Öffentlich Rechtliche Zuschauerverdummung – WDR gefährdet Allergiker!

12 06 2014

Es ist gar nicht so lange her, dass ein namhafter Skeptiker in der wdr-Nachmittagssendung „daheim & unterwegs“ erklären durfte, was eigentlich an Homöopahie so dran ist: Nichts nämlich! Heute durfte dann eine Heilpraktikerin Werbung für eine homöopathische Reiseapotheke machen, und wenn man den Text zur Sendung liest, dann fällt man insbesondere bei folgendem Satz fast vom Stuhl, insbesondere wenn man Menschen kennt die eine Allergie gegen Bienengift haben:

Apis

Das Gift der Honigbiene. Es wird bei Stichwunden aller Art, besonders aber bei Bienen- oder Wespenstich verabreicht, auch bei allergischer Reaktion darauf.

Das ist schlicht und einfach lebensgefährlich, denn wie schreibt die Wikipedia zum Bienengift:

Eine besondere Gefährdung besteht für Menschen, die an einer Insektengiftallergie leiden: Für sie kann selbst ein einzelner unbehandelter Stich tödliche Folgen haben. Allergologen schätzen die Häufigkeit der Insektengiftallergien auf 1 % der Bevölkerung.

Schauen wir einfach ‚mal nach, was in diesem Fall für Menschen mit einer solchen Allergie emfohlen wird:

Zur Selbstbehandlung bei erneutem Stich erhält der Patient ein sogenanntes „Notfallset“, welches folgende Medikamente beinhaltet:

Das zeitliche Vorgehen der Applikation erfolgt nach der oben gelisteten Reihenfolge: unmittelbar nach dem Stich werden das Antihistaminikum und das Glukokortikoid eingenommen. Adrenalin wird erst dann via Autoinjektor verabreicht, wenn über Hautreaktionen hinausreichende systemische Symptome auftreten (z.B. Atemnot, Schwindel, Übelkeit). In der Schweiz wird abweichend hierzu bereits bei einer generalisierten Hautreaktion zur Verabreichung von Adrenalin intramuskulär geraten. Allgemein gilt, dass unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden muss.

Von kleinen Zuckerkügelchen steht da nichts, und das ist auch gut so, denn – siehe oben …

 





Krankenkassenvoodoo und Voodookrankenkassen – eine kleine Auswertung

4 02 2014

In den Diskussionen um den Unsinn Homöopathie wird von Skeptikern immer wieder zurecht beklagt, dass diese Methode ja leider auch von vielen Krankenkassen bezahlt wird. Nun kann man atürlich einfach seine Kasse fragen, warum sie das tut – und wird die üblichen Antworten bekommen, wie man im ratgebernewsblog lesen konnte. Die Frage, ob es nicht die ein oder andere Krankenkasse gibt, die nicht für diesen Unsinn zahlt, ist dabei doch eigentlich leicht zu beantworten. Man müsste nur mal bei allen Krankenkassen nachfragen … … oder gibt es da nicht vielleicht doch irgendwo einen Überblick? Doch, gibts es, auf der Seite „Krankenkassenvergleich“ werden die Leistungen von 100 gesetzlichen Krankenkassen miteinander verglichen, man kann sich also einen richtig guten Überblick über die verschiedenen Leistungsangebote verschaffen. Auch wenn der Leistungsvergleich unter falscher Flagge segelt (Naturheilverfahren) kann man das Ganze ja mal analysieren und auswerten welcher Voodoo von irgendwelchen Krankenkassen bezahlt werden kann und welche Krankenkasse eigentlich den meisten Voodookram bezahlt.

Auf der zum Download bereitgestellten pdf-Datei finden sich die Namen von 100 Krankenkassen, von denen allerdings 12 an diesem Leistunsvergleich gar nicht teilgenommen haben. OK, vergessen wir dieses antwortfaule Dutzend und wenden uns den 88 Krankenkassen zu, die sich zu den 13 dezidiert genannten Voodooverfahren geäußert haben. Zusätzlich konnten von den Krankenkassen noch weitere Angaben gemacht werden. Dabei wurde unterschieden, ob eine der Voodooleistungen bei allen Leistungserbringern mit entsprechender Zusatzqualifikation oder nur bei einigen ausgewählten in Anspruch genommen werden kann (diese Unterscheidung habe ich für die folgende Auswertung nicht berücksichtigt).

Nun also zu den nackten Zahlen, und zur ersten Frage: Welcher Voodoo wird wie oft angeboten?
Beginnen wir mit den Exoten aus der 13er-Liste:

  • Chelattherapie (5 mal angeboten)
  • Irisdiagnostik (5)
  • Eigenbluttherapie (7)
  • Shiatsu (7)
  • Reflexzonenmassage (nicht Fußreflexzonen) (10)
  • Ayurveda (10)
  • Lichttherapie (15)

Schon in dieser Gruppe sind interessante Kandidaten dabei. So scheint die Chelattherapie eigentlich eine echte medizinische Therapie, die man aber nur bei schweren Vergiftungen mit Schwermetallen einsetzt. Ansonsten ist’s eben nicht sinnvoll und auch die Liste der Nebenwirkungen ist beeindruckend (Störung des Calciumstoffwechsels kommen mit der Folge von Herzrhythmusstörungen, Krampfanfällen und im Extremfall Atemstillstand; Nierenversagen; eine Schädigung des Knochenmarks), sogar Todesfälle sollen schon vorgekommen sein. Bei Irisdiagnostik, Eigenbluttherapie und Ayurveda ist die Pseudowissenschaftlichkeit Programm, zu Shiatsu sind nach dieser Seite keine positiven Studien bekannt. Bleiben die mir bisher unbekannten Methoden Lichttherapie und die Sache mit der Reflexzonenmassage (… aber nicht an den Füßen).

Weiter geht’s mit folgenden drei Klassikern:

  • TCM (20)
  • Alternative Krebstherapie (25)
  • Phytotherapie (28)

Mich hätte fast gewundert, das TCM nur bei 20 Krankenkassen im Angebot zu sein scheint, aber die beliebteste Methode stand hier gar nicht zur Auswahl, denn hier steht:

Übrigens: Akupunktur ist ist bei chronischen Rücken- und Knieschmerzen zur Regelleistung aller Kassen geworden. Weitere Akupunkturbehandlungen dürfen inzwischen aber nicht mehr übernommen werden! Und auch ganz wichtig: Gesetzliche Krankenkassen dürfen NIE Leistungen für Heilpraktiker übernehmen – nur für Ärzte mit entsprechender Zusatzausbildung!

… und nun zu den Top-Voodoomethoden und ihrer Krankenkassenverbreitung:

Der 3. Rang geht an die Anthroposophische Medizin, die 32 mal im Angebot der Krankenkassen zu finden ist, der 2. Rang geht an die Osteopathie, die sage und schreibe 69 mal im Angebot der Krankenkassen auftauchte – aber wie erwartet geht der 1. Rang an die Homöopathie (wenn auch nur knapp) mit immerhin 74 Nennungen.

Klar, die Homöopathie liegt eindeutig an der Spitze, sogar noch eindeutiger als es die nackte Zahl der Nennungen in der Vergleichstabelle aussagt. So gibt die IKK Nord die Homöopathie nur unter „Weitere“ an, und andere Krankenkassen haben irgendwie das Kreuzchen vergessen. Ich habe nämlich mal bei den 13 Krankenkassen nachgeschaut, bei denen kein Kreuzchen bei der Homöopathie zu finden war. Und das Ergebnis? Unschön! Klar, natürlich übernehmen auch die BKK Schwarzwald-Baar-Heuberg, BKK Schleswig Holstein, die AOKs aus Bayern, Hessen, Nordost, Rheinland-Pfalz/Saarland, Rheinland/Hamburg, Sachsen-Anhalt und die  BKK Freudenberg sowie die WMF BKK die Kosten für Homöopathie (zumindest teilweise – bei einigen Krankenkassen sind die Ausgaben z.B. auf 100 Euro p.a. gedeckelt). Bleiben noch drei Krankenkassen übrig, und das sind die folgenden:

SIEMAG BKK

Salus BKK

Shell BKKlive

Bei diesen drei Krankenkassen habe ich wirklich keinen Hinweis darauf gefunden, dass sie in irgendeiner Weise für Homöopathie zahlen würden …

Nun zur 2. Auswertung, der Suche nach der Voodookrankenkasse, also der Krankenkasse, die den meisten Unsinn aus der obigen Liste bezahlt. Hier die Top 7, also jene Krankenkassen, die in der Auswertung mindestens 10 der 13 angegebenen Verfahren zumindest teilweise bezahlen, wobei ich die Reihenfolge natürlich rein subjektiv festgelegt habe:

Platz 7: Barmer GEK: Außer Eigenbluttherapie, Irisdiagnostik und Shiatsu wird alles angeboten.

Platz 6: HEK – Hanseatische Krankenkasse: Sie bietet alles außer Chelattherapie und Irisdiagnostik an.

Platz 5: Brandenburgische BKK: Hier fehlt nur die Chelattherapie im Angebot, allerdings ist die Kostenübernahme auf 100 Euro p.a. für alle Alternativmittel gedeckelt.

Platz 4: Bergische Krankenkasse: Alles außer dem Reflexzonengedöns dafür aber das gesamte Hufelandverzeichnis

Platz 3 Techniker Krankenkasse: Hier fehlen mit Chelattherapie und Irisdiagnostik zwar zwei Voodoo-Angebote, dafür gibt es aber zusätzlich leckere Blutegel und eine „Ordnungstherapie“. Außerdem lässt die hier erwähnte Aktion der TK noch mehr Voodoo erahnen.

Platz 2: DAK-Gesundheit: Hier wird ja schon mal alles angeboten, und sogar ein wenig mehr. So gibt es zusätzlich Matrix-Rhythmus-Therapie, Kneippsche Verfahren, Chirotherapie, Muskelentspannung nach Jakobsen (upps – eine wirksame Methode unter den Voodoo-Angeboten … danke an Elke für den Hinweis). Die DAK kann es sich also leisten, fast jeden Mumpitz mit zu bezahlen.

Kommen wir nun zu meinem unangefochtenen Platz 1, der zweiten Krankenkasse, die nicht nur alles (also die 13 aufgelisteten Verfahren) sondern noch viel mehr anbietet: Es ist die

SECURVITA Krankenkasse

Nicht nur bietet diese – wie auch die Bergische KK – noch den gesamten Katalog aus dem Hufelandverzeichnis an, nein, sie geht sogar noch darüber hinaus und bezahlt (man muss sich das mal bildlich vorstellen) außerdem auch für (es ist wirklich unfaßbar) EIGENHARNTHERAPIE!

Darf ich also nach dem Besuch eines entsprechend verblödeten Arztes tatsächlich das Pipimachen mit der Krankenkasse abrechnen, wenn ich bei dieser Krankenkasse versichert bin?

Vielleicht frage ich ja mal bei der SIEMAG BKK nach ob ich so einfach zu denen wechseln kann – immerhin sind die Superkids auf der Webseite ‚mal eine etwas andere Werbung für eine Krankenkasse. Und wenn die mir bestätigen, dass sie bestenfalls für ganz wenig Voodoo … … dann würde ich meine Krankenkassenbeiträge viel lieber entrichten.





Lieber DZVhÄ: Nicht labern, machen!

24 01 2014

Vor einigen Tagen hat die GWUP einen Flyer zur Homöopathie veröffentlicht, der sich kritisch mit der „Heilslehre“ des Samuel Hahnemann auseinandersetzte. Nun hat der DZVhÄ – der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte –  eine korrigierte Version des Flyers vorgelegt, und gezeigt, dass man außer Laberargumenten nicht allzu viel zu bieten hat. Dabei könnten die DZVhÄ-Leute den pöhsen Skeptikern doch ganz einfach zeigen, dass an ihrer Leere etwas dran ist, aber bevor ich denen meinen alten Vorschlag nochmals unterbreite erst mal zu der eher lächerlichen Kritik am GWUP-Flyer.

Das fängt schon am Anfang an, wenn auf dem GWUP-Flyer ein paar wenig geschmackvoll klingende „Zutaten“ (Fliegenpilze, Schlangengift, Speichel tollwütiger Hunde, Kopfläuse, Kakerlaken, Hundekot, Eiter, Krebs und Leprazellen, Arsen, Quecksilber und Plutonium) aufgelistet werden, kontert die DZVhÄ mit folgendem Kommentar:

Wo ist das Problem, wenn doch „in diesen angeblichen Heilmitteln“kein einziges Molekül des Ausgangsstoffes mehr enthalten ist (s.u.)? Die Skeptiker sollten sich entscheiden, EKLIG oder KEIN WIRKSTOFF – beides zusammen geht schlecht. In der Medizin werden nun mal auch giftige Substanzen aus der Natur verwendet und bei einer Impfung werden auch Krankheitserreger eingesetzt.

Das Problem ist, dass es in diesem Abschnitt zunächst mal um die Abgrenzung zur „sanften Pflanzenheilkunde“ geht und nur ein paar Beispiele von Stoffen  genannt werden, aus denen Homöopathen Mittel herstellen. Die Auswahl ist übrigens ziemlich nett, mir wären da noch ganz andere Sachen eingefallen …

Danach geht es bei der GWUP um die Verdünnungen, und der DZVhÄ fällt folgendes ein:

Das Potenzieren „geht“ doch ein bisschen anders; z.B. gibt es noch
Arbeitsschritte wie Verreiben und Verschütteln.

Äh – nun ja, wenn ich ein Mittel 1:10 verschüttele dann ist das keine Verdünnung? Und wenn ich mit Milchzucker verreibe, dann wird das vermeintliche Heilmittel nicht „dünner“? Wenn ich meinen Kaffee mit Milch „verdünne“ rühre ich um, könnte natürlich auch verschütteln (ob mit oder ohne Buch mit Ledereinband) wenn ein Deckel auf der Tasse wäre … … aber wo ist der Unterschied? Wenn ich verschüttele dann verdünne ich nicht? Da fällt mir nur dieses schöne Beispiel aus England ein:

Die Erörterung des Verdünnungsgrades einiger Mittel wird von den Homöopathen wie folgt kommentiert:

Glauben Homöopathen, dass eineTablette Aspirin irgendwo ins Meergeworfen alle Kopfschmerzen dieser Welt beseitigt? Oder funktioniert die Homöopathie doch ganz anders?

Immerhin eine gute Frage, aber was Homöopathen glauben ist völlig egal und der DZVhÄ sollte diese Frage wohl eher seinen Mitgliedern stellen (ich kenne da einige, die würden schockierende Antworten geben …). Immerhin gibt es  keinen Widerspruch zur GWUP-Darstellung. Die Tatsache, dass dann gar kein Molekül der Wirksubstanz übrig bleibt, animiert den DZVhÄ-Autor zu folgender Stilblüte:

Auch der Wirkmechanismus vieler schulmedizinischer Mittel konnte trotz Kenntnis ihrer chemischen Struktur noch nicht erforscht werden; dennoch werden sie mit unzweifelhafter Wirksamkeit eingesetzt.

Sorry, Thema verfehlt! Es geht darum, dass bei der „Höbbadie“ (Copyright by aargks) gar kein Molekül vorhanden ist und nicht darum, dass Wirkmechanismen vorhandener Moleküle (Hinweis für der DZVhÄ nahestehende Leser: das ist eben der entscheidende Unterschied!!!) noch nicht vollständig geklärt sind.

Bisweilen sind die Kommentare sogar selbst entlarvend. Wenn die GWUP die Simile-Regel, also das von Hahnemann postulierte Ähnlichkeitsprinzip wonach „Gleiches Gleiches heilen möge“, der Homöopathie als Irrtum bezeichnet, entgegnet die DZVhÄ:

Das Ähnlichkeitsprinzip kann nicht nur in der Homöopathie erfahren werden, sondern z.B. auch in der Psychotherapie als sogenannte „paradoxe Intervention“.

Seit wann geht es beim lustigen Globulischlucken um Psychotherapie? Oder behauptet die Homöopathie seit Neuestem eine Psychotherapie zu sein? Nun ja, Skeptiker loben ja gerade die psychologischen Faktoren der homöopathischen Behandlung (die zeit- und kostenraubende Anamnese), als eine Art Placeboverstärker, aber dass sich die Homöopathie in ihrer Wirkungsweise jetzt auf Psychotherapien beruft dürfte den seligen Herrn Hahnemann im Grabe rotieren lassen.

Zu den geforderten Belegen (welche Belege liefert eigentlich der Autor von der DZVhÄ, außer dass er ein oder zwei Studie namentlich erwähnt?) hat sich schon Herr Aust vom Blog Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie gemeldet, und ich hoffe, dass er sich auch dieser erwähnten Studien annimmt. Kann ja sein, dass zumindest eine dieser Studien tatsächlich methodisch einwandfrei und „trotzdem signifikant“ ist – bei der Menge an nicht signifikanten Studienergebnissen muss es eine solche ja fast zwangsläufig geben, da ein Test auf einem Signifikanzniveau von 5% tatsächlich bei einer von 20 Studien fälschlicherweise ein positives Ergebnis erwarten lässt, obwohl tatsächlich keine Wirkung vorhanden ist.

Mein Lieblingskommentar des DZVhÄ-Argumentationsverweigerers ist aber der Kommentar zu der Kritik an den Arzneimittelprüfungen:

Falsch: Es gibt mehrere doppelblinde Arzneimittelprüfungen, u.a. Möllinger et al. Mehr als nur Placeboeffekt?

OK, ich kenne Herrn Mölllinger nicht, aber wenn der es – zumindest einmal – geschafft haben will bei einer doppelblinden Arzneimittelprüfung (die genaue Methodenbeschreibung wäre sehr interessant …) einen Beleg für die Wirksamkeit von Globuli oder Dilutionen zu „belegen“ (ohne Replikation ist das ein sehr schwacher Beleg … … dass dies auch ein Problem bei den „echten“ Pharmazeuten ist, das beschreibt Ben Goldacre in seinem lesenswerten Buch „Bad Pharma“ bzw. „Die Pharma Lüge“ ausführlich und sehr eindrucksvoll), dann sind er bzw. seine Probanden doch die idealen Kandidaten für meinen schon 2009 vorgeschlagenen homöopathischen Selbstversuch. Die Vorbereitung (Verblindung) sollte natürlich von der GWUP und dem DZVhÄ gemeinsam vorgenommen werden und es gilt – natürlich – immer noch mein damals vorgestelltes und später leicht revidiertes Studiendesign, das ich im Folgenden weiter optimiert habe (wir brauchen einen Apotheker, der nach allen Regeln der Kunst Homöopathika herstellen kann und darf, aber die gibt es natürlich in diesem Land):

  1. Freiwillige melden sich und geben ein Homöopathikum an, das sie an Hand der Wirkung erkennen zu können glauben. Angeben müssen sie noch, wie viele Globuli und wie viel Zeit sie brauchen, um die Wirkung zu erkennen. (Neu:) Sie erhalten dann 9 Portionen a 1g Globuli, die lediglich numeriert sind, und für die sie bei jeder 1g-Portion entscheiden müssen, ob es das homöopathische Mittel oder das Placebo ist (natürlich gibt es auch die ANtwort „weiß nicht“).
  2. Ein Apotheker stellt die Homöopathika her und diese werden – möglicherweise notariell beglaubigt – versiegelt. Natürlich dürfen Homöopathen und DZVhÄ-Vertreter die Herstellung überwachen
  3. Nun erfolgt die Verblindung (auch gerne mit Vertretern der DZVhÄ-Fraktion): Das Homöopathikum und – im Fachhandel erhältliche – leere Globuli werden nach dem Zufallsprinzip (50:50) auf vorher mit Nummern versehene Behältnisse a 1g verteilt. Dies wird – natürlich – dokumentiert, aber die Dokumentation wird nachher versiegelt und von einem Notar in seinem Safe verschlossen.
  4. Nun werden – wieder per Zufallauswahl – neun Behältnisse a 1g für die Testperson ausgewählt. Die Zahl „neun“ nehme ich nur aus einem Grund: es gibt nämlich diese „homöpathische Taschenapotheke„, die man für solche Tests verwenden könnte …
  5. Nun werden die gefüllten Taschenapotheken verschickt oder verteilt. Die Testpersonen müssen nun nur für jeden Inhalt der dort drin befindlichen (und natürlich nummerierten) Gläschen entscheiden, ob da das Homöopathikum oder das Placebo drin ist – oder ob sie sich keine Entscheidung zutrauen.
  6. Danach wird ausgewertet, in wieviel Prozent der Fälle die Homöopathiefraktion die “echten” Globuli erkannt hat und natürlich auch, ob dieses Ergebnis auf einem Signifikanzniveau von 5% signifikant ist (das hängt ja auch von der Anzahl der Teilnehmer ab).

Tja, lieber DZVhÄ, wenn ihr einen solchen – einfachen!!! – Selbstversuch mitmacht, dann werdet ihr auch von Skeptikern wie mir ernst genommen – auch dann, wenn das Ergebnis nicht in eurem Sinne ist.





Und wieder mal am Mittwoch: Lesebefehle! Folge 5: Ein dreifaches A (Aluminium, Aargks und Apothekenzeugs)

7 08 2013

Vor einigen Wochen bin ich abends beim Zappen in eine vermeintliche Dokumentation hineingerutscht, die mich nach wenigen Minuten kopfschüttelnd weiter schalten liess. Es ging irgendwie um Aluminium und darum, dass dieses Zeugs sooooo gefährlich wäre. Für seinen Blog Nachdenken … bitte hat Stephan Angene die Behauptungen dieser vermeintlichen Dokumentation des einschlägig bekannten „Journalisten“ Bert Ehgartner mit wissenschaftlichen Argumenten sauber zerlegt (… und wurde vom GWUP-Blog als Gastbeitrag geadelt).

Angst essen Verstand auf, oder „Die Akte Aluminium“ von Bert Ehgartner

Seit dem 10. Mai gibt es einen Blog, der gleich zu Beginn mit sehr guten Beiträgen reüssierte. Insbesondere die dreiteilige Reihe (Teil 1, Teil 2 und Teil 3) zur Unterscheidung von Skeptikern und Pseudo-Skeptikern ist hervorragend, und seine Schwurbeleisuche in den Wahlprogrammen verschiedener Parteien sehr unterhaltsam. Auf jeden Fall ein Blog, den ich in meine Blogroll aufnehmen muss:

aargks

Claudia Graneis studiert Pharmazie und hat schon auf der letzten GWUP-Konferenz einen tollen Vortrag gehalten.  In ihrem Blog cloudpharming berichtet sie jetzt über ihre neue Undercover-Aktionen als Praktikantin in einer auf TCM () spezialisierten Apotheke. Nach der Einleitung unter dem Titel „Ein Monat in Absurdistan“ geht es im ersten Teil um das spannende Thema

Schwanger werden mit Fledermauskot

Auf die folgenden Teile dieser Serie bin ich jetzt schon gespannt …

Update: … und schon geht die Serie, reich bebildert, weiter: „Batshit crazy





Staunen und Rechnen lernen mit Homöopathie

30 07 2013

Wenn Homöopathie schon nicht unbedingt als so etwas wie eine Arznei taugt, so hilft sie immerhin noch beim Staunen, nämlich beim Staunen über Zahlen. So hat Dr. Aust in seinem wunderbaren Blog „Beweisaufnahme zur Homöopathie“ unlängst sehr ausführlich erklärt, wie man das Homöopathikum Vinum Christi C200 herstellen könnte. Das ist gar nicht mal so schwer, denn wenn man davon ausgeht, dass jener Jesus sich damals, beim so genannten letzten Abendmahl, ein gut gefülltes Glas mit etwa 200ml Flüssigkeit genehmigt hatte, so finden wir noch heute in jedem Wassertropfen etwa 5 dieser Moleküle (wenn wir davon ausgehen, dass sich die Flüssigkeit im ganzen auf der Erde verfügbaren Wasser gut verteilt hat). Nach Überschlagsrechnung und unter geschickter Verwendung der so genannten „generalisierten Quantentheorie“ (die ist vom Träger des Goldenen Bretts Prof. Dr. H. Walach erdacht worden – was es dazu zu sagen gibt kann man hier nachlesen) gibt der Autor auch noch herrliche Anwendungstipps für dieses wahrhaft sensationelle Homöopathikum … … einfach einen Zahnstocher in das verschüttelte Mittel und damit dann einen guten Whiskey impfen, das müsste doch eine tolle (und schmackhafte) Medizin ergeben.

In den USA hat man ähnlich gerechnet, das Ergebnis aber ein wenig anders dargestellt. Ein Mensch, der sich „Sai“ nennt hat auf google+ eine Idee veröffentlicht, die sich auf ähnliche Rechenspiele wie die gerade erwähnte Herstellung von Vinum Christi C200 beruft. Hier soll aber kein neues Homöopathikum hergestellt werden, sondern es wird – politisch völlig unkorrekt – eine einfache Forderung an die Herstellervon Homöopathika gestellt:

We have a simple proposal: that all homeopathic products containing less of the advertised ingredient than Hitler’s breath* have a large, clear statement on the front saying (a) how much more of Hitler’s breath they have, and (b) the most common name of the advertised ingredient. I’ve attached a sample for your marketing team’s enjoyment.

Tja, im Beispielbid, dem bekannten Mittel „oscillococcinum“ der französischen Firma Boiron (die schon mal einen kritischen Blogger verklagen wollte), wird angegeben, dass 10^380 mal soviel vom Atem des in Braunau am Inn geborenen Gröfaz in dem Mittelchen ist, als die angepriesenen Inhaltsstoffe (Entenherz und Entenleber). Nun ja, man hätte ja auch eine andere Person als Referenz nehmen können, oder eben vielleicht tatsächlich den Vinum Christi (aber in der Urtinktur), aber auf jeden Fall finde ich die Forderung nach der Nennung des „normalen Namens“ für den beworbenen Inhaltsstoff sehr gut.

Eigentlich dürfte sich kein dem Verbraucherschutz verpflichtet fühlender Politiker folgenden, sehr einfachen Forderungen entziehen:

1. Inhaltsstoffe müssen in Klarnamen (soweit vorhanden) angegeben werden: also Kochsalz statt Nitriacum Chloratum (das es hier sogar in verschiedenen Varianten gibt) oder Hundekacke statt excrementium canium

2. Inhaltsstoffe müssen in gebräuchlicher Gewichts- bzw. Volumenangabe – also g/mg bzw. l/ml – angegeben werden und dürfen nicht durch eine „Geheimsprache“ (C200, LM1000) verschlüsselt werden (das ist ja bestimmt auch für Allergiker wichtig …).

Wie schön wäre es, wenn  dann zusätzlich gefordert werden würde, dass ein Hersteller selbstverständlich jederzeit die Richtigkeit seiner „Mischung“ nachweisen können muss – am besten natürlich in einem Doppelblindversuch …

Aber Schluß mit dem Träumen. Ich finde bei solchen Rechenspielen wirklich erstaunlich welche Ergebnisse Überschlagsrechnungen liefern: mit jedem Atemzug atmen wir ein Molekül aus dem letzten Atemzug Caesars (Link) und mit jedem Liter Wasser trinken wir mehrere Moleküle des Weins vom letzten Abendmahl (wenn es denn stattgefunden haben sollte). Unvorstellbar? Nein! Einfache Rechnerei mit großen und kleinen Zahlen – und mit den bestätigten Ergebnissen zahlloser Forscher verschiedener Fachgebiete!

… und dass diese Erkenntnisse durch einfaches Nachrechnen die Homöopathie immer lächerlicher erscheinen lassen, das finde ich nicht allzu „schlimm“ …





Wie funktionieren Bachblüten?

18 05 2013

Na ja, gar nicht – aber Wolfgang Nitschke kann das viel besser erklären:





Dieses Mal am Montag: Lesebefehle! Folge 4: Neuer Homöopathieblog, Impfen und Heilmittelwerbegesetz

13 05 2013

Meiner Enthaltsamkeit beim Schreiben von Blogartikeln sind auch die Lesebefehle zum Opfer gefallen. Auch das soll sich wieder ändern …

Mit den wissenschaftlichen Studien zum Thema Homöopathie beschäftigt sich ein neuer Blog seit Anfang Mai. Das Ziel von Autor Dr. Norbert Aust ist es dabei, die von Homöopathieanhängern immer wieder zitierten, vermeintlich positiven, Studien zu analysieren. Schon der erste Text zu einer – auch in der Sendung des BR erwähnten – schweizer Studie zu Homöopathie und ADHS ist absolut lesenswert. Auf jeden Fall ein Block zum bookmarken (ist das jetzt eigentlich korrektes Deutsch?):

Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie

Bei panagrellus hatte ich schon länger nicht mehr vorbei geschaut, und damit fast ein Highlight versäumt . Er bezieht sich beim Abdruck einer wirklich eindrucksvollen Grafik zum Thema „Impfen“ auf den „Skeptical Dad“ Matt Kaiser, der die Grafik bei Mathew Herper (Forbes) gefunden hatte. Erstellt hat das Bild der Grafiker Leon Farrant. Erklärungen gibt es natürlich unter:

Impfen, impfen, impfen

Die im Heilmittelwerbegesetz versteckten Fallstricke haben kürzlich die DHU ins Stolpern gebracht. Sie waren so stolz darauf, dass Ursula Karven nicht nur für sie warb, sondern sich auch für den Playboy nackig machen durfte. Blöd nur, dass die Richter vom OLG Karlsruhe die Werbung der DHU als Verstoß gegen das Heilmittelwerbegesetz einstufte. Näheres im GWUP-Blog:

Gericht verbietet Schüßler-Werbung mit Ursula Karven

Und wenn wir schon bei Schüßler-Salzen sind: Auf die folgende Beschreibung zu Schüßler-Salzen in Excanwahns Bullshit-Blog kann man nicht oft genug hinweisen:

Beschüßlersches Biodingsbums

… und auf jeden Fall bis zum Ende lesen. Der Nachtrag nach dem Quellenangaben ist absolut köstlich!





Immer wieder mittwochs: Lesebefehle! Folge 2: Aktuelles zur Homöopathie

16 01 2013

OK, da mit den Lesebefehlen wäre vollkommen ausufernd, wenn ich jeden interessanten Artikel hier nennen würde. Aber ich habe mir vorgenommen jetzt immer mittwochs ein paar aktuelle Artikel und Nachrichten zu einem Thema zusammenfassen …
Heute geht es um eine Ministerin, vermeintliche „Impfstoffe“, eine Diskussion auf Facebook und ein wenig Eigenwerbung.

Fangen wir mit Sebastian Bartoschek an, der sich bei den Ruhrbaronen mit den steilen Thesen seiner Gesundheitsministerin auseinandersetzt:

Homöopathie, Impfskepsis, Reiki – Wie gefährlich ist NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens?

(da bin ich ja froh, dass ich inzwischen nicht mehr in diesem Bundesland wohne)

Aktuell gibt es in Großbritannien wieder einmal ein Skandälchen mit einigen Anbietern von Homöopathika. Diese wollen sich partout nicht damit abfinden, dass sie ihre Zuckerkügelchen eben nicht mit einem Label verkaufen dürfen sollen, auf dem etwas steht was man als „kann impfen“ verstehen kann.

Die BBC berichtet:

Homeopathic ‚vaccine pills‘ should be withdrawn, says regulator

… und Edzard Ernst kommentiert wie immer sehr schön:

Time for the legal profession to have a serious look at homeopathy?

Bei ZeitWissen gab es auf Facebook am letzten Wochenende eine „Diskusssion“ darüber, ob man weiter über Homöopathie forschen soll oder eben nicht. Man durfte auch mit „Likes“ für die beiden Texte abstimmen, die entweder dafür oder dagegen waren. Ergebnis (15.1.; 23:20) 104:47 für die von Edzard Ernst vertretene Vernunftfraktion.

Klar, ich habe meinen Like der Vernunftfraktion spendiert – und werde das weiter tun, solange die Homöopathen nicht einmal zu dem einfachen Versuch bereit sind, den ich bereits vor über drei Jahren vogeschlagen habe:

Die Homöopathen kneifen – bis jetzt!





Zuhören! Claudia erklärt die Homöopathie …

21 11 2012

Ohne Kommentar:





Die Techniker Krankenkasse desinformiert ihre Kunden

19 10 2012

Acht Millionen Versicherte hat die Techniker Krankenkasse und ist damit die zweitgrößte Krankenkasse in Deutschland. Aktuell kann man sich dort eine Broschüre herunterladen in der es vermeintlich um „Mensch und Natur“ geht – beim Lesen entpupppt sich das Ganze als profane Werbung für allerlei Scharlatanverfahren aus dem weiten Feld der sogenannten Alternativ- oder Komplementärmedizin. Wenn die TK damit ihre Kunden informieren wollte, dann wurde dieses Ziel gnadenlos verfehlt.

Das fängt schon mal damit an, dass die Broschüre schon im Vorwort 3 mal den völlig unsinnigen Begriff „Schulmedizin“ (Huch, mein Tablet kennt den in der Wortvervollständigung auch!) verwendet. Aber ok, auch wenn dieser Begriff negativ konnotiert ist (weil Medizindie Lehre von der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Krankheiten und Verletzungen bei Menschen und Tieren“ ist – und was braucht man mehr?), sehen wir mal darüber weg und lesen was sonst noch in diesem Werk zur Kundeninformation steht. 64 Seiten wollen ja befüllt sein …

Nach dem Vorwort geht es zunächst um die „innere Uhr“ (Seite 4-11)  und die Ernährung (Seite 12-23) – beides Themen, bei denen besser informierte Personen gerne Kritik üben können (Kritik kann ja auch positiv sein), ich kenne mich da nicht so aus. Auf Seite 24 beginnt dann der Teil mit dem Titel „Natürlich gesund werden“ – und da rollen sich mir mehrfach die Fußnägel auf. Dabei beginnt es noch ganz harmlos, und auf Seite 27 findet sich tatsächlich ein Abschnitt mit dem Motto „Kritisch prüfen„. Dabei findet sich auch folgender Text:

Vorsicht ist geboten, wenn die Beschwerden trotz Behandlung anhalten oder sich verschlechtern. Es kommt leider immer noch zu oft vor, dass wichtige medizinische Maßnah-men verzögert werden, nur weil zu lange gewartet wird. Gehen Sie rechtzeitig zum Arzt.

Komisch, dass auf Seite 34 bei der Lobhudelei zur Homöopathie etwas ganz anderes steht:

Anfangs können sich dabei die Beschwerden zunächst verschlimmern, […]

Äh, was jetzt? Soll man dann zum Arzt gehen? Oder abwarten? Bei der Homöopathie finden sich eh wunderbare Aussagen, z.B. diese (Seite 35):

Mit jeder Stufe der „Potenzierung“ wird das Mittel stärker verdünnt und dadurch in der Vorstellung der Vertreter der Homöopathie immer wirksamer – ein scheinbares Paradoxon, das die Homöopathie auszeichnet.

Das ist kein scheinbares Paradoxon, sondern schlicht und einfach Unsinn. Das ist keine „Auszeichnung“, sondern ein Beleg dafür, dass es sich bei der Homöopathie um ein Denkgebäude handelt, das einfach unseren heutigen, vielfach bestätigten, wissenschaftlichen Erkenntnissen widerspricht. Diese „Vorstellung der Vertreter der Homöopathie“ erweist sich eben als falsch! Es ist schon eine erstaunliche Folgerung, dass man die Tatsache, dass dieser Unsinn  jeder wissenschaftlichen Erkenntnis widerspricht, als „Auszeichnung“ darstellt.

Aber es gibt noch mehr Ungereimtheiten in diesem Pamphlet. Während ganz allgemein auf Seite 25 das hohe Lied der Koexistenz beider Richtungen gesungen wird …

Aus der streng abgegrenzten „Alternativmedizin“ hat sich heute mehr und mehr eine ergänzende „Komplementärmedizin“ entwickelt, die gleichzeitig eingesetzt wird. Und das entspricht den Bedürfnissen der meisten Menschen: Über zwei Drittel der Bevölkerung wünschen sich, dass Naturheilkunde und Schulmedizin zukünftig Hand in Hand arbeiten. So kann die konventionelle Medizin die Krankheit behandeln, während gleichzeitig die Naturheilkunde die Selbstheilungskräfte anregt und die „gesunden Anteile“ des Menschen weiter kräftigt.

… gilt das offensichtlich nicht innerhalb der Quacksalberverfahren – Entschuldigung, ich meinte natürlich der Naturheilkunde. Oder warum sonst wird unter „Homöopathie oder Schüßlersalze – ein Unterschied?“ (Seite 34) folgendes geschrieben:

Während einer homöopathischen Behandlung sollten übrigens keine Schüßlersalze eingenommen werden, weil der behandelnde Arzt sonst nicht mehr unterscheiden kann, was wirkt.

Der Arzt kann bei jeder Mischung von Therapieverfahren nicht wissen, was im Endeffekt gewirkt hat, wenn es denn gewirkt hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass es die Homöopathie (oder die Schüßlersalze oder was auch immer) war, ist aber gegenüber anderen, wissenschaftlich erforschten Heilmethoden (… oder einfachen Nichtstun) so verschwindend gering, dass eine solche Aussage nicht mehr als eine Werbung für ein in allen wissenschaftlich relevanten Tests gescheitertes vermeintliches Heilverfahren darstellt. Dies den Kunden mit positiver Konnotation zu präsentieren ist entweder eine glatte Lüge oder absoluter Unwissenheit geschuldet.

Der absolute Hammer findet sich aber auf Seite 32. Es geht um Phytotherapie, und da werden auch die (mit der Phytotherapie absolut inkompatiblen) Bachblüten erwähnt. Es heißt dort:

Für die Wirksamkeit dieses Verfahrens gibt es noch keine wissenschaftlichen Beweise.

Stimmt, und tausend Argumente warum bei diesem Zeugs nichts außer den beliebten Placeboeffekten wirken kann! Aber Wahrheit, wissenschaftliche Erkenntnisse und echte Verbraucherinformation scheinen die Techniker Krankenkasse sowieso nicht die Bohne zu interessieren.

Das Ganze ist in großen Teilen leider nur eine halbgare Werbepostille für wissenschaftlich nicht haltbare Pseudomedizin und verfehlt ihr Ziel (Kundeninformation) völlig. Ich bin fast froh, dass ich bei einer anderen Krankenkasse untergekommen bin!