Prognosen 2010 (Teil 5): Deutschland wird Fußballweltmeister …

6 01 2010

… natürlich nur, wenn die einzige mir bisher bekannte entsprechende Voraussage von Sunil Kumar Das auch tatsächlich eintrifft. Für den Lokalteil Witten der WAZ hat sich der Mann, der eigentlich als Handleser sein Geld erschwurbelt,  astrologisch betätigt und diese allen Fußballfans hierzulande Hoffnung machende Prognose abgesondert. OK, er wusste scheinbar nicht in welche Vorundengruppe die Löw-Kicker bei der WM in Südafrika gelost wurden, aber das ist bei dem prognostizierten Ende ja sowieso völlig egal.

In der Thüringer Allgemeine vom 31.12.09 (Seite TCMZ131; der Artikel ist leider nicht online verfügbar) ist die Wahrsagerin Astrid Fuhrmann nicht ganz so optimistisch:“ Ein Platz unter den ersten dreien dürfte drin sein.“ raunt sie und verweigert den Deutschen die Titelprognose ebenso wie ihre Augsburger Kollegin Ramona Kreis, die meint das deutsche Team würde „sehr weit kommen, aber nicht Weltmeister.“ Mehr wollte sie dazu nicht sagen …

Die Karten von Sybille Wiese wollen den deutschen Kickern auch keinen WM-Titel versprechen, aber immerhin geht’s mindestens ins Achtelfinale, wenn auch „nur über Umwege„.  Ob sie damit einen – nicht unwahrscheinlichen – Stau auf dem Weg ins Stadion meinte? Da war die internationale Wahrsagerriege in der RTL-Sendung „Die Prophezeiung 2009“ doch wesentlich optimistischer: Halbfinale (Hexenmeister Tuwani aus Südafrika),  Chancen auf Halbfinale und vielleicht mehr (Selina Nenzhelele, auch aus Afrika) und sogar Finale (Leopoldas Malinauskas liest aus den Karten den 1. oder 2. Platz) wurde den Fußballfans versprochen.

Warten wir’s ab und vergessen dabei nicht, dass die ganze WM sowieso nur ein gigantisches Ablenkungsmanöver der Mächtigen ist, die uns über die Medien manipulieren. Das muss so sein, denn so hat es ja Thomas Ritter aus uralten Palmblättern in pseudonaiver Formulierung aus seinen früheren Prognosen kopiert herausgelesendingst:

Im Jahr 2010 wird die Aufmerksamkeit der Menschen durch die Manipulation der Medien vor allem auf sportliche Ereignisse gerichtet werden. Vor allem im sechsten und zu Beginn des siebten Monats 2010 wird der Sport alle Schlagzeilen beherrschen. Mit Berichten über ein sportliches Ereignis im Süden Afrikas, an dem die ganze Welt teilhat, sollten die Menschen von ihren Problemen abgelenkt werden. Doch dieser Plan der Mächtigen wird nicht aufgehen. Die Wettkämpfe werden bereits im Vorfeld und auch während ihrer Durchführung von schweren, gewaltsamen Unruhen überschattet, mit denen die Armen auf ihre Situation aufmerksam machen wollen. Diese Proteste werden eine überaus scharfe Reaktion der Mächtigen nach sich ziehen, welche ihre wahren Absichten verrät.

Aha! Immerhin werden die mächtigen Superbösewichte durch ihre Reaktion ihre wahren Absichten verraten … … vielleicht sollte Herr Ritter aber erst einmal verraten, wen er überhaupt meint, wenn er – wie schon in den letzten Jahren – verschwörerisch von „den Mächtigen“ faselt.





Meine Wahrsagerpremiere (Update)

20 12 2009
Kleine Erklärung für das zwischenzeitliche Verschwinden dieses Textes
Den folgenden Text hatte ich am 8. Dezember geschrieben und hier veröffentlicht. Der Autor des Planetopia-Beitrags hatte mich gebeten, ihn bis zur Sendung vom Netz zu nehmen, und dieser Bitte bin ich natürlich gerne nachgekommen …

Am Montag war ich fast den ganzen Tag in Köln unterwegs – aber ausnahmsweise nicht beruflich, sondern wegen ein paar Fernsehaufnahmen. Im Rahmen eines Beitrags zum Thema Wahrsager hatte mich die SAT1-Sendung Planetopia kontaktiert und nachdem ich das Treffen des Redakteurs mit einer Wahrsagerin kommentieren durfte (die Frau war sehr nett, beherrschte aber nicht ‚mal einfachste Cold-Reading-Techniken … … und als Ergebnis gab’s viel wirres und überwiegend zusammenhangloses Geblubber) sollte ich in der Fußgängerzone meine Fähigkeiten unter Beweis stellen. OK, ich hatte dem Redakteur vorher gesagt, dass ich solcherlei noch nie gemacht habe und dass andere das viel, viel besser können, aber jetzt musste ich da durch.

Hinter dem Dom standen also der Kameramann, der Assistent, der Redakteur und ich, auf meinen ersten Einsatz als Wahrsager wartend. Der Redakteur versuchte freiwillige Testpersonen zu finden, und gleich die erste zeigte, wie das mit dem Cold-Reading funktioniert. Ich hatte mir – für Menschen, die offensichtlich Ü30 sind – folgende „Eingebung“ zurechtgelegt: „Sie haben in letzterZeit an jemanden gedacht, den sie schon lange, vielleicht viele Jahre lang, nichtmehr gesehen haben.“ Klar, das ist primitivstes Cold Reading, denn eigentlich denktjeder immer mal wieder an irgend Jemanden, den er/sie seit Jahren nicht mehr getroffen hat. Gleich die erste Frau schüttelte erst den Kopf und gerade als ich an meiner Strategie verzweifeln wollte sagte sie „Ja, meine Schwester!“. Ui! Ich war so überwältigt, dass sie genau das tat, was Wahrsagerkunden in solchen Fällen tun (ein diffuses, höchst allgemeines Statement durch eigene Erinnerungen verifizieren), dass ich die Situation gleich aufgelöst habe und mich als Nicht-Wahrsager zu erkennen gab (… ich hatte ja gesagt, dass ich das nicht so einfach aus dem Stegreif kann). Für die Sendung hatte ich noch ein paar weitere Plattitüden ausprobiert und bei den wenigen Versuchen eine durchaus respektable Trefferquote erzielt – zumindest besser als die Profiwahrsagerin beim Planetopia-Redakteur (… das werde ich jetzt natürlich nicht verraten, am 20.12. kann man sich’s anschauen …). Meinen Supertreffer erzielte ich bei einem jungen Österreicher, dem ich  ein sportliches Hobby auf den Kopf zusagte (typisches Coild Reading) und dann mit „Sie spielen Fußball“ (das war geraten, aber für einen Basketballer oder Voleyballer war er einfach zu klein und für einen Handballer fehlten die breiten Schultern) ihn auch wirklich überraschte. Die Vermutung von Narben am Bein war zwar falsch, aber nicht ganz, da er – klar, Fußballer! – blaue Flecken beklagte.

Insgesamt war mein Auftritt als Wahrsager mit Sicherheit ausbaufähig, und ich verspreche, dass ich das weiter üben werde. Spaß hat es auf jeden Fall gemacht, und ich war überrascht wie die Leute auf meine – für Wahrsagerverhältnisse – grottenschlechte Performance reagierten.

PS: Dass ich in den letzten Wochen hier nichts geschrieben habe lag nicht an mangelnden Themen, sondern an unserem Umzug. Wenn ich die nächsten 10 Kisten im neuen Häuschen einsortiert habe, werde ich mich auch einigen inzwischen aufgelaufenen Kommentaren widmen …





Prognoserückschau 2009: Alle Quellen und ein „vergessener“ Abschnitt

14 12 2009

Wenn die alljährliche Pressemeldung zur Prognoserückschau von der GWUP veröffentlicht ist bekomme ich zum einen Fragen nach den genauen Quellen gestellt und muss zum anderen erklären, warum es die ein oder andere Prognose nicht in die Auswahl für die Pressemeldung geschafft hat. Die Quellen hatte ich schon im letzten Jahr hier im Blog vollständig genannt, und das werde ich jetzt auch wieder tun. Zusätzlich gibt es dazu noch einen Abschnitt, der es am Ende nicht in die Pressemeldung geschafft hatten (natürlich ebenfalls mit Quellenangabe).

Zunächst zu den Quellen der GWUP-Prognoserückschau (für Links nutze ich seit Kurzem wo immer es geht WebCite® – dadurch stören mich nachträgliche Änderungen von im Internet abgegebenen Prognosen nicht mehr …) :

Als Einstieg habe ich ein paar der „Prophezeiungen“ von Nikki Pezaro für 2009 gewählt: aus den „World Predictions“  Nr. 59 (Golden Gate Brücke), Nr. 23 – 25 (Obama) und Nr. 13 (Nessie) sowie aus dem Abschnitt „The Royals“ Nr. 11 (Kronjuwelen), Nr. 9 (Buckingham brennt) und Nr. 13 (Windsor auch) . Die ausgefallenen Terrorangriffe habe ich aus Nr. 1 der „Additional Predictions“ und Nr. 70 der „World Predictions“.

Ray O. Nolan’s prognostizierte Wunderheilungen fanden sich auf seiner Webseite, Manfred Dimde’s Weltkriegsgefasel steht in seinem Buch „Nostradamus 2009“ (ISBN-10: 3426780976). Ich hatte mir das Werk im März besorgt und fand auf Seite 76 folgendes:

Hier, im Text für 2009, hinterlegt er, worauf die Menschen unserer Zeit, die mit klarem Blick die Ereignisse erkennen wollen, besonders achten sollten.

  • Erstens: 100 Staaten werden vom Dritten Weltkrieg betroffen sein.
  • Zweitens: Ein Waffensystem wird durch einen Beschluß geächtet, abgelehnt oder auch nur bekämpft.
  • Drittens: Ein auffälliges Merkmal sind 11 Staaten oder Staatschefs, die sich nicht daran halten.
  • Viertens: 100 Staaten werden es sein, die darunter zu leiden haben.

Rosalinde Haller hat wie üblich auf ihrer Prophezeiungen-Webseite die angesprochenen Aussagen gemacht (über den Menueintrag „Prophezeiungen“ kommt man auf  eine Übersichtsseite, dort geht’s über „Neu: 2009“ zu den Originaltexten), Emanuel Charis wurde in der Zeitschrift „Fernsehwoche“ Heft 1/2009 (erschienen am 24.12.2008), auf Seite 5  wie folgt zitiert: „Es sind schwere Stürme in der Karibik zu erwarten. Der Wasserspiegel steigt stark an und es wird weltweit Katastrophen geben. Wir werden auch zum ersten Mal erleben, wie eine Insel komplett im Wasser versinkt.

Lilo von Kiesenwetter hatte den Anschlag auf Obama in der RTL-Sendung „Prophezeiungen 2009“ erwähnt, eine genaue Auflistung aller Prognosen aus der Sendung findet sich im Blog von cimddwc. Die Palmblattprognosen von Herrn Ritter habe ich inzwischen auch ins WebCite-Archiv überführt – neben dem Text für 2009 auch die für 2007 und 2008 zum Vergleich und zur Dokumentation seiner überragenden Fähigkeiten im Umgang mit Copy&Paste.

Die Ratschläge von Susanne Eder gibt’s auf ihrer Webseite, Hannelore Roller-Bollmann gründet ihre Ratschläge auf die „rückläufigen Planeten“ 2009, die  Zitate stehen bei Saturn und Uranus. Sehr schön ist auch der Text für den rückäufigen Jupiter (15.6. bis 12.10.), denn er liefert eine wunderbare Ausrede für alle aktuellen Erstsemester, wenn sie für ihr Studium länger als geplant brauchen:

In dieser Zeit keine expansiven Projekte planen oder starten wie Reiseexpeditionen, Studien, Immatrikulationen, die Ergebnisse erzielen nicht die geplanten Vorstellungen oder ufern ins Unendliche aus.

Zum Thema Bildungsgutscheine und Astrologieausbildung habe ich mich hier letztmals geäußert, in diesem Zusammenhang verweise ich gerne auf weitere Artikel zu diesem Thema in den ScienceBlogs bei Florian Freistetter.

Die abschliessenden Betrachtungen zur Fußball-WM 2010 beruhen auf zwei Aussagen aus der bereits angesprochenen RTL-Sendung vom 3. Januar 2009.

Jetzt aber zu dem „vergessenen“ Abschnitt zu den Themen Fußball und Formel 1:

Auf welche Gestirnsstände sich die Astrologin Iris Treppner bezog als sie Bayern München nach einem spannenden Zweikampf mit Hoffenheim die deutsche Fußballmeisterschaft prophezeite, ist nicht bekannt. Auf jeden Fall scheint der Flug von Fußbällen nicht aus den Sternen berechenbar zu sein, denn mit Georg Stockhorst und Monika Geiger lagen zwei weitere Sterndeuter mit dem gleichen Tipp daneben. Der Seher Hans-Jürgen Butz lag schon nähr an der Realität – hätte er allerdings noch verraten, welche Überraschungsmannschaft den Titel am Ende gewinnen würde (Bayern und Hoffenheim hatte er richtigerweise ausgeschlossen), man hätte ihm tatsächlich einen der seltenen Prognosetreffer zuschreiben können. Als ganz weit daneben entpuppten sich die Prognosen von Iris Treppner zur Formel 1 WM: Räikkönen vor Heidfeld, dann Massa und Hamilton ungefähr gleich stark dahinter – die 4 genannten Fahrer fanden sich am Ende zwischen den Rängen 5 und 13 wieder. Sind Frau Treppners sinnfreie Sätze wie „Sebastian Vettel wechselt im Sommer den Rennstall oder festigt seinen Vertrag“ bei einer Formel 1 Prognose eher der Unterhaltung zuzurechnen, wird es bei anderen Themen schon ernsthafter.

Quellen: Treppners Fußball und Formel-Prognose stammen von ihrer Webseite, diese ist nicht mehr online verfügbar, aber ich habe die damalige Version lokal abgespeichert. Ihr Formel 1 Text lautete folgendermaßen:

Besonders beständig fährt in der Saison 2009 Kimi Raikkönen! Er könnte Weltmeister werden, wenn Ferrari sich dazu durchringen würde, Lewis Hamilton vom Thron und als zweiten Fahrer hinter Raikkönen zu setzen.

Nick Heidfeld überrascht positiv trotz Pechsträhnen in der kommenden Saison 2009 – vor allem im Sommer. Er könnte im Ranking direkt hinter Raikkönen auftauchen.

Lewis Hamilton und Felipe Massa liefern sich ein Kopf-an-kopf-Rennen. Mit leichten Vorteilen für Massa. Da die beiden offensichtlich auf jeweils den anderen fixiert sind, nehmen sie irgendwie nicht wirklich am Geschehen teil und versäumen es wichtige Punkte zu sammeln.

Fernando Alonso wird der „Schattenfahrer“ der Saison. Entweder landet er immer auf unwichtige Plätze oder fährt tatsächlich sehr viel im Windschatten, um Vorteile zu bekommen. Helfen wird es ihm jedoch nicht.

Sebastian Vettel wechselt im Sommer den Rennstall oder festigt seinen Vertrag, weil er am Anfang der Saison mit guten Leistungen glänzen kann.

Robert Kubica fährt in der Saison unauffällig und wird kaum eine Konkurrenz darstellen.

Die anderen Fußballprognosen stammen aus einem Artikel aus der Münchner tz vom 30.12.2008, Titel: Fünf Hellseher blicken in Münchens Zukunft.

Natürlich hätten auch weitere Themen erwähnt werden können, aber nachdem in den letzten Jahren immer mal wieder Prognosen um DAX und zur Wirtschaft im Allgemeinen erwähnt wurden, habe ich in diesem Jahr davon abgesehen. In der Regel kann man in die schwammigen Prognosetexte zu diesem Thema im Nachhinein alles und nichts hineindeuten und es verwundert deshalb nicht, dass astrologische Tipps zu diesem Thema mit einem Haftungsausschluss garniert werden.





Verlosung: 1 x Astrologieausbildung (für arbeitslose Hamburger) und 1 x Schwurbifex-Starter-Kit (für alle)

4 11 2009

Noch gibt es nur einen einzigen Astrologie-Kurs im Fortbildungsverzeichnis KURSNET der Bundesagentur für Arbeit, der mittels Bildungsgutschein finanziert werden kann. Ich vermute aber, dass sich das bald ändert, und auch die Kurse der Astro-Praxis aus Hamburg diese höheren Weihen erhalten werden (nicht weil die Dame es schon Mitte September angedroht hat, sondern weil man hier – wie das Beispiel aus Köln zeigt – nicht auf die Vernunft der Genehmigungsbehörden setzen kann). Bis dahin hat Frau Fritsch* eine andere Idee, um einem armen Arbeitslosen eine neue berufliche Zukunft zu ermöglichen:

+++NEU+++NEU+++ Verlosung eines kostenfreien Studienplatzes für einen arbeitslosen Interessenten, dem unsere Astrologie-Weiterbildung in Seminaren (Hamburg) als Wiedereingliederung ins Berufsleben sicher dienen würde. Mehr Infos dazu: 040-280-509-50.

Ja, diese Ausbildung dient „sicher“ zur Wiedereingliederung ins Berufsleben, denn man kann sich ja auf so viele verschiedene Arten danach beruflich etablieren (wie auf dieser Seite* nachzulesen ist):

  1. als psychologischer Astrologe mit eigener Praxis in Heil- und Sozialberufen
  2. als Ausbilder in Astrologie- und HP-Schulen als Mentor im Astrologie-Fernunterricht
  3. als Moderator in astrologischen Foren und Blogs
  4. in der Medienbranche als Autor
  5. als Texter für die Esoterik-Branche
  6. als Astrologe in Radio- und Fernsehsendungen
  7. als Layouter für Astro-Fachzeitschriften
  8. als Astro-Coach für Unternehmen
  9. in Internet-Portalen als astrologischer Berater
  10. als Programmierer für Astro-Programme
  11. als Unterhalter in der Freizeitindustrie
  12. im Event- und Entertainmentbereich.

Ich fasse mal kurz zusammen: Der Kurs bei der Hamburger Astropraxis scheint also folgende Ausbildungen mit einzuschliessen:

  • Heilpraktiker / Arzt oder Ähnliches (siehe 1 – Heilberufe sind in diesem Lande ja reglementiert und ein Astrologiekurs alleine reicht da nicht!)
  • Sozialpädagogik oder Ähnliches (siehe 1 – hier oder da findet man keinerlei Hinweis auf Astrologie, also müsste die Ausbildung der Astro-Praxis den Leuten zusätzlich noch das nötige „Handwerkszeug“ beibringen)
  • Grafik / Design (siehe 7 – als Layouter sollte man ja eine entsprechende Ausbildung haben …)
  • BWL (siehe 9 – als Firmencoach wären gewisse BWL-Kenntnisse auch nicht von Nachteil, denn wie will man coachen was man nicht kennt?)
  • Informatik (siehe 10 – die Sterne programmieren sich ja nicht selbst …)

Dazu erwirbt man mit Sicherheit die Fähigkeit sich auf Zuruf deutungsschwangeren Astro-Blablas mittels einer Tastatur (5) oder – mit oder ohne Kamera – eines Mikrofon (6) zu entäußern. Ob man sich nach dieser Ausbildung auch vor Publikum zum Affen machen (11, 12) oder  im Internet (3) oder als Autor (4) blamieren will, das müssen die Seminarteilnehmer natürlich selbst wissen. Ausbilder in einer bestehenden Astrologie-Schule (2) würde ich übrigens nicht empfehlen – es dürfte finanziell ergiebiger sein eine eigene Astrologieschule zu gründen. Mein Tipp: Einfach irgend einen obskuren Planetoiden oder Asteroiden für wichtig und gefährlich erklären und dann immer ganz viel Unsinn schreiben (am besten ‚mal mit dem Stichwort „Orcus“ bei Astrologix rumstöbern – da findet man wirklich Unfassbares … … so viele Links kann man hier gar nicht reinquetschen, dieses Beispiel ist das harmloseste) und so langsam eine Anhängerschar gewinnen Diese kann man dann natürlich weltexklusiv in der neuen Astrologieform ausbilden und da man ja zunächst als Einzige/r dieses obskure Objekt „astrologisch benutzt“ ist natürlich alles erlaubt (… ein obskurer Name wie Nr. 11949 „Kagayayutaka“ hilft da vielleicht, oder man erkläre einfach Nr. 3834** zum für musikalische Genialität und abseitigen Humor zuständigen astrologischen Objekt – bei den Astronomen gibt’s übrigens eine Riesenauswahl mit noch viel mehr ganz tollen Namen!).

Die Verlosung ist eine Superidee von der AstroPraxis! Wirklich! Wenigstens kostenlos – obwohl: ob’s dieses Angebot auch gäbe, wenn im gerade begonnenen Kurs (Preis: 1380 €) nicht noch (mindestens) zwei Plätze frei* wären?

Die Ausbildung/Weiterbildung hat gerade begonnen. Es sind aber noch zwei Plätze frei für einen Quereinstieg. Im Privatunterricht wird der Inhalte der ersten Sitzung problemlos und ohne Preisaufschlag nachgeholt. Außerdem verlosen wir einen kostenfreien Ausbildungsplatz für einen Arbeitslosen-Teilnehmer. Mehr Infos hier: Tel. 040- 280 509 50.

Blöd ist allerdings, dass diese Ausbildung ein ganzes Jahr dauern soll.  Ok, für die oben dargestellten, von mir auf Grund der versprochenen Berufsperspektiven vermuteten, Inhalte ist das wirklich sehr kurz; wahrscheinlich lernen die Leute als erstes diejenigen Termine astrologisch zu bestimmen, an denen man die Lerninhalte ratzfatz in die – von wissenschaftlichem Wissensbalast offensichtlich vollständig entleerte – Birne reinkriegt. Trotzdem – das dauert alles viel zu lange … … deswegen habe ich mich entschlossen auch etwas zu verlosen, und damit kann die glückliche Gewinnerin oder der glückliche Gewinner quasi sofort in eine neue, erfolgreiche berufliche Zukunft in dieser Branche starten:

Am 11.11. verlose ich einen vollständigen Schwurbifex-Starter-Kit, bestehend aus einer hübschen Metalldose, ein wenig Papier und einer CD. Wer gewinnen will muss mir nur glaubhaft machen, dass dieser Schritt in eine erfolgreiche berufliche Zukunft in der Esoterikbranche nicht nur dringend notwendig ist sondern weder von wissenschaftlichen Kenntnissen oder gesundem Menschenverstand noch von irgendwelchen Skrupeln behindert wird. Bewerbungen werden gerne hier in den Kommentaren entgegengenommen – notfalls entscheidet natürlich das Los!

Hier kann man schon mal einen Blick darauf werfen:

Software

Und übrigens: Nicht nur Sternenschwurbelei geht mit dieser Software, auch für Kartenlegen, Runendeuten, Namensanalyse und Biorhythmus sind Programme dabei! Ob man dafür eine eigene Praxis eröffnen möchte ist sicherlich Geschmacksache, aber für ein breit gefächertes Angebot in einem kleinen Onlineshop ist das der ideale Start. Nur schnell die Software-Pakete installiert, eine Webseite für die einzelnen Angebote zusammengefaselt und schon kann’s losgehen. Und ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass alle Analysen zu mindestens 100% richtig sind – sogar wenn man das falsche Geburtsdatum oder den falschen Namen eingibt. Doch! Das funktioniert tatsächlich! (… natürlich nur gegen Vorkasse!)

Möchte jemand die Qualität der Software vorab testen? Gegen einen kleinen, selbst zu wählenden (jeder gebe so viel wie möglich), mindestens dreistelligen Energieausgleich (natürlich nur in Euro – und ohne Komma, führende Nullen oder Minuszeichen … … auf vermeintlich lustige Kasperlegebote der Art 0,02 € oder -1000€ reagiere ich nicht! Und klar: Vorkasse!) erstelle ich selbstverständlich gerne eine Komplettanalyse, damit ich die horrende Summe, die ich für diese Software ausgerechnet bei Saturn (!!!!) lassen musste, auch bald wieder einspielen kann:

Preis

*auf Grund meiner bisherigen Erfahrung mit den öfter mal wechselnden Inhalten auf den Webseiten der Astropraxis bin ich dazu übergegangen die Seiten auf WebCite zu archivieren …

** für alle Faulpelze, die nicht bei den Asteroidensuchern nach Nr. 3834 suchen wollen hier der Name des Steinbrockens: „Zappafrank“ (… und die Empfehlung an die PKHF™)





Initiative KKK: Köthen konsequent kuriert

29 10 2009

Schaut man sich in Wikipedia Bilder aus Köthen an, dann wirkt das kleine Städtchen in Sachsen-Anhalt durchaus nett und sympathisch. Blöd ist nur, dass sich die Stadt als „Homöopathiestadt“ versteht, weil der Erfinder des ultimativen Verdünnungswahnsinns dort ein paar Jahre lang gewirkt hat. Wissen die Stadtoberen eigentlich was das bedeutet? Teilweise ja, denn es „soll untersucht werden, ob die Therapieansätze der homöopathischen Medizin auch auf die Gesundung unseres Stadtkörpers angewendet werden können.“ heißt es in der Beschreibung des Stadtentwicklungsprojekts, das unter dem Motto „Homöopathie als Entwicklungskraft“ steht. Noch ist dieser Therapieansatz über den Versuch einer Anamnese (so nennen die Homöopathen eine einfache Befragung!) nicht hinausgekommen (und die fand  ja nur in einer Straße statt, der Rest der Stadt müsste auch noch befragt anamnesiert werden), denn was ein Sonnenblumenfeld oder die Gestaltung eines Platzes mit homöopathischer „Methodik“ zu tun hat, das erschließt sich Kennern dieser Materie eher nicht.

Spannend wird es allerdings erst dann, wenn die Stadt irgendwann wirklich Ernst mit der homöopathischen Behandlung macht. Streng nach Hahnemann könnte das folgendermaßen aussehen: Nehmen wir mal an wir haben eine häßliche Baulücke in irgend einer Innenstadtstraße. Da sich die Homöopathie lediglich um das Symptom („sieht häßlich aus“) kümmert und dann ein „Mittel“ auswählt, dass ein gleiches Symptom erzeugt (Simileprinzip), kann die Baulücke zum Beispiel mit einem – häßlichen – Hundehaufen kuriert werden. OK, der muss natürlich (Potenzierung!) stark verdünnt und verschüttelt werden – aber nicht in der Art des entsprechenden homöopathischen Präparats, hier würde es ja einzig und allein auf das Auge ankommen! Die Lösung ist einfach: Gaaaaaanz kleine Hundehaufen – z.B. in „Nanogröße“, je kleiner desto besser wegen der Potenzierung – werden regelmäßig von den Verantwortlichen vor der häßlichen Baulücke appliziert … … die sieht man zwar nicht, aber genau so „funktionieren“ ja auch die Globuli! Wenn schon Hahnemann, dann konsequent!

Deshalb möchte ich die Initiative KKK – Köthen konsequent kuriert gründen! Ziel dieser Initiative ist es, in der Homöopathiestadt Köthen die „Gesundung des Stadtkörpers“ konsequent nacht homöopathischer Lehre und gemäß obigem Beispiel voranzutreiben.

Problematisch sind nur all die Dinge, die laut Hahnemann möglichst vermieden oder entfernt werden [müssen], wenn die Heilung nicht gehindert oder gar unmöglich gemacht werden soll, denn diese werden gravierende Auswirkungen auf das Stadtleben haben:

Kaffee (Tchibofilialen und Cafes werden geschlossen …) , feiner chinesischer und anderer Kräuterthee (… auch Tee darf nicht mehr verkauft oder gebrüht werden …); Biere mit arzneilichen, für den Zustand des Kranken unangemessenen Gewächssubstanzen angemacht (… Bier ist offensichtlich auch verboten, denn Hopfen dürfte unangemessen sein – Kneipen werden also geschlossen, Getränkemärkte müssen Bier aus dem Angebot nehmen …), sogenannte feine, mit arzneilichen Gewürzen bereitete Liqueure (… kein Eierlikör mehr, meine Damen!), alle Arten Punsch, gewürzte Schokolade, Riechwasser und Parfümerieen (… hat Douglas eine Filiale in Köthen? Falls ja: Schliessen und leer räumen!) mancher Art, stark duftende Blumen im Zimmer (das muss natürlich überprüft werden …), aus Arzneien zusammengesetzte Zahnpulver und Zahnspiritus (weg mit allen homöopathieinkompatiblen Zahncremes – da bleiben allerdings nicht viele übrig). Riechkißchen, hochgewürzte Speisen und Saucen (… das Aus für alle griechischen, türkischen und asiatischen Restaurants …), gewürztes Backwerk und Gefrornes mit arzneilichen Stoffen, z. B. Kaffee, Vanille u.s.w. bereitet (… damit müssen auch Eisdielen und Konditoreien dicht machen …), rohe, arzneiliche Kräuter auf Suppen, Gemüße von Kräutern, Wurzeln und Keim-Stengeln (wie Spargel mit langen, grünen Spitzen), Hopfenkeime und alle Vegetabilien, welche Arzneikraft besitzen, Selerie, Petersilie, Sauerampfer, Dragun, alle Zwiebel-Arten , u.s.w.; alter Käse und Thierspeisen, welche faulicht sind, (Fleisch und Fett von Schweinen, Enten und Gänsen, oder allzu junges Kalbfleisch und saure Speisen; Salate aller Art), welche arzneiliche Nebenwirkungen haben, sind eben so sehr von Kranken dieser Art zu entfernen (hmm – was darf denn dann in Köthen überhaupt noch verzehrt werden? Wasser und Brot sind immerhin nicht ausgeschlossen, und sogar ein Gläschen Wein ist erlaubt!) als jedes Uebermaß, selbst das des Zuckers und Kochsalzes, so wie geistige, nicht mit viel Wasser verdünnte Getränke (OK, Köthener dürfen noch Schnaps mit viel Wasser trinken – aber keine Kräuterschnäpse, könnte ja eine Heilpflanze drin verarbeitet sein …); Stubenhitze (Heizung aus! Das spart auch Geld und schont die Umwelt!) , schafwollene Haut-Bekleidung (Baumwollfeinripp scheint ja erlaubt zu sein), sitzende Lebensart in eingesperrter Stuben-Luft (Bürotätigkeiten in Köthen werden verboten), oder öftere, bloß negative Bewegung (durch Reiten, Fahren, Schaukeln) (wegen der Schaukeln werden Kinderspielplätze geschlossen, außerdem wird die Stadt autofrei), übermäßiges Kind-Säugen, langer Mittagsschlaf im Liegen (in Betten) (wird verhindert durch lautes gemeinsames Singen zwischen 11 und 15 Uhr), Lesen in wagerechter Lage (… wird nicht vergessen! s.u.), Nachtleben (Kneipen sind ja eh schon dicht, da ist diese Forderung leicht zu erfüllen), Unreinlichkeit (jeden Morgen ist Waschappell im Rathaus), unnatürliche Wohllust, Entnervung durch Lesen schlüpfriger Schriften (entsprechende Bücher und Zeitungen werden aus der Stadt verbannt) , Onanism (das möchte ich jetzt nicht kommentieren) oder, sei es aus Aberglauben, sei es um Kinder-Erzeugung in der Ehe zu verhüten, unvollkommner, oder ganz unterdrückter Beischlaf (immerhin: Sex ist also erlaubt, aber nur die katholische Variante zur Kinderzeugung); Gegenstände des Zornes, des Grames, des Aergernisses (das zu verhindern wird ganz schwierig!), leidenschaftliches Spiel (Spielsalons werden also auch geschlossen), übertriebene Anstrengung des Geistes (z.B. Denken!) und Körpers (Jogger und Walker müssen zu Hause bleiben, Bälle sollten vorsorglich konfisziert werden), vorzüglich gleich nach der Mahlzeit; sumpfige Wohngegend und dumpfige Zimmer; karges Darben~ (erst wird alles „Unkarge“ verboten und dann das karge Darben … als Hahnemannstadtbewohner hat man es aber auch schwer …) u.s.w. Alle diese Dinge müssen möglichst vermieden oder entfernt werden, wenn die Heilung nicht gehindert oder gar unmöglich gemacht werden soll. Einige meiner Nachahmer scheinen durch Verbieten noch weit mehrer, ziemlich gleichgültiger Dinge die Diät des Kranken unnöthig zu erschweren, was nicht zu billigen ist. (zitiert aus dem §260, Organon der Heilkunst; außer den Kommentaren natürlich)

Tja, das wird heftig für die Köthener Bürger! Die beste Lösung wäre es natürlich, wenn man für die Zeit der homöopathischen Behandlung die Menschen einfach aus Köthen entfernt und die Stadt bis zur Genesung zu einer Art Sperrgebiet erklärt. Wer will denn diese ganze Litanei an Verboten kontrollieren? Und wer will die Verantwortung dafür übernehmen, dass nicht vielleicht ein paar böse, homöopathiefeindliche Skeptiker die Heilung durch einen Besuch in Köthen und den dortigen Verzehr mitgebrachter, „verbotener“ Speisen (scharfer Döner, Chinesisches aus der Szechuan-Küche oder gar ein leckeres indisches Vindaloo …) und Getränke (Kaffee, Tee,  Bier und den ein oder anderen unverdünnten Kräuterschnaps) oder irgendwelchen ungebührlichen Handlungen (z.B. auf einer Bank liegend „Spektrum der Wissenschaft“ lesen) die Heilung der Stadt Köthen gefährden? Lediglich ordentlich ausgebildeten Homöopathen sollte in der Heilungsphase noch Zutritt zur Stadt gewährt werden – irgend jemand muss ja die Nanohäufchen und ggf. andere Mittelchen applizieren und selbstverständlich dürfen diese Menschen dann auch in der Europäischen Homöopathiebibliothek schmökern (aber nicht im Liegen – s.o.). Dadurch ist die Heilung der Stadt übrigens auch garantiert: da so gut wie niemand mehr die oben erwähnte häßliche Baulücke sehen kann, ist ja auch das Symptom („Wie häßlich sieht das denn aus!“) sofort verschwunden.

Aber wohin mit den Einwohnern von Köthen? Da habe ich eine Idee:

Die Initiative KKK – Köthen konsequent kuriert ruft alle Homöopathen dieser Welt zur Mithilfe auf! Um die homöopathische Heilung der Stadt Köthen voranzutreiben braucht die Initiative KKK ihre Spende! Mit dieser Spende wird die Initiative KKK die Rahmenbedingungen schaffen, um der Stadt Köthen eine ganzheitliche homöopathische Heilung zu ermöglichen!

… in dem sie die Bürger für den Heilungszeitraum auf Kosten der Initiative KKK einfach an einen schönen Ort verbringt. Ob Mallorca, Kanarische Inseln, Österreich – in der Nebensaison (auf Schulferien muss keine Rücksicht genommen werden, der Unterricht an den Schulen wird am Ort der Verbringung fortgesetzt) und bei der Menge der zu verbringenden Personen (Mengenrabatt!) wird das bestimmt gar nicht soooo teuer. Und die Heilung der Stadt wird nicht nur zusätzlich durch zufrieden heimkehrende Bürger unterstützt, wenn sich das rumspricht werden nicht wenige Menschen versuchen ihren Wohnsitz nach Köthen zu verlegen und die Abwanderungstendenz ist gebannt. Deshalb:

Liebe Homöopathen, liebe Hersteller homöopathischer Produkte, bitte unterstützt die Initiative KKK – die Homöopathiestadt Köthen hat es verdient konsequent kuriert zu werden!





Herr Köpfer aus Rosenberg bitte zum Test: die Lottozahlen bitte!

10 10 2009

Das kleine Städtchen Rosenfeld war mir bisher nicht bekannt. Die Stadtseite zeigt neben einem offensichlich erfreuen Kleinkind ein schmuckes Fachwerkhaus und unter Torismus & Freiziet erfährt man von der Existens eines Rad- und Wander-Shuttles an Sonn- und Feiertagen und dass das gastronomischen Angebot vom Imbiss in der Metzgerei Gührig über das  Traditionsgasthaus Sonne bis zum Restaurant Mömpel reicht. Das Alles wäre kaum erwähnenswert, hätte nicht der Schwarzwälder Bote dort einen wahren Supermann gefunden.

Peter Köpfer heißt dieser Mann, den die aktuelle Ausgabe des Schwarzwälder Boten mit einem Artikel würdigt, der nur in der Überschrift Fragezeichen beinhaltet (Heilen ? allein mit den Händen?). Der Rest des Artikels könnte aus jeder x-beliebigen Esoterikpostille stammen  – denn es werden auch die absurdesten Behauptungen des Herrn Köpfer einfach unkritisch und ohne das geringste Hinterfragen aneiandergereiht.

Schon die einfache Frage, warum er eigentlich nicht vorab die Öffentlichkeit gewarnt habe, wenn er schon als Hellseher „den Tsunami vorhergesagt, der im Dezember 2004 in Asien Tausende das Leben kostete“ vorausgesehen habe, wurde offensichtlich nicht gestellt. Als „Quelle“ reicht die Aussage des „Hellsehers“, es gäbe Zeugen. Der grenzenlose Zynismus, der in solchen Behauptungen steckt, scheint der Autorin des Artikels gar nicht aufgefallen zu sein: Wenn Herr Köpfer das wirklich vorhergesehen hatte, warum hat er nicht zumindest versucht, die Öffentlichkeit zu warnen? Das hätte Leben retten können … … hat er es wirklich gewußt und nicht versucht die Öffentlichkeit zu warnen, könnte man auf die Idee kommen, ihm zumindest eine gewisse Mitverantwortung für die über 200.000 Toten vorzuwerfen. Das gilt natürlich auch für die bei secret.tv erwähnten „Anschläge vom 11. September 2001, [und] die Flugzeug-Katastrophe von Überlingen (Bodensee)„, die er ebenfalls vorausgesehen haben will.

Da er außerdem mit seinen Händen heilen zu können behauptet, ist die Frage berechtigt, ob er das überhaupt darf. Der Artikel erwähnt nicht, ob Herr Köpfer Heilpraktiker ist, aber er darf beschreiben wie sein „Heilverfahren“ „funktioniert“:

»Ich lege meine Hände auf die Handinnenflächen des Patienten«, sagt Köpfer. »Dabei spüre ich Strömungen, und genau diese Energie gebe ich über die Hände weiter. Auf diese Weise setzt der Heilungsvorgang ein.«

Meines Wissens ist es in Deutschland strafbar, Heilbehandlungen ohne eine entsprechende Ausbildung anzubieten … .

Bleibt die pseudokritische Frage der Redakteurin, ob Herr Köpfer nicht auch die Lottozahlen voraussagen könnte und die Antwort überrascht:

»Ich denke, wenn ich es probieren würde, könnte ich es«,

Na wunderbar! Dann mal los!

Ich fordere hiermit Herrn Köpfer dazu auf, seinen vollmundigen Behauptungen Taten folgen zu lassen: Sie sagen die Lottozahlen voraus und veröffentlichen ihre Zahlen jeweils nach Schließen der Annahmestellen (im Internet oder durch Schicken per Mail oder SMS an mich – damit kann dann auch niemand mehr mit diesen Zahlen spielen). Hauptsache Herr Köpfer gibt die Zahlen rechtzeitig vor der Ziehung der Lottozahlen weiter … … und dann vergleichen wir, ob diese Fähigkeiten wirklich vorhanden sind.

Ob sich Herr Köpfer auf diesen sehr einfachen Test einlässt? Wahrscheinlicher ist, dass er entweder schweigt oder sich feige auf irgendwelche faulen Ausreden zurückzieht … … aber vielleicht werde ich ja ‚mal überrascht?





Vermischtes: Wahlprognosen, Lourdeswunder und Abmahndrohung (Teil 3)

22 09 2009

Eigentlich wollte ich ja schon letzte Woche etwas zu den Wahlprognosen verschiedener selbst ernannter Auguren schreiben, aber irgendwie fand ich nicht die Zeit dazu. Jetzt hat Florian ein paar Prognosen (u.a. Monika Piper-Albach, Winfried Noe, Markus Termin und Chritiane Durer) schon mal sehr schön zusammengefasst … … und dem ist nicht viel hinzuzufügen. OK, es gab natürlich noch weitere Prognosen, aber die waren weder besser noch genauer. Ein paar Beispiele möchte ich noch ergänzen:

Hans-Jürgen Butz hat laut Münchner TZ vom 30.12.2008 das „zweite Gesicht“ und immerhin bei seinen Fußballtipps (Meister wird nicht der FC Bayern sondern eine Überraschungsmannschaft) richtig gelegen. Ob seine Merkelprognose stimmt? „Sie bleibt nach der Bundestagswahl nicht Kanzlerin. Das wird ein Mann.“ meint Butz, nennt aber nicht den Namen des Nachfolgers. Im gleichen Artikel hatte sich die Kartenlegerin Klaudia Braungart nicht zu einer Wahlprognose entschliessen können (Angela Merkel muss sich auf einen harten Kampf bei der Wahl zur Bundeskanzlerin einstellen: „Das wird ein knappes Ergebnis.“), während die „Hexe“ Luisa Francia keinen Wechsel im Kanzleramt voraaussah. In der Brigitte durfte Roswitha Broszath ihre astrologischen Pseudo-Erkenntnisse zu einigen Spitzenkandidaten im Bundestagswahlkampf loswerden. Die einige bekanntermaßen höchst absurde Diagnosemethoden benutzende Heilpraktikerin (dass die Irisdiagnose Unsinn ist hat sich sogar bis zur AOK herumgesprochen; der ebenso zur Anwendung kommende Vegatest ist eine „Weiterentwicklung“ der Elektro-Akupunktur nach Voll und wurde bereits bei Quackwatch „gewürdigt“) findet in den Sternen von Merkel, Steinmeier, Westerwelle, Lafontaine, Künast und Trittin Trivialitäten zuhauf. Wer hätte denn gedacht, dass bei Lafontaine die Sterne auf „Genussorientierung“ hindeuten, dass „er dem luxuriösen Leben nicht abgeneigt“ ist und dass er „die sozialen Aspekte hoch“  hält? „Einfluss haben, Macht ausüben“ das sagen die Sterne zu Angela Merkel (für welchen Politiker gilt das nicht???) – nur bei Westerwelle verwirrt mich, dass „das weibliche Prinzip etwas kompliziert besetzt“ sein soll … … insgesamt viel Blabla ohne wirklichen Inhalt und nach der ergebnislosen Erörterung der Frage „wer passt zu wem“ weiß Frau Broszath noch, welche Planeten angeblich schuld sind, wenn das Volk sich partout nicht entscheiden kann: Am Wahltag ist Volkes Wille gespalten, das liegt am Einfluss von Saturn und Uranus. Aha!

Lourdes 16072009

Ab heute sollen sich – laut der Nostradamus-Exegese von Ray O. Nolan – in Lourdes diverse Wunderheilungen ereignen. Ich bin schon mal gespannt, ob die großen Nachrichtensender dann vielleicht live berichten wenn die Leute reihenweise ihre Krücken wegwerfen oder aus ihren Rollstühlen aufstehen. Warum gerade dieses Datum interessant sein soll, findet sich übrigens nicht nur bei Nolan, sondern wortgleich im Wikipedia-Artikel zu Bernadette Soubirous, jenem Mädel, dass den ganzen Rummel durch ihre angebliche Vision im Jahre 1858 startete: Vor genau 100 Jahre wurde nämlich ihr Leichnam (warum auch immer) exhumiert …  … ob das die florierenden Geschäfte mit allerlei Behältnissen zum Transport des vermeintlich wunderwirksamen Wassers besonders begünstigt weiß ich natürlich nicht. Zu Engpässen dürfte es in den vielen Souvenirläden aber nicht kommen, denn so wie auf nebenstehenden Foto vom 16.Juli dieses Jahres sieht es vor jedem Laden dort aus (man beachte die Plastikmadonnen mit abschraubbarem Kopf …).

Die Abmahndrohung von Herrn X eskaliert inzwischen weiter. Nachdem mir eine Unterlassungserklärung zugesandt worden war die mir im Falle des Nichtentfernens seines Textes von meiner Webseite eine Strafe von sage und schreibe knapp 23 Euro pro zitiertem Wort androht, habe ich die Sache einem Anwalt übergeben. Jetzt bin ich mal gespannt, wie das Ganze ausgeht …





Der Paungger-Poppe-Zahlenwahn: Primitivnumerologie

14 08 2009

16 Jahre nach dem Mondschwurbel-Megaseller „Vom richtigen Zeitpunkt“ (… und vieler folgender „Mondwerke“ voller unsinniger,  unbelegter und teilweise gefährlicher Behauptungen – mondgläubige Menschen aus meinem Umfeld wollten z.B. wichtige Operationen verschieben weil der Mondkalender irgendwelche Gefahren herbeifantasiert hatte) wagt sich das Bestsellerautorenpaar Johanna Paungger-Poppe und Thomas Poppe an ein neues Thema: In ihrem neuesten Machwerk behauptet Frau Paungger-Poppe sich an weiteres Geheimwissen von Tiroler Bergbauern erinnern zu können. Spielte das Mondgefasel der Autoren immerhin noch zumindest teilweise mit den bekannten (falschen!) Mondmythen, so behauptet sie jetzt sich an etwas ganz anderes erinnern zu können:

Mit diesem Buch möchte ich Sie mit einem ganz besonderen Kapitel des Lebens auf unserem Tiroler Bergbauernhof bekannt machen: mit dem alten Wissen, welch weit reichenden und einschneidenden Einfluss die Zahlen des Geburtsdatums haben.

Ob sie diesen Satz tatsächlich glaubt weiß ich nicht – in jedem Fall verkauft sich vermeintlich altes Wissen unter Esoterikern immer gut – man muss sich nur auf irgend eine Gruppe von Leuten berufen denen man entweder selten im Großstadtalltag begegnet oder die ganz weit weg wohnen. Frau Paungger-Poppe hat sich für ersteren Weg entschieden und da hilft es natürlich, dass sie tatsächlich aus Tirol stammt. Über ihre abstruse Numerologievariante namens „Tiroler Zahlenrad“ schreibt sie:

Für das Leben mit dem Zahlenrad gab es bei uns keine Lehrbücher, es gab keine „einführenden Gespräche“ in der Familie. Wir wussten, wie sicher seine Anwendung funktioniert, wir wussten aber nicht, warum sie funktioniert. Wir lebten damit, erfuhren fast täglich seinen Sinn und Wert, und damit ließen wir es bewenden. Wir nahmen es so selbstverständlich hin wie den Lauf der Jahreszeiten, wie den Donner nach einem Blitz. Das Zahlenrad war uns in Fleisch und Blut übergegangen, es nicht anzuwenden wäre uns verrückt, seltsam, unsinnig vorgekommen. Den Rest des Beitrags lesen »





Ehrendoktor für esoterische Lehren: Das Dalai Lama kommt nach Marburg

29 07 2009

Nächste Woche ist es soweit. Die hessische Universitätsstadt Marburg kriegt Besuch von seiner Heiligkeit, dem Dalai Lama, damit dieser sich einen Ehrendoktorhut abholen kann. Wie die Philipps-Universität in einer Pressemeldung mitteilt wird damit sein „wissenschaftliches Wirken“ gewürdigt – und außerdem

habe er viele westliche Wissenschaftler und Studierende auf den Gebieten der buddhistischen Philosophie und der esoterischen Lehren des tibetischen Buddhismus (die prinzipiell nur mündlich tradiert werden) belehrt, so dass sich sein Wissen maßgeblich auch in deren Veröffentlichungen niedergeschlagen hat.

Wissenschaftliches Wirken? Dann sollte die medizinische Fakultät auch gleich noch Papst Benedikt XVI. wegen seiner tiefgehenden Erkenntnisse zur Verbreitung des HIV-Virus, die er im März dieses Jahres auf seinem Afrika-Flug geäußert hatte, mit einer Ehrendoktorwürde auszeichnen. Die Lehren des rotbemützten Mystifex hat Colin Goldner bereits vor 4 Wochen in der Tageszeitung „Junge Welt“ treffend – und mit einem schönen Beispiel –  kommentiert:

Was der »Gottkönig« in seinen Vorträgen zum besten gibt, ist eine absurde Dialektik von Platitüde und Nonsens. Zum einen läßt er positiv-denkerischen Trivialkram ab, dessen Niveau nur selten über das der Glückskekse hinausreicht, die man nach dem Essen im Chinarestaurant bekommt, beispielsweise »Nur wer Leid erträgt, wird Glück erfahren«. Alle können dabei mit dem Kopf nicken und sich der Erleuchtung ganz nahe wähnen, auch wenn der Aussagewert gleich null ist. Zum anderen schwadroniert er endlos in pseudophilosophischer Metaphysik herum und reiht, begleitet von unmotiviertem Gekichere und sonstigen Hanswurstiaden, wie etwa dem Herumschaukeln auf seinem Thron, sinnleere Worthülsen aneinander.

In der heutigen Ausgabe der gleichen Zeitung gibt Goldner unter dem Titel „Der Phallokrat“ einen kurzen Überblick über die absurden  budhistischen Sexualregeln, der auch folgende schöne Beschreibung enthält:

Solange Mönch oder Lama nicht ejakulieren, können – und sollen! – sie sich durchaus verschiedenster sexueller Aktivitäten befleißigen, die »Benutzung des Sexualorgans«, sofern korrekt vorgenommen, sei ohne weiteres mit dem Gelübde des Zölibats vereinbar. Derlei sexuelle Praktiken, so der Dalai Lama spitzfindig, »sind in Wahrheit kein Sex, auch wenn es so aussieht«

Irgendwie erinnert das an einen amerikanischen Präsidenten, seine Praktikantin und eine Zigarre – wobei jener Präsident immerhin demokratisch legitimiert war, während der – übrigens in China geborene – Grinsemönch einfach auf Grund obskurer und absolut lächerlicher „Reinkarnationsregeln“ im zarten Alter von nicht einmal 3 Jahren in sein Amt gehoben wurde und noch heute in weiten Kreisen auch als legitimer weltlicher Herrscher Tibets (warum eigentlich????) gilt.

Wer mehr über den Dalai Lama wissen möchte, dem sei Goldners Buch empfohlen. Die über 700 Seiten sind nicht unbedingt leicht zu lesen:  Goldners kompromissloser Stil ist gewöhnungsbedürftig,  durch den Einbau diverser Exkurse gibt es viele Wiederholungen im Text und die Detailversessenheit des Autors (der seine Aussagen mit über 1500 Quellenangaben belegt!) nervt manchmal ein wenig, aber gerade im Angesicht dieser unsäglichen Dalaimania (der ja auch Politiker jeglicher Couleur anheim fallen) braucht es solche Bücher! Bitte lesen (und staunen)!





Vermischtes vor dem Urlaub

6 07 2009

Da ich in den letzten Wochen im Job ziemlich eingespannt war musste der Blog ein wenig darben. Jetzt ist endlich Urlaub, und morgen früh wird das Auto gepackt und dann ist 2 Wochen Frankreich angesagt. Vorab noch ein paar Kleinigkeiten und Fundsachen:

Wer sich schon immer mal gefragt hat, wie Alternativmediziner in der Notaufnahme arbeiten kann sich über Kritisch gedacht einen wunderbaren Sketch aus England ansehen. Neben dem – erfolglosen – Versuch die Lebenslinie des eingelieferten Patienten mit einem Kugelschreiber zu verlängern finde ich das „homoeopathic Lager“ am Ende einfach grandios. Die beiden Comedians haben zumindest noch einen weiteren Sketch für Skeptiker auf Lager und auch der ist absolut shenswert.

Dass der Tod von Michael Jackson natürlich auch unter Astrologen diskutiert wird war zu erwarten. Die Frage, ob er in den Prognosen des Jahres 2009 vorkam auch. OK, Jacko war in der Liste „deatch and health watch“ von Nikki Pezaro verzeichnet, aber das war er auch schon  2003/2004, 2005 und 2008  (alles auf der gleichen Webseite).

Questico soll  möglicherweise einen Preis kriegen – natürlich nicht für seine „einfühlsamen Berater“ und deren treffsichere Zukunftsprognosen sondern für die von ihnen eingesetzte Technik. Die nicht unbekante Firma Dell vergibt alljährlich den „Small Business Award“ und laut der dazugehörigen  Pressemeldung geht der Preis an

kleine und mittlere Unternehmen aus, die IT besonders innovativ in ihren Geschäftsprozessen einsetzen, um die Kundenzufriedenheit zu steigern.

Schön für Questico, dass alleine die Tatsache, dass das Unternehmen auf der Auswahlliste ist, irgend einemVorstand bereits ein neues Notebook sichert.

Beim astrologischen Lottotest von Herrn Wolters sind die ersten 17 Ziehungen vorbei. Die Trefferquoten bewegen sich – wie erwartet – im Rahmen der Zufallswahrscheinlichkeit. Herr Wolters hat bisher 2 Treffer, 6 meiner 10 zum Vergleich erstellten Zufallszahlenreihen auch. Bei 2 meiner Zufallsreihen gab es noch keinen und eine hat einen Treffer. Klar und deutlich in Führung liegt meine 5. Zufallsreihe mit sage und schreibe 5 Treffern. Zur Erinnerung: Herr Wolters hat für jede Ziehung bis zum Jahresende jeweils 10 Zahlen mit einem auf Basis astrologischer Konstellationen arbeitenden Computerprogramm berechnet und veröffentlicht und er erzielt einen Treffer, wenn unter den 10 Zahlen mindestens 3 Richtige sind (die Zusatzzahl zählt dabei nicht dazu, denn die erhöht nur die Quote). Rein rechnerisch beträgt die Wahrscheinlichkeit bei diesem Setting einen Treffer zu erzielen ca. 9% bzw. 1/11.

Florian Freistetter hat nicht nur einen guten Artikel über Erich von Däniken im aktuellen Skeptiker veröffentlicht, er hat auch ein weiteres Nonsens-Angebot aus dem Bereich der Astrologie gefunden und die Verhaftung eines Astrologen in Sri Lanka kommentiert. Dieser wanderte nicht etwa wegen falscher Voraussagen ins Kittchen, sondern weil er dem Präsidenten das nahende Ende seiner Amtszeit prognostiziert hatte.

Novch mehr Astrologie gibt’S bei Penn&Teller. Die haben sich in ihrer Bullshit-Reihe – endlich – der Sterndeutung angenommen und inzwischen ist war das Ganze in drei kleine Teile zerlegt auf YouTube zu finden. „War“, weil der 3. Teil auf Grund eines „Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen von YouTube“ entfernt wurde. OK, es gibt andere Orte im Web, von denen man die Bullshit-Folge in voller Länge anschauen (… wenn man deren Player herunterlädt) oder herunterladen kann.

Jetzt muss ich aber so langsam mal meine Taschen packen und meine Urlaubslektüre vorbereiten: Colin Goldner’s Dalai Lama Buch, eine Portion Terry Pratchett, Joe Jackson’s „cure for gravity“  und Donald O’Shea „The Poincare Conjecture“ – aber ich vermute ja, dass ich höchstens eines der Bücher schaffe und ansonsten die hoffentlich reichlich vorhandene Sonne, die schöne Landschaft, das gute Essen und den ortsüblichen leckeren Rotwein geniessen werde.