Vermischtes: Wahlprognosen, Lourdeswunder und Abmahndrohung (Teil 3)

22 09 2009

Eigentlich wollte ich ja schon letzte Woche etwas zu den Wahlprognosen verschiedener selbst ernannter Auguren schreiben, aber irgendwie fand ich nicht die Zeit dazu. Jetzt hat Florian ein paar Prognosen (u.a. Monika Piper-Albach, Winfried Noe, Markus Termin und Chritiane Durer) schon mal sehr schön zusammengefasst … … und dem ist nicht viel hinzuzufügen. OK, es gab natürlich noch weitere Prognosen, aber die waren weder besser noch genauer. Ein paar Beispiele möchte ich noch ergänzen:

Hans-Jürgen Butz hat laut Münchner TZ vom 30.12.2008 das „zweite Gesicht“ und immerhin bei seinen Fußballtipps (Meister wird nicht der FC Bayern sondern eine Überraschungsmannschaft) richtig gelegen. Ob seine Merkelprognose stimmt? „Sie bleibt nach der Bundestagswahl nicht Kanzlerin. Das wird ein Mann.“ meint Butz, nennt aber nicht den Namen des Nachfolgers. Im gleichen Artikel hatte sich die Kartenlegerin Klaudia Braungart nicht zu einer Wahlprognose entschliessen können (Angela Merkel muss sich auf einen harten Kampf bei der Wahl zur Bundeskanzlerin einstellen: „Das wird ein knappes Ergebnis.“), während die „Hexe“ Luisa Francia keinen Wechsel im Kanzleramt voraaussah. In der Brigitte durfte Roswitha Broszath ihre astrologischen Pseudo-Erkenntnisse zu einigen Spitzenkandidaten im Bundestagswahlkampf loswerden. Die einige bekanntermaßen höchst absurde Diagnosemethoden benutzende Heilpraktikerin (dass die Irisdiagnose Unsinn ist hat sich sogar bis zur AOK herumgesprochen; der ebenso zur Anwendung kommende Vegatest ist eine „Weiterentwicklung“ der Elektro-Akupunktur nach Voll und wurde bereits bei Quackwatch „gewürdigt“) findet in den Sternen von Merkel, Steinmeier, Westerwelle, Lafontaine, Künast und Trittin Trivialitäten zuhauf. Wer hätte denn gedacht, dass bei Lafontaine die Sterne auf „Genussorientierung“ hindeuten, dass „er dem luxuriösen Leben nicht abgeneigt“ ist und dass er „die sozialen Aspekte hoch“  hält? „Einfluss haben, Macht ausüben“ das sagen die Sterne zu Angela Merkel (für welchen Politiker gilt das nicht???) – nur bei Westerwelle verwirrt mich, dass „das weibliche Prinzip etwas kompliziert besetzt“ sein soll … … insgesamt viel Blabla ohne wirklichen Inhalt und nach der ergebnislosen Erörterung der Frage „wer passt zu wem“ weiß Frau Broszath noch, welche Planeten angeblich schuld sind, wenn das Volk sich partout nicht entscheiden kann: Am Wahltag ist Volkes Wille gespalten, das liegt am Einfluss von Saturn und Uranus. Aha!

Lourdes 16072009

Ab heute sollen sich – laut der Nostradamus-Exegese von Ray O. Nolan – in Lourdes diverse Wunderheilungen ereignen. Ich bin schon mal gespannt, ob die großen Nachrichtensender dann vielleicht live berichten wenn die Leute reihenweise ihre Krücken wegwerfen oder aus ihren Rollstühlen aufstehen. Warum gerade dieses Datum interessant sein soll, findet sich übrigens nicht nur bei Nolan, sondern wortgleich im Wikipedia-Artikel zu Bernadette Soubirous, jenem Mädel, dass den ganzen Rummel durch ihre angebliche Vision im Jahre 1858 startete: Vor genau 100 Jahre wurde nämlich ihr Leichnam (warum auch immer) exhumiert …  … ob das die florierenden Geschäfte mit allerlei Behältnissen zum Transport des vermeintlich wunderwirksamen Wassers besonders begünstigt weiß ich natürlich nicht. Zu Engpässen dürfte es in den vielen Souvenirläden aber nicht kommen, denn so wie auf nebenstehenden Foto vom 16.Juli dieses Jahres sieht es vor jedem Laden dort aus (man beachte die Plastikmadonnen mit abschraubbarem Kopf …).

Die Abmahndrohung von Herrn X eskaliert inzwischen weiter. Nachdem mir eine Unterlassungserklärung zugesandt worden war die mir im Falle des Nichtentfernens seines Textes von meiner Webseite eine Strafe von sage und schreibe knapp 23 Euro pro zitiertem Wort androht, habe ich die Sache einem Anwalt übergeben. Jetzt bin ich mal gespannt, wie das Ganze ausgeht …





FAZ und Briefzustellung: Unfaire Statistik!

30 08 2009

Als vor 2 Wochen die deutsche Bundespost zugeben musste, dass sie in den Sommermonaten an Sonntagen ihre Dienstleistung einschränkte (und so viele am Samstag eingeworfene Briefe eben erst am Montag weiter befürdert wurden) war die Aufregung groß. Die Sonntags-FAZ hat dies zum Anlass genommen, die Post mal ein wenig auf die Probe zu stellen und hat einen Test durchgeführt um zu ermitteln wie lange Briefe denn brauchen, bis sie beim Kunden ankommen.  Dafür hat man 22.8. (Samstag), 24.8. (Montag) und 25.8. (Dienstag) jeweils 33 Briefe abgeschickt und ausgewertet, wann diese denn beim Kunden angekommen sind. Als Ergebnis schreibt die FAZ: „Nur 61 Prozent der Briefe kommen am nächsten Werktag beim Empfänger an.“ – ein wirklich miserabler Wert, wenn man berücksichtigt, dass die Post selbst dies bei mindestens 95% der Sendungen verspricht und die Bundesregierung die Zustellung am Folgetag bei mindestens 80% der Sendungen verlangt..

Aber der Test der FAZ ist ziemlich unfair! Von den montags und dienstags abgeschickten Briefen kamen 57 von 66 (also 86%) am nächsten Tag beim Empfänger an, bei den samstags eingeworfenen allerdings nur ganze 3 von 33 (also 9%).  Aussagekräftig wäre das Gesamtergebnis (die 61%) eines solchen Tests nur dann, wenn die FAZ auch mittwochs, donnerstags und freitags jeweils 33 Briefe verschickt hätte, denn dann wäre das Verhältnis der „normalen“ Werktage zum – wegen der bereits bekannten Einschränkungen der Post an Sonntagen – etwas anders zu beurteilenden Samstag realistisch gewesen. Geht man davon aus, dass die Dauer der Briefzustellung bei Einwurf der Sendung an den anderen Werktagen ebenso „gut“ ist wie beim Einwurf montags und dienstags, dann käme man auf eine Gesamtquote von über 73% – immer noch deutlich unter den von der Post angepeilten 95%, aber doch weit unspektakulärer als es die Darstellung der FAZ suggeriert.

Natürlich ist es ärgerlich, wenn Briefe zu lange unterwegs sind, und natürlich ist es legitim sich darüber zu beschweren. Aber wenn man schon die Post testet (… und die Idee selbst finde ich ja gut),  dann sollte dies auf faire Weise geschehen. Ob das in dieser Form nicht aussagekräftige Ergebnis dem fehlenden Wissen in statistischer Methodik der Autoren geschuldet ist kann ich natürlich nicht beurteilen. So richtig ärgerlich war jedoch die kurze Nachricht in der Tagesschau am Sonntag Mittag, die sich auf den FAZ-Artikel berief. Dort wurde berichtet, dass „an Werktagen von 99 Sendungen nur 61% am kommenden Tag“ angekommen seien und dass es „am Samstag sogar noch schlechter aussah“. Da bereits die 61% schon den Samstagswert beinhalteten war diese Unterscheidung schlicht unsinnig, richtig wäre gewesen, dass nach dem Test der Sonntags-FAZ „Werktagsbriefe“ zu 86% am kommenden Tag ankommen. Aber auch bei der Tagesschau scheint sich niemand die Mühe gemacht zu haben, die offen vorliegenden Zahlen kritisch zu bewerten.

Mich würde ja viel mehr interessieren, was mit dem einen Brief geschehen ist, der am 24.8. verschickt wurde und bisher nicht angekommen zu sein scheint.

Nachtrag (31.8.): Wie ein Kommentator bei der FAZ richtigerweise anmerkt hätte man für einen wirklich aussagefähigen Test auch noch berücksichtigen müssen, dass die Anzahl der an den jeweiligen Tagen versandten Briefe in der Realität höchst unterschiedlich ist. Wenn beispielsweise samstags das Briefaufkommen generell sehr gering ist, dann zieht die miserable Samstagsquote in einer „vernünftigen“ Auswertung das Gesamtergebnis auch nicht so weit nach unten …





… und noch eine betrügerische Wahrsagerin verurteilt

29 08 2009

Bonn scheint eine Hochburg für die Verurteilung von Wahrsagerinnen zu sein. Nachdem bereits vor 5 Wochen eine Wahrsagerin wegen Betrugs verurteilt wurde gab es diese Woche einen fast gleichen Fall zu verhandeln. Wie damals endete das Ganze mit einer Bewährungsstrafe – dieses Mal waren es ein Jahr und 10 Monate für die auch in diesem Fall wieder einschlägig vorbestrafte Täterin, also mehr als 3 Mal so viel wie im Fall aus dem Monat Juli. OK, der bei den Opfern angerichtete Schaden war auch beträchtlich höher. Um sage und schreibe fast 170.000 Euro hatte die Täterin ihre zwei Opfer betrogen … … und auch dieses Mal scheint es sich um ein „gutes Geschäft“ gehandelt zu haben. Die Täterin ist zwar jetzt vorbestraft, aber neben der Bewährungsstrafe und 15o Stunden Sozialarbeit musse sie laut Urteil lediglich 20.000 Euro an die Opfer zurückzahlen.  Ob die Summe an beide zusammen oder jedes Opfer einzeln zu zahlen ist, darüber gibt der Artikel leider keine Auskunft (Lilith meint 10.000 € pro Opfer). Es bleiben also in jedem Fall fast 130.000 Euro übrig – dafür, dass die Frau nun 4 Jahre nicht strafällig werden darf hat sie also vorgesorgt: Mindestens 2.500 Euro steuerfrei pro Monat, da müssen andere Leute schon ordentlich für schuften.

Den traurigen Artikel aus der Kölnischen Rundschau über zwei kranke Frauen, Den Rest des Beitrags lesen »





Sommerlöcher

5 08 2009

Gestern Abend gab es auf wdr5 einen wunderschönen Rückblick auf die schönsten Sommerlöcher (… kann man dort auch anhören …) der letzten Jahre. Gleich zu Beginn tauchte der Chopper auf – jener „Geist“ aus einer Nautraublinger Zahnarztpraxis, der Deutschlands damals berühmtesten Parapsychologen narrte und sich als Koproduktion der 17-jährige Zahnarzthelferin mit dem Zahnarztehepaar entpuppte (siehe diesen Bericht der Stuttgarter Zeitung). Ansonsten reichte das Panoptikum der Sommerlöcher vom Bär Bruno über Raab’s Maschendrahtzaun, Badesee-und Rheinkrokodile bis zu längst vergessenen politischen Vorschlägen aus Absurdistan. Da gab es doch tatsächlich die Forderung eines CSU-Abgeordneten, Deutschland soll Mallorca als neues Bundesland zu annektieren.

Ein richtiges Sommerlochthema 2009 ist mir hierzulande noch nicht aufgefallen, aber in den USA gibt es offensichtlich eins: Ultra-rechte Verschwörungstheoretiker behaupten, dass Präsident Obama in Kenia geboren sei und deshalb als Präsident illegal ist. Ebenfalls auf wdr5 nahm sich Horst Kläuser diesem Thema in einem kurzen Kommentar an und wundert sich, dass sich seriöse Medien in den Staaten überhaupt mit solch einem Nonsens beschäftigen. Noch ist der Sommer ja nicht vorbei und falls wirklich nichts passiert kann ja mal wieder das Monster von Loch Ness als Füllmaterial für das Sommerloch herhalten: Immerhin hatte Nikki Pezaro ja vorausgesagt, dass das Vieh in diesem Jahr – endlich – gefangen werden wird (Nr. 13 ihrer vielen Prognosen).





Ehrendoktor für esoterische Lehren: Das Dalai Lama kommt nach Marburg

29 07 2009

Nächste Woche ist es soweit. Die hessische Universitätsstadt Marburg kriegt Besuch von seiner Heiligkeit, dem Dalai Lama, damit dieser sich einen Ehrendoktorhut abholen kann. Wie die Philipps-Universität in einer Pressemeldung mitteilt wird damit sein „wissenschaftliches Wirken“ gewürdigt – und außerdem

habe er viele westliche Wissenschaftler und Studierende auf den Gebieten der buddhistischen Philosophie und der esoterischen Lehren des tibetischen Buddhismus (die prinzipiell nur mündlich tradiert werden) belehrt, so dass sich sein Wissen maßgeblich auch in deren Veröffentlichungen niedergeschlagen hat.

Wissenschaftliches Wirken? Dann sollte die medizinische Fakultät auch gleich noch Papst Benedikt XVI. wegen seiner tiefgehenden Erkenntnisse zur Verbreitung des HIV-Virus, die er im März dieses Jahres auf seinem Afrika-Flug geäußert hatte, mit einer Ehrendoktorwürde auszeichnen. Die Lehren des rotbemützten Mystifex hat Colin Goldner bereits vor 4 Wochen in der Tageszeitung „Junge Welt“ treffend – und mit einem schönen Beispiel –  kommentiert:

Was der »Gottkönig« in seinen Vorträgen zum besten gibt, ist eine absurde Dialektik von Platitüde und Nonsens. Zum einen läßt er positiv-denkerischen Trivialkram ab, dessen Niveau nur selten über das der Glückskekse hinausreicht, die man nach dem Essen im Chinarestaurant bekommt, beispielsweise »Nur wer Leid erträgt, wird Glück erfahren«. Alle können dabei mit dem Kopf nicken und sich der Erleuchtung ganz nahe wähnen, auch wenn der Aussagewert gleich null ist. Zum anderen schwadroniert er endlos in pseudophilosophischer Metaphysik herum und reiht, begleitet von unmotiviertem Gekichere und sonstigen Hanswurstiaden, wie etwa dem Herumschaukeln auf seinem Thron, sinnleere Worthülsen aneinander.

In der heutigen Ausgabe der gleichen Zeitung gibt Goldner unter dem Titel „Der Phallokrat“ einen kurzen Überblick über die absurden  budhistischen Sexualregeln, der auch folgende schöne Beschreibung enthält:

Solange Mönch oder Lama nicht ejakulieren, können – und sollen! – sie sich durchaus verschiedenster sexueller Aktivitäten befleißigen, die »Benutzung des Sexualorgans«, sofern korrekt vorgenommen, sei ohne weiteres mit dem Gelübde des Zölibats vereinbar. Derlei sexuelle Praktiken, so der Dalai Lama spitzfindig, »sind in Wahrheit kein Sex, auch wenn es so aussieht«

Irgendwie erinnert das an einen amerikanischen Präsidenten, seine Praktikantin und eine Zigarre – wobei jener Präsident immerhin demokratisch legitimiert war, während der – übrigens in China geborene – Grinsemönch einfach auf Grund obskurer und absolut lächerlicher „Reinkarnationsregeln“ im zarten Alter von nicht einmal 3 Jahren in sein Amt gehoben wurde und noch heute in weiten Kreisen auch als legitimer weltlicher Herrscher Tibets (warum eigentlich????) gilt.

Wer mehr über den Dalai Lama wissen möchte, dem sei Goldners Buch empfohlen. Die über 700 Seiten sind nicht unbedingt leicht zu lesen:  Goldners kompromissloser Stil ist gewöhnungsbedürftig,  durch den Einbau diverser Exkurse gibt es viele Wiederholungen im Text und die Detailversessenheit des Autors (der seine Aussagen mit über 1500 Quellenangaben belegt!) nervt manchmal ein wenig, aber gerade im Angesicht dieser unsäglichen Dalaimania (der ja auch Politiker jeglicher Couleur anheim fallen) braucht es solche Bücher! Bitte lesen (und staunen)!





Polizei warnt vor Betrugsmasche vermeintlicher Wahrsagerin …

20 07 2009

Die bayerische Polizei warnt vor einer vermeintlichen Wahrsagerin, die in den letzten Tagen in Günzburg und Kempten geschätzte 40.000 Euro ergaunert hat. Auch wenn der erste Teil der Masche der Täterin alles andere als neu ist (dass man seinen Opfern Angst vor irgend einem Unheil einredet um dieses dann gegen Entgeld irgendwie zu beseitigen, das kennt man von einer Vielzahl esoterischer Abzockangebote), so ist der dann folgende „Trick“ älteren Kinofans aus der Anfangssequenz des 1974 mit 7 Oscars prämierten Filmklassikers „Der Clou“ bestens bekannt:

Chicago 1936: Der junge Trickbetrüger Johnny Hooker und sein erfahrener Kollege Luther Coleman betrügen einen Gangster namens Mottola. Luther täuscht als reicher Mann verkleidet einen Diebstahl seiner Brieftasche vor. Er bittet Mottola, einen größeren Betrag als Schutzgeld bestimmt für ihn schnell an einem bestimmten Ort abzuliefern. Johnny zeigt ihm, dass er sein Geld, in einem Taschentuch eingewickelt, in der Hose verstecken soll. Dabei tauscht er das eingewickelte Geld von Mottola geschickt gegen ein Päckchen mit wertlosem Papier aus. Mottola steigt in ein Taxi und wundert sich, dass ihm jemand so viel Geld anvertraut hat. Er fährt, anstatt das Geld wie vereinbart abzuliefern, in die entgegengesetzte Richtung und bemerkt, dass die beiden ihn reingelegt und um elftausend Dollar erleichtert haben.

In Günzburg lief das ganz ähnlich ab:

Am 14.07.09, gegen 10.30 Uhr, begab sich eine 54-jährige Frau auf den Wochenmarkt in Günzburg. Dort wurde sie von einer ihr unbekannten Frau mit vermutlich osteuropäischer Herkunft angesprochen, die sich als Wahrsagerin ausgab und der Frau einredete, dass sie sehr krank sei und die Ärzte ihr nicht helfen könnten. Eine zweite Täterin kam hinzu und bekräftigte die Heilkraft der Wahrsagerin.

Soweit so gut, aber mit dem bischen Geld, das man normalerweise beim Besuch des Wochenmarkts in der Tasche hat gaben sich die Betrügerinnen nicht zufrieden, denn …

Die Frau wurde überredet, ihr ganzes Bargeld in Scheinen von zu Hause zu holen, wobei ihr versichert wurde, dass ihr Geld bei ihr bleibt und es nur zur Heilung benötigt würde. Die Frau ging mit einer Täterin nach Hause, holte ihr ganzes Bargeld und die beiden Frauen trafen sich anschließend mit der zweiten Täterin im Stadtzentrum.

… sie wollten – natürlich – mehr, bekamen es auch und verschafften sich 3 Tage Vorsprung:

Auf einer Parkbank packte nun eine der Täterinnen das Geld in ein von ihr mitgebrachtes neues Geschirrtuch, verschnürte das Päckchen und gab es der Frau. Diese sollte das Päckchen nun 3 Tage unter ihr Kopfkissen legen, nicht öffnen und dann wollte man sich an gleicher Stelle wieder treffen. Als die Geschädigte am 18.07.09, um 05.00 Uhr, zuhause das Päckchen öffnete, befanden sich darin nur Papierschnipsel. Sie hatte nicht bemerkt, wann die zwei Päckchen miteinander vertauscht wurden.

Wie die Polizei weiter berichtete scheinen die Betrüger schon länger unterwegs zu sein:

Ein vergleichbarer Fall hatte sich bereits vor wenigen Tagen in Kempten ereignet. Auch hier wurde einer Frau eine Erkrankung suggeriert. In den beiden Fällen konnten die vermutlich identischen Täterinnen insgesamt rund 40.000 Euro ergaunern. Offensichtlich handelt es sich um überregional agierende Täterinnen. Ähnliche Fälle wurden aus anderen Regionen Schwabens ebenfalls gemeldet. Die Polizei warnt dringend davor sich auf entsprechende „Geschäfte“ einzulassen. Bei Antreffen der Personen wird um umgehende Verständigung der Polizei gebeten.

Schon im April dieses Jahres hatte der Ratgeber-News-Blog von einer ähnlichen Warnung berichtet, nachdem eine einschlägig vorbestrafte „Fluchaustreiberin“ 2 Jahre nach ihrer Verurteilung wieder im Raum Aalen aufgetaucht war…





Vermischtes vor dem Urlaub

6 07 2009

Da ich in den letzten Wochen im Job ziemlich eingespannt war musste der Blog ein wenig darben. Jetzt ist endlich Urlaub, und morgen früh wird das Auto gepackt und dann ist 2 Wochen Frankreich angesagt. Vorab noch ein paar Kleinigkeiten und Fundsachen:

Wer sich schon immer mal gefragt hat, wie Alternativmediziner in der Notaufnahme arbeiten kann sich über Kritisch gedacht einen wunderbaren Sketch aus England ansehen. Neben dem – erfolglosen – Versuch die Lebenslinie des eingelieferten Patienten mit einem Kugelschreiber zu verlängern finde ich das „homoeopathic Lager“ am Ende einfach grandios. Die beiden Comedians haben zumindest noch einen weiteren Sketch für Skeptiker auf Lager und auch der ist absolut shenswert.

Dass der Tod von Michael Jackson natürlich auch unter Astrologen diskutiert wird war zu erwarten. Die Frage, ob er in den Prognosen des Jahres 2009 vorkam auch. OK, Jacko war in der Liste „deatch and health watch“ von Nikki Pezaro verzeichnet, aber das war er auch schon  2003/2004, 2005 und 2008  (alles auf der gleichen Webseite).

Questico soll  möglicherweise einen Preis kriegen – natürlich nicht für seine „einfühlsamen Berater“ und deren treffsichere Zukunftsprognosen sondern für die von ihnen eingesetzte Technik. Die nicht unbekante Firma Dell vergibt alljährlich den „Small Business Award“ und laut der dazugehörigen  Pressemeldung geht der Preis an

kleine und mittlere Unternehmen aus, die IT besonders innovativ in ihren Geschäftsprozessen einsetzen, um die Kundenzufriedenheit zu steigern.

Schön für Questico, dass alleine die Tatsache, dass das Unternehmen auf der Auswahlliste ist, irgend einemVorstand bereits ein neues Notebook sichert.

Beim astrologischen Lottotest von Herrn Wolters sind die ersten 17 Ziehungen vorbei. Die Trefferquoten bewegen sich – wie erwartet – im Rahmen der Zufallswahrscheinlichkeit. Herr Wolters hat bisher 2 Treffer, 6 meiner 10 zum Vergleich erstellten Zufallszahlenreihen auch. Bei 2 meiner Zufallsreihen gab es noch keinen und eine hat einen Treffer. Klar und deutlich in Führung liegt meine 5. Zufallsreihe mit sage und schreibe 5 Treffern. Zur Erinnerung: Herr Wolters hat für jede Ziehung bis zum Jahresende jeweils 10 Zahlen mit einem auf Basis astrologischer Konstellationen arbeitenden Computerprogramm berechnet und veröffentlicht und er erzielt einen Treffer, wenn unter den 10 Zahlen mindestens 3 Richtige sind (die Zusatzzahl zählt dabei nicht dazu, denn die erhöht nur die Quote). Rein rechnerisch beträgt die Wahrscheinlichkeit bei diesem Setting einen Treffer zu erzielen ca. 9% bzw. 1/11.

Florian Freistetter hat nicht nur einen guten Artikel über Erich von Däniken im aktuellen Skeptiker veröffentlicht, er hat auch ein weiteres Nonsens-Angebot aus dem Bereich der Astrologie gefunden und die Verhaftung eines Astrologen in Sri Lanka kommentiert. Dieser wanderte nicht etwa wegen falscher Voraussagen ins Kittchen, sondern weil er dem Präsidenten das nahende Ende seiner Amtszeit prognostiziert hatte.

Novch mehr Astrologie gibt’S bei Penn&Teller. Die haben sich in ihrer Bullshit-Reihe – endlich – der Sterndeutung angenommen und inzwischen ist war das Ganze in drei kleine Teile zerlegt auf YouTube zu finden. „War“, weil der 3. Teil auf Grund eines „Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen von YouTube“ entfernt wurde. OK, es gibt andere Orte im Web, von denen man die Bullshit-Folge in voller Länge anschauen (… wenn man deren Player herunterlädt) oder herunterladen kann.

Jetzt muss ich aber so langsam mal meine Taschen packen und meine Urlaubslektüre vorbereiten: Colin Goldner’s Dalai Lama Buch, eine Portion Terry Pratchett, Joe Jackson’s „cure for gravity“  und Donald O’Shea „The Poincare Conjecture“ – aber ich vermute ja, dass ich höchstens eines der Bücher schaffe und ansonsten die hoffentlich reichlich vorhandene Sonne, die schöne Landschaft, das gute Essen und den ortsüblichen leckeren Rotwein geniessen werde.





ZDF-reporter zeigt wie man 30 Euro zum Fenster hinaus wirft

11 06 2009

Heute Abend gibt’s in der Sendung ZDF-reporter offensichtlich einen Bericht zum bekannten Esoterik-Beratungsportal Questico. Erwähnt werden wohl auch Fälle, in denen die „liebevolle Lebensberatung“ offensichtlich mit einem ganz tiefen Griff in das Portemonnaie der Anrufenden verbunden war, aber das ist ja wirklich nichts Neues. Interessanter ist der Selbstversuch des Autors des Berichts – Alexander Graßhoff – der bei einer Beraterin angerufen hat und eine Beratung zum Thema „Beruf“ wünschte.

Die angerufene Beraterin Sarinha zeigte sich dabei – laut des Berichts – als nichtssagende Schwaflerin, die ein wenig um das Thema Beruf herumriet. Wenn jemand nach seiner beruflichen Zukunft fragt, dann ist die allgemein formulierte Vermutung von Sarinha „Du scheinst dich in deinem aktuellen beruflichen Umfeld nicht wohl zu fühlen“ wohl in fast 100% der Fälle ein einfacher Ratetreffer. „Nicht wohl fühlen“ kann ja alles heißen und lässt freien Deutungsspielraum … … ob die Anruferin gerade wegen der Arcandorpleite um den Arbeitsplatz zittert oder der Anrufer von Kollegen gemobbt wird oder oder oder – Gründe um sich nicht wohl zu fühlen gibt’s wie Sand am Meer. Die von Sarinha aus den Karten gelogene Zukunftsperspektive ist ebenfalls mehr als grob. Ein Wechsel wird empfohlen (wobei der für den Wechsel empfohlene Zeitpunkt offensichtlich mehrmals wechselt), finanziell wird’s ein Erfolg und irgendwann werde sich der Anrufer selbständig machen. Letzterer Tipp wird trotz Einwand des Anrufers wiederholt – rationale Argumente sind für eine Kartenlegerin noch lange kein Grund hanebüchene Kartendeutungen zu überprüfen.

Dass Sarinha noch auf nicht gestellte Fragen zur Gesundheit „antwortet“ und Depressionen im Alter zwischen 30 und 40 sich vorauszusagen traut ist schlicht und einfach eine Frechheit. Zum Einen kann das Voraussagen von Krankheiten bei Anrufern reale Ängste schüren, zum anderen ist das Weiterlabern auf Kosten des Kunden reine Abzockerei. Dieser Meinung ist wohl auch Alexander Graßhoff, der folgendes Fazit aus seinem Selbstversuch für 29,10 Euro zieht:

Obwohl ich nur wenige Zwischenfragen stellte und meine Kernfrage, beruflicher Wechsel ja oder nein, eigentlich nach zwei Minuten abgehandelt war, hielt mich die Dame eine Viertelstunde in der Leitung. Und ich hatte definitiv das Gefühl, dass das gewollt war.

Ich glaube dass Herr Graßhoff mit seinem Gefühl hier vollkommen richtig liegt.





Topaktuelle Fußballastrologie: Kaninchen gegen Astrologe 0:0

20 05 2009

Die Bildzeitung hat anlässlich des UEFA-Cup-Finales in Istanbul einen Reporter durch die Stadt und dann ins Stadion geschickt. Und dieser hat auch gleich ein tolles Experiment gewagt: Nachdem nämlich der Astrologe Manfred Gregor der Hamburger Morgenpost vor 2 Wochen fälschlicherweise den Finaleinzug des HSV prophezeit hatte fragt der Bildmensch lieber einen Prognoseprofi, nämlich diesen – äh – dieses da:

Das Wahrsagekaninchen

Das Wahrsagekaninchen "einfach so" ...

Und wie das Vieh arbeitet kann man hier sehen: Den Rest des Beitrags lesen »





Cold Reading in Hamburg und der Berg ruft: Kaczmarek!

27 04 2009

Eine „Konferenz der Hellseher“ fand letzten Samstag in Hamburg statt – und der Ort des Geschehens war gut gewählt: das Rudolf-Steiner-Haus. Zwar findet sich diese Veranstaltung nicht im offiziellen Programm der Antroposophenbude, aber eigentlich passt diese Konferenz sehr gut in ein Haus dieses Namens. Und die laut Bericht ca. 60 überwiegend weiblichen Gäste wurden wohl nicht enttäuscht. Den Rest des Beitrags lesen »