ZDF-reporter zeigt wie man 30 Euro zum Fenster hinaus wirft

11 06 2009

Heute Abend gibt’s in der Sendung ZDF-reporter offensichtlich einen Bericht zum bekannten Esoterik-Beratungsportal Questico. Erwähnt werden wohl auch Fälle, in denen die „liebevolle Lebensberatung“ offensichtlich mit einem ganz tiefen Griff in das Portemonnaie der Anrufenden verbunden war, aber das ist ja wirklich nichts Neues. Interessanter ist der Selbstversuch des Autors des Berichts – Alexander Graßhoff – der bei einer Beraterin angerufen hat und eine Beratung zum Thema „Beruf“ wünschte.

Die angerufene Beraterin Sarinha zeigte sich dabei – laut des Berichts – als nichtssagende Schwaflerin, die ein wenig um das Thema Beruf herumriet. Wenn jemand nach seiner beruflichen Zukunft fragt, dann ist die allgemein formulierte Vermutung von Sarinha „Du scheinst dich in deinem aktuellen beruflichen Umfeld nicht wohl zu fühlen“ wohl in fast 100% der Fälle ein einfacher Ratetreffer. „Nicht wohl fühlen“ kann ja alles heißen und lässt freien Deutungsspielraum … … ob die Anruferin gerade wegen der Arcandorpleite um den Arbeitsplatz zittert oder der Anrufer von Kollegen gemobbt wird oder oder oder – Gründe um sich nicht wohl zu fühlen gibt’s wie Sand am Meer. Die von Sarinha aus den Karten gelogene Zukunftsperspektive ist ebenfalls mehr als grob. Ein Wechsel wird empfohlen (wobei der für den Wechsel empfohlene Zeitpunkt offensichtlich mehrmals wechselt), finanziell wird’s ein Erfolg und irgendwann werde sich der Anrufer selbständig machen. Letzterer Tipp wird trotz Einwand des Anrufers wiederholt – rationale Argumente sind für eine Kartenlegerin noch lange kein Grund hanebüchene Kartendeutungen zu überprüfen.

Dass Sarinha noch auf nicht gestellte Fragen zur Gesundheit „antwortet“ und Depressionen im Alter zwischen 30 und 40 sich vorauszusagen traut ist schlicht und einfach eine Frechheit. Zum Einen kann das Voraussagen von Krankheiten bei Anrufern reale Ängste schüren, zum anderen ist das Weiterlabern auf Kosten des Kunden reine Abzockerei. Dieser Meinung ist wohl auch Alexander Graßhoff, der folgendes Fazit aus seinem Selbstversuch für 29,10 Euro zieht:

Obwohl ich nur wenige Zwischenfragen stellte und meine Kernfrage, beruflicher Wechsel ja oder nein, eigentlich nach zwei Minuten abgehandelt war, hielt mich die Dame eine Viertelstunde in der Leitung. Und ich hatte definitiv das Gefühl, dass das gewollt war.

Ich glaube dass Herr Graßhoff mit seinem Gefühl hier vollkommen richtig liegt.





Cold Reading in Hamburg und der Berg ruft: Kaczmarek!

27 04 2009

Eine „Konferenz der Hellseher“ fand letzten Samstag in Hamburg statt – und der Ort des Geschehens war gut gewählt: das Rudolf-Steiner-Haus. Zwar findet sich diese Veranstaltung nicht im offiziellen Programm der Antroposophenbude, aber eigentlich passt diese Konferenz sehr gut in ein Haus dieses Namens. Und die laut Bericht ca. 60 überwiegend weiblichen Gäste wurden wohl nicht enttäuscht. Den Rest des Beitrags lesen »





Werbung für „Heilsteine“ unzulässig

3 04 2009

Ein interessantes Urteil hat das Landgericht Hamburg gefällt: Werbung für „Heilsteine“ ist selbst dann unzulässig, wenn der Anbieter darauf hinweist, dass es für die in die Steine hineinphantasierten Wirkungen keinen wissenschaftlichen Nachweis gibt. Ein wirklich schönes Urteil, das die Frage offen lässt, ob sich die vielfältigen Webangebote zu Heilsteinen nun ändern werden.

Ob Seiten wie diese oder  jene von dem Urteil betroffen sind könnte ebenfalls eine spannende Frage sein. Dort wird zwar nicht direkt etwas verkauft, sondern es werden nur mit den üblichen Eso-buzzwords garnierte Pseudoerklärungen geliefert, aber im Urteil des Gerichts steht auch folgender Satz:

Der Unterlassungsanspruch gegen die Klägerin umfasste aber nicht nur das Verbot, Steinen krank¬heitsheilende Wirkung beizulegen, sondern auch das Verbot, die Steine im konkreten Zusammenhang als „Heilsteine“ zu bezeichnen. Denn nach Ansicht des Gerichts stellt die Bezeichnung „Heilsteine“ im Kontext mit der Werbung für die angeblich krankheitslindernde Wirkung von Steinen eine unzulässige Werbeangabe i.S.d UWG und HWG dar.

Zum Thema „Einfluß der Steine auf den Menschen“ gab es auf der Skeptikertagung 2002 einen schönen Vortrag des Geologen Klaus Olschewski – den Bericht darüber möchte ich den Lesern nicht vorenthalten:

Der anschließende Vortrag des Geologen Klaus Olschewski beschäftigte sich mit der Frage „Welchen Einfluss haben Steine, Minerale und Edelsteine auf den Menschen?“ Zunächst gab Olschewski einen Überblick über die verschiedenen Gesteinsarten und erläuterte, wie die einzelnen Steine auf den Menschen wirken. Wohl jedem bekannt ist das in Höhlen auftretende Radon. Dies kann in Dosen, wie sie unterirdisch auftreten, schädlich sein, wird aber im Kurbetrieb therapeutisch immer noch eingesetzt. Bekannt sind auch durch Gesteine verursachte Krankheiten wie Silikose und Asbestose. Neben der schädlichen Wirkung sind durchaus auch positive Auswirkungen bekannt. So gibt es einen Deo-Stein (aus Alaun), der das Schwitzen unterbindet und als Blutstillstift adstringierend wirkt. Oder das „Höllenstein“ genannte Silbernitrat, welches zur Behandlung von Warzen eingesetzt werden kann, da es katalytisch auf Sauerstoff wirkt und die Warzenviren schädigt.

Der Referent ging dann über zur Gemmologie, der Edelsteinkunde. Zu den Edelsteinen zählen u. a. Bernstein, Perlen, Korallen und Elfenbein – bei Preisen von 20 Euro pro Gramm (4000 Euro pro Karat) sei hier eine eindeutige Wirkung auf die Psyche der Frauen festzustellen – eine Bemerkung, die ihren erheiternden Effekt nicht verfehlte. Olschewski widmete sich dann aber den in Mode gekommenen Heilsteinen. Ein guter Heilstein müsse auf jeden Fall bunt und attraktiv sein. Von Esoterikern werden fast alle attraktiven Minerale gegen jede Art von Beschwerden eingesetzt. In der Szene sind zurzeit „Donuts“ in Mode, ringförmig geschliffene, flache Anhänger, die an Lederschnüren getragen werden. Dem Tigerauge etwa schreibt man positiven Einfluss auf Lunge, Augen und Darm zu, es soll helfen bei hormoneller Überfunktion, Knochenkrankheit, Asthma usw. usw. Kein Steinchen, dem nicht eine Vielzahl von Heilwirkungen zugeschrieben werde – und Achat helfe sowieso gegen alles!

Daneben gibt es noch die Heilstein-Alchemie. Hier wird etwa die Asche von angeblich heilenden Steinen, z. B. von Diamant (!), aufgegossen mit Regenwasser, als Elixier verabreicht. Damit solle die „Information“ des Heilsteines weitergegeben werden. Oder es werden „Tees“ zubereitet, wobei z. B. der grüne Malachit gegen den Grünen Star eingesetzt wird. Die Steine werden auch getragen, wobei sie mit schädlicher Energie aufgeladen werden, sodass man sie danach wieder entladen muss, um sie schließlich wieder mit positiver Energie aufladen zu können. Mondstein etwa legt man zu diesem Zweck bei Vollmond ans Fenster. Die Palette der Anwendungsmöglichkeiten ist schier unendlich…

Entbehren solche Behauptungen jeder Grundlage, sollte man mögliche schädliche Wirkungen von Steinen ernster nehmen. So werden etwa so genannte Handschmeichler aus Zinnober vertrieben. Zinnober ist Quecksilbersulfid, das schon durch schwache Säuren wie etwa im Handschweiß gelöst wird, wodurch Quecksilber über die Haut aufgenommen werden kann. Das Mineral Rotnickelkies, das von Esoterikern gegen Anämie empfohlen wird, verwittert schon an der Erdoberfläche. Dabei entstehen u. a. Arsenate und Nickeloxide, die zum einen giftig und karzinogen sind und zum anderen hochallergen wirken können. Als Schmuckanhänger sollten auch radioaktive Zirkone nur dann eingesetzt werden, wenn man, so Olschewski, „von der Trägerin als Universalerbe eingesetzt wurde“. In den meisten Heilsteinbüchern fehle jedoch der Hinweis auf die Gefahren durch Mineralien.





Lustige Ausreden für falsche Prognosen

2 04 2009

Johannes Höber ist Hellseher und wagt sich in unregelmäßigen Abständen an Zukunftsprognosen – liegt damit aber immer mal wieder bzw. eigentlich fast immer wenn er etwas Konkretes voraussagt, daneben. Das ist natürlich kein Beleg seines Scheiterns – er kann nämlich wunderbar erklären, warum er bei der ein oder anderen Prognose daneben lag.

Aktuell wagt er ja keine allzu schwierigen Prognosen. Wenn man von dem Anschlag in Mexiko und den Erdbeben mit Todesopfern in Mitteleuropa absieht ist der Rest nichtssagendes Geblubber. Außerdem will er auf Grund seiner hellseherischen Fähigkeiten wissen, dass der verunfallte österreichische Rechtsausleger Jörg Haider nicht betrunken war, sondern dass ihm zuvor in einem Lokal KO-Tropfen verabreicht wurden. Offensichtlich waren die Tropfen sehr alkoholhaltig, denn der Mann hatte 1,8 Promille im Blut. Ok, Herr Höber mag also Verschwörungstheorien – bei abgedrehten Esofreaks sind die ja sowieso beliebt …

Am besten aber finde ich seine Ausreden. Vorsorglich hat er zu seinen aktuellen Prognosen einen Link mit dem Titel „Kommentare zu Vorhersagen, die nicht exakt eingetroffen sind“ gepackt – und dort liest man Folgendes:

Hin und wieder kann es auch vorkommen, dass  vorhergesagte Ereignisse nicht in derselben Form, in der sie von mir vorhergesehen wurden, eintreffen. Das kann, wie in meinem Buch ausführlich erklärt, mehrere Gründe haben:

„Hin und wieder“? Eine schamlose Untertreibung!

1)   Ein bestimmtes Schicksal wurde durch bewusstes Eingreifen, bzw. durch Erlangen des dafür notwendigen Bewusstseins, abgeändert oder abgewendet.

Schwurbeldischwurbel! Auf deutsch: Äh, ich hab’s halt nicht gewußt und brauche eine Nonsensausrede in der die Worte Bewußtsein und Schicksal vorkommen.

2)   Zur Erfüllung des göttlichen Plans wurde von der göttlichen Vorhersehung ein anderer Weg der Realisation gewählt.

… und für die Anhänger irgendwelcher Göttinnen und Götter habe ich die Schlagworte „göttliche Vorsehung“ und „göttlicher Plan“ im Ausredenprogramm.

3)   Der zeitliche Eintritt eines Ereignisses hat sich durch das Hinzukommen neuer Faktoren oder dem Ausbleiben von bedingenden Faktoren verschoben.

Holla! Die Faktoren nicht gesehen? Was für eine Pfeiffe!

4)   Aufgrund des zum Zeitpunkt der Schauung noch ungewissen Ausgangs eines Ereignisses wurde die Entscheidung zu einer klaren Aussage etwas verfrüht getroffen.

Immerhin, hier spitzt so etwas wie Selbstkritik durch die spärlichen Zeilen. Obwohl, wenn er von „klaren Aussagen“ schreibt, dann kann er seine eigenen Prognosen ja eigentlich nur selten meinen. Und „etwas verfrüht“ heißt ja auch nur, dass er gerne mal das Maul aufreißt und Nonsens salbadert … …  aber die Seite ist ja noch nicht zu Ende: 

In der Folge möchte ich deshalb hier zu Aussagen von mir, die in der einen oder anderen Form nicht exakt wie von mir vorhergesehen eingetreten sind, noch ein paar Worte hinzufügen:

Tja, vielleicht hatte er das 2006 tatsächlich vor, bis jetzt gibt er aber nur eine Fehlprognose zu:


Wahl Berlusconi:

Hier habe ich gesehen, dass Romano Brodi mehr Kampfgeist entwickeln müsste um die Wahl gegen Berlusconi für sich zu entscheiden. Hier wurde jedoch von bestimmten Kreisen eingegriffen, das bedeutet, dass die Wahl nur durch eine Wahlmanipulation bei der Auszählung der Stimmen von Romano Brodi gewonnen wurde. Hätte die Regierung einer Überprüfung zugestimmt, wäre das Ergebnis sicher anders ausgefallen.

Tja, Herr Höber, die Prognose war einfach falsch! Auch bei einer Fifty-fifty-Chance kann man falsch raten – ja man tut es sogar im Schnitt jedes zweite Mal. So ein Pech aber auch. Und ansonsten hatten sie ja immer Recht, Ausreden für andere ihrer früheren Prognosen sind natürlich absolut unnnötig – obwohl mich die jeweiligen Ausreden der Verschwörungstheorieklasse druchaus interessiert hätten:

  • Bis Mitte des Jahres 2007 wird der Iran die Atombombe haben.
  • Ich sehe für den Zeitraum Juni, Juli und August ein weiteres Seebeben in jener Region, wo bereits das Tsunami seine Verwüstungen hinterlassen hat. (für 2006)
  • Nordkorea wird noch einen weiteren Atomtest durchführen, quasi als Warnung an die USA. Daraus resultierende Wirtschaftssanktionen werden die Nordkoreaner als Kriegserklärung auffassen. Für 2007 sehe ich hier auch Militärschläge der USA, Nordkorea wird jedoch zurückschlagen und den Amerikanern Verluste bereiten.
  • Der Iran hält den Westen zum Narren und wird im Atomstreit nicht einlenken. Wie im Buch beschrieben, wird es hier bis spätestens 2008 sicher zu kriegerischen Konfrontationen in Form von Luftschlägen kommen.
  • Wie in meinem Buch vorausgesagt, wird es auch noch zu einem Anschlag auf Bush kommen. Hier hat es nur eine zeitliche Verschiebung gegeben, nicht aber in der Sache selbst. Der Anschlag auf Bush steht noch aus.
  • Kurzfristig wird die Wirtschaft in den USA nochmals angekurbelt werden können. Das Jahr 2008 und 2009 sehe ich hier, bedingt durch die Anstrengungen der neuen Regierung welche nach Bush folgt, noch einigermaßen positiv.
  • Die nächste Regierung in den USA, hier sehe ich übrigens Hilary Clinton als erste Frau im Präsidentenamt der Vereinigten Staaten, wird dann die Rechnung für vieles was in den vergangenen Jahren geschehen ist präsentiert bekommen. Die daraus resultierenden Unruhen und kriegerischen Auseinandersetzungen werden die Weltwirtschaft destabilisieren und auch auf Europa große Auswirkungen haben.




Palmblätter aus Mönchengladbach (mit aktuellem Update)

29 03 2009

Vor einiger Zeit hatte ich über die kopierten Terrorprognosen aus den Palmblättern des Herrn Ritter geschrieben, heute muss ich – nach dem Lesen des taz-Artikels „Der übersinnliche DAX“ und dem Folgen des Links zu den Anbietern von Esoterikmessen – mich doch noch einmal zum Thema Palmblätter äußern. Denn auch wenn es Herrn Ritter, der ja Reisen zu den Palmblattbibliotheken in Indien feil bietet, nicht unbedingt gefallen dürfte, es gibt auch so etwas wie eine deutsche Palmblattbibliothek: bei Hildegard Matheika in Mönchengladbach. Auf ihren Namen kam ich durch das Verzeichnis der „Esoterikexperten“ auf der Webseite der Esoterikmesse-Veranstalter, denn dort firmiert sie als einzige Palmblattexpertin. Und ihre (Selbst-)Beschreibung klingt schon toll:


8000 Jahre? Nun ja, die anderen Palmblattjünger übertreiben da weniger und nennen 5000 Jahre, aber auch das stimmt ja nicht so ganz, denn sie schreibt  ja selbst, wie diese Blätter in ihren Besitz gelangten:

Für Frau Matheika sind also Palmblätter aus dem 16. und 17. Jahrhundert 8000 Jahre alt … … und selbstverständlich erklärt sie nicht, warum die Vergangenheit und Zukunft ihrer Kunden gerade in diesen Blättern stehen soll. Wahrscheinlich hat sie dafür keine Zeit, denn Frau Matheika ist nämlich 200 Tage im Jahr unterwegs und bietet ihre Arbeit an [der im Folgenden zitierte Text ist im Internet nicht mehr verfügbar, listet aber nur einen Teil der Angebote dieser Frau von ihrer Webseite auf]

„zum Teil Kartenlegen, Lesen aus der Palmblattbibliothek, Kontakt zum Jenseits, biete Pilgerreisen an nach Lourdes, dann Deeksha-Reisen nach Bali – einfach um den Menschen zu helfen …“

Boah! Diese Frau kann ja fast alles! Und auf ihrer Webseite kommt noch viel mehr (Die Screenshots der im Internet veröffentlichten Webseite von Frau Matheika habe ich am 23.3.2012 erneut erstellt. Außerdem wurden die Seiten aus Dokumentationsgründen bei WebCite archiviert) – zum Beispiel ist sie auch Meisterin der weißen Magie und kann alles Böse entfernen:

Das kennt man ja! Wenn’s schief läuft im Leben haben andere Schuld – und Matheika kann natürlich helfen:

Matheika, die Expertin für die Abwehr alles Bösen!

Wissenschaftlich erforscht? Aha! Und wie war das Ergebnis? Hat sie den Randi-Preis gewonnen? Natürlich nicht, aber wenn – wie in den Zeiten der Finanzkrise ja durchaus üblich – die Gier nach Geld als „negativ“ zu bewerten ist, dann kann Matheika sicher helfen … … denn ihre Hände haben die Kraft zu nehmen – bevorzugt Bares aus dem Portemonaie der Kunden!

Klar,  Matheika opfert sich und nimmt das negativ beladene Geld an sich. Verlogene, zynische Abzocke ist das – aber die Kunden auf den Esoterikmessen sind das ja gewohnt und haben es wohl nicht besser verdient. Wer bei der hanebüchenen Verbindung von Lourdes, weißer Magie und Palmblattbibliotheken nicht irgendwie stutzig wird, dem ist wohl nicht mehr zu helfen – hätte Matheika noch gechannelte Botschaften des Osterhasen in ihrem Repertoire, es würde kaum auffallen.

(Die Screenshots der im Internet veröffentlichten Webseite von Frau Matheika habe ich am 23.3.2012 erneut erstellt. Außerdem wurden die Seiten aus Dokumentationsgründen bei WebCite archiviert und können bei Bedarf jederzeit wieder abgerufen werden.)





Satire vs. Esoterik 0:1

20 03 2009

Qualitätsbloggerin Buchstaeblich hat ihre hübsche Beschreibung der Herstellung einer CD  zur Ohral-Homöopathie unter Satire eingeordnet und da gehört sie auch hin. Ihre Tonverdünnung ist aber noch gar nichts  gegen den realen Wahnsinn esoterischer Produkt- und Voodooangebote. Eine CD mit in „reiner Stille“ Verdünntem kann man nämlich schon seit Jahren in England bestellen – zum Beispiel bei Energetic Medicine Research oder World Development Systems.

Die Beschreibung ist Realsatire pur und beginnt zum Beispiel so:

The Silent Healing CD is 74 minutes of powerful silence – just pop it into your CD player and press Play, sit back, and FEEL the difference.

Nach einigem Gefasel von „advanced technology“ und „energy system“ wird auch erklärt, warum die CD so wirksam ist:

The CD contains over 34,000 different homoeopathic type remedies, which have been sampled and stored on the Silent Healing CD.

Wow! Damit wissen wir endlich, dass – bei 74 Minuten Laufzeit – ein gesampletes Homöopathikum in durchschnittlich 0,13 Sekunden Stille aufgelöst werden kann. Wie das funktioniert wird leider verschwiegen, aber dafür gibt es eine riesige Menge an Wirkung:

Balancing energies of people, room, office and space clearing.
Helps Feng Shui.
Counteracts adverse energy from TV, TV games, computer games, computer and Internet.
Promotes clearer thinking, whatever you are doing!
Reduces the effects of “sick office syndrome”.
Creates clear space for meditation and daily work.
Offers self-healing during the day and/or night.
Promotes deeper more restful sleep.
Helps calm children and animals.
Promotes healthier environment for house and greenhouse plants.
Exercises body’s ability to recognise beneficial healing

Fehlt nur noch, dass die CD das Körpergewicht reduzieren hilft, Viagra ersetzen kann und für dauerhaften Weltfrieden sorgt – für £34,00 (es geht auch teurer) ist das ein absolutes Schnäppchen. Und wer jetzt noch nicht überzeugt ist, dem empfehle ich das Ganze doch einfach selbst zu testen: Einen 5-minütigen Ausschnitt kann man nämlich hier herunterladen und dann ganz in Ruhe anhören auf sich wirken lassen. Und das schönste: Wenn man den Download als Endlosschleife über die Lautsprecher schweigen lässt verwandeln sich die unbeschallten Räume automatisch in eine Heilpraktikerpraxis …





Vermischtes: Lourdeswunder, Astrologietag und mehr

17 03 2009

Wie Manfred Dimde behauptet auch Ray O. Nolan gerne er hätte irgend einen Nostradamus-Code entschlüsselt und könne aus den alten Verslein die Zukunft vorhersehen. Wie die anderen Nostradamusdeuter auch gehört Nolan üblicherweise zu den Schwarzsehern, hat aber für September 2009 eine gute Nachricht auf einer seiner Internetseiten parat und prophezeit das Wunder von Lourdes:

Die „zweite Vorsehung“ könnte nicht nur bedeuten, dass es an diesem 22. September 2009 zunächst zu Hunderten und in der Folge zu Tausenden neuen Wunderheilungen kommt, sondern vielleicht auch, dass es zu einem neuen, optisch sicht-baren Wunder kommt, über dass man noch lange sprechen wird („was vom hohen Himmel nicht fortgewischt werden kann!“). Auch hier bin ich mir sicher, dass wir   n a c h   diesem Ereignis die ein oder andere Textstelle erst wirklich verste-hen werden.

Diese Seite darf man übrigens zitieren, bei anderen Seiten möchte Nolan dies mit folgendem kleinen Text verhindern:

Copyright 2004-2009 by Ray O. Nolan
C.d.C. 2749, PY-1209 Asunción (Paraguay)

(Falls Sie dennoch Fotos oder Texte von dieser Homepage klauen wollen, erwartet Sie
im günstigsten Fall eine Rechnung in Höhe von 100.- Euro pro 1 bis 2000 Zeichen/Buchstaben
bzw. 100.- Euro pro Foto.)
Ich an Ihrer Stelle würd’s bleiben lassen und mir eigene Texte einfallen lassen.

Der Mann scheint tatsächlich zu glauben, irgendjemand wolle seinen Unsinn über die letzten sechs Päpste und die letzten 4 US-Präsidenten kopieren. Schon die Zählung der US-Präsidenten ist höchst eigenwillig: Obama ist der 44. Präsident, nicht der 18. …

Der Deutsche Astrologen Verband feiert am Freitag seinen „Tag der Astrologie“ und möchte „der Öffentlichkeit die Astrologie – als bedeutendste Symbolsprache des Abendlandes – wieder ins Bewusstsein zu rufen„. Klappern gehört zum Handwerk, aber das Ziel  „über die Unesco die Etablierung eines internationalen Tages der Astrologie zu erreichen“ zeugt mal wieder von einer masslosen Selbstüberschätzung der Astrologenfraktion.

Tauchen Sie ein in eine Welt voller Spiritualität und Inspiration –“ was wie die Einladung zu einem Wochenende mit irgendwelchen esoterischen Ritualen beginnt endet ganz profan „mit dem ersten spirituellen Mobilfunkanbieter qiwani-mobil„. Die Welt listete diesen Anbieter in einer Übersicht spezieller Handytarife auf und geboten werden Tageshoroskop, Wellnesstipps, verschiedene Orakel, Mondgeblubber und Esoterikwerbung satt. Ob mit solch spirituellen Angeboten tatsächlich ein Gegengewicht zu dem von Esoterikern häufig gefürchteten pösen Elektrosmog erreicht werden kann bleibt anzuwarten.

Absolut empfehlenswert ist der Gastbeitrag von Pianoman bei Astrodicticum Simplex über eine Veranstaltung im Forum Berufsbildung: am 12.3. hatte dort ein Bewerbungsprofi über Die eigene Berufung finden – Psychologische Astrologie als Wegweiser für Berufsfindung und Bewerbung“ referiert und Pianoman kommentiert und analysiert das Geschehen unter dem Titel „Instant Karma“ oder „Die Faulheit des Psychologen“.





Nostradamus 2009 – kein Ende des Dimdeschwurbels

16 03 2009

Fast schon eine Art lästige Pflichtlektüre ist das jährliche Nostradamus-Taschenbüchlein von Manfred Dimde,  das auf dem Umschlag für 2009 – wie in den Vorjahren auch – „Die aktuellen Prophezeiungen“ sowie einen „Schlüssel zur Zukunft“ verspricht. Zur Abwechslung war auf dem Cover noch „Beginn der Weltschicksalsjahre“ zu lesen – in den Vorjahren wollte an gleicher Stelle noch der Satz „Neues von Nostradamus“ sugerrieren, Herr Dimde hätte Neuigkeiten zu berichten.

Aber der Reihe nach. Zu Beginn betreibt Dimde, etwas Selbstbeweihräucherung und schreibt dass er bereits 1982 besonders dramatische Zeiten für die Jahre 2011 bis 2014 dräuen sah – und verschweigt diskret all seine Nonsensprognosen aus früheren Büchern. Sollte nicht schon 2002 Stuttgart im atomaren Feuer verglüht sein?

Danach (Seite 11) phantasiert Dimde unter der Überschrift „Seherinstumente“ über Kristallkugeln und den Gral bevor er ab Seite 17 versucht die Astrologie „einmal anders“ zu erklären. Wie letzterer Artikel den Dreh von Barcodes zur Astrologie mittel des Bildes eines Zebras findet ist schon bemerkenswert lächerlich: Er blendet das schwarz-weiß gestreifte Zebra vor den schwarz-weiß gestreiften Barcode und „erklärt“, dass „immer wenn im Vergleich zwischen Barcode und Zebra eine Übereinstimmung hinsichtlich eines Balkens besteht, wird beim Träger des Musters, wie man so schön sagt, etwas ausgelöst„. Zur Verfeinerung fügt Dimde noch hinzu, dass der Barcode in Bewegung ist und merkt an, dass „sowohl schwarze als auch weiße Balken Einfluß auf das Zebra haben„.  Bin mal gespant, ob diese Barcodeanalogie in der Zukunft auch mal von echten Astrologen verwendet wird …

Es folgen 50 Seiten, auf denen Dimde Fundsachen aus dem Internet und diversen Nachrichtenmagazinen mit kleinen Kommentierungen präsentiert.  Warum er dies tut bleibt unklar, denn eine Beziehung zu seinen „Deutungen“ der Vorjahre fehlt völlig. Den Leser fordert er auf, die Nachrichten selbst in die alten Jahrbücher von 2006 und 2007 einzutragen – eine ziemlich blöde Aufforderung, da die Texte vom 12. April 2007 bis zum 22. April 2008 datiert sind. Ich vermute, dass hier schlicht und einfach ein Kopierfehler vorlag, denn die Seiten 21 und 22 von Nostradamus 2009 sind mit den Seiten 13 und 14 von Nostradamus 2008 absolut identisch. Inhaltlich ist vielleicht der Kommentar auf Seite 59 zum 27.12.2007 interessant: Da er schon im Buch Nostradmus 2004 von einer Frau als „Drahtzieherin“ künftigen Unheils schwadronierte konnte er zu diesem Datum mit einem fett gedruckten „Sie war es nicht!“ die ermorderte ehemalige pakistanische Premierministerin Benazir Bhutto ausschliessen. Ich hatte ja schon vor Jahren eher eine Angela oder eine Hillary vermutet …

Ab Seite 73 kommt dann endlich die Nostradamus-Prophezeiung für 2009 – bzw. das übliche Geraune, aus dem sich beim besten Willen kein Sinn erschliessen lässt. Es beginnt schon damit, dass er die Standardübersetzung schlicht ignoriert und schon bei seiner eigenen Übersetzung alles Mögliche hineinfantasiert. Danach kommt sein eigenes „Inflationsverfahren“, denn jede hingeraunte Nostradamuszeile bläst er zu einem neuen, noch unverständlicheren Vierzeiler auf, in den er dann – wie üblich – allerlei Katastrophen hineinphantasieren kann. Es geht – GÄÄÄÄHN – mal wieder um den dritten Weltkrieg (von dem 1oo Staaten betroffen sein werden), um irgendjemanden der aus Kastillien stammt, um eine Art Giftattacke, die den Boden 14 Jahre lang vergiftet und um den 8. Dezember 2009, an dem irgendetwas passieren oder vorbereitet werden soll.

Schwupps ist Seite 109 erreicht und schon geht’s ins Kalendarium. Pro Woche gibt es eine Doppelseite wobei rechts nur ein Horoskopbild und leere Zeilen zum Selbereintragen von Ereignissen zu finden sind. Links gibt es für jeden Tag ein „Astrothema“ und „Besonderheiten und allgemeine Tendenzen in dieser Woche“ (gegliedert nach Welt, Deutschland und Privat). Das Astrothema ist ein belangloser Nonsenssatz (heute z.B. „Auf einem Fischmarkt wird ein Wal versteigert„, morgen: „Freunde, die schunkeln„, gestern „Der linke Arm tut weh“) und man soll aus diesem Quatsch seine eigenen Prognosen herauslesen. Unter Besonderheiten wird nebulös und sinnfrei geschwurbelt – für  diese Woche im Angebot:

Unerfahrene und einfältige, aber dafür umso selbstbewusstere Politiker beginnen der Welt ihren Willen aufzuzwingen. (Welt)

Erfolge in der Forschung werden von Politikern übersehen. Dadurch kann das Fundament für die Lösung eines Problems der Zeit noch nicht gelegt werden. (Deutschland)

Diese Woche (12.-18.3.) bietet übrigens sogar eine der ganz wenigen, fast schon genial exakten Prognosen:

In der Landwirtschaft wird im Zusammenhang mit Futtermitteln ein ungewöhnlicher Skandal enthüllt. (Deutschland)

Über den Rest kann man eigentlich nur schweigen- wäre da nicht ganz am Ende des Buches (Seite 245) ein absolutes Highlight zu finden: Nach mehreren Seiten „Nostradamus und unsere Zukunft im WELTRAUM“ erklärt Dimde, mit welchen Begriffen Nostradamus moderne Technik beschrieben hat:

  • Die Lichter               Künstliche Sonnen im Erdorbit
  • Der Kopf                   Im Weltraum kreisende Computeranlagen
  • Der Spieß                  Ein besonderer Typ Raumschiff
  • Neue Himmel         Veränderte Planetenbahnen unseres Systems
  • Der Stein                   Gerät mit einer bestimmten Funktion

Da fehlt nur noch eine kurze Definition:

  • Der Papiermüll           Buch des Nostradamusdeuters Dimde




Potentiale im Gesicht

10 03 2009

„Was umstrittene Persönlichkeitstrainer in Unternehmen anrichten“ ist der Untertitel des lesenswerten Buches „Der Griff nach der Psyche“ von Bärbel Schwertfeger aus dem Jahr 1998. Das Werk selbst ist leider nur noch antiquarisch verfügbar, aber die Autorin ist weiterhin in diesem Bereich aktiv. Unter dem Titel „Verräterische Beule am Kopf“ berichtete sie im November 2006 in einem Spiegel-Artikel über einen gerade aktuellen Wahnsinn aus der esoterischen Rumpelkammer: die Psycho-Physiognomik – eine 1:1-Fortführung der Physiognomik mit der schon die Nationalsozialisten ihr Eugenik-Programm pseudowissenschaftlich zu unterfüttern verstanden. Dass es offensichtlich Unternehmen gibt, die sich auch heute bei der Personalauswahl auf ein solches „Instrument“ verlassen ist an sich schon kaum zu glauben. „So sehe er etwa am Aufbau des Hinterkopfs und Unterkiefers, ob jemand eher harmoniegetrieben sei. Die Willensstärke erkenne er an der Nase.“ wird ein Personaler zitiert – man möchte ihn zu gerne fragen, ob sich die Willensstärke ändert, wenn bei einer Person mittels plastischer Chirurgie eine Nasenkorrektur vorgenommen wird.

Inzwischen gibt es ein solches Angebot sogar online für jedermann: Auf der Webseite Facionic – Discover your potential reicht das Einsenden zweier Fotos und man erhält – je nach Wunsch – sein Persönlichkeitsprofil oder sein Partnerschaftsprofil. Und dass es funktioniert, dafür verweist die Webseite auf einige Presseartikel, die ganz deutlich zeigen, wie wissenschaftlich das Ganze ist:

  • ein Artikel in der Fernsehwoche (Ausgabe vom 6.3.09; Seite 14/15)
  • ein Artikel aus Wallstreet online vom 20.11.2008
  • drei Spiegelartikel

Nun ja, die Fernsehwoche ist nicht gerade für Wissenschaftlichkeit berühmt (der Artikel ist so überzeugend wie eine Astrologiewerbung) und in Wallstreet online wird nur darauf hingewiesen, dass es ab jetzt Facionic gibt. Mit den Spiegelartikeln verhält es sich da etwas anders. Ein Artikel hat nichts mit dem Thema zu tun (es geht um Autos!), die beiden anderen beschreiben die jeweils gleiche Studie – einmal unter dem Titel „Erfolg steht Managern ins Gesicht geschrieben“ ein weiteres Mal unter „Das Antlitz der Sieger„. In dieser Studie konnten Probanden nur an Hand von Schwarz-Weiß-Fotos ziemlich gut unterscheiden, ob der Abgebildete ein eher erfolgreicher oder eher erfolgloser Manager war. Immerhin, möchte man sagen, aber stützt dies wirklich die Behauptung, dass man aus dem Gesicht eines Menschen seine Talente, Eigenschaften, Potentiale und Fähigkeiten ermitteln könne?

Aber auf Facionic wird das Ganze ja auch erklärt:

Grundlage der Physiognomik ist die Erkenntnis, dass das menschliche Erscheinungsbild einerseits auf genetischen Grundlagen aufbaut, zusätzlich jedoch auch sehr stark durch Erlebnisse und Erfahrungen wie auch Erziehung und Bildung, also durch anhaltende Aktivitäten des Gehirns geprägt wird.

Eine ziemlich gewagte Behauptung, zu der ich doch gerne den ein oder anderen Beleg hätte…

An allen Stellen eines menschlichen Körpers, an denen ein starker Energiefluss herrscht, zeigen sich formbildende Veränderungen.

Genau! Wenn ich zu viel esse, dann zeigen sich formbildende Veränderungen in Form einer Plautze – aber wo sonst herrscht ein starker „Energiefluß“ im Körper? Oder wird hier nur mal wieder das Wort „Energie“ verwendet weil es so schön klingt?

So wie ein Muskel, der über längere Zeit stark beansprucht wird, sich ausdehnt und vergrößert, reagiert auch das menschliche Gesicht auf die immer wiederkehrenden energetischen Reize geistiger Aktivität mit Ausdehnung und Veränderung.

Ein wunderbarer Satz! Mittels geistiger Aktivität kann ich also meine Gesichtsszüge verändern? Belege bitte! Um welche „energetischen Reize“ handelt es sich hier? Wie wirken sie?

In fortgesetzter Forschungsarbeit und Weiterentwicklung der Physiognomik ist es der FACIONIC AG gelungen, durch die Zuordnung von Arealen und Ausprägungen zu definierten Begabungen, Fähigkeiten und Eigenschaften die Methode so zu systematisieren, dass eine klare, nachvollziehbare und verlässliche Analyse der Merkmale des menschlichen Gesichts möglich ist.

Tatsächlich? Wo ist das nachzulesen? Wo sind diese bahnbrechenden Erkenntnisse veröffentlicht? Aber natürlich sucht man auf der Webseite diese Art von Quellen vergeblich. Es geht ja nur darum, seine pseudowissenschaftlichen Dienstleistungen zu verkaufen – und da behauptet man halt mal ziemlich genau das, was Astrologen von ihrer „Kunst“ auch behaupten. Potential, Beruf und Partnerschaft kann man übrigens auch aus anderen Körperteilen lesen lassen: Ob der oben zitierte Personalmensch seine Bewerber um entsprechende Bilder bittet wenn er an die Fähigkeiten von Frau Olschewski glaubt?





Das erwartet uns 2009 (Teil 5) – Kopierte Terrorprognosen aus dem Palmblatt

5 03 2009

Die Palmblattbibliotheken in Indien gehören wahrscheinlich den teuersten Optionen, wenn man denn einen esoterischen Blick in seine eigene Zukunft werfen möchte. Dass man bereits 2250 Jahre v. u. Z. „Palmenpaier“ zur Aufzeichung verwendet haben soll ist sicher interessant und für Historiker dürfte der Inhalt eine Menge Erkenntnisse über das Leben der Menschen damals liefern. Die Behauptung, dass in den so genannten Palmblattbibliotheken für jeden, der eine solche Bibliothek besucht, ein persönliches Palmblatt mit seinem eigenen, persönlichen Schicksal hinterlegt sein soll ist jedoch eher absurd. Da es eine Vielzahl dieser „Bibliotheken“ gibt gehen die Adepten dieser Mumpitztheorie außerdem davon aus, dass die Ersteller der Palmblätter bereits bei der Beschriftung der Blättchen anno dunnemals (vor 5000 Jahren!!!) wussten, wer denn da irgendwann ‚mal zu ihnen kommen wird. Auf einer Seite des Eso-Mystik-Shops Esotheka liest sich der Versuch einer Erklärung so:

Doch wie war ihm das möglich? Entweder hat er die Fähigkeit gehabt seine Klarträume so zu bestimmen, dass er die Daten und Fakten von allen Menschen, die jemals dort hinkommen werden, aufschreiben konnte oder wurde ihm die Fähigkeit gegeben, wie es in indischen Quellen gesagt wird, einen Blick in das Weltgedächtnis zu werfen.

Ach so, das „Weltgedächtnis“, oft auch Akasha-Chronik genannt. Und was haben sie dort über die einzelnen Menschen aufgeschrieben? Nach dem Reisebericht von Olaf Schreiber, der im Dezember 1999 zwei Palmblattbibliotheken besucht hatte und seinem Bericht die Überschrift Nadi, Ola und Betrug voranstellt, ist die Antwort klar und eindeutig: NICHTS!

Wenn wir einem gewissen Herrn Thomas Ritter glauben wollen, dann ist aber nicht nur das Schicksal einzelner Menschen, sondern sogar das ganzer Länder und Kontinente in den Palmblattbibliotheken hinterlegt: Den Rest des Beitrags lesen »