Maya-Kalender endet schon diese Woche – am 28.10.2011 …

24 10 2011

… zumindest derjenige, an den sich dieser Blogger anzulehnen scheint:

Am 9. März 2011 begann die Neunte und letzte Welle des Mayakalenders. Sie dauert 234 Tage und endet am 28. Oktober 2011 gemeinsam mit allen acht vorhergehenden Wellen. Sie bildet damit den Höhepunkt und Abschluss der gesamten Zeitrechnung des Mayakalenders.

Und nun? Also doch nicht der vorweihnachtliche 21.12. im nächsten Jahr? Klar, dass dies Widerspruch hervorruft – die Astrologin Antonia Langsdorf wagt den Autor zu kritisieren, denn sie hat „das Phänomen 2012 mit den verlässlichen Vorhersagemethoden der Astrologie“ untersucht, und wenn der jetzt Recht hätte, dann wäre ihr Buch, ja ihre ganze „verlässliche Vorhersagemethode“ wohl irgendwie doch eher Mumpitz. Obwohl, wenn man eine Mumpitztheorie mit einer Mumpitzmethode zu untersuchen sucht, dann ist das Ergebnis ja von vorne herein klar …

Der Autor wagt seine abweichende Meinung zum vermeintlichen Kalenderende sogar zu begründen und verweist auf einen alten Schweden, der schon seit einiger Zeit in Texten wie diesem auf den kommenden Freitag hinweist und dies übrigens in diesem Text mit zwei Erdbebenkatastrophen  belegt:

I thus think that plate tectonics and earthquakes are a necessary side effect of the creation of resonance between the human beings and the Earth and that when a new wave starts its interior structure needs to undergo change.

Wenn irgend eine neue Welle im Kalender der Maya beginnt, dann wird irgend eine Resonanz gebildet die dann die Plattentektonik in Bewegung setzt … … und dann rumpelts in der Erde, wie damals (1755) in Lissabon und dieses Jahr in Japan. Für andere Erdbebenkatstrophen (Haiti, Tsunami in Südostasien, etc.) war der Mayakalender bzw. einer seiner „Wellenwechsel“ aber scheinbar nicht verantwortlich, denn sonst hätte der Autor das ganz bestimmt in bester Leichenfledderermanier erwähnt.

Wie sich solcher Quatsch auf Deutsch liest kann man in der Antwort des Bloggers auf Antonia Langsdorfs Kritik lesen:

Das Enddatum kann jedoch plausiblerweise nur auf einen Tag fallen, der 13 Ahau im Tzolkin entspricht. Daher scheidet der 21.12.2012 (4 Ahau) als Enddatum automatisch aus. Wenn man die „Lange Zählung“ bedenkt, dann kann man erforschen, wann diese begonnen hat. Das entspricht dem gregorianischen Datum 11.08.3115 vor Christus. Ganz genau 13 Baktuns später endet der Mayakalender, das entspricht dem 28.10.2011.

Die Plausibilität des Datums der abschließenden Neunten Welle vom 09.03.2011 bis 28.10.2011 ergab sich für mich nicht erst jetzt im August, sondern bereits am 11. März durch das Erdbeben von Fukushima. Wenn man das Erdbeben von Lissabon zu Beginn der Siebenten Welle am 01.11.1755 als Vergleich hernimmt, dann erkennt man, dass diese beiden Beben jeweils ganz zu Beginn einer ganzheitlichen Welle an genau demselben Breitengrad fast exakt am gegenüberliegenden Längengrad stattgefunden haben. Das entspricht ganz genau den gegensätzlichen Energien der Siebenten und Neunten Welle.

Ob jetzt diese Woche schon wieder die Welt irgendwie untergehen oder sich sonst etwas Revolutionäres auf irgend einer „energetischen“ oder spiritüllen Ebene tun soll, das war mir beim Überfliegen dieses Geschreibsels nicht so ganz klar. Beruhigend für die Angsthasen ist vielleicht, dass laut Frau Langsdorf die Welt jedenfalls auch am 21.12.2012 nicht untergehen wird.

Echte Informationen zum ganzen Mayakalenderhype liefern übrigens die 2012-FAQ bei Astrodicticum Simplex. Wer sich dort informiert kriegt genügend Argumente um sich gegen das ganze unsinnige Geschwurbel dauerhaft zu immunisieren.





Ei, Ei, Ei

16 09 2011

Ach wie fies! Da wird die Mutter eines 11-jährigen nicht nur um ein paar Euro abgezockt, sie muss auch noch ein zerdrücktes rohes Ei aus zwei T-Shirts entfernen. Wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung heute meldete hatte eine selbst ernannte Hellseherin der Mutter irgendwelche üblen Verhexungen eingeredet, die nun durch ein abstruses Ritual (für das natürlich gar nicht abstruses Bargeld verlangt wurde) beseitigt werden sollten:

Ein T-Shirt der Mutter, ein T-Shirt des Kindes, ein rohes Ei, eine rote Kerze und eine Heilige brauche sie, um den Hexenzauber auf dem Jungen zu brechen. Damit sollen die besorgte Mutter, die Hellseherin und eine Helferin (51) an einen entlegenen Platz gefahren sein. Dort habe die Zauberin der Mutter das Ei – zwischen die Shirts gelegt – auf den Bauch gedrückt – um die Hexen zu verjagen.

Immerhin, die Mutter ging zur Polizei als die Hellseherin dann noch wesentlich mehr Geld abzocken wollte, und in erster Instanz wurde die nicht zur Verhandlung erschienene Hellseherin zu einer Geldstrafe verurteilt. Wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, dann ist die Strafe zwölf mal so hoch wie der erzielte Gewinn bei der ersten Antihexerei-Ei-Abzocke … … und das wäre eine wirklich gute Nachricht.

Die Hellseherin war aber auch wirklich zu ungeschickt. Hätte sie das Ei nicht zwischen den T-Shirts auf dem Bauch der Mutter zerdrückt sondern nur leicht über deren Körper gerollt (und Unsinniges versprochen), sie hätte sich statt vor Gericht möglicherweise vor einem Volkshochschulauditorium wieder gefunden. So wie z.B.  diese Frau, die an der Volkshochschule Mainz einen Kurs anbietet, bei dem sie genau das tut. Die Veranstaltung heißt „Massage mit dem Ei“ und das Ei wird in weichen Bewegungen über den Körper geführt. Das soll dann irgendwie supidupi-energetisch-toll sein. Die dazu gehörige sinnfreie Anhäufung esoterischer Wellness-Buzzwords liest sich im Original so:

Stress, Ärger, Alltagssorgen – sie belasten Körper und Seele, sie erzeugen negative Energien. Und die können sich im Laufe der Zeit im Körper aufstauen, führen dann zu einer Art innerer Blockade. Der Fluss von positiven Energien wird behindert oder gar verhindert. Die Inkas fanden aus ihrem Wissen über natürliche Kräfte heraus einen Weg, solche Blockaden zu lindern, zu lösen. Inkas und ihre Schamanen waren davon überzeugt, dass ein schlichtes Hühnerei bei sanften Massagen des menschlichen Körpers negative Energien aufnehmen und damit abbauen kann. Ein energetisches Gleichgewicht ist dann wieder zu erreichen.

Mag sein, dass die Inka aus irgendwelchen Gründen Hühnereier über die Körper irgendwelcher Personen gerollt haben – die Suche nach entsprechenden Quellen bei google (Stichworte: Ei Massage Inka) lieferte aber eher abseitige Ergebnisse. Nur bei einem Herrn namens Gerardo Pizaro erfährt man etwas zum Thema (immerhin wird das Ei erwähnt!), denn ganz unten geht es um eine ominöse „Reinigung mit dem Ei“:

Es wird wie ein Röntgenbild benutzt, um den energetischen und physischen Zustand der Person zu sehen.

Was? Ein Ei wie ein Röntgenbild? Was für ein Quatsch! Noch spannender ist aber eine weitere bei Herrn Pizaro erwähnte „Methode“:

Im Norden von Peru wird auch heute noch die Reinigung mit dem Meerschweinchen angewandt.

Bleibt zu hoffen, dass die Düsseldorfer Hellseherinnenmafia sich daran kein Beispiel nimmt. Zwischen T-Shirts zerdrückte Meerschweinchen mag ich mir nun gar nicht vorstellen wollen.





Sonntag 15:00 Uhr: Wir denken uns einen Regentanz!

13 08 2011

Ein großes Experiment steht kurz vor seiner Durchführung, und die Skeptiker haben es mal wieder nicht mitbekommen. Gerade noch rechtzeitig hat man mir eine Mail geschickt, die auf zwei YouTube-Videos aufmerksam machten, in denen es um einen wahnsinnig aufregenden „Versuch“ geht, der morgen, also am 14. August, ab 15:00 Uhr stattfinden soll.

Es geht um’s Wetter, denn es soll regnen! Natürlich nicht hier bei uns (das tut es bekanntlich schon seit Wochen), sondern irgendwo in der Sahara – auf der dazugehörigen Webseite wird der Ort Douz genannt. Die Aufforderung zu diesem Experiment in englisch bzw. eine etwas aufwendiger visualisierte Anleitung in Deutsch sollen also dafür sorgen, dass die aktuelle Wettervorhersage für die dortige Gegend sich als falsch erweist – angekündigt ist nämlich Folgendes:

Für diejenigen, die der dortigen Gegend ebenfalls ein wenig Feuchtigkeit zukommen lassen wollen hab ich ein paar Beispiele von Regentänzen auf YouTube gefunden. Laut Anleitungsvideo oben braucht man übrigens selbst keinen Regentanz durchführen, es reicht wenn man ihn einfach denkt, bzw. sich einfach irgendwie vorstellt, dass es dort nassen Sand geben würde oder Ähnliches. Von welchem YouTube-Regentanz man sich da inspirieren lassen will, das muss jede(r) selbst entscheiden …





EHEC-Leichenfledderei und Blue-Beam

6 06 2011

Der aktuelle Newsletter des Allgeier-Verlags findet auch beim Thema EHEC Antwort in den Sternen. In gewohnter Leichenfleddertradition erklären die Autoren warum gerade jetzt …

Rein astrologisch ist der Darm dem Tierkreiszeichen Jungfrau und in zweiter Hinsicht seinem Gegenzeichen Fische zugeordnet. Neptun befindet sich nun seit Anfang April 2011 in den Fischen, seinem eigenen Herrschaftsbereich und wird dort bis 2025 bleiben. Neptun in den Fischen steht astro-medizinisch für eine Schwächung des Darms, etwa durch Umweltgifte oder eben auch Bakterien.

Heißt das, dass wir jetzt bis 2025 mit weiteren Erkrankungen rechnen müssen? Dazu lassen sich die Allgeiers natürlich mal wieder nicht aus.

Auch Christiane Durer wußte schon früh Bescheid und schrieb am 25.5. Folgendes:

Am 21.5. wurde erstmals berichtet, dass in Norddeutschland vermehrt Krankheitsfälle auftraten. Dies geschah unter Neptun-Saturn-Sonne, einer Seuchenkonstellation. 

Frau Durer, eine Katastrophenschnepfe ersten Ranges, wartet aber sowieso nur auf das endgültige Ende – bei ihr wird also jede astrologische Konstellation auf die endgültige Katastrophe hindeuten. Wie schrieb sie am 26.5. zu diesem Thema:

Ja, das kommt bald. Die apokalyptischen Zeichen mehren sich —- aber es dauert trotzdem noch 
relativ lange bis alles zusammenbricht und die Pole sich umdrehen.
Darauf warten ja alle, aber das kommt nicht 2012.
So inbrünstig manche Nibiru und den Polsprung erwarten – oder auch Jesus Christus in den 
Wolken – es geht zunächst einmal immer weiter bergab. Einige Jahre. Bis alle mürbe sind.
Bis dahin passiert folgendes:
Eurocrash
Systemecrash
EU-Zerfall
Reglementierungen
Diktatur
Verarmung
Entrechung
Steigende Kriminalität
Naturkatastrophen
Überschwemmungen
Umweltkatastrophen
Krankheiten und Seuchen
Pferdewagen und Esel als Transportmittel (etc.)
Einsatz des Mikrochips
Einsatz von Blue-Beam
Bürgerkrieg  ….

Von „Blue-Beam“ hatte ich bisher noch nichts gehört. Natürlich ist es etwas ganz Katastrophales, wie man bei diesen Verschwörungsfutzies nachlesen kann:

Das Projekt Blue Beam (deutsch: Projekt Blauer Strahl) wird neben den drei genannten Anschlägen auf New York (WTC, biochemischer sowie nuklearer Anschlag) genannt und soll mit einer gewissen Verzögerung zu den vorgenannten Anschlägen quasi das Finale zur NWO darstellen.

Oder geht es doch eher um etwas Anderes? Der offensichtlich (extrem holprig) übersetzte Schwurbeltext auf dieser Seite verwurstet am Ende Kinofilme und diverse Götter zu einer gigantischen Lasershow und schließt mit der Materialisation von „bösartigen/satanischen Geistern, Gespenstern und Poltergeistern über den gesamten Planeten um Hysterie und Panik zu erzeugen.

Wie Frau Durer den blauen Strahl „erklärt“ weiß ich nicht, denn wenn’s auf ihrer Seite steht, dann wahrscheinlich im Premium-Bereich. Dieser ist aber nur für Bares zugänglich:

6-Monats-Abo – 60 Euro
12-Monats-Abo – 120 Euro

Ein satter Preis für solches Katastrophengeschwurbel. Tipp für die Abonennten: Lest doch einfach öfter die alten Nostradamusbücher von Herrn Dimde. Da gehts auch um allerlei Katastrophen und bei diesen älteren Werken ist das Porto der teuerste Teil der Bestellung …





BGH, BGB und Tarotkarten

14 12 2010

Das Bürgerliche Gesetzbuch ist eine bisweilen verstörende, aber manchemal auch durchaus spannende Lektüre. Um die richtige „Übersetzung“ einiger Paragraphen aus dem BGB ging es in einer Sitzung des Bundesgerichtshofs vom 2. Dezember 2010. Die Robenträger mussten sich mit einem Fall auseinandersetzen, das hier bereits im Juni Thema war und eigentlich auf eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 8.4.2010 zurückging – die Bezahlung einer Tarotkartenlegerin.

Es ging dabei natürlich um Bares, genau um 6.723,50 Euro. Diese wollte der Kunde im Januar 2009 einer Kartenlegerin nicht mehr zahlen, nachdem er im Laufe des Jahres 2008 sage und schreibe 35.000 Euro an die Dame abgedrückt hatte und berief sich auf den einschlägigen Paragraphen 275 Abs 1 des BGB:

§ 275 Ausschluss der Leistungspflicht

(1) Der Anspruch auf Leistung ist ausgeschlossen, soweit diese für den Schuldner oder für jedermann unmöglich ist.

Nun ja, irgendwelche Schicksalsberatungen auf Basis von Tarotkarten sind nun mal nicht möglich, für niemanden. Deshalb muss in diesem Falle außerdem § 611 bemüht werden:

§ 611 Vertragstypische Pflichten beim Dienstvertrag

(1) Durch den Dienstvertrag wird derjenige, welcher Dienste zusagt, zur Leistung der versprochenen Dienste, der andere Teil zur Gewährung der vereinbarten Vergütung verpflichtet.

… und da diese zugesagte Leistung schlicht und einfach nicht erbringbar ist, kann die Dame eben dafür keine Zahlung verlangen. Die Leitsätze des Urteils lassen eigentlich keine Fragen offen:

Das Versprechen einer Lebensberatung, die sich auf die magischen Kräfte gelegter Karten gründet, ist auf eine im Rechtssinn unmögliche Leistung gerichtet. Ein Honoraranspruch für diese Leistung besteht nicht.

Das Urteil erwähnt sogar explizit, dass es sich um andere Fragen dieser „Dienstleistung“ gar nicht gekümmert hat:

Dahinstehen kann im Übrigen auch, ob der Wuchertatbestand gegeben ist (§ 138 Abs. 2 BGB), nachdem die Preise der Klägerin sich deutlich von den Preisen abheben, die im Internet regelmäßig für telefonisches Wahrsagen verlangt werden (0,99 EUR/min).

Ich bin schon mal gespannt, zu welchem Ergebnis das BGH bei der Beurteilung dieses Falles gekommen ist – am 13. Januar (kein Freitag) wird das Ergebnis veröffentlicht werden und es bleibt zu hoffen, dass solcher Abzocke in Zukunft mit Verweis auf dieses Urteil ein Riegel vorgeschoben werden kann.





Alles Marmelade!

4 10 2010

Der Begriff „Marmeladentheorie“ kommt mir immer wieder in den Sinn wenn irgendwelche Esoschwurbifexe mit endlosen Wortkaskaden voller pseudowissenschaftlicher Begriffsverirrungen ihr Unverständnis der wissenschaftlichen Methodik sowie das vollkommene Fehlen wissenschaftlicher Grundkenntnisse dokumentieren. Jetzt habe ich endlich eine Quelle für diesen Begriff gefunden:

Marmeladentheorien“: Freud hat in einer seiner Vorlesungen folgendes dargestellt: Nach unserem gegenwärtigen Wissen besteht der Kern der Erde aus flüssigen Schwermetallen. Wenn nun eines Tages jemand kommt und behauptet, seiner Meinung nach sei dies nicht richtig, weil die Erde innen mit Mineralwasser gefüllt sei, so wird diese neue Theorie zur Kenntnis genommen. Die entsprechenden Wissenschaftler werden die Argumente diskutieren und entweder die neue oder die alte Theorie verwerfen. Anders sieht es aus, wenn jemand auftaucht und behauptet, der Erdkern bestehe aus Marmelade! Jetzt wird man zunächst schnell sagen können: Marmelade ist ein Kunstprodukt aus Menschenhand. Man braucht dazu Obst, welches auf Bäumen und Sträuchern wächst. Diese gibt es aller Wahrscheinlichkeit nach im Erdmittelpunkt nicht, Zucker auch nicht, Menschen auch nicht… also…

Diese Marmeladentheorie wird daher (zur großen Empörung des Entdeckers und seiner sicher beträchtlichen Anhängerschaft!) in der Wissenschaft nicht diskutiert werden. Was wiederum sofort als ein Zeichen für die unglaubliche Arroganz der Wissenschaftler gilt, die es für unter ihrer Würde halten…

Ich habe nicht geprüft, ob der Begriff tatsächlich auf Freud zurückzuführen ist, hier vertraue ich dem Autor dieses Textes. Letztlich ist es aber egal, ob diese Geschichte wirklich auf Freud zurückgeht. Die Absurdität vieler esoterischer Denkgebäude (… und der daraus folgende Arroganz-Vorwurf an die Wissenschaft) sind dadurch jedenfalls wirklich gut zu beschreiben …





Wünschelruten, Bovis-Einheiten und Louis de Funes

31 08 2010

Die FAZ berichtete über den aktuellen GWUP-Test, bei dem ein Herr Müller mit Hilfe seiner Wünschelrute herausfinden wollte, ob ein Stromkabel unter Spannung steht, oder etwa nicht. Die 24 Treffer bei 50 Versuchen entsprachen ziemlich genau der Zufallserwartung, und waren natürlich ein enttäuschendes Ergebnis für den Herrn. Ob er allerdings tatsächlich auf die 10.000 Euro Preisgeld beim erfolgreichen Bestehen dieses Tests (das hätte mindestens 40 Treffer erfordert) angewiesen war, das muss bei seinen Angaben bezweifelt werden, immerhin soll sich sein „Abschirmvlies“ für 90 Euro pro Stück ja bisher ganz gut verkauft haben …

Ein anderer Kandidat, der sich für einen ähnlichen Test angemeldet hatte, trat hingegen gleich gar nicht an:

Eigentlich hatte vor Müller noch ein anderer Kandidat antreten sollen, der feststellen wollte, ob Eimer mit Wasser gefüllt sind oder nicht. Er rief Mahner am Morgen des Tests aber an und sagte, dass der Teppich im Flur seines Hotels über Nacht schlechte Strahlung abgegeben habe und deswegen sein innerer BE-Wert durcheinander sei. Was ein BE-Wert ist, kann hier niemand erklären.

Das mit dem BE-Wert ist eigentlich ganz einfach: Es handelt sich dabei mit ziemlicher Sicherheit um die unter Wünschlern beliebten Bovis-Einheiten. Auch ohne genaue Kenntnis des bösen Teppichs im Hotelflur wäre dem Mann leicht zu helfen gewesen, und da kommt schon wieder der Name eines Herrn Müller ins Spiel. Der spielt nämlich eine Rolle in folgendem kurzen Sketch von Louis de Funes

… und die dort erwähnte Muskatnuss hätte den BE-Haushalt des verhinderten Wassereimerwünschlers doch ganz bestimmt wieder in Einklang bringen können – zumindest wenn man der Tabelle auf dieser Webseite glauben will. Während die „gute Vitalstrahlung beim Menschen“ (was immer das auch sein mag) mit 7000-8000 Bovis-Einheiten (BE) angegeben wird „strahlt“ die Muskatnuss mit sagenhaften 34000 BE,  Laut dieser Seite also in einem „kosmischen Strahlenbereich

Vielleicht war das dem Mann aber auch einfach zu gefährlich, denn die oben verlinkte Tabelle weist 14000 BEs als „Schwelle zur Verwandlung“ aus, und da sollte man dann doch lieber vorsichtig sein.

Deshalb reagiere ich auf die Strahlenschleuder auf meinem Schreibtisch …

… mit zwei vor sich hin strahlenden Handys und einem DECT-Telefon. Nachdem ich auch den WLAN-Router im Arbeitszimmer aufstellte haben sich die aus meinem Schädel gewachsenen Fühler inzwischen auch weitgehend zurückgebildet. Trotzdem traue ich mich noch nicht, eine Goji-Beere (355000 BE) zu essen …

PS:

Dass der Namensgeber dieser Schwurbelwerte – Andre Bovis – tatsächlich ein Physiker gewesen sein soll, wie auf mehreren Seiten (hier, da oder dort) nachzulesen, mag ich nicht glauben. Zwar kommt es vor, dass auch gestandene Physiker gravierenden Irrtümern unterliegen (mir fällt da immer René Blondlot mit seinen N-Strahlen ein), aber dass einer Ende des 19. Jahrhunderts irgendwelche Skalen erfunden hat, bei denen man Werte mittels Pendeln und Wünscheln ermittelt, scheint mir doch nur der übliche Versuch von Esoterikern zu sein, mittels Angabe möglichst Ehrfurcht-erheischender Titel und Berufsbezeichungen ein lächerliches Gedenkenkonstrukt plausibler klingen zu lassen. Laut der französischen Wikipedia war der Mann „radiesthésiste“ (Rutengänger), ebenso in der englischen und der deutschen Version.





Putzen mit esoterischer Hilfe

28 08 2010

Wer putzt schon gerne seine Wohnung/sein Häuschen? Also ich gehöre nicht zu den Menschen, die in dieser Tätigkeit ihre Erfüllung finden – ganz im Gegenteil: das Säubern des Wohnbereichs ist für mich ein eher lästiges Übel, das aber – selbstverständlich – von Zeit zu Zeit einfach erledigt werden muss. Vielleicht habe ich aber bisher nur die falschen Putzmittel verwendet, denn wenn ich den Werbeaussagen auf folgender Webseite glauben würde, dann gibt es ein Putzmittel, das – laut „Werbeinterview“ – verspricht die „Freude bei der Anwendung“ zu erhöhen.

OK, die Anwendungsfreude hat ihren Zusatzpreis, denn gegenüber dem Preis von „normalen“ Reinigungsmitteln ist die esoterische „Variante +“ durchgehend ein wenig teurer. Dafür erhält man aber kleine Nebeneffekte und die Werbung verspricht Wundervolles:„mit jedem Sprühen erhöht sich die Raumenergie und das Wohlbefinden“.

Aktiviert werden diese Wunderfunktionen dadurch, dass die Putzchemikalien „energetisiert und mit Rostock-Essenzen angereichert“ werden. Die Webseite gibt da folgende Auskunft:

In dieser Variante wird der oben beschriebene Profireiniger mit der Kraft aus der Natur vereint und zusätzlich auf der Energieebene zum Wohle des Anwenders und der Umwelt in Einklang gebracht.

Und natürlich wirkt der Kram dann „in den Bereichen Reinigungskraft, Wirkung, Verbrauch, Arbeitsaufwand, Wiederanschmutzung und Gesamtergebnis“ um ein „Vielfaches“ besser … … zumindest dann, wenn man solch esoterischen Unsinn zu glauben bereit ist. Die Rostock-Essenzen haben übrigens nichts mit der Hafenstadt an der Ostsee zu tun – es handelt sich um so genannte „Edelstein-Essenzen“ aus der Steiermark, über die man auf der Webseite außer hanebüchenen Heilungsversprechen (in Deutschland dürfte eine solche Werbung verboten sein, in Österreich scheint sich niemand daran zu stören) eher wenig erfährt (mich würden zum Beispiel die genauen Inhaltsstoffe interessieren …).

Bei den Putzmitteln wird auch nicht genau erklärt, wie die jetzt energetisiert wurden, aber das ist ja auch völlig schnurz. Mehr pekuniäre „Energie“ haben die Zahlungen der diesem Dummenfang erlegenen Kunden für den Produktanbieter allemal – wodurch sich der Name „Variante +“ für diese Produkte als lediglich erhofftes Plus auf dem Bankkonto entpuppt.

Dass die Anbieter ihre vollmundigen Behauptungen in einem – recht einfach zu konzipierendem – Blindversuch zu belegen versuchen würden, glaube ich ja eigentlich nicht. Aber ich werde mal nachfragen …





„Gemeinsam“ in den braunen Verschwörungssumpf

2 03 2010

Der Text auf der Startseite der Gruppe Wir-gemeinsam liest sich harmlos und erinnert an altbekannte Utopien:

Suchst du einen Weg deine Persönlichkeit zu verwirklichen, innerhalb einer Gemeinschaft? Ist es dein Traum dich selbst zu versorgen und unabhängig zu sein und somit in den Genuss von Freiheit zu kommen?

Der zweite Satz ist wirklich schön: Natürlich ist es ein schöner Traum, unabhängig und frei zu sein – aber ist man es dadurch, dass man sich selbst versorgt? Aber es geht ja noch weiter …

Hier ist es möglich, diesem Traum nachzugehen, indem wir Orte aufsuchen die für Menschen mit diesem Traum wie geschaffen sind, durch Anbau von Nahrung über den Respekt zur Natur, zu den Tieren und zu uns selbst. Lasst uns gemeinsam Lebensinseln suchen und schaffen um diesen Traum wahr werden zu lassen. ~

Ziel dieser Gruppe ist es also, solche Inseln zu suchen (und natürlich zu finden) bzw. zu schaffen. OK, ein schöner Traum nach dem Motto „Zurück zur Natur“, der noch ein wenig weiter ausformuiert wird:

Lasst uns unsere eignen Häuser errichten, legen wir eigene Felder an, entwickeln wir uns in eine friedliche Zukunft, seien WIR einfach frei. ~ Gemeinsam ist alles möglich.

Klingt ja alles wunderbar! Ich habe durchaus ein Faible für Leute, die ihren Weg abseits des Mainstreams suchen und Utopien haben ihren Charme, auch wenn ich diese allgemein formulierten und höchst unkonkreten Zielsetzungen für grenzenlos naiv halte. Eigene Häuser errichten? Eigene Felder anlegen? Tolle Idee, aber für Beides braucht man doch erstmal ein wenig entsprechendes Knowhow, sonst geht das Ganze schlicht und einfach in die Hose. Respekt vor der Natur? Klar doch! Friedliche Zukunft? Unterschreibe ich sofort! Einfach frei sein? Moment, was bedeutet das eigentlich genau? Ist dann jeder einzelne frei? Oder nur die eigene Gruppe? Und frei von was eigentlich? Reicht da wirklich ein „Gemeinsam ist alles möglich“? Man könnte zum Beispiel darauf hinweisen, dass die Bewirtschaftung eigener Felder zumindest zur Folge hat, dass man weitgehend frei von Freizeit sein wird, denn Landwirtschaft (natürlich ohne die böse Chemie) ist ein Knochenjob. Neu ist dieser Ansatz sowieso nicht, bei der Graswurzelrevolution klingt das ganz ähnlich, wenn man die Kapitalismuskritik und das Sozialismusziel überliest, denn die

bezeichnet eine tiefgreifende gesellschaftliche Umwälzung, in der durch Macht von unten alle Formen von Gewalt und Herrschaft abgeschafft werden sollen. Wir kämpfen für eine Welt, in der die Menschen nicht länger wegen ihres Geschlechtes oder ihrer geschlechtlichen Orientierung, ihrer Sprache, Herkunft, Überzeugung, wegen einer Behinderung, aufgrund rassistischer oder antisemitischer Vorurteile diskriminiert und benachteiligt werden. Wir streben an, dass Hierarchie und Kapitalismus durch eine selbstorganisierte, sozialistische Wirtschaftsordnung und der Staat durch eine föderalistische, basisdemokratische Gesellschaft ersetzt werden. Schwerpunkte unserer Arbeit lagen bisher in den Bereichen Antimilitarismus und Ökologie. Unsere Ziele sollen – soweit es geht – in unseren Kampf- und Organisationsformen vorweggenommen und zur Anwendung gebracht werden. Um Herrschafts- und Gewaltstrukturen zurückzudrängen und zu zerstören, setzen wir gewaltfreie Aktionsformen ein.

… und auch die Graswurzler waren bei weitem nicht die ersten hierzulande, die sich den Einklang mit der Natur auf die Fahnen geschrieben hatten.

Nun wäre eine Webseite von Nachwuchsträumern an sich nicht erwähnenswert, aber schon ein Blick auf die Seite mit den bereits gefundenen „Lebensinseln“ bietet ein etwas anderes Bild. Neben durchaus interessanten Projekten (z.B. die Genossenschaft auf Schloß Tonndorf) wurden auch die „Zwölf Stämme“ aus Deiningen, eine streng bibeltreue Splittergruppe, die sich aus religiösen Gründen weigert ihre Kinder in öffentliche Schulen zu schicken, verlinkt. Sollte wirklich diese Art von „Freiheit“ gemeint sein? Ansonsten umfasst die Liste diverse Biobauernhöfe und andere Versuche alternativer Lebensentwürfe – ein roter Faden ist nicht zu entdecken, Hauptsache irgendwie „anders“.

Einen großen Teil der Webpräsenz bildet die „DokuTheke“. Eine Motivation dafür, warum man dieses oder jenes Video verlinkt hat sucht man zwar vergebens, aber ich vermute mal, dass auch hier einfach alles verlinkt wurde was irgendwie „anders“ zu sein vorgibt. Und „anders“ scheint hier zu bedeuten, dass – mit ganz wenigen Ausnahmen – mindestens Esoterisches und/oder eine Verschwörungstheorie, in jedem Fall aber absolut Irreales und Schwachsinniges, dabei sein muß. Nur so lässt sich dieses Panoptikum des Wahnwitzes erklären.

Das fängt schon ganz oben in der links auf der Startseite zu findenden DokuTheke an, denn dort findet sich – wenig verdächtig – das AZK Archiv. „AZK“ steht für „Anti-Zensur-Koalition„, ein Name der ja gar nicht schlecht klingt, der sich aber bei näherem Hinsehen als eine Gruppe abgedrehter Verschwörungsschwurbler um den Schweizer Sektenführer Ivo Sasek entpuppt. Auf den AZK-Treffen wurden auch die 25 verlinkten Videos gedreht, und da wird schon mal (fast) nichts ausgelassen: Mondlandungsverschwörer, fanatische Impfgegner, Chemtrailbefürchter, usw. usf. – nichts scheint zu bescheuert, als dass man es nicht in einen „anderen“ Lebensentwurf einbauen könnte. So richtig eklig wird’s aber, wenn Scientologen Werbung für ihre Sekte machen und Holocaustleugner ihre braune Gülle verspritzen dürfen. Ein gewisser „Czechbot“ hat für die Zeitung „der Freitag“ seine Erlebnisse bei einem Treffen der AZK sehr schön beschrieben …

Unter „Gesundheit & Genesung“ kann man sich nochmal die ARD-Sendung „Heilung unerwünscht“ anschauen. Der wirkliche Skandal um diese „Dokumentation“ wird allerdings gar  nicht erwähnt,  denn dieser betraf eben nicht die böse Pharmaindustrie (… die sich nicht meiner besonderen Sympathie erfreut) sondern es ging um schlechte Recherche in Verbindung mit schamloser Eigenwerbung des vermeintlichen Enthüllungsjournalisten: alles detailliert nachlesbar mit vielen Links und Hinweisen bei der Stationären Aufnahme. Ist das noch vergleichsweise harmlos fallen andere Videos eher unter die Kategorie hirnlos, denn auch HIV/AIDS-Leugner werden verlinkt – und die widerliche „Neue Germanische Medizin“ des Antisemiten Ryke Geerd Hamer, die erst kürzlich wieder einmal den Tod eines Kindes zu verantworten hatte.

Unter „Wissenschaft“ gibt’s Desinformationen zu „Der Energie Irrtum – Erdöl und Erdgas sind unerschöpflich“, und ausgerechnet unter  „Verschwörungen“ scheint „Der letzte Beweis – Todesstreifen am Himmel (Chemtrails)“ am beliebtesten zu sein (seit wann gibt es Beweise bei Verschwörtungstheorien?). Neben viel Maya-Geblubber (unter „altes Wissen„), und einem Video zu „Freie Energie & Levitation“ (Vormachen bitte!) fehlen auch Quantengefasel („J.J. Hurtak:  Bewusstsein und Quantenkohärenz“) und – streng kreationistisches – Evolutionsbashing eines bibeltreuen Predigerclowns („Walter Veith – Kreation aka Evolution – Saeugetiere im Wandel“)  nicht. Schon blöd, dass die Bitte von Jörg Wipplinger so oft ignoriert wird …

Und so geht’s munter weiter. Neben den bereits erwähnten unsäglichen Videos werden die Bücher des Kopp-Verlags, braune Verschwörungssoße und die  Internet-TV-Sender jeet.tv und secret.tv empfohlen – um auf der Seite von wir-gemeinsam aufgeführt zu werden muss etwas scheinbar entweder besonders dummdreist, besonders falsch oder besonders unwissenschaftlich sein, wobei es nicht schadet, wenn’s ein wenig oder etwas mehr bräunlich schimmert. Die wenigen Ausnahmen (ja, es sind auch ein paar Videos verlinkt, die ich gut finde … … z.B. das Nachrichtenvideo von Charlie Brooker) wirken in diesem Umfeld eher verstörend.

Am besten gefiel mir übrigens, dass sich letzte Woche in der „Shoutbox“ von wir-gemeinsam folgender Dialog verfolgen liess (wobei ich vermute, dass der „Weltwolf“ eine mir bekannte Person aus den Reihen der Rhein-Ruhr-Skeptiker ist):

Weltwolf : Warum haben die Durchgeknallten mehr Zulauf als die Vernünftigen?

WIR-Redaktio : weil sich noch zu viele Menschen vom lautesten Geschrei, der größten Wortblase (Versprechungen) und dem schillernden Katzengold beeindrucken lassen, statt dem Flüstern des wahrhaft EINfachem zu lauschen und zufrieden zu sein

Weltwolf : Wir-gemeinsam, das sind die, die sich vom lautesten Geschrei, der größten Wortblase und dem schlillernden Katzengold (Versprechungen) beeindrucken lassen, statt dem Flüstern des wahrhaft Einfachen zu lauschen.

WIR-Redaktio : wie kommst du zu diesem Schluss/Einschätzung?

Weltwolf : Wir beschäftigt sich mit Wortblasen bzw. Versprechungen (siehe freie Energie), mit lautem Geschrei (Verschwörungstheorien) und hört nicht auf das Flüstern des Einfachen sondern verstrickt sich in komplizierte Widersprüche.

Statt einer Antwort gab’s einen anderen Kommentar …

Jens-L : alles Easy hier herrscht Meinungsfreiheit 🙂

… gefolgt von einem der üblichen, sinnlosen und schon tausend mal in verschiedener Abart gehörten Esoteriksätze

Jens-L : und nur weil man etwas für unmöglich hält heißt es ja nicht das es so ist 🙂 die Natur selbst ist ne freie Energie-Maschienerie wieso sollte das nicht auch umsetzbar sein in Form von Technik

Ach ja, Jens-L: Nur weil man etwas für möglich hält (und es sich vielleicht wünscht), muss es das nicht tatsächlich geben … … sobald irgend jemand die „freie Energie“ (oder was auch immer) demonstriert hat, dann kann man ja weiter reden. Bis dahin hat solches Gefasel bestenfalls den Wahrheitsgehalt des Märchens vom Froschkönig …  (oder behauptet tatsächlich jemand, das sei ein Tatsachenbericht gewesen, wobei der Frosch eigentlich ein Reptiloid gewesen sei, der durch den Kuss der Prinzessin zu einem Adonis mutierte …)





Ganz kurz: Maischberger und noch ’ne Lottoauswertung

7 01 2010

Über die Maischberger-Sendung vom 5.1. (Seher und Propheten) haben sich die Welt, die Frankfurter Rundschau und der Esowatch-Blog bereits geäußert, ich selbst hab‘ mir die Sendung erst jetzt in kleinen Dosen zugemutet. Über die Seherinnen erübrigt sich jeder Kommentar – wem nichts besseres einfällt als einen Krankenhausaufenthalt des Papstes (irgendwann in der Zukunft) oder die Brille von Frau Merkel (trägt sie schon länger zum Lesen) zu prophezeien, der macht sich selbst lächerlich. Wen dieser komische Pastor in der Sendung genervt hat (das dürfte die Mehrzahl der Leser hier sein), dem empfehle ich folgende, kurze Therapie: Diesen Link anklicken (… hab‘ ihn korrigiert – irgendwie hat’s beim ersten Mal nicht funktioniert), dann auf der Webseite ganz links unten zu den Videos und Hörbeispielen spazieren und das 2. Video von oben aus Herrn Nitschkes Bestsellermenu anklicken … .

Neben dem Ergebnis des astrologischen Lottotest gibt es noch eine weitere Lottoauswertung zu erwähnen: In der RTL-Sendung „Die Prophezeiung 2009“ hatte ein afrikanischer Wahrsager sieben Lottoglückszahlen für das abgelaufene Jahr genannt – und wieviele Treffer damit gelandet? Keinen Einzigen! . Cimddwc hat nicht nur die damalige Sendung protokolliert, er hat das jetzt auch ausgewertet. Dieses Versagen ist übrigens durchaus überraschend, denn die Wahrscheinlichkeit dafür, mit 7 Zahlen im gesamten Jahr nicht ‚mal einen schäbigen Dreier zu erzielen liegt bei gerade mal 3,8% … … oder wollte der Mann die deutschen Lottospieler nur auf eine falsche Fährte locken um mit den richtigen Zahlen dann umso mehr absahnen zu können? RTL sollte mal nachprüfen, ob sich der Mann jetzt nicht zufällig ungeahnten Reichtums erfreut.