Esoterikplauderstündchen bei Maischberger … (mit Update)

21 07 2012

Für kommenden Dienstag hat die ARD ‚mal wieder ein Esoterikplauderstündchen ins Programm genommen. Die Sendung „Menschen bei Maischberger“ steht unter dem Motto „Horoskope, Handlesen, Tarotkarten: Unsinn, der hilft?“ und ich wage vorauszusagen, dass im Verlaufe der Sendung das Astrologie-Bullshit-Bingo mindestens ein Mal erfolgreich gespielt werden kann. Beim Blick auf die Gästeliste überfällt mich schon vorab ein leichtes Gruseln denn wie bei solchen Sendungen üblich sind die Esoteriker klar in der Überzahl. Gespannt bin ich ja, wie sich Frau Maischberger selbst positioniert. Vor ein paar Jahren hatte Sie in einer Sendung mit ähnlicher Thematik Winfried Noê mit einer seiner Fehlprognosen konfrontiert und dessen Versuch sich herauszureden mit einem kurzen „Das stand so auf ihrer Webseite“ beendet.   Aber schauen wir uns einfach mal die Teilnehmer an dieser Talkrunde an.

Als erste Hella von Sinnen. Ob man ihren Humor mag ist natürlich Geschmacksache, aber bei „genial daneben“ finde ich sie wirklich klasse. Warum sie dabei ist? Hier stehts:

Astrologie hat für die Moderatorin jedoch nichts mit Glaube zu tun, „sondern mit Wissen und Erfahrung.“

Ok, also ein Astrologiefan? Schlimmer! Eine Hobby-Astrologin! Und weil wir gerade bei Sternschwurblern sind wurde auch „Deutschlands besten Astrologin“ eingeladen. Der Name dieser Dame – Mauretania Gregor – war mir bis dato völlig unbekannt. Hier übrigens ihr aktuelles Werbevideo für Juli …

… mit dem sie Werbung für das auf ihrer Webseite angebotene, monatliche Liebeshoroskop macht. Das kostet „ab 8,95 Euro“ – und man kann das dann auf ihrer Webseite anschauen. Und das verspricht sie:

Ihr erfahrt die heißesten Dating-Tage, ich sage Euch wann Ihr welchem Typ in die Arme laufen könnt und was schon die Qualität der Zeit über die Begegnung aussagt.

Natürlich gibt’s auch beste sowie schwierige Termine für Aussprachen und offene Gespräche über Gefühle, unerfüllte Sehnsüchte und Wünsche…

Das Übliche also! Aber wie fertig muss man sein, wenn man sich solche Videos wirklich für „mindestens 15 Minuten“ pro Sternzeichen antut? Den – wohl überwiegend – Zuhörerinnen wird permanent – mit enervierender Stimme, dickem Pathos und einer Mimik als wollte sie einem Kleinkind erklären wie man aufs Töpfchen geht – dick und fett Honig ums Maul geklatscht! Klar, das wollen die hören! Und jeden Monat wieder!

Eine Kartenlegerin muss natürlich auch sein. Auch hier ist es „Deutschlands Kartenlegerin Nr.1„! Auch diesen Namen – Sylvie Kollin – kannte ich bis dato noch nicht. In was sie Nummer 1 ist steht natürlich nicht da, aber ihr Selbstbewußtsein scheint grenzenlos:

„Man kann aus den Karten alles lesen. Die Karten sagen, was sowieso kommt“

Alles? Wirklich? Eingeladen ist auch einer ihrer Kunden: der Schauspieler Uwe Ochsenknecht, denn er

hat schon mehrmals den Rat der Kartenlegerin Sylvie Kollin gesucht und bescheinigt ihr eine neunzigprozentige Trefferquote.

Tut er tatsächlich, und zwar am Anfang und Ende ihres Imagevideos:

Wunderbar natürlich der Kerner-Schnipsel bei 0:34 …

Über Jürgen Fliege braucht man eigentlich nichts mehr schreiben. Dass der jeden esoterischen Mist vertritt ist bekannt. Ob man ihn mal wieder nach seiner Essenz fragen sollte? Vielleicht lässt er sich ja von Frau Gregor ein Liebeshoroskop erstellen …

Welche Rolle Prof. Dr. Ulrich Walter (Ex-Astronaut und Physiker) in diesem Panoptikum zugedacht ist weiß ich nicht. Dieser Satz …

Der Physiker und Lehrstuhlinhaber für Raumfahrttechnik hat sich einmal die Hand lesen lasse: Ihm wurde prophezeit, wie er sterben würde.

… macht kaum Hoffnung, dass er die rationale Seite vertreten soll. Man lässt in solchen Talksendungen ja gerne mal jemanden sprechen, der „beide Seiten“ irgendwie anerkennt. Und da ist ein Physikprofessor, der sich aus der Hand lesen liess, doch ein Supergast. Hoffentlich täusche ich mich mit dieser Einschätzung, und Prof. Walter macht es ebenso wie sein Kollege Prof. Martin Lambeck, der in ähnlichen Sendungen (z.B. auch bei Maischberger) immer wieder deutlich jeden Unsinn auch als solchen bezeichnete.

Bleibt noch einer, der sich garantiert dem ganzen Esoterikschwachsinn gegenüber stellt: Michael Schmidt-Salomon. Der Vorstandssprecher der Giordano Bruno Stiftung wird wie folgt angekündigt:

Glaube und Aberglaube, Horoskope und Tarotkarten seien „Schabernack mit einer Menge Risiken und Nebenwirkungen.“ Die Naivität der Menschen werde ausgenutzt, finanzielle und gesundheitliche Gefahren könnten die Folge sein

Stimmt natürlich. Aber er wird möglicherweise alleine gegen alle argumentieren müssen. Wenn er dann so argumentiert wie er in seinem letzten Buch „Keine Macht den Doofen“ schreibt, dann wird das beim Fernsehzuschauer den Eindruck eines hyperarroganten Skeptikers hinterlassen. Seine „Streitschrift“ enthält nämlich meines Erachtens außer verbalen Rundumschlägen (alles Idioten!!!) nur einen eindrucksvollen Beleg dafür, dass er von Ökonomie keine Ahnung hat. Ich drücke ihm natürlich trotzdem alle Daumen …

Schön wäre es ja gewesen, wenn in dieser Sendung auch echte Spezialisten eingeladen worden wären. Ich kenne da zum Beispiel mehrere Psychologen, die den Zuschauern hätten erklären können wie und warum der ganze Unsinn „funktioniert“ …

Update: 

Der Spiegel hat das ganze schön kritisiert, obwohl der Journalist zwischendurch wohl mehrmals nicht hingehört hat. Das merkt man an folgendem Absatz:

Michael Salomon erwies sich als solider Realist und Gegenpol zu dem Aszendenten- und Tarot-Geschnatter, das sich in der Maischbergers Runde ausgesprochen raumgreifend erhob. Der Autor und Sprecher der religionskritischen Giordano-Bruno-Stiftung erklärte, dass „Bahnensätze“ wie „bei aller Impulsivität sind sie doch ein sehr romantischer Geist“ irgendwie immer stimmen und brachte bisweilen gar Hella von Sinnen mit seinem etwas irritierenden Dauerlächeln zum Schweigen. Und er warnte vor der „sanften Verblödung“ durch Esoterik, wenn „Spitzentechnologie und Spitzenidiotie aufeinandertreffen“.

OK, der Mann heißt Schmidt Salomon, und war tatsächlich der einzige Lichtblick in der Sendung. „Bahnensätze“ (… ist inzwischen auf SPON korrigiert – aber auf meinem WEbCite-Link noch vorhanden)? Schmidt Salomon hat doch recht ausführlich erklären dürfen was „Barnumsätze“ sind … … aber egal. Ich hab‘ selten etwas peinlicheres im Fernsehen gesehen …





Wird Schumi nochmal Weltmeister?

31 05 2012

Auch wenn ich dem Unsinn des Möglichst-Schnell-Im-Kreis-Herum-Fahrens noch nie etwas abgewinnen konnte, die Fans der Formel 1 sollten jetzt ‚mal aufpassen. Ich weiß nämlich, dass Michael Schumacher in diesem Jahr große Chancen hat, nochmal Weltmeister werden wird! Doch! Ganz sicher! Es sieht zwar zur Zeit gar nicht danach aus, aber in dieser Woche hat eine Hannoveraner Hexe mit eindeutigen Erfahrungen das Heft in die Hand genommen, und das lässt seine Chancen immens steigen!

Den Beweis liefert dieser Artikel, in dem außerdem enthüllt wird, warum 2010 Sebastian Vettel zum jüngsten Formel 1 Weltmeister aller Zeiten avancierte:

Die Magierin aus Hannover befreite vor zwei Jahren schon Sebastian Vettel (24) von dessen Fluch. Über 100 Punkte vermasselten ihm sein Team und sein Pannen-Auto „Luscious Liz“, bis Levine im Mai einen Schutzzauber auf ihn legte.

Zweifler werden anmerken, dass zum Zeitpunkt des Schutzzaubers erst 5 Rennen durchgeführt waren (nachzulesen im ersten von drei Artikeln auf dieser Seite) und Vettel immerhin schon 60 (von 125 möglichen) Punkte errungen hatte (er hatte also keineswegs zu diesem Zeitpunkt bereits „über 100 Punkte vermasselt“). Vielleicht merkt auch Mancher an, dass Vettel nach dem Schutzzauber noch mehrere, teilweise sogar peinliche, Ausfälle und Pannen zu verkraften hatte …. … aber am Ende hat er es ja doch geschafft. Und nur weil diese Hexe aus Hannover ihren Schutzzauber auspackte!

Ob, und wenn ja wie viel, Vettel für diese Dienstleistung – die hier* in verschiedenen Varianten für Jedermann/frau angeboten wird – bezahlt hat, erfahren wir leider nicht. Schumacher jedenfalls hat wohl noch die Chance bei der guten Frau einen Schutzzauber zu buchen, denn wie die Hexe aus einem Blick in die Tarotkarten folgerte:

Ein Schutz-Zauber ist möglich

Ob wir dann davon erfahren werden hängt übrigens weder von Schumi noch von der Hexe ab. Offensichtlich hat ein Herr „OLIVER REUTER“ die Exklusivrechte an der Verbreitung solchen Unsinns der Hexennachrichten. Dieser Name ziert nämlich nicht nur den aktuellen, sondern auch die drei vorigen Artikel, in denen die selbst ernannte Hexe erwähnt wird**.

* Auch eine interessante Geschäftsidee! Eine magische Aufladung lässt sich ja glücklicherweise nicht nachweisen, also würde es reichen, wenn man das Zeugs einfach nach ein paar Tagen an den Absender zurück schickt (… aber nur wenn Vorkasse geleistet wurde) und vielleicht noch ein nettes „Zertifikat“ beilegt …

** Über die persönlichen Beziehungen zwischen Journalist und Hexe werde ich keinesfalls in irgendeiner Form spekulieren wollen …





Quathemoc verletzt! Nachnominierung oder Weltuntergang?

10 05 2012

In den Wochen vor Fußballgroßereignissen steigt traditionell die Nervosität unter den Fans. Ein Grund dafür ist die Tatsache, dass sich immer wieder nominierte Spieler in Training oder Testspielen verletzen, so dass dann tagelang diskutiert werden kann, ob der Spieler vielleicht doch noch rechtzeitig gesundet oder ob nicht vielleicht doch ein anderer nachnominiert werden sollte. Aber wer interessiert sich schon für eine Fußball-EM, wenn es bei dem in der Überschrift erwähnten Quathemoc um nichts weniger als den Weltuntergang geht?

Denn Quathemoc ist der aus Vulkanstein gefertigte Maya-Schädel, der als einer von 13 am 21.12.2012 im Maya-Land irgendwie den Weltuntergang verhindern soll. So erzählte es zumindest die BILD und beruft sich dabei auf einen Herrn, der hier schon mehrfach erwähnt wurde. Aktuell erzählt der Mann sogar in einem Video ähnlichen Unsinn, nur das mit dem Weltuntergang verkneift er sich und überlässt das dem Schreiberling der Zeitung mit den großen Buchstaben. Blöd ist jetzt allerdings, dass der Schädel heruntergefallen ist und nun im Kinnbereich eine Macke hat:

Die ist zwar – wie man hier sehen kann – minimal im Vergleich zu der im Video dokumentierten Macke des Herrn Kristallschädelschwurblers (… obwohl: Wenn man bedenkt dass der Typ sogar Kristallschädelwasser vertreibt, könnte man auch auf die Idee kommen, dass der Mann nur ganz konsequent Leichtgläubige von der Last ihres monetären Besitzes befreien will), aber ob der Schädel jetzt noch „funktioniert“ und zum Beispiel nochmals seinen Namen telepathieren kann oder stattdessen nur noch „AUAUAUAUAUAUAUAUAUAUA“ aussendet, das bleibt abzuwarten. Ob das mit dem Aufstieg oder der Weltrettung mit einem verletzten, ja quasi demolierten Quathemoc überhaupt noch funktioniert? Wieso muss eigentlich so ein sensationeller Kristallschädel Schaden nehmen, wenn er von einem profanen Tisch plumpst? Hätte der (ich mein‘ den Schädel, nicht den Tisch) nicht zumindest kurzzeitig die Gravitation aufheben können? Oder wenigstens eine Delle im Fußboden verursachen?

Aber vielleicht ist der Kristallschädelfritze sowieso irgendwie getäuscht worden. Vielleicht hat Quathemoc ja gelogen! Der Besitzer des jetzt demolierten Schädelsteins behauptet zum Beispiel, für den 21.12. wären Maya-Schädel in verschiedenen Farben wichtig, die irgendwie zusammen kommen müssten (weil – wir erinnern uns: Die Nazis waren der Überzeugung, dass 13 solcher Schädel existierten. Wer sie zusammenführt, besitzt einen Schlüssel zur Beherrschung der Welt. – Uäääährxxxx!). In diesem Text  kann man lesen, dass es doch einzig und allein um 13 Kristallschädel geht, und die haben (auch in der reichhaltigen Bebilderung) nur eine Farbe …

Nun gut, das mit den 13 Schädeln ist offensichtlicher Unsinn. Außerdem gibt es ein paar mehr davon, laut dieser Meldung sind’s 51! Die stammen übrigens mitnichten von den Maya (dort gibt’s das notwendige Ausgangsmaterial dafür gar nicht) sondern wahrscheinlich aus Idar-Oberstein. Von solchen Ausflügen in die Realität (… oder die deutsche Provinz – womit ich nichts gegen Idar-Oberstein gesagt haben möchte: ich fand das Städtchen bei meinen paar Besuchen durchaus nett) dürften sich Kristallschädeladepten keinesfalls beunruhigen lassen. Vielleicht grübeln die unterdessen darüber, wie man Quathemoc ggf. ersetzen, oder vielleicht auch reparieren heilen könnte. Für Letzteres bräuchte man einen Superkleber, für die Nachnominierung wohl eher einen neuen Schädel. Aber auch hier hilft das Internet:

Hier gibt’s ein Luxusstück für schlappe 2.400 Euro! Sieht genauso aus wie Quathemoc und wenn der Besitzer ein paar bewusstseinserweiternde Pilze (oder Ähnliches) einwirft, wird ihm auch sicher ein neuer Name dafür eingeflüstert werden einfallen (oder er postuliert -ganz langweilig – Quathemoc’s Kristall-„Seelenwanderung“).

Wenn’s dann doch ein Kristallschädel sein soll, kann man sogar Geld sparen. Der hier kostet nur 900 Euro …

… und im gleichen Laden gibt’s übrigens noch viel mehr Kristallschädel, und auch -schädelchen. In verschiedenen Größen und Farben kostet der Spaß zwischen 14,90 € (40 mm) und 433,00 € (13 cm). OK, da fehlt noch eine Kleinigkeit. Die Steine werden zu diesen Preisen quasi nackt angeboten. Der richtige Esoteriker leistet sich natürlich dazu noch die 25 € teure Aktivierung

Ob Klebstoff und eine Portion frische Aktivierung für Quathemoc reichen um den Weltuntergang zu verhindern?





Zweifelhafter Kinderspaß mit Wünschelruten

13 04 2012
In Köln durften sich im Zuge der alljährlich von der örtlichen Sparkasse gesponserten Ferienbelustigung Grundschulkinder tatsächlich in der Handhabung von Wünschelruten ausprobieren. Im Bericht der Lokalpresse (der Artikel in der Kölnischen Rundschau mit dem Titel „Wenn die Wünschelrute ausschlägt“ ist derzeit noch kostenlos im Online-Archiv verfügbar – ansonsten habe ich ein schönes Bild der Seite, das in Facebook die Runde machte) wird dabei von der leitenden Scharlatanin Leiterin – einer Frau Klaes, die sich „Baubiologin“ nennt und ein so genanntes  „Institut“ betreibt – ausdrücklich festgestellt, dass die Kinder ja soooooo „offen“ für diesen Mumpitz seien, und eben „nicht so verkopft“.
Und klar, die Kleinen fanden überall Wasseradern, obwohl es die doch – wie mir ein Geologe erläuterte – in dieser Gegend eigentlich gar nicht gibt. Aber das macht ja nichts, Hauptsache die Kids hatten ihren Spaß! „Der kleine Wünschelruten-Lehrgang ist Teil einer Themenwoche der SK Stiftung Kultur der Sparkasse Köln Bonn.„, konnte man in der Zeitung lesen, und weiter heißt es „Zu den Themen Mystik, Kult und Heiligtum in Köln können Grundschüler eine Woche lang verschiedenes lernen, ausprobieren und erleben.“ Ach wäre das schön – und für die Kleinen nicht weniger spannend – gewesen, wenn man wirklich erklärt hätte wie das Rutengewese funktioniert. Ein paar kleine, spannende Versuche wären ohne großen Aufwand möglich gewesen – und die Kinder hätten etwas fürs Leben gelernt. Stattdessen gab’s falsche Pseudoerklärungen, wie die folgende:

Durch die Spannungen von Wasseradern kommt es durch die Füße des Rutengängers zu leichten Muskelkontraktionen in den Händen, so dass sich die Ruten bewegen

Nein Frau Klaes! Selbst wenn es Wasseradern gäbe könnten die nicht durch die Füße der Kids Muskelkontraktionen in den Händen auslösen. Das ist lächerlicher Bullshit! Außerdem widerspricht Ihnen da doch dieser Energetiker aus Österreich (diesen „Beruf“ gibt’s da wirklich, und in mehreren, hochesoterischen Ausprägungen:  „Humanenergetik„, „Tierenergetik“ und „Lebensraum Consulting„), der die Sache mit dem Rutenausschlag ganz anders erklärt. Laut einem hier abgedruckten und mit einem Video garnierten Interview mit diesem Energetiker sind die Auslöser der Rutenausschläge zwar wie bei Frau Klaes „einfach Bäche, die unter der Erde verlaufen“, aber es ist keine Rede von „Spannungen“.  Der Mann will Folgendes wissen: „dieses fließende Wasser gibt Ionen ab, die den Körper beeinflussen„. Au weia! Hat Frau Klaes damit die Kinder nicht unnötig (!!!) irgendwelchen Gefahren ausgesetzt? Welche Wirkung diese Ionen haben, erklärt der kluge Herr mit dem wirren Mayernamen (oder war das doch umgekehrt?) mit einem eindrucksvollen Beispiel:

Wenn eine Forelle in einem Bach einen Wasserfall nach oben schwimmen muss, nutzt sie diese Ionen. Das Wasser fällt nach unten und erzeugt einen negativen Ionenstrom. Der Fisch springt mehrere Meter hoch und lässt sich sozusagen nach oben tragen.

Tja, esoterische Erklärungen für nicht Vorhandenes können wirklich recht lustig sein. Und nein, eigentlich gefährlich ist das ja nicht:

Die Ionen an sich sind nicht schädlich. Sie sind eigentlich Energiebringer. Wenn man erschöpft und müde ist, sollte man sich einige Minuten auf eine Wasserader stellen. Man wird dann regelrecht aufgeladen. Genau dieser Effekt ist aber beim Schlafen schädlich. Menschen brauchen ihre Ruhephasen. Wenn man dann ständig mit Energie aufgeladen wird, kann der Körper nicht rasten. Die Leute bekommen Kreuzweh und allerlei Beschwerden, für die Ärzte keine Ursache finden können.

Und ja, so einfach ist das! Wenn’s irgendwo zwickt sind die Ionen schuld. Und die bösen Dinger sind wirklich extrem mächtig:

Die Ionen steigen bis zu 100 Stockwerke nach oben und durchdringen alles.

Sie durchdringen sogar Telefonleitungen, wie der Herr zu berichten weiß:

Ich bin auf das Wasser sensibilisiert. Inzwischen kann ich grobe Auskünfte sogar über das Telefon erteilen.

Wow! Und am Ende kommt noch eine Warnung vor Scharlatanen:

„Man sollte auf alle Fälle hellhörig werden, sobald jemand versucht, irgendwelche Geräte zur Entstörung zu verkaufen, Einrichtungen, welche die Wasserionen abschirmen oder ähnliches. Diese Geräte funktionieren nicht.“

Und Frau Klaes? Sie „berät Sie in allen Fragen zur Sanierung, Abschirmung von Elektrosmog und Vermeidung von Belastungen“ – auf deutsch: sie labert ihnen einen Ast an die Backe und wird empfehlen das Bett umzustellen. Ob sie auch entsprechende Geräte in einer solchen Nonsens-Beratung  verkaufen will weiß ich nicht, sie bietet aber ein paar lächerliche Entstörungs- und Lebensenergiechips an. Eine Anbieterin von solchem Unsinn auf Kinder loszulassen ist bei Leibe kein Ruhmesblatt für die mit organisierende Sparkasse.





Tiefkühlpizza, Foren-Zensur und viele schlechte Screenshots

8 04 2012

Nehmen wir ‚mal an, ich kaufe mir zum ersten Mal die – fleißig beworbene – Tiefkühlpizza XY, bereite sie anweisungsgemäß zu und … … werde dann bitter enttäuscht. Als Mitglied der Pizzafreunde-Community* würde ich sofort meine Erfahrungen mit dieser Pizza mit den anderen Pizzafreunden teilen wollen, würde nachschauen, ob es schon einen Thread zur Tiefkühlpizza XY gibt bzw. einen neuen eröffnen und dann meine Erfahrungen posten:

Was für eine Enttäuschung! Die neue Pizza XY aus der Serie „Gusto Riscante“ sieht beim Auspacken noch sehr gut aus, aber das ist auch schon alles. Natürlich sieht der Belag auf dem Titelbild besser aus, als in der Realität – aber das gilt ja für so ziemlich alle Tiefkühlpizzas. Das Backergebnis lieferte schon ‚mal einen Teig, der mit einem Pizzaschneider gar nicht zu zerteilen war. Die Konsistenz erinnerte an einen viel zu dick geratenen Pappkarton – und der Geschmack leider auch. Die Tomatensosse war rot, aber das war auch das Einzige was bei dieser faden und öden Pampe an Tomaten erinnerte. Die Salami hatte die Konsistenz eines durchgekauten Kaugummis und der – viel zu spärliche – Käse roch (und schmeckte) wie meine Füße nach halbstündigen Joggen.

Vielleicht ergäbe sich daraus eine Diskussion mit anderen in der Pizzafreundecommnity – mit Leuten, die das Bouquet der Tomatensosse preisen und/oder denen die leichte Pfeffernote der Salami ganz besonders mundete. Der ganz normale Alltag in Internetforen also – und wenn jetzt der Forenbetreiber auf Veranlassung des Herstellers der Tiefkühlpizza meinen Beitrag löschen würde, dann würde dies bei den anderen Foristis mit ziemlicher Sicherheit ein kleines Shitstörmchen auslösen.

Würde ich allerdings in selbigem Forum behaupten, dass der Hersteller der Tiefkühlpizza XY es mit der Hygiene nicht so genau nimmt und man deshalb insbesondere bei der Sorte XY doch vorab prüfen sollte ob nicht unter der ein oder anderen Salamischeibe eine tiefgefrorene Küchenschabe oder ein Mäuseschwänzchen den Teig zieren, dann wäre die Löschung meines Beitrags nicht nur höchst wahrscheinlich, sondern sogar gerechtfertigt.

Halber Themawechsel: In der Lesercommunity  „bfriends“ der Zeitschrift „Brigitte“ wird des Öfteren über esoterische Angebote diskutiert, und fleißig werden von den Posterinnen die Erfahrungen mit AstrologINNen, KartenlegerINNEn und anderen Anbietern solcher Dienstleistungen – selbstverständlich mit Namensnennung – ausgetauscht. Das scheint normalerweise auch bei negativen Meinungen kein Problem zu sein, wie man in den folgenden Zitaten lesen kann:

Marlies Döscher hat mal einer Freundin von mir geraten, sie solle schnell mit ihrem OdB poppen, um zu sehen, ob sich eine Beziehung mit ihm wirklich lohnt. Sehr seriös . So weit ich weiß, ist auch keine ihrer Voraussagen eingetroffen.

Petra Röntgen – ich weiß, hier wurde sie empfohlen, ich kann das nicht und ich kenne viele ihrer ehemaligen Kundinnen, bei denen genau wie bei mir rein gar nichts eingetroffen ist. Sie ist eine Schönrednerin. Mir hat sie damals was erzählt von einem Haus im Grünen mit meinem Freund und zwei Kindern. Jetzt sind wir getrennt. Und auch den anderen Kundinnen hat sie das Blaue vom Himmel erzählt, dass natürlich nie eingetroffen ist. Sie hat so Spitzenbewertungen, weil die Kunden in ihrer ersten Euphorie nach dem Gespräch sofort 5 Sterne vergeben.

Maria Theresia Grass alias Thekla – hat total viele Spitzenbewertungen, redet aber nur schön und ich kenne viele Kunden von ihr, keine einzige ist heute mit ihrem Herzensmann zusammen

Lediglich allzu dreiste (Eigen-)Werbung scheint hier entfernt zu werden. In diesem Thread sieht es aber ein wenig anders aus. Dort gibt es einen Beitrag von „schnabel“, datiert auf den 29.12.2011, 17:23 Uhr, der heute so aussieht:

Die gleiche zensierte Leere ziert einen weiteren Beitrag von „schnabel“ (17:59 Uhr am gleichen Tag), sowie Beiträge von „aninmi“ (01.03.2012, 11:03 Uhr) und „einmalname“ (03.03.11:45 Uhr). Bei einem weiteren Post von „schnabel“ (30.12.2011, 12:34 Uhr) variiert die Begründung leicht:

Was stand eigentlich in den von der Forenadministration inkriminierten Beiträgen? Waren es eher persönliche Erfahrungsberichte – und damit erlaubt! – oder doch eher wüste Anschuldigungen ohne jeden Beleg? Zufällig hatte ich diese Seiten per Screenshot gesichert, so dass ganz einfach zu dokumentieren ist, was die Administratoren von bfriends.de hier wegzensiert haben.

Interessant ist dabei, dass alle zensierten Beiträge bis Mitte März noch ganz normal im Forum verfügbar waren. Die Forenzensur bei bfriends.de schlug ziemlich genau dann zu, als auch ich eine Mail bekam, in der mir vorgeworfen wurde, dass ich mit diesem uralten Beitrag irgendwie gegen mehrere Gesetze verstoßen haben sollte. Ich habe allerdings nicht mit Löschung des Beitrags reagiert, denn wie mir mehrere Juristen, die ich eher zufällig traf, bestätigten gibt es keinen Grund, seine Meinung nur deswegen vor der Öffentlichkeit zu verbergen, weil diese der Anbieterin/dem Anbieter nicht gefällt.

Bei bfriends.de scheint man da anderer Meinung zu sein – bzw. man zensiert lieber grundlos die Beiträge seiner Forumsteilnehmerinnen, statt die Esoterikanbieterin auf das grundgesetzlich garantierte Recht auf freie Meinungsäußerung hinzuweisen. Schaut man sich die Originalposts an, dann waren es wirklich rein subjektive Erfahrungsberichte, die sich allerdings kritisch mit diesem „sehr speziellen“ Angebot auseinandersetzten. Hier ein paar Ausschnitte aus dem Post von „schnabel“:

Ist hier irgend eine Schmähkritik oder eine Beleidigung der Anbieterin zu lesen?

Am Ende musste noch der finanziellen Aspekts der Aktion geklärt werden:

Auch hier („einmalname“) wurde lediglich die eigene Erfahrung mit dieser Anbieterin geschildert:

Nur im Post von „aninmi“ finden sich nach der folgenden Passage …

…ein paar Bemerkungen, die man mit einer großen Portion Böswilligkeit als  grenzwertig einstufen könnte (deswegen lasse ich diese Passagen auch weg).

Wie „schnabel“ außerdem berichtete, ist Forenzensur bei dieser Anbieterin nicht unüblich:

Auf die letzte Frage von „schnabel“ kann ich mit ja antworten. Die Frau scheint jedem Forum und jedem Blog, der „etwas Negatives“ (Originalzitat!!!) über sie schreibt eine entsprechende Mail zu schicken. Und offenbar gelingt es ihr tatsächlich die  ein oder andere Forenadministration – zum Beispiel bei bfriends.de – zu beeindrucken. Dass die Forenadministration einer so großen und mächtigen Zeitschrift wie der Brigitte sich von einer Esoterikanbieterin so leicht einschüchtern lässt, das hätte ich nicht gedacht, denn andere Foren sind da offensichtlich weniger (hier wird nur der Name der Anbieterin abgekürzt) oder gar nicht (in diesem Forum gibt’s den Originaltext) einzuschüchtern.

Die Verantwortlichen bei bfriends.de sollten sich entscheiden, ob sie eher auf der Seite ihrer Community stehen (… und deren Recht auf freie Meinungsäußerung verteidigen!!!) oder ob sie lieber die vermeintlichen Rechte von Menschen verteidigen, deren Angebote gemäß BGB § 275 nach deutschen Recht generell nichtig sind („Der Anspruch auf Leistung ist ausgeschlossen, soweit diese für den Schuldner oder für jedermann unmöglich ist.„).

*ich wüsste nicht dass es eine solche Pizzafreundecommunity gibt, die existierende Webseite pizzafreunde.de gehört übrigens einem Lieferdienst, über den ich mangels konkreter Erfahrung keine Aussage tätigen kann.





Schwachsinn hoch zehn …

3 04 2012

… ist dieser Artikel, in dem es einem BILD-Journalist aus Dresden gelingt in 224 Wörtern bzw. 1284 Zeichen eine rekordverdächtige Anzahl Unsinn unterzubringen. Nicht dass ich von der BILD-Zeitung intellektuell anspruchsvolle Artikel erwarte, aber dieser ist eine absolute Meisterleistung. Es geht um einen 11 cm hohen, schwarzen Schädel „aus Vulkangestein“, der einem Mann gehört (zu dem später mehr), der Reisen zu Kornkreisen organisiert und diesem Steinschädel magische Kräfte zuschreibt.

Angeblich ist der Kopf Tausende Jahre alt und stammt von den legendären Maya. 

Ja! Genau! Angeblich! Übrigens: Man könnte das ganz einfach wissenschaftlich überprüfen … … aber der mutmaßliche Journalist glaubt diesem Mann (zu dem später mehr) offensichtlich alles.

[…] glaubt, dass die Skulptur SS-Chef Heinrich Himmler († 44) gehörte. (5)

Muss es unbedingt diese stinkende, braune Sosse sein? Aber der Mann (zu dem später noch einiges zu erzählen ist) darf seinen Schwachsinn weiter verbreiten:

Der Dresdner dagegen erklärt, er habe recherchiert und herausgefunden, dass Himmler mit Geldern aus dem berüchtigten „Amt Ahnenerbe“ 1937 bis 1939 eine Expedition nach Tibet entsandte.

Für diese Recherche reicht ein kurzer Blick in die Wikipedia (hier die englische Webseite zum Thema) …

Dort sollen die Nazis solch einen Schädel aus einem Kloster geholt haben.

Äh, Moooooment! Wie kommt eigentlich ein Maya-Schädel (Mittelamerika) in ein nepalesisches Kloster (Mitten in Asien)? Das wäre eine einfache Frage gewesen, und die Antwort hätte mich wirklich sehr interessiert. Aber stattdessen gibt es das vermeintliche Gerücht eines eventuellen Schlüssels zur Weltherrschaft:

Die Nazis waren der Überzeugung, dass 13 solcher Schädel existierten. Wer sie zusammenführt, besitzt einen Schlüssel zur Beherrschung der Welt.

Wen interessiert eigentlich, von was die Nazis überzeugt waren? Viel interessanter ist sowieso die Geschichte, wie dieser Mann (zu dem gleich noch ein wenig zu sagen sein wird) den Steinschädel 2009 von jemanden geschenkt bekommen habe will, dessen Vater bei der Verhaftung Himmlers (jetzt reicht’s aber mit dem braunen Zeugs!) dabei gewesen sein soll. Und jetzt wird’s noch mystischer, denn der Schädel hat das dem Ex-Besitzer selbst eingeflüstert:

Sein Vater hätte ihn aufbewahrt. Doch nun forderte der Schädel, der ‚Quauthemoc‘ heiße und telepathisch Kontakt aufnehme, dass man ihn an mich übergebe.

Wow! Ein Kristallschädel mit eigenem, mystisch klingenden Namen, der sich seinen neuen Besitzer (gleich noch mehr zu ihm) selbst aussucht. Und wenn wir schon bei den Maya sind, dann muss natürlich auch noch dieses ominöse Datum aus dem Dezember dieses Jahres verbraten werden:

Ein Maya-Nachfahre hat jetzt Schädelbesitzer aus der ganzen Welt zu einem Treffen in die alte mexikanische Stadt Palenque eingeladen. Ausgerechnet für den 21. Dezember 2012 – dem letzten Tag des Maya-Kalenders, an dem angeblich die Welt untergeht!

Ja, ich habe den letzten Link getürkt! Normalerweise wird auf eine Seite der BILD verwiesen, aber bei Astrodicticum ist dann doch ein klein wenig mehr Information zu diesem Thema zu finden …

Aber nun zu dem Herrn, der hier unkommentiert seine braunen Referenzen und weitere Hirngespinste vorstellen darf, denn den musste ich hier schon des Öfteren erwähnen. Es ist niemand geringerer als der Erfinder der wunderbar lächerlichen Palmblattprognosen, in denen er für 2011/2012 unter anderem Folgendes gelesen haben will:

In den europäischen Metropolen wird es Aufstände geben, die sich zum großen Teil auch gegen dort ansässige Ausländer richten werden. Besonders blutige Kämpfe werden sich in Paris und Rom, aber auch in Madrid, London und Prag abspielen. In Rom wird auch der Sitz des Oberhauptes der katholischen Kirche gestürmt. Zahlreiche Würdenträger sterben bei den Plünderungen, auch der Papst, der zwar zunächst fliehen kann, jedoch außerhalb von Rom in einen Hinterhalt von Plünderern gerät.

Was mich außerdem irritiert, ist die Tatsache, dass dieser Mann – ebenfalls aus den Palmblättern – auch folgenden Satz gelesen haben will …

Die Möglichkeit, nicht nur durch den Raum, sondern auch durch die Zeit zu reisen, wird durch Experimente im Jahr 2012 sowohl in der Schweiz als auch in Australien bewiesen werden.

… zu dem er die entsprechende Reise anbietet:

Jeder Mensch träumt vermutlich irgendwann im Leben davon, in eine andere Zeit zu reisen. Aber für die meisten wird das wohl ewig ein Traum bleiben.Wie soll das auch gehen? Unter dem Namen „Time Machine 1212“ hatten vor einigen Jahren ein paar Männer eine Idee, wie dieser Traum vielleicht doch zu verwirklichen geht. Diese Idee ist so simpel, dass man sie ruhig genial nennen kann. In einer einzigartigen Versuchsanordnung setzen nun der Diplom-Physiker Walter Gith, der Diplom-Ingenieur Uwe Aloé und der Ökonom Bernd Siebler als Initiatoren ihre Idee in die Wirklichkeit um. Unter der Annahme, dass ein Zeitreiseverfahren in der Zukunft entwickelt wird, hat das Projekt exzellente Chancen erfolgreich zu sein. Vielleicht wird ja auch gerade diese jetzige Initiative zur zukünftigen Erfindung eines Zeitreiseverfahrens massgeblich beitragen? Wenn am 12.12.2012 keine Zeitmaschine erscheinen sollte, wäre im Umkehrschluss der Beweis erbracht, dass Zeitreisen grundsätzlich nicht möglich sind. Erleben Sie mit uns am 12.12.2012 das „Jahrtausend-Zeitreise-Experiment“ in Queensland/Australien.

Immerhin, das Timing der Reise nach Australien erlaubt, dass der entweder-an-alles-Glauber-oder-allen-Schwachsinn-für-sein-Geschäft-ausnutzende Herr Ritter noch rechtzeitig zu diesem ominösen Schädel-Event nach Palenque reisen kann. Meine Prognose für Palenque ist einfach: Leute, das mit der Weltherrschaft wird auch dann nicht klappen, wenn sich dort statt 13 dann doch 3000 Kristallschädelbesitzer einfinden werden …





Akademische Titel für Esoterik? Die schwierige und die einfache Variante!

28 03 2012

Die schöne bayrische Kreisstadt Traunstein wird seit einiger Zeit von wissenschaftlich denkenden Mitmenschen eher mit Kopfschütteln bedacht. Die Stadt will sich doch tatsächlich mit einer Hochschule für Homöopathie schmücken – und die Begeisterung der Entscheider ist schier grenzenlos. Ein Glücksfall soll das sein, auch wenn die designierten Betreiber schon mal vorsorglich auf ein kleines Problemchen hinweisen (und böse Kommentare von Kritikern zu lesen sind):

Als Wermutstropfen mussten die Stiftungsvertreter einräumen, dass die Frage der Anerkennung des Abschlusses derzeit nicht endgültig geregelt sei.

Etwa 150 km entfernt von Traunstein ist man schon ein wenig weiter. In Freising machte die Hochschule Weihenstephan Schlagzeilen, weil es dort schon hochoffiziell ein Modul mit dem wunderschonen Namen „Landschaftsästhetik & Geomantie und Feng Shui in der Landschaftsarchitektur“ gibt. Die Reaktionen auf dieses Angebot waren eindeutig, sogar der  Spiegel kommentierte. OK, einen Bachelor oder Master gibt es für diesen esoterischen Quatsch nicht, zumindest nicht alleine, aber man kann immerhin eine Abschlussarbeit mit einem solchen Mumpitz-Schwerpunkt schreiben.

Ebenfalls in Freising befindet sich der 2. Studienort von animalmundi. Diese selbst ernannte „Schule“ bildet z.B. Tierhomöopathen aus – und sammelt Spenden um ihr spezielles Anliegen zu unterstützen: Ihre so genannten Ausbildungen sollen doch bitte Bachelor-Weihen erhalten, es soll sogar der Bachelor of Science sein!

Das mit dem Bachelor ist in Deutschland allerdings ein wenig schwierig. Es gibt hier nur 5 Varianten und „Laws“, „Education“ und „Engineering“ scheiden für solche Themen von vorne herein aus. Bleiben noch „Arts“ und „Science“, aber mit Wissenschaft haben die drei Studienangebote in etwa so viel zu tun wie der Papst mit dem Wechseln von Babywindeln. Bleiben also nur die „Arts“, also Sozial-, Sprach-, Kultur-, Informations– und Wirtschaftswissenschaften. Immerhin! Und genau so machen sie das ja auch in Frankfurt/Oder, denn an der Viadrina gibt es seit 2008 einen Studiengang Komplementäre Medizin, der in der Presse und in Blogs kritisiert wurde, und einen Master of Arts bescheren soll (hier die Beschreibung). Die Homöopathen hatten das Spielchen übrigens auch in der Homöopathiestadt Köthen, gemeinsam mit der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg, probiert, scheiterten aber daran, dass den Magdeburgern offensichtlich das Geld für solchen Humbug fehlte.

Diese gewünschte oder bereits angebotenen Titel haben zwei entscheidende Nachteile. Außer dem – nicht titelrelevanten – Wahlmodul zu Geomantie und Feng-Shui in Weihenstephan sind die anderen Studienangebote ausnahmslos kostenpflichtig. Das bedeutet, dass man nicht nur  jahrelang arbeiten und lernen, und am Ende sogar noch eine Prüfung ablegen muss – das ganze kostet auch noch reichlich Bares. Und das ganze nur um dann den Titel eines Bachelor oder Master „of Arts“ führen zu dürfen? (Ich kann ja leider nicht ausschliessen, dass solcher unwissenschaftliche Unsinn nicht doch irgendwann ‚mal mit einem „of Science“ Titel geadet wird, hoffe es aber nicht!) Allzu eindrucksvoll ist dieser Titel ja nicht. Außerdem sagt der Titel alleine rein gar nichts über irgend eine Qualifikation des Trägers aus. Der „of Arts“-Titelträger könnte ebenso gut ein Wirtschaftswissenschaftler o.ä. sein.

Viel eindrucksvoller wäre es natürlich, wenn man schon am Titel selbst sehen könnte, dass der Titelträger eine Koryphäe in seinem – esoterischen – Gebiet ist. Hier bietet diese Seite eine billige und viel einfachere Alternative. Statt jahrelang an irgend einer obskuren Hochschule zu lernen und sich einer Prüfung zu unterwerfen kann man sich viel eindrucksvollere Titel ja auch einfach kaufen. Und das sind keine Bachelor oder Master, es sind echte Doktor- oder Professorentitel, die man in vielen „Fachgebieten“ erwerben kann. Dass man diese Titel in der Öffentlichkeit nicht einfach mit Dr. oder Prof. abkürzen darf ist dabei nicht einmal ein Nachteil, denn an diesem Titel kann man genau erkennen in welchem Gebiet der Träger  als Scharlatan unterwegs ist sich nach außen als Meister seines Fachs ausgeben will. Zu den rechtlichen Fragen empfehle ich diese Seiten des Anbieters. Scheinbar dürfen selbst ernannte Kirchen alle möglichen Titel vergeben und diese Titel dürfen auch in Deutschland verwendet werden – so lange sie nicht mit echten akademischen Titeln zu verwechseln sind*.

Also warum in Traunstein oder sonstwo studieren, wenn man den Titel eines Dr. h.c. of Homeopathy für kleines Geld (mit einem Groupon-Gutschein kostet der Spaß mit dem Doktortitel gerade mal 39 Euro, der Prof. ist 10 Euro teurer) erwerben kann? Ok, wenn man den Titel tragen will muss man ihn in voller Länge angeben, und das sieht dann so aus:
Dr. h.c. of Homeopathy, MLDC Institute (USA)

Wow! Ist das nicht viel eindrucksvoller als ein schnöder „Bachelor of Arts“ oder „Master of Arts“? Das ist ja sogar ein Dr. (oder Prof.) h.c., also einer der ehrenhalber verliehen wird. Bestimmt für höchst aufsehenserregende Forschungen oder Erkenntnisse in dem entsprechenden „Fachgebiet“ … … dass man einen solchen Titel auch für eine wirklich kleine Spende erwerben kann, daran dürften die Leser der entsprechenden Visitenkarte eher nicht denken. Auch für die Fans der Viadrina gibt es passende Titel:

Dr. h.c. of Alternative Therapy, MLDC Institute (USA)

Dr. h.c. of Alternative Health, MLDC Institute (USA)

Nein, ich möchte hier nicht darüber diskutieren, dass eine Alternative zu Therapie oder Gesundheit eben eigentlich „keine Therapie“ oder „keine Gesundheit“ bedeuten kann. Für die Studenten in Weihenstephan-Triesdorf empfehle ich die beiden folgenden Varianten:

Dr. h.c. of Dowsing, MLDC Institute (USA)

Dr. h.c. of Feng Shui, MLDC Institute (USA)

Klingt das nicht hervorragend? OK, die Tierhomöopathen kriegen keinen eigenen Titel, aber dafür gibt es noch viele andere, über die man wirklich ernsthaft nachdenken könnte. Zum Beispiel dieser:

Dr. h.c. of Ufology, MLDC Institute (USA)

Man muss dafür nicht einmal behaupten, einmal von einem Ufo entführt worden zu sein! Ein paar Euro genügen und Sie sind bei allen UFO-Fans der absolute Star. Wenn Sie sich hingegen gerne irgendwelche pseudophilosophischer Schwurbeltexte in Anwesenheit anderer Menschen entäußern möchte, dann empfehle ich den

Dr. h.c. of Metaphysics, MLDC Institute (USA)

Andere werden lieber diesen Titel erwerben wollen:

Dr. h.c. of Apologetics, MLDC Institute (USA)

Eigentlich ist das ja ein Dr. in Ausreden, aber Apologetics klingt besser …

Meine absoluten Favoriten sind aber die folgenden beiden. Zum ersten der:

Dr. h.c. of Divinity, MLDC Institute (USA)

Einen Doktor h.c. in Göttlichkeit zu besitzen ist schon obercool. Man könnte das ja leicht abkürzen und auf die Frage „was machst’n du“ immer gleich mit „Ich bin Gott ehrenhalber“ antworten. Denn was soll ein Dr. in Göttlichkeit denn sonst aussagen?

Noch besser ist natürlich dieser Titel:

Dr. h.c. of Immortality, MLDC Institute (USA)

Einen Unsterblichkeitsdoktor verleiht die „normale“ wissenschaftliche Community schon gleich gar nicht. Ich frage mich nur, ob die Erben dann – falls der Träger dieses Doktortitels denn trotzdem irgendwann einmal ableben sollte – die Gebühr für den Titel zurückverlangen können? Aberkennen kann man diesen Titel ja nicht so einfach …

Es fehlt natürlich noch der Titel für den aufgeklärten Menschen des 21. Jahrhunderts überhaupt. Diesen würde ich selbstverständlich sofort erwerben:

Dr. h.c. of Sheng Fui, MLDC Institute (USA)

Ob mein charismatischer Lieblingsguru vielleicht dafür sorgen könnte, dass auch dieser Titel verfügbar wird?

* das finde ich das wirklich Beste an dieser ganzen Sache. Offensichtlich haben diese kaufbaren Doktortitel auch deswegen so tolle Namen, damit sie nicht mit echten Doktortiteln verwechselt werden können. Das „Fachgebiet“ muss wohl ausreichend unwissenschaftlich sein, damit es für die „Allgemeinheit“ als reiner Kauftitel erkennbar werden kann (wenn sich die Leute da mal nicht täuschen) …





Spam von Frau M.

23 03 2012

Am 14. März hatte ich kurz davon berichtet, dass mich eine gewisse Frau M. allerlei Gesetzesübertretungen bezichtigt weil ich es vor etwa 3 Jahren nicht nur gewagt habe, ihr Angebot zu kritisieren, sondern auch die entsprechenden (von mir kritisierten) Passagen ihrer Webseite wortwörtlich zu zitieren. Inzwischen habe ich schon 5 gleichlautende Mails von ihr bekommen (die letzte heute Nachmittag), und da sie in einer sechsten Mail nochmals betonte, dass ich – nach Meinung ihrer Webseitenagentur – definitiv gegen das Urheberrecht verstoßen habe weil ich sie vor Übernahme der Texte nicht um Erlaubnis gefragt hatte, beschloß ich heute Abend zu handeln.

Ich weiß natürlich, dass ihre Behauptungen völlig aus der Luft gegriffen sind. Natürlich darf ich aus veröffentlichten Werken zitieren. Insbesondere dann, wenn es diesen Texten einer gewissen „Schöpfungshöhe“ mangelt. So darf ich zum Beispiel das auf einer Internetseite veröffentlichte Jahreshoroskop eines Astrologen in voller Länge veröffentlichen und kommentieren (da hatte sich vor Jahren ‚mal einer beschwert und einen Rechtsanwalt auf mich gehetzt …), denn das Jahreshoroskop erfüllt das Kriterium der Schöpfungshöhe eben nicht. Schon gar nicht erfüllt ist dieses Kriterium bei reinen Werbeaussagen …

Aber sei’s drum. Wenn die Frau denn unbedingt möchte, dass ich ihre Zitate aus dem Text entferne, dann mache ich das eben …

… und ersetze die Zitate durch die entsprechenden Screenshots. Das ist – ich habe in dieser Woche zufällig ein paar in diesem Themen versierte Anwälte getroffen – selbstverständlich erlaubt. Außerdem macht das den Artikel bunter, so dass man jetzt die Palmblätter aus Mönchengladbach auch in Farbe genießen kann.





Nachtrag zum 11.11.: Bild und die Eso-Jecken-Synchronizität

11 11 2011

Ich weiß ja, dass ich zu spät dran bin. Eigentlich hätte ich mich schon früher um mein heutiges Tagesprogramm kümmern müssen, denn schließlich ist heute ja ein ganz besonderer Tag. So viele Einsen im Datum gibt es nur alle hundert Jahre und da muss ja irgend etwas Besonderes passieren oder?*

Und wenn schon die Bild-Zeitung (zumindest hier im Bergischen Land) auf der Titelseite dick und fett den verrücktesten Tag des Jahres propagiert, dann hätte man sich vielleicht ein wenig darauf vorbereiten sollen. Aus beruflichen Gründen habe ich die Schlagzeile und den dazugehörigen Artikel erst im Nachhinein gelesen und musste bei drei der befragten Koryphäen doch sehr lachen. Das nichtssagende astrologische Blabla von  Michael Allgeier war ebenso lächerlich wie Herrn Dimdes lächerliche Phantasie, die mit Sicherheit nicht aus irgend einem Nostradamus-Werk stammt. Warum man auch noch eine Rubrik „11.11. und Job“ in die Liste aufnahm, das erschließt sich mir nicht. Der Text dazu …

Zahlenforscher Arndt Aschenbeck (40): „Die 11 steht für einen Neuanfang – aber auch für inneren Kampf. Verhandlungen gelingen, Verträge erweisen sich als günstig, Gehaltsforderungen sind erfolgreich. Vorsicht vor Neidern und Intriganten!“

… ist inhaltlich auf dem selben unterirdische Blabla-Niveau wie bei den anderen beiden Erwähnten, aber dass sich dieser „Zahlenforscher“ zur „11“ äußerst ist höchst verwunderlich. Wenn er nämlich in seinem Blog etwas schreibt (Ja, man kann ihn auch den Leichenfledderern zuordnen, den von 5 auf dieser Seite zu findenden Artikeln beschäftigen sich 2 mit gerade Verstorbenen), dann werden immer nur einzelne Ziffern, nie die 10, 11 oder gar 12 auf irgendeine (natürlich völlig willkürliche) Weise gedeutet. Jetzt soll also die die „11“ für einen Neuanfang stehen? Oder nicht vielleicht doch für das „Fastende“ (eines Dutzends)? Oder für einen Wiederanfang (nach dem Ende einer ersten „Zehnerrunde“)? Oder hat sich der Mann einfach nicht an die vielfache „1“ getraut? Oder war ihm die „6“ (1+1+1+1+1+1) suspekt, oder auch die „8“ (1+1+1+1+2+0+1+1)?

Mich würde heute aber sowieso etwas ganz anderes interessieren. Ich würde zu gerne wissen, ob ein Mensch, der diese Veranstaltung in Köln besuchte (bzw. aktuell noch besucht) …

… sich vielleicht vorher noch bei einer anderen Veranstaltung angemeldet hat, für die zum einen galt …… und zum anderen persönliches Erscheinen absolut unerwünscht war:

Das wäre für Kölner auch doof gewesen, denn der veranstaltende Laden hat seinen Sitz in der Nähe von Würzburg. Aber das macht ja nichts, denn es war ja keine Präsenzverannstaltung sondern …

Heilung ist natürlich gut, wenn man an die körperlichen Folgen eines solchen Tages denkt. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass so manchem Kölner Jecken die folgenden Sätze nach dem wasweißichwievielten Kölsch schon kurz nach dem Mittagsläuten durchaus plausibel erscheinen mögen: … aber ob man in Kölle gewillt ist, dafür auch noch 10 Euro zu latzen? Da nimmt man lieber diesen Satz aus dem Newsletter des verlinkten Ladens …

… beim Wort, deutet ihn auf die Lebensfreude spendende Getränkezufuhr um und bittet den Köbes um Nachschub.

… oder eine Begrüßungszigarette – steht zwar nicht direkt so da, aber es leuchtet und raucht auch. Ich vermute, dass sich so mancher Jeck daran gehalten hat! Und auch Abends, wenn sich längst alles verbrüdert hat, sind die Esoteriker zumindest virtuell ganz eng an der Seite der Jecken:

Genau so muss das aussehen! Wenn am Abend die „Überlebenden“ in diversen Kölschkneipen gemeinsam ihr (für Außenstehende wie mich eher unverständliches) Liedgut zum Besten geben und sich schunkelnd in den Armen liegen –  das kommt dann schon einer Art „Einheits-Bewusstsein“ sehr nahe.

Aber Vorsicht! Wie die Jecken wissen bleiben solche Abende nicht ohne Folgen, und das wissen auch unsere Schwurbifexe aus dem Fränkischen:… und sie haben recht, nach 3 Tagen dürfte auch der schlimmste Kater überstanden sein. Ist schon toll, dass die Hardcoreesoteriker und die Hardcorejecken an diesem einen Tag im absoluten Gleichklang leben – in einer Art Supersynchronizität, wobei sogar mir als ausgewiesenem Fastnachts- bzw. Karnevalsverweigerer die Kölner Variante dann doch um Einiges sympathischer ist.

.

*Nun ja, in den letzten tausend Jahren war ja immer noch eine 1 mehr im Datum, wenn man es denn ausgeschrieben hätte und vor 900 Jahren, an einem Datum das vollständig nur aus Einsen besteht, scheint (laut Wikipedia) nichts Weltbewegenderes passiert zu sein als die Weihe der Martinskirche in Neckartailfingen – aber immerhin hat die einen schiefen Turm!





Kalenderverwirrte, Zeitreisen und Hämmorrhoiden – Nachtrag zum 28.10.2011

30 10 2011

Und? War was? Manche der Anhänger des Mayakalenderendes vom 28.10.2011 wollen partout irgend etwas gemerkt haben:

Das also ist das Paradies. Die Neunte Welle ist zu Ende und somit der Mayakalender insgesamt. Alles in Allem bin ich überrascht und begeistert, wie präzise die Prognosen des Kalenders eingetroffen sind, auch wenn ich mir selbst ein viel schnelleres Fortschreiten zum ganzheitlich erleuchteten Einheitsbewusstsein gewünscht hätte.

So fühlt sich also der Tag danach an, der zum Mayakalenderende für den Autor eher Profanes barg:

In einem anderen Blog wird hemmungslos und vollkommen sinnbefreit über irgend einen „Aufstieg“ geschwurbelt, wobei zusätzlich – warum auch immer – ein in Köln, Düsseldorf und Mainz alljährlich wichtiges Datum genannt wird: der 11.11.. Was es mit diesem Tag Besonderes auf sich haben soll, das verrät der Text zwar nicht, aber beim Stöbern auf der Seite habe ich dann doch noch einen Link gefunden, der etwas mit diesem Datum zu tun zu haben scheint.

Zumindest in den genannten Städten dürften sich der 11.11. für so manche Menschen tatsächlich im Hirn bzw. mit Kopfschmerz am Folgetag auswirken.

Auf dieser Seite leidet man offensichtlich unter einer Art Kalenderverwirrung.

Wie ich in meiner letzten Botschaft an euch mitteilte (Channeling July) endet das Jahr 2011 am 28.10.2011 und dort beginnt das Jahr 2012.

Komisch, mein Wandkalender zeigte am Freitag keinen Silvestertag und auch heute ist noch immer 2011. Das ist aber ganz bestimmt wieder so eine gaaanz pöhse Verschwörung, die glücklicherweise von dieser „Neuen Gemeinschaft von Philosophen“ bereits aufgedeckt wurde:

Das Eine-Welt-Establishmant hat nämlich ein ganz besonderes Interesse daran, die Weltöffentlichkeit in dem Glauben zu lassen, daß der 21. Dezember 2012 das entscheidende Wendedatum des Mayakalenders sei.

 Aber warum nur?

Mit der falschen Fokussierung auf 2012 will man erreichen, daß der Großteil aller Menschen die Zuspitzung der Krise für 2011 nicht einplant bzw. erst gar nicht für möglich hält, sie damit davon abgehalten werden, die dringend notwendigen Krisenvorbereitungen früh genug zu treffen und somit unvorbereitet dem gesellschaftlichen Chaos ausgesetzt sein werden. Und genau ein solches Verhalten braucht das Establishment unbedingt, um den unvorbereiteten Völkern das globale Versklavungssystem der Eine-Welt-Herrschaft aufzwingen zu können – „ORDO AB CHAO“ ist das oberste Motto der menschen- und völkerverachtenden Freimaurer!

Ach so! Die Freimaurer ‚mal wieder. Aber was man von diesem auf den 2.2.2011 datierten Text halten soll zeigt schon diese …

[…] (Anmerkung: Sehr wahrscheinlich markiert dieses Datum das Ende des Dritten Weltkriegs durch die prophezeiten Kataklysmen [Nibiru?] als das definitive Ende des alten Paradigmas und Herrschaftssystems).

Nibiru? Ende des 3. Weltkriegs? Da haben die bösen Medien beim Verschweigen wohl ganze Arbeit geleistet!

Eine andere Kalenderverwirrung gehört wohl eher in diese Kategorie, denn  der Autor huldigt nicht nur ausgiebig jeder absurden Verschwörungstheorie sondern hat auch absolut tolle Sonderangebote  auf Lager, die gegen Bares zu erwerben sind. Man muss sich aber schnell entscheiden:

Dieses Angebot gilt nur bis Sonntag, 30.10.2011, damit viele von Euch die Möglichkeit haben, dabei zu sein und damit Geld dabei keine große Rolle spielen soll … Ab Montag 31.10.2011 erhöht sich die Teilnahmegebühr definitiv auf 222,- Euro, was dann ja immer noch 350,- Euro Ermäßigung beinhaltet …

Nun gut, für ein Teil dieses Paketes bräuchte der Anbieter wohl eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit, denn das Folgende soll 95 Euro wert sein:

Persönliche Verankerung auf Deinen Vor- und Nachnamen als Stellvertreter für Deine ganze Familie bezogen auf Ort und Zeit des Rituals im Salar de Uyuni in Bolivien am 28.10.2011 um 11:11 Uhr

Und klar, dass sich der Preis ab Montag 31.10. erhöht – Zeitreisen werden ja täglich teurer …

Interessant ist bei dieser in Panama registrierten Seite übrigens der Haftungsauschluß:

Durch die Nutzung der  hier erhältlichen Angebote kann subjektiv das Empfinden eines sehr starken Energieflusses auftreten.

Stimmt, aber nur wenn man Energie mit Geld gleich setzt.