Der Spoiler zur Fußball-EM: Nordirland holt den Titel

8 06 2016

Unverhofft kommt oft, auch und gerade im Fußball. Die Stuttgarter Elefantendame Zella hat bereits ganz neutral ihren Orakelrüssel ausgeworfen und ein sensationelles Ergebnis vorausgesagt: Nordirland wird Fußball-Europameister! Für die Löw-Truppe soll es zwar zu einem Sieg gegen Nordirland reichen, aber auch eine Niederlage gegen die Ukraine und ein Unentschieden gegen Polen geben.

Na gut, das mit Nordirland war möglicherweise ein Fehlgriff oder besser: eine Fehlverrüsselung, denn natürlich könnte der neue Europameister auch Österreich heißen.  Zumindest war dies das Ergebnis einer „EM-Simulation“ bei den Derchinger Waldhorn-Schützen (schießen die mit oder auf das Musikinstrument?), bei der sich die Alpenrepublik im Finale gegen England (!!) durchsetzte, nachdem im Halbfinale die Türkei und Spanien ausgeschieden waren. Deutschland war da übrigens bereits längst weg vom Fenster – ohne einen Punkt in der Vorrunde …

Es gibt natürlich auch etwas ernsthaftere Simulationen der Fußball-EM, und da sehen die Prognosen – wie nicht anders zu erwarten – völlig anders aus. Bei der Webseite „Fußballvorhersage“ soll das Finale Spanien gegen Deutschland lauten, mit einem deutschen Sieg nach Verlängerung.

Etwas mehr zum Spielen lädt die Seite „Fußballmathe“ ein, denn die Gewichtung der drei Kriterien für eine Simulation („Historische Ergebnisse“, „FIFA-Punkte“, „Manschaftswert“) können selbst verändert werden, und jedes Mal (auch beim neuen Laden der Seite) ändert sich die Simulation. Interessant wird es aber erst, wenn man die Zahl der Wiederholungen auf 5000 (Maximalwert) setzt, bei einzelnen Simulationen sind dann doch immer wieder sehr eigentümliche Überraschungen dabei (ich hatte Schweiz als Europameister und Ungarn im Halbfinale). Nach 5000 Simulationen mit den dort vorgegebenen Standardgewichtungen hätte Deutschland 706 (14,12% Siegwahrscheinlichkeit), Spanien 651 (13,02%) und England 480 (11,60%) Titel gewonnen – immerhin liegt Österreich mit 191 (3,84%) noch im Mittelfeld, während Elefantendame Zellas Favorit Nordirland mit 32 (0,64%) nur noch von Island (17 – 0,34%) und Albanien (11 – 0,22%) unterboten wird. Bei beiden Webseiten dürften sich die Simulationen während des Turniers durch jedes echte Ergebnis ändern – Grund genug da bisweilen wieder draufzuschauen und spätere Simulationen mit der aktuellen zu vergleichen.

Noch mehr Hoffnung für die hiesigen Kickerfans bietet die fast schon traditionelle Fußballvoraussage der DekaBank: 27,2 % soll die Titelwahrscheinlichkeit für die deutsche Mannschaft betragen, Spanien als Zweiter hat eine bestenfalls halb so hohe Titelchance in den Augen der wohl doch ein wenig parteiischen Volkswirtschaftler.

Nachdem ich von Astrologenseite bisher so gut wie keine irgendwie verwertbaren Prognosen gefunden habe, wende ich mich nun den potentiellen Nachfolgern des legendären Orakelkraken Paul zu. Schon jetzt steht eine ganze Reihe tierischer Fußballergebnisrater in den Startlöchern, so dass sich Tierfreunde auch dieses Mal ihr Lieblingstier aussuchen können. Die Eckernförder Zeitung schickt die Eichhörnchendame Miss Marple ins Rennen, die Kieler Nachrichten ein Schwein namens Trixi, der mdr Thüringen gleich zwei Minischweine namens Krümel und Schinki, der Allwetterzoo Münster seine Eseldame Amelie,  die Bietigheimer Zeitung Esel Benny aus Sachsenheim und der Lokalteil Döbeln der Sächsischen Zeitung den orakelerprobten Papagei Jacko. Daß bei der letzten WM gleich mehrere Gürteltiere in den Orakeleinsatz geschickt wurden war leicht zu erklären, denn das Gürteltier war ja eines der Maskottchen der WM – warum jetzt der SWR ebenfalls auf ein solches Tier namens Lilly setzt wird leider nicht beantwortet.  Das Spreeradio traut gar einen Pinguin namens Flocke das Orakeln zu und beim Zoo Leipzig darf ein Koala namens Oobi-Ooobi sich an trefflichen Prognosen versuchen. Das bei dem Gastgeberland typischste Orakeltier darf natürlich auch nicht fehlen: Mit Zizou aus Essen (in der 11-Freunde-Bar) seinem Artgenossen Franck in Wien (für den Sender Puls 4) und dem bunten Coco (für den Donaukurier) dürfen immerhin drei Vertreter des gallischen Wappentier die Spiele voraussagen.

Während in der Märkischen Allgemeinen Zeitung noch das passende Tier gesucht wird und die vorher genannten Tiere meines Wissens ihre Orakeltätigkeit noch nicht begonnen haben war das Schwein Jamie einer obskuren Sportwettenseite bereits fleißig und hat aus dem deutschen Näpfchen gefuttert. Gemäß der kommentierenden Dame im Neoprenanzug soll das der deutschen Mannschaft den Titel versprechen. Auch über das erste Spiel durfte Jamie bereits orakeln und rüsselte den Ball ins deutsche Tor, was die Neoprendame natürlich als Sieg für Deutschland bewertete. Soweit ich mich an meine Fußballzeit erinnere, haben wir damals eher selten gewonnen, wenn der Ball in unserem Tor landete …





Schon wieder Weltuntergang wegen dem ollen Maya-Kalender: heute oder morgen!

3 06 2016

Was? Schon wieder ein Weltuntergang wegen dem Maya-Kalender? Doch, es scheint zumindest in Indien ein paar Spinner zu geben, die genau ads behaupten. Gemäß dieser Meldung vom 31. Mai aus Indien (hier die unschöne WebCite-Version) haben sich die Leute damals nämlich einfach alle verrechnet, denn  ….

Scholars Release The Latest Date For Apocalypse –

June 3-4, 2016

Also heute oder morgen! Das heute Abend beginnende Weinfest im Nachbarort könnte man also noch schnell zur großen Weltuntergangsparty umdefinieren, denn irgendwelche „Scholars“ haben das ja berechnet. Mit dem Wort Scholar ist das aber schon ein kleines Problem, denn es kann laut leo Schüler, Student, Wissenschaftler, Stipendiat oder Lerner (dieses Wort scheint es im Deutschen tatsächlich zu geben) bedeuten. Aber egal, ob Schüler oder Wissenschaftler, die Berechnung ist schon hanebüchen grotesk. Bekanntlich ist der Maya-Kalender bzw. die schon für die letzte Mayakalender-Weltuntergangsberechnung berücksichtigte „Lange Zählung„, ein einfacher und reiner Tageszähler, bei dem sich die Wissenschaftler lediglich über das genaue Anfangsdatum streiten. Warum man aber dann irgendeine Differenz aus den Jahreslängen des julianischen Kalenders (365,25 Tage) und des gregorianischen Kalenders (365,2425 Tage) zur – vermuteten – Jahreslänge des Maya-Jahreskalenders (365 Tage) berechnen müssen soll ist wohl nur den Rechnenden selbst klar. Der Charme der langen Zählung war ja gerade, dass ein Tag nach dem anderen gezählt und keine Rücksicht auf die Länge eines Jahres genommen wurde.

Hinzu kommt, dass man nur dann auf das heutige (oder morgige) Datum kommt, wenn man die krude Rechnung mit dem julianischen Kalender ausführt – und sehr kreativ rundet. Hier die Rechnungen aus der indischen Zeitung, die als Basis immer die 13 Maya-Zyklen a  144000 Tagen benutzen:

1,872,000 days/365.2425 (Gregorian solar year) = 5125.36 years

OpenOffice Calc liefert: 5125,361917, also wenigstens richtig gerundet.

1,872,000 days/365.25 (Julian solar year) = 5125.256 years

OpenOffice Calc liefert: 5125,256676, warum hier auf 3 Nachkommastellen und dann auch noch falsch gerundet wird, das wird nicht erläutert …

1,872,000 days/365 (Haab solar year) = 5128.76 years

OpenOffice Calc liefert: 5128,767123, also wieder eine offensichtlich falsche Rundung.

Subtract 5128.76 years (Haab) from 5125.256 years (Julian)

Warum vom julianischen Kalender????

=3.504 year difference and that makes 1260 days

Tja, das müssen dann aber 3,504 sehr kurze Jahre gewesen sein, denn wenn man 1260 durch 3,504 teilt landet man bei 359,589 Tagen pro Jahr, und das macht nun mal gar keinen Sinn …

Dass man nicht den gregorianischen Kalender zum Rechnen benutzt hat könnte einfach daran liegen, dass dann der Weltuntergang schon längst vorbei gewesen wäre, egal ob man für die Länge eines Jahres jetzt 365, 365,2425 oder 365,25 Tage benutzt, die letzten beiden Wochen hätten wir nicht mehr erlebt.

So bleibt nur abzuwarten, ob die Rechnerei vielleicht doch noch einmal upgedated wird, denn wenn man richtig rechnet (bzw. OpenOfficeCalc rechnen lässt), dann beträgt die Differenz zum ursprünglichen Weltuntergangsdatum im Dezember 2012 zwischen 1262 (wenn man ganz kurze Jahr aus obiger Rechnerei annimmt) und 1283 Tagen …

… blöd nur, dass das dann nicht zu einer für Astrologen wichtigen Stellung passt:

Of course, there is also the perfect square grand cross alignment on June 4 this year. „The Cardinal Grand Cross is an alignment with 4 planets, all squaring each other. A square aspect is a 90 degree separation between planets. It causes friction,“ says Adam Sommer on his webpage, Astrology with Adam Sommer.

„Friction“?  War nicht in der Überschrift etwas von „Apocalypse“ zu lesen? Ist ja auch egal, denn auch dieser Weltuntergang wird spurlos an uns vorübergehen.





Prognosen 2016: Die große Resterampe – Labertaschen, Selbstbeweihräucherer und eine paar Prognosen

18 05 2016

Ich weiß, es ist schon Mitte Mai, aber irgendwann muss die Resterampe für die Jahresprognosen ja auch mal online gehen. Und da der für den 16. Mai vorausgesagte Asteroidenabsturz vor Puerto Rico – wie erwartet – ausgefallen ist stelle ich mal einen Teil des Restes vor, den ich gesammelt habe …

Ich fange mit der Astrologin Klaudia Gebauer aus Dormagen an. Sie liess sich anläßlich des Schaltjahres 2016 lediglich über Menschen aus, die am 29. Februar geboren sind und empfahl diesen, ihren Geburtstag schon am 28. Februar zu feiern. Außerdem weiß sie natürlich, dass das Leben einfacher wäre, wenn jeder zum Astrologen ginge …

Die Wahrsagerin Madam Rosalia las aus den Karten für Leverkusen und musste 4 Fragen beantworten. Das von ihr angekündigte Hochwasser „in den nächsten 5 Monaten“ hat nun noch ein paar Tage Zeit (wie hoch muss es denn sein, damit man die Prognose als Treffer ansehen muss?), ansonsten liefert sie weder zum Oberbürgermeister, noch zu einer maroden Autobahnbrücke oder zur Flüchtlingssituation irgendetwas Prüfbares.

Für die Astrologin Christa Rottbeck aus Borken ist die Welt nun in das Wassermannzeitalter eingetreten, für das sie „Technisierung, eine physikalische Ausrichtung, das Streben nach Unabhängigkeit und Autonomie“ erwartet. Dass die Technisierung immer voran schreitet ist keine neue Erkenntnis, aber was ist eine „physikalische Ausrichtung„?

Die Astrologin Susy Schädler aus Liechtenstein wußte schon zu Silvester 2015: „2016 wird in vielerlei Hinsicht ein Jahr der Entscheidungen.“ Um welche Entscheidungen es gehen könnte, darüber schwieg sie allerdings, wagte aber eine ganz allgemeine Prognose in Liebesdingen:

  • Paare, bei denen es schon seit längerer Zeit kriselt und bei denen es einfach nicht funktionieren will, werden sich trennen
  • Diejenigen, die sich 2016 finden werden, werden zusammenbleiben.

Gabriela Vierzig-Rostek ist ebenfalls Astrologin und erklärt in ihrem Blog „die Radix-Energie des Jahres 2016“ und zeigt kurz auf, wie „Angela Merkel, Barak Obama, R.T. Erdogan sowie Wladimir Putin zum Radix des Jahres 2016 passen“ und natürlich sei das „keine Wahrsagerei“ (zu diesem Thema hatte ich mich vor 2 Jahren mit ihr per Mail ausgetauscht). Konkretes liefert sie dabei nicht, dafür aber einen meiner liebsten Sätze:

Das Radix-Bild des Jahres 2016 wirkt instabil, weil es einige gestrichelte Linien zeigt. Diese sind nicht immer wirksam. Allerdings verändert sich dadurch dann die anpassende, hinterfragende (veränderliche) Energie in tatkräftigen Willen (kardinal).

Auch die bekannte Schweizer Astrologin Monica Kissling alias Madame Etoile (also: Frau Stern), deren im öffentlch rechtlichen Rundfunk gesendete Astrologiesendung nach 24 Jahren Ende Juli dieses Jahres eingestellt wird, wußte im Züricher Stadtanzeiger nicht viel zu sagen. Sie liefert ein paar Allgemeinplätze (Terrorgefahr! Unsicherheit!), garniert mit der Ausrede „Astrologen können keine kon­kre­ten Ereignisse voraussagen„, und beweihräuchert sich dann noch selbst – mit einem echten, „komkreten“ Prognosetreffer:

So habe ich zum Beispiel schon vor einem Jahr gesagt, dass Eve­line Widmer-Schlumpf abtreten und die SVP 2016 einen zweiten Bundesratssitz gewinnen wird.

Der Hellseher Johann Höber hatte vor Jahren die schönsten Ausreden für das Scheitern seiner Prognosen geliefert, jetzt hat er seine Webpräsenz radikal gekürzt und nur noch Prognosen für Österreich, das Wetter und Europa im Angebot. Kurz und bündig sieht er Aufstände und steigende Arbeitslosigkeit im Nachbarland sowie leichte Erdbeben in der Obersteiermark. Für die EU sieht er „Einige EU-Länder werden ein Volksreferendum starten, um aus der EU auszutreten“ – ok, das britische Referendum war zum Zeitpunkt seiner Prognose bereits bekannt, bei anderen Staaten heißt es abwarten.

Immerhin so etwas ähnliches wie Prognosen gab es bei der Huffington Post – von den Hellsehern Lennart Wolf und Emmanuel Charis. Die zwei Hellseher wagten Vorhersagen zu Terrorangriffen (Wolf: „… ein Anschlag in Europa in den nächsten zwei Jahren„, Charis für 2016: „… mindestens einen großen Anschlag in Nord- oder Westeuropa, wie Paris oder größer„), zur Entwicklung der Arbeitslosenzahlen (Wolf: „steigen nicht„, Charis: „steigen deutlich„) oder zum Dieselpreis (Charis: „steigt„). Der Rest ist weitgehend Blabla, Dinge also, die laut der Autorin jeder hätte voraussagen können.

Als nächstes wieder ein Astrologe: Thomas Georgiew aus Dresden. Der erweitert übrigens immer dann seine Webseite, wenn er meint, er hätte einen Treffer gelandet, und einen solchen schreibt er sich hier angesichts der letzten Landtagswahlergebnisse und der Böhmermannaffäre für die folgende Prognose über Angela Merkel zu: „Trennungen und oder Erschwernisse von oder in ihrem Umfeld (möglich auch körperliche Probleme), in solchen Zeiten schwindet der Rückhalt in den eigenen Reihen… „. Ja klar, in ein solches, extrem unklares Gelaber kann er natürlich alles hineindeuten … Und auch die folgende Deustchlandprognose gibt kaum konkret Prüfbares her, außer der prognostizierten Inflation, einer höheren Zahl von Gewaltverbrechen (was meint er genau damit?) und viel mehr Flüchtlinge.

Schon so viele Prognosen, und noch keine einzige zur anstehenden Fußball-EM! Haben sich da wirklich alle zurückgehalten? Nein, Heike Schwarz aus Braunschweig hat in den Sternen auch etwas zur Fußball-EM gesehen, und das habe ich in rot kommentiert:

  • Die EM findet vom 10. Juni – 10 Juli 2016 statt. Das erste Spiel startet am 11. Juni 2016. (Datum der EM stimmt, Datum des ersten Spiels nicht – am 10. Juni gibt’s das Eröffnungsspiel, die deutsche Mannschaft tritt erstmals am 12. uni an)  
  • Das Auftaktspiel verläuft gut. Klug und strategisch spielen sich die Deutschen nach vorn. Mit viel Glück und positiver Energie sowie einer ausgeklügelten Taktik könnten die Deutschen das Spiel bestreiten. (Und? Wie geht’s aus?)
  • Mit einer Mars Saturn Opposition ist jedoch auch mit Rücksichtslosigkeit und Verletzungen zu rechnen (ach ne, da werden wohl doch nicht alle Mannschaften gewinnen wollen …). Fairness ist fehl am Platz (… und manche um jeden Preis?). Das Spiel verläuft rasant. Verletzungen und Knochenbrüche bleiben nicht aus. (Knochenbrüche? Gilt das jetzt für das erste Spiel der deutschen Mannschaft oder doch für alle Spiele aller Mannschaften? Und wer bricht sich da die Knochen?)
  • Jupiter lässt die Mannschaft jedoch klug und weitsichtig agieren (Ich dachte das ist Sache des Trainers, seit wann heißt der Jupiter?). Das Glück ist auf unserer Seite. Die Sonne wird die Leistungsfähigkeit der Spieler steigern. (… und wenn’s dann doch mal regnet?)
  • Also, Top Leistungen, Top Energien der Deutschen für die EM 2016 (Und was bedeutet das jetzt?) 

Ansonsten hat Frau Schwarz noch den Juni im Angebot, denn dieser „könnte der beste Monat 2016 werden„. Das soll sich durch einen großgeschriebenen Familiensinn zeigen, und sie schreibt auch folgenden schönen Satz: „Auch materielle Erfolge durch Gewinnspiele sind im Juni 2016 möglich.

Zum Schluß noch der Hobby-Astrologe Konrad Gruber aus Ingolstadt. Hobby-Astrologe? Nun ja, seiner Webpräsenz nach verdient er mit Astrologie durchaus ein paar Euros, und auch mit Feuerlaufseminaren. Neben einer Analyse der kommenden US-Präsidentenwahl (Hillary gewinnt) präsentiert er stolz den Artikel aus dem Donaukurier vom 30.12.2015 auf seiner Webseite. Geflüstert haben ihm die Sterne dafür unter anderem folgendes:

  • Die deutschen Fußballer werden nicht Europameister, kommen höchstens ins Halbfinale
  • Jogi Löw wird deswegen zurücktreten
  • Der FC Ingolstadt schafft den Klassenerhalt (Treffer!)
  • Angela Merkel verkündet zwischen Februar und Oktober, dass sie 2017 nicht mehr zur Wahl antreten werde

Die Resterampe zeigt mal wieder, dass sich die meisten Astrologen und Wahrsager (auch wenn sie sich bisweilen großspurig mit Treffern aus der Vergangenheit brüsten – wie zum Beispiel auch Karin Ploog …) für das Sehen in die Zukunft offensichtlich nicht die richtige Technik benutzen. Windelweiche Blabla-Texte sind klar in der Überzahl.

(Das waren die Nummern 26 – 37 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2016)





Wenn sich schamlose Werbung als Ratgeber tarnt: Desinformation über Homöopathie bei T-Online

13 05 2016

Bei T-Online gibt es in der Internetpräsenz eine ziemlich große Ratgeber-Sektion, in der man sich über alle nur erdenklichen Themen informieren kann:

tonl01

Ganz rechts gibt es noch die Überschrift „Specials“ – und deren Inhalt ist wirklich, nun ja, speziell! Hier werden nämlich keine von wem auch immer geschriebenen Ratgeber-Artikel angeboten, sondert es handelt sich – im Dropdown eindeutig zu sehen …

tonl2

… um Anzeigen, also reine Werbung. Auf den Unterseiten sieht man dann allerdings nur ganz oben und ganz klein, dass man sich in der Werbeecke befindet (gelb markiert):

tonl03

Übersieht man das sieht es also so aus, als handele es sich z.B. bei den Artikeln zu den Themen Homöopathie und Schüßler-Salze um ganz normale Ratgeber-Artikel mit redaktionellem Inhalt und eben nicht um „Anzeigen“. Manchen mag das bekannt vorkommen, und tatsächlich, Gleiches war und ist bei den „NetMoms“ zu beobachten. Es ist noch gar nicht lange her, da hat die fundierte Kritik an äußerst fragwürdigen „Tipps“ in einem NetMoms-Artikel über den Einsatz von Homöopathie bei Kleinkindern dazu geführt, dass dieser Text in Teilen geändert und dann zumindest ein wenig eindeutiger als Werbung gekennzeichnet wurde. So ziert heute jede Seite zur Homöopathie bei den NetMoms folgendes Logo eines bekannten Herstellers von Homöopathika:

tonl04

Wer bei T-Online diese Anzeigen aufgegeben hat, darüber wird nicht aufgeklärt, aber komischerweise wird jeder Artikel zu Homöopathie von Werbung der DHU umrankt. Ich habe mir einen dieser Artikel, es geht um eine homöopathische Hausapotheke, Satz für Satz angeschaut und meine Kommentare und Fragen in rot dazu gestellt … …

Globuli: Die sanfte Medizin

Als unbedarfter Leser ohne Fachkenntnis erwarte ich jetzt natürlich echte Informationen zum Thema, denn ich bin ja in der Ratgeber-Sektion von T-Online …

Diese homöopathischen Mittel sollten Sie im Haus haben

Husten, Schnupfen, leichte Verletzungen oder eine Prellung: Manchmal lohnt es sich, alternative Heilmittel im Haus zu haben.

Na ja, zumindest für die Hersteller lohnt sich das immer …

Eine homöopathische Hausapotheke im Sammeletui enthält viele nützliche Mittel.

Aus Kundensicht wäre das Wort „nützlich“ meines Erachtens irgendwie zu belegen, den Nutzen für die Hersteller bestreitet niemand (und wir haben es ja hier mit einer Anzeige zu tun).

Wir erklären, welche Präparate sich für welchen Zweck eignen und unterstützend zu einer klassischen Behandlung eingesetzt werden können.

Ein hehres Versprechen, dessen Einlösung gleich überprüft wird. Aber was ist eigentlich eine „klassische Behandlung“?

Natürlich ist die Wirksamkeit bei allen Mitteln höchst umstritten und in keinster Weise wissenschaftlich belegt.

Was ist daran natürlich, wenn die Wirksamkeit „bei allen Mitteln“ umstritten und nicht belegt ist? Wenn ganz oben von Medizin bzw. „sanfter Medizin“ die Rede ist, und wenn versprochen wird dass der Einsatz bestimmter Präparate erklärt wird, dann ist dieser Satz sehr seltsam! Immerhin wird zugegeben, dass die Wirksamkeit der in der Folge vorgestellten homöopathischen (das Wort wurde leider vergessen) Mittel in keinster Weise wissenschaftlich belegt ist.

Ähnliches mit Ähnlichem heilen – auf diesen Grundsatz setzt Homöopathie, die auf den deutschen Apotheker und Arzt Samuel Hahnemann zurückgeht.

Ja, Hahnemann hat das behauptet. Blöd nur, dass der Hahnemannsche Grundsatz in dieser Form auf einem Denkfehler beruht.

Sollten Sie auf homöopathische Mittel setzen wollen, dann gehören einige Präparate am besten in Ihr Hausapotheken-Etui. Das kleine Täschchen passt auch praktisch in die Handtasche und hat die kleinen Helfer so auch unterwegs oder auf Reisen parat.

Schon hier wird also empfohlen für die eigene Hausapotheke Mittel zu erwerben, deren Wirksamkeit „in keinster Weise wissenschaftlich belegt ist“.

Homöopathische Mittel für leichte Verletzungen

Ob Sportverletzung oder Haushaltsunfall – als ein Mittel der Wahl für Zerrungen oder Prellungen gilt Heilpraktikern zufolge Arnica, das es wie alle homöopathischen Mittel in unterschiedlichen Dosierungen gibt.

Das stimmt, Heilpraktiker behaupten das gerne!

Auch beim gewöhnlichen Muskelkater entlastet Arnica die geplagten Muskelstränge.

In welcher Dosierung, bitte? Die Arnica-Pflanze selbst hat übrigens eine ganze Reihe von Wirkungen und wird tatsächlich medizinisch genutzt (Zitat Wikipedia: „… zur äußeren Anwendung bei Verletzungen und bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden„), ist aber wegen diverser Nebenwirkungen nicht für innere Anwendungen zugelassen. Als Globuli darf man sie natürlich schlucken, aber blöderweise konnten wissenschaftliche Studien keinen Nutzeffekt homöopathischer Arnikapräparate feststellen. Dieser Satz ist also eine dreiste Lüge!

Als weiteres Notfallmittel sind Rescuetropfen aus Bachblüten bekannt. Sie sollen das seelische Gleichgewicht nach kleineren Unfällen, Verletzungen, Schreckerlebnissen, oder Aufregungen wieder herstellen.

Das hat aber jetzt mit Homöopathie genau so viel zu tun wie Erdnussbutter mit der Erdrotation. Die – bis auf den Alkohol, ein Schnäpschen kann ja tatsächlich ein wenig die Aufregung lindern – völlig wirkungslosen Rescuetropfen gehören nicht zu den Homöopathika und haben in diesem Artikel nichts verloren. Es sei denn der Hersteller möchte hier werben – und siehe da, auf der NetMoms-Seite zur homöopathischen Hausapotheke sind die Tröpfchen auch zu finden (präsentiert von DHU, s.o.)…

Erkältung oder Halsschmerzen – das kann helfen

Belladonna – das Mittel aus Tollkirsche – kann bei Entzündungen und Fieber eingesetzt werden.

Klar kann es da eingesetzt werden, aber was bringt es? Welche Studien zeigen eine positive Wirkung? Und übrigens: Belladonna ist bekanntlich unverdünnt höchst giftig. Dass in dem Text keinerlei Hinweise auf die notwendige Verdünnung (auch wenn‘s die Homöopathen werbewirksam Potenzierung nennen) angegeben ist, finde ich schon recht merkwürdig. 

Bei Verkühlung, Blasenbeschwerden, bei Übelkeit aufgrund zu fettem Essen oder Verdauungsbeschwerden können Sie es mit Pulsatilla versuchen. Die Arznei aus Küchenschelle lindert die Beschwerden.

Hier fehlt wie oben der Hinweis, dass man natürlich nur homöopathisches Pulsatilla einnehmen sollte, denn einer der Inhaltsstoffe der Pflanzen hat doch recht unangenehme Nebenwirkungen (Erbrechen, Durchfall und Schwindelanfälle …), wenn jemand auf die Idee kommen sollte sich an der Pflanze selbst zu bedienen. Und wo sind die Belege dafür, dass diese „Arznei“ die beschriebenen Beschwerden lindert?

Bei plötzlich auftretenden Erkältungs- oder Grippesymptomen, Halsschmerzen, Heiserkeit, trockenem Husten kann Aconitum Linderung verschaffen.

… und schon wieder fehlt der Hinweis auf die einzunehmende Verdünnung – „roh“ verzehrt kann der Eisenhut (eine der giftigsten Pflanzen Europas) dafür sorgen, dass man in Zukunft definitiv keine Hausapotheke mehr braucht. 

Hilfe bei Insektenstichen, Blasen und Verbrennungen

Lästige Mückenstiche jucken angeblich weniger, wenn Ledum (Sumpfporst) eingesetzt wird.

Ja, angeblich! Ansonsten soll auch hier erwähnt werden, dass die Pflanze selbst diverse eher negative Wirkungen hat: Mögliche Vergiftungserscheinungen sind Erbrechen, Magen- und Darmentzündungen mit Durchfall, Schädigungen der Nieren und Harnwege, Schlafdrang, Schweißausbrüche, Muskelschmerzen und Aborte.

Nach Bienenstichen kann Apis (ganze Biene) die Begleiterscheinungen wie Juckreiz und Entzündungen lindern. Das gilt auch für Wespen- und Hornissenstiche.

Immerhin steht da, dass das Homöopathikum aus einer ganzen (zermatschten) Bine hergestellt wird. Aber Vorsicht! Bei Bienengift-Allergikern kann die Gabe von Apis in niedriger Potenz brandgefährlich sein, denn da reichen einzelne Moleküle umd eine allergische Reaktion auszulösen! Eine entsprechende Empfehlung nahm der WDR vor einiger Zeit nach zahlreichen Beschwerden vom Netz

Wer sich gegen Sonnenbrand schützen möchte, hält sich am besten im Schatten auf und sorgt für ausreichend Hautschutz mit entsprechender Sonnencreme.

Dieser Tipp ist trivial und richtig.

Zeigt die Haut nach zu viel Sonnengenuss rote Pusteln, dann kann das Mittel Sol britannicum gute Dienste leisten.

„Sol britannicum“? Wirklich? Da wird einfach Milchzucker in die Sonne gelegt und mit einem Glasstab umgerührt! Glauben Sie nicht? Ist aber so und hier nachzulesen:

Das Homöopathikum Sol wird hergestellt, indem man Milchzucker konzentrierten Sonnenstrahlen aussetzt und immer wieder mit einem Glasstab verrührt. Es gehört zur Gruppe der Imponderabilien.

Danach wird wahrscheinlich noch kräftig „verdünnt“, bzw. hier eher verrieben, um die gewünschte Potenzierung zu erhalten. Und das soll helfen? Geht es noch lächerlicher?

Auch Belladonna soll bei geröteter, heißer Haut helfen.

Hatten wir ja oben schon …

Sollten sie stärkere Beschwerden haben, gehen Sie unbedingt zum Arzt.

Oder gehen Sie besser gleich zum Arzt, das erspart gegebenenfalls Schmerzen, in jedem Fall Geld und sie bekommen dort in der Regel gleich richtige Arzneimittel, wenn sie denn welche benötigen …

Übelkeit und Durchfall – und was dagegen hilft

Auf Weg in den Urlaub rumort es bei einigen im Magen. Kaum steigen Sie ins Auto oder Flugzeug, geht es los. Wer unter Reiseübelkeit leidet, kann dieser mit ein paar Kügelchen Cocculus (Scheinmyrte) begegnen.

Wurde im Bekanntenkreis bei Kindern ausprobiert – brachte nichts (zum Glück waren Plastiktüten im Auto …)! Belege wieder einmal Fehlanzeige und übrigens beinhaltet auch diese Pflanze psychoaktive Substanzen, so dass es keine schlechte Idee ist, diese nur homöopathisch anzuwenden. 

Bei zu üppigem oder ungewohnten Speisen, die auf Magen und Darm schlagen, kann Nux vomica (Brechnuss) Abhilfe schaffen. 

Bei dieser Pflanze ist der Name Programm – kein Wunder, denn sie erhält mit Strychnin ein sehr bekanntes Gift.

Doch auch hier gilt: Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie auf alle Fälle einen Arzt aufsuchen.

Aber bitte einen richtigen …

Wirkweise von Kritikern in Frage gestellt

Streitpunkt dabei sind die wissenschaftlichen Beweise für dieses Therapiekonzept, die in der Tat fehlen.

Nein! Dass das „Therapiekonzept“ eine Wirkung hat zweifeln viele Kritiker gar nicht an, allerdings ist diese Wirkung vollkommen unabhängig von den (in höheren „Potenzen“ abslout wirkungslosen) Globuli! 

Kritiker halten der Homöopathie außerdem vor, dass die Globuli nur einen Placebo-Effekt erzielen.

Nein, das hält man der Homöopathie nicht vor. Man verweist nur gerne darauf, dass Homöopathika keine über den Placebo-Effekt hinausgehende Wirkung haben – und das ist schlicht und einfach eine in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigte Tatsache, der sich sogar explizite Befürworter von alternativmedizinischen Verfahren nicht entziehen können.

Immerhin sind die eingesetzten Arzneien extrem verdünnt.

Was heißt hier immerhin? Und was bedeutet extrem? In obigem Text wird an keiner einzigen Stelle erwähnt, ab welcher Verdünnung der vorgeschlagene Stoff zu verwenden sei. Dass das mit dem Verdünnen angesichts der vielen „Wirkungen“ der oben genannten Pflanzen eine gute Sache ist dürfte für jeden nachvollziehbar sein. Vielleicht sollten die Verfasser dieser Anzeige bei jedem der oben vorgestellten Stoffe vor den Nebenwirkungen beim „Rohverzehr“ warnen und die Mindestverdünnung ihrer Mittelchen angeben. Und überhaupt: Seit wann benutzen Homöopathen den Begriff „Verdünnung“? Heißt das bei denen normalerweise nicht Potenzierung

Inwiefern homöopathische Arznei das geeignete Mittel ist, muss letztlich jeder selbst entscheiden.

Das ist Unsinn! Man kann zwar selbst entscheiden, welches Mittel man zu sich nimmt – ob das dann geeignet ist oder nicht ist aber eine ganz andere Frage. 

Allerdings gibt es zumindest Hinweise darauf, dass Homöopathie bei bestimmten Krankheitsbildern hilft – etwa bei Hautausschlag, Schmerzen oder Stichen.

Welche Hinweise? Belege bitte! 

Gute Erfolge können die natürlichen Heilmittel auch bei Erkältung, Magenbeschwerden oder Kopfschmerzen erzielen.

Auch hier: Haltlose Behauptungen ohne jeden Beleg! Gerade bei Kopfschmerzen zeigte eine der methodisch besten Studien zur Homöopathie eindeutig, dass Globuli eben nicht wirksam waren.

Grundsätzlich gilt aber: Auch eine homöopathische Behandlung kann den Arztbesuch oder einen Gang zum Heilpraktiker nicht ersetzen. Insbesondere die Dosierung und Anwendungsweise muss immer mit einem Homöopathie-Experten besprochen werden.

Hier sollte man statt „homöopathische Behandlung“ dann doch besser „homöopathische „SELBST-Behandlung“ schreiben, denn es geht doch um eine Hausapotheke, also um Mittel, die man zu Hause im Falle eines Falles schnell anwenden kann- wie etwa ein Pflaster, ein Kühlkissen oder (echte) Kopfschmerztabletten. 

T-Online tut sich mit solchen als Ratgeber-Artikel getarnten Werbetexten sicher keinen Gefallen. Es zumindest viel deutlicher kenntlich gemacht werden, dass es sich bei diesen Artikeln um schnöde Werbeanzeigen handelt. Die kleine Klammer unter dem Seitenmenu ist da definitiv zu wenig.





Dem Herrn Müller seine Fünf oder das letzte Zucken einer versprengten Zahlenschwurblertruppe

12 05 2016

Eigentlich hatte ich nach ganz etwas anderem gesucht, aber nachdem ich auf diese Seite gestoßen war musste ich dort einfach weiter stöbern …. Es geht um das da:

penta00

Und auf den folgenden Seiten erfährt man dann etwas über diese „Lehre“ …

im Alltag, über ihren Schöpfer, seine Werke und über das Schiksal sowie die Perspektive der Pentalogie von Hans Müller erfahren Sie hier mehr.

Die Pentalogie von Hans Müller im Alltag? Was heißt eigentlich Pentalogie? Wikipedia weiß da etwas :

Eine Pentalogie von griechisch pentalogía (penta „fünf“ und logos „Wort“) ist eine Folge von fünf zusammengehörenden künstlerischen Werken

Die Beispiele (klar kenne ich die Anhalter-Serie von Douglas Adams, die als „vierteilige Trilogie in fünf Bänden“ reüssiert; während mir John Updike’s „Rabbit-Pentalogie“ völlig unbekannt ist) bringen in Hinsicht auf Herrn Müller keine Klärung, also musste ich mich weiter durch die Webseiten wühlen. Viel Neues sollte man da allerdings nicht erwarten, denn …

In dieser Lehre wurde nicht viel NEUES Wissen zu den Menschen gebracht, sondern ALTES Wissen mit einem Struktursystem verbunden, dass in seiner Pentamerie (Fünfstrahligkeit) den Menschen innerhalb seines Körpers repräsentiert. Dieser streckt sich mit seinem Kopf, den beiden Armen und den beiden Beinen mit genau 5 Teilen in die Umwelt hinein.

Also „ALTES Wissen“, neu in irgendetwas „Fünfiges“ strukturiert? Hä? Und überhaupt: Was war das mit der Fünfstrahligkeit? Genau 5 (fünf) Teile strecken sich … … hmmm, manche Männer würden da ja vielleicht – die einen mehr, die anderen weniger – widersprechen … … aber egal, das dürfte also ein Bild ergeben, das ungefähr so aussieht (danke Wikipedia):

220px-Pentagram.svg

 Aber halt, Herr Müller hat das obige Bild noch ein wenig weiter geführt, denn …

Mit hinzu zu nehmen sind dann 5 Lücken, wovon je zwei neben dem Kopf und neben dem Körper sowie eine zwischen den gespreizten Beinen liegt.

Holla! Lücken neben dem Kopf und neben dem Körper – und sogar eine zwischen den gespreizten Beinen!!!!!! Ääääh, ganz schnell das Kopfkino ausschalten! Am Ende kommt dann jedenfalls laut Herrn Müller folgendes Bild bei der Pentalodingens heraus:

penta04

Und die Zahlen? Wo kommen die denn jetzt her? Erwürfelt?  Wohl nicht! Denn immerhin wird schön ordentlich gegen den Uhrzeigersinn gezählt, oben bei 1 angefangen und links vom Kopf steht dann die Null. Und das gibt dann was?

Der Bezug, der durch den Fünfstern in Kombination mit den Zahlen -als wirkende Prinzipien- auf den Menschen hergestellt wird, ermöglicht eine sehr diffizile, genaue pneumatische (feinstofflich-geistige), aber auch somatische (körperliche) Analyse der individuellen Anlagen, vermutlichen Neigungen, potentieller Schwachstellen und Stärken, wenn man denn bereit ist, das Wirken der 10 Prinzipien als gegeben und richtig anzuerkennen.

Ein herrlicher Absatz! Ein „Fünfstern„, der ja eigentlich ein Zehnstern ist, wohl doch eher willkürlich zugeordnete Zahlen – und das alles soll dann irgendwelche Anlagen und Neigungen zeigen, „wenn man denn bereit ist“ den Quatsch als „gegeben und richtig anzuerkennen„. Das ist immerhin ehrlich, denn wenn man nicht bereit ist bleibt das eben Quatsch! Und was bedeuten die Zahlen jetzt? Nun ja,  wer ein wenig Zeit hat kann sich die 10 Zahlenprinzipien hier (“ … eine sehr freie, philosophisch geprägte Zusammenstellung einiger Eigenschaften, keineswegs vollständig …„) anschauen, ich habe mir ein paar Lieblingsprinzipien herausgesucht

  • Null, Ursprungs-, Wandlungs- und Endpunkt aller Zahlen. Null ist das Nichts, die Leere und ihr Gegenteil. Sie ist als 10: Alles in Allem, die Fülle.
  • Die Neun ist das eigentliche Moment der Zahl. Sie ist Kennzeichen des bewegenden Willens und der Zeit. Sie ist die schwingende, übermittelnde und übertragende Frequenz der Prinzipien. Die Neun ist an sich kein schöpferisches Prinzip. Sie zeugt nicht und schafft nicht selbst. Sie ist nicht polar, nicht zentral, nicht führend und nicht originell. Dafür ist sie vermittelnd, leitend und übermittelnd, obwohl sie selbst der Anleitung, der Anregung und Führung bedarf.
  • Für die Lücke zwischen den Beinen gilt: […] Sechs ist der zeugende Wille, die triebhafte Natur, der Kraftgeist, der in das Irdisch-Körperliche herabzieht. Sechs ist Attraktions- und Repulsionswirken. Sechs sind die körperlichen und animalischen Instinkte und Energien.[…] Die sechste Stufe bedeutet die Einordnung der oberen Dreiheit in den Bereich der elementaren Welt. Das Resultat der Schöpfung aus der Dreiheit des Geistes: 1 + 2 + 3 = 6.

Ja, toll! Während die Null auch eine Zehn sein kann und die Neun leitend Anleitung braucht wird bei der Sechs plötzlich und unerwartet (richtig) gerechnet: 1 + 2 + 3 = 6. Was bei der Sechs so wirklich, also im Detail, addiert wird ist zwar nicht so ganz klar, aber in dem schwafligen Geschwurbel besticht diese triviale Rechnung durch ihre Klarheit. Dann gibt es noch „Achsen„, die man einfach dadurch erhält, indem man gegenüberliegende Spitzen des DoppelpentagramsPrinzipien“ miteinander verbindet. Hier ein Beispiel ohne das dazugehörige Erklärungsgeschwurbel:

penta05

Nicht zur Erläuterung sondern zur weiteren Verschwurbelung trägt die auf dieser Seite zu findende „Kostprobe der Originalliteratur […] aus dem Werk „Strahlungsorganismus“ (Das strahlende System des menschlichen Geistes Band 5, Textausschnitt aus dem Kapitel „Die achsialen Verspannungen und ihre Lösung nach Zeiten, Seiten 288-293)“ am Ende bei. Und hier wird wieder gerechnet – dieses Mal aber nicht mit irgendetwas sondern mit Lebensjahren:

So löst sich zum Beispiel die Vertikalachse von Sechs nach Eins, als Spannung, die dem numerologischen Aspekt der Zahl 16 entspräche, mit 16. Jahren aus. […]

In entgegensetzter Richtung löst sich die Achse von Eins nach Sechs als Spannung mit 61 aus. Folgerichtig zu erwarten ist das mit 61 Jahren.

Herr Müller erblickte wohl dann die 5 Achsen und plötzlich fiel ihm etwas auf:

Werden die Achsen so herausgestellt, dass die beiden Lösungszeiten übersichtlich untereinander stehen, dann ist zunächst zu erkennen, dass die Anfangs- und Endzeiten gänzlich verschieden liegen, dass aber die Zeitabstände dazwischen die gleichen Längen, beziehungsweise die gleiche Zeitdauer aufweisen. Die Differenz macht in jedem Falle 45 aus. Analog dem ist das eine Zeitdauer von 45 Jahren.

Das musste er natürlich gleich noch einmal vorrechnen:

  • I.          16 bis 61:  Differenz zwischen 61 und 16 ist 45.
  • II.         27 bis 72:  Differenz zwischen 72 und 27 ist 45.
  • III.        38 bis 83:  Differenz zwischen 83 und 38 ist 45.
  • IV.        49 bis 94:  Differenz zwischen 94 und 49 ist 45.
  • V.         05 bis 50:  Differenz  zwischen 50 und 05 ist 45.

Was für einen Mathematiker offensichtlich ist* lieferte Herrn Müller eine sensationelle Erkenntnis und plötzlich ward ihm die Zahl 45 ganz ungeheuer wichtig:

Hier tritt die Zahl 45 als Zeit und als Frequenzwirken recht deutlich in Erscheinung. Sie ist stets in dieser Bedeutung anzutreffen, als höchst entscheidendes generelles Moment im Dasein des Menschen und aller Wesen.

Hat man erstmal die 45, dann kann man – wie Herr Müller – weiter damit herumspielen. Halbieren ist so eine Möglichkeit, dann erhält man 22,5 und diese Zahl wird dann auch irgendwie wichtig – und kriegt deshalb einen netten Namen: „Mittenauslösung„! Und wieder kann gerechnet werden, wobei auf das Kleinzeugs hinter dem Komma gerne verzichtet und mal ab- und mal aufgerundet wird.

Neben den Achsen gibt es noch „Ebenen“ (das ist einfach: wenn man 2 und 0 oder 3 und 9 oder 4 und 8 oder 5 und 7 in obigem Bild verbindet kriegt man eine solche) und Trigolone! Trigo-was? Gemach, das wird so erklärt:

Die Pentalogie kennt 3 Trigolone. Ein Trigolon ist charakterisiert durch drei Prinzipien, je eins aus der ‚ersten Welt‘, eins aus der ‚zweiten‘ und eins aus der ‚dritten Welt‘.

Wo die Welten jetzt herkommen sollte man nicht hinterfragen, weil es sowieso egal zu sein scheint:

Die Einteilung des Pentagramms in 3 Welten ist eine eingebürgerte Ausdrucksweise, man kann auch philosophisch herangehen und von 3 Sektoren sprechen.

Aha! Eine Welt ist also ein Sektor, zumindest wenn man philosophisch herangeht …

Die Null gehört keiner Welt an!

Ich finde es ja fies, die Null einfach von allen Welten auszuschliessen, wo sie doch (s.o.) auch eine 10 und damit „Alles“ sein kann.

Die Durchspannung der drei Welten eines Trigolons führt zur geometrischen Form des gleichseitigen Dreiecks und stellt für den Träger der Zahlen ein harmonisches Verspannungsmoment dieser Prinzipien dar, das sich von der Achsenverspannung durch den Grad der wechselseitigen Einwirkung abhebt. Schließlich sind bei der Achsenverspannung immer je 2, beim Trigolon je 3 Prinzipien beteiligt.

Und so sieht das dann aus (Beispiel):

penta06

Es gibt dazu noch ein Mutter-Trilogon (2-5-8) und ein Sohnes-Trigolon (3-6-9) – Töchter scheinen in der Pentalogie nicht zu existieren. Außerdem sind die Trigolone natürlich keine „gleichseitigen Dreiecke„, gleichschenklig ja, aber dass sie nicht gleichseitig sind sieht man sofort (die Seite ‚1-7‘ ist offensichtlich länger als die gleich langen Seiten ‚1-4‘ und ‚4-7‘). Was es damit auf sich hat wird ausnahmsweise mal nicht erklärt, über diese „Dreifachverspannungen“ kann man sich in den entsprechenden Kursen informieren – so man denn will (… ich verzichte gerne).

So richtig beginnt die Schwurbelei und Schwurbelrechnerei aber erst bei diesem Thema:

Das dynamische Pentagramm
beschreibt dagegen die individuelle bzw. spezielle Betrachtung, was sich durch die Auswirkungen des energetischen Verhaltens der Prinzipien ausdrückt. Um herauszufinden, wo die Prinzipien des (Geburts-)Datums in der dynamischen Betrachtung stehen, muss zunächst die Quersumme des Datums errechnet werden, welche gleichzeitig den Typ verrät. Die Endziffer muss einstellig sein und gibt an, welches Prinzip die Position der EINS erhält. Davon ausgehend wird logisch weitergezählt, wobei die dynamische Kreisung ebenfalls nur die Zahlen enthalten sollte, die im (Geburts-)Datum statisch enthalten sind und in die Betrachtung einfließen. Die Jahrhundert und Jahrtausendziffer wird zwar in der Quersumme hinzugezählt, für die statisch-dynamische Betrachtung des Individuums oder des Ereignisses werden diese beiden Zahlen in der Regel jedoch nicht berücksichtigt.

Verstehen muss man das aber nicht, denn auf dieser Seite kann man sein Geburtsdatum eingeben und erhält das bekannte Bildchen, jetzt aber mit einer Zahl in der Mitte und einer sehr eigenwilligen Belegung einiger „Spitzen“:

penta07

Klar, das liefert ganz viel Faselpotential, das sich zum Beispiel  so liest:

Menschentyp 2/Zwei
Zweiertypen unterliegen der bipolaren Wechselspannung und finden sich oft in gegensätzlichen Verstrickungen, zwischen oben und unten, Recht und Unrecht, diesseits und jenseits, sympathischem Anziehen und antipathischem Abstoßen. Trotz dieser Zerteilung wird dem Zweiertyp ein ruhiges Temperament nachgesagt, was ihn nicht davon abhält mehrere Sachen gleichzeitig zu verfolgen bzw. zubereiten. Wenn er sich für eins der vielen Dinge entscheiden muss, so tut er dies i.d.R. recht überlegt und wohl reflektiert. In Geldsachen und anderen wirtschaftlichen Gebieten bleibt er sich ein Leben lang treu, immer das Eigentum bewahren oder bedacht vermehren. Im Zweifelsfall kann dieser Typ sehr beherzt seine Überzeugungen vertreten bis hartnäckig durchsetzen. Da 2 eine weibliche Zahl ist gelingt es den weiblichen Trägern des Typs in den meisten Fällen besser damit zurecht zu kommen. Bei Einflüssen aus dem Umfeld sind es andere Frauen, die dem Typ in unbefriedigender Weise zu Entwicklungen verhelfen, die ihn in Intrigen verwickeln und zu Verlusten nahestehender Personen führen. […]

Pseudopsychologisches Geschwurbel vom Feinsten! Und das war jetzt nur ein Teil des Textes für die „2“ in der Mitte! Auf jeden Fall haben die Anhänger dieser sehr merkwürdigen Zahlenschwurbelmethode mehr als genug Material für ausuferndes und völlig sinnloses Gelaber, denn Herr Müller postulierte in einem seiner Werke sage und schreibe „47 pentadische Menschentypen“ (also 45 plus zwei!).

Apropos Anhänger der Pentalogie: Viele scheinen es ja nicht zu sein. Tatsächlich finden sich bei einer Googlesuche – neben der hier mehrfach zitierten Webpräsenz – kaum Einträge über diesen Unsinn (allerdings anderes numerologisches Schwachsinnszeugs, das sich auch so nennt). Aber die „Gesellschaft Penta e.V.“ hat immer noch einen Treffpunkt, der sogar mit „einem Multifunktionsgerät zum Drucken, Scannen und Kopieren“ ausgestattet ist. Dort gibt es die Bücher des großen Meisters, die allerdings ansonsten vergriffen sind. Nachdrucken geht leider nicht, da Herr Müller die Rechte an seinen Werken seiner letzten Lebensgefährtin übertragen hat – und die scheint sie nicht herausrücken zu wollen. Die letzten verbleibenden Fans (viele scheinen es nicht zu sein: 5 in Deutschland und eine Dame in Österreich) leiden zumindest nicht an Bescheidenheit, denn sie bieten sogar eine Penta-Akademie im Angebot. Auch die „Gesellschaft Penta e.V.“ möchten die letzten Verbliebenen wieder aufleben lassen, denn da ist in den letzten Jahren doch einiges passiert. Schien es zum Start in Sechzigern noch zwei andere Protagonisten, waren die irgendwann dann doch weg:

Diese beiden Männer gingen jedoch jeder seine eigenen Wege: das Institut für Pentalogie in Basel, dem Wohnsitz von F.G. erstarb mit den Jahren, die Beteiligung von H.E. ließ nach, als eine stärkere kommerzielle Ausschlachtung des Wissens unerwünscht war.

und weiter:

Nach Hans‘ Tod (Mitte der Achziger Jahre) wurde der Verein nicht gelöscht, er lag „auf Eis“, weil niemand aktiv war.

Das hätte es ja sein können, aber dann:

In den 90-er Jahren wurde der Verein durch Christas Initiative und den Unterschriften vieler ehemaliger Mitglieder reaktiviert, um einer neuen Gruppe <<Interessenten an den Quellen der Pentalogie von Hans Müller>> eine Platform zu geben, mit der sie (rechtlich) abgesichert sind.

Und dann wird`s tragisch:

Dieses anfängliche Wirken verlohr sich, als die Hauptperson aus „der neuen Gruppe“  absprang und erstarb vollends für viele Jahre, nachdem Christa bei einem Autounfall plötzlich verstarb.

Und trotzdem gibt es noch ein paar rührige Vertreter dieser Schwurbelei, die es sogar geschafft haben, ihren Nonsens an zwei Volkshochschulen unterzubringen: In Merzig gab es 2015 einen Kurs und die vhs Worms hat zumindest einen Informationsabend angeboten. Eine allzu große Zukunft dürfte diese Zahlenschwurbelei trotzdem wohl nicht haben. Aktuelle Kursangebote sind nicht zu finden, die Literatur ist nicht mehr verfügbar, die letzten Protagonsiten sind überwiegend im Rentenalter. Ersatz gibt’s ja in Hülle und Fülle, zum Beispiel bei Frau Wenzel – ihre Pentalogie („Der planbare Erfolg fürs Leben„)  hat zumindest ein hübscheres Bild auf dem Titel des selbstverlegten Buches.

 

<small>* Wenn man eine aus den beiden Ziffern a und b (a > b) gebildete zweistellige Zahl (10a + b) „herumdreht“, also die Zahl (10b + a) bildet, dann ist die Differenz zwischen den beiden Zahlen immer 9*(a-b), und da a-b hier immer gleich 5 ist … … egal! Wer erwartet hier schon mathematische Erkenntnisse?</small>





Karten auf den Tisch, Herr Flückinger: Wann gibt’s den nächsten Terroranschlag?

10 05 2016

Die Selbstüberschätzung einiger Astrologen ist schon wirklich widerlich. Ein ganz besonderes Beispiel dazu liefert der Schweizer Edgar Valentin Flückinger. In einem YouTube-Video behauptet er schon in der Überschrift:

Terror-Anschläge auf den Tag genau vorhersehbar

In dem dazugehörigen Beschreibungstext wird er deutlich:

Wie Terroranschläge auf den Tag genau feststellbar sind zeigt der Astrologe hier auf. Für Laien und Involvierte leicht nachvollziehbar. Die Daten der gefährlichen Tage basieren auf einer einzigen Planeten-Verbindung zur Sonne, die jeder Laie spielerisch lokalisieren kann. Das Programm zeigt den Atten-Tag und Katastrophe im Voraus genau an. Kein Terrorist vermag diese kosmischen Energien durch Plan und „Wahl“ zu umgehen.

Die Terroristen werden also quasi „gezwungen“ ihre Attentate an bestimmten, von Astrologen vorher berechenbaren, Tagen zu begehen? Wirklich? Und schon wirft er den Geheimdiensten Unwissenheit und Tatenlosigkeit vor:

Die Geheimdienste trifft somit den Vorwurf, dass sie aufgrund von haltlosen Vorurteilen und Besserwisserei fahrlässig Menschenleben aufs Spiel setzen. Sie lassen Opfer zu, die zumindest in manchen Fällen zu verhindern wären. Das Gefahrenpotential exakt bestimmbarer Tage zu bestimmen, ist keine Nebensächlichkeit. Sie nutzen jedoch diese markante Tatsache nicht.

Na los, Herr Flückinger! Dann zeigen Sie doch einfach, dass Sie das können! Sie behaupten, ihr über 40-minütiges Geschwurbel wäre unwiderlegbar? Ach, das Video ist mir wirklich egal, denn es geht um ihre Behauptung, diese Tage wären vorhersehbar. Na los! Wann finden die nächsten Attentate durch den IS statt? Nennen Sie zumindest die gefährlichen Tage, und diejenigen, an denen – gemäß ihrer Sterndeutung – nichts passieren „darf“. Das können Sie doch, oder? Zumindest behaupten Sie das:

Der Astrologie zeigt hier an nur einer einzigen Konstellation deutlich und unwiderlegbar auf, was als Vorsorge zusätzlich machbar wäre. JEDER „ATTENTAG“ ist genau lokalisierbar. Gleichzeitig auch jene Tage, die ohne zu erwartende Terror- Katastrophen verlaufen. Allein mit dieser Kenntnis von Monat und Tag, könnte ganz einfach viel Aufwand, und der Bevölkerung unnötige Angst erspart bleiben.

Auf geht’s! Schicken Sie mir ihre Daten, gerne auch per Privatmail (und auf Wunsch ohne Veröffentlichung), dann werden wir ja sehen, ob ihre wahnwitzigen Behauptung wirklich wahr ist oder doch nur ein Hirngespinst. Sie müssen natürlich ein entsprechendes Datum und den Ort mindestens eine Woche im Voraus nennen. Sie haben ja in ihrem Video von Ende April schon drei Termine für Brüssel genannt (den 2. Mai, den 7. Mai und den 16. Juni), von denen sie aber jeweils auch sagen, dass nichts passieren muss. Trauen Sie sich?

 





Prognosen 2016: Herr Bardel als Schwarzseherazubi

27 04 2016

Heute ein spezieller Vertreter der alljährlichen Prognoselabertaschen aus Österreich: Rainer Bardel. Der Mann hat gleich mehrere Texte im Laufe der letzten Monate zum laufenden Jahr geschrieben, und er scheint der Schwarzseherfraktion zuzurechnen zu sein. Denn irgendwie scheint sein Text dann zu Beginn wenig Hoffnung für 2016 erwarten zu lassen:

Russland revanchiert sich nun für die Sanktionen beim Westen und die BRICS-Staaten gründen eine neue Finanzunion als Gegengewicht zum IWF. Griechenland kann und wird seine Schulden nicht begleichen. Die Konflikte am Balkan, in Syrien und in Israel werden eskalieren und die Finanzwelt als auch die Europäische Union erschüttern und in der gewohnten Form auflösen.

Hmm, das ginge natürlich noch viel schwärzer, aber so ganz kriegt er die Kurve zum richtigen Schwarzseher noch nicht, denn das Nächste klingt fast positiv:

Der Mondknoten im Zeichen Jungfrau fordert eine Bereinigung unsauberer Machenschaften und Saturn im Zeichen Schütze verlangt grenzenlose Menschenrechte und eine Öffnung der Religionen.

Ok, die grenzenlosen Menschenrechte werden von irgendwelchen Gestirnsständen verlangt – und wenn keiner darauf hört? Dann wird’s halt wieder schwarz:

Ein Höhepunkt der Finanzkrise, Erdbeben, Unruhen und Neuwahlen in Österreich mit politischen Veränderungen erwarten uns von Mitte April bis Ende Juni und von Mitte September bis Ende Oktober.

Klingt alles nicht gut, aber überhaupt, da es schon nach Mitte April ist hat der Mann einen phantastischen Treffer gelandet! Auch wenn die Präsidentenwahlen in seinem Heimatland Österreich schon lange terminiert waren, ein solcher Prognosetreffer ist ja wirklich krass! Krass blöd!

Danach gibt es wieder ein wenig Positives („diplomatische Lösungen„) und nichtssagendes Blabla („Neuordnung der EU und der Finanzwirtschaft“) bevor es wieder um die gar nicht mehr so latenten Ängste geht:

Der schwarze Mond Lilith wechselt am 21. Mai vom Zeichen Waage in das Zeichen Skorpion und wird ungelöste Konflikte zwischen den Geschlechtern verschärfen, denn nun prallen fremde Kulturen mit einem Patriarchat und die Bewegung der Emanzipation zusammen. Die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht in europäischen Städten wurden von den Gestirnen angezeigt.

Ach, sie wurden „angezeigt“? Es wäre also nicht passiert, wenn die Sterne anders gestanden hätten? Astrologisch kann man ja alles begründen:

Lilith im Quadrat zu Pluto und in Opposition zu Uranus und der Mond in Konjunktion zum Fixstern Alkaid, welcher arabisch „die klagenden Frauen“bedeutet.

Und weiter gibt es noch so etwas wie eine Prognose:

Die Übergriffe auf Frauen werden sich häufen und es ist ratsam, Massenveranstaltungen in Kombination mit Drogen zu meiden.

Dann wird’s wieder irgendwie positiv:

Ängste und Vorurteile sollen aufgelöst werden, um diesen Herausforderungen zu begegnen.

… gefolgt von ein wenig Medienbashing:

Einige Medien tragen leider ihren Teil zur Eskalation dieser Problematik bei und hier ist ebenso die Handschrift von Putin zu erkennen.

Wie bitte? Die Medien sind zum Teil schuld? Und Putin?

Scheinbar hat den Mann bei seinem 2016-Text vom Januar dann doch etwas der Mut verlassen. Am 26. März, in seiner Terrorprognose, ist er dagegen erstaunlich „genau“ und gibt gefährdete Städte und gefährliche Tage an. Das sind dann folgende Städte:

  • Istanbul und Ankara in der Türkei
  • Berlin, Frankfurt und Köln in Deutschland
  • Kopenhagen in Dänemark
  • Stockholm in Schweden
  • Brüssel in Belgien
  • Paris, Lyon und Marseille in Frankreich
  • London in Großbritannien
  • Moskau in Russland
  • Tel Aviv in Israel
  • New York und Washington in den USA

… und die dazugehörigen „Termine“:

  • 5. April 2016 (schon daneben)
  • 17. bis 21. April 2016  Es sind zusätzlich Verluste bei den Börsen angezeigt (wieder daneben) 
  • 25. bis 28. April 2016  
  • 18. bis 21. Mai 2016
  • 27. bis 31. Mai 2016
  • 4. Juni 2016
  • 12. bis 15. Juni 2016
  • 19. bis 23. Juni 2016   Große Verluste an den Börsen
  • 29. bis 31. Juni 2016
  • 12. bis 14. Juli 2016
  • 31. Juli bis 2. August 2016
  • 16. bis 18. August 2016
  • 24. bis 28. August 2016

Dazu gibt es noch „herausfordernde  Zeitphasen prominenter Personen„, die sogar – ein wenig versteckt – weitere Prognosen enthalten:

  • 18. November 2017   Ein neuer Lebensabschnitt nach einer schweren Erkrankung der Bauchspeicheldrüse (zu Wladimir Putin)
  • 21. November bis 6. Dezember 2016   Das absehbare Ende der Präsidentschaft (Baschar al-Assad)

Am Ende folgt ein Blick auf die Fußball-EM in Frankreich, aber Herr Bardel will nicht verraten wer gewinnen wird. Stattdessen hat er auch hier eine Liste von Terminen, an denen die Sicherheit seiner Analysen nach irgendwie gefährdet  scheint:

  • Donnerstag, 16. Juni 2016  „666“ ist eine besondere Zahl
  • Freitag, 17. Juni 2016
  • Montag, 20. Juni 2016 Vollmond im Zeichen Schütze
  • Donnerstag, 30. Juni 2016  Mars wird direktläufig und Mond Opposition Saturn
  • Freitag, 8. Juli 2016

Insgesamt scheint Herr Bardel seinen Schwarzsehereien (zurecht) nicht zu trauen, denn ganz so katastrophal wie andere sieht er dann doch nicht. Bleiben seine vielen prognostizierten Terrororte und Terrortermine –  nichts als lächerliche Angstmache für seine (hoffentlich kaum vorhandenen) Fans. Ernst kann man so jemanden nicht nehmen, aber vielleicht schafft es ja eine seiner Prognosen in die jährliche Rückschau …

(Rainer Bardel ist die Nummer 25 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2016)

 

 





Youtube-Prognosen 2016: Katastrophen und Blabla

11 04 2016

Eine kurze Suche auf youtube nach Prognosen für 2016 liefert eine fast endlose Reihe von Videos mit überwiegend katastrophalen Voraussagen. Aber nicht immer ist die Katastrophe aus der Überschrift wirklich eine Prognose, wie schon das erste Video (22:05 Minuten) zeigt. Die Überschrift verspricht eine sehr genaue Prognose:

MASSIVE MEGA QUAKE PREDICTED TO DESTROY THE PACIFIC NORTHWEST 2-6-2016

Ein Mega-Erdbeben am 6. Februar? Wäre ja eine totale Fehlprognose gewesen, aber es war eben auch keine echte Prognosen. Es handelt sich um einen Zusammenschnitt mehrerer Dokumentationen der Art „was wäre wenn“ über eine real vorhandene Erdbebenzone in der Nordpazifikregion der USA – und zufällig hatten Wissenschaftler für ihre Simulation der Folgen eines Erdbebens das Datum 6. Februar gewählt … … in dem Video selbst wird – kurz nach Minute 16 – ganz deutlich gesagt, dass man den Termin für das von Wissenschaftlern irgendwann erwartete Beben eben nicht voraussehen kann.

In diesem „Video“ – einer fast 3-Stündigen Radiosendung (2:48:12), die 60 Prognosen verspricht – wurden ein paar Astrologen und Hellseher befragt. Nachdem die Astrologen Constance Stellas, Jeff Haarman (kein Wirtschaftszusammenbruch, erst 2020) und Dawn Silver (Hillary wird Präsidentin) so gut wie gar nichts sagen gibt es von der Hellseherin Laura Lyn (ab 1:55:00), die als „tsunami of positive energy“ vorgestellt wird, dann doch ein paar Prognosen. Sie erwartet für 2016:

  • Ein Hurricane bedroht Mexiko, löst sich dann aber durch die Gebete der dort Lebenden plötzlich auf
  • Ein katastrophales Erdbeben bedroht Mexiko, man könne es aber durch Gebete noch abwenden
  • Überschwemmungen in Mexiko (deren Schwere man durch Gebete beeinflußen könnte)
  • Terroranschlag in London (mit Chemiewaffen oder Ähnlichem, Ziel ist das Parlament)
  • Jemand aus der „royal familiy“ stirbt

Sie hat also ein absolutes Katastrophenfaible für Mexiko – und wenn nichts passiert, dann haben eben die Leute dort genug gebetet. Lächerlich! Als nächstes darf Lisa Caza ran (2:02:00), die in ihrem Blog verspricht ihre Prognosen regelmäßig upzudaten (allerdings nur bis zum 13. Februar). Sie gehört zu den Labertaschen und sagt nichts Spezielles – außer für die Börse:

The stock market is going to fluctuate wildly starting from February onwards. It will first take a major dip in February and then goes higher once more.

Ach ja, es sollen Touchscreen-Fernseher erfunden werden … … die gibt es allerdings schon seit 2011!

Das Medium Kerrie O’Connor (02:09:00) darf recht lange labern, sagt aber mit wenigen Ausnahmen kaum etwas Genaues voraus:

  • Donald Trump tritt als unabhängiger Kandidat zur US-Präsidentenwahl an, aber Hillary Clinton wird gewinnen
  • Ein schweres Erdbeben in Italien
  • März und April spielen die Börsen verrückt
  • Justin Bieber hat einen Unfall mit einem Flugzeug

Außerdem behauptet sie, dass man bereits vor Jahren Knochen einer Menschenrasse gefunden habe, die 13 bis 15 Fuß (also etwa 4 m) groß waren und deren „Kristallheilungskräfte“ bereits im Geheimen genutzt werden. Was für ein Quatsch!

Auf einem Video (32:11) mit der Überschrift „5 Nostradamus Predictions and Visions for 2016“ gibt es langweiliges Gelaber und keine einzige Prognose, die 9 Minuten lange Warnung vor dem 3. Weltkrieg hatten wir hier schon.

Unter den vielen, die für 2016 den Weltuntergang aus der Bibel herausgelesen haben möchte ich Richard H. Perry (zum Glück nur 7 Minuten) und David Vose (braucht 52 Minuten dafür) aufführen. Jedes Jahr das Gleiche, und jedes Jahr liegen die Weltuntergangspropheten daneben.

Noch viel länger ist das Video von Joseph Tittel aus New York – ganze 3:36:05 Stunden dauert sein Geschwurbel. Ob er nach der 39-minütigen Meditation zu Beginn dann vielleicht doch noch etwas sagt habe ich nur in Stichproben überprüft. Gefunden habe ich eine Kaffeepause (ca. 1:30:00), diverse Verschwörungstheorien (z.B. Nazis in der Antarktis) und die üblichen Katastrophenprognosen (Überschwemmung am Mississippi, Trockenheit und Feuersbrünste in diversen Teilen der USA, vielleicht eine weitere Katastrophe wie beim Hurrikan Kathrina, Erdbeben mit Tsunami in Japan, drei größere Erdbeben in China in den nächsten 18 Monaten, der nächste große Tsunami betrifft die Phillipinen, der 3. Weltkrieg hat schon begonnen, Trump wird nicht US-Präsident). So richtig spannend ist das aber nicht, denn irgend etwas Genaues kommt ihm nicht über die Lippen.

(Das sind die Nummer 16 bis 24 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2016)





Regierungswechsel in Deutschland, Revolution in Amerika und Wiesn oder Wasn Anschlag: Herr Ritter liest mal wieder aus Palmblättern

10 04 2016

Er hat es tatsächlich wieder gemacht, Thomas Ritter, selbst ernannter Palmblattdeuter und Besitzer eines beschädigten Kristallschädels, hat nach dem Ablauf seiner letzten Dreijahresprognose eine neue aufgelegt, gültig für die Jahre 2016 – 2018.  Klar, dass ich mir die Prognosen angesehen habe, denn in der Vergangenheit hatte er sich des öfteren sehr weit aus dem Fenster gelehnt und von Teroranschlägen in Frankfurt bis zur Ermordung des Papstes allen möglichen Quatsch vorhergesagt. Und auch für 2016 enttäuscht Herr Ritter nicht.

Irgendwie beginnt das Ganze aber etwas wirr, denn er wendet sich zunächst dem abgelaufenen Jahr zu:

Durch Wind, starken Regen und ungewöhnliche Wärme können ab September und Oktober 2015 alte, überwunden geglaubte, aber auch neue, und bislang in Europa unbekannte Krankheiten auftreten – es besteht die Tendenz zu einer seuchenartigen Ausbreitung dieser Leiden.

OK, das war wohl nichts. Also weiter:

Im Zusammenhang damit werden sich auch alte Weltbilder sowie Religionen bis zum Juni 2016 grundlegend verändern, und vielleicht sogar auflösen.

Was? Religionen lösen sich bis Juni dieses Jahres auf? Schön wär’s ja, dazu wird ein „friedliches Miteinander“ angekündigt – außer für die USA, denn dort …

[…] werden die Gläubigen auf alten Wahrheiten beharren. Dort kommt es zwischen August und September 2016 zu religiös motivierten bewaffneten Auseinandersetzungen.

Mitteleuropa hat es da besser, denn hier erwarten Ritters Palmblättchen bis Jahresende „große Veränderungen bei der Versorgung von Alten und Kranken […], die von vielen Betroffenen als gerecht angesehen werden.“ Damit sich niemand sicher fühlt wird dann gleich wieder diffus gewarnt:

Im Sommer jedoch ergeben sich insbesondere im Bereich der Wirtschaft und Politik in Europa ungeahnte Schwierigkeiten. Schwelende Konflikte brechen auf, und es wird viel diplomatischen Geschicks bedürfen, diese einigermaßen friedlich zu lösen.

Betroffen ist auch mal wieder die Finanzwelt, aber ganz schlimm soll es in „Amerika“ werden:

Vor allem in Amerika wird es jedoch wegen der eskalierenden sozialen Ungleichheit 2016 Unruhen geben. Die wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung und die Wut gegen grassierende Korruption sind groß genug, um eine regelrechte Revolution auszulösen, die mehr ist als nur ein politischer Aufruhr.

Unklar ist, ob damit jetzt die USA gemeint ist oder andere Staaten. Egal, solche Prognosen hatte der Mann bisher jedes Jahr in seine Prophezeiungen eingebaut, das Szenario scheint ihn zu faszinieren. Das Thema Flüchtlinge kommt natürlich auch vor, und hier hat er eine sensationelle Prognose auf Lager:

Ein immer größeres Problem in Zentraleuropa sind die Flüchtlinge aus zahlreichen Ländern. Unter dem Druck der Situation gibt die amtierende Regierung ihre Amtsgeschäfte Mitte 2016 auf. 

Oha! Unsere Regierung gibt Mitte des Jahres auf? Wirklich? Da wette ich doch gerne dagegen …

So richtig schwarz sieht Herr Ritter wieder einmal für den Papst bzw. Rom:

Neben den zerstörerischen und verlustreichen Angriffen in Rom auf den Sitz des Oberhauptes der katholischen Kirche … 

… und auch für Süddeutschland, wobei nicht ganz klar ist, ob die Münchner Wiesn oder der Stuttgarter Wasn gemeint ist, wenn der Mann ein blutiges Attentat ankündigt:

… wird sich das blutigste Attentat im Herbst auf einem großen Fest im Süden Deutschlands ereignen. Durch Explosionen kommen dort viele Menschen zu Tode, noch mehr werden verletzt.

Es folgt noch eine kleine Wetterprognose, wobei ein Teil bereits jetzt offensichtlich falsch ist, denn der Winter ist jetzt, im April 2016, längst vorbei:

Auch das Wetter trägt zu den Problemen bei. Der Sommer 2015 kommt früh, es ist heiß trocken schon im Frühling. Der eigentliche Sommer dagegen zeigt sich nur mäßig warm, aber recht naß. Der Winter bleibt bis in den April 2016. Nur langsam wird es wärmer, der Sommer zeigt sich verregnet und führt an den großen europäischen Strömen wieder zu Überschwemmungen. Im Herbst 2016 toben viele schwere Stürme und verursachen fürchterliche Schäden.

Aha, Überschwemmungen und schwere Stürme – für die Stürme werden sogar betroffene Länder genannt:

Die Sturmfluten an den Küsten hinterlassen Chaos, Deutschland, Polen, Skandinavien und Holland stehen müssen hohe Kosten für den Wiederaufbau aufbringen.

Es bleibt also alles beim Alten. Herr Ritter behauptet irgendwelche Katastrophen aus alten Palmblättern herausgelesen zu haben und blamiert sich wieder einmal mit deren Veröffentlichung auf seiner Webseite. Immerhin dürfte die ein oder andere seiner Prognosen ihren Weg in die jährliche Prognoserückschau finden.

 

(Das ist die Nummer 15 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2016)





Der Sportastrologe macht Pause – und erstaunt mit Selbsterkenntnis

7 04 2016
Der selbst ernannte „Sportastrologe“ Jannis Okun („Fußballastrologe“ wäre wohl ein passenderer Titel) hat auf seinem Blog AstroArena eine Pause angekündigt. Dort hatte er bisher allerlei Prognosen – überwiegend zu Fußballspielen, andere Sportarten spielten nur eine Nebenrolle –  abgegeben, sich diverser Treffer bezichtigt und durfte in der Folge bisweilen auch in den Medien über irgendwelche Fussballspiele, den Ausgang der Bundesliga oder die Zukunft einzelner Mannschaften reden. Inzwischen hat er scheinbar selbst gemerkt, dass seine im Blog zu findenden Prognosen weit von der Qualität entfernt waren, die er wohl selbst erwartet hatte. Seine Pause leitet er mit dem Eingeständnis seines Scheiterns bei den letzten beiden Vorhersagen ein:
Bereits nach meinen Prognosen vor der Länderspielpause, die man wohlwollend noch als “Negativlauf” hätte bezeichnen können, äußerte ich, wie froh über die zwei folgenden freien Wochen bin. Gleich nachdem diese vorbei war, versemmelte ich dann die nächste Prognose auf hochtrabende Weise als ich einen Wolfsburger Sieg in Leverkusen vorhergesagte[…]Nur fünf Tage später folgte dann der nächste Fehlschlag auf ganzer Linie. Der sportastrologe prognostizierte, dass der VfL “keine Chance” gegen Real Madrid im Champions-League-Viertelfinale haben würde.
Bekanntlich gewann Leverkusen gegen Wolfsburg klar mit 3:0 (sein Tipp war 1:3) und Wolfsburg schlug dann Real Madrid mit 2:0 (hier hatte er auf 0:3 getippt). Nun ja, Fehlprognosen sind ja nichts Besonderes, die kommen ja immer wieder mal vor, aber dass sich ein selbst ernannter Prognostiker ein Scheitern auf der ganzen Linie bescheinigt ist bemerkenswert:
Selbst wenn man sich die ganzen Prognosen der letzten Wochen genauer ansieht, z.B. die Analysen zu einzelnen Spielern, so muss man konstatieren, dass hier aber auch so gut wie gar nichts stimmte, nicht selten sogar das Gegenteil eintrat. Es war kein Pech und keine Prognosen, die man doch noch in irgendeiner Form als Erfolg hätten werten können (z.B. später Ausgleich bei einer Siegprognose), nein, es war in aller Regel ein Versagen auf ganzer Linie. Ohne Wenn und Aber.
Soviel Selbsterkenntnis habe ich von einem Astrologen lange nicht mehr gelesen, auch wenn er diese ein klein wenig verwässert. Dass Astrologen es gerne als „Erfolg“ ansehen, wenn ihre Siegprognose durch einen späten Ausgleich „gekillt“ wird fand ich schon immer sehr eigenartig – wenn ich Sieg voraussage und es endet Unentschieden dann lag ich eben falsch. So richtig erstaunt hat mich dann noch der folgende Satz:
Um einem “aufmunterndem” Argument von Vornherein den Wind aus den Segeln zu nehmen
– der Einwand, das ich hier ja auch schon “viele herausragende Prognosen” abgeliefert hätte (dies ist übrigens keineswegs statistisch belegt), wird mit jeder Fehlprognose mehr und mehr ad absurdum geführt.
Ich gebe ja zu, dass ich diesem Blog nur ganz sporadisch etwas Aufmerksamkeit gewidmet habe, weil ich erstens kein großer Fußballfan bin und mir zweitens jedweder Sportwettenkran gepflegt am Allerwertesten vorbei geht (Herr Okun postet bisweilen seine Wettscheine, am liebsten natürlich wenn er damit gewonnen hat – auch wenn er dazu gar keinen Artikel auf seinem Blog veröffentlicht hatte), aber dass er den ein oder anderen Treffer gelandet hat ist mir nicht entgangen. So richtig spektakulär fand ich die  Treffer allerdings nicht, denn er hat oft so viele Namen oder mögliche Entwicklungen vorab in den Vordergrund gestellt – und dann in der folgenden Analyse einfach vergessen, wenns denn nicht gepasst hat. Und bevor man etwas überhaupt statistisch beurteilen kann müsste man vorab das gesamte Procedere (z.B. die Art der Prognosen; was gilt als Treffer, was als Niete; usw. usf.) festlegen, darauf hatte ich Herrn Okun schon während der WM 2014 hingewiesen.
Zu seinen „besonderen Treffern“, denen er in seinem Blog eine eigene Rubrik widmet, ein paar Zitate aus einer seiner von ihm selbst als Topprognosetreffer eingestuften Voraussage zum DFB-Pokalfinale 2015 (Wolfsburg siegte 3:1 gegen Borussia Dortmund):
  • Mit den starken Aspekten der Offensivkräfte kann ich mir ein anschauliches, offenes Finale vorstellen. Ich bin mal mutig und tippe auf ein 2:2.
  • Eine Entscheidung erst im Elfmeterschießen halte ich schließlich für gut denkbar.
  • Wolfsburg holt sich zum ersten Mal den Pokal. Die starken Transite haben sich bestätigt. Als das Pokalfinale feststand, war ich mir schon ziemlich sicher, dass der VfL es packt. Erst als ich heute noch mal den BVB durchgeschaut habe und neben Jupiter Trigon Saturn im BVB-Vereinshoroskop noch auf die Aulösungen bei Reus und Aubameyang gestoßen bin, sind mir noch mal Zweifel gekommen.
Dazu gibt es viele Horoskopbildchen und ganz viel Astroblabla a la …
Sonne und Merkur in Opposition zu Mars wäre als kritischer Transit vorhanden bei einer Geburtszeit nachts/morgens. Venus Trigon Mondknoten sieht dagegen positiv aus. Im Quadrat zur Venus würden Sonne und Merkur bei einer sehr späten Geburtszeit stehen.
Die Sätze galten übrigens dem Dortmunder Spieler Marcel Schmelzer. In seiner Nachbetrachtung schreibt sich Okun dann einen „Treffer“ gut, weil der Dortmunder Verteidiger eine zu einem Tor führende Flanke nicht verhindern konnte. So richtig toll ist dieser Treffer eh nicht. Eine der beiden Mannschaften wird gewinnen (50%-Chance), hier hatte er richtig gelegen. In den Details (2:2, ggf. Elfmeterschießen) eben nicht.
Hoch anzurechnen ist Herrn Okun, dass er  tatsächlich versucht seine Prognosen „transparent“ zu machen – wobei allerdings der auch von ihm benutzte, sehr schwammige, Astrologensprech (siehe Schmelzer-Beispiel) eine für die kritischen Analyse notwendige, möglichst objektive Einschätzung seiner Aussagen verhindert. Ich glaube ihm natürlich, dass er seine astrologische Tätigkeit ernst nimmt (genommen hat?), jetzt will er sich auf jeden Fall – wahrscheinlich – eine Pause gönnen:
Um die Sache zum Ende zu bringen. Ich werde hier – wenn überhaupt – bis zum Ende der Saison nur noch ganz vereinzelt meine astrologischen Ergüsse unter die Leserschaft bringen. Was dann zur Europameisterschaft passieren wird, steht in den Sternen – obwohl sicher bin ich mir diesbezüglich auch nicht mehr… Vor allem meine Masterarbeit freut sich über die neu hinzugewonnene Zeit in den kommenden Wochen
Für seine Masterarbeit wünsche ich ihm natürlich gutes Gelingen, und falls er zur EM ein paar Prognosen hat werde ich mich natürlich mit diesen beschäftigen. Manche werden vielleicht auch hoffen, dass die ausführlichen Diskussionen mit ihm im Blog von Florian Freistetter  vielleicht doch Wirkung gezeigt haben. Seine Pausenankündigung klingt auf jeden Fall so, als würde er durchaus auch an seiner Methode zweifeln. Vielleicht hat er es inzwischen selbst gemerkt, dass die von ihm häufig vehement verteidigte Sterndeuterei einfach keine vernünftigen Ergebnisse liefern kann. Er wäre nicht der Erste