Göttliches Krisenende und die Weltkatastrophe vom Heiligen Geist

11 04 2009

Bereits am 24. März berichtete das christliche Nachrichtenportal idea von einem amerikanischen Evangelisten, der eine Weltkatastrophe prophezeit hat. David Wilkerson heißt der Mann, und sein Katastrophenblabla wird im Artikel wir folgt zitiert:

„Demnächst wird ein Unglück geschehen, das die ganze Welt erschüttern wird. Es wird so furchterregend sein, dass wir alle erzittern werden, sogar der Frömmste unter uns“, heißt es in einem Schreiben des 77-jährigen vom 7. März. Der Heilige Geist habe ihn gedrängt, die Mitteilung weiterzugeben. Bedeutende Städte vor allem in den USA wie New York würden vom Feuer verschlungen. Zudem werde es weltweit Krawalle und Feuer sowie Plünderungen geben. Wilkerson empfiehlt, Vorräte für 30 Tage anzulegen. Er gehe davon aus, dass die Ereignisse „schon bald“ eintreten. „Wir sind unter dem Zorn Gottes“, schreibt Wilkerson.

Dazu erwähnt der Artikel auch einen Kommentar aus Deutschland:  „Das neutestamentliche Zeugnis zeigt in aller Klarheit auf, dass am Ende der Zeiten erschütternde Dinge geschehen werden, die sogar kosmische Ausweitung haben. Insofern ist ein solches Unglück nicht auszuschließen.“ Autor dieser Bewertung ist ein deutscher Experte für prophetisches Reden (toller Titel!), namens Christian Rust, der die Aussagen Wilkersons „geistlich geprüft“ (was bedeutet das?) haben will. Und auch wenn der zitierte Kommentar durchaus positiv klingt hat Rust doch etwas zu mäkeln:

Befremdet zeigt sich Rust davon, dass Christen nicht aufgerufen werden, „Buße und Umkehr einzuleiten, Ungerechtigkeit anzuprangern oder ihr entgegenzuwirken“, sondern sich Vorräte anzulegen.

Schön! Laut Rust sollte also eine Prognose das baldige Ende beschwören, damit die Motivation zur Buße und Umkehr steigt – was für ein Müll! Hinzu kommt, dass der Heilige Geist wohl undeutlich gesprochen oder sich Wilkerson nicht die Ohren gewaschen hat – sonst wäre die Zeitangabe sicher genauer als „Demnächst“ gewesen.

Etwas genauer ist da Horst Keller aus Markdorf: Seine Visionen stammen nämlich von Gott persönlich und er sieht – höchst selten in der Wahrsagerbranche – für die nähere Zukunft nicht schwarz. Wie die Schwäbische Zeitung berichtet, kann nach den göttlichen Eingebungen des Herrn Keller die Krise einpacken:

Auch die Wirtschaftskrise hat er kommen sehen, behauptet er. Warum er niemanden gewarnt hat? Weil man ihm ja eh nicht glauben würde, seine Visionen als Humbug abtun könnte. Doch die Wirtschaftskrise werde vorübergehen: „Nächstes Jahr um diese Zeit wird es allen besser gehen“, lautet seine neueste Vorhersage. Die Menschen würden wieder Arbeit finden, Opel werde gerettet, das Ausland und die USA würden es schon richten. Der Kapitalismus würde sich zu 50 Prozent wandeln. Und: „Die Merkel packt das schon.“ Der Weg aus der Krise in Kürze. Alles wird gut?“Die Menschen sind so verängstigt, aber das müssen sie nicht sein“, sagt Keller.

Natürlich hat er die Krise selbst und übrigens auch die Tsunami-Katastrophe von 2004 kommen sehen – schade  nur, dass er dies – wie üblich – nicht belegen kann. Und dass er niemanden vor der Krise oder der Tsunami gewarnt hat liegt natürlich nur an den bösen Leuten, die seinen Humbug auch als solchen bezeichnen.

Spannend fände ich, wie das Ergebnis einer „geistlichen Prüfung“ der Kellerschen Prognosen durch den Experten für prophetisches Reden Christian Rust ausfallen würde. Hatte jetzt Gott Recht oder doch der Heilige Geist? Ich befürchte, dass wir auf ein solches realsatirisches Highlight leider verzichten müssen!





Gewerkschaft für Wahrsager?

6 04 2009

Die armen Hellseher! Wie auf n-tv berichtet wird wollen russische Wunderheiler, Hellseher und Parapsychologen eine Art eigene Gewerkschaft gründen und sich der Vereinigung unabhängiger Gewerkschaften anschliessen.  Der Chef der russischen Vereinigung für Volksmedizin, Wladimir Jegorow, ist von dieser Idee nicht überzeugt. Gewerkschaften richteten sich an Angestellte,  so Jegorow gegenüber der Zeitung „Nesawisimaja Gaseta“. Es gebe jedoch keine „Geistheiler-Fabriken“, diese arbeiteten vielmehr als selbstständige Scharlatane Unternehmer.

Und das gilt natürlich auch überwiegend für die Wahrsager hierzulande. Überwiegend, weil ich gerade gestern eine Ausnahme von dieser Regel beim Sonntagsausflug nach Schloß Burg gefunden und mit der Handykamera festgehalten habe:

Wahrsagerin

Wahrsagerin

Für die kleine Dame dürfte die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zuständig sein. Vielleicht bringe ich ihr beim nächsten Besuch eine Beitrittserklärung mit …





Lustige Ausreden für falsche Prognosen

2 04 2009

Johannes Höber ist Hellseher und wagt sich in unregelmäßigen Abständen an Zukunftsprognosen – liegt damit aber immer mal wieder bzw. eigentlich fast immer wenn er etwas Konkretes voraussagt, daneben. Das ist natürlich kein Beleg seines Scheiterns – er kann nämlich wunderbar erklären, warum er bei der ein oder anderen Prognose daneben lag.

Aktuell wagt er ja keine allzu schwierigen Prognosen. Wenn man von dem Anschlag in Mexiko und den Erdbeben mit Todesopfern in Mitteleuropa absieht ist der Rest nichtssagendes Geblubber. Außerdem will er auf Grund seiner hellseherischen Fähigkeiten wissen, dass der verunfallte österreichische Rechtsausleger Jörg Haider nicht betrunken war, sondern dass ihm zuvor in einem Lokal KO-Tropfen verabreicht wurden. Offensichtlich waren die Tropfen sehr alkoholhaltig, denn der Mann hatte 1,8 Promille im Blut. Ok, Herr Höber mag also Verschwörungstheorien – bei abgedrehten Esofreaks sind die ja sowieso beliebt …

Am besten aber finde ich seine Ausreden. Vorsorglich hat er zu seinen aktuellen Prognosen einen Link mit dem Titel „Kommentare zu Vorhersagen, die nicht exakt eingetroffen sind“ gepackt – und dort liest man Folgendes:

Hin und wieder kann es auch vorkommen, dass  vorhergesagte Ereignisse nicht in derselben Form, in der sie von mir vorhergesehen wurden, eintreffen. Das kann, wie in meinem Buch ausführlich erklärt, mehrere Gründe haben:

„Hin und wieder“? Eine schamlose Untertreibung!

1)   Ein bestimmtes Schicksal wurde durch bewusstes Eingreifen, bzw. durch Erlangen des dafür notwendigen Bewusstseins, abgeändert oder abgewendet.

Schwurbeldischwurbel! Auf deutsch: Äh, ich hab’s halt nicht gewußt und brauche eine Nonsensausrede in der die Worte Bewußtsein und Schicksal vorkommen.

2)   Zur Erfüllung des göttlichen Plans wurde von der göttlichen Vorhersehung ein anderer Weg der Realisation gewählt.

… und für die Anhänger irgendwelcher Göttinnen und Götter habe ich die Schlagworte „göttliche Vorsehung“ und „göttlicher Plan“ im Ausredenprogramm.

3)   Der zeitliche Eintritt eines Ereignisses hat sich durch das Hinzukommen neuer Faktoren oder dem Ausbleiben von bedingenden Faktoren verschoben.

Holla! Die Faktoren nicht gesehen? Was für eine Pfeiffe!

4)   Aufgrund des zum Zeitpunkt der Schauung noch ungewissen Ausgangs eines Ereignisses wurde die Entscheidung zu einer klaren Aussage etwas verfrüht getroffen.

Immerhin, hier spitzt so etwas wie Selbstkritik durch die spärlichen Zeilen. Obwohl, wenn er von „klaren Aussagen“ schreibt, dann kann er seine eigenen Prognosen ja eigentlich nur selten meinen. Und „etwas verfrüht“ heißt ja auch nur, dass er gerne mal das Maul aufreißt und Nonsens salbadert … …  aber die Seite ist ja noch nicht zu Ende: 

In der Folge möchte ich deshalb hier zu Aussagen von mir, die in der einen oder anderen Form nicht exakt wie von mir vorhergesehen eingetreten sind, noch ein paar Worte hinzufügen:

Tja, vielleicht hatte er das 2006 tatsächlich vor, bis jetzt gibt er aber nur eine Fehlprognose zu:


Wahl Berlusconi:

Hier habe ich gesehen, dass Romano Brodi mehr Kampfgeist entwickeln müsste um die Wahl gegen Berlusconi für sich zu entscheiden. Hier wurde jedoch von bestimmten Kreisen eingegriffen, das bedeutet, dass die Wahl nur durch eine Wahlmanipulation bei der Auszählung der Stimmen von Romano Brodi gewonnen wurde. Hätte die Regierung einer Überprüfung zugestimmt, wäre das Ergebnis sicher anders ausgefallen.

Tja, Herr Höber, die Prognose war einfach falsch! Auch bei einer Fifty-fifty-Chance kann man falsch raten – ja man tut es sogar im Schnitt jedes zweite Mal. So ein Pech aber auch. Und ansonsten hatten sie ja immer Recht, Ausreden für andere ihrer früheren Prognosen sind natürlich absolut unnnötig – obwohl mich die jeweiligen Ausreden der Verschwörungstheorieklasse druchaus interessiert hätten:

  • Bis Mitte des Jahres 2007 wird der Iran die Atombombe haben.
  • Ich sehe für den Zeitraum Juni, Juli und August ein weiteres Seebeben in jener Region, wo bereits das Tsunami seine Verwüstungen hinterlassen hat. (für 2006)
  • Nordkorea wird noch einen weiteren Atomtest durchführen, quasi als Warnung an die USA. Daraus resultierende Wirtschaftssanktionen werden die Nordkoreaner als Kriegserklärung auffassen. Für 2007 sehe ich hier auch Militärschläge der USA, Nordkorea wird jedoch zurückschlagen und den Amerikanern Verluste bereiten.
  • Der Iran hält den Westen zum Narren und wird im Atomstreit nicht einlenken. Wie im Buch beschrieben, wird es hier bis spätestens 2008 sicher zu kriegerischen Konfrontationen in Form von Luftschlägen kommen.
  • Wie in meinem Buch vorausgesagt, wird es auch noch zu einem Anschlag auf Bush kommen. Hier hat es nur eine zeitliche Verschiebung gegeben, nicht aber in der Sache selbst. Der Anschlag auf Bush steht noch aus.
  • Kurzfristig wird die Wirtschaft in den USA nochmals angekurbelt werden können. Das Jahr 2008 und 2009 sehe ich hier, bedingt durch die Anstrengungen der neuen Regierung welche nach Bush folgt, noch einigermaßen positiv.
  • Die nächste Regierung in den USA, hier sehe ich übrigens Hilary Clinton als erste Frau im Präsidentenamt der Vereinigten Staaten, wird dann die Rechnung für vieles was in den vergangenen Jahren geschehen ist präsentiert bekommen. Die daraus resultierenden Unruhen und kriegerischen Auseinandersetzungen werden die Weltwirtschaft destabilisieren und auch auf Europa große Auswirkungen haben.




Das erwartet uns 2009 (Teil 5) – Kopierte Terrorprognosen aus dem Palmblatt

5 03 2009

Die Palmblattbibliotheken in Indien gehören wahrscheinlich den teuersten Optionen, wenn man denn einen esoterischen Blick in seine eigene Zukunft werfen möchte. Dass man bereits 2250 Jahre v. u. Z. „Palmenpaier“ zur Aufzeichung verwendet haben soll ist sicher interessant und für Historiker dürfte der Inhalt eine Menge Erkenntnisse über das Leben der Menschen damals liefern. Die Behauptung, dass in den so genannten Palmblattbibliotheken für jeden, der eine solche Bibliothek besucht, ein persönliches Palmblatt mit seinem eigenen, persönlichen Schicksal hinterlegt sein soll ist jedoch eher absurd. Da es eine Vielzahl dieser „Bibliotheken“ gibt gehen die Adepten dieser Mumpitztheorie außerdem davon aus, dass die Ersteller der Palmblätter bereits bei der Beschriftung der Blättchen anno dunnemals (vor 5000 Jahren!!!) wussten, wer denn da irgendwann ‚mal zu ihnen kommen wird. Auf einer Seite des Eso-Mystik-Shops Esotheka liest sich der Versuch einer Erklärung so:

Doch wie war ihm das möglich? Entweder hat er die Fähigkeit gehabt seine Klarträume so zu bestimmen, dass er die Daten und Fakten von allen Menschen, die jemals dort hinkommen werden, aufschreiben konnte oder wurde ihm die Fähigkeit gegeben, wie es in indischen Quellen gesagt wird, einen Blick in das Weltgedächtnis zu werfen.

Ach so, das „Weltgedächtnis“, oft auch Akasha-Chronik genannt. Und was haben sie dort über die einzelnen Menschen aufgeschrieben? Nach dem Reisebericht von Olaf Schreiber, der im Dezember 1999 zwei Palmblattbibliotheken besucht hatte und seinem Bericht die Überschrift Nadi, Ola und Betrug voranstellt, ist die Antwort klar und eindeutig: NICHTS!

Wenn wir einem gewissen Herrn Thomas Ritter glauben wollen, dann ist aber nicht nur das Schicksal einzelner Menschen, sondern sogar das ganzer Länder und Kontinente in den Palmblattbibliotheken hinterlegt: Den Rest des Beitrags lesen »





Vermischtes: Betrügerische Wahrsager, gottlose Mobilfunkmasten und mehr

4 03 2009

Wieder mal gibt es einen Prozess gegen eine Wahrsagerin, die das schöne einfache Spielchen gespielt hat:rede den Kunden irgend einen Fluch ein und zaubere ihn dann gegen viel Bares wieder weg. Der krasseste Fall aus dieser – endlosen – Serie wurde übrigens  2007  in Konstanz verhandelt. Der damalige Täter hatte sich mit einer ähnlich hohen Summe bei einer einzigen Familie bedient – bis zu deren Pleite und wurde dann zu einer – meines Erachtens recht kurzen angesichts einer ähnlichen Vorstrafe – Haftstrafe verurteilt.

Der ultimative Grund für die Gottlosigkeit der Gesellschaft ist gefunden: Die Mobilfunkmasten sind schuld! Mehr dazu gibt’s bei Frischer Wind in den Science Blogs.

Ähnlich lustig ist das Fundstück meines Lieblings-Sciencebloggers Florian Freistetter: Er stellt die Astro-Dynamische-Manifestation vor – eine Methode, mit der man seinem eigenen Horoskop entgehen können soll. Was wohl „normale Astrologen“ dazu sagen?

Der Schweizer Wahrsager Mike Shiva zeigt derweilen, dass er am letzten Samstag „Wetten dass?“ gesehen hat: Im Schweizer Blick sieht er für Bobeles Hochzeitspläne kosmisch-erotisch rosarot.  Wenn’s klappt hatte Iris Treppner mit ihrer Prognose nicht recht: Sie hatte Kurzzeitbeziehungen aus den Sternen gelesen. Immerhin: Auch Shiva sieht finanzielle Probleme für den Leimer Ex-Schlägerschwinger – das war auch schon bei weiteren Auguren zu lesen. Ob sich Boris‘ Finanzen daran halten?

Ein neuer „Weltrekord“ wurde ebenfalls vermeldet: Eine Frau hat der Nigeria-Connection 350.000 € überwiesen. Dass sie aus Österreich ist sollte kein Grund für Häme sein, denn wie auf einer niederländischen Webseite für solcherlei Betrugsfälle zu lesen, gilt Clever people ‘are easier to con’.





Sonaru zum Zweiten: Erdbeben, Winterkälte und eine Kinderleiche

23 02 2009

Eigentlich wollte ich zunächst mal das Ergebnis meiner eigenen Prognosen abwarten, bis ich mich erneut den Prognosen und behaupteten Treffern von Sonaru zuwende, aber meine Prognose vom 16.2. hat sich bereits am 22.2.  – und sogar mehrfach – erfüllt, wie die Seismologen melden:

2009-02-22  23:22:45.7 45.93 N 150.44 E 128 mb 4.6 KURIL ISLANDS 2009-02-23 05:45
2009-02-22  10:33:45.8 48.98 N 158.07 E 10 mb 5.3 EAST OF KURIL ISLANDS 2009-02-22 11:28
2009-02-22  01:08:55.0 54.62 N 162.10 E 10 mb 5.1 NEAR EAST COAST OF KAMCHATKA 2009-02-22 08:49

Mit meiner „Stärkeprognose“ von mindestens 4,5 lag ich dabei bei einem Erdbeben sogar fast exakt richtig – die anderen beiden waren ein wenig stärker, aber gegenüber Sonaru’s Prognosen – der überhaupt keine Stärken angibt und jedes einzelne der täglich gemessenen Minierdbeben als Treffer ansieht – ist das doch ein kleiner Unterschied. OK, ich weiß natürlich, dass in den von mir genannten Gebieten Erdbeben dieser Stärken extrem häufig sind – aber ebenso dürfte Sonaru inzwischen gemerkt haben, dass die Liste der aktuellen Erdbeben in Deutschland ebenfalls täglich entsprechende Ereignisse auflistet – und ohne eine Mindeststärke ist eine solche Prognose schlicht unsinnig.

Aber Sonaru hat sich ja weiterer Prognosetreffer bezichtigt und wirft mir vor, diese unterschlagen zu haben:

Doch warum habt Ihr euren Internetlesern unterschlagen, dies:
27.12.2008 - Voraussage Sonaru = Tod in der Justiz (Pommerenge)

Tja, Sonaru – die Prognose (aus dem Brief vom 18.12.2008) lautete wie folgt:

6….28.Dezember 2008…. TOD einer Persönlichkeit aus Kunst…Natur…Finanz…Modefashion

Von Justiz war in der Prognose nirgends die Rede, das Stichwort wurde erst im Nachhinein (Brief vom 2. Januar 2009) hinzugefügt:

28. Dezember 2008… + ….Justiz..Religion…Philosophie…Ausland…

Die Änderung einer Prognose im Nachhinein macht diese allerdings nicht richtig sondern nur den Autor lächerlich. Aber auch folgenden „Treffer“ soll ich unterschlagen habe:

08.-10.01.2009 - Voraussage Sonaru = Extremer Kälteeinbruch BRD Ost
(-28°C)

Die Sterne haben also einen extremen Kälteeinbruch im Winter vorausgesehen? Tatsächlich, die Temperaturen waren an diesen Tagen ziemlich tief, aber auch hier hatte Sonaru gar keinen „extremen Kälteeinbruch“ sondern lediglich „grimmige Kälte“ vorausgesagt (Brief vom 2. Januar 2009):

8. – 10. Januar 2009…(neuerlicher Versuch einer Wetterprognose per Sterndeutung)…vor allem in der OST-BRD…Bärlin… ist an diesen Tagen mit einer…grimmigen Kälte und eisigen Winden zu rechnen…???

OK, wenn er dafür – trotz der Fragezeichen, die er selbst der Prognose zugefügt hatte – einen Treffer haben möchte, bitte. Aber dann verschweigen wir auch seine Fehlprognosen (aus dem Brief vom 20.12.2008) nicht:

STÜRME hatte er vorausgesagt für 25.-27- Dezember 2008, Ende Dezember bis etwa 2. Januar 2009, 5.-7. Januar 2009, 8.-11. Januar 2009

Wo waren diese 4 „Sturmzeiten“? Und ab welcher Windgeschwindigkeit darf man überhaupt von einem Sturm sprechen?

Bei seinen weiteren Prognosen aus seinem Brief vom 2. Januar…

5./6.Januar 2009….Gewalt gegen Frauen…Kinder…Familie

5./6.Januar 2009….Feuer oder Explosion durch Öl…Chemie oder Gas…

11. Januar 2009….Vergiftungen durch Öl…Chemie…Pharmacie oder Radioaktivität…

12. Januar 2009…Gewaltverbrechen…

12./13. Januar 2009….qn diesen Tagen…falls überhaupt imMOnat JANUAR…erwarte ich einen Flugzeugunfall…in der BRD..

15. Januar 2009…TOD….einer KINDLICHEN SONNE…??

16. Januar 2009…erneut Feuer oder Explosion durch Öl…Chemie oder Gas

18. Januar 2009…TOD…und WORT…oder BEREICH…GESUNDHEIT…?

… fallen ihm trotz der vielen Allgemeinplätze genau 2 Treffer ein. Na ja, eigentlich ist es ja nur ein einziger, denn laut seiner Mail vom  20.2. will er ja den Mord an der 8-jährigen Kardelen aus Paderborn als Prognosetreffer gewertet haben:

12.01.2009 - Voraussage Sonaru = Gewalt Sexualverbrechen (vermisst am
12.01.09 Türkenmädchen Nardelen Paderborn)
15.01.2009 - Voraussage Sonaru = Tod einer Kindlichen Sonne (Nardelen
Leichnam vergewaltigt tot gefunden)

Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was Eltern, Verwandte und Freunde des kleinen Mädchens darüber denken, dass ein Astrologe seine nichtssagende Blabla-Prognose (es gab mehr als ein „Gewaltverbrechen“ am 12.1. –  ja, es gibt tatsächlich und leider jeden Tag welche) mit dieser realen Leiche zu „schmücken“ gedenkt … … für mich gibt es dafür nur ein Wort: Leichenfledderei!





Erdbeben in Deutschland? – mit aktuellem Update!

16 02 2009

— 23.2.2009: Ganz Neues von Sonaru gibt es hier: Erdbeben, Winterkälte und eine Kinderleiche

Der Last-Minute-Wahrsager aus dem Dezember hat sich inzwischen noch mehrmals bei der GWUP gemeldet und zunächst brieflich und jetzt per Mail weitere Prognosen abgegeben. Die aktuellste  (von Donnerstag, 12.2., 17:56) lautet wie folgt:

Sehr geehrtes Team - GWUP,
zum 13. bis 15. Februar 2009 meine Voraussage:
Erdbeben: Magnitude - Richterskala?
Im Raum BR

Nun ja, ein Erdbeben unbekannter Stärke – aber schauen wirdoch einfach mal bei den Forschern nach, und dort finden wir eine Tabelle der seismischen Ereignisse in Deutschland und benachbarten Gebieten

in der Zeit: 20090216 – 20080216

DATE     TIME    LAT    LON  MAG REGION

20090206 2315  51.5    6.6  2.5 Moers, Ruhr Coal Mining District
20090202 1542  47.0    9.4  2.9 Vaduz/Liechtenstein, Swiss-Liechtenstein-Austrian
20090123 0118  48.3    7.7  3.1 Lahr/Upper Rhine Graben
20090119 1534  51.5    6.5  2.6 Moers, Ruhr Coal Mining District
20090117 0709  47.2    9.5  3.0 Feldkirch/A, Swiss-Liechtenstein-Austrian border
20090104 1548  47.2    9.4  3.1 Feldkirch/A, Swiss-Liechtenstein-Austrian border
20090104 1530  47.3    9.4  4.4 Feldkirch/A, Swiss-Liechtenstein-Austrian border

Hm, kein Erdbeben gelistet, aber dafür eins am 23.1., und in seinen vielen Prognosen hatte dieser Astrologe auch folgendes geschrieben (ich versuche das ganze mal Zeichen für zeichen zu rekonstruieren):

4….22. – 25.Januar 2009 …. Versuch der Vorraussage eines Erdbebens in der BRD … diese AStromethode befindet sich noch in der Testphase …

Die Zahl 4 am Anfang ist ein reiner Zähler, denn es gab noch weitere Prognosen – so sollte am 20.Januar entweder verschiedene Personen oder eine vielseitig begabte Person sterben, am 21. Januar sollte es „TOD….Polizei…Militär…Sport…“ und am 23. „TOD….Justiz…Religion…Philosophie…Ausland…“ ereignen. Was diese Prognosen eigentlich sollten ist mir nicht klar, aber das ist ja auch egal.

Zu seiner Erdbebenprognose für den 22.-25.Januar merkt der sich Sonaru nennende Astrologe an, dass er diese doch gerne als tollen Treffer gewertet haben möchte:

Sehr geehrtes GWUP-Team,

das LGRB - Freiburg bestätigt in seinen aktuellen
Erdbebeninformationen zum 24./25. Januar 2009 ein Erdbeben auf
48, 86 NB 8 23 EL (Rastatt) und somit die von Sonaru der GWUP
eingereichte Liste mit Voraussagen für die BRD - Als nächstes
Datum eines Bebens für die BRD nennt Sonaru den 30.Januar / 01.
Februar 2009.
Mit der freundlichen Bitte, um Beachtung und im Falle der
Realisierung dieses Erdbebendatums - diese
"Astrowissenschaftliche" Leistung den Bundesdeutschen Medien
nicht vorzuenthalten, denn würden solche Voraussagen (was in
dieser Exaktheit nie möglich sein wird) vom GEO-
FORSCHUNGSZENTRUM - Potsdam (Prof. Zschau/Hüttel) bei den
Medien eingegangen sein - es käme einer "Schulwissenschaftlichen"
Sensation gleich und würde gewiss die Schlagzeilen von Medien und
TV füllen!
Aber .....von einem Astrologen......?????

Tja, Pech für Herrn Sonaru, denn das mit dem 30.1./1.2. war ja wohl nichts – und ob das lokale Minierdbeben in Plauen von Samstag Abend da schon als großer Erdbebentreffer zu werten ist? Wenn man ganz genau misst, dann findet man auch gaaanz viele Erdbeben, sogar in Deutschland. Solange sich Sonaru aber über die Stärke ausschweigen und noch nicht einmal eine Mindeststärke für einen Treffer definieren, so lange ist das ein schönes kleines Ratespiel – mehr nicht. Sollte er tatsächlich in der Lage sein Erdbeben vorauszusagen, dann wird es interessant, und natürlich würden wir das der Presse melden – allerdings auch alle seine Fehlprognosen, denn die dürfen natürlich nicht verschwiegen werden.

Und aktuell ist ja laut Sonaru einiges zu erwarten:

16.-18. Februar 2009….hier wird ein Flugzeugunfall unabwendbar sein…!! (gestrichen, siehe Update)

16.-18. Februar 2009….auch ein schwerer Unfall auf Strasse oder Schiene ist zu erwarten…

Solche Prognosen sind allerdings purer Nonsens, da er sich nicht dazu herablässt einen zumindest halbwegs genauen Ort des Ereignisses vorherzusagen – einen Tag ohne schwere Unfälle irgendwo auf der Welt gibt es nicht,  und auch ein Flugzeug wird irgendwo in die Bredouille geraten … … solche Prognosen kann jeder erstellen.

Ich mach jetzt einfach auch mal eine Erdbebenprognose – und sogar eine mit Mindeststärke:

Ich sage ein Erdbeben von mindestens 4,5 auf der Richterskala voraus – es wird entweder zwischen dem 20. und 24. Februar oder zwischen dem 1. und 3. März auf Kamtchatka (incl. Kurilen) oder im Bereich der Salomonen Inseln stattfinden.

Na Sonaru? Bessere Prognose auf Lager?

Update vom 17.2.:

Sonaru (wie kam ich eigentlich auf Soranjo? – hab’s geändert, sorry)  schrieb an die GWUP:

13-14. Februar 2009:5x Beben: BRD
Nachweis über BGR-SDAC: Internet

Ja genau! Hab‘ ich auch gesehen, und eins davon war in Plauen (deswegen meine Bemerkung oben). Tatsächlich dürfte es kaum einen Tag geben, an dem nichts gemessen wird. Es sind allerdings immer nur die letzten 3 Tage im Detail auf der Webseite zu sehen, später werden nur noch die größeren gelistet (siehe Ausschnitt oben). Aktuell sieht die Tabelle übrigens so aus:

Date: 17-Feb-2009

Time(UTC) Lat    Lon    ML    Region

11:28:56  49.9  12.9   2.0  Marianske Lazne, Plana/CR
05:28:17  51.2  15.8   2.3  POLAND
04:54:35  51.2  15.8   2.0  POLAND

Date: 16-Feb-2009

Time(UTC) Lat    Lon    ML    Region

23:16:28  36.4  20.8   5.3  CENTRAL MEDITERRANEAN SEA
22:12:19  50.1  18.3   2.6  POLAND
21:03:44  51.1  15.8   2.2  POLAND
15:44:26  45.9  15.6   2.2  NORTHWESTERN BALKAN PENINSULA
12:14:48  47.4   7.3   2.4  SE of Belfort/F, French-Swiss border region
10:52:47  49.2  -0.6   4.3  FRANCE
04:49:38  51.5  16.1   2.2  POLAND
04:27:44  51.4  15.9   2.3  POLAND
03:18:41  50.3  18.3   2.2  POLAND

Date: 15-Feb-2009

Time(UTC) Lat    Lon    ML    Region

20:28:41  46.4   6.9   2.7  SWITZERLAND
13:40:45  41.1  15.1   3.2  SOUTHERN ITALY
04:40:02  51.3  16.1   2.0  POLAND

Also mal wieder eine Prognose die so gut ist wie die Warnung vor der drohenden Dunkelheit zur Abendstunde. Aber ich muss noch eine Korrektur von Sonaru und eine seiner neuen Prognosen zitieren:

Betr: ASTRO-VORAUSSAGEN
17. Februar 2009..Flugzeugunfall streichen

Aber gerne doch! Hab‘ ich natürlich gleich erledigt. Und jetzt die neue Prognose:

VORAUSSCHAU:März 2009 3.-9./extrem:4/5:März!!!
:Starker Vulkanausbruch
Alaska/vermutlich:Vulkan Redoubt

Interessant! Den Vulkan gibt es tatsächlich, und er droht auch wirklich auszubrechen – das kann man zum Beispiel in der Wikipedia nachlesen. Dort steht auch folgendes:

Durch Wissenschaftler wurden am 30.1.2009 vulkanische Aktivitäten entdeckt, die ein Anzeichen für einen möglichen erneuten Ausbruch des Vulkans darstellen.[4] Unter anderem bildete sich im den Vulkan bedeckenden Gletscher eine Fumarole mit der Größe von mittlerweile zwei Fußballfeldern und den Gletscher herablaufendes Wasser, was für den Aufstieg von Magmawärme spricht.

… und tatsächlich erwarten die Spezialisten vor Ort binnen kurzer Zeit einen Ausbruch. Hätte Sonaru dies im Dezember vorher gesagt, dann wäre es überraschend gewesen – jetzt ist es etwas spät, denn dass der Vulkan auszubrechen droht ist eben schon seit 2 Wochen bekannt.





Lottojackpot die Zweite – Herr Tjaden berichtet über sich selbst

30 01 2009

Vor einigen Tagen hatte ich die Meldung von Herrn Tjaden gefunden, der sich von einem Hellseher einen Satz Lottozahlen geben liess und sie dann auf seiner Webseite versteckte. Udo vom RatgeberNews-Blog fühlte sich verarscht, weil er die Zahlen auf der angegebenen Webseite nicht finden konnte – und hatte jetzt möglicherweise Pech. Herr Tjaden berichtet nämlich aktuell wieder über die Sache und behauptet, die von dem hellsichtigen Unternehemensberater aufgeschriebenen Zahlen hätten 5 Richtige mit Zusatzzahl gebracht … … das wären immerhin knappe 70.000 Euro gewesen, aber bei der eher durchschnittlichen Zahl von 26 glücklichen Gewinnern in dieser Gewinnklasse dürften die Zahlen des selbst ernannten Wahrsagers keine Rolle gespielt haben.

Die Frage wo und wie Herr Tjaden die Zahlen versteckt hat ist bisher übrigens nicht beantwortet, aber wer danach gesucht hat kann das jetzt lassen:  Das Ergebnis der Ziehung 1, 3, 15, 22 (Zusatzzahl), 24, 38, 47 muss ja bis auf eine Zahl auf dem Zettel des Wahrsagers und damit auch irgendwo bei Herrn Tjaden gestanden haben …

Lottotipper sollten sich ihre Einsätze übrigens noch ein paar Tage sparen: Der Jackpot kann ja nur am nächsten Mittwoch gezogen werden – da der Wahrsager „gesehen“ haben will, dass der Glückspilz nicht nur 6 Kästchen ausfüllt sondern dass daneben eine Zeitung aus dem Februar lag, kann der Siegesschein frühestens am Sonntag ausgefüllt werden – es sei denn der Tipper hat seinen Schein neben einer Tageszeitung aus dem Vorjahr ausgefüllt.

Immerhin schafft es Herr Tjaden – eigenen Angaben zufolge – von der Redaktion der Bildzeitung wahrgenommen zu werden und soll nun für Samstag und nächsten Mittwoch einen Lottoschein abgeben. Bei der aktuellen Zeihung hatte er das dummerweise versäumt. Jetzt sagt der Wahrsager die Zahlen 2, 4 und 17 voraus – und mehr wird von Herrn Tjaden wieder einmal nicht verraten. Herr Tjaden sollte sich außerdem entscheiden, welchen Vornamen sein Wahrsager trägt: Im neuen Text heißt er zunächst Wilfried, weiter unten wieder Werner (wie in der ersten Meldung).

Irgendwie riecht das sehr nach versuchtem Selbstmarketing im Rahmen der Jackpoteuphorie – vielleicht hat der Herr das ja nötig.





Lotto Jackpot: Wieder mal versucht’s ein Wahrsager …

27 01 2009

28 Millionen Euro im Lotto-Jackpot – das ist doch der ultimative Test für die Wahrsager- und Hellsehergilde. Beim großen Jackpot im November 2007 hatte sich Emmanuel Charis blamiert – ob’s dieses Mal besser klappt? Heinz-Peter Tjaden ist zwar kein Hellseher, aber er hat einen besucht und sich von ihm etwas zum Lotto-Jackpot voraussagen lassen. Immerhin wissen wir nun, dass der Jackpot auch noch am nächsten Samstag zu gewinnen ist – denn der Wahrsager Werner Schneider sagt

„Am Mittwoch klappt es noch nicht“, sagt Werner Schneider, bietet mir einen Platz an, setzt sich ebenfalls hin und schließt die Augen. „Dazu müsste die 3 gezogen werden“, fügt er hinzu. „Diese Zahl sehe ich nicht.“

Was er dann sieht, schildert er so: Einen Mann, der in einer kleinen Annahmestelle einen Lottoschein ausfüllt. Sechs Kästchen füllt er aus. Neben ihm liegt eine Tageszeitung. Das Datum – nicht Januar, Anfang Februar 2009.

Zu dumm nur, dass Herr Tjaden die vom Wahrsager erhaltenen Zahlen nicht offen nennt sondern auf seiner Webseite versteckt. Vielleicht hat ja jemand Lust zum Suchen … … ich habe heute Besseres zu tun.





Herr D., verschwundene Prognosen, taggenaue Treffer und ein Deja-Vu

10 01 2009

Als ich im Laufe der letzten Tage des abgelaufenen Jahres einen kurzen Beitrag zu ein paar vorliegenden Prognosen für 2009 schrieb war mir nicht klar, was ich damit auslösen würde. Es begann eigentlich recht harmlos und hatte gar nichts mit dem Blogbeitrag zu tun, denn die Mail, die ich am 30.12. von Herrn Lieblein erhielt hatte mich eher erheitert. Darin stand übrigens, dass ich die Kopie von D.’s Texten von meiner Webseite nehmen sollte, da die Webseite „Planetenwelt“ dieser Veröffentlichung nicht zugestimmt habe und dass ansonsten rechtliche Schritte eingeleitet würden. OK, gefragt hatte ich wirklich nicht, aber ich hatte den Text selbstverständlich mit einer vollständigen Quellenangabe und einem Link versehen … … denn Prognosen ohne Quellenangabe verwende ich generell nicht. Dass ich den Text dann von meiner Webseite entfernt habe hat übrigens nichts mit den angedrohten rechtlichen Konsequenzen zu tun, ich habe dies schon öfters getan, wenn man mich freundlich darum gebeten hat. In diesem Fall konnte ich mir aber einen Kommentar nicht verkneifen, denn die Androhung rechtlicher Konsequenzen fand ich übertrieben und deplaziert.

Was danach kam ist bereits bekannt: Einen Tag später wurde ich von Herrn D. aufgefordert auch den Link zu seiner Seite zu löschen, in einer weiteren Mail informierte mich Herr D. unter der Überschrift „Erfreulich“, dass er die Sache seinem Medienanwalt übergeben werde.

Da sich auch andere Blogger plötzlich mit dem Thema beschäftigten sah sich Herr D. dann wohl auch genötigt, einen Kommentar zu der ganzen Situation abzugeben – und er tat dies, in dem er sich im Blog von Stefan Niggemeier zum Artikel „Schicksalsstromausfall bei Herrn Lestat“ zu Wort meldete. Thema war dabei auch eine verschwundene Prognose, die Ulrich Berger in seinem Blog „Kritisch Gedacht“ zitierte und die auf der Webseite des Herrn D. nicht mehr zu finden waren (im google-Archiv abr schon …).  Diese Prognose – zur US-Präsidentenwahl und übrigens völlig falsch – gibt es zwar noch im Internet, aber eben nicht mehr auf Herrn D.’s eigener Seite sondern im Archiv von astrologie.de.

Interessant an der ganzen Sache ist zunächst mal die – in Diskussionen mit Astrologen und anderen Esoterikern immer wieder zu beobachtende – „Zielverschiebung“, mit der Herr D. seine Aktionen rechtfertigt. Erst war es das Zitieren seiner Prognosen, dann die Verlinkung die ihm nicht gefiel – schlußendlich gibt er im Kommentar 44 bei Stefan Niggemeier zu, dass er sich über meine Kommentierung geärgert hat.  Tja, da hätte er eben bessere, bzw. exaktere Prognosen stellen müssen, denn nebulöses Geraue kann man nur als solches bezeichnen.  Dass Herr D. sich nun einer Art „Hexenjagd“ ausgesetzt sieht ist wirklich amüsant – das hatte er offensichtlich trotz seiner behaupteten Fähigkeiten nicht vorausgesehen. Seine sonstigen Ausflüchte („Im Übrigen fallen natürlich immer Texte von meiner HP raus, um Neuem zu weichen. „) zur verschwundenen Prognose braucht man nicht zu kommentieren – denn komischerweise fliegen Texte, die er für „Treffer“ hält selbstverständlich nicht von der Webseite. Aber der Text ist ja noch da, und außer seinen grottenfalschen Spekulationen zur US-Präsidentenwahl soll ja der Rest seiner Prognosen  eingetroffen sein – behauptet er zumindest im Kommentar Nr. 60:  „Allerdings ist der Rest der Prognose sogar auf den Tag eingetreten!

Schauen wir uns also den Rest seiner „taggenau eingetroffenen“ Prognose an:

„Berufliche Krisen und Unfallgefahren zeigen die Sterne vom 15. Oktober bis 5. November an. Der Höhepunkt dieser Konstellation ist die Phase kurz vor Neumond vom 24. bis 26. Oktober. Also: Passen Sie auf sich auf!“

Interessant, aber für wen soll dieses Blabla gelten?

Von Spannungen geprägt ist vor allem die letzte Wochen im Oktober. Vor allem in dieser Zeit drohen Unfallgefahren.

Für wen drohen Unfallgefahren? OK, für jeden, der sich in den Straßenverkehr begibt, und nicht nur in der letzten Woche im Oktober sondern an 365 Tagen im Jahr.

Mit zu den möglichen Szenarien gehört auch ein Erdbeben.

Ein Erdbeben? Wo? Welche Stärke? Erdbeben gibt es auf diesem Planeten jeden Tag

Die Sterne raten für diese Zeit zu unbedingter Vorsicht. Das gilt auch für Dinge, die Sie unterschreiben, also beispielsweise Verträge.

Bei Verträgen sollte man immer vorsichtig sein und das Kleingedruckte lesen …

Mars und Neptun stellen sich ab 3. November »quer«.

Uiuiui – klingt ja ganz gefährlich!

Der schwierige Neptun-Einfluss kann Unwetter, Überschwemmungen, Probleme durch Giftstoffe oder die Ausbreitung epidemischer Krankheiten bedeuten.

Und? Was ist davon eingetreten? Wo hat Herr D. seine taggenauen Treffer für diese – übrigens durch die Formulierung „ab“ nicht taggenaue! – Prognose aufgelistet? Und was ist das Besondere daran, wenn irgendwo auf der Welt eines dieser Themen durch die Nachrichten geht?

Durch das T-Quadrat von Saturn, Venus und Uranus kann es Anfang November außerdem zu Unruhen oder zumindest zu einer plötzlich steigenden Unzufriedenheit der Menschen kommen. Diese Phase mahnt unter anderem zur Zurückhaltung in Sachen Liebe und Partnerschaft. Unter dieser Konstellation ist ein Scheitern von Friedensverhandlungen auf politischer Ebene sehr wahrscheinlich.

Dieser Abschnitt ist einfach herrlich wenn man bedenkt, dass das Ganze ja taggenau eingetroffen sein soll: Welche Unruhen wurden hier vorausgesagt? Welche steigende Unzufriedenheit der Menschen (und wie wurde das gemessen?)? Wieso geht es dann zwischendurch wieder um Liebe und Partnerschaft? Und an welche Friedensverhandlungen denkt Herr D., wenn er seine Prognosen als taggenau eingetroffen bezeichnet? Ich vermute mal, dass er hier nicht antworten wird, obwohl mich seine Antworten auf Basis seiner vollmundigen Behauptungen wirklich interessieren würde.

Der Fernsehkritiker hat durch seinen Kommentar 62 in Niggemeier’s Blog übrigens ein wunderschönes Deja-Vu bei mir ausgelöst: Gestern abend blieb ich beim Zappen auf Astro TV hängen, als niemand anderes als Herr D. persönlich einer Anruferin gute Gewinnchancen im März oder April aus den Karten herauslesen zu können glaubte. Vorher hatte er vorsichtshalber gefragt, ob sie überhaupt an Glücksspielen teilnimmt (es war leider die „anonyme Runde“, so dass man die Anruferin Christa nicht hören konnte), denn das schienen die Karten ja nicht zu zeigen. Der YouTubeLink des Fernsehkritikers lieferte zwischen 1:00 und 1:10 genau die gleiche Prognose (mit unterschiedlichem Monat)… … und der Rest ist nicht nur durch die präzise Kommentierung sehenswert. Wie Herr D. ab Minute 2 eine ihm völlig fremde Person auf Basis des Geburtsdatums als beziehungsunfähigen Lügner (und einiges mehr) charakterisiert ist schon ein starkes Stück. Im Deutschen Astrologen Verband dürfte Herr D. ja wohl nicht sein, denn gegen dessen „Gelöbnis“ (Punkt III. der „Berufsordnung„) verstößt Herr D. hier durchgehend. Im Gelöbnis steht:

Dazu gehört, dass ich nicht ohne Zustimmung der Horoskopeigner im Auftrage Dritter (etwa einer Partnerin / eines Partners oder gar eines Arbeitgebers) Gutachten erstellen werde, die den Horoskopeignern zum Nachteil gereichen könnten.

Dass hier der Astrologen Verband davon ausgeht, dass solche „Gutachten“ für irgend etwas gut sein sollen, das steht natürlich auf einem anderen Blatt.