Neues Futter für die astrologischen Leichenfledderer: Das verschwundene Flugzeug

18 03 2014

Seit vielen Tagen ist der Flug der Malayan Airlines mit der Flugnummer MH370 verschwunden und die Vermutungen darüber, was denn tatsächlich mit dem Flugzeug und den Passagieren geschehen ist werden immer wilder. Solange es keine Antwort auf die drängenden Fragen gibt, solange bleibt natürlich Zeit für allerlei Spekulationen, aber egal ob es ein tragisches Unglück, eine Flugzeugentführung oder gar eine Art terroristischer Anschlag war, solange wir nicht mehr wissen als bisher, solange sollte man sich mit Spekulationen zurückhalten, denn immerhin geht es um das Leben von etwa 250 Menschen. Aber solche mysteriösen Geschehnisse haben auf einige Astrologen eine geradezu magische Anziehungskraft, sie müssen sich einfach ihrer astrologischen Erklärungsdiarrhoe hingeben – das erklärt zwar nichts, aber sie und einige ihrer Fans scheinen diese perverse Art von Leichenfledderei als eine Art Hobby zu betrachten …

Bereits am 9. März analysierte die US-Astrologin Beth Turnage, dass es wohl ein plötzlicher Unfall war und der Pilot den Kurs nur deswegen wechselte, weil er eine Notwasserung probieren wollte – die dann aber wohl nicht funktionierte. Dies erkannte sie auf Basis des Horoskops des damals letzten bekannten Funkkontakts des Flugzeugs.

Der indische Astrologe Yuvaraj Sowma war sich am letzten Mittwoch sicher, dass es am Donnerstag große Fortschritte bei der Suche nach dem Flugzeug geben sollte – war aber wohl nichts, vielleicht hätten die Leute ja mehr beten sollen, denn dies sollte, nach Meinung des Astroschwurblers, das Auffinden des Flugzeugs unterstützen.

Eine andere indische Astrologieseite war sich ebenfalls sicher:

And, before the week is over (week from the date of the take off), the teams searching will have some firm answers – and location of the debris/ traces.

Nein, falsch! Und ob die Vermutung stimmt, es habe sich um ein eher technisches Problem gehandelt, ist ja noch lange nicht klar.

Bei Astrophoenix musste der „Astro-Fox“ seine Deutungen erbrechen, und wollte (am 14. März) folgendes aus den Sternen gelesen haben:

Es ist im Meer versunken.
Personen (oder nur eine) an Board sind für den Absturz verantwortlich.
Die Personen (oder die eine) haben den Selbstmord in Kauf genommen.
(Wenn es einer der Piloten war, so litt er an Depressionen oder Wahnvorstellungen)
Der Pilot hat selbst (oder unter Zwang) das Flugzeug zum Absturz gebracht und ins Meer gestürzt.

OK, die erste Aussage ist nicht unwahrscheinlich, aber der Rest sind genau die Dinge, über die die Nachrichtenagenturen auch spekulieren. Welches Horoskop der Mann zurate gezogen hat ist unklar, aber er muss sich dann noch mit 2 Kreisen auf einer Karte lächerlich machen – da soll man nämlich das Flugzeug finden … … oder

#nicht eingezeichnet: 5°N87°W, das ist südlich von Kalkutta und östlich der Nordspitze von Indonesien. Ursache ist dabei nicht das Ausgehen des Kraftstoffs sondern Geschehnisse an Bord. (Durchdrehen des Piloten oder eine Mißglückte “Einmischung/Übernahme”.)

Ach Herr-Astro-Fox, macht es eigentlich Spaß auf dem Rücken von knapp 250 Menschen solchen Unsinn zu blubbern?

Den Vogel schießt aber wieder einmal meine Lieblings-Online-Astrologiepostille ab, denn dort gibt es gleich zwei lange Texte zum verschwundenen Flugzeug. Im ersten Astrogelaber (Autorin sri) werden immer zwei verschiedene Daten (also Datum, Uhrzeit und Ort) zu einem einzigen Horoskop zusammengefasst (das nennt man Synastrie, man zeichnet also zwei Horoskope quasi „ineinander“ – und hat dann natürlich viel mehr Deutungsmasse), und schon diese Auswahl ist irgendwie schräg. Aus den gemeinsamen Horoskopen von

  • Erstflug dieses Flugzeugtyps und letztem Funkkontakt des vermissten Flugs
  • Erstflug dieses Flugzeugtyps und einem früheren Rollfeldunfall des vermissten Flugzeugs
  • Letztem Funkkontakt des vermissten Flugs und dem Einschlag des ersten Flugzeugs in die Zwillingstürme des World Trade Center am 11. September 2001

wird folgendes geschlossen:

Damit wäre ein terroristischer Einfluß möglich.

Na klar, wer mit Terrorismusdaten sucht, der glaubt auch solches zu finden. Ich frage mich was passiert wäre, wenn die Leute von der Astrologiepostille das Geburtsdatum des Papstes, oder das von Peter Maffay, oder das vom letzten Fußball-WM-Finale für die Synastrie benutzt hätten – unsinniger wäre das auch nicht gewesen, aber vielleicht hätte es gezeigt, dass an Bord des Flugzeuges mindestens ein Katholik gesessen hatte, dass irgendjemand suboptimale Musik auf dem Kopfhörer hatte oder dass sich im Koffer eines Fluggastes ein Fußball befand. Aber die Loop-Leute wären nicht die Loop-Leute wenn sie sich nicht noch ein scheunentor-breites Hintertürchen dazufantasiert hätten:

Betrachtet man allerdings die Achs-Überlagerung 12/6 plus Sonne dieses ersten WTC-Hits mit dem MC/IC des Signals oben, deutet sich auch an, dass der terroristische Verdacht unter Umständen reine Täuschung ist.

Fazit des ersten Textes: Nichts Genaues weiß man nicht, also warum dann das Ganze?

Der zweite Text stammt vom 15. März, kann jetzt also die neuen „Erkenntnisse“ mit verbraten (Autor: „meta“). Und man bietet sogar eine Art „Hilfe“ an:

[…] aber vielleicht mag sich ja der eine oder andere Hinweis zeigen, der zumindest für die Rettungskräfte hilfreich auf ihrer Suche nach möglichen Ursachen und Hintergründen ist.

Na klar! Irgendwo in Deutschland sitzt also ein Mensch, der mehr zu wissen gaubt als die in Vollzeit suchenden Rettungskräfts vor Ort – was für eine lächerliche und peinliche Selbstüberhöhung! Dieses Mal werden übrigens ganz andere Horoskope zur Deutung in Betracht gezogen, es sind dies:
  • das Horoskops zum Start des Flugzeuges
  • der Start des Fluges KA007 von Korean Airlines vom 31.08.1983 in New York (das Flugzeug wurde westlich der Insel Sachalin von russischen Kampfflugzeugen abgeschossen)
  • das Horoskop des ersten Offiziers des vermissten Fluges (in Synastrie mit einem aktuellen Horoskop)

Und wo ist die eingehende Betrachtung der Horoskope der Flugbegleiterinnen, der Leute im Kontrollturm, der Mechaniker auf dem Flughafen von Kuala Lumpur oder der Tante der Ehefrau des Bruders des Fluggastes auf Platz 22C? Egal, soviel Arbeit haben sich die Autoren wohl nicht gemacht – und da der erste Offizier wohl auch von den Behörden überprüft wurde kann man ihn jetzt zum astrologischen Sündenbock stempeln:

[…] dann finden sich bei ihm die klassischen Auslöser für Unberechenbarkeit und heimliche Absichten. Eingebunden in die energetischen Hauptakteure des Großen Quadrats. Seine Sonne auf 11° Widder wird gerade in diesen Tagen von Uranus überlaufen, dass Quadrat von Jupiter ist ebenfalls fast exakt. Im Vorfeld hat Pluto schon seit einigen Monaten für Probleme gesorgt und auch die genaue Konjunktion von Neptun mit seiner Radix-Venus in den letzten Wochen und Monaten macht ihn eher zu einem Kandidaten für genauere Überprüfungen. Als Anlage hat er eine Sonne-Jupiter Konjunktion im Quadrat zu Neptun im Steinbock, auch hier kann zumindest der Verdacht entstehen, dass er eine Art Doppelleben geführt hat, dass vor allem in den letzten beiden Jahren, durch die Auslösungen von Uranus und Pluto eine neue Dimension bekommen hat.

Ja klar, einem wildfremden Menschen wird per Ferndiagnose ein Doppelleben diagnostiziert astrologisiert – was für eine maßlose Überheblichkeit … … aber man lässt sich ja auch hier eine Hintertür:

Wohlgemerkt – einen Verdacht, denn natürlich könnte man diese Auslösungen auch so deuten, daß er selbst von den Ereignissen als Person „überrollt“ wurde. Nur wenn die momentane Frage aller Ermittler ist, wer von beiden alle Funk-Verbindungen abgebrochen hat und einen völlig anderen Kurs einschlug, stände aus meiner Sicht eher der Co-Pilot im Fokus einer Überprüfung.

Hauptsache ausführlich geblubbert, Herr „meta“ – und auch hier ist sich der Autor nicht zu schade um sich mit einer Karte möglicher Fundorte des vermissten Flugzeugs zu blamieren. Klar, dass hier völlig andere Orte angekreuzt sind als beim oben erwähnten Astro-Fox – ich vermute mal dass beide ähnlich falsch liegen …

Am Ende wird die Terrorismus-Vermutung aus dem ersten Text ad acta gelegt, und eine andere Vermutung geäußert:

Dass man die Maschine auch noch jetzt unversehrt findet, würde ich mir im Sinne aller Angehörigen und Passagiere sehr wünschen. Aber die Geschichte, die sich bisher zeigt, spricht eben eher nicht von Zu- oder Unfällen, sondern von einem verwirrten Menschen, der in einem bestimmten Moment seines Lebens falsche Entscheidungen getroffen hat. Um es freundlich zu formulieren.

… und es wird eine Prognose gegeben, wann man das Flugzeug denn finden wird:

Betrachtet man das gesamte Ereignis als einen Ausdruck der globalen Anspannung unter dem Quadrat von Jupiter, Pluto und Uranus, dann sollte sich aber zumindest in den nächsten 2-3 Tagen klären lassen, wo die Maschine jetzt ist, spätestens wenn der Mond das Quadrat komplettiert.

Nun ja, wir werden sehen was passiert. Die zunehmende Menge an Informationen und die Erweiterung der Suche (jetzt sogar mit Hilfe der ISS) sollte ja irgendwann dazu führen, dass das Flugzeug gefunden wird. Die Selbstüberschätzung der Astrologen, die tatsächlich glauben ihr absurdes Geschwurbel mit weitgehend willkürlich hervorgekramten Horoskopen hätte irgend einen Sinn, ist angesichts der höchstwahrscheinlichen Opfer aber in jedem Fall eine bodenlose Frechheit.





Donnerstagsvideos (6): Astro TV Mix

13 03 2014

Diese Woche brauche ich ‚mal etwas Leichtes – also  gibt’s etwas zu Astro TV, also ein paar Highlights Lowlights und ein wenig Kritik:

Zuerst die Top 10 bei fernsehkritik-tv:

Auch bei „dumm gelaufen“ gibt’s eine Zusammenstellung:

ZDF-Reporter über die Abzocke bei Astro-TV:

Das Wirtschaftsmagazon M€X wagt den Selbstversuch:

Und ZAPP kommentiert kompetent:

Viel Spaß





Prognosen 2014 – Allgeiers Astrologisches Jahrbuch (Teil 2): Wettergeblubber und eine ganz schwarze Nostradamuskatastrophe

7 03 2014

Im zweiten und letzten Teil zu (vermeintlich prognostischen) Texten aus Allgeiers Astrologisches Jahrbuch geht es um die Seiten 165 (Wetter 2014) und 194 bis 199 (Nostradamus). Während das Thema „Wetter“ die Allgeiers zu sinnfreiem Geblubber anregt wird es bei Nostradamus (… ich dachte es geht um Astrologisches und nicht darum mehrere Jahrhunderte alte Vierzeiler irgendwie aufzudröseln) dann richtig heftig. Aber erst mal zum Wetter.

Klar, mittels Astrologie das Wetter vorhersagen zu wollen ist ja schon ein wenig bescheuert, aber da für so manche Astrologen auch die ein oder andere Naturkatastrophe unter das Thema „Wetter“ fällt probieren sie’s immer ‚mal wieder. Bei den Allgeiers ist es nicht anders, denn mitten im Wettergeblubber werden plötzlich „vor allem Erdbeben wahrscheinlich„. Ansonsten soll es ein kaltes jahr werden, aber nicht wegen der Sterne sondern wegen des Hundertjährigen Kalenders. Dass dabei auf den kalten Winter 2012/2013 verwiesen wird, ist angesichts des letzten doch sehr warmen Winters schon mal alles andere als richtig. Ansonsten soll es „ein Jahr des Windes“ werden und „möglicherweise auch der Erdbeben und Erdrutsche„; die Tornadogefahr in den USA soll steigen, der Sommer soll zeitweise heiß werden (dieses Mal wegen der Sterne und obwohl der Hundertjährige Kalender das Gegenteil behauptet) und es deutet manches auf „viel Regen und Kälte“ hin. Egal welches Wetter denn kommt, irgendwie wird fast alles in diesem Text erwähnt. Mit dem Satz: „2014 wird Wetter stattfinden“ hätte man sich das Geschwurbel sparen können.

Auf den Nostradamusseiten fragt man sich, auf welchem schlechten Tripp die Allgeiers waren, als sie diese Seiten zusammenschusterten. Die Überschrift …

Welche Gefahren drohen uns 2014

… ist dabei noch das harmloseste an diesem Text. Was dann folgt ist ein ganz tiefer Griff in die von vielen Nostradamusdeutern gut gefüllte Katastrophenmottenkiste – dieses Mal eben für 2014. Erstaunlicherweise wird nicht ein 3. Weltkrieg erwähnt, dieses Mal geht es um einem „Atomangriff“ – auch dies ein alter Hut, den Nostradamusdeuter immer wieder hervorgezaubert hatten. So hatte der „Nostradamusforscher“ Manfred Dimde für 2002 prophezeit, dass Stuttgart in einem atomaren Feuer verglühen würde … … aber zurück dem Allgeier-Text. Es beginnt mit einer hanebüchenen Behauptung:

Alles was wir im Moment im Vorderen Orient erleben, ist genau so vom großen Propheten Michael Nostradamus (1503 – 1566) vorausgesagt worden.

Quatsch! Wo steht das denn? Quelle wird ja keine angegeben! Weiter geht es mit dieser Katastrophe:

Die Klimaveränderungen werden immer drastischer – und wir werden ihnen hilflos ausgsetzt sein. Das wird sich so zuspitzen, dass es schließlich zu einer verheerenden Wetterkatastrophe kommen wird. Mitten im Sommer wird ein verheerender, giftiger Schnee die gesamte Ernte vernichten. Es folgt eine Hungersnot.

Komisch, sollte der Sommer nicht heiß werden? Und warum wurde das bei der Wetterprognose nicht gesehen? Ach so, ich vergaß: Logik ist nicht die Stärke der Allgeiers. Immerhin ist hier sogar eine Quelle angegeben, die „Présage 113“, die im Jahr 1555 veröffentlicht wurde. Laut dem Nostradamus-Deuter Ray O. Nolan bezieht sich das aber auf das Jahr 1563. Nun ja, egal – irgend einen Blödsinn kann man ja immer aus diesen Versen extrahieren, wie das geht konnte man 2010 bei der GWUP nachlesen. Danach wird von einem großen blutigen Aufstand gefaselt, der von radikalen Gruppen in Südfrankreich und Oberitalien angezettelt und von islamistischen Terroristen finanziert werden soll. Die Aufständischen sollen rechtsradikale Gruppen sein – wobei dies natürlich bei Nostradamus nirgends steht, der schreibt von den „Roten“. Nachzulesen ist das in der Centurie IV/11, wobei es hier natürlich – wie immer – diverse Auslegungen gibt. Das Ergebnis solcher Terrorphantasien sieht dann so aus:

Die Regierungschefs und ihre Minister werden ermordet. Die Banden werden auch vor dem Vatiken nicht Halt machen. Die gesamte päpstliche Familie wird hingerichtet.

Ha! Immerhin eine Sensation: der Papst hat eine Familie!!!! Und welche Regierungen bedroht sind haben sich die Allgeiers auch irgendwie aus den Fingern gesaugt herbeigedeutelt:

Und so wie es dem Vatikan ergehen wird, so werden die Regierungen in Rom, in Paris, in der Schweiz und anderswo dran glauben müssen. Auch in Berlin?

Blöd nur, dass die Allgeiers schon auf Seite 196 aus dem in der Überschrift genannten Jahr 2014 flüchten und den Aufstand auf Jahre terminieren. Irgendwann soll sogar ein Retter namens „Chiren“ kommen, der aber in einem verseuchten Paris nicht regieren kann. Und klar, Nostradamus hat mit irgendeinem seiner Verse – nach Meinung der Allgeiers – eine radioaktive Verseuchung von Paris nach einem Atomangriff vorausgesagt.

Weiter geht es mit einer Schlacht zwischen Frankreich und „Nordafrika“, zerstörten Küsten in Frankreich, Italien und Spanien sowie Islamisten die in Deutschland auf keinen Widerstand stoßen. Natürlich steht das so nicht bei Nostradamus – das mit Deutschland schon gar nicht, denn in einem ganz kurzen, lichten Moment stellen die Allgeiers fest:

Über Deutschland berichtete er nur sehr wenig. Unser Land war ihm wohl doch sehr fremd.

Was dann folgt ist sowas von lächerlich, dass man sich fragt ob die Autoren ihre Leser für vollkommen bescheuert halten. Am Ende soll der große Retter in Aachen zum Kaiser (von was wird nicht verraten) gekrönt werden und sich zugleich als Oberhaupt der katholischen Kirche erweisen (weil der Papst verschwunden ist). Irgendwie haben die Allgeiers da etwas verpasst – und zwar die letzten paar Jahrhunderte! Und wenn sie am Ende dann doch ein paar Fragezeichen einbauen („Ist das unsere vielleicht unmittelbar bevorstehende Zukunft?„), dann nur um diese nachher wieder hinweg zu relativieren:

Warum sollte Nostradamus ausgerechnet in diesem Punkt, der sein Herzensanliegen war, sich geirrt haben? Er, dem bisher kein Fehler nachgewiesen werden konnte?

Liebe Allgeiers, vor eurem nächsten Text zu Nostradamus empfehle ich euch die mehrmalige Lektüre von Bernd Harders Buch Nostradamus – ein Mythos wird entschlüsselt. Das Leben von Nostradamus ist durchaus spannend und interessant, der hat es nicht verdient, dass man ihm einen solchen Schwachsinn in die Schuhe schiebt. Und wenn man schon Schwachsinn in die Nostradamusverse hindeindeutet, dann bitte richtig!

(Allgeiers Astrologisches Jahrbuch zähle ich als Nummer 25 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2014)





Donnerstagsvideos (5): Fledermauskot und Zikadenmus

6 03 2014

Das heutige Video ist nicht immer leicht zu verstehen. Das liegt allerdings nicht an der hervorragenden Referentin Claudia Graneis sondern an einer zum Teil etwas unperfekten Tonqualität. Es geht übrigen um die so genannte „Traditionelle Chinesische Medizin“ und der Vortrag erklärt nicht nur auf welchen unsinnigen Prinzipien das Ganze bruht, es zeigt auch wie wichtig die in der Überschrift genannten Stoffe dort tatsächlich sind:

Viel Spaß!





Prognosen 2014 – Allgeiers Astrologisches Jahrbuch (Teil 1): Das Jahr wird bla – mit Selbstentlarvung und aktuellem Newsletter

5 03 2014

Allgeiers Astrologisches Jahrbuch ist so etwas wie ein Klassiker. Laut amazon erschien das Büchlein erstmals im Jahr 1998 und ist das beliebteste astrologische Jahrbuch hierzulande. Das Familienunternehmen (Herausgeber: Kurt und Michael Allgeier; Redaktion: Barbara Allgeier; Redaktionelle Mitarbeit: Barbara Arzmüller und Siri Allgeier) hat es geschafft, ganze 286 Seiten zusammenzutragen, wobei der Horoskopteil für die einzenen Tierkreiszeichen schon mal knapp 100 Seiten umfasst. Mit dabei ist traditionell auch ein Artikel zur allgemeinen Lage, der in diesem Jahr auf Seite 6 beginnt und erst auf Seite 18 endet.

Der Artikel beginnt dramatisch, denn …

Streit und Gewalt können eskalieren

Nun ja, so besonders gewagt ist diese Aussage ja nicht, und um welchen Streit oder um welche Art von Gewalt es geht verschweigt das Jahrbuch ja völlig. Nach ein paar warmen Worten folgt plötzlich folgender Satz:

Nach Edgar Cayce leben heute viele Menschen, die einst am Untergang von Atlantis schuldig wurden. Sie haben die Chance es dieses Mal besser zu machen.

Äh, was? Wie alt sollen diese Leute denn sein? Und was sollen sie dieses Mal besser machen? Atlantis ist ein mythisches Inselreich, das mit ziemlicher Sicherheit niemals existierte. Aber einfach völlig sinnfrei ‚mal Atlantis erwähnen – was für ein lächerlicher Schwachsinn! Und weiter geht es mit inhaltsleeren Warnungen, die so klingen:

Diese Welt hat ein besonders kritisches Jahr vor sich.

Der Sternenhimmel ist am „Geburtstag“ des Jahres so sehr in sich verspannt, dass es unten auf der Erde drunter und drüber gehen wird.

Noch heftiger, explosiver und zugleich lähmender geht es kaum.

OK, zum Anfang eines solchen Textes könnte solch allgemeines Geraune ja als eine Art Anreißer durchgehen, aber dann müssten im weiteren Text auch irgendwelche detailliertere Voraussagen folgen … … also erst einmal weiter lesen. Nach zwei Seiten Gelaber über Planeten und deren vermeintliche Auswirkungen wird der Leser aufgefordert, die „schwierigsten Tage“ zu umgehen – indem man sich irgendwie zurückhalten soll, weil ja eh nichts gelingen wird. Die Liste dieser Tage ist lang und enthält sogar zwei Pseudoprognosen:

Wir werden vor allem in diesen Zeiten mit heftigen Naturkatastrophen rechnen müssen. (April, insbesondere Ostern und Dezember)

[…] löst Falschheiten, Intrigen, Wasserschaden aus (10. bis 27. Februar, 26. Mqi bis 2. Juni)

Naturkatastrophen und Wasserschaden – wie originell! Genauer geht’s natürlich nicht, bzw. genauer scheinen es die die Sterne der Allgeiers nicht zu wissen. Was jedoch dann folgt ist sensationell! Die Allgeiers erklären nämlich höchstselbst, dass sie gar nicht in die Zukuft schauen können. Nicht wörtlich natürlich, aber wie sonst soll man den folgenden Abschnitt deuten?

Diese Vorschau auf die Entwicklungen im Jahr 2014 ist in den letzten Augusttagen geschrieben, zur Zeit als die Nationen dem Land Syrien gerade den großen Schlag nach dessen Einsatz von Giftgasgranaten angekündigt hatte. Und kurz vor der Bundestagswahl. Was sich danach noch ereignete, konnte also nicht berücksichtigt werden.

Der Leser soll also Voraussagen für 2014 lesen, obwohl die Autoren selbst zugeben, dass sie den Rest des Jahres 2013 nicht berücksichtigen – hätten sie da nicht einfach auch mal „voraussehen“ können? Und hatten sie nicht im letzten Jahr auch entsprechende Prognosen … … oder hatte etwa gar der Ausgang der  Bundestagswahl irgendwelche Auswirkungen auf die astrologischen Gestirnsstände? Um Ausreden sind die Vertreter dieser Branche ja nie verlegen – auch wenn sie sich damit vollkommen lächerlich machen.

Für die Welt insgesamt trauen sich die Autoren dann trotzdem ein paar Aussagen zu (auch wenn die Informationen aus den letzten Monaten 2013 ja fehlten):

  • Den großen Krieg mit der Ausweitung des Syrienkonflikts zum Flächenbrand im Vorderen Orient wird es diesem Jahr nicht geben.
  • Die Weltwährungen werden nicht zusammenbrechen.
  • Die Gesundheit könnte in diesem Jahr ein großes Problem werden. Es sind weltweite Seuchen, Epidemien, etwa in der Form der Vogelgrippe zu befürchten.
  • Naturkatastrophen könnten im April und im Dezember besonders heftig werden. Gefährdet sind wieder die Länder rund um den Pazifik. Waldbrände, Vulkanausbrüche dürften in diesem Jahr besonders häufig und heftig ausfallen. Die große Katastrophe in Kalifornien wird noch nicht stattfinden. Im schlimmsten Fall könnte es zu einem großen Beben in Italien kommen.

Viel ist das ja nicht, und wie immer sind die Prognosen überwiegend so schwammig gehalten, dass man gar nicht so genau wissen kann, was denn nun als Treffer gelten könnte und was nicht. Und dieses lächerliche Blabla setzt sich in der folgenden Vorschau zu 26 Ländern und der EU nahtlos fort. Ein paar Beispiele:

Großbritannien könnte in eine Rezession geraten. Das Horoskop sieht nach einer Lähmung aus. […]

Kanada hat die schwierigsten Phasen hinter sich. […] ab Oktober Verunsicherungen aber auch Katastrophen mit Wasser oder Schnee […]

Syrien hat nun doch katastrophale Sterne (Anmerkung von mir: letztes Jahr hatte das Land diese nicht!!!) […] Baschar al-Assad hat nach wie vor gute Sterne. […]

China konnte das, was die Sterne versprachen, im zurückliegenden Jahr nicht einhalten. In diesem Jahr darf das Land die Erwartungen nicht allzu hoch schrauben. […] Im April könnte es zu heftigen Flutkatastrophen kommen.

Und so weiter, und so fort! Es könnte dies oder jenes, oder eben nicht. Und natürlich führt bei dieser „Vorschau“ meist der Blick in die Vergangenheit die Feder. Japan drohen Naturkatastrophen, Indien eine Flutkatastrophe (wie jedes Jahr!), den Philippinen Seebeben und Schiffsunglücke, dazu ein paar unmotivierte Seuchenwarnungen (Argentinien, Neuseeland) – und wie immer fehlen jegliche genauen Hinweise darauf was denn wann und wo genau passieren soll. Für Ägypten werden übrigens ab Juli neue Aufstände und ein neuer Präsident „hervorgegangen aus dem Militär“ vorhergesagt, während die Vorschau für Russland so richtig dramatisch ist:

Russland könnte so etwas wie eine Revolution erleben. […] Das Volk dürfte sich noch deutlicher gegen Putin erheben sowie seinem Ärger Luft verschaffen.

Tja, vielleicht hätten die Allgeiers statt auf Russland auf die Ukraine blicken sollen. Die aktuellen Geschehnisse in diesem Land kommen nämlich in der Vorschau überhaupt nicht vor – war ja im August 2013 auch gar nicht abzusehen.

Im aktuellen Newsletter des Allgeier-Verlages sieht das natürlich ganz anders aus: Jetzt ist Vitali Klitschko das Thema unter der Rubrik „Astrologie und Zeitgeschehen“, wobei das Ganze wohl schon mit einem Fehler anfängt:

Vitali Klitschko […] ist, nachdem er als Sportler in den Ruhestand gegangen ist, zum Hauptdarsteller eines geschichtswürdigen Ereignisses geworden.

Marina Weisband, bundesweit bekannte Piraten-Politikerin, gebürtige Ukrainerin und während der Aufstände längere Zeit vor Ort in Kiew, stellte in einem Spiegel-Interview klar:

Klitschkos Rolle wird in Deutschland sehr überschätzt. Die Oppositionsparteien sind Teil des Euromaidans, aber nicht die Speerspitze. Klitschko wird als Figur kaum ernst genommen. Ich selbst habe niemanden getroffen, der von ihm begeistert war.

Zwar wünscht sich Frau Weisband trotzdem Klitschko als neuen Präsidenten (in einem späteren Interview), weist aber auch hier darauf hin, dass Klitschko im Rahmen der Revolution sogar ausgebuht wurde … … aber zurück zum Allgeier-Newsletter. Klitschko wird ausführlich gelobt („echter Idealist und Menschenfreund„) und natürlich wieder gnadenlos überschätzt:

Klitschko ist damit der vom Schicksal berufene Revolutionsführer in einer revolutionären Zeit. Vitali Klitschko treibt mit dieser gigantischen Kraft, die in ihm wohnt und die ihm durch die Zeitqualität zufließt, die Umstellungen in seinem Land voran.

Nun ja, einige Warnungen müssen natürlich auch sein, zum Beispiel diese:

Aber, es ist auch eine sehr gefährliche, eine unberechenbare und zerstörerische Kraft, die ihm im schlimmsten Falle sogar das Leben kosten kann.

Klitschko könnte also in den Revolutionswirren auch das Leben verlieren … … eine Stufe kleiner haben’s die Allgeiers nicht. Dass sie sich auch am 26. Februar, dem Veröffentlichkeitsdatum des Newsletters, nicht getraut haben irgend etwas zum weiteren Schicksal der Ukraine zu äußern ist wenig überraschend. Mit einer Prognose zur Zukunft des Landes und zum weiteren Verlauf der aktuellen Krise hätten sie sich ja – zumindest ein wenig – aus dem sprichwörtlichen Fenster lehnen müssen und das versuchen sie bei ihren Texten generell zu vermeiden, damit man ihnen ihre – vermeintlich astrologisch motivierten – Fehleinschätzungen nicht am Jahresende aufs Butterbrot schmiert.

(Allgeiers Astrologisches Jahrbuch zähle ich als Nummer 25 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2014 – der 2. Teil folgt in einigen Tagen)





Prognosen 2014 – International: LaMont Hamilton mag’s manchmal „wissenschaftlich“

28 02 2014

Wenn schon hierzulande niemand wirklich interessante Prognosen wagt, dann schaue ich eben mal wieder ein wenig zu den englischsprachigen Auguren. Nikki Pezaro und Blair Robertson hatte ich ja schon erwähnt, jetzt kommen noch ein paar weitere.

Den Anfang macht der „world psychic“ LaMont Hamilton. Der Mann hat ein ganzes Sammelsurium an vermeintlichen Ausbildungen (ordained minister, Reiki Master healing practitioner, registered hypnotherapist, and holds multiple degrees in business, psychology, and education) und ihm ist trotzdem nichts besseres eingefallen als „has worked in the paranormal field full time for over 25 years„. Tragisch! Aber nun zu seinen Prognosen, die tatsächlich sogar wissenschaftliche Errungenschaften voraussagen:

  • A discovery that diseases can be transmitted or transferred by pure thought from one location to another will be found.
  • Scientist will discover and prove that we live in an identical twin universe that’s the mirror opposite of ours.
  • Nobel Prize in Chemistry will go to: Alivisatos, Seeman, and Mirkin for their work on DNA nanotechnology that uses the unique properties of DNA to treat the human body targeting individual cells.

Auch wenn die ersten beiden Prognosen doch eher schräg sind, die dritte ist erstaunlich konkret! Und immerhin noch drei weitere Prognosen haben zumindest einen ingenieur-wissenschaftlichen Anteil:

  • The original 1969 USA moon landing site will be reported as damaged or vandalized by another country that lands on the moon.
  • Russia, China, and U.S. will collaborate on an asteroid shield/tracking program due to a potential hazard coming by December.
  • Due to the advancement of new nano-chemicals, future cars will not need to be washed as much or need windshield wipers to repel dirt or water.

Auch das leidige Thema mit den Computerviren soll 2014 ein für allemal gelöst werden:

  • Programmers will discover a simple computer code or app that will end almost all future online computer viruses.

Aber was danach kommt ist dann doch nur das übliche Blabla:

  • 2014 will be a very interesting political year since we’ll have the Fall elections coming, and I predict we’ll have at least 2-3 congressmen resigning their offices before that time. I see a few more veteran lawmaker’s losing their seats after the elections are over.
  • We will lose one of our past Presidents or First Lady this year after a prolonged illness.
  • Due to an increase in sexual assaults in the military this year, men and women will eventually be segregated once again.
  • Significant positive views about women will create a rise in global political and economic power for them this year, and another top 5 auto manufacturer will have a female CEO before the year is out.
  • The alternative digital currency, Bitcoin, will crash due to a well placed virus that affects the algorithm.
  • A scandal over a Nobel Peace Prize nominee will be reported in the news that the commission may consider taking the prize back from them.
  • Tragedy surrounding long-time actor Michael Douglas seen, which could be an accident or illness.

Und damit auch die Katastrophensektion ein wenig gestreift wird sagt der Mann noch das voraus:

  • An electrical fire is seen in the new NSA (National Security Agency) collection center in Utah that will be linked to sabotage.
  • The Atlantic ocean along the central east coast [of the U.S.] will be contaminated due to radiation or pollution that kills aquatic life.
  • I see a tragic full-blown horrific civil war breaking out in Sudan by April, drawing the U.S military into the conflict.
  • New protruding land masses or islands will start to form around Hawaii, Southeast Asia, and the Bahamas over the next year, sparking renewed interest in the legend of Atlantis.

Etwas schräg sind dann diese beiden Prognosen:

  • New York City will move to limit the number and types of pets that people can own in town.
  • President Obama will pardon people that have been imprisoned for non-violent marijuana drug offenses.

Haustiere und Marihuana – immerhin sind die Prognosen ein wenig origineller als die meisten …

(Das war die Nummer 24 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2014)





Prognosen 2014: Warme Worte und Verschwörungsblabla von Frau Mader

27 02 2014

Nachdem ich letztens die tolle, astrologische motivierte Verschwörungstheorie von Frau Mader zum Tod von Lady Di gewürdigt habe gibt es heute ein paar Worte zu dem Text, der mich überhaupt auf ihre Webseite führte, nämlich ihre „Jahresvorschau“. Sie beginnt mit einer Frage …

Was erwartet uns 2014?

… und als Leser erwartet man dann ja auch irgendwie eine Antwort. Aber was dann folgt ist lediglich ein wenig allgemeines Gelaber:

Betrachtet man das nächste Jahr aus der Perspektive des Horoskops von Deutschland, dann wirkt das Gesamtbild glücklicherweise auch weiterhin günstig  – trotzdem das weltweite Jahreshoroskop für 2014 recht dramatisch beginnt.

Immerhin, Frau Mader scheint lieber über gute Nachrichten nachzudenken statt sich – wie viele ihrer KollegInnen – in Katastrophengeraune zu ergehen:

2014 hingegen werden die neuen und alten Beziehungen im Fokus stehen, welche das Land mit seinen Bündnispartnern knüpft, verändert oder auffrischt. 2014 werden diesbezüglich Erweiterungen und Verlagerungen zu erwarten sein, wobei sich der Bereich der Arbeitswelt – und übrigens auch jener der Finanzen! – aus der Sicht des Solarhoroskops weiterhin in der Stabilisierung wenn nicht gar im Aufwärtstrend befindet

Weiter werden „spannende Entwicklungen und Überraschungen“ versprochen, und irgendeine andere Konstellation lässt die Autorin auf „auf positive Erneuerungen/Entwicklungen im Kontext der Lebens- und Wohnsituation der Deutschen schließen“. Wenig ergiebig das Ganze, Frau Mader scheint wie viele ihrer Kollegen und Kolleginnen aus den Gestirnsständen schlicht und einfach gar nichts Essentielles herauslesen zu können. Aber hätte man von einer Astrologin die aus Horoskopen auf eine sensationelle Lady-Di-Verschwörung schließt, nicht doch etwas mehr Details erwarten können? Beim nächsten Thema, das sie für „denkbar“ hält, verweilt sie für den Rest des Textes:

Da der Mond im vierten Haus ferner viel mit dem „Sich-Wohlfühlen“ und Entfalten im eigenen Heim zu tun hat, wäre es z.B. auch denkbar, dass die Überwachungsindustrie, die innerhalb Deutschlands selbst betrieben wird, 2014 mehr in den Fokus der öffentlichen Diskussionen rückt. Angestachelt wird diese Thematik ja bereits jetzt durch die NSA Affäre.

Na klar, denkbar ist Vieles, aber ob’s auch passiert? Und was meint sie eigentlich damit? Soll es eine Art Nachrichtendienstskandal geben? Nun ja, der Rest ihres Textes zeigt was sie damit meint – und es handelt sich wieder um eine Verschwörungstheorie, die sich irgendwie seltsam liest. Sie behauptet, dass „die Privatsphäre der BürgerInnen kontrolliert und manipuliert wurde“ und zwar von irgendwelchen deutschen – äh ja – „nachrichtendienstlichen Mitarbeitern“, also dem Verfassungsschutz und sie beschreibt seine Tätigkeiten zu diesem Thema wie folgt:

Sei es das Entschärfen von Unmut bzw. das Unterminieren von Protesten (im Sinne der Arbeitgeber), sei es das Vorantreiben bestimmter Ziele in den Parteien oder das Bespitzeln des unbedarften Nachwuchses an Hochschulen, das Manipulieren bei Elternabenden an Schulen oder das Schüren von Konflikten bei Versammlungen in Vereinen, damit diese z.B. innerhalb einer Ortschaft gar nicht erst zu viel Macht entfalten …

Viel zu tun für die Nachrichtendienste, wenn sie auch noch Elternabende an Schulen oder die Versammlungen von Vereinen manipulieren wollten – aber egal, für Frau Mader bilden diese Leute eine Art bösartiges Netzwerk:

Die Mitglieder dieses Netzwerkes (mancher spricht vom „Staat im Staat“) definieren sich selbst dabei als „eine große Familie“, in der keiner vor dem anderen etwas zu verbergen hat. Jeder soll jederzeit wissen, was der andere gerade tut – oder irgendwann einmal getan hat.

„Familie“ klingt ja irgendwie nach Mafia, und natürlich kann man vor denen nichts verbergen, denn …

Zu viele dieser nachrichtendienstlichen Mitarbeiter haben neben der Einblicknahme in fremde Wohungen (PCs und Handys inbegriffen), dabei schon in jungen Jahren Zugriff auf einschlägige Datenbanken, welche z.B. sämtliche kassenärztliche (zum Teil irreführende) Gutachten speichern, Daten über Schulabschlüsse, juristische Vorgänge, ferner natürlich auch die oftmals falschen/verfälschenden Berichte von den Verfassungsschützern selbst. Diese Datenbanken ermöglichen auch den direkten Zugriff auf die exakte Kontoführung der Zielpersonen (beinhaltend also jede Überweisung, jeden Eingang) und verwalten digitalisiert immer noch die vielen, vielen nicht gelöschten sondern wohl verwahrten Stasi-Abhörprotokolle/kassetten der während des kalten Krieges überwachten Soldaten-, Polizisten-, Beamtenfamilien sowie deren Freundeskeise. Mitglieder diverser Logen oder Service Clubs zahlen heute für den freien Zugriff auf diese Datenbanken gerne „Beitragsgebühren“ … Denn, dass Firmen, Versicherungen Kanzleien oder z.B. Immobilienmakler immense wirtschaftliche Vorteile genießen, wenn sie „mal eben“ nicht nur die exakte Kontobewegung, sondern gleich das gesamte Leben einer „Zielperson“ abrufen können, leuchtet rasch ein. Name und Geburtsdatum genügen hierfür.

Warum man für eine solche Totalüberwachung auch irreführende Gutachten und falsche oder verfälschende Berichte nutzen möchte, und warum irgendjemand auch noch dafür zahlen wollen sollte, das weiß wohl nur Frau Mader alleine. Fast schon resignierend stellt sie fest, dass die Leute bei dieser „Familie“ ja gerne freiwillig mitmachen, denn …

Versicherungen und Krankenkassen räumen „der Familie“ z.B. Vorteile ein, Konzerne stellen Mitglieder bevorzugt ein und gerade an den meisten Schulen, Ausbildungsstätten und Hochschulen werden „Familienmitglieder“ – so weit wie möglich – von ihren älteren Brüdern und Schwestern (= Lehrerinnen) vielfach privilegiert bewertet und behandelt. Vor allem Kinder können einem sehr leid tun, wenn sie erleben müssen, was z.B. so manche übereifrige „Verfassungsschutzlehrerin“ anstellt, damit die „Mitgliedskinder“ auch im täglichen Unterricht ein wenig bevorteilt werden…..

Na klar, die Lehrer sind alle eingeweiht und gaaaaanz böse! Das Ganze hat aber nicht nur Vorteile, denn die „Familien-internen“ Repressalien sollen ja ganz heftig sein:

Doch vor allem sind in diesem „internen Staat“ Hightech-Waffen im Einsatz, über die bislang wenig oder gar nicht in unseren „Mainstream“-Medien gesprochen wird. Die bislang noch Bekannteste ist wahrscheinlich der Mikrowellenterror: Wenn die notwendige Struktur m Wohngebiet, dem ICE oder sogar dem Flugzeug vorhanden ist, so können heute schon via umfunktioniertem Handy dem Ungehorsamen äußerst unangenehme Stunden mit Mikrowellenstrahlen bereitet werden. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie viel Angst manche dieser Mitglieder haben, dass ihre Kinder zur Strafe für sie selbst in dieser Weise geärgert oder gar gefoltert werden….Denn die Ursache der Kopf- oder Bauchschmerzen, welche durch die unsichtbaren Strahlen ausgelöst werden, können von Kindern nur schwer und von Babys(!) natürlich überhaupt nicht beschrieben werden.  

Unangenehme Stunden durch Mikrowellenstrahlen aus dem manipulierten Handy? Ach Frau Mader, dass darüber in unseren „Mainstream“-Medien nicht gesprochen wird könnte natürlich auch daran liegen, dass dies schlicht und einfach hanebüchener Unfug ist! Aber wie kommt man eigentlich auf solcherlei Quatsch? Vielleicht war hier ja eine Kundin schuld:

Eine meiner ehemaligen Kundinnen,[…] überführte schon früh zwei ihrer Töchter (die beide sehr schlechte Schulnoten hatten) in dieses nachrichtendienstliche Netz. […] Die eine von Ihnen sitzt nun in einem Kernphysikstudiengang (der hatte nämlich keinen Numerus Clausus), wo sie noch auf die Zulassung für das eigentlich von ihr gewünschte Studium wartet. Hier versteht sie zwar recht wenig von den Inhalten, doch  übernimmt anstatt dessen einfache Spionage- Manipulier- und Beobachtungsaufgaben…

Irgendwie hat das dann ja nicht so gut geklappt mit dem Überführen in dieses „Netzwerk“, denn hätten ihr nicht die Lehrer und Lehrerinnen aus dem Netzwerk gleich die notwendigen guten Noten für das Wunschstudium zuschustern können? Aber Logik war noch die Stärke der Verfechter irgendwelcher Verschwörungstheorien.

Also ich möchte nicht mit Frau Mader tauschen. Dass sie trotz ihrer irrealen Ängste vor dem bösen Netzwerk auf katastrophale Prognosen verzichtet muss man ihr aber durchaus positiv anrechnen.

(Das war die Nummer 23 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2014)





Wissenschaft bestätigt Tierkreiszeichen? Nein, tut sie nicht!

25 02 2014

Auf astrophenix.de, einem astrologischen Onlinejournal – fand sich ein Artikel mit dem Titel „Wissenschaft bestätigt Tierkreiszeichen„, der wieder einmal zeigt, dass Astrologen immer dann wenn sie meinen, eine wissenschaftliche Untersuchung würde ihre Behauptungen bestätigen, stolz die Öffentlichkeit informieren – während sie die überwiegend negativen Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen geflissentlich ignorieren. In diesem Fall geht es um einen Artikel in P.M., der – auf der Titelseite angekündigt – tatsächlich mit dem Titel „Das erste Horoskop der Wissenschaft“ angekündigt wurde. Allerdings geht es in diesem Thema gar nicht um Horoskope, sondern um Forschungen, die zum Beispiel Zusammenhänge zwischen Geburtsmonat und Langlebigkeit untersuchen. Das ist nicht neu, und wurde bereits 2004 in dem BuchMai-Frau sucht Dezember-Mann – Wie der Geburtsmonat Gesundheit, Partnerschaft und Karriere beeinflusst“ von Prof. Dr. Peter Axt und der Ärztin Dr. Michaela Axt-Gadermann beschrieben, und nicht nur dort.

Ich gebe ja zu, dass ich den Artikel im P.M. nicht gelesen habe, aber das oben erwähnte – nicht unbedingt hochwissenschaftliche – Buch schon, und auch von dem britischen Psychologen Richard Wiseman sind ähnliche Forschungen bekannt. Bei Astrophenix jedenfalls freut sich der Autor „Astro-Fox“ über die Aussage im P.M.-Artikel, dass der „Geburtsmonat statistisch gesehen für das Menschenleben prägend“ sei und zieht natürlich gleich Rückschlüsse auf die Astrologie. Natürlich betrachtet er zunächst sein eigenes Sternzeichen und den überwiegend dazugehörigen Monat November, ein Geburtsmonat bei dem die Lebenserwartung hierzulande ein paar Monate höher ist als beim Durchschnitt der Bevölkerung:

Obwohl dem Skorpion der “Tod” zugeordnet ist, sagt eine im Artikel aufgeführte Studie sinngemäß: “Die Herbstgeborenen” haben eine besonders hohe Lebenserwartung”.

Aha! Dem Skorpion ist der Tod zugeordnet – den Novembergeborenen aber ein etwas längeres Leben. Ein Widerspruch? Niemals! Die Astrologie kennt keine Widersprüche!

Nun – das erscheint möglicherweise widersprüchlich. Ist es aber nicht. Wer sich mit dem Tod auseinandersetzen soll, benötigt mit “diesem” Erfahrung – diese gewinnt man nicht in einem frühen eigenen Tod, sondern, wenn man das Fortgehen anderer Menschen erlebt.

Blöd ist nur, dass in dem Artikel auch erwähnt zu werden scheint, dass diese statistischen Analysen auf der Südhalbkugel auch funktionieren, dort aber um ein halbes Jahr verschoben. So hatte bereits die „born lucky“-Studie von Richard Wiseman ergeben, dass auf den britischen Inseln diejenigen Personen sich am glücklichsten fühlten, die im Sommer geboren wurden, genau wie auch auf Neuseeland, nur dass der Sommer dort eben nicht im Mai sondern im November beginnt. Manchen Astrologen scheint dies übrigens unbekannt zu sein, denn der Österreicher Dietmar Hager erklärte Ende 2013 in einem Interview mit der Zeitung Kurier:

Wenn wir der Natur in der Widderlaufzeit zuschauen, sehen wir, dass die ersten Pflanzen die Schneedecke durchbrechen. 

Auf der Südhalbkugel wird es zu diesem Zeitpunkt aber kälter und ungemütlicher, das Argument ist also schlicht und einfach falsch. Und auch in anderen Weltgegenden – zum Beispiel in der Gegend um den Äquator – passt das eben nicht. Trotzdem gilt in Neuseeland und am Äquator die selbe Astrologie wie hierzulande. Immerhin scheint dem Astro-Fox das aufgefallen zu sein, denn er schreibt:

Zu Folge einer aufgeführten Studie erscheint es sinnvoll, für Geburten der Südhalbkugel den Tierkreis um 180° zu drehen – eine Idee, die meines Wissens schon Michael Roscher anführte.

Mag ja sein, dass ein Astrologe diese Idee schon einmal hatte, aber damit sind für den Astro-Fox wohl alle australischen, neuseeländischen, argentinischen und urguayanischen Astrologen absolute Flaschen, da sie die völlige Falschheit ihrer Horoskope bisher offensichtlich gar nicht bemerkt haben.

Und überhaupt: Mich würde ja am meisten interessieren wie die Astrologen dann den Übergang vom Nordhemisphärenhoroskop („normal“) zum Südhemisphärenhoroskop („um 180 Grad geklappt“) definieren würden. Reicht es bei Menschen, die südlich des Äquators (wenn auch nur ein paar Meter – z.B. in Kampala, Uganda oder Quito, Ecuador; beide Städte liegen auf dem Äquator) geboren sind einfach „umzuklappen“ und damit aus einem „Widder“ eine „Waage“ und aus einer „Jungfrau“ einen „Stier“ zu machen? Oder wird das irgendwie schrittweise gemacht, und falls ja in welchen Schritten?

Egal! Es mag ja spannend, und manchmal sogar nützlich (siehe hier zum Thema Allergien) sein, solche Daten auszuwerten, meines Wissens sind diese Effekte jedoch relativ klein. Auf keinen Fall sind sie ein Beleg für die Gültigkeit irgendwelcher astrologischer Deutungsphantasien. Nicht einmal auf der Nordhalbkugel …





Donnerstagsvideos (3)

20 02 2014

Für die heutige Zugfahrt habe ich mir kein Video vom TAM2013 herausgesucht, aber etwas anderes Skeptisches: Michael Shermer’s Vortrag über „Why people believe weird things“:

… und als Zugabe der „baloney detection kit“:

Viel Spaß!





Wie aus astrologischen Allerklärungsphantasien eine Verschwörungstheorie entsteht: Frau Mader und Lady Di

18 02 2014

Auf der Suche nach weiteren Jahresprognosen bin ich auf die Webpräsenz von Silke Mader gestoßen. Die Astrologin aus Berlin hat tatsächlich einen Text zum Jahr 2014 geschrieben (sogar in 2 Teilen, mehr dazu ein andermal), aber viel interessanter fand ich einen anderen Text von ihr, in dem man einer in diesem Fall ganz speziellen Art astrologischer Allerklärungsphantasie begegnet. Man kennt das von der astrologischen Leichenfledderei: Egal was passiert, sei es ein verunfallter Promi oder eine Naturkatastrophe, der Astrologe oder die Astrologin können ganz genau mit irgendwelchem astrologischen Geschwurbel erklären was und warum es passiert ist. Das geht natürlich immer nur im Nachhinein und bisweilen wird auch nicht davor zurückgescheut zu erklären, dass man dies ja eindeutig hätte vorhersehen können, wenn man denn nachgeschaut hätte. Aber es geht noch abgedrehter: Wenn die astrologische Analyse nicht zur Realität passt, was ist dann falsch? Na klar, die Realität! Weil nicht sein kann was nicht sein darf, weil die Astrologie – und wenn es nur die eigene, von niemanden sonst benutzte Variante sein sollte – doch immer Recht haben MUSS, biegt man sich (wie Frau Mader) lieber die Realität zurecht, generiert eine Verschwörungstheorie und begründet diese natürlich mit astrologischem Geschwurbel.

In der ARD-Sendung planet wissen zum Thema Verschwörungstheorien gab es eine Top 10 Liste der bekanntesten Verschwörungstheorien. Neben der gefakten Mondlandung, dem Tod von John F. Kennedy und – natürlich – dem ganzen Unsinn zum 11. September 2001 gehören dazu auch die folgenden:

  • Elvis Presley ist gar nicht gestorben sondern hat seinen Tod nur inszeniert um sich ins Privatleben zurückziehen zu können
  • Lady Di starb nicht bei einem Unfall sondern fiel einem von Prinz Charles initiierten und vom Geheimdienst MI6 ausgeführten Mordkomplott zum Opfer

Nun haben Lady Di und Elvis ganz sicher nichts miteinander zu tun, aber wir können ja die Verschwörungstheorien ein wenig kombinieren. Was erhält man da? Entweder ist Elvis auf Betreiben von Prinz Charles vom MI6 getötet worden oder der Tod von Lady Di war nur inszeniert. Während eine solche Elvis-Verschwörungstheorie wohl kaum die Chance hätte von irgendjemanden ernst genommen zu werden, ist die Inszenierung des Todes von Lady Di genau die Verschwörungstheorie, die Frau Mader mit diesem Artikel zu verbreiten sucht. Auch wenn diese Theorie meines Wissens nicht allzu viele Anhänger haben dürfte, immerhin bringt Frau Mader sogar „Belege“ und bügelt nebenbei noch das durch Prinz Charles ausgelösten Mordkomplott vom Tisch. Und wie machte sie das? Ganz einfach: Sie nahm sich das Horoskop von Lady Di zur Hand und stellt für den Todeszeitpunkt fest:

Zu meinem Erstaunen fand ich dabei keine Hinweise auf einen Unfall oder gewalttätigen Tod.

Wer sich ferner das progressive Horoskop von Lady Di zu dem besagten Zeitpunkt ansieht, der wird zustimmen, dass ein gewalttätiger Tod aus astrologischer Warte zu jenem Zeitpunkt sogar geradezu ausgeschlossen war.

Ein gewalttätiger Unfalltod wäre bei so einer Progression ungefähr so, als ob man behauptet, bei 30 Grad im Juli könne es trotzdem jeden Moment zu schneien beginnen.

Nun ja, wenn es denn so in den Sternen steht, dann kann es in der Realität nicht anders gewesen sein! Da gibt es doch gar keine Zweifel! Aber immerhin schaut sie sich noch ein wenig weiter um – und wird nicht nur im Horoskop von Lady Di fündig, sondern auch in denen von Prinz William und Prinz Harry. So schreibt sie bei Harry:

Wichtig ist hier, dass man bei einem solchen Horoskop den plötzlichen Tod der Mutter in der Kindheit/Jugend sofort als ein traumatisches Ereignis würde erkennen können bzw. schließt eigentlich das harmonische Sonne-Mond-Trigon im Geburtshoroskop den plötzlichen Verlust der Mutter bereits schlichtweg aus.

Und bei seinem Bruder (dieses Mal mit Astroblabla garniert):

Einen Tag vor dem 31. 8. 1997 stand die Venus in Konjunktion zum Saturn – ein kurzer Aspekt, der einen Tag später zumindest einen Hinweis darauf hätte geben können, dass ein belastendes Ereignis geschehen ist. Doch die Konjuktion war am Vorabend des Unfalls auf 0 Grad, und auch einige schwierige Merkur-Quadrate, die einfach nur Stress bedeuten. Dies lässt darauf schließen, dass der Prinz sehr wohl über das Vorhaben eines Unfalls informiert war, vorbereitet wurde –  und sich (vielleicht) Gedanken machte, wie das wohl alles umzusetzen sei und klappen könnte…. Augenscheinlich gestaltete sich das Projekt für ihn dann jedoch einfacher als angenommen und vor allen Dingen ab dem 3., 4. September kann man das Horoskop des Prinzen nur noch als vergnügt bezeichnen. Vor allem der Mond, der eben auch stets die Mutterbindung bedeutet, ist in jener Zeit äußerst harmonisch aspektiert.

Bei der Analyse der Sterne von Prinz Charles erkennt Frau Mader eindeutig:

Eines kann man aus astrologischer Warte mit Sicherheit sagen: Einen Mord innerhalb der Familie wird jemand mit dem obigen Horoskop wohl kaum begehen!

Und weiter schreibt Frau Mader:

Bleibt noch anzumerken, das das Horoskop von Prinz Charles – anders als bei seinem älteren Sohn William – unmittelbar vor dem angeblichen Unfall keine Belastung aufweist, aber auch keine Schrecksekunde oder zumindest Überraschung am Tag des Unfalls selbst oder ein, zwei Tage später. Im Gegenteil! Zwischen dem 30. 8. und dem 2. 9. steht der Merkur  (die Kommunikation) im äußerst entspannten Sextil zu Merkur im Geburtshoroskop selbst. Eine Konstellation, die keine Überraschungen, sondern nur positive und erbauliche Entwicklungen zulässt. Ferner bildet die Venus sehr gelassen zunächst ein Sextil zu Pluto und dann, zum Zeitpunkt der Beerdigung, ein Sextil zum Mars. Letztere Konstellation ergäbe selbst dann keinen Sinn mehr, wenn Prinz Charles sich den Tod von Lady Di gewünscht hätte. Denn eine solche Leichtigkeit ist meines Erachtens nur mit dem Amusement angesichts der Groteske zwischen dem trauernden Volk und der tatsächlichen Realität zu erklären.

Aha, die Realität von Frau Mader sieht also so aus: Die weltweit trauernden Massen wurden von ein paar Verschwörern – um Lady Di selbst – schlicht und einfach verarscht!!! Nichts anderes wäre es, wenn sich diese hanebüchene Spekulation auf Basis herbeiphantasierter astrologischer Deutungen auch nur im Ansatz als wahr erweisen würde. Auf die andere, viel einfachere Lösung, dass sie nämlich aus den verschiedenen Horoskopen schlicht und einfach Nichts erkennen kann, kommt Frau Mader natürlich nicht; Da wird lieber die Realität geleugnet als die eigene, absurde Glaubenswelt in Frage gestellt.

PS: Frau Mader behauptet hier, dass man in einem Horoskop erkennen kann

  • wann die Mutter eines Kindes/Heranwachsenden stirbt,
  • wann ein „Unfall oder gewalttätigen Tod“ drohen,
  • ob jemand einen Mord in der Familie begeht, oder nicht.

Für all diese Behauptungen könnte man sich entsprechende Daten besorgen und so diese Behauptungen einem einfachen Test zugänglich machen. Ich prophezeie mal, dass sich Frau Mader niemals einem solchen Test unterziehen wird, denn dafür wird sie – wie viele andere auch – viel zu feige sein!