Prognosen 2013: Astrologen sammeln selbst

5 01 2013

Mit den Leuten der Online-Astrologie-Zeitung Loop! hatte ich in der Vergangenheit ja bereits das Vergnügen (hier und hier). Jetzt scheint man dort auch einmal tatsächlich irgendwie prüfen zu wollen, ob die Astrologie wirklich für Jahresprognosen taugt (wovon man dort natürlich überzeugt ist!). Am 22. Dezember 2012 hat Loop! deshalb dazu aufgerufen, doch eigene (astrologische) Texte zum Jahr 2013 zu schicken, an die folgende vier Anforderungen gestellt wurden:

1. Keine Aussagen ohne eine nachvollziehbare astrologische Begründung.

Klar, dass die Astrologen eine astrologische Begründung für die Aussagen fordern. Mir persönlich ist diese allerdings egal, erst einmal müssen die Aussagen in irgendeiner Form zutreffend sein, bevor mich die Methode näher interessiert.

2. Keine tendenziell negativen und angsterzeugenden Aussagen. Niemand möchte hören, dass die Welt jetzt eben 2013 untergeht.

Diese Anforderung ist meines Erachtens ein wenig eigenwillig. Wenn denn die Welt tatsächlich völlig überraschend untergeht und irgendjemand dies aus den Sternen „richtig“ (!!) vorausgesehen hätte, dann würde sich eine solche, richtige Prognose auf Grund ihres Inhalts disqualifizieren – warum diese Einschränkung? Aber egal, die Verantwortlichen von Loop! können natürlich für ihre Prognosensammlung auch gerne ihre eigenen Regeln aufstellen.

3. Alle gemachten Aussagen sollten weitestgehend eindeutig sein, d.h. die Aussage sollte beim Eintreten des Ereignisses  darauf beziehbar sein.

Genau! Diese Anforderung ist auch ein zentraler Punkt meiner Prognosensammlung. Die üblichen Blabla-Prognosen sind ja in der Praxis schlicht und einfach nicht zu prüfen, so dass diese Forderung wirklich nur zu begrüßen ist. Und das Beispiel dazu könnte fast von mir sein:

Wer glaubt, dass Dortmund auch 2013 deutscher Fußballmeister wird, sollte dies auch so ausdrücken, wer nur eine Tendenz für ein gutes Abschneiden sieht, benennt das dann eben so.

Ich hätte noch ergänzt, dass auch das „gute Abschneiden“ noch definiert werden muss. Um beim Beispiel zu bleiben: Wenn sich Dortmund nicht für die Champions-League qualifiziert, jedoch Pokalsieger wird – ist das dann „gutes Abschneiden“? Genau solche Abgrenzungen muss man aber treffen, wenn es denn darum geht tatsächlich zu zeigen, dass die Astrologie kann was sie behauptet. Ohne solche Abgrenzungen ist es schlicht unmöglich, die Qualität einer Prognose zu bewerten.

4. Alle üblichen Verdächtigen wie Nostradamus, die Mayas oder außerirdische Botschaften haben in einer astrologischen Prognose nichts verloren, jedenfalls nicht bei uns.

Auch diese Anforderung ist natürlich sinnvoll, wenn die Texte in einer Astrologie-Zeitung erscheinen sollen.

Bisher gibt es in dieser Sammlung zwei Texte. Der eine trägt den Titel „2013: Euro, Dollar + der Underground“ und stammt von Christian Frei, der andere heißt „2013 und die Bundesrepublik“ und wurde von Gerhard Himmel verfasst. Die Texte genügen wohl der ersten Anforderung und begründen ausführlich astrologisch (was ich nicht beurteilen kann und will). Auch bezieht sich keiner der Texte auf Nostradamus et al. – Anforderung 4 ist also auch erfüllt. Ein Weltuntergang wird auch nicht vorausgesagt – aber ob das reicht, um Anforderung 2 bereits zu erfüllen? Natürlich habe ich mir die Texte hauptsächlich im Hinblick auf die Anforderung 3 angeschaut …

Fangen wir mit dem ersten Text an. Dieser besteht zum Teil aus Ausschnitten eines älteren Textes des Autors und irgendwie finde ich einfach keine in irgend einer Weise prüfbare Aussage zum Jahr 2013. Oder ist das Folgende etwa als „Prognose“ anzusehen?

Es besteht die Möglichkeit, gerade im Jahr 2013, mit dem sich anbahnenden großen Trigon zwischen Jupiter, Saturn und Neptun, Kontinuität in einen Entwicklungsprozess zu bringen.

Und was bedeutet das jetzt? Wo sind die von den Loop!-Machern geforderten möglichst genauen Aussagen? Etwa das hier?

Deshalb bleibt die Bruchlinie zwischen Volk und Regierenden/Staat bestehen (nicht nur in Ägypten!), sie wird sich noch verschärfen und erst bei Pluto im Wassermann auflösen. Das dauert noch ein Weilchen, insofern sei ein gepflegter Underground angesagt, eine gepflegte Grauzone.

Ich fand den Text – gemessen an den Anforderungen von Loop! – schon sehr enttäuschend …

Gehen wir zum zweiten Prognoseversuch, erstellt mit meiner liebsten Astrologievariante: der „Hamburger Schule“. Diese greift für ihre Deutungen auf acht fiktive „Planeten“, „Wirkpunkte“ bzw. „Transneptuner“ genannt, mit wunderbaren Namen wie „Kronos“, „Hades“ oder „Admetos“ zu. Hier wird also aus nichtexistenten Planeten „gelesen“ … … aber vielleicht funktioniert’s ja – schauen wir uns also den Text an (an einigen Stellen habe ich die astrologischen Erklärungen durch ein […] ersetzt, da mich ja nur die Prognosen selbst interessieren).

Nach langen astrologischen Erklärungen (die natürlich hier sein müssen – siehe Anforderung 1), folgert der Autor für Deutschland:

Zusammengefasst deute ich für Deutschland als eines der vorrangigsten Thema des Jahres 2013, nämlich Altersarmut und Rente. Durch […] wird dies eine große Veränderung und Veränderung im Sinne der Gesetzgebung sein, gestützt noch durch das Sextil des Saturn im Skorpion und dem Trigon zu Kronos. Kronos= Staatsgewalt, bzw. Größe. Das große überhaupt.

Die Rente bzw. ihre Höhe, das Rentensystem und die in den folgenden Jahren wirksam werdenden Änderungen mit Rentenabschlägen und erhöhtem Renteneintrittsalter sind ja seit Jahren ein vorrangiges Thema in der deutschen Politik. Auch das Thema Altersarmut – in letzter Zeit von Ministerin von der Leyen auf die Agenda gesetzt – ist keineswegs neu. Ob dieses Thema vorrangig sein wird? Hmm – was heißt vorrangig? Wie kann man ermitteln, ob dieses Thema – möglicherweise im Wahlkampf, zur Verwendung in diesem eignet sich das Thema hervorragend – vorrangig ist oder nicht? Leider liefert der Autor hier keine Hinweise, so dass die Aussage irgendwie leer im Raum steht. Gehen wir zur nächsten Aussage:

Laut Hamburger Schule Skorpion im Sinne von Eingang, Produktion und Geburten. Der Saturn bringt hier einen Rückgang. Stier im Sinne von Ausgang: Konsum und Verbrauch, Todesfälle, Rückstände.

OK, was das jetzt bedeuten soll weiß ich wirklich nicht. Geht der Konsum zurück? Wenn ja wie stark? Sind 0,01% Rückgang dann schon ein Treffer oder etwa nicht? Und was bedeutet ein Rückgang der „Rückstände“? Aber weiter:

Es ist also mit viel Aufregung und Streit ([…]) – sozialen Unruhen zu rechnen, die mit dem ganzen Thema im Zusammenhang stehen.

Wie definiert der Autor „Aufregung“ und „Streit“? Was genau versteht er unter sozialen Unruhen? Müssen es Massenproteste sein oder reichen ein paar kleine Demos, die irgendwo im Lande durchgeführt werden? Die nächste Aussage ist ein wenig klarer:

Die allgemeine Wirtschaftskrise wird wohl 2013 stärker auch auf Deutschland sich auswirken und sich im Rückgang von Arbeitsplätzen ([…]) bemerkbar machen.

OK, aber auch hier wäre es interessant, ob es für das Eintreffen der Prognose, dass die Zahl der Erwerbstätigen sinkt, reicht wenn die Zahl z.B. nur um einige hundert sinkt, oder ob sich die Zahl schon um das ein oder andere Prozentchen reduzieren muss. Außerdem konterkariert der Autor diese Prognose gleich wieder:

Neptun als der Täuscher zeigt die Bemühungen an, die Öffentlichkeit darüber im Unklaren zu lassen oder zu täuschen.

Wenn also wirklich die Zahl der Erwerbstätigen sinkt, dann wird es der Bevölkerung nicht gesagt? Und wie soll das dann geprüft werden? Sinkt die Zahl der Erwerbstätigen ist’s ein halber Treffer (weil das mit dem Täuschen dann nicht gestimmt hat), steigt die Zahl kann man immer noch behaupten sie wäre eigentlich gesunken und die Verantwortlichen hätten die Information unterschlagen (doppelter Treffer).

Der Autor wendet sich nun einem Standardthema der Prognostiker zu:

[…] ist auch ein Hinweis auf Überschwemmungen, Uranus am Aszendenten für plötzliche Einbrüche z.B. Naturkatastrophen. […] zieht sich geographisch von Stockholm über Berlin, durch den italienischen Stiefel, über Tripolis bis nach Südafrika. Auf dieser Achse ist also vermehrt mit Überschwemmungen zu rechnen. Damit auch für Deutschland.

Was heißt „vermehrt“? Wie zählt man das? Der Autor traut sich sogar, Zeiträume anzugeben:

Überschwemmungsgefahr für Deutschland besteht im März, […]. Außerdem im Juni, Juli, […].

Auch hier wieder die Frage: Wann ist das ein Treffer, und wann nicht? „Überschwemmungsgefahr“ besteht ja eigentlich immer, insbesondere zur Schneeschmelze im Frühjahr. Wie hoch muss das Wasser wo steigen, damit diese Prognose als erfüllt gilt? Reicht eine lokale Überschwemmung – zum Beispiel in einem Dorf im Allgäu – oder muss schon einer der größeren Flüsse betroffen sein? Auch hier ist die Aussage schwammig und beinhaltet kaum Prüfbares. Außerdem muss man schon fragen dürfen, ob dies nicht gegen die Anforderung 2 (keine angsterzeugenden Aussagen – wer am Mittelrhein, in Passau oder ähnlichen, von Hochwasser bedrohten, Orten wohnt, bei dem kann eine solche Prognose durchaus Angst erzeugen).

Als Nächstes liefert der Autor noch zwei Zeitfenster für die oben erwähnten Unruhen:

Was die Unruhen betrifft, so ist verstärkt damit zu rechnen, wenn das Laufende Uranus Quadrat zum Asz BRD exakt wird (ab 20.Feb) exakt wird und Ende März […]. Kritisch ist auch Ende Mai, […].

Was der Autor unter Unruhen versteht bzw. wie er die Prognose ggf. verifizieren will steht auch hier nicht. Immerhin gibt es am Ende noch eine Aussage, die meines Erachtens vielleicht ein wenig prüfbar ist:

Zur Zeit der Wahlen im September, steht der Deszendent der BRD in der Mitte zwischen Kronos und Hades laufend = ein Hinweis das die alten Staatsgewalten ein Schwergewicht haben, Außerdem Saturn am MC der BRD. Für mich beides Hinweise dass die Wahl eher konservative Kräfte bevorzugt. Pluto als Signifikant der Wandlung hat dann nicht so eine starke Konstellation aufzuweisen, daher vermute ich, es ändert sich nicht wirklich viel in der Regierungsführung.

Wenn ich das richtig verstehe, soll also die aktuelle Regierungskoalition durch die Wahl bestätigt werden. Das hätte der Autor natürlich auch ganz einfach schreiben können – oder zum Beispiel angeben, mit welcher Wahrscheinlichkeit er mit einer Fortsetzung dieser Koalition rechnet. Dass er am Ende das Wort „Regierungsführung“ benutzt macht aber ein wenig stutzig. Denn selbst wenn sich die Regierung ändert, also eine andere Koalition an die Macht kommt, kann man ja immer noch behaupten, die „Regierungsführung“ an sich habe sich nicht geändert.

Fazit: Ich finde es gut, dass man bei Loop! ein paar Anforderungen an zu veröffentlichende Prognosen stellt. Insbesondere Anforderung 3 finde ich richtig und wichtig, wenn auch – wie oben angemerkt – unvollständig. Leider werden die beiden bisher veröffentlichten Texte dieser wichtigen Anforderung an eine Prognose nicht gerecht, da genau das fehlt, was der Autor des Aufrufs mit seinem Fußballbeispiel – zumindest halbwegs – demonstrierte: die Abgrenzung von Treffern und Nichttreffern schon beim Stellen der Prognose.

(Das waren Nr. 28 und 29 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2013)





Das Blairblabla für 2013

4 01 2013

Neben Nikki Pezaro hatte ich auch schon im letzten Jahr den Vielprognostiker Blair Robertson beobachtet. Fast jede Woche veröffentlicht er 3 bis 4 Prognosen (in letzter Zeit häufig 3 auf seinem Blog und eine per Mail), die so allgemein gehalten sind, dass er sich bisweilen sogar einen Treffer gutschreiben mag. Das ist allerdings nichts Besonderes, bei Prognosen wie den Folgenden:

  • I predict a massive building collapse in Asia before the year end. Likely China, but I am not sure of cause. (datiert auf den 24. September 2012 – dass binnen drei Monaten irgendwo in Asien aus irgendeinem Grund ein Haus zusammenbricht ist in etwa so unwahrscheinlich wie die sich ausbreitende Dunkelheit zur Abendstunde)
  • I predict a series of tremors affecting either Fiji or Tonga within ten days. (datiert auf den 23. Oktober 2012 – Fidschi und Tonga liefern permanent Erdbeben, aktuell gab es eines der Stärke 4,8 in der Nähe der Fidschi-Inseln am 29.12.2012 und eines der Stärke 4,7 bei Tonga am 30.12.2012 – warum habe ich nur Fidschi für meine richtige Prognose für 2010 verwendet???)

Für 2013 hat er sich auch wieder allerlei Belanglosigkeiten und – natürlich – ein paar Katastrophen ausgedacht. Im Detail geht es zunächst ums Boxen …

  • I predict a boxer will be killed in the ring (or die shortly thereafter) within the year.
  • I predict a famous boxing legend will pass this year.

… dann folgt eine etwas überraschende Promiprognose, …

  • I predict that Rihanna and Chris Brown will get engaged.

da Chris Brown sich Rihanna gemäß eines Gerichtsurteils nicht mehr nähern darf. Der Rest ist dann der übliche Mix aus vagem Katastrophengeraune …

  • Watch for news of a propane tank explosion on the east coast of the US that destroys a “complex” in January
  • I predict another very large earthquake for Japan and subsequent tsunami within 60 days. I pray I am wrong.
  • I predict fewer tornadoes for the USA, but those that do hit will be much more devastating in their power. A possible large one for western Ontario in late April.
  • I predict generally bad weather for the southeast and a hurricane that makes landfall in Florida this fall.
  • I predict unusual levels of volcanic activity around the Pacific Rim, particularly mid 2013.
  • Watch for news of mine disaster in China within 3 months. Many deaths.
  • I’m seeing a massive space collision or accident affecting satellites and communications.

… und einigen deutungsbedürftigen Belanglosigkeiten (es sind sogar gute Nachrichten dabei!):

  • 2013 will see the passing of a number of former world heads of state as well as their spouses.
  • Japan and China tensions will greatly escalate in the spring.Worldwide,
  • I predict we will see more mysterious mass bird deaths and tens of thousands of fish washing up on shore throughout the year. Conspiracy theories will abound.
  • I predict a breast cancer breakthrough.
  • I’m seeing an animal removed from the endangered species list this year. I hope it is for a positive reason.
  • I predict there will be an unusual amount of people reporting that their diabetes has disappeared. I don’t know if this is a “breakthrough,” but it will puzzle the medical profession.
  • I predict the next doomsday “fad” will be Solar Flares.

Da er letztes Jahr dem amerikanischen Vizepräsidenten Demenz prophezeit hat, darf natürlich diese Prognose nicht fehlen:

  • I predict it will be revealed Vice President Joe Biden has been under medical care for senile dementia. I predicted his ailment back in 2012.

Immerhin zeigt der Mann manchmal ein wenig Humor:

  • Fashion tragedy: I predict the return of mesh shirts for men. (das sind Netzhemden)
  • I predict that the world will not end in 2013. I stake my professional reputation on that. If wrong, I will stop issuing predictions.

Dass er sich in seinen wöchentlichen Prognosen zu genaueren Aussagen hinreißen lässt ist nicht zu erwarten. Er wird aber sicher wieder gerne auf seine vermeintlichen Treffer hinweisen …

(Das war Nr. 27 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2013)





Frau Teissier schwurbelt sich durch das Jahr 2013

3 01 2013

Elizabeth Teissier – Entschuldigung – Frau Dr. Elizabeth Teissier (mehr zu ihrem Doktortitel) hat 2012 ein Buch veröffentlicht, das mir freundlicherweise von einer Leserin dieses Blogs überlassen wurde (Vielen Dank dafür). Neben Horoskopen für die einzelnen Sternzeichen für die Jahre 2012-2016 gibt es auch einen dreieinhaldseitigen allgemeinen Text zum gerade begonnen Jahr, der mit folgendem kryptischen Titel überschrieben ist:

2013: Ein großer, kanalisierter Umbruch

Wer aber glaubt, Frau Teissier würde jetzt beschreiben, welcher Art dieser „große Umbruch“ sei, und wie dieser denn von wem kanalisiert werden soll, der befindet sich auf dem Holzweg. Nach einer Portion Astroblabla (Beispiel: Wenn die Energien von Pluto und Uranus aufeiananderprallen, kommt es zu einer Kollision von Planetenriesen, die gar nicht anders als explosiv sein kann […] – ich wußte gar nicht, dass Pluto ein Riese ist …) fängt sie folgendermaßen an:

Das Jahr 2013 beginnt durch Pluto/Uranus in Verbindung mit dem Nordknoten sehr stark.

Äh was?

Nun kann alles eintreten, wofür Uranus/Pluto zuständig ist, und eine mächtige, kollektive Dimension annehmen.

Meines Wissens sind Uranus und Pluto für gar nichts zuständig …

Denkbar sind Ereignisse in Zusammenhang mit Atomkraft, dem Erdöl, Vulkanausbrüche, Erdbeben, aber auch ein möglicher planetarer Bug im Internet durch Uranus, den Planeten der Kommunikation.

Sind die Bugs nicht normalerweise das Ergebnis suboptimaler Programmierung? Bei Frau Teissier programmiert scheinbar der Uranus …

Im Frühjahr 2013 erleben wir einen konstruktiven Aspekt, der auf Reformen hoffen lässt; dank des konstruktiven und reformerischen Aspekts, der bereits Ende 2012 vorhanden sein wird, versucht man Lücken zu schließen, Schäden zu reparieren.

Und schon wieder so eine Sensation: Man versucht Schäden zu reparieren …

Ein relativ destabilisierender Mai also, umso mehr, als auch Europas Zyklus davon betroffen ist (Ende Mai): Die europäische Entität hat Probleme, Harmonie und Ausgewogenheit zu finden. Eine weitere schwierige Phase folgt Ende Juni und begleitet möglicherweise entweder eine größere Luftfahrtkatastrophe oder bedeutende Währungs- und Wirtschaftsprobleme. Setzen wir darauf, dass es sich auf jeden Fall um ein kollektives Ereignis handeln wird, das die ganze Welt betrifft.

Wir lernen: Europa hat einen Zyklus und eine Entität. Und es wird etwas passieren …

Es folgt Geschwafel über Russland, ein paar Selbstbeweihräucherungen und eine irgendwie ruhigere Phase in den nächsten Monaten. Sie schreibt von „großmütigen Öffnungen“ und „solidarischeren Gesetzen“ und sieht die Zeit günstig für „Maßnahmen, die der Mehrheit zugute kommen„. Später im Text wird das Ganze allerdings wieder infrage gestellt (… der böse Jupiter!) und sie faselt irgendetwas von Polizeistaaten und Diktaturen.

Immerhin liefert sie am Ende doch noch so etwas wie eine Prognose, herbeifantasiert aus der üblichen Katastrophengrabbelkiste:

Das letzte Vierteljahr könnte von einer Welle an Epidemien und verschiedenen Umweltverschmutzungen bestimmt sein, aber auch von anarchistischen Ausschreitungen, deren Nachwirkungen bis zum Sommer 2014 reichen werden.

Insgesamt ist das Ganze schlicht und einfach Bullshit. Das gilt natürlich nicht nur für diesen Text über 2013, auch der Rest dieses Buches (2012-2016 Weltkrise und Neubeginn, ISBN 978-3-86882-250-2) ist mehr als lächerlich. Astroblabla, allgemeine Nonsenstexte, konjunktivlastige Pseudoprognosen und die immer wieder eingeworfenen Selbstbeweihräucherungen (auch ihre 2011-er Fehlprognose zu Dominique Strauss-Kahn versucht sie schön zu reden – ja sie hätte ihm sogar trotzdem die Präsidentschaft zugetraut …) machen das Lesen dieser 400 Seiten (davon über 200 Seiten für die Horoskope der einzelnen Sternzeichen) zu einer Dauerübung im Kopfschütteln. Will die Frau angesichts solcher Texte wirklich ernst genommen werden?

(Das war Nr. 26 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2013)





Noch mehr Labertaschenprognosen für 2013 …

3 01 2013

Auch in der BILD am Sonntag durften ein paar Astrologen über das Jahr 2013 schwadronieren. Bei diesem „Astrologengipfel“ fanden sich ein paar alte Bekannte aus dem Astrowochengeblubber wieder: Erich Bauer, Michael Allgeier und Antonia Langsdorf. Dazu mit Sabine Woelky noch eine Astrologin, die sich nahtlos in die Riege dieser Nichts-aus-den-Sternen-lesen-Könner einreiht. Beispiele gefällig? Bitteschön! Eine wunderbare Sequenz (mit meinen Kommentaren in rot)

BILD am SONNTAG: Der Mond steht vor allem für Gefühle. Erwartet uns ein harmonisches Jahr?

ERICH BAUER: Es wird auf jeden Fall ein wechselhaftes Jahr, manches unterliegt starkem Wandel, sowohl politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich gesehen, aber auch bezogen auf die individuelle Entwicklungen der Menschen. Meine Antwort lautet also: Eher nein . . . (Blablabla)

CHRISTIANE WOELKY: . . . weil der Mond auch launisch ist. Mal voll, mal halb, mal gar nicht zu sehen. Wichtigster Rat: Nicht starr an alte Gewohnheiten klammern, sondern loslassen lernen. (Äh ja, das mit dem Wechseln zwischen voll, halb und gar nicht zu sehen macht der Mond doch jedes Jahr, was soll also dieser Satz????)

ANTONIA LANGSDORF: Es gilt, 2013 das Glück zu entdecken, das jenseits von Geld, Karriere und Konsum liegt. (Na herrlich! Und welches Glück ist das ihrer Meinung nach, Frau Langsdorf???)

Aber es geht ja noch weiter, und immer im gleichen Stil.

BamS: Findet die Euro-Krise zu einem guten Ende?

MICHAEL ALLGEIER: Pluto steht 2013 und 2014 auf der Sonne des Euro: Pluto bedeutet Transformation und Tod, die Sonne steht für das Leben. Die schwerste Krise steht noch bevor, ob unsere Währung diese zwei Jahre überlebt, ist fraglich. (… und was hat Herr Allgeier jetzt aus den Sternmen gelesen? Überlebt der Euro jetzt? Oder doch nicht?)

CHRISTIANE WOELKY: Es kann gut sein, dass Griechenland die Euro-Zone noch verlässt. (Auch hier: Bitte eine Prognose Frau Woelky, ein Ja oder ein Nein!!!!!)

ANTONIA LANGSDORF: Wenn wir bis 2014 durchhalten, haben wir die Krise überwunden. (… das hat Frau Langsdorf schon mal angemerkt …)

Bei der Frage nach der Bundestagswahl finden sich immerhin drei Prognöslein, wobei die beiden Damen auf eine Große Koalition setzen::

BamS: Wer gewinnt die Bundestagswahl 2013, Angela Merkel oder Peer Steinbrück?

ANTONIA LANGSDORF: Merkel ist Krebs, Steinbrück ist Steinbock. Zusammen funktionieren die beiden Sternzeichen wie ein Traumpaar. Ich glaube, es kommt zu einer Großen Koalition. (Oha! Frau Langsdorf glaubt! Und was sagen die Sterne?)

CHRISTIANE WOELKY: Beide haben zur Bundestagswahl gute Sterne, aber Angela Merkels stehen noch ein bisschen besser. Demnach schafft sie es, oder bleibt bei einer Großen Koalition zumindest Kanzlerin. (Merkel bleibt uns also erhalten)

MICHAEL ALLGEIER: Am Wahltag haben wir den Mond im Stier, das steht für die Erhaltung des Status quo. (Das heißt wohl, dass auch die bisherige Koalition gemäß Herrn Allgeier weiter regieren wird – oder habe ich das falsch verstanden?)

Ansonsten gibt es noch ein wenig Promiblabla (wobei sich bei der Frage nach einer Schwangerschaft im monegassischen Fürstenhaus Woelky und Bauer nicht einig sind, während Langsdorf und Allgeier der Schwedenprinzessin Madeleine von der geplanten Hochzeit abraten) und das wars dann.

Sandra Schiffer nennt sich „Dozentin“, ist aber eigentlich – so sagt sie selbst – „Berufshexe“. Für ihre Heimatstadt Duisburg sagt sie voraus:

„Im neuen Jahr“, so prophezeit das Medium vom Dellviertel, „wird es eine große Hilfe von Außen für diese Stadt geben, eine finanzielle Wohltat, die uns alle weiterbringt.“ Die Karte „Rad des Schicksals“ zusammen mit der Karte „Harmonie“ sagen ihr das ganz genau. Dann muss es ja stimmen. Das Universum, so sagt sie, hält für diese Stadt eine großen Geldsack bereit. Wunderbar!

Sie weiß aber auch, was mit diesem „Geldsack“ nicht gebaut wird:

A propos Geldsack: Könnte der dann nicht auch beim furchtbaren Murkel-Bau „Mercatorhalle“ hilfreich sein? Wann erklingt hier wieder Musik der Philharmoniker? Oh, der Blick der Kartenleserin, er verfinstert sich, sie starrt auf einzelne Karten mit den symbolträchtigen Namen „Fünf der Kelche“ und „Münzritter“, die sie so eben auf den Glastisch geblättert hat und sie orakelt: „Hier kann eigentlich nur noch ein Wunder helfen, dass im Jahr danach wieder die Musik erklingt.“ Au weh, selbst der verschobene Neueröffnungstermin vom Sommer 2014 steht also auf wackligen Füßen, um den Pfusch am Bau in der Mercatorhalle komplett zu beseitigen? „Es fehlt das Geld, ein Münzritter, ein großzügiger Sponsor muss sich finden.“

Die Lübecker Nachrichten hatten nicht nur Martina Kaczmarek ins Rennen geschickt, mit Angelika Lindenau-Hoos darf auch im Lokalteil der Stadt Lübeck eine Wahrsagerin die Zukunft erpendeln:

Auch für die Zukunft Lübecks hat die Wahrsagerin nun das Pendel geschwungen. Zwar bestehe zwischen Elementen wie Wirtschaft, Kultur oder Wissenschaft viel Konfliktpotenzial im kommenden Jahr, es gebe aber auch viel Hoffnung für die Stadt. So sehe sie etwa in 2013 einen großen asiatischen Investor in der Hansestadt investieren. „Das bringt Lübeck wieder weiter voran“, sagt sie. Und ohnehin würde das viele Wasser, das Lübeck umgibt, positive Energien in die Stadt leiten — auch wenn im Mondjahr 2013 mit viel Hochwasser zu rechnen sei.

Ein asiatischer Investor also in Lübeck und Duisburg erhält unverhofft Geld – wer’s glauben will …

(Aktueller Zwischenstand: 25 Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2013)





Labertaschenparade 2013: Ganz viel Nichtssagendes aus ganz Deutschland

31 12 2012

In verschiedenen Zeitungen ist es seit Jahren üblich, zum Jahresende zur lokalen (vermeintlichen) „Wahrsagergröße“ (ein Widerspruch in sich) zu gehen und nach dem neuen Jahr zu fragen. Hier eine kleine Auswahl aus den verschiedensten Zeitungen.

Beginnen wir im hohen Norden, bei den Lübecker Nachrichten. Dort darf eine alte Bekannte die Zukunft auspendeln: Martina Kaczmarek! Sie sagt einen trockenen Sommer voraus, und der bringe „nicht nur einige kleinere Brände, sondern auch Ungeziefer.“ Und sonst? Es soll für die Bienen und die Obstbauern ein gutes Jahr werden, Anfang des Jahres droht Dauerfrost (Wow, wie überrachend!) und ansonsten wird die CDU die Kommunalwahlen gewinnen, aber auch die Piraten würden den Kreistag entern. Beim Blick auf ganz Deutschland bleibt Frau Kaczmarek auch vage:

„Die Kriege im Nahen Osten werden bleiben“, sagt Martina Kaczmarek. Die Welt werde nicht klüger. Anderswo schmelzen die Eisberge und werfen große Klumpen ab.

Und auch zur Bundestagswahl äußert sie sich noch:

Bei der Bundestagswahl verlieren die Großen weitere Anteile. „Ich sehe jemanden dazukommen, aber niemanden herausgehen.“

Dazu wird dann noch ausgiebig ihr vermeintlicher Treffer bei der Suche nach einem vermissten Bergsteiger erzählt – allerdings in der Heldenversion der Frau K.. Allzu viel hat sie ja nicht erpendelt …

Der Westen und die Welt bedienen sich einer dapd-Meldung, die die Prognosen eines „Orakel von Delitzsch“ mit Teilen meiner aktuellen Prognoserückschau mixt. Autorin der Prognosen ist Birgit Vildebrand – eine Kartenlegerin. Sensationelles hat sie allerdings auch nicht zu bieten:

„Steinbrück wird Vize-Kanzler“, sagt die 52-Jährige plötzlich. „Ich hab’s in den Karten gesehen.“

Aha, es soll also eine große Koalition geben … … und dazu noch zwei absolut unprüfbare Sätze:

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso kümmere sich lieber um sein Privatleben als um die Euro-Krise. Und der gebürtige Görlitzer Ex-Kicker Michael Ballack leide angeblich an Selbstzweifeln, da er sein Karriereende nur schwer verkrafte.

Also auch hier wieder wunderbares Blabla …

Beim Berliner Tagesspiegel dürfen gleich drei selbst ernannte Zukunftskenner ans Werk. Malkiel Rouven Dietrich ist einer von ihnen, noch so ein alter Bekannter. Und was weiß er über Berlin:

„Große Vielfältigkeit, aber auch ein Skandal-Horoskop – Berlin ist herb und hat wenig Stil.“

Äh, naja – und was bedeutet das jetzt? Nun aber mal ein wenig mehr Details:

BER könne man vergessen, sagt Dietrich, er sehe eine Fertigstellung in der zweiten Jahreshälfte 2014. Der Spatenstich zum Bau, es war der 5. September 2006, sei „astrologisch ein Fass ohne Boden“ gewesen. Ein „Fluchhafen“ wird da gebaut. Auch die Planeten des Regierenden Bürgermeisters hat Dietrich mit seinem Rechner im Blick: „Ab Juli 2013 lastet eine gravierende Jupiterspannung auf seiner Sonne“. Soll heißen: Wowereit müsse mit Unbeliebtheit kämpfen und den BER durchboxen. Er bleibe aber im Amt.

Sensationell! Jetzt, wo der Termin zur Eröffnung des neuen Flughafens seit Monaten gefährdet scheint sieht auch Dietrich dort Probleme. Aber immerhin: Mit der zweiten Jahreshälfte 2014 wagt er sogar so etwas wie ein Prognose.

Seine Kollegin Nanny Tober widerspricht ihm ein wenig bei astrologischen Feinheiten, und bezeichnet irrwitzigerweise den Flughafen für 2014 (!!!) als „Unglückskind“. Und was bedeutet das jetzt?

Etwas konkreter ist da Kerstin Rossbander. Sie geht davon aus, dass der Flughafen im nächsten Jahr eröffnet wird:

„Rund um den Flughafen wird es 2013 noch viel Ärger geben – aber er wird im Herbst eröffnet. Ich spüre, dass Köpfe rollen werden.“

Beim Wetter ist sie weniger optimistisch:

„Der Januar wird sehr kalt, danach suppt es aus, dunkel und nass. Auch wenn die Techniker bei der S-Bahn mit großen Vorhaben herangehen, werden sie es nicht schaffen, Ausfälle zu verhindern.“

Bleiben die Voraussagen zur Hertha und ihren Chancen auf den Wiederaufstieg in die Bundesliga:

Was den Aufstieg der Hertha in die erste Liga angeht, so sind die Seher uneinig. Keinen Aufstieg sieht Rossbander. Die Spieler seien zu eitel – „ihr Zusammenhalt wirkt auf mich hoppelig, beinahe verkrampft“. Astrologe Dietrich hingegen sieht einen Erfolg vorher: „Die Hertha schafft’s! Und bleibt auf Erfolgskurs.“ Allein Tober möchte sich nicht ganz festlegen: „Ich sehe, dass sie knapp den Aufstieg schaffen. Es ist etwas dunkel, aber am Ende könnte ein Tor entscheiden.“

Genau! Ein Tor wird entscheiden – es geht ja auch schließlich um Fußball …

Das Mindener Tagblatt bietet mit der Kartenlegerin Silvie Kollin eine bekannte Kartenlegerin auf, die im Sommer mit Frau Maischberger plaudern durfte. Eigentlich ärgert mich dieses Interview – hatten die Leute vom Mindener Tagblatt doch zur EM den ganzen Orakeltierwahn mit ihrem „Blechnager“ wunderbar karikiert. Aber Frau Kollin sagt sowieso nichts – aber auch wirklich gar nichts. Sie traut dem SPD-Kandidaten den Wahlsieg in NIedersachsen zu … … und prophezeit für Doris Schröder-Köpf: „Das wird ihr Jahr.

In der Augsburger Allgemeinen durfte – wieder einmal – Ramona Kreis etwas zum folgenden Jahr sagen. Das Geschlecht des Kindes von William und Kate sagt sie natürlich nicht voraus – ihre Ausrede, dass dies Unglück bringen würde, ist allerdings überraschend. Weiter haben ihr die Sterne geflüstert, dass

  • Prinz Harry sich noch nicht für eine Frau entscheiden kann
  • das ZDF „Wetten dass“ nicht absetzen wird
  • Markus Lanz weiter „Wetten dass“ moderiert
  • der FC Augsburg nicht Meister wird (!!!!!!!!!)
  • Angela Merkel in jedem Fall Kanzlerin bleiben wird
  • die CSU die Bayernwahl gewinnt, aber nicht die absolute Mehrheit erreicht.

Den Fans des FC Bayern München empfiehlt sie übrigens Beten:

Ich habe die Bärenkarte gezogen. Das ist eine kraftvolle Karte, die zeigt, dass es die Bayern durch ihr Können und ihren Ehrgeiz schaffen können. Leider habe ich keine Glückskarte gezogen. Und genau das – Glück – wird entscheidend sein. Die Fans des FC Bayern müssen zur Göttin Fortuna beten.

Immerhin – Frau Kreis ist von den hier zitierten die Mutigste …

Aktuelles Fazit für 2013: Neben den sieben weitgehenden Prognoseverweigerern hier waren es bisher acht + fünf + eins + eins, also insgesamt 22 Astrologen, Pendler, Hellseher … … aber es kommen garantiert noch ein paar mehr.





Nikki did it again

27 12 2012

Ich hatte ja schon hier am Ende gefragt, ob Nikki Pezaro, das kanadische Medium, das ihre Prognosen gerne aus Hollywoodbüchern klaut, schon etwas vorausgesagt hat – inzwischen hat sie sich wieder ins Zeug gelegt und ihre übliche, lange Prognoseliste weitgehend aus den Vorjahren kopiert veröffentlicht. Allerdings sind ihre Prognosen für 2013 ziemlich enttäuschend. Solche Knaller wie aus den Vorjahren bekannt fehlen heuer weitgehend:

  • A live Dinosaur from ancient times (thousands of years old) will be captured (2004, World Predictions Nr. 10)
  • A species like Bigfoot half human half animal will be capture alive in Washington State. (2004, World Predictions Nr. 21)
  • A UFO will land near the Potomac River in Washington, DC. (2007)
  • A new King Kong will emerge in the jungles of Costa Rica. (2007)
  • Loch Ness monster will be captured. (2009, World Predictions Nr. 13)
  • Giant bats will attack a city in South America. (2010, World Predictions Nr. 14)

In diesem Jahr scheint sie sich weniger mit Hollywood beschäftigt zu haben, denn nur Prognose 16 aus den World Predictions scheint mir neu und deutet eindeutig auf einen Film („Der kleine Horrorladen„) hin:

  • Man-eating plants.

Ansonsten gibt es das Übliche: Neben Kopien aus den Vorjahren der übliche Terror und alle Arten von Naturkatastrophen. Beim Terror nennt sie ein paar Städte und Länder, darunter sogar den Frankfurter Flughafen (in Klammern die Prognosenummer aus den „World Predictions):

  • chemical attack on the United States (4),
  • Nuclear attack on New York. (10)
  • Terrorist attack at the Empire State Building. (11)
  • Terrorist attacks in Washington, New York, California, Chicago, Toronto and India. (33)
  • A terrorist attack at Frankfurt Airport. (85)
  • A terrorist attack in Toronto. (109)
  • Terrorist attack in London, England. (115)

Dazu gibt es jede Menge Überschwemmungen, eine Prise Waldbrände und dazwischen immer wieder völlig Sinnloses:

  • Contaminated bodies of water in major cities. (13)
  • A person falling into a large aquarium being killed by fish.(56)
  • A famous person will get eaten by a grizzly. (62)
  • Live turtles in a plane. (66)

Ein paar Kriege gefällig? Bitteschön:

  • Civil War will break out in the USA. (23)
  • Northern Ireland, Belfast and Dublin at war again. (24)
  • Iran and Israel at war attacking each other. (31)
  • North and South Korea attacking each other. (32)
  • Indi and Pakistan at war. (111)

Etwas gewagt ist natürlich diese Prognose …

  • Cuba and Puerto Rico becoming part of the USA. (19)

… zumindest soweit es Kuba betrifft. Fehlen nur noch die Erdbeben, Erdbeben mit Tsunami und noch mehr Erdbeben. Das fängt schon bei ihren „World Predictions“ an …

  • A huge earthquake in the Caribbean. (15)
  • Seattle, Washington in ruins after a large earthquake. (17)
  • A 9.1 earthquake hits Moscow, Russia. (27)
  • A huge earthquake in St. Louis, Missouri, Chicago and Tennessee. (37)
  • A huge earthquake and volcanic eruption in Hawaii. (38)
  • A gigantic earthquake in California. (39)
  • Another catastrophic earthquake in Japan. (43)
  • Giant earthquake in Grand Canyon and Yellowstone Park. (44)
  • Earthquake affecting the Great Lakes. (46)
  • Earthquake in Egypt, destroying part of the pyramids. (50)
  • An Algerian earthquake. (71)
  • Major earthquakes Washington, Oregon, British Columbia and Alaska. (93)

… und findet in den „Wild Weather Predictions“ seine Fortsetzung. Von 24 Voraussagen dort beschäftigen sich 17 eben nicht mit dem Wetter sondern mit Erdbeben und Tsunamis:

  • Earthquake in New Zealand, Australia. (1)
  • Earthquake in the British Isles. (3)
  • Earthquake in New York City and Memphis, Tennessee. (5)
  • A gigantic earthquake in California. (7)
  • An earthquake of great magnitude wiping out Mexico City. (8)
  • An earthquake in Utah. (9)
  • Large earthquake and tornadoes in Quebec, the Niagara region, and in Ontario. (10)
  • Earthquake in Lake Tahoe, San Francisco, San Diego, and Los Angeles. (11)
  • Earthquake in Seattle, Washington. (14)
  • Earthquake in Oregon. (15)
  • Tsunami in Malibu. (17)
  • Russian earthquake. (19)
  • Giant earthquake in Japan along with another tsunami. (20)
  • Tsunami in Alaska, Russia, and Hawaii. (21)
  • Another earthquake effecting New York City, Washington, Maryland, and Virginia. (22)
  • Earthquake in Iran. (23)
  • Earthquake in Los Vegas and Grand Canyon. (24)

Tja, Frau Pezaro hat auch bei ihren Prognosen für 2013 die ganz schwarze Brille aufgesetzt. Und ich sage voraus, dass sie sich auch 2013 nicht trauen wird, die bereits 2011 von der James Randi Foundation ausgesprochene Einladung zum Test ihrer Fähigkeiten anzunehmen …





Börsenkatastrophe 2013? Ein Astrologe will es schon wissen!

26 12 2012

In der schweizer Zeitung Blick (der Focus hat die Meldung übernommen) durfte kurz vor Weihnachten ein Astrologe einen Blick auf das nächste Börsenjahr werfen – und was sagt er voraus:

„Für 2013 sehe ich schwarz.“

Uiuiuiui – das ist ja ganz etwas Besonderes. Ein Astrologe sieht schwarz! Das hatte er übrigens schon häufiger gemacht, denn

Der 38-Jährige erwartete für 2008 und 2010 eine grosse Depression wie 1931 in seiner Heimat Österreich. Und bekam recht.

Tatsächlich? Gab es wirklich 2008 und 2010 eine große Depression in Österreich? Schauen wir ‚mal ins Anleger-Lexikon und suchen den Begriff „Depression“:

Ein nachhaltig konjunktureller Niedergang der Wirtschaft wird als Depression bezeichnet. Ein solcher Niedergang äußert sich in einem erheblichen Rückgang des Sozialprodukts, hoher Arbeitslosigkeit und Deflation. Die letzte Depression fand in den 30er Jahren statt.

Schauen wir doch einfach ‚mal die Daten an:

  • Das Bruttosozialprodukt stieg in Österreich in 2008, fiel in 2009 und stieg in 2010 erneut.
  • Die Arbeitslosenquote lag in Österreich 2008 bei 5,9%, stieg 2009 auf 7,2% und fiel 2010 auf 6,9%.
  • Und eine Deflation gab es auch nicht – wenn man sich den Verbraucherpreisindex (diesen oder diesen) anschaut, dann sank dieser zwischendurch in einzelnen Monaten (2008, 2009, 2010 und 2011) gegenüber dem Vorjahr, stieg aber im Jahresdurchschnitt immer an.

OK, warum bei einer Zeitung solche Daten nicht sofort überprüft werden, und stattdessen lieber den Selbstbeweihräucherungen des Astrologen geglaubt wird, das verstehe ich wirklich nicht.

Immerhin kennt der Herr Astrologe die Schuldigen an der Krise, es sind Saturn und Neptun:

Zu mehreren Dutzend Indikatoren, denen er folgt, gehört die Himmelsstellung von Saturn und Neptun. Die sogenannte Trigon-Konstellation der Planeten deute das Platzen einer Finanzblase an. Sie trete im kommenden Juni/ Juli auf.

… und die waren auch am Platzen der Immobilienblase 2007 schuld …

Letztmals lagen die beiden Planeten im Februar und Juni 2007 in jenem Winkel. Prompt platzte die Immobilienblase. Die Aktienmärkte erreichten ihr Allzeithoch. Zimmel empfiehlt Investoren in der jetzigen Phase, am besten alles zu meiden: Staatsanleihen sowieso, aber auch Gold und den Schweizer Franken.

Ach ja, und was erwartet der Sterndeuter konkret:

Die anstehende wirtschaftliche Depression werde grösser sein als in den 1930er-Jahren, weil die heutige Verschuldung höher sei als damals.  Trotz düsterer Aussichten ist Zimmel überzeugt, dass geschickte Anleger gut verdienen können.

Größer als in den 30er Jahren? Glaubt der Mann tatsächlich dass zum Beispiel die Industrieproduktion in den USA um knapp die Hälfte und in Deutschland um 40% fallen wird, wie zum Höhepunkt der damaligen Krise?





Die acht Astrologen von der Astrowoche (Labertaschen reloaded)

22 12 2012

Schon für die Prognosen für 2012 hatte ich einen ausführlichen Artikel aus der Astrowoche berücksichtigt, und wie nicht anders zu erwarten liefert diese Postille auch für 2013 Material für meine Sammlung. Der FrageWie wird das neue Jahr?“ stellten sich

  • Erich Bauer:  nicht nur Astrologe sondern auch Diplompsychologe – da muss an irgendeiner Uni damals etwas schief gelaufen sein …
  • Kurt Allgeier: wird als „Nostradamus-Experte“ angekündigt – ich kannte ihn bisher nur als Katastrophenastrologe
  • Christine Schoppa: soll als Astrologin den Schwerpunkt „Gesundheit“ haben – meines Erachtens eine fast schon gemeingefährliche Kombination
  • Michael Allgeier: leitet das Astrokolleg seines Vaters und von Winfried Noe – ist ansonsten in der Vergangenheit weitgehend durch schwammiges Blabla aufgefallen
  • Ruth Siegenthaler: hat einen Schwerpunkt namens „visuelle Astrologie“ – was immer das sein mag
  • Christopher Weidner: „nur“ exam. Astrologe – sonst nichts
  • Antonia Langsdorf: TV-Astrologin – und ehemalige Dschungelcampbewohnerin
  • Gebriele Sperzel: Astrologin und Autorin – Aha, wird bestimmt ein Astrologiebuch geschrieben haben …

Und warum?

Die Astrowoche hat sie zusammengerufen, um eine Prognose gebeten: Was 2013 aus unserer Welt, aus unserem Geld, aus unseren alten Menschen, aus uns selbst wird. Droht ein Krieg, ist unsere Erde in Gefahr? Unser Astrogipfel gibt Prognosen für 2013 ab.

Mal sehen was da so alles kommt. Prognosen? Echt? Bei dem Labertaschensamelsurium würden mich echte Prognosen wirklich überraschen. Fangen wir mit der ersten von sechs vermeintlichen Prognoseseiten an. Um was es geht zeigt schon die Zusammenfassung:

Der große Umbruch, einschneidender Wandel der Machtpositionen, sogar Aufstand und Rebellion – unsere Welt und besonders Europa wird sich 2013 entscheidend verändern. Darüber ist sich die Mehrheit der acht Astrologen einig.

Aha, entscheidend verändern. Und wie? Erich Bauer liefert da keine Prognose sondern bestenfalls fromme Wünsche. Kurt Allgeier hat sogar die ganz rosarote Brille auf …

„2013 ist nicht zuletzt deshalb so günstig, weil sich der Glücksplanet Jupiter in der ersten Jahreshälfte in den Zwillingen aufhält und in der zweiten im Krebs. Es werden damit so gut wie alle Sternzeichen ihre Glücksphase bekommen. Die ersten vier Monate werden recht gut werden und keine größeren Probleme aufwerfen. Juli und August werden wohl die besten Monate in diesem Jahr werden.“

… und sagt gar nichts. Christine Schoppa labert allgemein von technischem Fortschritt und fordert eine Zuwendung zum Spirituellen. Dagegen wird Michael Allgeier schon etwas konkreter:

„Das demokratische Griechenland ist aus Sicht der Sterne sogar erst am Anfang einer furchtbaren Krise. 2013, 2014, 2015 steht Pluto in Spannung zum Krebs-Aszendent und zum Saturn von Griechenland, die zusätzlich von Uranus befeuert werden. Das bedeutet: absoluter Staatsbankrott. Nichts geht mehr. Die Bündnispartner sind innerlich schon längst abgefallen. Die einzige Chance Griechenlands ist der radikale Neuanfang.“

Na ja, aber eine Prognose für 2013, die vielleicht erst 2014 oder 2015 eintritt ist auch nicht so toll. Ruth Siegenthaler weiß gar nichts:

„Es werden Veränderungen stattfinden, die unser Vorstellungsvermögen sprengen. Wir müssen mit einer Verschlimmerung der Zustände rechnen, bevor sich die Dinge zum Besseren wenden können.“

Ah ja, und was bedeutet das jetzt genau? Blablabla – sonst nichts! Und auch Christopher Weidner faselt nur Schwammiges während Antonia Langsdorf ein Auseinanderbrechen der Eurozone befürchtet, allerdings nur bis 2014, wenns bis dann nicht passiert dann eben nicht. Und Gabriele Sperzel spielt die Aufstandskarte:

„Die astrologische Konstellation von Uranus im Quadrat zu Pluto konfrontiert uns auch im Jahr 2013 (und weit darüber hinaus) mit mächtigen Energien von Umsturz und Veränderung. Die Richtung für Deutschland und Europa geht schon klar erkennbar zu notwendigen Umstrukturierungen in eine sozialere Wirtschaftsordnung. Der Unmut der Bevölkerung wird sich immer häufiger in Demonstrationen (leider auch gewalttätigen) Luft machen.

Beim Thema Geld auf der zweiten Prognosenseite finden sich nichts außer Blabllabla, so dass man diese Seite getrost ignorieren kann. Auch auf der dritten Prognoseseite zum Thema Renten gibt es nur allgemeines Geblubber. Auf der nächsten Prognoseseite geht es dann aber richtig rund, denn es geht um Katastrophen. Schon die Zusammenfassung würde frösteln lassen, wenn solche allgemeine Katastrophenprognosen nicht der Normalfall bei den astrologischen Propheten wäre: „Die Astrologen vom Astrogipfel sehen große Umweltkatastrophen auf uns zukommen: Erdbeben, Überschwemmungen, Tsunamis.“ Wird’s wenigstens ein wenig konkreter? Nicht bei Christopher Weidner, der Prognosen solcher Art sowieso als gewagt empfindet und sich klugerweise völlig zurückhält. Auch Ruth Siegenthaler sagt eigentlich nichts, außer dass mit mehr Naturkatastrophen zu rechnen ist. Aber mit welchen? Und wann und wo? Vielleicht gibts Näheres bei Michael Allgeier? Nein, gibts nicht:

„Insgesamt bleibt die Gefahr von Erdbeben, Tsunamis, Erdrutschen, Wirbelstürmen groß. Diese Umweltkatastrophen werden das gesamte Wassermann-Zeitalter und insbesondere diese Jahre, in denen Uranus, der Herr der neuen Ära, angegriffen ist, begleiten. 2013 scheint mir jedoch Saturn im Skorpion noch bedrohlicher. Er legt die Finger in die Wunden unserer Zeit und hat als Krisenplanet seit jeher einen sehr zweifelhaften Ruf. Einstmals tauchte er im Zusammenhang mit der Pest auf und auch heute kann er der Vorbote von Epidemien und Seuchen sein. Gesund leben ist also ein Muss 2013.

Und sein Vater wird auch nicht konkreter:

Wir werden sie ganz allgemein im Mai und Juni, im Oktober und November wieder zu spüren bekommen und müssen deshalb auch in diesem Jahr auf heftige Naturkatastrophen gefasst sein.

Da will auch Christine Schoppa nichts Konkretes liefern …

„Terroranschläge, Katastrophen, schlimme Unwetter und Epidemien – immer wieder ereilten uns in der Vergangenheit solche Hiobsbotschaften. Und es wird leider weiter so bleiben, die Erde beruhigt sich nicht, mit Uranus und Pluto muss nach wie vor mit großen Wetter- und Umweltkatastrophen (Stürmen, Überschwemmungen, Tsunamis) gerechnet werden.

… und garniert das mit diffusen Ängsten, unter anderem vor Energiesparlampen:

Aber am schlimmsten sehe ich die Gefahr von den schleichenden Giften in unserem Umfeld. Wie zum Beispiel die neuen Energielampen, die man im Sondermüll entsorgen muss, da sie Quecksilber enthalten. Bricht so eine Lampe, muss man mit schweren gesundheitlichen Schäden rechnen. Viele wissen gar nicht von der Gefahr. Und so ist es mit vielen Produkten, die in Umlauf geraten.

Antonia Langsdorf beherrscht das große Blablaba auch:

„Die größte Problematik sehe ich im Bereich von Trinkwasser, Chemikalien und schleichenden Vergiftungen. Ich befürchte selbst gemachte Katastrophen durch Pestizide und Medikamentenrückstände, die ins Trinkwasser gelangen, oder eine neue Ölpest durch ein Schiffsunglück.“

Und Erich Bauer? Hat der wenigstens eine Prognose? Nein:

Die Erderwärmung zeitigt immer schlimmere Folgen, wie uns zuletzt der Hurrikan Sandy überdeutlich vor Augen geführt hat. Und an verschiedenen Orten der Erde drohen kriegerische Auseinandersetzungen wie zwischen Israel und Iran, China und Japan, Indien und Pakistan, ganz zu schweigen davon, dass es anscheinend unmöglich ist, den Terrorismus aus der Welt zu verbannen.

Auf der nächsten Seite wird es optimistisch – aber inhaltlich bleibt das Ganze dünner als dünn. Auf der letzten Seite geht es dann um Kriege, und da verknotet sich die Logik in Antonia Langsdorfs Hirn schon sehr speziell:

Es wird also weniger Kriege eher soziale Unruhen zwischen politischen Gruppen geben. Das kann durchaus Kriege auslösen.

Ja was denn nun? Mehr oder weniger Kriege? Ansonsten wird auf die bekannten Krisenherde hingewiesen, und das wars.

Insgesamt sind das sieben Seiten (die Einführung und sechs Prognoseseiten), auf denen man irgendetwas Konkretes schlicht und einfach nicht finden kann. Inhaltsleeres Gelaber, allgemeine Vermutungen für die man durch die Lektüre der täglichen lokalen Tageszeitung schon überqualifiziert scheint – bisweilen garniert mit astrologischem Quatsch. Und das soll die eingangs gestellte Frage nach 2013 beantworten? Wie stand es auf der ersten Seite dieses Labertextes:

Verblüffend, aber auch beunruhigend, wie wenig Gegensätze zwischen den einzelnen Prognosen für 2013 auftauchten. Wir können uns also unsere Lieblingsantwort, die uns beschwichtigt, kaum aussuchen. Wir müssen uns damit abfinden: Es wird so kommen. Und Ende.

Klar, wenn keine Prognosen zu finden sind, gibt es auch keine Gegensätze – und wir müssen uns damit abfinden, dass es eh so kommt wie es kommt … … und damit, dass diese acht Astrologen offensichtlich Nichts, aber auch wirklich gar Nichts, über die Zukunft aus den Sternen lesen können.

Mit den fünfen aus dem ersten 2013-Post sind es jetzt 13 Wahrsager/Astrologen/Hellseher für die nächste Rückschau.





Das Jahr 2013 naht …

12 12 2012

… und damit auch die neue Prognosensammelrunde. Ja, ich weiß, in den letzten Wochen war hier im Blog fast gar nichts los (das hatte seine Gründe – so stand zum beispiel ein Umzug an …), aber das wird sich in den nächsten Tagen ändern. Bevor die Rückschau für 2012 veröffentlich wird kann ich schon die ersten Prognosen für 2013 präsentieren, denn einige „alte Bekannte“ haben sich bereits zum folgenden Jahr geäußert. Klar ist damit auch, dass der von einigen Verstörten angekündigte Weltuntergang wegen dem vermeintlichen Ende des Maya-Kalenders wohl ausfallen  muss, wenn die selbst ernannten Propheten schon für 2013 prognostizieren (wer’s genauer wissen wil, der lese die zig Artikel zum Thema bei Florian Freistetter!!!).

Natürlich geht von den ersten fünf Kandidaten für die Rückschau 2013 niemand auf die eigenen Fehlprognosen aus dem Vorjahr ein. Wie sagte doch Ignazio Silone so schön:

Der Ruhm vieler Propheten beruht auf dem schlechten Gedächtnis ihrer Zuhörer.

Wenn aber die Autoren solcher Prognosendem Gedächtnis ihrer Zuhörer nicht auf die Sprünge helfen wollen, dann mache ich das eben wieder.

So vermeidet Palmblattspezi Thomas Ritter in seiner Dreijahresvorschau jede Erwähnung des Papstes –  denn der hätte ja bereits 2012 von einem wütenden Plünderermob im Rahmen der für Italien prognostiezierten blutigen Aufstände getötet werden sollen. Aber auch so hat er wieder allerlei Schwachsinn im Köcher, zum Beispiel mit diesem Katastrophenrundumschlag:

Mutter Erde wehrt sich gegen ihren Missbrauch – Vulkanausbrüche, Erdbeben, aber auch Wirbelstürme, Starkregen, verbunden mit ausgedehnten Überschwemmungen und plötzlichen, intensiven Hitzwellen werden vermehrt auftreten, vor allem in Regionen, die bislang bereits von diesen Katastrophen betroffen waren. Besonders in der zweiten Hälfte des Monats März 2013 sowie zwischen der dritten Woche des Monats August und der ersten Woche des Monats September 2013 und dann noch einmal zwischen der dritten Dezemberwoche 2013 und der ersten Januarwoche 2014 ist mit Terroranschlägen, Störungen in der Energieversorgung und großen Risiken in der Finanzwelt zu rechnen.

Dazu kommt noch sein Lieblingsthema: die blutigen Aufstände allenthalben:

In den europäischen Metropolen wird es Aufstände geben, die sich zum großen Teil auch gegen dort ansässige Ausländer richten werden. Besonders blutige Kämpfe werden sich in Paris und Rom, aber auch in Madrid, London, Prag und Budapest abspielen.

Ansonsten ist der Mann dieses Mal erstaunlich optimitistisch und hat sogar positive Aussichten im Köcher:

Mit ehrlicher Arbeit ( in der sog. „Realwirtschaft“ – Anm. Thomas Ritter) wird sich wieder besseres Geld verdienen lassen, da diese Tätigkeiten dem Volke dienen. Eine langsame, dafür aber langfristige wirtschaftliche Erholung vor allem in Zentraleuropa zeichnet sich ab.

… wenn auch nicht für alle:

Im Süden, Südosten und äußerstem Westen Europas hingegen verschlechtern sich die Lebensbedingungen der Menschen weiter.

Insgesamt erscheint das Ganze ein wenig wirr, weil einerseits wirds positiv, andererseits wieder nicht, denn:

In Deutschland und Österreich wird es vor allem 2013 und 2014 viele Arbeitslose geben. Den Menschen wird es sehr schwer fallen, ihren gewohnten Lebensstandard zu erhalten.

Irgendwie kann sich der Palmblattspezialist und Besitzer eines beschädigten Kristallschädels nicht so richtig entscheiden

Auch laut Susanne Eder erwartet uns ein ausnehmend positives Jahr …

Mit ehrlicher Arbeit, egal, ob als Handwerker, Buchhalter oder Topmanager wird man auf jeden Fall gut verdienen können, denn diese Tätigkeiten dienen der Masse (dem Volk) und das möchte Pluto im Steinbock ja bewirken. Die Wirtschaft wird sich endlich wieder erholen und durch die Krisen der vergangenen Jahre haben sich vermutlich neue Geschäftszweige entwickelt, die jetzt aufblühen.

Das klingt ja fast so, als hätten die beiden voneinander abgeschrieben … … aber wer von wem? Und von Katastrophen sollen wir natürlich trotzdem nicht verschont bleiben:

Pluto und Uranus bilden das ganze Jahr über ein Quadrat, das zeigt an, dass Vulkanausbrüche, Erdbeben, Flugzeugabstürze, Terroranschläge, Probleme mit Atomkraftwerken, Finanzkrisen etc. vermehrt auftreten werden. Besonders zu jenen Zeiten, wo Mars einen Spannungsaspekt zu diesem Quadrat macht, kann es zu gefährlichen Situationen kommen!
16. März bis 10. April 2013, von 20. Juli bis 7. August 2013 und dann nochmals von 20.Dezember 2013 bis 10. Jänner 2014 der Fall.
Zu diesen Zeiten sollte man sich nicht in Krisenregionen begeben und wenn man sich schon dort aufhalten muss, alle Warnungen ernst nehmen und bitte nichts riskieren!

Auch hier: Erstaunliche Übereinstimmungen sogar in den angegebenen Zeiträumen. Ob hier die große Schwurbifex-Verschwörung im Gange ist?

Bei dem Schweizer Peter Schmid geht es weniger dramatisch, dafür aber viel schwammiger zu. Neben längeren Elaboraten, die viel weiter in die Zukunft führen sollen (was das in einem Text über 2013 zu suchen hat bleibt sein Geheimnis) kommen dann Textfragmente wie diese:

AB April 2013 steht Uranus zudem bis über das Jahresende hinaus im Quadrat zu Pluto. Ein besonderer Hinweis auf Massenunruhen. Ruhiger und einfacher wird es auch dieser Jahr kaum. Mächtige werden zittern und teilweise auch schon mal den totalen Sturz erleben. Aber ebenso dramatisch werden viele Menschen der untersten Einkommensschichten an den Fehlern der Mächtigen zu leiden haben.

Viele der Geschichten im Zusammenhang mit Geld und Macht werden auch dieses Jahr weitergehen. Zu erwarten ist dabei aber eher eine Zuspitzung als eine Beruhigung. Die Welt steht im Wandel und es ist ein sehr umfassender Wandel, der leider nicht überall harmonisch ablaufen wird.

Wird Zeit wieder ‚mal meinen Lieblingsastrologielink loszuwerden, denn der bietet Gehaltvolleres: Gnampf!
Bei Siebelt Meyer, dem laut eigener Aussageweltweit anerkannten Experten der Vedischen Parashara Astrologie„, soll 2013 natürlich auch schlimm werden (… oder eben nicht):

Wenn die Menschen das derzeitige Erwachen der evolutionären Kraft der Natur, d.h. die Chancen, die in den obigen Abschnitten beschrieben wurden, nicht nutzen, dann wird 2013 ein Katastrophenjahr, das sich tief in das Menschheitsgedächtnis eingraben wird. Katastrophen außerhalb unserer Vorstellungskraft, Kriege und geologische Veränderungen würden dann viel Leben kosten. Wirtschaft, Politik und Finanzwelt, Energieversorgung, Kommunikation und Ernährung würden stark betroffen sein. Es wird Menschen geben, die am Anfang selbst aus den Katastrophen noch Gewinn ziehen, aber am Ende werden sie alles verlieren.

Tja, so schwarz kann man sehen …

Der österreichische Hellseher Johannes Höber hat seine Seite zwar seit einem Jahr nicht mehr verändert, aber schon damals gab es eine Vorhersage für 2013:

2013 wird Italien und Griechenland von der EU ausscheiden.

OK, ob man jemanden glauben sollte, der für 2012 prophezeit hat, dass Israel den Iran angreifen wird?

So, der Anfang der 2013er-Sammlung ist gemacht. Drei Astrologen, ein Hellseher und der hanebüchene Palmblattleser sind abgespeichert. Irgendetwas Besonderes ist zwar noch nicht dabei, aber es fehlen ja auch noch ein paar der bekannten Oberschwurbler und Oberschwurblerinnen. Was macht eigentlich Nikki Pezaro????