auch der vermeintliche DAX-Aufwärtstreffer im November ist mit weniger als 1% eher zweifelhaft.

Aber das zeigt schon das Hauptproblem dieser Prognosen. Eine genaue Definition von „aufwärts“, „abwärts“ oder „seitwärts“ sucht man vergebens und die von Herrn K. selbst getroffenen Abgrenzungen sind widersprüchlich. Sow erden seine vermeintlichen Treffer einfach nur noch lächerlich.

Und für 2012 macht der Mann genau so weiter:

Januar:        unruhig, abwärts
DAX: 7779 -> 7776 • DOW: 13.332 -> 13.861 richtig/ falsch

Eine Differenz von ganzen 3 Punkten beim DAX ist also ein Beleg für „abwärts“?

März:           ruhig, aufwärts
DAX: 7742 -> 7795 • DOW: 14.054 -> 14.579 richtig

Eine Differenz von weniger als einem Prozent beim DAX ist also ein Beleg für „aufwärts“? Nicht doch „seitwärts“?

Nein, so kann man nicht zeigen, dass irgendwelche astrologischen Analysen sich für die Voraussage von Aktienmärkten eignen. Dafür müsste Herr K. sich schon vorher ein wenig genauer dazu äußern, was denn nun als Treffer für seine Prognosen anzusehen ist – und was eben nicht!





Frau Haller schaut ins Jahr 2013: Katastrophen und Schwurbeleien

20 01 2013

Im letzten Jahr hatte ich den beiden Katstrophenschnepfen Christiane Durer und Rosalinde Haller einen eigenen Artikel gewidmet, weil sie für 2012 wieder einmal allerlei Katastrophales vorausgesehen hatte. In diesem Jahr werde ich den beiden jeweils eigene Artikel widmen, denn irgendwie werden ihre Prognosetexte immer abgedrehter. Heute also ein Blick nach Wien …

Wie im letzten Jahr hat Frau Haller gleich mehrere Texte am Start. In „Das Jahr 2013“ wird’s ziemlich verworren – unter anderem lässt sie gleich zu Beginn folgendes vom Stapel:

Das Thema ist Annehmen und Visionen haben.

OK, das ist schon mal schön geschwurbelt. Später fällt der Dame noch etwas ganz Sensationelles ein:

Verschiedene Gruppen mit auseinander klaffenden Idealen und Weltanschauungen werden aneinander geraten.

So etwas gab es ja noch nie!!! Sonst geraten ja immer die Gruppen mit gleichen Idealen und Weltanschauungen aneinander. Schließlich hat sie noch modische Tipps parat:

Wer sich etwas abgrenzen will, sollte blau und/oder schwarz tragen.

Uns wie wird’s in der Politik? Schauen wir doch im entsprechenden Text nach: Politik 2013. Gleich zu Beginn eine echte (!!!) Prognose – mit ein paar folgenden „Details“:

  • In Österreich sehe ich vorgezogene Neuwahlen.
  • Es wird eine ziemliche Aufsplittung bei den Parteien geben. Die eingesessenen Parteien haben mit Verlusten ihrer Stammwähler zu rechnen. Viele wechseln als Zeichen des Protestes.
  • Stronach und Strache liegen auf jeden Fall über der 10% Marke. Für Fr. Merkel wird es schwierig, sie kommt etwas in die Kritik.

Wieso bei soviel österreichischen Kram dann plötzlich Frau Merkel erwähnt wird ist unklar, was danach kommt schlicht lächerlich:

  • In Deutschland versucht man ebenfalls neu zu wählen, bevor man den Bürgern den Schulden Nachlass für Griechenland nahe bringt. 

Natürlich wird man versuchen in Deutschland zu wählen, schließlich endet die Legislaturperiode des Bundestags. Der Rest ist allgemeines Herumgerate, das ich in rot kommentiert habe:

  • In Ägypten muss Mursi wegen dauernder Unruhe gehen. (ok, kann ja sein) Auch auf Marocco greifen Unruhen über. (von wo aus? Ägypten ist ja weit …)
  • In Lybien erwarte ich eine Machtübernahme. (von wem?????)
  • Den Jemen sollte man meiden. Entführungen sind möglich. (Oha, wieder etwas ganz Neues!)
  • In der Türkei gibt es eine Veränderung punkto Regierungsmitglieder. (irgendein Amtsträger wird sicher ausgetauscht werden – also: genauer bitte!)
  • In Italien kann sich Monti nicht halten. Es kriselt politisch und finanziell. (Hmm – es gibt Neuwahlen, mal sehen was dort passiert)
  • In Griechenland bricht alles zusammen. (Was bedeutet das? Was ist „alles“?????)
  • Im Bereich Palästina – Israel gibt es etwas Erleichterung und die Öffnung eines Grenzüberganges. (Wow! Eine gute Nachricht!!!)
  • In Spanien gibt es ebenfalls Rückritte wegen Geld Problemen, es wird sich aber nichts bessern. (Blablabla!)
  • In Frankreich werden die Menschen zunehmend unzufrieden und gehen auf die Straße. Man wird feindlich gegen ehemalige Kolonial – Bürger eingestellt sein. (Blablabla!)
  • Rumänien stagniert und es gibt Ost Bank Probleme und neue Armut. (????)
  • In Südafrika wird es wieder unruhiger. In 4 – 5 zentral Afrikanischen Ländern gibt es Zusammenstöße zwischen der Bevölkerung bis hin zu Krieg. (… und in welchen Ländern????)
  • In Argentinien kämpft Fr. Kirchner gegen eine neue Abwertung und es gibt auch politische Probleme im Zusammenhang damit. Sie wird nicht mehr wieder gewählt. (sie wurde doch erst 2011 gewählt – muss die 2013 wirklich schon wieder gewählt werden?)
  • England versucht zwar sich aus den EU Problemen weitgehend heraus zu halten. Es wird jedoch nicht gelingen. (Blablabla!)

Zwei Texte von Frau Haller, und noch immer fehlt das Katastrophenfestival. In „Die Farbe des Jahres 2013“ ist Solches auch nicht zu erwarten, aber ein paar Zitate lassen irgendwie tief blicken:

  • Anfang des Jahres gibt es Lila Flieder Töne.
  • Im Lauf des Jahres entsteht eine Gelb Schwingung.
  • Es gibt fallweise Spuren von Weiß in der Jahres Aura 2013.
  • Schlussendlich gibt es noch die Farbmischung
  • BRAUN die Farbe der Erde (Erdung, auf den Boden der Tatsachen kommen).

Ich assoziiere die Farbe Blau bei der Erstellung dieses „Textes“.

Wenden wir uns nun dem nächsten Thema zu: „Das Jahr 2013 Wirtschaft – Geld„. Frau Haller beginnt mit einem Satz, den ich hier nicht erwartet hätte:

Die Welt ist – wie von mir vorhergesagt nicht untergegangen.

Wenn sie untergegangen wäre würde das ja auch niemand mehr lesen. Der nächste Satz widerspricht aber einer ihrer letztjährigen Prognose:

Der Euro liegt jedoch in den Endzügen.

Für 2012 hatte sie ja noch das Ende des Euro prophezeit … … aber wie toll sie sich mit Wirtschaftsthemen auskennt zeigt sie danach:

Die Inflation beginnt. Zu viele Schulden, zu viel wertlos gewordenes Geld im Umlauf.

Zu viel Produktionskapazitäten, zu viel unbezahlbar werdende Arbeitsplätze, in Folge die Arbeitslosigkeit und beginnende Deflation.

Ja was denn nun? Beginnt die Inflation oder die Deflation? Scheint für Frau Haller irgendwie das Gleiche zu sein …

Und wo sind jetzt die Katastrophen? Die gibt es im Text“Allgemein Umwelt„, und es ist das übliche Katastrophengeraune. Ein paar Beispiele:

  • In den USA sehe ich einen Vulkan Ausbruch, auch eine große vernichtende Welle auf New York. Allerdings könnte diese auch erst in 1-2 Jahren kommen. Im Süden verstärkte Hurrikans und Tornados samt Überschwemmungen.
  • In Australien eine Tsunami Gefahr.
  • In Japan ist ebenfalls unruhige Energie. Ein 2. Atom – Unfall möglich, aber auch Vulkan, Sturm, Überflutung oder eine Mischung dieser Komponenten dadurch.

Nur die folgende Prognose fällt ein wenig aus dem Rahmen:

  • Sonneneruptionen, Gammastrahlen aus dem All stören die Elektronik auf der Erde und große Stromausfälle sind zu erwarten. Dies kann auch erst 2014 passieren.

Und natürlich gibt es noch mehr bei ihr zum Lesen, so benennt sie Schutzengel und Schutztier (Kafziel und Hanael bzw. Dachs), labert ein wenig über den Mond und es gibt noch ein chinesisches und ein“normales“ Horoskop mit allerlei Belanglosem sowie – aktuell – die „Tagesenergien Jäner 2013″. Für den heutigen Tag schreibt sie da:

Sie sollten sich erden, etwas zu sich finden. Ideal wäre dies in der Natur  möglich. Schnelles Wachstum ist energetisch möglich. Sie könnten daher auch größere Anschaffungen planen. Ein hervorragender Tag um Informationen zu sammeln.

Lassen sie eine Portion Urvertrauen zu. Es gibt allerdings noch teilweise ungeklärte Situationen.

Es gibt praktischen Sinn für Gewinn.

Apropos Sinn: Wer in diesen Schwurbeleien irgendeinen Sinn findet, darf ihn gerne behalten.

(Jetzt sind es schon 34 Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2013)





Historisch-Materialistische Astrologie?

18 01 2013

Auf meiner Suche nach Prognosen für 2013 bin ich auf einen WordPress-Blog gestossen, der sich tatsächlich Historisch-materialistische Astrologie und Magik nennt. Was es damit auf sich hat wird im offensichtlich ersten Artikel auf diesem Blog (als Kommentar ist der Defaultkommentar jedes neuen WordPress-Blogs zu lesen und der Beitrag heißt „Hello World“) „erklärt“, wobei der Anfang erst ‚mal ganz vernünftig klingt:

Für die meisten Marxisten auf dem Planeten Erde ist die Astrologie, wie sie in Presse und Bewegtbildmedien als Waren angeboten wird, eine Sache, die unwissenschaftlich, irrational und allein dem Geldverdienen untergeordnet ist. Scharlatane und falsche Hexen bieten ihre Dienste durch überteuerte Telefonberatungen an, ohne auch nur im geringsten die Sterne oder die Karten für die Menschen deuten zu können. Daher sind ihre Prophezeihungen und Analysen oft beliebig und abstrakt – kurz gesagt falsch.

Was dann folgt ist entweder ein – mehr oder weniger gelungener – Scherz oder das übliche Astrologengelaber a la „alle Astrologen sind Scharlatane – außer mir“:

Die historisch-materialistische Astrologie hingegen steht mit beiden Beinen auf dem Boden der Wissenschaft und gewinnt ihre Erkenntnisse aus der genauen Beobachtung des Sternbildes, seiner energetisch-metaphysikalischen Wirkung auf den Planeten Erde und die auf ihm lebenden Wesen von Baum bis Bauer.

Als Hinweis auf den Scherzcharakter dieses „Konzepts“ könnte die folgende Sequenz gelten:

Mit Hilfe vergleichender, historischer Forschung und den technisch hochwertigen High-End-Teleskopen aus der Demokratischen Volksrepublik Korea können wir mittlerweile genaue Lebensanalysen geben und Menschen dadurch in wichtigen Lebenslagen beraten und unterstützen. Uns geht es nicht ums Geld, sondern um den Klassenkampf und den Sieg des Kommunismus über Kapitalismus, Krieg und Krise.

High-End-Teleskope aus Nordkorea und die Astrologie als Mittel des Klassenkampfs? Sehr schräg … … und deshalb kann ich auch die Jahresprognose für 2013 (der zweite und bisher letzte Beitrag auf diesem Blog) nicht unbedingt ernst nehmen. Wenn dann noch wie in folgendem Satz …

Zum Beispiel werden aller Voraussicht nach weitere Regierungen durch die aufbegehrenden Massen gestürzt, was vor allem im südlichen Europa, Analtolien und in Afrika der Fall sein kann.

… eine Regierung von AnaLtolien gestürzt werden soll, dann ist das ein weiteres Kenzeichen für den – meines Erachtens wenig gelungenen – Scherzcharakter dieser Seite. Ganz schräg wird es bei den politischen Voraussagen, denn dort steht doch unter der Überschrift „Politik: die Rückkehr des Sozialismus 2013“ tatsächlich Folgendes:

So könnte dies einen haushohen Sieg der Partei DIE LINKE bei den Bundestagswahlen 2013 in der Bundesrepublik Deutschland bedeuten. Unsere Spezialisten in den nordkoreanischen Sternenwarten gehen von einem Wert von über 15% aus und bescheinigen der schwarz-gelben Regierung einen katastrophalen Verlust.

Ja, klar! Ist schon recht! Jetzt geht aber mal schön wieder draußen spielen …

(es bleibt bei bisher 33 Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2013 – da das Geschreibsel eh nicht mit einem Namen versehen ist zähle ich es bei den Prognosen nicht mit)