Promiprognosen 2011: Bohlen heiratet, Brangelina getrennt

5 01 2011

In der Regenbogenpresse finden sich zum Jahresende nicht nur irgendwelche nichtssagenden Jahreshoroskope sondern auch die ein oder andere Promiprognose. Bisher habe ich zu diesem Thema folgendes gefunden:

Die Hamburger Wahrsagerin Casia Chayenne hatte bereits vor einiger Zeit Schlagersternchen Helene Fischer eine Schwangerschaft samt folgender Trennung von Florian Silbereisen und ab Sommer eine neuen Liebe zu einem 45- 60-Jährigen aus dem Musikbusiness vorausgesagt und durfte im Berliner Kurier noch sechs weitere Promiprognosen abfeuern. Hier das Ergebnis:

  1. Der Vergewaltigungs-Prozess wird weder gut noch schlecht für Jörg Kachelmann (52) ausgehen. Die Karten zeigen an: Er wird mit Bewährung davonkommen.
  2. Für Heidi Klum (37) naht im Sommer ein anstrengendes Projekt, das sie erfolgreich abschließt. Danach zieht sie sich zurück, beendet Mitte 2012 ihre Karriere.
  3. Das Geld bleibt Dieter Bohlen (56) treu. Neue Werbeverträge warten im Frühjahr. Privat wird er sich enger binden: Circa im September heiratet er – im kleinen Kreis im Ausland.
  4. Kate Middleton (28) ist in enger Liebe mit Prinz William (28) verbunden. Neben den Herzkarten landete die Familienzuwachskarte. Kate wird im September/Oktober schwanger.
  5. Fußballer-Gattin Sylvie van der Vaart (32) ist weiterhin sehr gefragt. Gesundheitlich läuft alles bestens (kein Krebs-Rückfall). Spätestens im Frühjahr 2012 bekommt sie ein zweites Kind.
  6. Obwohl sie es in ihrem Innersten noch nicht will, wird Victoria von Schweden (33) nächstes Jahr Königin. Im Sommer 2012 bekommen sie und Daniel ihr erstes Baby.

OK, Nummer 4 ist nicht so ganz unwahrscheinlich, die Prognosen 2, 5 und 6 beziehen sich zumindest teilweise auf 2012 (und werden nicht vergessen …).

Die Frankfurter Astrologin Aylin Bulanik erwartet „prominente Beziehungskrisen“ bei Seal und Heidi Klum, Carla und Nicolas Sarkozy, Lilly und Boris Becker, Brad Pitt und Angelina Jolie (Trennung spätestens Ende 2011, diese Prognose gehört aber seit Jahren zum Standardrepertoire der Promiprognosten), Tom Cruise und Katie Holmes sowie – Überraschung! – bei den zu Guttenbergs. Dazu gibt es noch ein wenig Blabla zu Westerwelle (wird wahrscheinlich zum Rücktritt als Parteivorsitzender gezwungen), Sarazin (bekommt Ärger), Seehofer (gesundheitliche Probleme nicht ausgeschlossen) und Volker Bouffier (kann sich als hessischer Ministerpräsident halten wenn er den Sommer übersteht, wird aber 2014 die Wahl verlieren) sowie die Ankündigung von Protesten und Groß-Demos ab spätestens März.

In drei Teile hat Elizabeth Teissier ihr Jahreshoroskop für 2011 in der „Schweizer Illustrierten“ aufgeteilt und dabei auch kurze, nichtssagende Sätze zu – mir weitgehend unbekannten – überwiegend schweizer Promis gemacht. Auch Viktoria von Schweden wird erwähnt, aber statt der Frage „Wird sie 2011 Königin von Schweden, oder bremst Saturn die Thronfolgerin aus?“ hätte man von Frau Teissier doch eher eine Antwort erwartet – da war die oben erwähnte Casia Chayenne mutiger. Auf ihrer Webseite schwafelt sie dann immerhin noch ein wenig über anstehende Katastrophen:

Der Neumond am 3. April könnte den Beginn einer kritischen Phase darstellen, die bis Mitte Mai andauern dürfte. Voraussichtlich äussert sie sich erneut in gigantischen Staatsschulden und Börsen-Turbulenzen. Zusätzlich könnten sich auch politische und soziale Probleme zuspitzen oder Naturkatastrophen eintreten.

Ähnlich sieht es bei den Jahreshoroskopen in der Zeitschrift Bunte (von Leslie Rowe, in Heft 52, 2010) und in der Neuen Post (kein Name eines/einer Verantwortlichen, Heft 51,2010) aus. Rowe lässt sich immerhin zu einer einzigen halbwegs prüfbaren Aussage hinreißen: Fußballprofi Thomas Müller soll sich „erst ab Mai wieder auf sein (Tor-)Glück verlassen“ können – also ziemlich genau dann, wenn die Saison endet. Rowe war übrigens bis Ende letzten Jahres auch im öffentlich-rechtlichen Radio aktiv und durfte auf der Webseite von Bayern3 sogar noch ein Jahreshoroskop für 2011 ablegen – zum 1. Januar wurde das Bayern3-Horoskop jedoch eingestellt.

Wer noch weitere solche Prognosen hat (meine Schwiegermutter liest nicht die gesamte Regenbogenpresse) darf mir gerne die entsprechenden Seiten bzw. das ganze Heft zukommen lassen. Einfach per Mail melden …





Pech für Rumäniens Wahrsager und Hellseher

3 01 2011

Eigentlich hätten sie es ja voraussehen müssen, die rumänischen Hellseher und Wahrsager: Ihr Beruf ist jetzt nicht nur „offiziell anerkannt“, sondern sie müssen jetzt auch „ganz offiziell“ Steuern zahlen. Wie die Financial Times berichtete, gehören die Zukunftsdeuter mit einem geschätzten Jahresverdienst von 15.000 Euro sogar zu den rumänischen Spitzenverdienern. Damit, dass sie die Besteuerung nicht vorausgesehen haben sondern stattdessen mit irgendwelchen Flüchen drohen stellen sich die Zukunftsdeurer selbst ein Armutszeugnis aus. Schön wäre es, wenn sie denn tatsächlich  – wie in der Meldung erwähnt – bei falschen Prognosen schadensersatzpflichtig wären. Das wäre doch mal eine wirklich gute Idee, die man auch hierzulande einführen könnte.

Dass jetzt eine Hexe das Land nicht mehr mit irgendwelchen Ritualen vor Naturkatastrophen schützen will sollte die Bewohner gleich zu einer ersten Schadensersatzklage animieren, denn bereits im Juli letzten Jahres gab es in Rumänien eine Flutkatastrophe …

Für den bösen Fluch, den eine andere Hexe den Parlamentariern an den Hals wünschen will, empfehle ich zur Abwehr Mehl, ein paar Tropfen Olivenöl, Mozarella, Wasser Salz und Tomaten – zusammen mit der in der Nähe des Parlaments deponierten Mixtur aus schwarzem Pfeffer, Hefe und Paprika kann man dann immerhin schon eine Pizza backen.





Prognosen 2011: Noch mehr Katastrophen und das übliche Blabla

30 12 2010

Nikki Pezaro kann’s nicht lassen. Auch für 2011 hat sie wieder viele Prognosen auf ihrer Webseite aufgelistet und neben den üblichen Katastrophen (überall Erdbeben und Terroranschläge!) finden sich nicht nur viel aus den Vorjahren Kopiertes sondern auch das ein oder andere Schmankerl für’s Kuriositätenkabinett. Hufeisenförmige UFOs über Roswell (World Predictions Nr. 22), Riesenspinnen (Nr. 48) und eine Pille die Menschen binnen 30 Tagen jünger werden lassen soll (Nr. 96) – der übliche Quatsch wie jedes Jahr.  Die Regenbogenpresse scheint sie nicht verfolgt zu haben, denn bei ihrer Nr. 6 in der Rubrik „The Royals“ (Wedding in Monaco) dürfte es um Albert II. gehen – und dessen Hochzeit ist seit Monaten für Anfang Juli 2011 angekündigt. Wenn ihre World Prediction Nr. 14 tatsächlich wahr werden sollte schlage ich vor, dass sie sich als Testperson zur Verfügung stellt. Sie hätte „The world’s first brain transplant“ bitter nötig!

Die Voraussage, dass FDP-Chef Westerwelle abtreten wird (oder muß) bescherte Mona Stein mediale Aufmerksamkeit. Mehr Konkretes gibt es von ihr nicht, und für eine Hellseherin ist der Ausblick auf die Wahlen in Berlin geradezu lächerlich:  Das Duell um das Berliner Rathaus im Herbst wird laut Mona Stein „wahrscheinlich“ nicht die Grüne Renate Künast gewinnen. Diese sei zwar sehr intelligent, aber etwas herrisch. SPD-Amtsinhaber Klaus Wowereit hingegen lasse alles schleifen. Eventuell werde er es wieder schaffen. Oder es komme jemand ganz Neues.

Winfried Noé hat gleich mehrere Ausblicke auf das Kommende Jahr auf Lager. Bei diesem reiht er völlig sinnfrei Sätze über Yin und Yang-Planeten aneinander und schließt mit einer Warnung: „Venus-Neptun in Verbindung mit Chiron lässt das Geld (Venus) wegfließen (Neptun).“ Angekündigt ist auch ein Artikel mit dem Thema 2011 und die Numerologie …

… aber schon der Text darunter zeigt, dass das verlinkte Zahlengemurmel aus dem letzten Jahr stammt. Genial dabei der Anfang:

Was geschieht eigentlich numerologisch, wenn die 2009 durch die 2010 ersetzt wird? Ganz einfach, es fällt eine Neun weg, und eine Eins kommt hinzu.

Aber das ist noch nicht alles, denn Herr Noé kennt ja auch die besten Tage 2011 für Liebe, Gesundheit und Beruf. Das Jahr wird also mit Spontanheilungen und Knochenbrüchen beginnen und in den Zeiträumen 30.3.-23.4., 3.-27.8. und 24.11.-14.12. soll man sich vor wichtigen Zusagen und Vertragsschlüssen hüten.

Im Newsletter des Allgeier-Verlags vom 23.12. gibt es natürlich auch eine Jahresvorschau 2011. Während aber bei Noé Venus, Neptun und Chiron das Geld abfließen lassen, schauen die Allgeiers einfach woanders hin und schwupps haben sie bezüglich der Finanzen eine positive Nachricht: Jupiter im Stier verspricht finanziellen Aufschwung und Lebensgenuss. Aber natürlich fehlen unter dem Punkt „Die besondere Konstellation“ auch die üblichen Schwarzsehereien nicht:

Was das weltliche Geschehen betrifft, bleibt die Gefahr von Gewalttaten, insbesondere von Amokläufen und Anschlägen recht hoch. Es wäre in der Tat besser, größere Menschenansammlungen zu vermeiden.

Mehr davon haben sie in ihrem Astrologischen Jahrbuch auf Lager: Dort werden auf den Seiten 10 und 11 die „schwierigsten Tage“ mit Texten wie diesem aufgelistet:

1. bis 30. Juni. Saturn-Plutoweckt Fanatismus und kann Naturkatastrophen auslösen. Uranus-Pluto steht für Katastrophen, im schlimmsten Fall mit Nuklearkraft.

Insgesamt zählen übrigens so ca. 190 Tage zu den schwierigen und Ende Juni wird’s sogar doppelt gefährlich: zwischen dem 23. und 30. soll sich die Unfallgefahr erhöhen und es droht ein Flugzeugabsturz. Beim Katastrophen-Rundumschlag auf Seite 11 fehlt eigentlich nur das Wort Tsunami, ansonsten ist alles da: Vulkanausbruch, Zwischenfall im Kernkraftwerk, besonders heftige Erdbeben, schlimme Terroranschlägen und kriegerischen Auseinandersetzungen. „Ziemlich dick“ kommt es dann im November – aber nur für Bundeskanzlerin Angela Merkel (Seite 13): Sie könnte sogar krank werden oder einen Unfall erleiden.






Prognosen 2011: Erste angedrohte Katastrophen und 5 Weltuntergänge

17 12 2010

Auch für 2011 werden Astrologen, Wahrsager und Hellseher wieder alle nur erdenklichen Katastrophen ankündigen, und wie in den Vorjahren werden sie es auch 2011 nur selten wagen, ihre Prognosen mit irgendwelchen genauen Daten zu versehen. Hier eine erste Auswahl …

Das Ende der Welt droht 2011 laut einer Liste der Ontario Consultants on religious tolerance am 21. Mai, 29. September, 21. Oktober oder 22. November. Die dort ebenfalls gelistete obskure Ankündigung per Mail, dass die Welt am 11.11.11 untergehen wird, dürfte dabei insbesondere in Orten wie Köln oder Düsseldorf Entsetzen auslösen – aber vielleicht passiert’s ja erst am Nachmittag so dass der Karnevalsbeginn von den Jecken noch zünftig begossen werden kann.

Palmblattschwurbifex Thomas Ritter hat in seinem dieses Mal für 2 Jahre „gültigen“ Text erstmals keine detaillierten Terroranschläge auf Lager und widerspricht ansonsten den Weltuntergangspropheten:

Die Erde wird nicht untergehen, und auch nicht unbewohnbar werden.

Die üblichen Katastrophen kann er natürlich auch nicht auslassen – er „verspricht“ sie Russland:

In der Zeit von März 2011 bis Februar 2012 besteht für Russland ein hohes Risiko, durch Klimaveränderungen schwere Nachteile zu erleiden. Erdbeben im Osten und Süden des Landes sind ebenso wie Unfälle im Zusammenhang mit der Energieerzeugung und Schiffstransporten möglich.

Seine alljährlich vorausgesagten Aufstände sollen in naher Zukunft sogar ein ganz prominentes Opfer finden:

In den europäischen Metropolen wird es Aufstände geben, die sich zum großen Teil auch gegen dort ansässige Ausländer richten werden. Besonders blutige Kämpfe werden sich in Paris und Rom, aber auch in Madrid, London und Prag abspielen. In Rom wird auch der Sitz des Oberhauptes der katholischen Kirche gestürmt. Zahlreiche Würdenträger sterben bei den Plünderungen, auch der Papst, der zwar zunächst fliehen kann, jedoch außerhalb von Rom in einen Hinterhalt von Plünderern gerät.

Es ist nicht ganz klar, ob diese und weitere ähnliche Schwarzsehereien jetzt schon für 2011 gelten sollen, oder ob sich das alles auf die Folgen des von ihm auf den Oktober 2012 terminierten Kollaps des amerikanischen Finanzsystems bezieht – der von Plünderern gemeuchelte Papst ist auf jeden Fall eine ganz neue Prognose.

Derweil klagen die Hoteliers auf der thailändischen Ferieninsel Phuket: Nachdem irgendwelche Wahrsager Tsunamis angekündigt haben zeigten sich insbesondere asiatische Touristen verunsichert und liessen sich zum Stornieren ihrer Hotelbuchungen verführen.

Susanne Eder hat auf ihrer „5-Jahresvorschau“ ausnahmsweise auch ein paar leicht positive „Nachrichten“, schließt aber auf vermehrte Vulkanausbrüche und Erdbeben:

KLIMAWANDEL
Die Lage dürfte sich etwas stabilisieren. Sei es durch neue Technologien oder durch andere Maßnahmen, die sich allesamt positiv auswirken werden. Die Uranus-Pluto-Verbindung lässt hinkünftig vermehrt auf Vulkanausbrüche und Erdbeben schließen, Überschwemmungen und Orkane hingegen sollten nicht mehr so stark auftreten wie in den letzten Jahren, da Uranus und Neptun nicht mehr in Rezeption stehen. Trotzdem ist das Thema Umweltschutz und Klimakatastrophen sicher noch nicht vom Tisch!

Bei „Wunderweib“ dürfen gleich 8 Astrologen ihre Einschätzung des kommenden Jahres abgeben – und blubbern überwiegend Allgemeines über Gefühle und Partnerschaft. Winfried Noé kündigt an, dass Dollar und Euro bis 2015 „entwertet“, in 2011 aber keine Staatspleiten kommen werden,  seine Kollegin Ruth Siegenthaler weist dagegen auf die positive „Wirkung“ von Katastrophen hin:

Auch im Jahr 2011 geschehen Naturkatastrophen. Das Geschenk, das darin verborgen ist, ist, dass unser Mitgefühl für die notleidenden Menschen wächst und wir einander näherkommen.

Es wird die Opfer zukünftiger Katastrophen (oder die in Haiti postum) sicher beruhigen, dass sie mit ihrem Tod dafür gesorgt haben, dass wir einander näherkommen!





Prognoserückblick 2010: Die vollständige Quellenliste (mit 2 Updates)

15 12 2010

Der diesjährige Prognoserückblick ist veröffentlicht, und wie im letzten Jahr möchte ich hier die vollständige Quellenliste (und ein paar Anmerkungen) verfügbar machen.

Los gehts’s natürlich – fast schon traditionell – mit Nikki Pezaro’s Webseite deren Stand Ende 2009 ich hier gesichert habe.

Die WM-Prognosen fanden sich in der Printpresse …

  • Die Weltmeisterprognose von Sunil Kumar Das stand im Lokalteil Witten der WAZ (datiert auf den 1.1.2010)
  • Ramona Kreis wurde für die Ausgabe vom 29.12.2009 von der Augsburger Allgemeinen Zeitung interviewt
  • von Hans-Jürgen Butz (… und Luisa Franca, Ana Wäsler, Klaudia Braungart und Karin Biela) war in der Silvesterausgabe der tz München auf Seite 4 weitgehend nichtssagendes Blabla zu lesen
  • Astrid Fuhrmann’s Ratereien waren in der Thüringer Allgemeinen vom 31.12.09, Seite TCMZ131 zu lesen

… oder im Internet:

Zu Paul ein kleines Video, das natürlich verschweigt dass die SeaLife-Betreiber auch an anderen Standorten mit ähnlichen WM-Aktionen die Zuschauer in ihren Aqua-Zoo locken wollten: in München durften Seepferdchen ran, in Berlin Langusten und in Hannover Paul’s Artgenosse Armstrong. Vermutlich war das Ergebnis dieser Prognosen so schlecht, dass man sie der Öffentlichkeit lieber verschwieg. Übrigens gab es bereits 2006 ein Oktopusorakel (Benedikt und Angus) – dieses hatte jedoch den deutschen Kickern das Aus im Viertelfinale prophezeit und sich damit für weitere Aufgaben disqualifiziert. Weitere Prognosetiere hatte ich während der WM ja häufiger erwähnt: die blinde Schäferhündin Kobi aus dem Tierheim Weimar hatte immerhin 5 Treffer bei 6 Versuchen während sich das Tierorakel aus dem Chemnitzer Zoo als ziemlich unzuverlässig zeigte (1 Treffer bei 6 Versuchen).

Das „fast apokalyptische Jahr“ samt sinnfreiem Katstrophengeblubber von Christiane Durer ist ja wenigstens vom optischen Eindruck her durchaus noch als lesbar einzustufen, bei den noch drastischeren Schwarzsehereien von Roland Schank schmerzen die Augen angesichts seines unterirdischen Seitendesigns. Susanne Eder hat ein „Langzeitarchiv„, in dem sie ihren Katastrophenprognosen offensichtlich per Zufallsgenerator die ihrer Meinung nach passenden Ereignisse zuordnet. Hier mal die Screenshots zu den im Artikel erwähnten Themen:

Fast noch schöner war die folgende Trefferbezichtigung, die auf ihren Voraussagen für 2009 beruht:

Vorausgesagt hatte sie allerdings etwas ganz anderes:

Die Börsenprognosen habe ich aus Aussagen aus der Zeitung „Die Welt“ vom 3.1.2010, aus der Schweizer Finanzzeitschrift „Cash“ (datiert auf den 1.1.2010), einem Text auf heute.de, der leider nicht mehr online verfügbar ist und sich auch nicht nach WebCite überführen liess sowie einem Interview, das Henning Schäfer mit dem Deutschen Anleger Fernsehen führte (… und das ich am 14. August abgespeichert habe).

Der Rest findet sich dann wieder bei der oben erwähnten Nikki Pezaro.

Update 1: Der Mann heißt natürlich Roland Schank und nicht Schrank!

Update 2: Jetzt hatte ich doch glatt vergessen, meinen eigenen Prognosetreffer zu nennen und zu belegen! In einem Interview mit einem sehr netten Journalisten von der Zeitung Rheinpfalz, das am 3.Januar 2010 erschien, fand sich auch folgende Passage:

… und natürlich lag ich mit dieser Prognose vollkommen richtig! Den Beleg habe ich auf WebCite archiviert.





Die Außerirdischen kommen ab Sonntag (mit Update)

5 08 2010

Nächstes Wochenende ist es soweit: Ein selbsternannter Prophet aus Wien erwartet mit folgenden Worten auf seiner  Webpräsenz eine große Sensation:

eingeschobenes Update: Aktuell ist die Neuigkeitenseite des Herrn aus Wien blütenweiß! Stattdessen lässt er sich jetzt darüber aus, dass der Zeitpunkt für was auch immer ja eigentlich völlig egal ist:Bleibt nur die Frage, ob dieser Christus bei der Durchsage der Zeiten (siehe unten) schlicht und einfach daneben gelegen hat? Na ja, am Montag wissen wir ja, ob dann massenhaft Ufos in Wien gelandet sind, denn das hatte der Autor ja erwartet und auch in seinem Büchlein erwähnt … … aber die aktuellen Neuigkeiten-Channelings einfach so zu löschen, das lässt schon tief blicken. Tja, meine frühere Vermieterin hätte dies mit der Frage nach dem „Arsch in der Hose“ kommentiert …

Wie er darauf (seine Ufo-Prognose) kommt hat er in seinen bisweilen wechselnden „Neuigkeiten“ auf seiner Webseite dokumentiert (… die ich von Zeit zu Zeit per Screenshot gesichert habe), und das liest sich dann so:… oder so: … oder so: … oder so:… oder so:

OK, wenn jemand behauptet, er würde Botschaften eines gewissen Herrn Jesus Christus channeln und er habe außerdem nichts weniger als die „Bibel des 21. Jahrhunderts“ verfasst (… und er werde sie veröffentlichen sobald er seinen bereits mehrfach prophezeiten 20-fachen Lottosechser errungen hat), dann fallen mir angesichts dieser Visionen und Channelings nebst downloadbaren Schwurbelbüchlein bestenfalls zwei Zitate ein:

Wieso heißt es, wenn ich mit Gott spreche, Gebet, aber wenn Gott mit mir spricht, Psychose? (Dr. Eckard von Hirschhausen, Kabarettist und Arzt in seinem Programm „Sprechstunde“)

Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen. (Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt)





WM-Prognosen Update: Hemispheren, Trikotfarben, Kraken, ein Erzengel und die Sterne

23 06 2010

Deutschlands WM-Gewinnwahrscheinlichkeit ist beim World Cup-Predictor des Co-Sponsors Castrol nach der Pleite gegen Serbien wieder gefallen. Dafür taucht jetzt erstmals Portugal in der Spitzengruppe auf – und Uruguay hat jetzt die gleiche Wahrscheinlichkeit wie die deutsche Mannschaft vor Turnierbeginn. Der regelmäßige Update der Seite lässt netterweise ausgeschiedene Teams auch gleich „verschwinden“:

Ob sich nach dem Spiel heute Abend auch die deutsche Fahne im „Schattenreich“ der Titelwahrscheinlichkeiten wieder findet bleibt anzuwarten. Die Fans werden sich natürlich gerne auf die Prognose von Hellseherin Annelie Eik (Vielen dank an den Vechtablog!) verlassen, die ihr direkt vom Erzengel Gabriel eingeflüstert wurde. OK, das Ende der deutschen Titelträume hat sie auch vorhergesagt, denn mit dem Halbfinale soll’s nichts werden – es sei denn der Erzengel hat sie angelogen.

Wer sich lieber an die Prognosen real existierender Wesen hält, dem sei Paul empfohlen. Der im Sealife Oberhausen lebende Oktopus soll bei seinen Prognosen zu den bisherigen WM-Spielen der deutschen Mannschaft eine 100%ige Trefferquote haben – für das Ghana-Spiel setzt das Krakenorakel wieder auf Deutschland! Ob Paul treffsicherer ist als seine Kollegen Benedikt und Angus bei der WM 2006? Diese sahen damals die  deutsche Mannschaft im Viertelfinale gegen Argentinien ausscheiden …

Das astrologische WM-Tippspiel im Forum von astrologie.de liefert neben Ergebnisprognosen sogar noch Ratereien für den Zeitpunkt des ersten Treffers – komischerweise unterscheiden sich die Prognosen der Astropraktiker, auch wenn gleich zwei Mal das erste Tor für die 14. Spielminute prognostiziert wird. Nicht ganz so genau, aber immerhin optimistisch, schaut dieser Astrologe in die Sterne:

Also könnte man sagen, beide Favoriten gewinnen. Wir tun das mal und sagen hier einen Sieg für Deutschland und einen für Serbien voraus.

Update (23.6., 13:20 Uhr): Im Starfish-Blog wird auch gehofft, aber dort scheint die Autorin in den Sternen nichts Genaues zum Ghana-Spiel erkennen zu können:

Schwierig, schwierig. Ich glaube, die Sterne wollen mir nicht sagen, wer heute Abend gewinnt. Vielleicht ist das eine der Situationen, in der einfach noch alles offen ist und der Kosmos jetzt die Frage nicht beantworten kann.

Ob Herr Amann seine Prognoseseite mit den heutigen Spielen anreichert weiß ich nicht ( ich werde kurz vor 16:00 Uhr nochmals nachschauen und dann ggf. ein Update einfügen – Update 23.6., 22:48 Uhr: Für die Spiele heute gab es tatsächlich keine Prognosen von Herrn Amann … … die Seiten von 16, 18 und 22 Uhr sind jeweils auf WebCite archiviert – Update 24.6. 14:30: Für heute gibt’s wieder Prognosen), bisher ist seine Trefferquote jedenfalls nicht allzu berauschend. Bei 34 Spielen zu denen er einen wahrscheinlichen Sieger genannt hatte lag er 14 Mal richtig und  11 Mal falsch (die 9 Unentschieden fallen – gemäß seiner eigenen Treffer-Definition – aus der Wertung). Auch auf einen Titelgewinner will er sich astrologisch bisher noch nicht festlegen sondern bietet mit Argentinien, Brasilien, Deutschland, England und Uruguay fünf mögliche Weltmeister an.

Die südafrikanische Stundenastrologin Jaqueline Brook traut sich auch nicht, irgendeinen „astrologischen Favoriten“ zu küren. Sie sieht den Sieger in der „nördlichen Hemisphere“ beheimatet – Glück für Brasilien, denn dieses Land rechnet sie sowohl der südlichen als auch der nördlichen zu, Argentinien und Uruguay hätten demnach allerdings keine Chance. Spätestens zum Halbfinale will sie sich auf einen Favoriten festlegen (dann ist die Auswahl ja auch weniger groß) und überläßt es ihren Lesern ob diese die Ergebnisse schon vor dem jeweiligen Anstoß wissen wollen:

As the tournament unfolds I will take a closer look at certain teams and add the predictions for those matches to this article on this web site; it is up to the reader to decide if they wish to know the outcome of these events prior to kick-off, or not. The most exciting weeks will obviously be those of the semi finals and finals and by then I will have decided on a firm favourite!

Andi Singh aus Malysia will zumindest die Trikot-Farben der besten Teams aus den Sternen gelesen haben:

teams wearing green, purple, gray and brown would do well at this year’s World Cup.

Aha, und das grüne Team wird das braune im Finale schlagen … … fragt sich nur, welches Team überhaupt in braunen Trikots aufläuft! Vielleicht sollte sich der DFB jetzt ganz schnell noch neue Trikots bestellen, denn soweit ich weiß haben die deutschen Leibchen keine der genannten Farben – aber bitte nicht blau oder rot, denn damit sieht’s im Finale ebenfalls schlecht aus.





Fußball WM und Astrologie: kaum Prognosen, viel Blabla (Update)

11 06 2010

Hatte nicht Herr Amann aus Österreich ab dem 10. Juni seine astrologischen WM-Prognosen angekündigt? Ja, hatte er, aber auf seinem Blog sind sie bisher schlicht und einfach nicht zu finden. Ob die Prognosen so feinstofflich sind, dass man sie gar nicht mehr lesen kann? Vielleicht bezog sich das „ohne Gewähr“ in seiner Ankündigung vom 31.5. ja auch nicht auf die Richtigkeit der Prognosen sondern darauf, ob er sie überhaupt der Öffentlichkeit präsentiert …

Update, 14.6.: Inzwischen hat Herr Amann seine ersten Prognosen (… und heute Abend ist es schon eine mehr …) tatsächlich präsentiert – und dazu ein recht eigenartiges „Regelwerk“ zur Bewertung. Als Prognosen gibt er Prozentwerte für den Sieg einer der beiden Mannschaften an, als Fehler will er seine Prognose aber nur dann gewertet wissen, wenn die Mannschaft mit der höheren Wahrscheinlichkeit verliert. In seinen eigenen Worten:

Fehlinterpretationen gelten erst dann, wenn derjenige Staat verlieren würde, der als Sieger berrechnet wurde. Unentschieden gilt also nicht als Fehlinterptetation.

Mal sehen, ob er sich neben den bisherigen 8 (jetzt 9) Prognosen noch weitere zutraut … … bisher lag er bei 3 Spielen falsch, eines ging Unentschieden aus (wenn er es nicht als „Fehlinterpretation“ gezählt haben will, ok – dann ist es aber auch kein Treffer) und 4 Mal lag er richtig.

Seine Wiener Kollegin Rosalinde Haller erbat sich – laut dieser Meldung – noch ein wenig Bedenkzeit. Mal sehen, ob und wenn ja wann sie versucht ihre Traumquote von der EM 2008 zu toppen. Damals lag sie mit ihren sehr ausführlichen Tipps weitgehend daneben: Keines der von ihr im Februar ins Halbfinale prognostizierten Teams erreichte dieses tatsächlich …

Auch Iris Treppner, Spezialistin in den Disziplinen Prozentrechnung und Dreiste Übertreibung, hatte auf einer ihrer vielen Webseite angekündigt:

Sobald die Spielpläne stehen, gibt es auf dieser Seite weitere Informationen!

Gibt es aber nicht. So bleibt’s bei ihrer alten Prognose für ein Finale dessen Sieger „erst nach Verlängerung und vielleicht sogar erst beim 11-Meter-Schießen“ ermittelt wird: England – Argentinien

Im bayrischen Rundfunk durfte Petra Renzi fast 6 Minuten lang weitgehend Positives über die deutsche Mannschaft ins Mikro blubbern – zumindest bis zum Achtelfinale, denn die folgenden Tage sind dann „schlecht bestrahlt„. Sinnfrei und völlig wirr kicherte sich die Dame durch ein Interview – dessen Moderator man für die nächsten Tage eine Horde dauertrötender Vuzuela-Fans in die direkte Nachbarschaft wünschen möchte. Warum stellt der Mann nicht einmal eine konkrete Frage?

Aber nicht alle Sternenschwurbler verweigern die Prognosen so vollständig. Im Starfish-Blog gibt es eine wenig überraschende Prognose zum Spiel Deutschland gegen Australien – der erwartete Sieg der deutschen Kicker wird in der unter Astrologen üblichen Schwurbelsprache wie folgt begründet:

Ein wichtiger Faktor ist jedoch der Glückspunkt (Pars Fortuna), hier auf 26° Wassermann im 1. Haus. Er bildet ein Antiszium (Spiegelpunkt) zur Spitze des 10. Hauses, was ein sehr deutliches Argument für einen Sieg der Favoriten-Mannschaft ist. Zusätzlich bildet der Nebensignifikator für die deutsche Mannschaft, Mars, ein Sextil zum Antiszium des Glückspunktes.

Das muss man nicht verstehen – aber wer mag kann ja im Astrologenwiki solche Begriffe nachschlagen.

Solchen Umstand vermeidet man als Leser dieser Seite. Das 0:0 würde ich dabei nicht als Prognose für das Spiel verstehen wollen, denn hier werden lediglich irgendwie astrologisch den einzelnen Spielern bis zu 5 Fußbälle zugeordnet – also keinerlei Schwurbeltexte und eine Logik, die der ’schland-Fan auch nach dem 15. Bier noch verstehen kann (Ob die 92:82,5 Fußbälle irgendwie das Ergebnis symbolisieren sollen?). Außerdem gibt es bei einigen Spielern noch kleine, kurze Anmerkungen die irgendwie nach Fußball klingen – und durchaus überraschende Erkenntnisse liefern. Jetzt wissen wir nämlich, dass die Nummer 3 im Nationalmannschaftstor für das erste Spiel nicht nur einen „Publikum-Beliebtheitsprunkt“ sein eigen nennen kann, sondern auch „leicht rotgefährdet“ ist. Gilt das auch, wenn er gar nicht spielt? Andere Spiele haben einen „Fleißigkeitspunkt“ (der immer mit der Gefahr eines Platzverweises korreliert: „Extrem rotgefährdet„), einen „Technikpunkt“, einen „Gefährlichkeitspunkt“ – ein Australier hat gar einen Raubkatzen-(Torgefährlichkeits)punkt … … ob das Löw zu einer Sonderbewachung animiert?

Welche Bedeutung „Überraschungspunkt“ oder „Talismann-Glückspunkt“ haben weiß ich nicht, aber beim „Schiri-Lieblingspunkt“ habe ich ganz klare Vorstellungen: Mesut Özil wird also besonders viel und/oder hart foulen dürfen, ohne eine gelbe oder rote Karte bzw. einen Elfmeter für den Gegner zu riskieren … oder er erhält einen unberechtigten Elfmeter zugesprochen (Update: Ob seine mit einer gelben Karte bestrafte Schwalbe der Versuch war, den Schiri-Lieblingspunkt irgendwie „einzulösen“???). Eigenartig finde ich nur, dass auch ein Spieler der gegnerischen Mannschaft so einen Schiri-Lieblingspunkt hat. Wie entscheidet der Schiri, wenn sich ausgerechnet diese beiden auf dem Platz unsanft begegnen?

Ob man noch auf weitere astrologische Prognosen zur WM warten sollte? Wenn sogar Helen Fritsch, Leiterin der Hamburger Astropraxis (…  bei der man sich einzelne Kurse von der Bundesagentur für Arbeit finanzieren lassen kann …) schreibt …

Astrologische Prognosen über das konkrete Abschneiden einzelner Mannschaften sind unseriös,

… und sich dabei auf den Deutschen Astrologen Verband beruft, dann könnten sich die Sterndeuter doch all die Mühe beim Schreiben einer astrologische klingenden Begründung gleich sparen und – wie viele andere auch – einfach aus Spaß ein wenig raten. Eine bessere Trefferquote ist mit der Astrololgie bekanntlich eh nicht zu erzielen.

Weitere Prognosen gibt es hier und da und dort





Prognosen 2010 (Teil 7): WM-Prognosen aller Art

7 06 2010

Kurz vor der Fußball-WM in Südafrika nimmt erwartungsgemäß auch die Zahl der Prognosen zum Ausgang des Kickerspektakels zu. Dabei könnten die Quellen der im Folgenden vorgestellten Prognosen unterschiedlicher kaum sein. Von Astrologen über mehr oder weniger fachkundige Ratereien bis zu statistischen Simulationsmodellen reicht die Bandbreite. Beginnen möchte ich mit drei Prognosen aus dem Bereich Mathematik/Statistik/Ökonometrie.

Als Co-Sponsor der Titelkämpfe hat sich Castrol mächtig ins Zeug gelegt und bietet auf einer  Fußballseite einen „World-Cup-Predictor„. Dort kann man nicht nur die Wahrscheinlichkeiten für den Titelgewinn der einzelnen Nationen, sondern sogar die Wahrscheinlichkeiten jedes im Turnier möglichen Spielergebnisses (zumindest in der Form Sieg – Unentschieden – Niederlage) und einiges mehr abfragen. Das Ganze wird offensichtlich laufend upgedated, denn die angegebenen Wahrscheinlichkeiten ändern sich immer wieder ein wenig.  Die Namen der drei Topfavoriten blieben allerdings in den letzten Tagen gleich: Brasilien (aktuell: 23,4%) vor Spanien (17,0%) und England (10,3%). Hinter den Niederlanden (9,8%) und Argentinien (7,5%) folgen die Bundeskicker mit 5,7% auf Rang 6.

Deka-Bank und UBS haben für ihre WM-Broschüren ebenfalls fleißig mit statistischen Simulationen herumgespielt. Auch hier hat Brasilien die jeweils höchste Siegeswahrscheinlichkeit. Während aber die Ergebnisse bei der DEKA-Bank den Castrol-Berechnungen noch weitgehend ähneln (bei der DEKA folgen Spanien, Niederlande, England, Italien und Deutschland) sieht die Reihenfolge hinter Brasilien (22%) bei der UBS ganz anders aus: Deutschland (18%),  Italien (13%), Niederlande (8%), Frankreich (6%) und Argentinien (5%) liegen allesamt vor Spanien und England (jeweils 4%). OK, wer jetzt im aktuellen Spektrum der Wissenschaft den Artikel ‚Ist Fußball Glücksspiel?‘ aus den Mathematischen Unterhaltungen gelesen hat, der wird auf diese Prognosen eh nichts geben. Wie der Autor dort am Ende anmerkt lässt sich das ansonsten (… im Liga-Alltag) recht zuverlässige mathematische Modell (… zuverlässig im Vergleich zu einem Zufallsgenerator) auf eine Weltmeisterschaft gar nicht übertragen, da ‚diese nur alle vier Jahre stattfindet und sich die Zusammensetzung der Mannschaften in diesem Zeitraum stark ändert.‘

Die Astrologen drücken sich ja normalerweise eher kryptisch aus, es gibt allerdings auch Ausnahmen: Dieser Astrologe verbreitet die frohe Botschaft für die Oranje-Kicker sogar über ein Video:

Österreich spielt zwar gar nicht mit, aber auch in der Alpenrepublik kann man in die Sterne schauen und daraus irgendwelche Nonsensschlüsse ziehen. Ich bin schon mal gespannt, welche Prognosen uns von Herrn Amann erwarten: In seinem Blog kündigte er am 30. 5. an, dass er ab dem 10. 6. astrologische Fußballergebnisse zur Verfügung stellen wird – selbstverständlich ‚ohne Gewähr‘. Mal abwarten, was da so kommt …

Über einige weitere Prognosen aus der Astrologenszene hat Florian Freistetter aktuell berichtet. Entgangen ist ihm allerdings die genialste aller Prognosen – und die Auszeichung dafür gebührt ohne Einschränkungen Winfried Noe:  Kurz vor Weihnachten 2009 hatte er  im Kalenderblog auf die Frage nach dem kommenden Fußball-Weltmeister mit folgendem Sätzchen geantwortet:

“Das beste Team.”

Genaueres verraten die Sterne wohl nicht, aber vielleicht wissen Tarotkarten oder irgendwelche ‚Psychics‘ mehr? Sue Knock zum Beispiel traut sich was: Sie sieht schon jetzt, dass Ghana die WM gewinnen wird – und dass Deutschland und England nach starkem Beginn abfallen werden (während sich Italien und Frankreich im Laufe des Turniers steigern). Ein Kartenleger auf dieser Seite nennt die vier Halbfinalisten (Brasilien, England, Italien und Argentinien) und überlässt den Rest irgendwelchen Göttern. Das kanadische Medium Blair Robertson setzt auf die Spanier … … also irgendwie kommen immer die gleichen Namen –  oder eben gar keine.

Da sind mir Prognosen wie die Folgenden wesentlich lieber, denn da berufen sich die Autoren eigentlich auf gar nichts. Reine Raterei also? Vielleicht auch einfach eine Mischung aus Spaß, Wunschdenken und Youtube-Spielerei – die bisweilen aber wenig erfolgreich ist. So dauert das erste Video quälend lange 9 Minuten und ist wegen einer extrem dilletantischen Tonmischung weitgehend unverständlich – aber es wird ein ‚Sieger‘ benannt: England!

Der folgende Clip ist zumindest technisch ganz ok – er beginnt mit dem entscheidenden Elfmeter der WM 2006, liefert nette Flaggenanimationen und die erwarteten Ergebnisse aller Vorrundengruppen – für die entscheidenden K.O.-Runden danach reicht dann eine einzige schäbige Grafik (ab 4:20):

Argentinien als Titelträger? Die Fußballfans hierzulande werden eher folgendes Video lieben: Dort wird ein vollständiges Turnierszenario mit allen (!!!!) Spielergebnissen geboten und …

… einem Sieger der dann tatsächlich Deutschland heißen soll.

Da aber sowieso die Prognostiker aus den jeweiligen Ländern wohl am liebsten ihr eigenes Team vorne sehen, ist der folgende Clip für die Fußballfans aller teilnehmenden Länder zu empfehlen:

Herrlich kurz und wunderbar klar wird die Botschaft transportiert: Das eigene Team wird den Cup gewinnen – jetzt oder irgendwann später! Zumindest macht man sich mit einer solchen Prognose bei den heimatlichen Fans nicht unbeliebt.





Die alte Wahrsager-Betrugsmache: 500.000 Euro sind jetzt „im Himmel“

22 05 2010

Hier, dort oder da kann man die aktuell durch die österreichischen Medien geisternde Story lesen, in der eine selbst ernannte „Seherin“ ihrer offensichtlich recht betuchten „Kundin“ ein halbes Euromilliönchen abgeknöpft hat. Die hanebüchene Geschichte, in die auch noch der Ehemann und der Bruder der „Seherin“ verwickelt zu sein scheinen, bekommt durch den Kommentar eines gewissen Timmy1986 auf der Webseite der Kronenzeitung (vom 21.05., 13:38) noch eine ganz andere Wendung:

Ich kenne die Frau und die Seherin war die Schwester Ihres Lebensgefährten!!! Das Geld wurde nur auf Anweisung des Lebensgefährten zur Seherin gebracht, weil das Geld dort sicher war!!! Wenn Sie nicht einverstanden war, wurde Ihr gedroht! Es fehlen bei dem Bericht einige Details, die die Lage der Frau erklären würden!!! Viel Spass im Gefängnis wünsch ich den 3!!!!

Wenn das stimmen sollte, dann wäre das mal wieder so eine Geschichte, die man im Rahmen des abendlichen Spielfilmprogramms kopfschüttelnd als viel zu unrealistisch einschätzen würde …