Das erste Spiel ist gespielt, die deutschen Kicker haben 4:0 gewonnen und weit über die Hälfte der WM-Orakel lagen richtig und haben den Sieg vorhergesagt bzw. vorhergefuttert. Man kann auch als Zeichen dafür sehen, dass bei dem ein oder anderen Orakel dann doch etwas getrickst wird, denn rein statistisch hätte man erwarten können, ja müssen, dass sich etwa die Hälfte der Orakeltiere für Portugal „entscheidet“ – aber was soll’s, es gab immerhin einige sehr hübsche Orakel, auch wenn der eine oder andere Ausfall zu beklagen war (ich sag nur Schützenfisch!) .
Ein eher seltsames Orakelspiel zur WM hat übrigens die Märkische Oderzeitung gestartet: eine Kartenlegerin tritt gegen einen Hobbyastronom (!!) an. Während die Kartenlegerin das tut, mit dem sie ihren Kunden Bares aus der Tasche zieht, hat der Astronom jeder Mannschaft einen „Stern“ zugelost und vergleicht nun fünf astronomische Merkmale (Leuchtkraft, Temperatur, Durchmesser, Radial- und Rotationsgeschwindigkeit) der beiden Sterne um einen „Sieger“ vorherzusagen. Hier kam der Astronom auf einen – upps, wäre fast richtig gewesen! – 4:1 Sieg durch den Deutschland repräsentierenden Stern Acrux gegen den für Portugal „angetretenen“ Aldebaran. Bestenfalls kann man damit zeigen, dass man auch mit einem Zufallsorakel gute Tipps machen kann, zumindest bessere als die Kartenlegerin, denn die wird wie folgt zitiert:
Für das erste deutsche Spiel habe ich eine schlechte Tarotkarte gezogen, sie bedeutet Niederlage und Tränen. Der Siegeswagen hätte unserer Mannschaft das Glück gebracht. Es tut mir leid.
Mir tut das auch leid, die Kartenlegerin ist also schon mal raus!
Bevor ich in den nächsten Tagen die Orakelbande dokumentiere, erst einmal ein Blick auf den WM-Simulator der TU Berlin (Roger Kaufmann hat seine Fußballwebseite seit fast 3 Tagen nicht mehr upgedated, wenn er’s tut werde ich die Ergebnisse hier ebenfalls dokumentieren). Mit den dortigen Standardeinstellungen …
… war das die Prognose vor dem Turnier:
Nach den ersten Spielen rechnet das Programm dann doch ein wenig anders:
Kein Wunder, dass die großen Verlierer Spanien (von 14% auf 5%, aber immerhin noch auf Rang 4), Portugal (von 3% auf 1% – von Rang 9 auf Rang 14) und Uruguay (von 3% auf 1% – von Rang 7 auf Rang 18) sind, und dass sich die deutschen Chancen bei dieser Simulation um 2% verbessert haben. OK, Brasilien bleibt Favorit, aber das wird der Gastgeber wohl auch weiter bleiben, es sei denn er scheidet irgendwann – für die Statistiker überraschend – aus.
Nachtrag (Donnerstag, 19.6.): Tja, Spanien ist raus, und komischerweise hat die deutsche Mannschaft jetzt Rang 2 übernommen (17% Titelwahrscheinlichkeit) und auch ohne Spiel Argentinien (16%) überholt. Brasilien bleibt natürlich vorne, der Rest rückt um einen Platz auf, also ist die Niederlande jetzt 4. in dieser Liste.
Bei der letzten Zählung am gestrigen Nachmittag hatten die WM-Orakel der deutschen Mannschaft eine klare Favoritenrolle zugeschustert. 18 von 31 Orakeln sahen einen deutschen Sieg voraus, 5 mal sollte es Unentschieden geben und 8 mal wurde auf Sieg der Portugiesen getippt. Aber da fehlten ja noch eine ganze Reihe von vorher angekündigten Orakeltieren, so dass sich das Bild atürlich noch verschieben kann.
Bei den Astrologen sind die Voraussagen vollkommen ausgeglichen. Während die Astro-Arena einen 2:0 Sieg für Deutschland aus den Sternen las setzte das indische Seite „Astrocamp“ auf ein Unentschieden. Der hier nicht ganz unbekannte Astro-TV Schwurbifex Malkiel Rouven Dietrich will gar einen Sieg der Portugiesen aus den Sternen gelesen haben, und zwar mit folgenden Worten:
Beim ersten Gruppenspiel bestrahlt Jupiter alle wichtigen Planeten in Ronaldos Horoskop. Jupiter ist der Glücksplanet schlechthin. Das sind also unglaubliche Voraussetzungen für Ronaldo.
Bei Boateng sieht das alles nicht so gut aus. Als Jungfrau ist er wesentlich überlegter, ein Stratege. Er kapiert zwar mehr als ein Ronaldo, gerade das kann ihm aber das Genick brechen. Thomas Müller wäre die bessere Wahl gewesen. Wenn jemand so gute Jupiter-Aspekte hat wie Müller zurzeit, dann muss man ihn in die Abwehr stellen!
Die Sonne wird in Salvador im Zenit stehen, wenn die Teams auf den Platz laufen, und der Wassermann im Mond. Das kommt Ronaldo sehr entgegen: Er kann als Südländer besser mit der Hitze umgehen, die Sterne geben ihm zusätzlich Energie.
Sonnenklar: Portugal gewinnt gegen Deutschland.
Wir werden sehen ob er vielleicht dieses Mal ausnahmsweise mit dieser – ja wirklich erstaunlich exakten – Prognosen Recht hat, immerhin widerspricht ihm ja die Mehrheit der Orakeltiere. Aber eine Kartenlegerin unterstützt seine Prognose – wobei ich mich wirklich wundere, dass sich ein Astronom auf das Spielchen einlässt, gegen diese Dame zu orakeln … … ich finde das bestenfalls peinlich!
Gehen wir also wieder in den Zoo, und schauen wir auf die weiteren Orakeltiere. Der aktuelle Pegelstand ist für Deutschland inzwischen wie folgt (mit Updates bis 13:00 Uhr in rot und ab jezt laufend in grün!):
25 x Sieg – 5 x Unentschieden – 10 x Niederlage
31 x Sieg – 6 x Unentschieden – 15 x Niederlage
43 x Sieg – 7 x Unentschieden – 21 x Niederlage
Im Folgenden nun die Liste der Tipps der weiteren Orakeltiere (ggf. mit Updates in verschiedenen Farben falls noch neuefür die weiteren Prognosen auftauchen). Ob der Schützenfisch aus Hanover seine Ladehemmung überwunden hat? Offenbar nicht – deswegen gilt das als Unentschieden! Eine Zwischenwertung gibt es natürlich bei den inwischen 7 Gürteltieren: 4 setzen auf Sieg, eins auf Unentschieden und zwei setzen auf Portugal.
Hund Sally (für die „Hessische Allgemeine“ – allerdings schnabuliert das Vieh später auch das Futter aus dem Portugalnapf …)
Wildschwein Fritzi vom Circus Krone (hier gewinnt die Melone, die nicht gefressen wird – zumindest laut dem Kommentator, und wenn das weiter so gemacht wird ist das ja ok …)
Orakelschwein Hanni von der badischen Zeitung kommt vor Kollegin Nanni ins Ziel – da Hanni die deutsche Fahne trägt soll das Sieg für ’schland bedeuten (aber der Kommentator irrt: Wollschwein Emma, Vorgängerin von Hanni & Nanni, hatte bei der EM 2012 einmal daneben gelegen und beim Spiel gegen Dänemark auf Unentschieden getippt!)
Collie Max von der neuen Presse (ohne Kommentar muss ich davon ausgehen, dass das erste vom Hund gewählte Schälchen auf das Ergebnis deutet – der Hund frißt die anderen Näpfe ja auch noch leer …)
Für den Krake-Paul-Gedächtnispokal (ich werde einen gefrorenen Oktopus zur Verwendung bei einem sommerlichen Grillfest spendieren) qualifizieren sich natürlich nur die Orakel, die bei diesem Spiel richtig liegen – der Rest darf natürlich weiter orakeln, kann aber den leckeren Pokal (ich lege noch Olivenöl, Zitrone, Kräutersalz und Knobi drauf) nicht mehr gewinnen. Notfalls vertilge ich den Pokal auch selbst – und das soll kein Affront gegen Krake Paul sein (ich hatte ihn bereits 2009 im SeaLife Oberhausen besucht und 2011 das dortige Denkmal bewundert!) sondern ganz im Gegenteil eine Hommage an diese schönen, intelligenten, aber eben auch sehr leckeren Tiere.
Auch der ein oder andere Astrologe hatte sich ja bereits im Vorfeld der WM geäußert, aber Webseiten, die sich so richtig durchgehend mit Voraussagen für die einzelnen Spiele beschäftigen habe ich derzeit nur drei gefunden, aber immerhin sind auf zwei dieser Seiten tatsächlich Voraussagen für alle Vorundenspiele zu finden, hier waren die Leute also mutig genug entsprechende Prognosen zu veröffentlichen. Bisher (aktuell läuft das zehnte Spiel der WM) ist die Trefferquote der beiden Sterndeuter jedoch nicht allzu beeindruckend: Nur bei jeweils drei der bisherigen Begegnungen lagen die Astrologen in der Tendenz richtig – überraschenderweise aber bei den gleichen drei Spielen: Brasilien-Kamerun, Chile-Australien und Italien-England – mit Sicherheit können die Astrologen mit irgendeiner Gestirnsstellung erklären, warum sie ausgerechnet bei diesen drei Spielen richtig lagen.
Während auf dieser indischen Seite nur vorausgesagt wird wer gewinnt oder ob das Spiel unentschieden endet, traut sich der Betreiber der „Astro-Arena“ sogar die Prognose der einzelnen Spielergebnisse zu. Klar, der Mann weiß selbst, dass er im Trüben fischt und schreibt:
Es bleibt aber dabei, noch ist es ein langer Weg bis sich mit Hilfe der Sportastrologie konkrete Ergebnisse vorhersagen lassen und eine hundertprozentige Sicherheit wird es wohl nie geben.
Hundertprozentige Sicherheit? Das erwartet ja niemand – aber immerhin ein besseres Ergebnis als durch reines Raten (unter Einbeziehung des eventuell vorhandenen Fußballsachcerstands) wäre schon ‚mal ein Ziel – aber davon sind die beiden Astrologieseiten derzeit weit entfernt. Mal sehen wie das am Ende der Vorrunde aussieht.
Die dritte Astrologie-Seite mit recht ausführlicher WM-„Berichterstattung“ kommt von „Loop!“ einer hier schon mehrfach erwähnten Online-Zeitschrift. Wer dort aber genaue Prognosen auf die Spielausgänge erwartet wird enttäuscht. Es dominieren wort- und konjunktivreiche Formulierungen, Vermutungen darüber wann irgendetwas geschehen soll – und netterweise auch bisweilen kleine Kommentare nach dem Spiel. So wie in diesem Beispiel, wo man im Text zum Spiel zwischen Uruguay und Costa Rica folgendes lesen konnte:
Spannend wird es dann nochmal gegen 17:25 h (22:25 unserer Zeit), ein wunderschöner Sonnenuntergang (Sonne am Ereignis-DC), flankiert von Merkur-IC beim Trainer von Uruguay und Sonne-AC bei Jorge Pinto, dem Trainer von Costa Rica. Sein innerer Sonnenaufgang steht damit nicht wirklich im Gleichklang mit dem aktuellen Zeitgeschehen, was eher auf einen Treffer für Uruguay hindeutet.
OK, war irgendwie nicht so ganz die richtige Vermutung, was zu folgendem kommentar führte:
(PS: Nach dem Spiel ist man immer schlauer, Costa-Rica gewinnt 3-1, schießt zwei Tore kurz nach dem Sonnenaufgang des Trainers. Passte also prima ins Zeitgeschehen…)
Ja klar, nachher passt’s ja sowieso immer …
PS: Frankreich schlägt Honduras, die Astro-Arena hat eben immerhin ihren 4. Treffer gelandet – während der indische Sterndeuter mit seinem prognostizierten Unentschieden daneben lag.
Das erste Spiel der deutschen Mannschaft steht an, und die verschiedenen WM-Orakel orakeln fleißig über den Spielausgang. Zuvor aber noch der WM-Tipp des „Mährakels“ von mainTV: Im Stile des bekannten Kuhfladen-Bingo darf ein Schaf namens Horst (das übrigens eine Schafsdame ist) über eine Wiese schlendern, die in viele Rechtecke aufgeteilt ist. Nach langem Hinundherlaufen lässt das Tier seine Köttelchen dann ganz knapp neben dem deutschen Planquadrat fallen – und tippt damit ganz mutig auf den Außenseiter Algerien. Bei Roger Kaufmann hat sich für die Titelwahrscheinlichkeit der deutschen Mannschaft noch nichts getan, die von ihm berechnete Wahrscheinlichkeit für den Titelgewinn bleibt bei 10,3% – dafür sind die Spanier durch die Niederlage vom Freitag von 9,4% auf 1,6% abgestürzt während die Niederlande jetzt mit 8,5% die vierthöchste Siegeswahrscheinlichkeit hat.
Nun aber zu den bereits vorhandenen Prognosen zum Spiel gegen Portugal, die zum Teil schon seit Tagen durch die Presse geistern. Nachdem die beiden ersten Orakelversuche (Trörakel Nelly und das Gummibärchenorakel von der Skepcon) noch einen Sieg für Portugal versprachen, hat sich das Bild in den letzten Tagen deutlich gedreht:
18 x Sieg – 5 x Unentschieden – 8 x Niederlage
sind es aktuell (Sonntag, 15:00 Uhr) für Deutschland, also keine allzu guten Aussichten für den derzeitigen Weltfußballer Cristiano Ronaldo. Allerdings fehlen noch eine ganze Reihe von Orakeln, die ihre jeweiligen Auftritte erst für Montag angekündigt haben.
Gespannt bin ich schon mal auf das Schweinorakel des Radiosenders Bayern3: dort dürfen 10 Ferkel versuchen einen Ball in das ein oder andere Tor zu bugsieren – und je nachdem gilt das dann als Sieg für eine der Mannschaften. Haben sie nach 5 Minuten Herumwuselei noch kein Tor erzielt, dann gilt die Prognose „Unentschieden“. Sieht man sich das „Training“ an, dann könnten die kleinen Schweinchen ein Faible für unentschiedene Spiele haben. Während diese Ferkel gemeinsam orakeln ist dies bei den zur Zeit mindestens fünf Gürteltierorakeln anders. Das ist aber auch logisch, denn das Maskottchen der WM ist normalerweise als Einzelgänger unterwegs – und die jeweiligen Zoos und Tierparks können darauf hinweisen, dass die Tiere vom Aussterben bedroht sind. Bisher hat Gürteltier Norman aus dem Allwetterzoo Münster vorgelegt und auf die deutsche Mannschaft getippt. Welches Ergebnis Tatu aus dem Zoo Halle, Taka aus dem Erfurter Zoopark , Bao und Wenona aus Dortmund (lagen beim Eröffnungsspiel schon mal daneben) und Flitz aus dem Chemnitzer Zoo vorhersagen bleibt abzuwarten. Ebenso fehlen noch Tipps von SWR3-Elch „Konstantin„, Rentier Dancer (das für meine Heimatzeitung antritt), Schweinchen Schweini (orakelt für eine Radiosendung namens André und die Morgenmädels), Rosenkakadu Lizzy aus Herborn, Pferd Nasar von der Schleswig Holsteinischen Zeitung und dem Meerschweinchen „Sau Paulo“ von rtl. Ob der inzwischen „Flipper“ getaufte Schützenfisch von Antenne Niedersachsen bis zum Montag seine Ladehemmung überwindet bleibt anzuwarten – vielleicht sollte man ihm den hier verlinkten Film vorspielen, der zeigt Schützenfische aus einem japanischen Aquarium in voller Orakelaktion!
Aktuell setzen auf Deutschland außer dem bereits erwähnten Gürteltier Norman:
Auf einen Sieg Portugals setzen neben dem Gummibärchenorakel bei der diesjähigen Skepcon (4:1!) und dem Trörakel Nelly noch ein obskures Pendelorakel (gemäß dem die deutsche Mannschaft übrigens sieg- und punktlos bleiben wird!) sowie:
Nicht gewertet wurde das WM-Orakel des Nachrichtensenders N24, denn Hund Amie kriegt von seiner „Betreuerin“ gar keine Chance an das Portugal-Näpfchen zu kommen, obwohl es ihn offensichtlich interessiert. Ähnlich sah es wohl bei Leguan Wotan vom Bonner Generalanzeiger aus: erst als seine Pflegerin das Tier in Richtung des deutschen Futters drehte schnappte das Tier zu. Als welche Prognose der verspeiste Apfel von Pferd „Schimmelchen“ zu werten ist muss noch abgewartet werden: Eigentlich soll ja bei einem Futterorakeln das Land gewinnen, dem das zuerst verzehrte Futter zugeordnet war – hier scheint es umgekehrt zu sein. Mal abwarten ob es noch einen zweiten Einsatz dieses Tiers gibt und wie der Kommentator dann das Ergebnis interpretiert. Denn eigentlich hat doch der SWR-Jugendsender „Das Ding“ gezeigt auf was es bei einem WM-Orakel ankommt:
Gänzlich verzichten müssen wir auf die Prognosen einer Gruppe junger Pandas aus einer chinesischen Aufzuchtstation: die Regierung hat das Orakeln mit diesen Tieren verboten.
Normalerweise sind die verschiedenen WM-Orakel hierzulande ja nur zu den Spielen der deutschen Mannschaft (und ggf. einem Finale) aktiv, aber für das Eröffnungsspiel scheinen manche eine Ausnahme zu machen, und sei es nur um irgendwie zu „trainieren“. Während alle Welt vorab den Brasilianern die Favoritenrolle zuspricht sind die verschiedenen WM-Orakel für das Eröffnungsspiel nicht ganz so eindeutig. Zwar setzt die Mehrheit (10) auf einen Sieg der Gastgeber …
In knapp zwei Stunden geht’s in Brasilien los, und hier geht’s mit den WM-Orakeln am Sonntag weiter, dann dürften schon einige Voraussagen für das Deutschlandspiel vorliegen …
Der Beginn der WM naht, und immer mehr – bisweilen recht seltsame – Prognosen kommen ans Licht. So bastelte die Direkt Anlage Bank ihre Ergebnisse durch Vergleich der jeweiligen Änderungen des Aktienindices der Länder zwischen Januar und Mai zusammen und erhält Argentinien als Finalsieger gegen Italien, gefolgt von Portugal und Costa Rica (!!) – die deutsche Mannschaft scheitert hier bereits sang- und klanglos in der Vorrunde. Andere Banken haben ihre Prognosen ja dann doch ein wenig ernsthafter berechnet, die bereits erwähnten Prognosen von GoldmannSachs und Unicredit werden jetzt auch von der Schweizer UBS gestützt: Brasilien siegt im Finale gegen Argentinien oder Spanien. Beim WM-Ergebnis liegt auch die Danske Bank im allgemeinen Trend (Brasilien vor Argentinien), ihr Chefökonom hat aber durchaus einige Überraschungen in seiner Berechnung parat:
„Die USA werden daher wegen ihrer größeren wirtschaftlichen Potenz Portugal in der Vorrunde eliminieren, Chile und Uruguay dank ihrer höheren Wachstumsraten die krisengeschüttelten Europäer Spanien und Italien besiegen.“
Ob die Spieler das mit der „größeren wirtschaftlichen Potenz“ irgendwie merken? Auch der amerikanische Statistiker Nate Silver hat die WM berechnet und das Ergebnis kommt einem irgendwie bekannt vor:
Brasilien liegt bei Silvers SPI mit grossem Vorsprung vor Argentinien (13 %), Deutschland (11 %) und Spanien (8 %). Überraschend: Chile auf dem fünften Platz, das mit einer Wahrscheinlichkeit von vier Prozent den Titel holt.
Alles klar, die Zahlen sprechen also eindeutig für Brasilien. Und was sagen die Sterne? Natürlich wie immer gar nichts, aber man kann ja mal nachschauen: „Der WM-Titel ist für die deutsche Nationalmannschaft nicht unerreichbar„, meint ein „Astrologen-Team von Viversum„, und hat auch einen Grund für die weniger guten Nachrichten aus der Vorbereitung gefunden:
Spannungsaspekte von Uranus zu seinem Mars, die mit verletzten Spielern und einem Unfall im Trainingscamp so manch unangenehme Überraschung über das DFB-Team gebracht haben, werden schwächer.
OK, dass dieser „Spannungseffekt“ im Horoskop des Trainers sogar einen Mercedes aus der Bahn werfen kann in dem Löw gar nicht drin sitzt ist schon irgendwie seltsam. Auf eine irgdendwie genauere Aussage zum Abschneiden der deutschen Mannschaft lässt sich das Sterndeuterteam natürlich nicht festnageln, allerdings soll es Herrn Löw irgendwie an einem Glückplanet mangeln. Auch der Kartenleger „El Fantadu“ hat nicht viel mehr als allgemeines Geraune zum Abschneiden der deutschen Mannschaft aus den Karten gelesen:
„Die Mannschaft wird gut abschneiden. Es wird sehr emotional, es werden Tränen fließen. Ich erkenne auch eine beleidigte Leberwurst. Ist der Trainer wirklich so sensibel? Auf jeden Fall muss der Trainer mit Verletzten improvisieren. Und er wird noch zwei bis drei Jahre im Amt sein.„
Außerdem flüsterten ihm die Karten, dass die Niederlande früh nach Hause fahren und Brasilien nicht gewinnen wird während Spanien und Belgien Chancen auf ein gutes Abschneiden haben. Einen anderen Tipp findet man in einem Astrologieforum:
Also, Brasilien als Gastgeberland wird s nicht. Ebenfalls, Frankreich, Holland und Spanien hat diesmal auch nichts mit dem Ausgang des Turniers zu tun. In Verdacht habe ich, Italien die haben ein unglaubliches gutes Horoskop zu diesem Zeitpunkt, dann Argentinien und auch die DFB Auswahl hat Chancen.
Das widerspricht natürlich anderen, bisher bekannten Prognosen aus der Sterndeuterecke, aber immerhin sind mit Argentinien und Italien die gleichen Favoriten wie bei der oben erwähnten Direkt Anlage Bank genannt.
Ebenfalls auf ein Finale zwischen Italien und Argentinien setzt die Webseite „verstand-in-gefahr.de“. Wie der Autor seine WM-Prognose zusammengbastelt hat konnte ich allerdings nirgends finden, und ob dann wirklich Italien gewinnen wird bleibt ebenso abzuwarten wie das dort vorausberechnete Ausscheiden Deutschlands in der Vorrunde.
Zum Mitspielen reizt die Webbeite asertoni. Dort können die aktuellen Prognosen einer speziell konzipierten Software eingesehen werden, und man kann sogar gegen diese – und andere Mitspieler – bei einem Tippspiel antreten und ein nettes Tischfußballspiel aus Pappe gewinnen. Was allerdings fehlt ist eine Gesamtprognose! Oder ist den Verantwortlichen die wasweißichwievielte Prognose auf einen brasilianischen Turniersieg zu profan?
Auf die immer weiter steigende Zahl von Tieren, die einzelne Spiele orakeln, werde ich vor dem ersten Deutschlandspiel näher eingehen, aber das ein oder andere Spezialorakel verdient schon jetzt Erwähnung. Das Kopiererorakel ist natürlich nur ein Scherz, und für den Spiegel soll ein Staubsaugerroboter den Sieger der einzelnen Spiele ermitteln (und fährt ins deutsche und nicht ins portugiesische Tor – aber was bedeutet das?) – da werden Erinnerungen an den Blechnager wach, der 2012 die Sieger einzelner EM-Spiele ohne Erfolg zu erhoppeln versuchte. Bei den von Spiegel Online befragten 66 Promis halten sich die Tipps auf den Gastgeber Brasilien und die schwarz-rot-goldene Brille mit jeweils 20 Nennungen die Waage, genannt werden außerdem England, Portugal, Argentinien, Belgien, Uruguay, Frankreich, die Elfenbeinküste, Italien und die Schweiz sowie der „SV Gifhorn“ und ein Land namens „Wir“.
Bleibt am Ende noch ein tierisches Orakel wie es nicht sein sollte, nämlich der Orakelhund Emilie. Schon die Auswahl der kleinen Freßnäpfchen ist mit Portugal, „was anderes“, Deutschland, Brasilien, Italien und Spanien ein wenig beschränkt. Dass sich Frauchen dann natürlich hinter das Deutschland-Näpfchen stellt und das gerufene Hundi auch brav aus diesem Näpfchen seine Leckerlis holt ist leider nicht mehr als eine lächerliche Dressurnummer und für ein WM-Orakel doch eher peinlich:
Bitte Leute, wenn ihr schon ein WM-Orakel an den Start schickt, dann lasst es richtig orakeln! Ein Orakel das von vorneherein immer „Deutschland“ als Sieger liefern soll ist schlicht und einfach langweilig!
Regina heißt die Oktopusdame aus dem Berliner SeaLife Aquarium, die sich um die Nachfolge des legendären Orakelkraken Paul bewirbt. Pauls Erfolge aus dem Jahr 2010 hatte die deutschen SeaLife Dependancen 2011 eine wahre Orakelkrakeninvasion starten lassen, der allerdings bei der EM2012 keine weiteren Prognoseversuche folgten. Ausgerechnet an einem Freitag den 13. wird das Tier seine erste Prognose für das Spiel der deutschen Mannschaft gegen Portugal abgeben. Welches Tier bzw. welche Tiere für die Westdeutsche Allgemeine Zeitung ins Orakelspiel einsteigen ist noch unklar, denn in einem Wettbewerb sucht die Zeitung zunächst ‚mal bei ihren Lesern nach Kandidaten, die dann erst einmal die Vorrunde der deutschen Mannschaft richtig tippen müssen.
Wie die deutschen Kicker auch befinden sich schon einige Tiere im Orakeltiertrainingslager:
die Erdmännchenbande aus dem Tierpark Herford (die den Brasilianern einen Sieg im Eröffnungsspiels gegen Kroatien vorausgesagt hat)
Das dürfte natürlich nur der Anfang sein, ich vermute dass die Anzahl der Orakeltiere in den nächsten Tagen noch kräftig ansteigen wird. Und was ist eigentlich mit dem Orang-Utan Walter, der beim DFB-Pokalfinale mit seinem Tipp daneben lag?
Während andere Orakeltiere noch trainieren (müssen?) war das von der Frauen-WM 2011 und der EM 2012 bekannte Trörakel Nelly schon wieder aktiv, und das sogar dreifach! Gemäß der Kickkünste der Dickhäuterdame wird die deutsche Mannschaft gegen Portugal verlieren, dann jedoch die beiden folgenden Spiele der Vorrunde gewinnen:
Gleich vier – nicht nur tierische – Orakel kann man im aktuellen Bahncard-Werbespot bewundern. Hier werden aber keine einzelnen Spiele „orakelt“, es geht gleich ums Ganze, also um den Titelgewinner. Zwei der viel Orakelergebnisse kann man dabei auch sehen: beim Kuhfladen-Bingo landet das Zeugs eindeutig bei der englischen (!) Fahne und die eigenartige Wasserspendervariante erblubbert den Sieg für Deutschland.
Sollte es übrigens tatsächlich ein Finale zwischen Deutschland und Brasilien geben, dann hat Katze Gizmo schon jetzt einen eindeutigen Tipp parat:
Und dieser wird noch unterstützt durch – die Simpsons! Wie im verlinkten Artikel auf giga.de zu lesen (und leider im dort verlinkten Video nur andeutungsweise zu sehen)
ist Homer in einer Anfang April ausgestrahlten Folge als Schiedsrichter unterwegs. Dabei pfeift er nicht, wie bereits in einer älteren Folge zusehen, eine Partie der Springfieldschen Fußballtruppe, sondern ist als Referee im WM Finale im Einsatz. Dort kommt es zur Begegnung Brasilien gegen Deutschland. Homer, so ehrlich wie er ist, lässt sich nicht von einer Schwalbe der Brasilianer täuschen und pfeift demnach keinen Elfmeter für die WM-Gastgeber. Als Homer das Spiel endlich beendet, steht es 2:0 für Deutschland. Laut Simpsons-WM Orakel darf sich die DFB-Elf daher Hoffnungen auf den ersten WM Sieg seit 1990 machen.
Homer Simpson und Katze Gizmo – ob die Fußballfans hierzulande den beiden ein Denkmal bauen falls es dieses Mal mit dem Titel klappt?
PS: Ein Standbild aus der Simpsons-Folge mit dem deutschen Finalsieg über Brasilien habe ich doch noch gefunden (das dazugehörige Video scheint mir von brasilianischen Verschwörungstheoretikern zu stammen …):
Meine speziellen Freunde von der esoterischen Augurenfront haben sich natürlich auch den ein oder anderen Gedanken zur anstehenden Fußball-WM gemacht, und zu Beginn gleich eine Beruhigung für all jene bereit, die auf Grund von Ausschreitungen in Brasilien einen Ausfall der WM fürchteten, denn diese Frage aus einem astrologischen Forum:
Findet die WM in Brasilien überhaupt statt. In Brasilien herrschen Vorrevolutionäre Zustände!
… wird dort wie folgt beantwortet:
Total interessant ist, dass Jupiter gerade so eben aus diesem schlimmen durchlaufenden Quadrat zwischen Jupiter-Mars-Pluto-Uranus herausgetreten ist. Er hat es also hinter sich. Sehr gutes Zeichen dafür, dass die Spiele stattfinden. Die Veranstalter werden es in den Griff bekommen!
Ok, aber wer gewinnt dann? In dieser recht alten Diskussion aus einem britischen Astrologieforum wird zunächst gepostet welche Teams aus der astrologischen Sicht des Autors nicht gewinnen werden:
NO Brazil. The inaugural chart Moon=Local is opposite to Sun=Cup. Neymar is aquarian and Saturn will be in quadrature to Suns natal NO European monarchies : Spain, Holland and England. The world is played with jupiter in cancer favors countries like Argentina, Germany for example. But Germany does not win because Saturn will be in quadrature to Suns natal coach Joachim Low.
Die Menge der möglichen Sieger umfasst bei diesem Sterndeuter dann die folgenden Teams:
For me Argentina, Uruguay and Colombia, they are the more chances you have. Belgium, Ivery Coast and Ghana could be surprises.
Da war die brasilianische Hellseherin Marcia Fernandes im letzten Jahr doch etwas mutiger, ihr Tipp: Deutschland gewinnt! Judy Hevenly setzt auf Brasilien (oder Deutschland), Christian Dion will nur wissen, dass ein Weitschuß die Titelfrage mit einer Überraschung entscheidet (siehe jeweils hier).
Der Allgeier-Verlag setzt auf ein Finale zwischen Deutschland und Brasilien und weist auf unschöne Randerscheinungen in Brasilien hin:
Und wir müssen tatsächlich auch mit Gewalt, Anschlägen und größeren sozialen Unruhen im Umfeld rechnen. Kritisch sind neben den Tagen um den 12.Juni vor allem die Tage um den 25. Juni, in denen Mars Uranus gegenübersteht, die Tage um den 4. Juli, in denen die Sonne in Opposition zu Pluto ist und die Tage um den 8., in denen die Sonne quer zu Uranus steht.
Nachdem es bereits im letzten Jahr bei der Generalprobe zur WM zu Demonstrationen und Ausschreitungen kam und auch in den letzten Wochen immer wieder von Demonstrationen berichtet wurde ist eine solche Prognose (die auch von Craig Hamilton-Parker und Christian Dion geteilt wird – Link siehe hier) wenig überraschend.
Bei der Online-Astrologie-Zeitung Loop! findet sich ein Text, der zwar eine Vorhersage des Turnierverlaufs enthält, in dem aber auch steht: „das hier ist keine astrologische Prognose, sondern nur die Weiterführung dessen, was Hawking und seine Kollegen von der Universität Innsbruck gemacht haben“ (Fettdruck aus dem Original übernommen). Schade eigentlich, denn der dort abgebildete Turnierverlauf ab dem Achtelfinale bietet einige schöne Überraschungen (Sieger jeweils in rot):
Achtelfinal-Begegnungen:
Brasilien – Spanien; Kolumbien – Italien; Schweiz – Nigeria; USA – Belgien (demnach würde Deutschland in der eigenen Gruppe nur Zweiter werden); Niederlande – Mexiko; Uruguay – Griechenland; Argentinien – Frankreich; Russland – Deutschland
Die Gewinner sind eine Runde weiter und entsprechend dem Punkteschlüssel gäbe es im Viertelfinale folgende Begegnungen:
Brasilien – Italien; Schweiz – USA; Mexiko – Uruguay; Argentinien – Deutschland (evtl. aber auch Russland)
Im Halbfinale stehen dann Brasilien – USA sowie Uruguay – Argentinien und das Finale bestreiten Brasilien und Argentinien. Und hier liegen die Vorteile nicht wie erwartet bei den Gastgebern, sondern deutlich bei den „Weiß-Himmelblauen“ aus dem Nachbarland. Mit anderen Worten: der Weltmeister 2014 würde demnach Argentinien heißen.
Die deutsche Mannschaft wäre dann also spätestens nach dem Viertelfinale draußen (die Spanier noch früher!) und Klinsmanns US-Boys im Halbfinale! Eine wirklich mutige (wie soll man etwas nennen was keine Prognose sein darf? – ich hab’s!) astrologische Herumrechnerei, die von den Autoren beim tatsächlichen Eintreffen allerdings flugs als Erfolg ihrer Sterndeuterei gesehen werden wird.
In den nächsten Tagen werde ich noch ein wenig auf die Suche gehen, der ein oder andere Hellseher oder Astrologe wird sich schon noch zur WM äußern …
Noch eine Woche bis zur Fußball-WM und so langsam wird es Zeit für den Beginn meiner fast schon traditionellen Prognosesammlung. Wie üblich äußern sich im Vorfeld ein paar Statistiker von Unis oder Großbanken, die ihre geballte Rechnerpower für ausufernde statistische Simulationen nutzen.
Bei Goldmann Sachs mündet das in eine 67-seitige Analyse unter dem Titel „The World Cup and Economics 2014„, die auch eine Simulation des gesamten Turniers beinhaltet. Das Ergebnis: Brasilien (48,5% Wahrscheinlichkeit für den Titelgewinn) besiegt Argentinien (14,1%) im Finale, Deutschland (11,4%) scheidet – wie Spanien (9,8%) – im Halbfinale aus. Bei der Unicredit-Bank sieht es ähnlich aus, gemäß dieses Berichts heißt der Sieger ebenfalls Brasilien, Argentinien verliert das Finale und Deutschland unterliegt im Spiel um den dritten Platz (hier soll der Gegner Uruguay heißen). Die Berechnungen der Universität Innsbruck liefern ein fast identisches Ergebnis: Brasilien (22,5%) vor Argentinien (15,8%), dahinter Deutschland (13,4%) und Spanien (11,8%). Auf der Webseite Fußballvorhersage wurde bereits Anfang Mai mit den zum 3.5. bekannten Daten (ELO-Rating, Weltrangliste, Wettquoten – s.u.) eine Simuation des gesamten Turniers ins Netz gestellt, hier soll im Finale Brasilien die Spanier besiegen, Deutschland wird nach einem Sieg über Argentinien Dritter. Auch auf der Webseite des Schweizer Mathematikers Roger Kaufmann haben die Brasilianer (27,7%) die Nase vorne, gefolgt von Argentinien (13,2%), Deutschland (10,2%) und Spanien (9,4%) – nach Beginn der WM werden diese Titelwahrscheinlichkeiten aber regelmäßig durch Eintrag der aktuellen Spielergebnisse neu berechnet. Nur der Dortmunder Physikprofessor Metin Tolan schafft es sein Simulationsprogramm so zu manipulieren, dass am Ende der Berechnungen die deutsche Mannschaft (mit 20,33% Siegeswahrscheinlichkeit, vor den Niederlanden mit 18,61% – Brasilien hat da nur 9,04% und Spanien gar nur 0,65%) an der Spitze steht, und er gibt das sogar zu: „Bei meinen Berechnungen kommt natürlich immer Deutschland raus„.
Der Trick von Tolan ist dabei, dass er offensichtlich von den verschiedenen Faktoren, die man für eine solche Simulation benutzen kann, diejenigen am höchsten gewichtet, bei denen die deutsche Mannschaft irgendwelche Vorteile hat: in diesem Falle die vielen erzielten Tore in der Qualifikation. Andere Faktoren, die in solche Berechnungen eingehen sind die offizielle FIFA-Weltrangliste, mehr oder weniger aktuelle Wettquoten diverser Wettanbieter, die Ergebnisse früherer WM Turniere sowie anderer Länderspiele, der aktuelle Marktwert der Spieler, der Heimvorteil (… und die Tatsache dass noch nie ein europäisches Team bei einer WM in Südamerika gewinnen konnte) sowie das – meines Erachtens sehr interessante – ELO-Rating (das von der FIBA Weltrangliste zum Teil deutlich abweicht). Der Fanasie sind dabei wohl kaum Grenzen gesetzt und für die Gewichtung der einzelnen Faktoren lässt sich wohl fast immer eine richtig klingende Begründung finden.
Wer ein wenig mit solchen Gewichtungen ein wenig spielen will, der kann dies auf der Seite „Fußballmathe“ tun. Für die eigene Prognose können die Gewichtungen für die Kategorien „Vergangene Spiele“, „Torverhältnis“ und „FIFA-Punkte“ variiert werden:
Bisher ist es mir allerdings nicht gelungen durch irgendeine Einstellung die Prognose eines brasilianischen Titelgewinns zu verhindern …
Viel mehr Spielmaterial für die Vergabe eigener Gewichtungen – und damit viel mehr auch wirklich unterschiedliche Ergebnisse – gibt es beim Spiel mit dem Worldcup-Simulator der Freien Universität Berlin. Hier darf man nämlich die verschiedenen Gewichtungen einfach ändern und neben der Gewichtung für ELO-Rating, FIFA-Weltrangliste, ESPN’s Soccer Power Index (den habe ich im Netz nicht lokalisieren können), dem Wert der Spieler, des Heimvorteils und dem Alter der Spieler kann zusätzlich nicht nur ein „Glücksfaktor“ eingebaut sondern es kann auch ein eigenes Kriterium für die einzelnen Teams definiert, bewertet und nach eigenem Gutdünken gewichtet werden. Einzige Schwäche der Seite ist die etwas unübersichtliche Gestaltung des jeweiligen Ergebnisses, aber das Spielen mit dem Simulator macht wirklich Spaß. Da man auch die Anzahl der für die Berechnung des Ergebnisses notwendigen Simulationen einfach verändern kann sind auch sehr obskure Ergebnisse möglich. Gewichtet man zum Beispiel alle „echten“ Faktoren mit einer Null und den Glücksfaktor mit „1“, dann kann bei der Standardeinstellung von 10.000 Simulationsrunden natürlich jede Mannschaft als Sieger erscheinen. Setzt man dazu noch die Anzahl der Simulationen auf 1, kriegt man sehr überraschende Sieger, analog einer Folge von einfachen Zufallsexperimenten a la Münzwurf: so kann dann in einer Prognose auch Kamerun im Finale Frankreich besiegen. Auch einen deutschen Sieg kann man sich dadurch zusammenbasteln – ich gebe aber zu, dass ich bei dieser Simualtion ein wenig übertrieben habe, denn wenn die deutsche Mannschaft mit einer Wahrscheinlichkeit von 33% den Titel gewinnen soll (gefolgt von Spanien 9%, Brasilien 6% und Argentinien mit 5%) dann muss man schon sehr viel tricksen. Die Standardeinstellungen des Simulators liefern übrigens eine bereits bekannte Prognose: Brasilien (25%) vor Spanien (14%), Argentinien (14%), Deutschland (13%) und dann lange nichts. Spannend wird es auch hier nach Beginn des Turniers, denn die aktuellen Spielergebnisse kann man bei eigenen Simualtionen in das Ergebnis einfließen lassen, oder eben auch nicht.
Fazit:
Brasilien ist bei den statistischen Simulationen der klare Favorit, Argentinien, Deutschland, Spanien und vielleicht noch Uruguay oder die Niederlande haben gemäß diesen Berechnungen ebenfalls Chancen, für den Rest der Teams scheinen die Aussichten auf den Titel nicht allzu gut. Allerdings ist offen, ob diese Simuationen auch berücksichtigt haben, dass Stephen Hawking der englischen Mannschaft eine Erfolgsformel berechnet hat. Er empfiehlt unter anderem „rote Hemden, eine 4-3-3-Formation und blonde Elfmeterschützen„, Faktoren die nicht unbedingt in den anderen Simulationen enthalten sind. Vielleicht hilft das ja dem so genannten „Mutterland des Fußballs“ …
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