B. Sc. = Bachelor für Scharlatanerie?

29 07 2011

Was ein Bachelor ist wird in der Wikipedia ausführlich erklärt:

der erste akademische Grad eines gestuften Hochschulstudiums und zugleich staatliche Abschlussbezeichnung einer grundständigen wissenschaftlichen Ausbildung […]

Der B. Sc. (Bachelor of Science) bezeichnet dann einen solchen Abschluss in Natur-, Ingenieur- oder Wirtschaftswissenschaften. Diesen Titel kann man zum Beispiel auch auf der – privaten – H:G Hochschule für Gesundheit und Sport in Berlin erwerben. Das wäre nichts besonderes, wenn nicht einer der Studiengänge tatsächlich einen B. Sc. in Komplementärmedizin anbieten würde.

Nehmen wir mal obige Definition für den Bachelor beim Wort und schauen uns an welche Inhalte das Studium der Komplementärmedizin denn so umfassen soll:

Das Studium der Komplementärmedizin vermittelt sowohl Kenntnisse und praktische Anwendungen in Homöopathie, Akupunktur und vielen weiteren naturheilkundlichen Verfahren …

OK, das kann man ähnlich in den Werbebroschüren beliebiger Heilpraktikerschulen lesen nur wird dort meines Wissens eben kein Bachelor verliehen. Wie war das beim Bachelor mit der „grundständig wissenschaftliche[n] Ausbildung“? Die Anbieter dieses Studiums scheinen dies zumindest im Hinterkopf gehabt zu haben, denn der nächste Halbsatz winkt mit einem kleinen wissenschaftlichen Fähnlein:

… auf wissenschaftlichem Niveau als auch medizinische Grundkenntnisse in Anatomie, Physiologie und Pathologie.

Dass in einem Studium, das irgendwie das Wort „Medizin“ im Namen führt, Grundkenntnisse in Anatomie, Physiologie und Pathologie vermittelt werden ist eine Selbstverständlichkeit. Wie soll aber die praktische Anwendung z.B. der Homöopathie auf wissenschaftlichem Niveau stattfinden? Im GWUP-Blog waren vor einiger Zeit folgende Zeilen zitiert worden, die das Verhältnis von Homöopathie und Wissenschaft meines Erachtens sehr gut darstellen:

Meiner Meinung nach, kann man nicht gleichzeitig Arzt, Wissenschaftler und Homöopath sein. Entweder man ist Arzt und Wissenschaftler -> dann kann man kein Homöopath sein. Oder man ist Arzt und Homöopath -> dann kann man kein Wissenschaftler sein. Wenn man aber Wissenschaftler und Homöopath ist, dann hat man die Bezeichnung Arzt nicht verdient, weil man genau weiß, dass Patienten getäuscht und ausgenommen werden

Ob die im Curriculum aufgelisteten Kurse dieses Dilemma in irgend einer Weise problematisieren möchte ich bezweifeln. Dezidierte Kurse über wissenschaftliche Methodik und deren Anwendung sind mir nicht aufgefallen (außer vielleicht „Statistik der Biometrie / Evaluation und Forschungsmethodik“), die würden aber wohl auch das Ziel einer Ausbildung in Komplementärmedizin ziemlich in Frage stellen.

Eigentlich ist es mir ja egal, wer wen in was ausbilden möchte. In diesem Fall wird jedoch ein staatlich anerkannter, wissenschaftlicher Titel für etwas verliehen, das mit Wissenschaft – zumindest überwiegend – nichts zu tun hat. Das ist in etwa so, als würde eine – ggf. private –  Hochschule für Mathematikinteressierte Kurse im Kreisquadrieren mit Zirkel und Lineal oder für Physikfans Kurse in der Überwindung der Gravitation anbieten – und dafür ebenfalls einen entsprechenden Titel verleihen wollen.

Es kann natürlich auch sein, dass die genannte Hochschule nur einen neuen B. Sc. erfunden hat, der in der Auflistung auf Wikipedia noch fehlt, den Bachelor of Scharlatanerie





Homöopathie beim Wort genommen: EHEC und Herr M.

30 05 2011

Nimmt man die Homöopathie beim Wort, dann gilt ja gemäß Simile-Prinzip dasjenige Dingens, das ein Symptom verursacht in entsprechend hoher Verdünnung als adäquates homöopathisches Mittel. Beim aktuellen Topthema EHEC haben sich Homöopathen bisher erstaunlich zurückgehalten. Für diesen bereits einschlägig auffällig gewordenen Herrn dipl.rer.pol. war es in der Glaubuliszene wohl etwas zu ruhig, also hat er sich der Sache angenommen. Er weiß genau, wie man das Problem lösen könnte und beschreibt das in einem etwas länglichen Artikel auf seiner Webseite. Simile-Prinzip eben, man nehme – das absolut nahe Liegende bzw. Ausgefloßene und schon kann’s losgehen:

Die Homöopahie hingegen braucht jeweils nur die befallene Materie – bei EHEC also nur eine Stuhlprobe! – macht daraus ein hoch potenziertes Einzelmittel und gibt dieses dann dem Kranken. Dessen Abwehrsystem wird nach dem Simileprinzip – Ähnliches mit Ähnlichem! – dieses Homöopahikum dann als Anregung aufgreifen und den Heilungsprozess dadurch selbst einleiten können.

Lecker! Aber ist das wirklich nötig, wenn die Bakterien möglicherweise aus Kuhmist stammen – den gibt’s doch längst als Globuli. Dummerweise hat auch der böse Gesetzgeber etwas gegen diese einfache, vielleicht etwas anrüchige Methode der industriellen Gewinnung eines solchen Mittelchens einzuwenden:

Eigentlich wäre es demnach ein Leichtes, solchen EHEC-Patienten beispielsweise eine Stuhlprobe abzunehmen und sich daraus ein homöoparthisches Einzelmittel anfertigen zu lassen. Aber solch Nahliegendes verbietet wiederum das Reinheitgebot der Arzneimittelfertigung! Für eine Massenanfertigung müsste nämlich genau dokumentiert werden, wo der Erreger für dieses Einzemittel gewonnen wurde ( heißt: Patient, Krankenhaus, Zeit u.a. ) und vor allem müsste der Erreger unter vorgebenen Reinheitsbedingungen gewonnen werden – auch wenn es sich um Kot handelt!

Ob das wirklich so kompliziert ist? Bei Excrementum Canium reicht ja auch folgende Kurzbeschreibung:

Kot eines mit Kuhpansen gefütterten Mischlingshundes
(Mutter: Schäferhündin, Vater: Mischung aus ungarischem Hirtenhund und Setter)

Ja, ich weiß! Das Hunde-AA wird in Österreich angeboten und möglicherweise gelten da etwas andere Regeln. Am Ende hat Herr M. aber doch noch einen Vorschlag zur Hand, wie man sich den Stoff besorgen lassen kann (wobei er natürlich gerne behilflich ist):

Wer bereit wäre, diesen Weg zu gehen, möge mich das bedarfsweise wissen lassen. Ich würde die notwendigen Verbindungen herstellen. Das kann sogar – ohne Arzt – übrigens auch der Betroffene selbst veranlassen, denn jeder Apotheker darf etwa für einen Heilpraktiker so eine Einzelfertigung zulässig auf Rezept herstellen! Sie brauchen dazu allerdings einen ‚Apotheker Ihres Vertrauens‘, der dann auch die vielen homöopathischen Fertigungsschritte für eine Hochpotenz in der C 200 wirklich durchführt!

Wer sich das ganze Elaborat des Dipl.rer.pol. antun will, einfach hier klicken!





Beispiele homöopathischen Größenwahns

28 05 2011

Seit Fukushima macht ihnen das Thema Radioaktivität Angst? Homöopathie hilft [1] …

Es ist nicht zu glauben – aber das braucht man ja auch nicht. Es genügt, es aus zu probieren: Homöopathie schützt uns sogar für Radioaktivität.

… insbesondere in Verbindung mit Salz:

Und – das allgemein einfachste: ab und zu ein Wannenbad mit mindestens einem Pfund SALZ….Sie wissen doch, daß nur SALZ  radioaktive Strahlung abwehrt – warum sonst werden die Endlager ausschließlich in alten Salzbergwerken angelegt?…

Impfen ist unnötig [2], …

Die Erfahrung  a l l e r   homöopathischen Ärzte zeigt , daß gute homöopathische Behandlung aus einem Impfbuch sozusagen Makulatur macht….d.h.: die Kinder können dann wieder die Krankheiten kriegen, besonders Kinderkrankheiten, gegen die sie geimpft worden sind.

… sowieso sinnlos…

Wenn also ein homöopathischer Arzt nicht impft, dann deshalb, weil er es nicht braucht.

… und manipuliert die Gene:

Und er [der Homöodingens] weiß: Impfungen verändern das Miasma, sprich die Erbmasse.

Andererseits macht die Homöopathie ja offensichtlich das Gleiche [3] …

kaum vorstellbar, aber wahr: die möglichst frühe Behandlung der Kinder [mit Homöopathie] verbessert nachweislich ihre „Erbmasse“, um mal das Wort zu benutzen.

… verspricht aber Schutz vor Krebs (!):

Und Carcinosinum geben heißt eben nicht, daß da Krebs besteht – sonder sie ist eher das „Versprechen“,daß der, der die Arznei bekommt, eben niemals die Krankheit selbst bekommt.

Wie war das noch mit Poe’s law? Ach ja: „Without a winking smiley or other blatant display of humor, it is utterly impossible to parody a Creationist in such a way that someone won’t mistake for the genuine article.“ Bei obigen Aussagen würde man ja liebend gerne den befreienden Smilie finden, aber die dazugehörige Webpräsenz meint das offensichtlich wirklich ernst. Die 3 oben zitierten Fundstellen ( [1], [2], [3] – vorsichtshalber auf WebCite archiviert) könnte man leicht noch durch weitere, ähnlich absurde Behauptungen ergänzen, denn für die Autorin ist irgendwie alles Homöopathie! Mich wundert nur, dass sie noch nicht in die Homöopathiestadt Köthen übergesiedelt ist. Dort hat sich zwar seit meiner Initiative  KKK (Köthen konsequent kuriert) nichts mehr in Richtung homöopathische Stadtentwicklung getan, aber mit ihrem Ansatz auch Musik, Märchen oder Fernsehsendungen irgendwie homöopathisch einzubeziehen wäre sie dort bestens aufgehoben.

PS: Die Frau darf tatsächlich den Titel Dr. med. auf ihrem Praxisschild präsentieren. In solchen Fällen wünsche ich mir, dass verliehene Titel doch bitte auch wegen öffentlich zur Schau gestellter Ahnungslosigkeit auf dem Fachgebiet, dem der Titel zugeordnet ist, wieder entzogen werden könnten.





Noch mehr Leichenfledderer und ein Interview aus Absurdistan

5 04 2011

Angesichts der Katastrophe in Fukushima segeln auch einzelne Homöopathen auf der radioaktiven Angstwelle und versuchen sich mit ihren Angeboten für  „Mittel gegen Radioaktivität“ (sogar auf japanisch!)  die Taschen zu füllen. Bei Astrodicticum Simplex (mit weiteren Beispielen) und im GWUP-Blog wurden diese „Angebote“ schon entsprechend kommentiert. Die üblichen Erklärungsversuche der Astrologen, die im Nachhinein über ihre „Gestirnsstellungen“ herumschwurbeln sind zwar ebenso lächerlich, zocken aber nicht ganz so dreist wie die Anhänger des ultimativen Verdünnungswahns ab. Für all jene, die unter akutem Schwurbeldefizit leiden, es gibt eine ganze Reihe weiterer Beispiele …

Dabei darf auch der Astroletter des Allgeier-Verlags nicht hintan stehen, in dem es mittendrin ganz, ganz düster wird:

Die Erde wird auch aufbrechen im westlichen Teil von Amerika. Der obere Teil von Europa ändert sich in einem kurzen Augenblick. Land wird erscheinen vor der Ostküste von Amerika. Wenn das erste Aufbrechen in der Südsee erscheint, oder im Mittelmeerraum und der Ätna-Region, als Sinken und Aufsteigen von meist gegenüberliegendem Gleichen, wissen wir, es hat begonnen.

Dabei beziehen sich die Allgeiers allerdings nicht auf irgendwelche Sterne, sondern auf den bekannten Katastrophenpropheten Edgar Cayce. Dass übrigens auch als seriös geltende Medien auf den esoterischen Katastrophenzug aufspringen zu müssen glauben zeigte vor einigen Tagen sogar die Süddeutsche – zum Glück ist im GWUP-Blog eine passende Antwort zu lesen.

Auch um Japan ging es in diesem Interview im Deutschen Absurditäten Anleger Fernsehen. Die Interviewerin Christina Thonack hat sich in der Vergangenheit schon des Öfteren als völlig unkritische Stichwortgeberin für unsinniges Geblubber verschiedener Astrologen betätigt, und auch in diesem Fall lässt sie die einschlägig bekannte Iris Treppner minutenlang Sinnlosigkeiten absondern ohne auch nur eine einzige Aussage der Frau in Frage zu stellen. Ich habe mir erlaubt, mögliche Fragen und Anmerkungen in rot in dieses „Interview“ einzubauen. Frau Thonack’s Stichworte sind in schwarz, Frau Treppners Unsinn in blau:

Was sagen sie zu Japan, war die Katastrophe absehbar?

Nein, eigentlich nicht oder vielleicht doch!

Also wie jetzt? Hätte man es voraussehen können, oder nicht?

Also über den NIKKEI hätte man die Krisensituation vielleicht erkennen können, wenn man sich damit auseinandergesetzt hätte.

Standardausrede! Schon die derzeit von der Polizei gesuchte Patricia Bahrani hat des öfteren auf entsprechende Fragen mit der gleichen Ausrede geantwortet!

Ich hab’s persönlich jetzt nicht getan, weil meine Prognosen beim NIKKEI – wie soll ich jetzt sagen – weniger treffsicher waren …

Noch weniger treffsicher als der andere Mumpitz? Ist ja kaum möglich …

… deswegen habe ich den NIKKEI einfach rausgenommen. Allerdings wenn man jetzt die richtigen Daten gehabt hätte, dann hätte man einen Hinweis darauf haben können, dass es dort kriselt.

Es kriselt? Eine zynischere Umschreibung für die dortigen Katastrophen habe ich bisher kaum gelesen!

Einen einzigen Hinweis habe ich, das ist der Transit Neptun-Saturn, der ist zur Zeit aktiv und zwar bis 2013 noch und das ist eine Konkurskonstellation, aber die wirkt sich auf jeden anders aus.

Typisch astrologische Entscheidungsneurose: Eine Konkurskonstellation, die sich auf jeden anders auswirkt – wieso greift eigentlich die Interviewerin nicht ein?

Zum Beispiel van Gaal, der Trainer von Bayern München hat diese Konstellation auch …

Ja, ja – Frau Treppner möchte wohl lieber über Fußball salbadern, auch das ist nichts Neues … … aber was sie hier macht heißt auf Deutsch: Themaverfehlung! Aber so lange es die Interviewerin nicht merkt …

… und der verlässt zum Beispiel den Verein. Also es wirkt sich bei jedem anders aus und ich hätte jetzt nicht angenommen, dass es so heftig in Japan aussehen könnte.

Ja wie jetzt? Erst sagt sie, sie hätte nicht nachgeschaut, jetzt hat sie nicht angenommen, dass so etwas passieren könnte? Merkt Frau Thonack eigentlich irgendwann, dass Frau Treppner nur Müll redet?

Das heißt, die Schwierigkeiten können auch bis 2013 noch Nachwirkungen zeigen?

Nö, sie merkt es offensichtlich nicht! Wenigstens hätte sie fragen können, was denn jetzt van Gaal mit Japan zu tun haben soll und ob sie jetzt nachgeschaut habe oder eben nicht …

Ich hoffe, dass es nur bis 2013 geht. Ich hab‘ auch nicht das Originalhoroskop da ich nicht den Einstieg der Handelszeit habe des NIKKEI. Das ist alles spekulativ …

Danke! Also das war jetzt offen zugegebenes reines Raten! Warum bricht die Interviewerin das Ganze nicht einfach ab? Ihre Gesprächspartnerin hat doch offensichtlich keine Ahnung wovon sie redet!

… mir fehlen viele weitere Angaben um mich da festlegen zu können oder zu wollen. Ich hoffe, dass nur dieser Transit dafür sorgt, dass es eben zur Zeit schlecht aussieht in Japan und dass ein Ende 2013 in Sicht ist.

Äh, ein Ende von was? Aber ok, sie will sich ja nicht festlegen …

Übertragen wir das mal auf Deutschland. Wie wird denn der DAX sich nach den Problemen in Japan weiter entwickeln.

Wow! Ganz unerwartet schießt Frau Thonack eine konkrete Frage aus der Hüfte! Respekt! Das riecht ja fast schon nach dem Hauch einer Redaktionsassisstenzanwärterin …

Ich meine schon im letzten Jahr gesagt zu haben, ihnen gegenüber (ich glaub‘ es war im August) dass es jetzt im Februar/März turbulent zu geht.

Nöö! Im Augustinterview (mit der gleichen Interviewerin) hatte sie nichts dergleichen gesagt, sondern lediglich darauf hingewiesen, dass es bis zum Jahresende eher „seitwärts“ weiter gehen sollte (falsch). Im Dezember laberte sie tatsächlich über März 2011 – es ging aber dabei gar nicht um den DAX, sondern um die  VW-Aktie.

Woher diese Einflüsse kommen, das war mir da auch nicht klar, jetzt wissen wir das! Aber ich glaube, insgesamt wird der DAX unbeeindruckt aus der Sache ‚rausgehen. Also natürlich geht’s jetzt mit ‚runter, keiner weiß jetzt wo’s hingeht, wo die Leute etwas anlegen sollen, aber es stellt sich hier schnell heraus, wo die Schwerpunkte sind.

Ja, man sieht wo die Schwerpunkte sind! Frau Treppner zeigt – zum wiederholten Mal – dass sie auch ohne jedes Wissen bereit ist völlig sinnfreien Schwachsinn in irgendwelche Mikrofone zu posaunen – wenn man sie denn lässt.

Wer sich auch noch den Rest antun will, der kann sich’s ja hier anhören





Hilfe! Homöopathische Zwangsbehandlung durch Eyjafjallajökull!!

21 04 2010

Es gibt kein Entrinnen! Ein Kommentator in einem eigentlich eher astrologisch orientierten Forum hat die wirkliche und echte  Vulkanverschwörung entdeckt:

Es könnte sich die Frage für astrol. Homöopathen stellen, ob der feine Vulkanstaub, der über Europa in der Luft liegt, nicht einer homöopathischen Gabe entspricht. Die Luftströme könnten energetisch wie eine Verschüttelung wirken. Spagyrische Verfahren der Verdünnung (Vergeistigung) haben sich als sehr wirksam erwiesen.

WAAAAS? Ich werde, nein wir alle werden homöopathisch zwangsbehandelt!!!!! Von einem Vulkan!!!! Und warum schreitet da niemand ein? Wo sind die Verschwörungstheoretiker, die einen sofortigen Einsatz der Chemtrail-Flieger fordern, damit sich nicht die unten angegebenen Symptome flächendeckend ausbreiten?

Geist & Gemüt
· Beschwerden durch Entrüstung. SY, B
· Gefühl der Hilflosigkeit. SY, B
· Antriebslosigkeit. Trägheit. B
· Keine Motivation. B
· Lustlosigkeit. B
· Gleichgültigkeit gegenüber allem. B
· Schweres Gemüt, depressiv. B
· Grosse Hoffnungslosigkeit. B
· Bedürfnis alleine zu sein. B
· Traurig, niedergeschlagen, melancholisch. B
· Gefühl von innerer Leere. B
· Gefühl von Überforderung durch den Alltag. Es ist mir alles zu viel. B
· Gesteigertes Mitgefühl für Schicksale / Situationen anderer. B
· Sehr empfindlich auf ungerechtes Verhalten ihm oder anderen gegenüber. SY,B
· Erträgt keine Ungerechtigkeit. SY, B
· Starke Konzentrationsschwierigkeiten. B
· Gedächtnisprobleme, v.a. Kurzzeitgedächtnis. Vergesslich. B
· Schwierigkeiten mit Denken, kann nicht klar denken. B
· Benebelt / blöde im Kopf. Stumpfsinn. B
· Mühe, die richtigen Worte zu finden. B
· Schnell gereizt und ärgerlich. B
· Ein Gefühl wie weit weg von sich selbst. Es ist, als ob nur seine Hülle anwesend wäre.
· Wie nicht ganz da im Leben, sondern wie noch am Erwachen/Schlafen. B
· Erschöpfung und Müdigkeit. SY, B

Besonders das letzte Symptom hat sich erst letzte Nacht wieder bei mir eingestellt – nachdem ich bis Mitternacht eine wichtige Kundenpräsentation überarbeitet hatte – ein absolut eindeutiger Beweis! Es muss einfach an der Vulkanasche liegen, wenn ich nach einem arbeitsreichen Tag erschöpft und müde bin!

Aber es kommt noch viel schlimmer, denn wenn man die Arzneimittelprüfung zur Heklalava liest, dann droht uns allen noch viel mehr Ungemach … …  hier nur fünf von vielen noch nicht genannten, uns allen drohenden Symptomen (… und nur aus der Reihe der wichtigsten und  fettgedruckten):

Haut: Juckreiz an diversen Körperstellen. (S. 10)

Kopf: Chronischer Kopfschmerz (S. 4)

Mund und Zähne: Trockenheit im Mund (S. 6)

Magen: Viel Durst auf kaltes Wasser (S. 7)

Allgemein: Abneigung gegen Telefonieren (S. 11)

Und alles stimmt! Habe vor wenigen Minuten mit einem überraschend unwirschen Bekannten telefoniert, der all diese Symptome zeigte weil er mangels Heimflugmöglichkeit die letzten 3 Tage ohne vernünftige Dusche – weitgehend – in einer Flughafenbar verbracht hat …

Es gibt nur einen klitzekleinen Hoffnungsschimmer: Die Asche der Zwangshomöopathikation stammt ja vom Eyjafjallajökull – ganz sicher ist die Asche energetisch und homöopathisch und auch sonst irgendwie doch ein ganz klein wenig anders – immerhin hat der Berg ja einen eigenen Namen, da muss doch auch die Wirkung ganz gewiss und hoffentlich ganz bestimmt ein wenig anders sein!





2 E-Petitionen und google

14 04 2010

Gibt es jemanden, der noch nie google mit irgend einem Namen (vielleicht auch dem eigenen) gefüttert hat? Ich vermute ja eher nein – und manchmal ist das Ergebnis einer solchen Suche ja irgendwie entlarvend …

Als ich vor ein paar Wochen über die Kämmtrail-Verschwörer und ihre – inzwischen nicht mehr zeichenbare – E-petition berichtete, hatte ich mir für die Petitionsliste einen Link angelegt. Jetzt habe ich dort wieder einmal nachgeschaut … … und zwei – nun ja – interessante Petitionen gefunden.

In dieser geht es um die Heilpraktikerprüfung. Der Petent möchte erreichen, dass man bei einer Wiederholung der Prüfung vom schriftlichen Teil (einem Ankreuztest, bei dem 75% der Fragen richtig beantwortet sein müssen) befreit wird, wenn man diesen schon bei einem vorherigen Versuch – wie auch immer – bestanden hat. Ob der Petent selbst von diesem – bei Uniprüfungen völlig normalen – Procedere betroffen war, darüber kann man natürlich nur spekulieren, seine Begündung ist jedenfalls völlig lächerlich. In der dazugehörigen Diskussion wird ihm dann auch tüchtig der Marsch geblasen.

In der zweiten Petition geht es um das Heilmittelwerbegesetz. Das gilt ja nicht nur für Arzneimittel und Medizinprodukte, sondern es findet auch Anwendung wenn sich bei der Werbung für irgendein Produkt (§ 1 Abs.1 Satz 2)  …

… die Werbeaussage auf die Erkennung, Beseitigung oder Linderung von Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder krankhaften Beschwerden bei Mensch oder Tier bezieht […].

Im Klartext heißt das eigentlich nur, dass man beim Werben mit Gesundheitsversprechen sich eben diesem Gesetz zu unterwerfen hat und es sich nach § 3 des Gesetzes immer dann um eine irreführende Werbeaussage handelt, wenn

Arzneimitteln, Verfahren, Behandlungen, Gegenständen oder anderen Mitteln eine therapeutische Wirksamkeit oder Wirkungen beigelegt werden, die sie nicht haben,

Doof ist das natürlich immer dann, wenn man mit solchen Ausagen gerne werben möchte, es aber keinerlei Beleg für die Gesundheitsversprechen gibt. Zum Beispiel für irgendwelche Wasseraufbereitungsmaschinen für mehrere hundert Euros wie diesen IonQuell Wasser-Ionisierer (man beachte das Impressum) oder für irgendwelche Mittelchen zum „Entschlackungsschwachsinn„, die es in diesem Laden bzw. im dazugehörigen Webshop gibt (man beachte das zugehörige Impressum).

Stattdessen möchte der Petent lieber folgenden Paragraphen lesen:

Gestattet sind Hinweise auf die gesundheitsfördernden Eigenschaften bei Nahrungs- und Nahrungsergänzungsmitteln, Verfahren, Behandlungen und Gegenständen ohne Bezug auf die in der Anlage bezeichneten Krankheiten, wenn sie bei üblichem Gebrauch keine schädigenden Wirkungen haben.

Jo, genau! Anstatt dass der Anbieter seine Werbebehauptungen belegen muss, soll er also nur nachweisen müssen, dass sein Zeugs bei „üblichem Gebrauch“ nicht schädlich ist? Vermutlich wird als erste die Zigarettenindustrie reagieren, den „üblichen Gebrauch“ mit „nicht anzünden“ definieren und ihre Nichtmehrglimmstengel als Beruhigungsmittel in Streßsituationen bewerben.

Und wohin führte die Namenssuche über google? Zu einem Matheprof (der nichts mit den Petitionen zu tun hat) und vielen Schwurbeltexten, absurden Produktangeboten und hanebüchenen Beiträgen in einigen Blogs: dieser Petent scheint wirklich nichts unversucht zu lassen, seinen Unsinn unter’s Volk zu bringen. Zum Glück ist die Resonanz auf seine Petition bisher äußerst mager.





Zeig’s uns Mr. White! Hol`dir den Nobelpreis!

27 03 2010

„Eliyantha Lindsay White“ lautet der wohlklingende Name eines Mannes, den Mahinda Rajapakse – so heißt der Präsident von Sri Lanka – seit vielen Jahren gut kennt. Mr. White bezeichnet sich selbst als Arzt, ja sogar als Leibarzt des Präsidenten, und er will nun viele britische englische Fußballfans glücklich machen, indem er den derzeit verletzten Superstar David Beckham binnen kurzer Zeit von seiner schweren Sportverletzung heilt. Schaffen will er das – laut einer aktuellen Meldung im Focus – mit Heilkräutern, Meditation und einer speziellen Ernährung, denn der Mann betreibt ayurvedische Medizin – also nicht . Die Behauptung von Mr. White verspricht ja Vieles:

„Seine Verletzung kann leicht behandelt werden. Innerhalb von drei Tagen wird er in der Lage sein, wieder zu spielen“

OK, ich bin kein Arzt, aber dass eine gerissene Achillessehne durch Heilkräuter, Meditation und eine spezielle Ernährung binnen 3 Tage wieder so zusammenwächst, dass sie die hohen Belastungen des Profifußballs „klaglos erträgt“, das glaube ich nicht. Jetzt hoffe ich, dass der Kickerstar tatsächlich das Angebot annimmt und nach Sri Lanke fliegt – und ich wette, dass – falls dieses eintritt – zum Einen Beckham nicht binnen dreier Tage wieder wird Fußball spielen können und zum Zweiten Mr. White bestimmt eine lächerliche Ausrede dafür präsentieren wird, warum es in diesem Falle nicht geklappt hat.

Ansonsten: Los Mr. White! Zeigen sie was sie können – und falls David Beckham ncht mitspielen will, täglich gibt es weltweit mit Sicherheit genug Menschen, denen bei einer solchen – oder ähnlichen – Verletzung geholfen werden muss. Der Medizinnobelpreis ist ihnen sicher, wenn sie das wirklich können …





Futurama erklärt Homöopathie …

18 03 2010

… ganz kurz und ohne Schnickschnack in folgender Szene:

Wer’s ein wenig ausführlicher mag, der kann ja dem britischen Comedian Matt Kirshen lauschen:





„Gemeinsam“ in den braunen Verschwörungssumpf

2 03 2010

Der Text auf der Startseite der Gruppe Wir-gemeinsam liest sich harmlos und erinnert an altbekannte Utopien:

Suchst du einen Weg deine Persönlichkeit zu verwirklichen, innerhalb einer Gemeinschaft? Ist es dein Traum dich selbst zu versorgen und unabhängig zu sein und somit in den Genuss von Freiheit zu kommen?

Der zweite Satz ist wirklich schön: Natürlich ist es ein schöner Traum, unabhängig und frei zu sein – aber ist man es dadurch, dass man sich selbst versorgt? Aber es geht ja noch weiter …

Hier ist es möglich, diesem Traum nachzugehen, indem wir Orte aufsuchen die für Menschen mit diesem Traum wie geschaffen sind, durch Anbau von Nahrung über den Respekt zur Natur, zu den Tieren und zu uns selbst. Lasst uns gemeinsam Lebensinseln suchen und schaffen um diesen Traum wahr werden zu lassen. ~

Ziel dieser Gruppe ist es also, solche Inseln zu suchen (und natürlich zu finden) bzw. zu schaffen. OK, ein schöner Traum nach dem Motto „Zurück zur Natur“, der noch ein wenig weiter ausformuiert wird:

Lasst uns unsere eignen Häuser errichten, legen wir eigene Felder an, entwickeln wir uns in eine friedliche Zukunft, seien WIR einfach frei. ~ Gemeinsam ist alles möglich.

Klingt ja alles wunderbar! Ich habe durchaus ein Faible für Leute, die ihren Weg abseits des Mainstreams suchen und Utopien haben ihren Charme, auch wenn ich diese allgemein formulierten und höchst unkonkreten Zielsetzungen für grenzenlos naiv halte. Eigene Häuser errichten? Eigene Felder anlegen? Tolle Idee, aber für Beides braucht man doch erstmal ein wenig entsprechendes Knowhow, sonst geht das Ganze schlicht und einfach in die Hose. Respekt vor der Natur? Klar doch! Friedliche Zukunft? Unterschreibe ich sofort! Einfach frei sein? Moment, was bedeutet das eigentlich genau? Ist dann jeder einzelne frei? Oder nur die eigene Gruppe? Und frei von was eigentlich? Reicht da wirklich ein „Gemeinsam ist alles möglich“? Man könnte zum Beispiel darauf hinweisen, dass die Bewirtschaftung eigener Felder zumindest zur Folge hat, dass man weitgehend frei von Freizeit sein wird, denn Landwirtschaft (natürlich ohne die böse Chemie) ist ein Knochenjob. Neu ist dieser Ansatz sowieso nicht, bei der Graswurzelrevolution klingt das ganz ähnlich, wenn man die Kapitalismuskritik und das Sozialismusziel überliest, denn die

bezeichnet eine tiefgreifende gesellschaftliche Umwälzung, in der durch Macht von unten alle Formen von Gewalt und Herrschaft abgeschafft werden sollen. Wir kämpfen für eine Welt, in der die Menschen nicht länger wegen ihres Geschlechtes oder ihrer geschlechtlichen Orientierung, ihrer Sprache, Herkunft, Überzeugung, wegen einer Behinderung, aufgrund rassistischer oder antisemitischer Vorurteile diskriminiert und benachteiligt werden. Wir streben an, dass Hierarchie und Kapitalismus durch eine selbstorganisierte, sozialistische Wirtschaftsordnung und der Staat durch eine föderalistische, basisdemokratische Gesellschaft ersetzt werden. Schwerpunkte unserer Arbeit lagen bisher in den Bereichen Antimilitarismus und Ökologie. Unsere Ziele sollen – soweit es geht – in unseren Kampf- und Organisationsformen vorweggenommen und zur Anwendung gebracht werden. Um Herrschafts- und Gewaltstrukturen zurückzudrängen und zu zerstören, setzen wir gewaltfreie Aktionsformen ein.

… und auch die Graswurzler waren bei weitem nicht die ersten hierzulande, die sich den Einklang mit der Natur auf die Fahnen geschrieben hatten.

Nun wäre eine Webseite von Nachwuchsträumern an sich nicht erwähnenswert, aber schon ein Blick auf die Seite mit den bereits gefundenen „Lebensinseln“ bietet ein etwas anderes Bild. Neben durchaus interessanten Projekten (z.B. die Genossenschaft auf Schloß Tonndorf) wurden auch die „Zwölf Stämme“ aus Deiningen, eine streng bibeltreue Splittergruppe, die sich aus religiösen Gründen weigert ihre Kinder in öffentliche Schulen zu schicken, verlinkt. Sollte wirklich diese Art von „Freiheit“ gemeint sein? Ansonsten umfasst die Liste diverse Biobauernhöfe und andere Versuche alternativer Lebensentwürfe – ein roter Faden ist nicht zu entdecken, Hauptsache irgendwie „anders“.

Einen großen Teil der Webpräsenz bildet die „DokuTheke“. Eine Motivation dafür, warum man dieses oder jenes Video verlinkt hat sucht man zwar vergebens, aber ich vermute mal, dass auch hier einfach alles verlinkt wurde was irgendwie „anders“ zu sein vorgibt. Und „anders“ scheint hier zu bedeuten, dass – mit ganz wenigen Ausnahmen – mindestens Esoterisches und/oder eine Verschwörungstheorie, in jedem Fall aber absolut Irreales und Schwachsinniges, dabei sein muß. Nur so lässt sich dieses Panoptikum des Wahnwitzes erklären.

Das fängt schon ganz oben in der links auf der Startseite zu findenden DokuTheke an, denn dort findet sich – wenig verdächtig – das AZK Archiv. „AZK“ steht für „Anti-Zensur-Koalition„, ein Name der ja gar nicht schlecht klingt, der sich aber bei näherem Hinsehen als eine Gruppe abgedrehter Verschwörungsschwurbler um den Schweizer Sektenführer Ivo Sasek entpuppt. Auf den AZK-Treffen wurden auch die 25 verlinkten Videos gedreht, und da wird schon mal (fast) nichts ausgelassen: Mondlandungsverschwörer, fanatische Impfgegner, Chemtrailbefürchter, usw. usf. – nichts scheint zu bescheuert, als dass man es nicht in einen „anderen“ Lebensentwurf einbauen könnte. So richtig eklig wird’s aber, wenn Scientologen Werbung für ihre Sekte machen und Holocaustleugner ihre braune Gülle verspritzen dürfen. Ein gewisser „Czechbot“ hat für die Zeitung „der Freitag“ seine Erlebnisse bei einem Treffen der AZK sehr schön beschrieben …

Unter „Gesundheit & Genesung“ kann man sich nochmal die ARD-Sendung „Heilung unerwünscht“ anschauen. Der wirkliche Skandal um diese „Dokumentation“ wird allerdings gar  nicht erwähnt,  denn dieser betraf eben nicht die böse Pharmaindustrie (… die sich nicht meiner besonderen Sympathie erfreut) sondern es ging um schlechte Recherche in Verbindung mit schamloser Eigenwerbung des vermeintlichen Enthüllungsjournalisten: alles detailliert nachlesbar mit vielen Links und Hinweisen bei der Stationären Aufnahme. Ist das noch vergleichsweise harmlos fallen andere Videos eher unter die Kategorie hirnlos, denn auch HIV/AIDS-Leugner werden verlinkt – und die widerliche „Neue Germanische Medizin“ des Antisemiten Ryke Geerd Hamer, die erst kürzlich wieder einmal den Tod eines Kindes zu verantworten hatte.

Unter „Wissenschaft“ gibt’s Desinformationen zu „Der Energie Irrtum – Erdöl und Erdgas sind unerschöpflich“, und ausgerechnet unter  „Verschwörungen“ scheint „Der letzte Beweis – Todesstreifen am Himmel (Chemtrails)“ am beliebtesten zu sein (seit wann gibt es Beweise bei Verschwörtungstheorien?). Neben viel Maya-Geblubber (unter „altes Wissen„), und einem Video zu „Freie Energie & Levitation“ (Vormachen bitte!) fehlen auch Quantengefasel („J.J. Hurtak:  Bewusstsein und Quantenkohärenz“) und – streng kreationistisches – Evolutionsbashing eines bibeltreuen Predigerclowns („Walter Veith – Kreation aka Evolution – Saeugetiere im Wandel“)  nicht. Schon blöd, dass die Bitte von Jörg Wipplinger so oft ignoriert wird …

Und so geht’s munter weiter. Neben den bereits erwähnten unsäglichen Videos werden die Bücher des Kopp-Verlags, braune Verschwörungssoße und die  Internet-TV-Sender jeet.tv und secret.tv empfohlen – um auf der Seite von wir-gemeinsam aufgeführt zu werden muss etwas scheinbar entweder besonders dummdreist, besonders falsch oder besonders unwissenschaftlich sein, wobei es nicht schadet, wenn’s ein wenig oder etwas mehr bräunlich schimmert. Die wenigen Ausnahmen (ja, es sind auch ein paar Videos verlinkt, die ich gut finde … … z.B. das Nachrichtenvideo von Charlie Brooker) wirken in diesem Umfeld eher verstörend.

Am besten gefiel mir übrigens, dass sich letzte Woche in der „Shoutbox“ von wir-gemeinsam folgender Dialog verfolgen liess (wobei ich vermute, dass der „Weltwolf“ eine mir bekannte Person aus den Reihen der Rhein-Ruhr-Skeptiker ist):

Weltwolf : Warum haben die Durchgeknallten mehr Zulauf als die Vernünftigen?

WIR-Redaktio : weil sich noch zu viele Menschen vom lautesten Geschrei, der größten Wortblase (Versprechungen) und dem schillernden Katzengold beeindrucken lassen, statt dem Flüstern des wahrhaft EINfachem zu lauschen und zufrieden zu sein

Weltwolf : Wir-gemeinsam, das sind die, die sich vom lautesten Geschrei, der größten Wortblase und dem schlillernden Katzengold (Versprechungen) beeindrucken lassen, statt dem Flüstern des wahrhaft Einfachen zu lauschen.

WIR-Redaktio : wie kommst du zu diesem Schluss/Einschätzung?

Weltwolf : Wir beschäftigt sich mit Wortblasen bzw. Versprechungen (siehe freie Energie), mit lautem Geschrei (Verschwörungstheorien) und hört nicht auf das Flüstern des Einfachen sondern verstrickt sich in komplizierte Widersprüche.

Statt einer Antwort gab’s einen anderen Kommentar …

Jens-L : alles Easy hier herrscht Meinungsfreiheit 🙂

… gefolgt von einem der üblichen, sinnlosen und schon tausend mal in verschiedener Abart gehörten Esoteriksätze

Jens-L : und nur weil man etwas für unmöglich hält heißt es ja nicht das es so ist 🙂 die Natur selbst ist ne freie Energie-Maschienerie wieso sollte das nicht auch umsetzbar sein in Form von Technik

Ach ja, Jens-L: Nur weil man etwas für möglich hält (und es sich vielleicht wünscht), muss es das nicht tatsächlich geben … … sobald irgend jemand die „freie Energie“ (oder was auch immer) demonstriert hat, dann kann man ja weiter reden. Bis dahin hat solches Gefasel bestenfalls den Wahrheitsgehalt des Märchens vom Froschkönig …  (oder behauptet tatsächlich jemand, das sei ein Tatsachenbericht gewesen, wobei der Frosch eigentlich ein Reptiloid gewesen sei, der durch den Kuss der Prinzessin zu einem Adonis mutierte …)





Briten verbieten Homöopathie?

24 02 2010

Die Überschrift im Ärzteblatt klingt ja richtig eindeutig:

Britische Politiker fordern Verbot der Homöopathie

Aber all den Verdünnungsfreaks sei gesagt, sie ist so nicht ganz richtig. Wie man der ausführlichen Stellungnahme des Parlamentsauschusses entnehmen kann geht es lediglich darum, homöopathische Mittel aus dem Leistungskatalog des NHS (National Health Service) zu entfernen. Die Gründe werden in der verlinkten Stellungnahme aufgeführt und sind natürlich ein wenig trocken formulier. Die britischen Homöopathen finden das erwartungsgemäß gar nicht gut und zeigen in ihrer Antwort, dass sie beim Lesen des Reports (275 Seiten) noch nicht auf Seite 7 (bzw. Seite13 im pdf) angekommen sind.„The committee did not entertain evidence of effectiveness, which is actually what patients care most about. “ kann eigentlich nur bedeuten, dass die Abschnitte zum Thema „The distinction betwen efficiacy and effectiveness“ und die folgenden Beschreibungen des Placebo-Effekts von der British Homeopathic Association entweder nicht gelesen oder nicht verstanden wurden.

Schöner (und kürzer) ist natürlich diese von dem Engländer Jake Archibald stammende und von Astrodicticum Simplex übersetzte Metapher zum Verdünnungswahnsinn. Die erklärt an einem einfachen Beispiel sehr schön wie Gespräche zwischen freundlichen Skeptikern und aktiven Glaubulisten üblicherweise ablaufen …