EM-Orakel – die aktuellen Outtakes

8 06 2012

Kurze Pause bei meiner Jagd nach Prognosen im immer größer werdenden EM-Orakelzoo. Neben Tieren tummeln sich noch ganz andere – nun ja – Geschöpfe im EM-Orakelgewerbe; bzw. sie versuchen es zumindest. Einiges davon ist so daneben, dass es meiner Meinung nach nicht einmal als Persiflage durchgeht.

So wie bei diesem Video: Wenn man die beiden nicht ‚mal unterscheiden kann, dann ist das einfach nur doof. Das können andere Radiosender dann doch besser: das Video mit dem topfschlagenden Herrn Böttcher leidet nur darunter, dass die entscheidende Phase erst nach zweiminütigem Vorgeplänkel beginnt:

Nicht fehlen darf natürlich Eddy, das saufende EM-Orakel. Die erste Prognose des Oberprolls wird Samstag gegen 15 Uhr erwartet – wenn er genug „Kurze“ intus hat (… und hier ergänzt). Und klar, Eddy trinkt die deutsche Flasche aus …

Bei diesen beiden Jungs und dem Hund „Odin“ wird noch ein wenig geübt. Nicht nur dass Odin zunächst nicht zu den Leckerlis rennen will, den beiden fällt dann plötzlich ein, dass der Versuchsaufbau mit 2 Näpfen ja gar kein Unentschieden zulässt … … und warum unter dem „Siegesnapf“ Griechenland steht wird auch nicht erklärt.

Wenn man es zwingen will wird es zeitaufwändig: Hund Sunford will einfach nicht auf Deutschland tippen … … also wird so lange wiederholt bis es klappt, und das dauert dann eben.

Das absolut schrägste ist natürlich dieses Bruswarzenorakel von Handpuppe „DingDong“:

OK, es blinkt am Ende die deutsche Brustwarze.





Das nervenaufreibendste EM-Orakel …

8 06 2012

… heißt Ślimak und spannt die Zuschauer ein wenig länger auf die Folter als alle anderen EM-Orakel bisher:

Das Ergebnis werde ich morgen natürlich in die Liste des Orakelzoos mit aufnehmen …





Neues aus dem Orakelzoo: Yvonne setzt auf Portugal, Affen und Katzen auch!

8 06 2012

Wenn es um Fußball geht ist Deutschland scheinbar vollkommen im Orakeltier-Fieber. Noch immer finden sich neue Mitspieler beim Prognosespiel und die Mehrheit der Tiere ist dabei weiterhin von einem deutschen Sieg überzeugt – aber es gibt auch erste Zweifler. Aber Moment! Sind diese tierischen Orakel denn eigentlich wirklich mit einem reinen Zufallsversuch – also einem Münzwurf oder Würfeln – zu vergleichen? Glücklicherweise gibt es von den meisten Orakeln inzwischen ausreichend Videomaterial um diese Frage zumindest teilweise zu beantworten.

Zunächst einmal wird bei den in der Mehrzahl üblichen Futterorakeln fast ausschließlich auf Sieg oder Niederlage getippt. Was ist aber, wenn das Spiel unentschieden ausgeht? Und welchen Einfluß haben die ebenfalls anwesenden Herr- und Frauchen? Bereits beim ersten Futterorakel im ZDF-Fernsehgarten war überdeutlich zu sehen, dass die Moderatorin unbedingt einen Sieg für die deutsche Mannschaft vorausgesehen haben wollte. Ja, ich weiß! Ist alles nur Spaß, aber muss man – wie zu Beginn dieses Videos – nicht das Ende des „Experiments“ abwarten statt vorsichtshalber ein Unentschieden als Ergebnis zu postulieren, weil die Ratte auf dem Weg zur portugiesischen Fahne war? Noch eindeutiger ist die Manipulation bei Xaver, dem BR1-Orakel-Hund. Dass der Hund das Tor mit den Weißwürsten dem mit der (geschlossenen!) Rotweinflasche vorzieht ist nicht üerraschend. Dazu noch eine eindeutige Geste des beteiligten Moderators um den Hund ins deutsche Tor zu locken – nein! Das kann man wirklich nicht zählen!!!! (Dann schon eher diesen topfschlagenden Moderator namens Böttcher …)

Egal! Schauen wir uns trotzdem die Ergebnisse weiterer EM-Orakel an – insgesamt dürften die Fußballfans hierzulande mit den meisten Prognosen zufrieden sein.

Der von RadioTon aus Heilbronn aufgebotene Affe Sina tippt auf – Portugal! Ebenso übrigens sein menschlicher Gegenspieler (die machen da einen Orakelkontest Mensch – Tier).

Für die Europawelle SR1 (NEU!) darf eine Orang-Utan-Dame namens Struppi ran. Die ist  aber so verfressen, dass sie sich beide mit Leckerli gefüllten Plastikflaschen greift. Der Betreuer entscheidet: Unentschieden!

Auch in der Frauenzeitschrift Brigitte wird orakelt (NEU!): Enno, der Redaktionshund, tippt auf Deutschland.

Radio Ingolstadt (NEU!) bietet eine griechische Landschilkdkröte namens Crabby auf. Die Gurke aus dem deutschen Schälchen wird verputzt, also Sieg für Deutschland. Artgenossin Sissi tippt für Radio Antenne1 (NEU!) jedoch auf Portugal.

Das zweite Mops-Orakel (Vito von Radio Bonn/Rhein-Sieg) ist sich mit dem Redaktionsmops Otto von Radio Nordbayern (den hatten wir schon) einig: Deutschland gewinnt.

Für „RadioBerg“ orakelt Timmy, noch ein Hund. Er bringt den portugiesischen Ball zurück – nach Affe Sina das zweite Tier, das auf Portugal setzt …

Dieses Video hatte ich oben schon erwähnt. Es werden gleich alle drei deutschen Vorrundenspiele vorausgesagt, und  für das Portugalspiel tippt Ratte Sterndal auf Unentschieden. Kein Grund zur Sorge für die Fußballfans, denn Lana (Hund) und Anouk (Katze) sehen für die folgenden Spiele Siege der deutschen Elf.

Seehund Max von der Ems-Vechte-Welle (NEU!) scheint ebenfalls auf Deutschland zu setzen – obwohl mir das Ganze doch ein wenig abgekartet aussah. Hatte der Herr Tuscher wirklich auch in der anderen Hand einen Fisch?

Die Orakelsuperstar-Kuh Yvonne wählt das Eimerchen mit der portugiesischen Fahne – also doch eine Niederlage für Deutschland?

Dem widerspricht die Eule Argus (NEU!), sie wählt die deutsche Fahne. Und auch Hund Emil (NEU!) von der Landeswelle Thüringen stürzt sich sofort auf die deutsche Wurst: Zwei Stimmen für Deutschland.

Die Flachlandtapirdame Evi (NEU!) aus dem Zoo Krefeld darf ohne sichtbare Beeinflußung den Freßnapf aussuchen: Noch ein Rüssel für Deutschland!

Noch genauer (und NEU!) ist der „Marketinghund“ (was ist denn das für eine Rasse?) Life der BERA Gmbh: Er zieht Bälle und sieht ein 2:0 für Deutschland!

Dieses private Katzenorakel (NEU!) lässt gleich 3 Katzen (Jerry, Stella und Joschi) zwischen den beiden Ländern wählen. Alle 3 (!) entscheiden sich für Portugal!

Auch Affe Erwin (NEU!) vom Radiosender Donau3FM entscheidet sich nach ein wenig hin und her schließlich für das Futter mit der Portugal-Flagge.

Eine ganz andere Orakelidee gibt es bei den Leuten von „Welt Kompakt“ (NEU!) zu bestaunen. Ihre Orakelschildkröte „Schröte“ läuft auf eine Reihe kleiner Papierfiguren zu, und wenn sie eine davon umwirft, dann bedeutet das „Niederlage!“ für das entsprechende Team. Hier hat sie Cristiano Ronaldo gefällt … … also Sieg für Deutschland.

Mimi Munjak (NEU!)aus dem Bergtierzoo Erlenbach entscheidet sich für – Deutschland.

Das ergibt insgesamt bis jetzt:

14 x Sieg, 3 x Unentscheiden und 6 x Niederlage für die deutsche Mannschaft.





Portugal verliert – meint der Orakelzoo bis jetzt

6 06 2012

Noch immer wächst der Orakelzoo (die Elefanten Sharuk und Shanti aus Hamburg sollen mitspielen, ein Papagei namens Lorenzo aus Hannover wird hier erwähnt und eine Krake namens Rosi aus Rosenheim) – und gleichzeitig gibt’s die ersten Prognosen zum Spiel der deutschen Mannschaft gegen Portugal. Die Menge der Orakeltiere sorgt dabei dafür, dass mit ziemlicher Sicherheit mindestens ein Tier nach der Vorrunde mit einer 100%igen Trefferquote dastehen wird (ich betrachte natürlich nur die Prognosen zu Spielen der deutschen Mannschaft) – es sei denn, das ein oder andere Spiel geht unentschieden aus. Während die Krakenparade bei der Frauenfußball-WM im letzten Jahr immerhin auch auf Unentschieden tippen konnte, sieht das die übliche Orakelmethode mittels Wahl eines fahnengeschmückten Futternapfs oder –eimers gar nicht vor (ok, es gibt ein paar Ausnahmen). Man könnte sich natürlich etwas einfallen lassen, um auch den Tipp „Unentschieden“ zu ermöglichen, wenn z.B. das jeweilige Tier aus beiden Gefässen futtert oder sich innerhalb einer zu definierenden Zeit partout nicht zwischen den beiden angebotenen Leckereien entscheiden will (das gilt z.B. für die Orakelgarnelen). Beim absoluten Superstar der Orakeltiere – der Kuh Yvonne, die im letzten Jahr das Sommerloch mit ihrer monatelangen Flucht füllte – ist das aber schon ‚mal nicht der Fall, denn sie darf nur zwischen 2 Eimern wählen. Immerhin hat es das von Bayern 3 ausgewählte Vieh bereits jetzt geschafft,  deutschlandweit  in so ziemlich allen Medien erwähnt zu werden und für ihre erste Prognose haben sich laut dieser Meldung 15-20 Fernsehteams angesagt. Wenn sie jetzt auch noch die Fußballspiele richtig voraussagt, dürfte ihr ebenso ein Denkmal gesetzt werden wie dem legendären Paul – und es droht ein neuer „Wiesn-Hit“ (nein, den verlinke ich nicht nochmal).

Bis jetzt, knapp 70 Stunden vor Spielbeginn, ist das Votum des Orakelzoos eindeutig, denn für die Löw-Kicker lautet das Zwischenergebnis:

4 x Sieg – 1 x Unentschieden – 0 x Niederlage

Insbesondere der Tipp von Elefantendame Nelly macht Hoffnung, denn die hatte immerhin im letzten Jahr alle Spiele der deutschen Frauennationalmannschaft richtig getippt (bei den anderen Spielen lag sie bisweilen daneben). Bei ihrer Prognose traf sie sicher ins Tor der Portugiesen (hier der Videobeweis!) – und das sollte dann den männlichen Kickern am Samstag Abend doch auch gelingen … (… oder ist Nelly eine Emanze und möchte die Männer ärgern?)

Kurz zu den anderen, bereits vorliegenden Prognosen für das Portugalspiel:

Bereits letzten Sonntag durfte das Hündchen Louis im ZDF-Fernsehgarten seine Prognose abgeben. Statt eines der unter einer deutschen bzw. portugiesischen Fahne hängenden Würstchens zu wählen entschied es sich für eine Diät, so dass ich das Ganze klar als Unentschieden werten möchte.

Redaktionsmops Otto von Radio Nordbayern hat sich am Montag klar und deutlich entschieden: die deutsche Knackwurst war ihm lieber als der Portugal repräsentierende Tunfisch, also Sieg für ´Schland. 

Herr Zottel hat sich ebenfalls schnell und eindeutig auf eine Seite geschlagen: Deutschland gewinnt

Die Orakelgarnelen haben das deutsche Futter gewählt!

Tja, ich hätte ja auch gerne einige Prognosen von Astrologen, Hellsehern oder Wahrsagern präsentiert, aber bisher kenne ich außer den hier erwähnten keine. Scheinbar ist die professionelle Augurenzunft zu feige um einfache (aber auch einfach nachprüfbare) Prognosen zur EM zu erstellen. Na ja, es ist ja noch ein wenig Zeit bis zum ersten Spiel.





Schweine, Elefanten, Frettchen und Kraken – der EM-Orakel-Zoo wächst (mit neuen Updates)

5 06 2012
Am 8. Juni beginnt die Fußball-EM in Polen und der Ukraine und schon seit Tagen melden die Medien die ersten tierischen EM-Orakel, die die Nachfolge des legendären aber bereits verstorbenen Orakelkraken Paul antreten sollen. Hier ein Überblick über den aktuellen Stand des Orakelzoos:
Warum in Kiew tritt ein Eber  namens Funtik antritt wird nicht genau begründet. Vorsichtshalber setzt man dort zusätzlich noch auf einen – ja doch! – Kraken namens Pawlyk.
Dagegen wurde die Elefantenkuh Citta in Krakau regelrecht gecastet. Im Gegensatz zu einem Esel und einem Papagei aus dem örtlichen Zoo lag Citta bei der Prognose des Champions-League-Finales richtig und darf nun auch bei der EM ihre Fähigkeiten ausprobieren.
Eine Art Qualifikation musste auch Mini-Schwein „Uli Fairkel“ aus Bochum durchlaufen. Beim DFB-Pokalfinale lag das Vieh richtig und darf deshalb auch ein paar Spiele orakeln. (Update 2.6.: Das Vieh ist auch auf Facebook und seine bisherigen Prognosen gibt’s bei Youtube … … das Ganze ist übrigens Werbung eines Energieversorgers)
Weiter am Start sind

Aber das sind noch lange nicht alle tierischen Orakel. Noch nicht auf ein Tier festgelegt haben sich baden.fm (zur Auswahl stehen Esel Arthur, Rentier Ella und Murmeltier Jogi) und Radio Trausnitz (das Casting beginnt erst).

Dass die SeaLife-Aquarien in diesem Jahr auf eine Orakelshow verzichten wollen mag ich noch nicht glauben und es wird spannend, ob die Leute dort (wie 2010) wieder mehr auf tierische Vielfalt setzen (die letztjährige Oktopusparade bei der Frauenfußball-WM war wenig erfolgreich). Vielleicht darf ja das „Trörakel“ Nelly (richtig, noch eine Elefantendame) aus dem Serengeti-Park wieder ihre Prognosekunst zeigen. Fast schon traditionell könnte auch der Chemnitzer Zoo wieder irgendwelche Tiere ins Rennen schicken – und vielleicht liegen die dieses Mal nicht gar so oft daneben wie bei der WM 2010.

Auf jeden Fall sind die Orakeltiere wesentlich unterhaltsamer als die in früheren Jahren häufiger vor irgendwelchen Spielen befragten Astrologen.

Update 3.6.: Im ZDF Fernsehgarten sollte Hündchen „Louis“ das Siegerwürstchen anbeißen – tat das aber auch dann nicht, als ihm die Moderatorin das Zeugs von der deutschen Seite quasi in die Schnauze stopfen wollte. Natürlich wertet die Moderatorin das trotzdem als gutes Omen …

Updates 4.6.:

Der Chemnitzer Zoo hat sich doch tatsächlich aus dem Prognosegeschäft zurückgezogen. „Es gibt kein Orakel mehr. Der Aufwand ist zu groß“ wird die Zoochefin zitiert. Gut, dass gleich um die Ecke, beim Minizoo in Aue, Ersatz bereit steht: Mörmel und Ferret heißen die beiden Zwergotter, die die Chemnitzer Fehlprognosenblamage anläßlich der WM 2010 korrigieren und als Otterakel Geschichte schreiben wollen. Mit der Einschätzung Meines Wissens sind wir in Deutschland bis jetzt die Einzigen, die ein Fußball­orakel haben“ liegt Tierpark-Chefin Bärbel Schroller (46) allerdings schon ‚mal meilenweit daneben.

Auch die SeaLife-Aquarien halten sich bisher bedeckt. Laut einer Sprecherin soll es dieses Mal keine Prognosen, aber eine Art Maskottchen für die deutsche Mannschaft geben. Ausgekuckt hat man sich dafür ein Axolotl – ob das dann noch zu einem Axolotrakel mutiert?

Die Badische Zeitung bietet ebenfalls ein EM-Orakel auf, sucht allerdings noch einen Namen für die hübsche Wollschweindame. Ich habe Pauline vorgeschlagen …(… aber das Vieh heißt jetzt Emma)

Noch nicht für ein Tier entschieden hat sich bis heute Radio Charivari. Erst am Mittwoch soll dort ein Orakel gekürt werden.

Die Radiomacher von Bayern 1 haben sich die Dienste von „Zamperl“ Xaver gesichert. Das ist aber noch gar nichts gegen ihre Kollegen von Bayern 3 : Für die geht ein richtiges Promitier ins Rennen: Die inzwischen in Deggendorf beheimatete Kuh Yvonne hatte es im Sommerloch 2011 zu einiger Prominenz gebacht, da sie nach ihrer Flucht von der Weide mehrere Monate lang nicht zu fassen war. Die Folge: Eigener Wikipedia-Artikel und – diese Videos sind nur für ganz Hartgesottene erträglich – ein Wiesn-Hit („Muh, Muh, ich bin die Kuh, und hab‘ ein Herz genau wie du“ – hier sogar mit „Tanzanleitung„). Klar, dass dieses EM-Orakel schon jetzt besondere Aufmerksamkeit in der Presse geniesst.

Schade ist allerdings, dass dieses EM-Orakel aus Bottrop nicht ernst gemeint ist, denn es wäre eine interessante Abwechslung gegenüber dem ansonsten doch überwiegend gleichen Orakelprozess (Tier muss sich für Futter aus einem von zwei mit Fahnen geschmückten Napf entscheiden):

Wir könnten ja hier für Bottrop auch ein EM-Orakel einführen. Vielleicht mit Tauben. Davon scheint die Stadt ja genügend zu haben, was zumindest der Anblick meines Autos regelmäßig verrät. Benötigt würden dafür 16 fahrbare Untersätze. Jedes bekommt die Fahne eines Teilnehmerlandes angeheftet. Die Karosse, die am Ende mit den meisten unschönen Hinterlassenschaften versehen ist, wird im übertragenen Sinne zum neuen Europameister gekürt. Also, liebe Tauben, strengt Euch an! Ihr wisst ja, was Krake Paul wenige Monate nach seiner inakzeptablen Vorhersage ereilt hat.

Update 5.6.:

Ich hatte es erwartet, jetzt ist es amtlich: Das Trörakel Nelly spielt auch mit – und wird seine erste Prognose bereits morgen durch Kicken eines Balles in Anwesenheit eines echten Welt- und Europameisters (Torwartlegende Sepp Maier) abgeben. Im letzten Jahr hatte Nelly immerhin 5 Mal (bei 7 Versuchen) ins richtige Tor getroffen – und insbesondere bei allen Spielen der deutschen Mannschaft richtig gelegen!

Und es kommen noch mehr: Andechs setzt auf die Ziege Traudl, bei radio Bonn darf sich Orakelmops Vito versuchen und bei den Sparkasse-Werbefuzzies Klaas und Joko gehen ein Chamäleon namens Atze und – !!! – ein Mensch mit dem Künstlernamen Nestrovo ins Rennen. Letzterer ist hier kein Unbekannter, denn für 2010 hatte er der Berliner Hertha den Klassenerhalt prophezeit … … der als Tabellen-18. allerdings dann doch nicht geschafft wurde.

Und jetzt noch Pferd Henry aus Michaelshoven … (He, Henry! Man spricht nicht mit vollem Mund!)

Update 6.6.:

Der Weser-Kurier hat in Zwergesel Felix jetzt auch ein Orakeltier und auf YouTube gibt es noch ein paar Orakelgarnelen!





Wird Schumi nochmal Weltmeister?

31 05 2012

Auch wenn ich dem Unsinn des Möglichst-Schnell-Im-Kreis-Herum-Fahrens noch nie etwas abgewinnen konnte, die Fans der Formel 1 sollten jetzt ‚mal aufpassen. Ich weiß nämlich, dass Michael Schumacher in diesem Jahr große Chancen hat, nochmal Weltmeister werden wird! Doch! Ganz sicher! Es sieht zwar zur Zeit gar nicht danach aus, aber in dieser Woche hat eine Hannoveraner Hexe mit eindeutigen Erfahrungen das Heft in die Hand genommen, und das lässt seine Chancen immens steigen!

Den Beweis liefert dieser Artikel, in dem außerdem enthüllt wird, warum 2010 Sebastian Vettel zum jüngsten Formel 1 Weltmeister aller Zeiten avancierte:

Die Magierin aus Hannover befreite vor zwei Jahren schon Sebastian Vettel (24) von dessen Fluch. Über 100 Punkte vermasselten ihm sein Team und sein Pannen-Auto „Luscious Liz“, bis Levine im Mai einen Schutzzauber auf ihn legte.

Zweifler werden anmerken, dass zum Zeitpunkt des Schutzzaubers erst 5 Rennen durchgeführt waren (nachzulesen im ersten von drei Artikeln auf dieser Seite) und Vettel immerhin schon 60 (von 125 möglichen) Punkte errungen hatte (er hatte also keineswegs zu diesem Zeitpunkt bereits „über 100 Punkte vermasselt“). Vielleicht merkt auch Mancher an, dass Vettel nach dem Schutzzauber noch mehrere, teilweise sogar peinliche, Ausfälle und Pannen zu verkraften hatte …. … aber am Ende hat er es ja doch geschafft. Und nur weil diese Hexe aus Hannover ihren Schutzzauber auspackte!

Ob, und wenn ja wie viel, Vettel für diese Dienstleistung – die hier* in verschiedenen Varianten für Jedermann/frau angeboten wird – bezahlt hat, erfahren wir leider nicht. Schumacher jedenfalls hat wohl noch die Chance bei der guten Frau einen Schutzzauber zu buchen, denn wie die Hexe aus einem Blick in die Tarotkarten folgerte:

Ein Schutz-Zauber ist möglich

Ob wir dann davon erfahren werden hängt übrigens weder von Schumi noch von der Hexe ab. Offensichtlich hat ein Herr „OLIVER REUTER“ die Exklusivrechte an der Verbreitung solchen Unsinns der Hexennachrichten. Dieser Name ziert nämlich nicht nur den aktuellen, sondern auch die drei vorigen Artikel, in denen die selbst ernannte Hexe erwähnt wird**.

* Auch eine interessante Geschäftsidee! Eine magische Aufladung lässt sich ja glücklicherweise nicht nachweisen, also würde es reichen, wenn man das Zeugs einfach nach ein paar Tagen an den Absender zurück schickt (… aber nur wenn Vorkasse geleistet wurde) und vielleicht noch ein nettes „Zertifikat“ beilegt …

** Über die persönlichen Beziehungen zwischen Journalist und Hexe werde ich keinesfalls in irgendeiner Form spekulieren wollen …





Die Wahrheit über das Dalaidings …

30 05 2012

… erzählt Colin Goldner in diesem wunderbaren Vortrag anlässlich des Besuchs eines Exiltibeters in Österreich. Das ganze heißt „Hinter dem Lächeln des Dalai Lama“ und gibt einen kleinen Teil der von Goldner über viele Jahre akribsch gesammelten Informationen zu diesem Grinsekasper wieder. 90-Minuten-Videos sind nicht jedermanns Sache, aber als lehrreiches Kontrastprogramm für Fußballmuffel während der in Kürze beginnenden Fußball-EM eignet sich dieser Vortrag hervorragend. Und wer dieses (740-seitige!!) Buch nicht kennt, dem kann ich einen Staunfaktor garantieren, den ein EM-Kick kaum erreichen wird:

 





Quathemoc verletzt! Nachnominierung oder Weltuntergang?

10 05 2012

In den Wochen vor Fußballgroßereignissen steigt traditionell die Nervosität unter den Fans. Ein Grund dafür ist die Tatsache, dass sich immer wieder nominierte Spieler in Training oder Testspielen verletzen, so dass dann tagelang diskutiert werden kann, ob der Spieler vielleicht doch noch rechtzeitig gesundet oder ob nicht vielleicht doch ein anderer nachnominiert werden sollte. Aber wer interessiert sich schon für eine Fußball-EM, wenn es bei dem in der Überschrift erwähnten Quathemoc um nichts weniger als den Weltuntergang geht?

Denn Quathemoc ist der aus Vulkanstein gefertigte Maya-Schädel, der als einer von 13 am 21.12.2012 im Maya-Land irgendwie den Weltuntergang verhindern soll. So erzählte es zumindest die BILD und beruft sich dabei auf einen Herrn, der hier schon mehrfach erwähnt wurde. Aktuell erzählt der Mann sogar in einem Video ähnlichen Unsinn, nur das mit dem Weltuntergang verkneift er sich und überlässt das dem Schreiberling der Zeitung mit den großen Buchstaben. Blöd ist jetzt allerdings, dass der Schädel heruntergefallen ist und nun im Kinnbereich eine Macke hat:

Die ist zwar – wie man hier sehen kann – minimal im Vergleich zu der im Video dokumentierten Macke des Herrn Kristallschädelschwurblers (… obwohl: Wenn man bedenkt dass der Typ sogar Kristallschädelwasser vertreibt, könnte man auch auf die Idee kommen, dass der Mann nur ganz konsequent Leichtgläubige von der Last ihres monetären Besitzes befreien will), aber ob der Schädel jetzt noch „funktioniert“ und zum Beispiel nochmals seinen Namen telepathieren kann oder stattdessen nur noch „AUAUAUAUAUAUAUAUAUAUA“ aussendet, das bleibt abzuwarten. Ob das mit dem Aufstieg oder der Weltrettung mit einem verletzten, ja quasi demolierten Quathemoc überhaupt noch funktioniert? Wieso muss eigentlich so ein sensationeller Kristallschädel Schaden nehmen, wenn er von einem profanen Tisch plumpst? Hätte der (ich mein‘ den Schädel, nicht den Tisch) nicht zumindest kurzzeitig die Gravitation aufheben können? Oder wenigstens eine Delle im Fußboden verursachen?

Aber vielleicht ist der Kristallschädelfritze sowieso irgendwie getäuscht worden. Vielleicht hat Quathemoc ja gelogen! Der Besitzer des jetzt demolierten Schädelsteins behauptet zum Beispiel, für den 21.12. wären Maya-Schädel in verschiedenen Farben wichtig, die irgendwie zusammen kommen müssten (weil – wir erinnern uns: Die Nazis waren der Überzeugung, dass 13 solcher Schädel existierten. Wer sie zusammenführt, besitzt einen Schlüssel zur Beherrschung der Welt. – Uäääährxxxx!). In diesem Text  kann man lesen, dass es doch einzig und allein um 13 Kristallschädel geht, und die haben (auch in der reichhaltigen Bebilderung) nur eine Farbe …

Nun gut, das mit den 13 Schädeln ist offensichtlicher Unsinn. Außerdem gibt es ein paar mehr davon, laut dieser Meldung sind’s 51! Die stammen übrigens mitnichten von den Maya (dort gibt’s das notwendige Ausgangsmaterial dafür gar nicht) sondern wahrscheinlich aus Idar-Oberstein. Von solchen Ausflügen in die Realität (… oder die deutsche Provinz – womit ich nichts gegen Idar-Oberstein gesagt haben möchte: ich fand das Städtchen bei meinen paar Besuchen durchaus nett) dürften sich Kristallschädeladepten keinesfalls beunruhigen lassen. Vielleicht grübeln die unterdessen darüber, wie man Quathemoc ggf. ersetzen, oder vielleicht auch reparieren heilen könnte. Für Letzteres bräuchte man einen Superkleber, für die Nachnominierung wohl eher einen neuen Schädel. Aber auch hier hilft das Internet:

Hier gibt’s ein Luxusstück für schlappe 2.400 Euro! Sieht genauso aus wie Quathemoc und wenn der Besitzer ein paar bewusstseinserweiternde Pilze (oder Ähnliches) einwirft, wird ihm auch sicher ein neuer Name dafür eingeflüstert werden einfallen (oder er postuliert -ganz langweilig – Quathemoc’s Kristall-„Seelenwanderung“).

Wenn’s dann doch ein Kristallschädel sein soll, kann man sogar Geld sparen. Der hier kostet nur 900 Euro …

… und im gleichen Laden gibt’s übrigens noch viel mehr Kristallschädel, und auch -schädelchen. In verschiedenen Größen und Farben kostet der Spaß zwischen 14,90 € (40 mm) und 433,00 € (13 cm). OK, da fehlt noch eine Kleinigkeit. Die Steine werden zu diesen Preisen quasi nackt angeboten. Der richtige Esoteriker leistet sich natürlich dazu noch die 25 € teure Aktivierung

Ob Klebstoff und eine Portion frische Aktivierung für Quathemoc reichen um den Weltuntergang zu verhindern?





Zweifelhafter Kinderspaß mit Wünschelruten

13 04 2012
In Köln durften sich im Zuge der alljährlich von der örtlichen Sparkasse gesponserten Ferienbelustigung Grundschulkinder tatsächlich in der Handhabung von Wünschelruten ausprobieren. Im Bericht der Lokalpresse (der Artikel in der Kölnischen Rundschau mit dem Titel „Wenn die Wünschelrute ausschlägt“ ist derzeit noch kostenlos im Online-Archiv verfügbar – ansonsten habe ich ein schönes Bild der Seite, das in Facebook die Runde machte) wird dabei von der leitenden Scharlatanin Leiterin – einer Frau Klaes, die sich „Baubiologin“ nennt und ein so genanntes  „Institut“ betreibt – ausdrücklich festgestellt, dass die Kinder ja soooooo „offen“ für diesen Mumpitz seien, und eben „nicht so verkopft“.
Und klar, die Kleinen fanden überall Wasseradern, obwohl es die doch – wie mir ein Geologe erläuterte – in dieser Gegend eigentlich gar nicht gibt. Aber das macht ja nichts, Hauptsache die Kids hatten ihren Spaß! „Der kleine Wünschelruten-Lehrgang ist Teil einer Themenwoche der SK Stiftung Kultur der Sparkasse Köln Bonn.„, konnte man in der Zeitung lesen, und weiter heißt es „Zu den Themen Mystik, Kult und Heiligtum in Köln können Grundschüler eine Woche lang verschiedenes lernen, ausprobieren und erleben.“ Ach wäre das schön – und für die Kleinen nicht weniger spannend – gewesen, wenn man wirklich erklärt hätte wie das Rutengewese funktioniert. Ein paar kleine, spannende Versuche wären ohne großen Aufwand möglich gewesen – und die Kinder hätten etwas fürs Leben gelernt. Stattdessen gab’s falsche Pseudoerklärungen, wie die folgende:

Durch die Spannungen von Wasseradern kommt es durch die Füße des Rutengängers zu leichten Muskelkontraktionen in den Händen, so dass sich die Ruten bewegen

Nein Frau Klaes! Selbst wenn es Wasseradern gäbe könnten die nicht durch die Füße der Kids Muskelkontraktionen in den Händen auslösen. Das ist lächerlicher Bullshit! Außerdem widerspricht Ihnen da doch dieser Energetiker aus Österreich (diesen „Beruf“ gibt’s da wirklich, und in mehreren, hochesoterischen Ausprägungen:  „Humanenergetik„, „Tierenergetik“ und „Lebensraum Consulting„), der die Sache mit dem Rutenausschlag ganz anders erklärt. Laut einem hier abgedruckten und mit einem Video garnierten Interview mit diesem Energetiker sind die Auslöser der Rutenausschläge zwar wie bei Frau Klaes „einfach Bäche, die unter der Erde verlaufen“, aber es ist keine Rede von „Spannungen“.  Der Mann will Folgendes wissen: „dieses fließende Wasser gibt Ionen ab, die den Körper beeinflussen„. Au weia! Hat Frau Klaes damit die Kinder nicht unnötig (!!!) irgendwelchen Gefahren ausgesetzt? Welche Wirkung diese Ionen haben, erklärt der kluge Herr mit dem wirren Mayernamen (oder war das doch umgekehrt?) mit einem eindrucksvollen Beispiel:

Wenn eine Forelle in einem Bach einen Wasserfall nach oben schwimmen muss, nutzt sie diese Ionen. Das Wasser fällt nach unten und erzeugt einen negativen Ionenstrom. Der Fisch springt mehrere Meter hoch und lässt sich sozusagen nach oben tragen.

Tja, esoterische Erklärungen für nicht Vorhandenes können wirklich recht lustig sein. Und nein, eigentlich gefährlich ist das ja nicht:

Die Ionen an sich sind nicht schädlich. Sie sind eigentlich Energiebringer. Wenn man erschöpft und müde ist, sollte man sich einige Minuten auf eine Wasserader stellen. Man wird dann regelrecht aufgeladen. Genau dieser Effekt ist aber beim Schlafen schädlich. Menschen brauchen ihre Ruhephasen. Wenn man dann ständig mit Energie aufgeladen wird, kann der Körper nicht rasten. Die Leute bekommen Kreuzweh und allerlei Beschwerden, für die Ärzte keine Ursache finden können.

Und ja, so einfach ist das! Wenn’s irgendwo zwickt sind die Ionen schuld. Und die bösen Dinger sind wirklich extrem mächtig:

Die Ionen steigen bis zu 100 Stockwerke nach oben und durchdringen alles.

Sie durchdringen sogar Telefonleitungen, wie der Herr zu berichten weiß:

Ich bin auf das Wasser sensibilisiert. Inzwischen kann ich grobe Auskünfte sogar über das Telefon erteilen.

Wow! Und am Ende kommt noch eine Warnung vor Scharlatanen:

„Man sollte auf alle Fälle hellhörig werden, sobald jemand versucht, irgendwelche Geräte zur Entstörung zu verkaufen, Einrichtungen, welche die Wasserionen abschirmen oder ähnliches. Diese Geräte funktionieren nicht.“

Und Frau Klaes? Sie „berät Sie in allen Fragen zur Sanierung, Abschirmung von Elektrosmog und Vermeidung von Belastungen“ – auf deutsch: sie labert ihnen einen Ast an die Backe und wird empfehlen das Bett umzustellen. Ob sie auch entsprechende Geräte in einer solchen Nonsens-Beratung  verkaufen will weiß ich nicht, sie bietet aber ein paar lächerliche Entstörungs- und Lebensenergiechips an. Eine Anbieterin von solchem Unsinn auf Kinder loszulassen ist bei Leibe kein Ruhmesblatt für die mit organisierende Sparkasse.





Weltbild gefällig? (Zwei Danksagungen)

9 04 2012

Danke Jörg W.! Dieses Video erklärt kurz und prägnant dein (und mein) Weltbild:

Und auch auf diese hervorragende Miniserie über „Diskussionszerstörer“ kann man nicht oft genug hinweisen:

Teil 1: Galileo – Gambit

Teil 2: Informier dich erst mal

Teil 3: Beweis doch mal…

Teil 4: Idioten

Teil 5: Finale

Wer statt Videos lieber lesen möchte, dem bietet der RatioBlog eine sage und schreibe 20-teilige Reihe (!!!!) über die „beliebtesten“ Fehlschlüsse. Danke auch dafür!