Prognosen 2015: Viel Blabla aus der Lokalpresse

1 01 2015

Zum Jahreswechsel finden es so manche Zeitungen unterhaltsam und lustig doch einfach Astrologen und Wahrsager über die Aussichten für das neue Jahr zu befragen. Dabei sind die Artikel oder Interviews in der Regel immer gleich aufgebaut:

Als erstes wird der Astrologe, die Kartenlegerin oder was auch immer kurz vorgestellt, dann folgen ein paar allgemeine Fragen zur Methode und am Ende darf dann natürlich ein wenig Blabla zum kommenden Jahr nicht fehlen. Manchmal gibt es sogar kleine skeptische Einsprengsel, aber so richtig negativ darf man den Unsinn natürlich nicht darstellen. Dafür gilt der einfache Merksatz: Scharlatane sind immer die anderen! Für den/die Interviewte(n) ist das kostenlose Werbung der Extraklasse – und die Zeitung kann wieder eine Seite füllen.

Auch dieses Jahr gibt es dafür einige Beispiele, neben dem, das ich bereits vor Wochen erwähnte. Fangen wir mal im Norden an, bei der Kartenlegerin Ilona Nemitz aus Proseken bei Wismar, die für die Schweriner Volkszeitung interviewt wurde. Befragt wurde sie zu weitgehend lokalen Themen, und ihre Karten haben immerhin positive Nachrichten für die Fußballfans dort, denn Hansa Rostock soll wohl nicht aus der dritten Liga absteigen (das werde ich natürlich am Jahresende prüfen). Auch darf sie in der Zeitung erzählen, was sie noch so anbietet:

Auch mit der Kunst und Gabe des Besprechens und Handauflegens helfe sie – das sind uralte Heilmethoden, von denen sich Befürworter eine Aktivierung der Selbstheilungskräfte bei verschiedenen Symptomen versprechen. Die Wirkungsweise wird von ihnen auf nicht näher bestimmbare Energieströme zurückgeführt.

Nun ja, Heilpraktikerin ist sie schon ‚mal nicht (darf also auch keine „Heilung“ anbieten) und dass die „nicht näher bestimmbare Energieströme“ nur in der Fantasie der Dame und ihrer Kunden existieren ist bei dem Gelaber ja sowieso egal. Ansonsten gibt es noch gute Aussichten en masse, wofür sie auch die Numerologie nutzt:

„Nach der Numerologie wird es ein phantastisches Jahr“, verspricht Frau Nemitz. Die Quersumme aus 2015 ergibt 8. „Eine starke Zahl, die für Energie und Leidenschaft steht“, deutet die Wahrsagerin. Wenn Projekte anstehen, dann sollten sie unbedingt im nächsten Jahr in Angriff genommen werden.

Was für ein Tipp! Ich meine, wenn Projekte anstehen, dann sollte man sie sowieso unbedingt in Angriff nehmen – egal welche Quersumme die Jahreszahl hat.

Im Thüringer Eichsfeld wohnt die als Hobbyastrologin bezeichnete Angela Gaßmann, die für die Thüringer Allgemeine auf das neue Jahr blickt. Eigentlich ist die Frau ja Taxiunternehmerin, wird aber auf dieser Seite auch als Astrologische Lebensberaterin geführt. Das führt dann zu Sätzen wie diesem:

Es dürfte aber noch in der ersten Hälfte des Jahres weiterhin mit unerwarteten Veränderungen und Überraschungen zu rechnen sein.

Oder auch dem folgendem Abschnitt:

Gute Aussichten auf plötzliche Entschärfung von Konflikten bestehen in der Jahresmitte. Da scheinen Bemühungen zu plötzlichem Umdenken zu führen. Konflikte und Unruhen werden aber in diesem Jahr nicht weniger werden. Die Wut derer, die sich seit Jahren ausgenutzt, unterdrückt und zu kurz gekommen fühlen, explodiert. Die Rebellion richtet sich besonders gegen alteingesessene Institutionen und Verantwortliche im staatlichen und kirchlichen Bereich. So kann viel Neues geschaffen werden – gleichzeitig tritt aber auch die Gegenwehr derer auf den Plan, die Macht, Einfluss und Kontrolle nicht aufgeben wollen.

Wie immer also: Nichts Genaues weiß man nicht! Da kann man nur hoffen, dass die Taxifahrer ihre Ziele besser finden – aber die können notfalls ja ihr Navi einsetzen. Würden sie die Astrologie als Navi nutzen, dann würden die Kunden wohl kaum ihr Ziel erreichen …

Im Aschaffenburger Main-Echo gibt es gleich eine ganze Serie zum Thema „Ausblick 2015„. Neben einem „Trendbeobachter“, einer Fachlehrerin der ortsansässigen Bekleidungsfachschule (Thema Mode), einem Wirtschaftsweisen, einer Politikerin und einem Politikwissenschaftler darf leider auch der Astrologe Klemens Ludwig einen kurzen Text verfassen, der inhaltlich von absolut lächerlicher Schwammigkeit ist. Große Erschütterungen am Jahresanfang …

Die ersten Monate 2015 sind von großen Erschütterungen geprägt. Bis Ende März werden sich die internationalen Konflikte verschärfen. Ähnliches gilt für innergesellschaftliche Spannungen, etwa die Frage nach dem Umgang mit dem Islam.

… und irgendetwas am Jahresende:

In den letzten sechs Wochen des Jahres kommt eine Zeit, die Lügen und Täuschungen nicht länger zulässt. Ab Mitte November werden Skandale öffentlich, die zuvor erfolgreich gehütet worden sind. Das untergräbt das allgemeine Vertrauen in Autoritäten.

Herr Ludwig ist nicht aussagekräftiger als ein Meteorologe, dessen Wetterprognose für den Folgetag irgendein Wetter sowie nachts tiefere Temperaturen als tagsüber vorhersagt.

In der Waiblinger Kreiszeitung darf die Heilpraktikerin Bettina Zapf  über das neue Jahr schwurbeln, und sie tut das auch ausführlich. Aber zunächst darf sie unwidersprochen allerlei Unsinn behaupten, so behauptet sie z.B.:

Wer die Zukunft – etwa das Datum des eigenen Todes – kenne, der könne sich besser darauf einstellen.

Bedeutet das nicht, dass sie behauptet sie könne das Todesdatum eines Menschen aus den Geburtsdaten vorhersagen? Eine Behauptung die übrigens leicht testbar wäre, aber ich bin sicher, dass sich Frau Zapf niemals einem solchen Test stellen wird, denn dann würde man ja sofort sehen, dass dies hanebüchener Unsinn ist. Ansonsten soll das neue Jahr für Frauen besonders gut werden, zumindest in der Gegend um Waiblingen:

Es fällt, wie gesagt, für die Frauen optimistischer aus als für die Männer. Die werden von Pluto zu Veränderungen gedrängt. Sie könnten, das sagt Uranus, sich in Richtung Innovationen und Computertechnik umorientieren. Zusätzlich wenden sie sich vielleicht musischen Dingen zu – oder verpassen ihrer Ehe eine Rund-um-Erneuerung. Gut beraten sind die Waiblinger, wenn sie auf ihre Partnerinnen bauen, denn diese werden Sicherheit geben wie Felsen in der Brandung.

Mehr als dieses inhaltsleere Geschwurbel hat die Frau nicht drauf – peinlich!

Zum Ende ein Blick in die Schweiz, in das Ostschweizer Tagblatt. Dort durfte die aus dem Radio bekannte Astrologin Elisabeth Keel in einem längeren Interview zunächst versuchen die Astrologie zu erklären und dann etwas zu 2015 sagen. Dabei versteigt sie sich zu dieser schönen Aussage:

Die Astrologen sind gewissermassen Psychologen mit anderen Methoden.

Stimmt, Frau Keel, nur dass diese „anderen Methoden“ eben jeder nachprüfbaren Grundlage entbehren und bisher bei allen wissenschaftlichen Tests gnadenlos durchgefallen sind. Immerhin gibt es skeptische Nachfragen – und die Erkenntnis, dass Frau Keel die Statistik gar nicht mag:

Die Statistik funktioniert nicht in bezug auf die Astrologie, weil sie dafür das falsche Messinstrument ist.

Und neben dem Hinweis dass dies genau so sei wie bei der Homöopathie, kann sie ein wenig Quantenschwurbel nicht lassen:

Die Quantenphysik rüttelt ausserdem am Grundprinzip, dass Gesetzmässigkeiten in der Natur kausale Zusammenhänge voraussetzen.

Auch das Lieblingszitat aller Esoteriker darf nicht fehlen:

Es gibt viele Dinge zwischen Himmel und Erde, die nicht abschliessend erklärbar sind.

Am Ende gibt es dann doch noch ein paar Sätze zum Jahr 2015, und es beginnt mit einem von jedem Inhalt befreiten Rundumschlag mit einer Prise Naturkatastrophen:

2015 ist ein Jupiterjahr und verspricht daher viel Schwung, Optimismus, Wachstum und Expansion. Das ganze Jahr über gibt es immer wieder höchst dynamische Sternkonstellationen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit von grossen, einschneidenden Ereignissen wie zum Beispiel Naturkatastrophen oder politischen Umwälzungen. Weil aber Jupiter die Jahresherrschaft übernimmt, werden wir insgesamt viele Glücksmomente erleben.

Nach einer Fußballprognose (der FC St. Gallen wird vielleicht Meister, wahrscheinlich aber nicht) kommen noch diese wunderbaren Sätze über das Jahr 2015 für die Schweiz:

Nächsten Sommer nun wird der Glücksplanet Jupiter ins Zeichen der Jungfrau wechseln. Das sind sehr gute Ausgangsbedingungen für die Schweiz. Allerdings gibt es noch andere Konstellationen, die anzeigen, dass wir uns weiterhin gegen den Rest der Welt behaupten müssen. Gerade im Verhältnis mit der EU werden wir gefordert sein.

 Der Interviewer ist immerhin sehr nett und merkt an:

Das tönt jetzt wieder sehr schwammig.

Stimmt! Wobei „sehr schwammig“ eine ziemliche Untertreibung für dieses Geblubber ist.

(Das sind Nummer 6 bis 10 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2015)





Astro TV? Nein, Hessischer Rundfunk! (mit Update)

31 12 2014

Wer am 30.12.2014 beim Zappen über die Sendung „hallo Hessen“ im hessischen Fernsehen gestolpert ist (sie ist noch ein paar Tage in der Mediathek verfügbar), dürfte ein wenig überrascht gewesen sein. Was dort zu sehen war würde man eher bei einem Sender wie Astro-TV erwarten: Eine völlig unkritische Selbstdarstellung eines selbsternannten Handlesers, Pendlers und Wahrsagers, dem der Hessische Rundfunk auf Kosten der Gebührenzahler eine über 40-minütige Werbeveranstaltung ermöglichte. Kritische Rückfragen? Fehlanzeige! Und die Reaktion auf kritische Stimmen auf Facebook spricht auch Bände:

hr301214Das „Augenzwinkern“ war nirgends zu sehen, stattdessen Werbung pur mit einem  vermeintlich „sensationellen“ Prognosetreffer (siehe Update unten) des Wahrsagers – für einen öffentlich-rechtlichen Sender mit Bildungsauftrag war das ein absolutes Armutszeugnis, und beim HR  nicht das erste Mal.

Beibt die Frage ob der HR diesem Menschen auch noch eine Gage gezahlt hat? Ich befürchte ja, dass die das getan haben – und damit die Gebührenzahler auf deren eigene Kosten veralbert. Wieviele auf diesen lächerlichen Unsinn hereingefallen sind möchte ich gar nicht wissen – für den Wahrsager ist es auf jeden Fall ein lukratives Geschäft: 20 Euro nimmt der für eine „Kurzberatung“, 100 Euro für eine Stunde Gelaber – und natürlich wirbt er im Internet gerne mit diesen Auftritten. Dass der Mann nicht mehr als schwammiges Gelaber drauf hat konnte man in der Sendung übrigens sehr gut überprüfen …

Zum sensationellen Prognosetreffer:

Der Handleser/Pendler-Schwurbifex hatte einer Teilnehmerin an der Vorjahressendung (einer Frankfurter Konditorin) kommenden Kindersegen prognostiziert, und tatsächlich, im August wurde der Dame ein Kindlein geboren. Komisch ist dabei natürlich, dass die Frau zum Zeitpunkt der Sendung so etwa in der 8. Schwangerschaftswoche gewesen sein muss (wenn es denn keine Frühgeburt war) und ihr die Schwangerschaft schon „irgendwie“ hätte auffallen müssen („ihre Tage“ dürfte sie ja schon 2 mal nicht gehabt haben). So ist die Darstellung des hr nicht nur eine lächerliche Esoterikwerbung, mit dem nach dem Duktus der Sendung quasi selbst recherchierten Trefferbeispiel wird der Fernsehzuschauer schlicht und einfach betrogen!

 





Prognosen 2015: Erdbeben, überall Erdbeben – und Terror! Nikki Pezaro mit neuem Prognoserekord!

24 12 2014

290 Prognosen und dazu eine Liste von sage und schreibe 195 Personen auf ihrer alljährlichen „Death and Health Watch“ Liste, das kanadische Medium Nikki Pezaro scheint sich um einen Platz im Guinessbuch der Rekorde bewerben zu wollen – als größte Wahrversagerin aller Zeiten. Schade ist dabei, dass sie den ganz skurrilen Prognosen etwas abgeschworen zu haben scheint, aber das ein oder andere Highlight findet sich natürlich immer noch. Wie immer hat Frau Pezaro ihre kurzen Prognosen irgendwie thematisch sortiert und dann jeweils durchnummeriert – und sie hat natürlich wieder ausführlich aus den Prognosen der letzten Jahre kopiert. Aber zunächst zu den nackten Zahlen:

  • 137 „World Predictions“
  • 55 „Star Predictions“
  • 24 „Canadian Predictions“ (neu)
  • 60 „Wild International Weather Predictions“
  • eine (1) unter der (ebenfalls neuen) Rubrik „Predictions for the Royal family of Monaco“
  • 13 mal „The Royals“

… und die bereits erwähnten 195 Namen auf der „Death and Health Watch“ Liste. Inhaltlich ist der Schwerpunkt dabei klar: Erdbeben und Terror überall, dazu eine große Portion weiterer Katastrophen aller Art und bei Stars, Sternchen und gekrönten Häuptern das übliche Sammelsurium von Trennungen, Kindersegen und Krankheiten. Und klar, da George Clooney 2014 geheiratet hat gibt es auch diese Prognose:

George Clooney has to watch his marriage

Bei den Katastrophen hat Frau Pezaro eine fast endlose Reihe von Erdbeben zu bieten. 55 mal vermutet sie das für das kommende Jahr, und zwar so ziemlich überall in den USA (Kalifornien kommt natürlich gleich mehrfach vor), Kanada und dem Rest der Welt, bisweilen auch gerne mit einem Tsunami als Zugabe. Unter den Ländern für die sie irgendwelche Erdbeben prognostiziert sind die folgenden:

Chile und Peru (mit Tsunami), China, Iran, Panama, Italien (Rom!), Thailand und Indonesien (mit Tsunami), Philipinen, Guam, Großbritannien (London), Malta, Russland, Griechenland (Korfu, Kreta), Zypern, Japan (natürlich mit Tsunami), Südafrika und Afghanistan

Ziemlich ermüdend das Ganze, ebenso wie ihre Liste der von Terror bedrohten Städte:

Washington DC, Paris, Casablanca, Melbourne, London, Schottland, Toronto, New York, Boston, Los Angeles, Niagara Fälle, …

Dazu sollen – wieder einmal – einige berühmte Gebäude Feuer fangen, ein paar Flugzeuge abstürzen oder zusammenstoßen – und eins von einem Meteoriten getroffen werden. Und für manche Menschen in Alaska kommt 2015 wohl nicht nur Gutes von oben (Weltprognose Nr. 19):

 Eagles attacking people in Anchorage, Alaska

 Außerdem soll noch ein Meteorit auf die Erde stürzen, und zwar in Neuseeland (World Predictions Nr. 38):

A meteorite strikes Auckland, New Zealand

Immerhin, auf ihrer „Death and Health Watch“ Liste hat sie wenigstens die Schreibfehler beseitigt und statt „Arnold Swarzenhagger“ heißt der Mann dieses Mal richtig:  „Arnold Schwarzenegger„. Natürlich gibt es auch neue Namen, und dabei einen, den die Skeptiker der Welt kennen: Zwischen Gordon Lightfoot und April Lavigne steht doch tatsächlich:

James Randi

Eigentlich ein gutes Zeichen für den inzwischen 86-jährigen, denn nur wenige aus dieser Liste sterben im Prognosejahr tatsächlich – obwohl Pezaro doch überwiegend Menschen mit einem doch schon recht hohen Alter dort hineinkritzelt. Aber vielleicht ist das auch nur die Retourkutsche auf Randis Aufforderung von 2011, Nikki Pezaro möge sich doch einem einfachen Test stellen, den diese mit fadenscheinigen Begründungen verweigerte.

Bleiben noch ein paar Anmerkungen zu ihren vermeintlichen Prognosetreffern, von denen sie für 2014 immerhin mehr als ein Dutzend nennt. Einer davon ist tatsächlich ein wenig überraschend, denn sie hatte für 2014 tatsächlich ein Zugunglück in der kanadischen Provinz Manitoba vorausgesagt – und dort ist doch dann auch wirklich ein Güterzug entgleist. Dass sie auch Clooneys Hochzeit als Treffer reklamieren möchte ist dagegen lächerlich, denn das hatte sie für 2012 vorausgesagt. Noch lächerlicher sind ihre vermeintlichen Treffer bei einem Erdbeben in der Nähe von San Francisco (wird fast täglich gemessen), dem Vulkanausbruch auf Hawaii (aktive Vulkane gibt’s dort immer) und eine Reihe lächerlicher Promiprognosen, die sich außerdem auf ihre „Death and Health Watch“ Liste beziehen. Bleibt noch das verschwundene Flugzeug, das Pezaro im Bermuda-Dreieck verschwinden sah – passt leider nicht zum verschwunden Flug der Malaysian Airlines, denn bis zum Bermuda-Dreieck hätte der Sprit niemals gereicht.

Also alles wie gehabt: Frau Pezaro sagt Katastrophen voraus macht sich mit ihren vermeintlichen Treffern lächerlich. Nach vielen Jahren der Beobachtung ihrer Prognosen war das Zugunglück in Manitoba der allererste zumindest  nicht ganz triviale Treffer (obwohl Manitoba ja doch recht groß – fast doppelt so groß wie Deutschland –  ist und die Wahrscheinlichkeit eines – vielleicht nur kleinen – Zugunglücks dort auch wesentlich größer als Null sein wird). Für eine selbst ernannte Hellseherin ist das aber unter aller Kanone … … und ich sage voraus, dass sich das im nächsten Jahr auch nicht ändern wird.

 

(Das ist die Nummer 3 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2015)





Prognosen 2015: Nostradamus und die Zombie-Apokalypse

12 12 2014

Im letzten Jahr war ich über die Webseite www.nostradamus-2014.de gestolpert und hatte dieser Seite auch einen Artikel gewidmet. Inzwischen gibt es bereits seit einiger Zeit die neue Webseite www.nostradamus-2015.de, und natürlich habe ich nachgeschaut, was für das kommende Jahr hier so zusammenfantasiert wird. Wie im letzten Jahr traut sich niemand die Autorenschaft für diesen Text zu übernehmen, und das ist durchaus verständlich wenn man sich dieses Machwerk ein wenig genauer anschaut.

Es fängt schon mit einer durchaus anzuzweifelnden Aussage an:

Auch für das Jahr 2015 hat Nostradamus verschiedene Prophezeiungen in seinen Zenturien hinterlassen.

Natürlich würde ich das gerne ein wenig genauer wissen! Um welche Zenturie(n) geht es? Welcher Zenturie ist zum Beispiel die folgende – durchaus konkrete – Prognose entnommen?

Diesen kann entnommen werden, dass sich insbesondere in Nordeuropa eine Art neue Währung etablieren wird.

Ich kenne keine, in der irgendetwas über eine neue Währung in Nordeuropa steht. OK, die Deuter mischen gerne die Worte und Buchstaben durcheinander, aber eine Quelle sollte die Autorin/der Autor doch nennen können, wenn man sich nicht dem Vorwurf aussetzen will man habe sich das alles einfach zusammen fantasiert und dann Nostradamus in die Schuhe geschoben. Aber weiter im Text!

Der nächste Abschnitt hat gar nichts mit Nostradamus zu tun! Nostradamus soll über „durch schädliche Zusätze kontaminierte Nahrung„, über „Altersvorsorge“ und „Wertpapierrenditen“ geschrieben haben? Echt jetzt? Hält der Autor/die Autorin dieses Textes die Leser für vollkommen bescheuert? Nostradamus lebte bekanntlich von 1503 bis 1566, eine Zeit in der es weder Lebensmittelzusätze noch Altersvorsorge in unserem Sinne oder Wertpapiere gab. Aber ok, auf dieser Seite steht ein fast gleichlautender Satz und als Quelle wird hier Manfred Dimde genannt, also jener Nostradamus-Deuter der tatsächlich gerne die Buchstaben einer von ihm willkürlich gewählten Zenturie nach gusto neu zusammenmischt. So kann man sich natürlich aus so ziemlich jeder Zenturie beliebige Unsinnsprognosen basteln.

Und natürlich geht es wieder um den 3. Weltkrieg, schon immer eines der Lieblingsthemen der Nostradamusdeuter. Wurde für 2014 noch der unausweichliche Beginn dieses Krieges prophezeit so sollen jetzt 2015 die „Kämpfe auf psychischer Ebene“ enden. Aber halt, wo steht bei Nostradamus etwas von einer „psychischen Ebene“? Oder gar von  „Auseinandersetzungen zwischen Gut und Böse […], die auf der so genannten feinstofflichen Ebene ausgetragen“ werden? Immerhin eine geniale Idee: Wenn der 3. Weltkrieg partout nicht sichtbar werden will, dann verschiebt man ihn auf die „feinstoffliche Ebene“ – aber irgendwie scheint der Krieg nicht feinstofflich bleiben zu wollen:

Diese Kämpfe der spirituellen Welt werden laut Nostradamus im Verlauf des Jahres 2015 ihren Höhepunkt erreichen und auch andere Erscheinungsformen annehmen. Diese Formen manifestieren sich in internen Auseinandersetzungen. Kriegerische Aktivitäten, Kämpfe, Schlachten und Aufstände werden sich vor allem national ereignen, sodass gegen totalitäre Regime und menschenunwürdige Systeme demonstriert und aufbegehrt wird. Diese Problematik betrifft Volkssysteme und Länder in ihrem Inneren.

Tja, und welche „Volkssysteme und Länder“ betrifft das jetzt? Nicht dass ich glaube dass irgendetwas davon bei Nostradamus steht, aber wenn sich hier ein Autor/eine Autorin schon als Nostradamus-Kenner(in) aufspielt, dann sollten doch ein wenig genauere Informationen geliefert werden – der oben erwähnte Herr Dimde kann das doch auch (und liegt üblicherweise vollkommen daneben). Klar auch, dass das ganze Kriegszeug irgendwo zentral gesteuert werden muss. Also gibt es eine Prise Verschwörungstheorie und die Steuerung wird an irgendwelche „höhere, spirituelle Wesenheiten“ delegiert. Am Ende des Abschnitts folgt die Standardprognose vieler Hellseher und Astrologen:

Außerdem hat der Prophet auch für das Jahr 2015 eine auffallend große Folge verschiedener Naturkatastrophen vorausgesagt.

Sensationell! Ich frage jetzt lieber nicht was denn „eine auffallend große Folge“ sein soll, denn der Text ist leider noch nicht zu Ende. Nach ein wenig Kriegsgefasel folgt dann tatsächlich eine durchaus konkrete – und absolut sensationelle – Prognose:

Zwar hat Nostradamus auch prophezeit, dass im Jahr 2015 sämtliche sprachlichen Barrieren auf der Welt aufgehoben werden.

Aha, das riecht nach der Entdeckung des von Douglas Adams in seinem Buch „Per Anhalter durch die Galaxis“ beschriebenen „Babelfischs“ – und es wird noch besser:

Außerdem sah er voraus, dass die Menschen in der Lage sein werden, sich mit den tierischen Lebewesen unseres Planeten zu unterhalten. Daraus wird sich ergeben, dass Mensch und Tier in brüderlicher Eintracht zusammenleben und sich eine vegetarische Lebensweise durchsetzt.

Tragisch für die Metzger und Fleischer auf dieser Welt, denn die werden dann wohl allesamt arbeitslos oder müssen auf Gemüsebauer umschulen. Ein hartes Los, auch für mich: Kein Mettbrötchen mehr, keine Thüringer Bratwurst und für meine geliebte (im Grundrezept absolut vegane) Linsensuppe gibt es keine Meenzer Fleischwurst zum reinschnippeln mehr.

Gegen Ende wird der Text dann doch noch erstaunlich konkret, und die diffus genannte „Folge verschiedener Naturkatastrophen“ wird ein wenig detailliert:

Ausgehen werden diese Krisenzustände von den USA. Das Land wird 2015 durch eine verheerende Naturkatastrophe stark getroffen. In der Gegend von Yellowstone erkannte der Seher ein Erdbeben unvorstellbaren Ausmaßes.

Schon toll dass der 1566 verstorbene Nostradamus den Namen einer Gegend gekannt haben soll, die nach einem Fluß benannt wurde der seinen Namen erst 1798 bekam. Es sollen dann noch zwei Vulkanausbrüche folgen die das Weltklima beeinflußen und auch Europa (Vesuv!) soll betroffen sein. Immerhin, den Namen dieses Vulkans könnte Nostradamus tatsächlich gekannt haben, aber wo er für diesen einen Ausbruch für 2015 vorausgesagt haben soll bleibt im vernebelten Hirn des Autors/der Autorin verborgen.

Fehlt noch was? Klar! Nostradamus ohne Nukleargefasel geht irgendwie nicht, also gibt’s noch das:

Aus diesem Kontext heraus sah Nostradamus eine nukleare Katastrophe weltweiter Dimensionen aufkommen.

Seit Jahren das Gleiche, aber ganz am Ende kommt dann doch noch eine „Prognose“, die mir im Zusammenhang mit Nostradamus völlig neu ist … … und die für mich der absolute Höhepunkt dieses Textes ist:

Zusammen mit den gewalttätigen Auseinandersetzungen auf lokaler und nationaler Ebene wird sich auch die spirituelle Welt der Geister und Verstorbenen erheben und sich im Kampf zwischen Gut und Böse zu etablieren

Die Verstorbenen erheben sich? Das kann doch nur bedeuten, dass Zombies (!!!) aktiv im 3. Weltkrieg mitmischen werden und uns alle eine Zombie-Apokalypse erwartet –  aber auf die kann man sich ja  vorbereiten

Jetzt verstehe ich auch, warum für diesen Text niemand die namentliche Autorenschaft übernehmen will und den ganzen Unsinn doch lieber Nostradamus in die Schuhe schiebt: Würde jemand heute solchen hanebüchenen Mumpitz voraussagen, dann würde man dies mehr als einer lockeren Schraube oder dem übermäßigen Genuss psychoaktiver Substanzen zuschreiben, womöglich beidem.

Für mich bleibt eine wichtige Frage leider unbeantwortet: Wenn sich die „vegetarische Lebensweise durchsetzt„, gilt das dann auch für die Zombies?

(Dieses Highlight an sinnbefreiter Schwurbelei ist die Nummer 2 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2015)





Der Jahresrückblick 2014 – mit allen Quellen …

12 12 2014

Und hier der Jahresrückblick, so wie die GWUP ihn der Presse überreicht hat – mit den dazugehörigen Quellen (bzw. den Blogartikeln, dort sind die Originalquellen genannt bzw. verlinkt):

Die Pyramiden und das Empire State Building stehen noch

Versinkende Pyramiden, ein kippendes Empire State Building und der zumindest teilweise Einsturz des Kolosseums in Rom gehörten für 2014 zu den Lieblingsprognosen des kanadischen Mediums Nikki Pezaro. Während diese ein besonderes Faible für die Zerstörung welt­weit bekannter Gebäude hatte, blieben ihre Kollegen hierzulande mehr bei den klassischen Prognosethemen und sagten Katastrophen aller Art voraus. Die aktuelle Auswertung der Voraussagen von Hellsehern, Wahrsagern und Astrologen durch die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) zeigte auch für 2014 das gewohnte Bild: Wahrsager entpuppen sich als Wahrversager, und auch der astrologische Blick in die Sterne liefert keine Informationen über die Zukunft.

„Einen wirklich aufsehenerregenden Prognosetreffer habe ich noch nie gefunden“, so der Mainzer Mathematiker Michael Kunkel, der seit Jahren diese Prognosen sammelt und auswertet und dem es insbesondere die skurrilen Voraussagen angetan haben. Als Beispiele nennt er den Gorilla, der seinen Pfleger aufessen sollte (Nikki Pezaro) oder die telepathische Übertragung von Krankheiten (LaMont Hamilton). Meist wurden aber doch nur die üblichen Katastrophen – also Erdbeben, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen, Terrorangriffe – vorausgesagt, und wie immer waren die Formulierungen so schwammig, dass sie sich einer ernsthaften Überprüfung von vornherein entzogen. Ein Beispiel lieferte der österreichische Astrologe Rainer Bardel, der für die Karwoche Anfang April eine „Prüfung für die Menschheit“ erwartete und mit „Erdbeben, Kriegsauseinandersetzungen und sogar Anschlägen“ rechnete.

Völlig im Katastrophenwahn gefangen waren die Deuter der Verse des Renaissance-Dichters Nostradamus. Von „giftigem Schnee im Juli“, einer darauffolgenden Hungersnot und der Ermordung der „päpstlichen Familie“ raunt ein entsprechender Text in Allgeiers Astrologischem Jahrbuch; gemäß einer einschlägigen Webseite sollte 2014 „unausweichlich der dritte Weltkrieg beginnen“, und Manfred Dimde fantasierte sich aus den kryptischen Vierzeilern für seinem alljährlichen Nostradamus-Almanach Chemiewaffenangriffe auf England und den Einsatz diverser Atomwaffen zusammen. Glücklicherweise erwies sich die für den 1. Juni angedrohte zerstörerische Säurewolke aus dem All als seit Jahren durch das Internet geisterndes Hirngespinst, und die auf den 22. Februar terminierte Wikinger-Apokalypse „Ragnarök“ als Werbegag eines britischen Museums.

Auch die von esoterischen Prognostikern vorhergesagten Finanz- und Börsenkatastrophen blieben 2014 aus. Laut der österreichischen Wahrsagerin Rosalinde Haller sollte der Euro 70-80% an Wert verlieren, der Schweizer Franken immerhin noch 30-40%. Ihre Kollegin Christiane Durer sah nach der Europawahl Enteignungsgesetze auf Deutschland und Österreich zukommen und die Astrologin Hildegard Leiding wollte in den Sternen wirtschaftliche Depression und Hyperinflation erkannt haben. Für Kunkel sind solche Prognosen schlicht lächerlich, und er fügt hinzu: „Ja, die Wirtschaftsweisen liegen auch fast jedes Jahr daneben, aber bei denen moniert man schon eine Abweichung von 0,5 Prozent beim Wirtschaftswachstum als katastrophale Fehlprognose. Dagegen haben die Astrologen und Hellseher außer Angstmache überhaupt nichts zu bieten.“

Ganz anders sieht das – wie üblich – bei den aus der Regenbogenpresse beliebten Promiprognosen aus. Da für so ziemlich jedes Promipaar die Trennung, für alle Promisingles eine neue Liebe oder gar eine Hochzeit, und für Jungverheiratete aus Königshäusern immer Schwangerschaft und Kindersegen prophezeit wird, gab es 2014 hier auch Treffer zu verzeichnen. So ist Kate, die Gattin des Britenprinzen William, tatsächlich zum zweiten Mal schwanger (unter anderem vorhergesagt von Christian Dion, Blair Robertson, Nikki Pezaro) und bei George Clooney läuteten die seit Jahren immer mal wieder vorausgesagten Hochzeitsglocken. Ab dem nächsten Jahr werden die Auguren dann wohl alljährlich Clooneys Trennung prophezeien – wie dies bei einem anderen berühmten Paar seit Jahren der Fall ist: auch 2014 hatten gleich mehrere Astrologen bei Angelina Jolie und Brad Pitt die bevorstehende Trennung vorhergesagt. Dabei sind die beiden erst seit einigen Monaten verheiratet …

Bereits Ende 2013 hatte ausgerechnet eine brasilianische Wahrsagerin der deutschen Fußballmannschaft den Titelgewinn prognostiziert, hierzulande war – zumindest vor dem Turnier – kein Astrologe oder Hellseher dermaßen mutig. Während der WM selbst hatten dann wieder die Orakeltiere das Sagen, konnten aber dem legendären Orakelkraken Paul nicht das Wasser reichen. Er war 2010 durch einige korrekte WM-Tipps berühmt geworden. Warum es diesmal anders lief, lag wohl großteils am Unentschieden der deutschen Kicker gegen Ghana, denn bei den meisten tierischen Orakelversuchen war ein Unentschieden als Tipp gar nicht vorgesehen. „Die wenigen Tiere die diesen Tipp richtig hatten, versagten dann später – oder es wurde ein früherer, falscher Tipp einfach umgedeutet“, so Kunkel, der auch diese Art von Prognosen gesammelt und ausgewertet hat. Vor dem Finale waren dann auch wieder einige Astrologen aktiv: Während unter anderem bei der Online-Astrologie-Zeitschrift „Loop“ die Sterne auf Argentinien hinzuweisen schienen, wollten andere Sterndeuter einen deutschen Sieg erkennen. Einem gewissen Herrn Götze wird es bei seinem erfolgreichen Torschuss egal gewesen sein, wie die Sterne dazu standen.

Für 2015 erwartet Kunkel die Voraussage der üblichen Katastrophen. Sogar eine aktuelle Weltuntergangsprognose für den kommenden September kennt er schon. Diese dürfte ähnlich „erfolgreich“ sein wie die Voraussage des Absturzes von Flug JJ3720 über der Stadt Sao Paolo durch den brasilianischen Hellseher Jucelino Nobrega da Luz. Der für Ende November terminierte Flug fand ohne Probleme seinen Zielflughafen Brasilia – nachdem die Fluggesellschaft kurzerhand die Flugnummer geändert hatte. Aber hätte der Hellseher dies nicht auch vorhersehen müssen?

 





Fußball-WM 2014: Astrologen sehen bessere Sterne für Argentinien – oder für Deutschland!

13 07 2014

Noch wenige Stunden bis zum Finale der Fußball-WM und neben den Statistikern und den unvermeidlichen Orakeltieren liegen auch ein paar Prognosen von Sterndeutern vor, die ich den Lesern hier nicht vorenthalten möchte.

Anfangen möchte ich mit einem Text, der auf einer Seite namens neptun-jupiter.de zu finden ist. Der Beginn gibt wenig – astrologische – Hoffnung:

Wie bereits früher erwähnt, haben aber derzeit weder Jogi Löw noch die BR Deutschland besonders gute Planeten-Aspekte.

Aber das macht ja noch nichts, denn:

Mit Argentinien sieht es nicht viel besser aus.

Trotzdem schließt der Autor aus dem Horoskop von Löw:

Auch wenn allgemein viele ernsthafte Themen zu überwiegen scheinen, so meine ich, dass Deutschland sehr große Chancen hat, das WM Finale zu gewinnen.

Da er aber noch nicht ganz überzeugt scheint zieht der Astrologe noch einen Vergleich zum Horoskop des Finales von 1990 und findet:

Hingegen für Deutschland als günstig erweist sich, dass dort, wo am 8. Juli 1990 der Jupiter stand auf 21° Krebs- diesmal die Sonne sitzt. Es ist wie ein neues Licht, was auf das alte (deutsche) Glück von damals scheint.

Irgendwie ist dieser Astrologe also für einen deutschen Sieg.

Anders sieht es bei meinen Lieblingsastrologen von Loop! aus. Dort deutet Autor meta das Horoskop des argentinischen Trainers zum Finale und schreibt:

Nehmen wir den freundlichen älteren Herrn, Alejandro Sabella, als Beispiel. Pünktlich zum Finale darf er sich über Auslösungen freuen, die man nur als Jackpot-Transite bezeichnen kann. 

Und der Jackpot wäre – na klar – der WM-Titel:

In einer Welt, in der nur die klassischen, astrologischen Zuordnungen gelten, muss der zukünftige Weltmeister-Trainer Alejandro Sabella heißen, alles andere wäre quasi „kosmisch irregulär“.

Zum Glück aber kann man in der Astrologie alles auch ganz anders sehen – je nachdem wo und wie man hinschaut. Meta zeigt das mit folgendem Satz:

In einer anderen Welt also, in einer merkurischen, wird der Sieger nicht Alejandro Sabella heißen, weil dieser vermaledeite Jupiter ausgerechnet an diesem Sonntag im Quadrat zu seinem Merkur stand.

Und in welcher Welt leben „wir“ nun? Traut sich der Autor hier eine Aussage zu? Ich muss – ehrlich überrascht – zugeben, dass es doch tatsächlich eine Prognose gibt, und zwar folgende:

Und ehrlich gesagt, es ist alles genauso, wie ich es hier schildere. Platt betrachtet, gewinnt (leider) Argentinien.

So einfach geht das mit einer Prognose, da braucht man gar nicht stundenlang in alle nur erdenklichen Richtungen fabulieren … … aber für einen Astrologen gibt es natürlich auch hier noch eine Hintertür:

Wenn man damit nicht leben möchte und nach Auswegen aus dieser Misere sucht, findet man tatsächlich Hinweise, dass es auch anders kommen könnte.

Ja, genau! Es kann so oder anders kommen – das wird man abwarten müssen. Und wie immer gibt es keine Begründung warum man gerade dieses eine oder diese beiden oder irgendwelche ganz anderen Horoskope zur Vorabanalyse benutzt hat – stattdessen aber ein paar Hinweise auf die früheren „Erfolge“ der eigenen Deutungstechnik (dazu äußere ich mich nächste Woche noch ausführlich).

Also haben wir bis jetzt so etwas wie ein 1:1 bei den Astrologenprognosen. Da bei der AstroArena noch kein Text zum Finale eingestellt ist (Update: jetzt, 15 Minuten vor dem Spiel gibt es einen: der sportastrologe setzt auf Deutschland!) schauen wir ‚mal nach Portugal zu Joao Medeiros. Der sieht gute Chancen für Deutschland, aber nur wenn das Spiel exakt pünktlich angepfiffen wird. Ganz anders sieht es die Mehrheit der selbst ernannten Experten bei dieser Diskussion auf einem englischen Astrologie-Portal, hier scheint der „astrologische Sieger“ ganz klar Argentinien zu sein, auch wenn einzelne zu widersprechen versuchen. Bei Adam Smith scheint auch Argentinien die etwas besseren Sterne zu haben, trotzdem spricht er sich für einen knappen deutschen Sieg aus.

Auf dieser indischen Astrologieseite soll Argentinien in der ersten Hälfte in Führung gehen, aber „As Germany has better planetary support during the second half, Germany may be able to win the Final.“ OK, die deutsche Mannschaft könnte also danke einer starken 2. Halbzeit gewinnen. Oder eben auch nicht …

Irgendwie habe ich den Eindruck also ob die Mehrheit der Astrologen für das Finale einen kleinen Vorteil für die Argentinier aus den Sternen liest, dieses aber dann – auf Grund der letzten Ergebnisse – irgendwie wieder relativieren möchte. OK, wir werden sehen, welche Manschaft gewinnt und wie die Astrologen das dann im Nachhinein erklären. Denn das Erklären im Nachhinein funktioniert immer …

 

 





Fußball WM 2014: Die Vorrundentippbilanz zweier Astrologen und eines (noch?) jubelnden Skeptikers

28 06 2014

Neben den verschiedenen tierischen Orakeln und den statistischen Berechnungen zur WM gab es ja noch zwei Astrologen, die ihre Tipps für die gesamte Vorrunde ins Netz gestellt hatten. Hieute möchte ich deren Leistungen entsprechend würdigen.

Wie bewertet man aber die „Qualität“ der astrologischen WM-Prognosen? Wenn es sich – wie beim Würfelorakel des youtube-Users Handyman oder dem Abstauber von Spiegel Online –  um einen reinen Zufallsversuch handelt, dann ist die Qualität des Orakels verhältnismäig einfach zu bestimmen. Man vergleicht einfach die Anzahl der Treffer mit den Nieten, berücksichtigt dabei auch die Tatsache ob beim Tipp ein Unentschieden möglich war, oder nicht, und kann dann mit einfacher Schulmathematik ausrechnen wie wahrscheinlich diese Anzahl von Treffern ist. Bei der Bewertung der beiden Astrologen reicht das allerdings nicht, denn bei der Erstellung der Prognosen dürfte neben der Detung irgendwelcher Gestirnsstände auch der (mehr oder weniger vorhandene) fußballerische Sachverstand und möglicherweise auch die persönliche Präferenz für bestimmte Teams eine Rolle gespielt haben. Dei beiden astrologischen Prognosen vergleiche ich mit einer anderen Menge von WM-Vorrundenprognosen, nämlich den Teilnehmern des Tippspiels bei meinem Arbeitgeber und dem bereits früher erwähnten Programm asertoni, dem Versuch einiger IT-ler durch Datenanalyse früherer Fußballspiele ein Tippspiel zu gewinnen.

Dass reine Zufallstipps beim Fußball keine allzu hohen Trefferquoten versprechen dürfte eigentlich klar sein, So lag der Spiegel Online Abstaubsauger bei 18 Versuchen ganze 11 mal daneben, eine ebenso peinliche Quote wie bei Handymans extrem ehrlichen Würfelorakel (16 richtigie Tendenzen bei 48 Spielen). Wenn es um die Anzahl richtig getippter Tendenzen (Sieg, Unentscheiden, Niederlage) geht haben alle 18 Teilnehmer des Tippspiels bei meinem Arbeitgeber diese Marke locker übertroffen. Die Anzahl der Treffer liegt nach der Vorrunde zwischen 21 und 29 (Durchschnitt 25,5), und auch die beiden Astrologen liegen mit 23 (Astrocamp) und 28 (Astroarena) in diesem Bereich, ebenso übrigens wie das Programm asertoni (26). Kann man also mit astrologischer Hilfe besser tippen als ohne? Diese Zahlen liefern zumindest keinen Hinweis darauf.

Da die Astroarena auch Spielergebnisse vorab getippt hat, habe ich die Punktzahl berechnet, mit der der Sportastrologe – hätte er an unserem Tippspiel teilgenommen – zur Zeit dastehen würde. War er mit seinen 28 Tendenztreffern schon nicht schlecht (je zwei Kollegen haben aktuell 28 bzw. 29 Treffer), so verbessert sich sein relativer Rang bei Berechnung der Punkte noch ein wenig. Er läge bei 95, das wäre beim asertoni-Tippspiel aktuell Rang 3 und beim Tippspiel meines Arbeitgebers sogar ein geteilter 2. Rang. Immerhin, für den Sportastrologen sähe es bei diesen Tippspielen richtig gut aus. Ob das aber an der Astrologie liegt, das müsste man noch weiter analysieren. Beim Firmentippspiel hätte er übrigens aktuell 7 Punkte Rückstand auf einen mehr an Basketball als an Fußball interessierten Skeptiker, der aus Jux und Dollerei ein paar Tage vor WM-Beginn das ein oder andere Spiel „ausgewürfelt“ oder durch Werfen mehrerer Münzen getippt und sogar das Ergebnis des Gummibärchenorakels von der diesjährigen Skepcon (Deutschland – Portugal 1:4) verwendet hat:

tipp0627_2

Was nun aber die Kommentare vom Sportastrologen hier und in seinem eigenen Blog betrifft, da bin ich schon ein wenig anderer Meinung. Es reicht nämlich nicht, nur darauf hinzuweisen, welche der weiteren astrologischen Hinweise man quasi als Treffer gewertet haben möchte, wenn zum einen die offensichtlich nicht zutreffenden verschwiegen werden und zum anderen vorab gar nicht klar war, unter welchen Umständen eine solche Aussage denn als Treffer zu werten sei. Hierfür ein paar Beispiele aus der Prognose zum Spiel Deutschland – USA (den deutschen Sieg hat er richtig vorausgesehen, und beim oben erwähnten Tippspiel gab es einen Sonderpunkt für die richtige Tordifferenz):

Beste Chancen Spieler des Tages zu werden haben Lukas Podolski (mit Abstrichen), sowie einmal mehr Toni Kroos und vor allem Julian Draxler.

In die Kategorie “positives Gesamtbild” lässt sich auch Benedikt Höwedes mit einem exakten Pluto-Pluto-Sextil und Mond-Jupiter-Sextil beim Abpfiff einfügen.

Bei Toni Kroos fällt die Sonne noch ziemlich genau auf seinen Jupiter. Das sollte mindestens wieder eine starke Vorstellung anzeigen, vielleicht ja dieses Mal auch mit einem Tor?

Bei den Amerikanern möchte ich dennoch einen Spieler herausstreichen, der besonders stark bestrahlt ist. Verteidiger Matt Besler hat ein exaktes Jupiter-Jupiter-Trigon und könnte unter Umständen ein wichtiges Tor für die Amis erzielen.

Die genannten deutschen Spieler bekamen bei Kicker die wenig überzeugenden – und im Mannschaftsvergleich schlechtesten – Noten 3,5 (Höwedes, Kroos) bzw. 4 (Podolski, wurde ausgewechselt), Draxler spielte nicht. Immerhin, Besler gehörte zu den beiden US-Spielern, die von Kicker mit der Note 3 bedacht wurden, aber ein Tor hat er nicht geschossen. Es ehrt den Sportastrologen. dass er bisweilen zugibt, wenn er ‚mal komplett daneben lag. Er begründet dieses „Prognosedesaster“ aber – geradezu typisch für die große Mehrheit der Astrologen, die ich in meinem Leben kennenlernen durfte – nicht mit einem Zweifel an der Astrologie, sondern mit dem Zweifel an der „Tiefe“ seiner eigenen Deutung.

Nun ja, ich habe meine Tipps für’s Achtelfinale vorhin in’s Kollegentippspiel eingetragen, und da ich wieder ein paar Mal Münzen geworfen habe wäre gemäß meiner Tipps Brasilien für die deutsche Mannschaft keine Hürde auf dem Weg ins Finale: Die Münzen fielen auf eine Niederlage des Gastgebers gegen Chile – im Elfmeterschießen … … aber egal wie’s ausgeht, solange ich beim Tippspiel den Platz an der Sonne besetze, darf ich mich natürlich freuen! Und deswegen gibt es jetzt noch ein Gläschen leckeren Rotwein …

 

 





Fußball-WM 2014: Die Orakel-Nachlese zum Portugalspiel – Astronom schlägt Kartenlegerin und ein wenig Statistik

18 06 2014

Das erste Spiel ist gespielt, die deutschen Kicker haben 4:0 gewonnen und weit über die Hälfte der WM-Orakel lagen richtig und haben den Sieg vorhergesagt bzw. vorhergefuttert. Man kann auch als Zeichen dafür sehen, dass bei dem ein oder anderen Orakel dann doch etwas getrickst wird, denn rein statistisch hätte man erwarten können, ja müssen, dass sich etwa die Hälfte der Orakeltiere für Portugal „entscheidet“ – aber was soll’s, es gab immerhin einige sehr hübsche Orakel, auch wenn der eine oder andere Ausfall zu beklagen war (ich sag nur Schützenfisch!) .

Ein eher seltsames Orakelspiel zur WM hat übrigens die Märkische Oderzeitung gestartet: eine Kartenlegerin tritt gegen einen Hobbyastronom (!!) an. Während die Kartenlegerin das tut, mit dem sie ihren Kunden Bares aus der Tasche zieht, hat der Astronom jeder Mannschaft einen „Stern“ zugelost und vergleicht nun fünf astronomische Merkmale (Leuchtkraft, Temperatur, Durchmesser, Radial- und Rotationsgeschwindigkeit) der beiden Sterne um einen „Sieger“ vorherzusagen. Hier kam der Astronom auf einen – upps, wäre fast richtig gewesen! – 4:1 Sieg durch den Deutschland repräsentierenden Stern Acrux gegen den für Portugal „angetretenen“ Aldebaran. Bestenfalls kann man damit zeigen, dass man auch mit einem Zufallsorakel gute Tipps machen kann, zumindest bessere als die Kartenlegerin, denn die wird wie folgt zitiert:

Für das erste deutsche Spiel habe ich eine schlechte Tarotkarte gezogen, sie bedeutet Niederlage und Tränen. Der Siegeswagen hätte unserer Mannschaft das Glück gebracht. Es tut mir leid.

Mir tut das auch leid, die Kartenlegerin ist also schon mal raus!

Bevor ich in den nächsten Tagen die Orakelbande dokumentiere, erst einmal ein Blick auf den WM-Simulator der TU Berlin (Roger Kaufmann hat seine Fußballwebseite seit fast 3 Tagen nicht mehr upgedated, wenn er’s tut werde ich die Ergebnisse hier ebenfalls dokumentieren). Mit den dortigen Standardeinstellungen …

wmsimstandandard… war das die Prognose vor dem Turnier:

wmsimvorabNach den ersten Spielen rechnet das Programm dann doch ein wenig anders:

wmsimakt0618Kein Wunder, dass die großen Verlierer Spanien (von 14% auf 5%, aber immerhin noch auf Rang 4), Portugal (von 3% auf 1% – von Rang 9 auf Rang 14) und Uruguay (von 3% auf 1% – von Rang 7 auf Rang 18) sind, und dass sich die deutschen Chancen bei dieser Simulation um 2% verbessert haben. OK, Brasilien bleibt Favorit, aber das wird der Gastgeber wohl auch weiter bleiben, es sei denn er scheidet irgendwann – für die Statistiker überraschend – aus.

Nachtrag (Donnerstag, 19.6.): Tja, Spanien ist raus, und komischerweise hat die deutsche Mannschaft jetzt Rang 2 übernommen (17% Titelwahrscheinlichkeit) und auch ohne Spiel Argentinien (16%) überholt. Brasilien bleibt natürlich vorne, der Rest rückt um einen Platz auf, also ist die Niederlande jetzt 4. in dieser Liste.

 





Wer wird Fußball-Weltmeister 2014? – Teil 2: Astrologen, Wahrsager und Hellseher raunen um die Wette

9 06 2014

Meine speziellen Freunde von der esoterischen Augurenfront haben sich natürlich auch den ein oder anderen Gedanken zur anstehenden Fußball-WM gemacht, und zu Beginn gleich eine Beruhigung für all jene bereit, die auf Grund von Ausschreitungen in Brasilien einen Ausfall der WM fürchteten, denn diese Frage aus einem astrologischen Forum:

Findet die WM in Brasilien überhaupt statt. In Brasilien herrschen Vorrevolutionäre Zustände!

… wird dort wie folgt beantwortet:

Total interessant ist, dass Jupiter gerade so eben aus diesem schlimmen durchlaufenden Quadrat zwischen Jupiter-Mars-Pluto-Uranus herausgetreten ist. Er hat es also hinter sich. Sehr gutes Zeichen dafür, dass die Spiele stattfinden. Die Veranstalter werden es in den Griff bekommen!

Ok, aber wer gewinnt dann? In dieser recht alten Diskussion aus einem britischen Astrologieforum wird zunächst gepostet welche Teams aus der astrologischen Sicht des Autors nicht gewinnen werden:

NO Brazil. The inaugural chart Moon=Local is opposite to Sun=Cup. Neymar is aquarian and Saturn will be in quadrature to Suns natal
NO European monarchies : Spain, Holland and England.
The world is played with jupiter in cancer favors countries like Argentina, Germany for example. But Germany does not win because Saturn will be in quadrature to Suns natal coach Joachim Low.

Die Menge der möglichen Sieger umfasst bei diesem Sterndeuter dann die folgenden Teams:

For me Argentina, Uruguay and Colombia, they are the more chances you have.
Belgium, Ivery Coast and Ghana could be surprises.

Da war die brasilianische Hellseherin Marcia Fernandes im letzten Jahr doch etwas mutiger, ihr Tipp: Deutschland gewinnt! Judy Hevenly setzt auf Brasilien (oder Deutschland), Christian Dion will nur wissen, dass ein Weitschuß die Titelfrage mit einer Überraschung entscheidet (siehe jeweils hier).

Der Allgeier-Verlag setzt auf ein Finale zwischen Deutschland und Brasilien und weist auf unschöne Randerscheinungen in Brasilien hin:

Und wir müssen tatsächlich auch mit Gewalt, Anschlägen und größeren sozialen Unruhen im Umfeld rechnen. Kritisch sind neben den Tagen um den 12.Juni vor allem die Tage um den 25. Juni, in denen Mars Uranus gegenübersteht, die Tage um den 4. Juli, in denen die Sonne in Opposition zu Pluto ist und die Tage um den 8., in denen die Sonne quer zu Uranus steht.

Nachdem es bereits im letzten Jahr bei der Generalprobe zur WM zu Demonstrationen und Ausschreitungen kam und auch in den letzten Wochen immer wieder von Demonstrationen berichtet wurde ist eine solche Prognose (die auch von Craig Hamilton-Parker und Christian Dion geteilt wird – Link siehe hier) wenig überraschend.

Bei der Online-Astrologie-Zeitung Loop! findet sich ein Text, der zwar eine Vorhersage des Turnierverlaufs enthält, in dem aber auch steht: „das hier ist keine astrologische Prognose, sondern nur die Weiterführung dessen, was Hawking und seine Kollegen von der Universität Innsbruck gemacht haben“ (Fettdruck aus dem Original übernommen). Schade eigentlich, denn der dort abgebildete Turnierverlauf ab dem Achtelfinale bietet einige schöne Überraschungen (Sieger jeweils in rot):

Achtelfinal-Begegnungen:

Brasilien – Spanien; Kolumbien – Italien; Schweiz – Nigeria; USA – Belgien (demnach würde Deutschland in der eigenen Gruppe nur Zweiter werden); Niederlande – Mexiko; Uruguay – Griechenland; Argentinien – Frankreich; Russland – Deutschland

Die Gewinner sind eine Runde weiter und entsprechend dem Punkteschlüssel gäbe es im Viertelfinale folgende Begegnungen:

Brasilien – Italien; Schweiz – USA; Mexiko – Uruguay; Argentinien – Deutschland (evtl. aber auch Russland)

Im Halbfinale stehen dann Brasilien – USA sowie Uruguay – Argentinien und das Finale bestreiten Brasilien und Argentinien. Und hier liegen die Vorteile nicht wie erwartet bei den Gastgebern, sondern deutlich bei den „Weiß-Himmelblauen“ aus dem Nachbarland. Mit anderen Worten: der Weltmeister 2014 würde demnach Argentinien heißen.

Die deutsche Mannschaft wäre dann also spätestens nach dem Viertelfinale draußen (die Spanier noch früher!) und Klinsmanns US-Boys im Halbfinale!  Eine wirklich mutige (wie soll man etwas nennen was keine Prognose sein darf? – ich hab’s!) astrologische Herumrechnerei, die von den Autoren beim tatsächlichen Eintreffen allerdings flugs als Erfolg ihrer Sterndeuterei gesehen werden wird.

In den nächsten Tagen werde ich noch ein wenig auf die Suche gehen, der ein oder andere Hellseher oder Astrologe wird sich schon noch zur WM äußern …





Die Rache der Hellseherin

5 06 2014

Mist! Ich habe Muskelkater! Und es liegt am dauernden Kopfschütteln wegen eines Artikels im „Express“, Ausgabe Düsseldorf, der folgenden Titel trägt:

„Ich sehe den Tod meines Peinigers auf der Flucht!“

Es geht um die Dame, die von dem Ex-Partner einer Kundin (der sie die Trennung von eben diesem per Kartenlegen empfahl) fast ermordet wurde, und die nun in einem Interview mit einem Pressemenschen (der das Ganze auch noch falsch rezipiert, denn der Angreifer war nicht ihr Kunde) folgendes von sich gegeben haben soll:

Ich spüre, dass er sich auf der Flucht nicht ergeben wird. Ich spüre, dass ihn Polizisten auf der Flucht erschießen werden. Möglicherweise in der Türkei.

Ja, klar! Sie „spürt“ das! Den Angriff selbst hatte sie offensichtlich überhaupt gar nicht vorher „gespürt“ bzw. vorausgesehen, aber jetzt weiß sie schon so ziemlich ganz genau wie’s weitergehen wird. Ich kann ja verstehen, dass sich ihre Sympathie für den mutaßlichen Täter in Grenzen hält, aber eine solche „Weissagung“ (ich zitiere aus dem Artikel) ist schon starker Tobak. Aber was soll’s, sie wird natürlich weiter ihren Kunden irgendwelchen Unsinn erzählen, denn:

„Ich lebe schließlich davon.“