Alles Gute zum Start: Das Projekt 137

20 08 2013

137 ist eine durchaus interessante Zahl. Nicht nur weil es eine Primzahl ist, sondern weil diese Zahl – warum auch immer – bei einem interessanten Projekt im Namen vorhanden ist, das ein „Triptychons aus Hörspiel/Blog/O-Ton-Collage“ bilden soll, und auch eine Facebookseite besitzt. Um was es gehen soll steht im Willkommensposting des Blogs:

Projekt 137 bietet Interviews mit Wissenschaftlern, Künstlern und anderen interessanten Persönlichkeiten.

Im weitesten Sinne geht es um dabei um das Spannungsfeld zwischen Materie und Geist.

Die Meta-Frage lautet: Gibt es überhaupt ein Spannungsfeld, oder konstruieren wir es nur?

Projekt 137 liefert keine Antworten, sondern provoziert Fragen. Fragen, die vielleicht zu Denkanstößen führen.

Was es bisher dort gibt ist schon lesens- und hörenswert:

ich bin schon mal gespannt, was hier noch so kommt – und worauf dieses Projekt in der Zukunft so hinausläuft.

Bis dahin danke für die Idee mal wieder Kate Bush zu hören!, Und auch wenn das Original des folgenden Stücks aus dem Jahr 1989 (Ja, damals gab es auch schon Computer!!!!) viel besser ist als diese Version aus dem Jahr 2011, das Video mit Robbie Coltrane rettet die schwächere Musikfassung dann doch einigermaßen …





Krähen vor Gericht

8 08 2013

Die Redensart „Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus“ bedeutet laut dieser Seite über Sprichwörter und Redewendungen unter anderem dass Berufs- und Standesgenossen zusammenhalten und sich nicht gegenseitig Anschwärzen. OK, das kennt man aus dem normalen Leben zur Genüge, gilt aber nicht unbedingt im weitläufigen Feld der Esoterik.

Wie der Kölner Stadtanzeiger berichtete hatte eine „promovierte Lehrerin, die an einer Schule in Brüssel unterrichtet“ einen – natürlich selbst ernannten – Geistheiler verklagt, weil er sie um 27.600 Euro gebracht hätte. Das Pikante an der Sache ist, dass die Klägerin selbst „esoterische Kurse anbietet; sie sollen zu einer „Selbstregulierung aller energetischen Systeme“ führen“; und in Einzelsitzungen auch „Chakren-, Quanten- und Matrixarbeit“ ihren Kunden in Rechnung stellt (ob man über google die Preise für ihre Angebote finden kann verrate ich natürlich nicht). Nun hatte sie mit dem Geistheiler 2009 folgendes vereinbart:

Die vertragliche Vereinbarung umfasste eine Beschwörung der Seelen ihrer verstorbenen Großeltern, Meditation, Reinigungsrituale und ein „Coaching“ mit Wochenendkursen über längere Zeit. Die Hauptziele: Monika G. (43, Name geändert) wollte einen Partner finden und zur Oberstudienrätin befördert werden.

Na ja, wer mit Chakren-, Quanten- und Matrixarbeit seinen Mitmenschen das Geld aus der Tasche zieht, der muss wohl auch glauben, dass die Beschwörung verstorbener Seelen zu Liebesglück und beruflicher Karriere führen. Irgendwann wurde die Dame aber misstrauisch:

Nachdem sie sich von einem Schreiben, in dem der Heiler mehr Honorar dafür forderte, durch „Beten“ aus der Ferne „Blockaden“ aufzulösen, unter Druck gesetzt sah, brach sie den Kontakt ab und schaltete eine Anwältin ein.

Zu diesem Zeitpunkt scheint sie ja immerhin schon die 27.600 Euro bezahlt zu haben – und warum sie jetzt klagte ist irgendwie unklar, denn …

Vor Gericht betonte sie, ihr Problem sei nicht das Ausbleiben einer Beförderung gewesen; das habe ihr erst Luc S. [der Geistheiler] eingeredet. Es bewegte sie immerhin dazu, sich um einen Karrieresprung zu bemühen. Seit gut zwei Jahren ist sie Oberstudienrätin – ohne Zutun des Heilers, betonte sie, es sei ihrer eigenen Initiative geschuldet.

Hier widerspricht sich die Frau irgendwie selbst, denn zum einen wollte sie irgendwie nicht befördert werden, habe sich aber dann darum bemüht, nachdem ihr der Geistheiler das eingeredet hat … … das kommt mir schon reichlich schräg vor. Aber was ist schon nicht schräg wenn man versucht esoterisch motivierten „Argumentationen“ zu folgen?

Ob sie inzwischen einen Partner gefunden hat, darüber sagt der Artikel nichts. Auch hat wohl das vom Geistheiler versprochene Coaching nicht stattgefunden („Die Rückzahlungsansprüche wegen des nicht zustande gekommenen Coachings seien zivilrechtlich zu klären.„). Oberstudienrätin ist sie inzwischen (ob mit oder – viel wahrscheinlicher – ohne des Geistheilers Hilfe ist ja auch egal), aber ihr Geld kriegt sie nicht zurück. Das Gericht folgte zumindest teilweise der Argumentation des Geistheilers:

Die Verteidiger konnten sich auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom Januar 2011 zur Wahrsagerei berufen. Darin heißt es: „Ein Kunde muss für magische Leistungen zahlen, wenn er diese im Bewusstsein darüber erkaufte, dass die Geeignetheit und Tauglichkeit dieser Leistungen zur Erreichung des von ihm gewünschten Erfolgs rational nicht erklärbar ist.“

Leider hat das damalige Urteil des Bundesgerichtshofs (ich hatte es hier kommentiert) nicht zu einer endgültigen Entscheidung geführt, da sich die damaligen Streitkrähen nach der Zurückverweisung durch den Bundesgerichtshof irgendwie außergerichtlich einigten. Die Begründung des Kölner Urteils passt aber irgendwie doch, denn die Klägerin müsste alleine auf Basis ihrer akademischen Ausbildung wissen, dass ihr oben zitierter Vertragsgegenstand absolut irrational ist – und bezahlt hatte sie ja freiwillig. Außerdem zieht sie ihre Kunden ja mit ähnlichem Nonsens über den Tisch, so dass sich mein Mitleid gerade mal vollständig abgemeldet hat, obwohl die Versprechen des Geistheilers meines Erachtens schon vom Prinzip her gegen § 306 BGB verstossen:

Ein auf eine unmögliche Leistung gerichteter Vertrag ist nichtig.

Dummerweise für die Klägerin gilt aber auch § 307 BGB:

(1) Wer bei der Schließung eines Vertrags, der auf eine unmögliche Leistung gerichtet ist, die Unmöglichkeit der Leistung kennt oder kennen muß, ist zum Ersatze des Schadens verpflichtet, den der andere Teil dadurch erleidet, daß er auf die Gültigkeit des Vertrags vertraut, jedoch nicht über den Betrag des Interesses hinaus, welches der andere Teil an der Gültigkeit des Vertrags hat. Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der andere Teil die Unmöglichkeit kennt oder kennen muß.

Der Geistheiler hat offensichtlich dem Gericht klar gemacht, dass er nicht weiß, dass er Unsinn betreibt (und seinen Kunden damit Geld aus der Tasche zieht). Ich bin ja kein Jurist, aber dieses Urteil kann ich gerade in diesem Fall durchaus verstehen.

Mir tun nur die Schüler leid, die sich von dieser Oberstudienrätin in was auch immer belehren beleeren lassen müssen …





Wenn Hanf die Radioaktivität wegschwingen soll …

8 08 2013

… dann ist das natürlich schlicht und einfach hanebüchener BULLSHIT! Zur Zeit gibt es ja wieder so einige Meldungen über Fukushima, da passt es ja ganz gut wenn auf einer Facebookseite folgendes Bild zu sehen ist:

Der Mann, der (vor gut einem Jahr) behauptete so etwas könne ja irgendwie möglich sein, heißt Masaru Emoto und ist einschlägig bekannt, ja er gehört sogar zu den spirituellen Superstars, die vor gut zwei Jahren auf einer Top 100 Liste ausgewiesen wurden. Eigentlich hat er’s ja mehr so mit dem Wasser, von dem er behauptet, es könne „die Einflüsse von Gedanken und Gefühlen aufnehmen und speichern“ (Quelle: Wikipedia). Wie er das „beweist“, dazu kommen wir noch, aber zunächst mal gehts um seinen Senf Hanf zu Fukushima. Meine erste Frage war, hat er das wirklich so gesagt? Und wenn man den Untertiteln in folgendem Video glauben darf, dann lautet die Antwort uneingeschränkt „Ja“:

Nochmal zum mitlesen (ab 03:27min):

As a Hado researcher I made the following suggestion to Fukushima prefecture. It is the suggestion to plant a lot of hemp in the land of Fukushima. The plant, hemp, is prohibited in almost all places in the world, but I am supporting the movement for hemp to revive. Hemp has high frequency, and by its vibration, I think it has the effect and potentiality to purify the contaminated environment made by the radiation. Presently, the figure of Bequerel seems to be high, so I am very interested in it. I believe that the hemp fields will bring the eradication effect. The only concern is that Japanese government doesn’t show their interest or understandings. They would say that it’s outrageous and so we can be sometimes suppressed. So I would like to cooperate with people around the world who truly understand hemp and who know that „Hemp is nothing like that“, so we can advocate together the movement of hemp revival globally. 

Nun ja, ich kann nicht beurteilen, ob das Japanische richtig übersetzt wurde, aber wenn doch, dann scheint sich der Herr „Dr.“ Emoto (der Dr. stammt von einer indischen Titelmühle, das nur für die, die Links zu Psiram nicht anklicken mögen) nun an die Hanffreunde ranwanzen zu wollen. Er will also mit Leuten kooperieren, die den Hanf wirklich verstehen und mithelfen, dass Hanf wieder „richtig verstanden“ wird. Ob die aber tatsächlich auf die Frequenzen des Hanf abfahren und seine Schwingungen? Nicht vielleicht doch eher darauf, dass diese alte Kulturpflanze vielfältig verwendet werden kann und neben ihrer berauschenden Drogenwirkung als Faser- Heil- und Ölpflanze Verwendung findet (Quelle: Wikipedia)? Erwartet er, dass ihm jetzt die Hanffreunde weltweit die Füße küssen? Oder dass ihn die Freunde eines lässigen Joints jetzt als einen der ihren betrachten? Moment – würden die Jointfreunde überhaupt das Zeugs aus Fukushima rauchen wollen? Ja, ich weiß – die Reduzierung auf Hanf als Droge ist eine Verkürzung der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten dieser Pflanze.  Aber dass diese Pflanze in der Lage wäre mit Hilfe ihrer „hohen Frequenz“ (welcher Art ist diese Frequenz? Frequenz ist das Mass einer Schwingung: was schwingt denn da????) und ihren Schwingungen (nochmal: was schwingt denn da???) die Radioaktivität in der Umgebung von Fukushima zu heilen das dürften auch die treuesten Hanffreunde nicht glauben wollen.

Emoto sollte doch lieber bei seinem angestammten Thema bleiben, bei der Beeinflußung des Wassers mit“Gedanken und Gefühlen„, oder auch mit Musik oder aufgeklebten Zetteln. Er behauptet sinngemäß, dass durch das Bekleben eines wassergefüllten Gefässes mit dem Wort „Liebe“ beim Trocknen viel schönere Kristalle entstehen, als wenn man das Gefäss mit dem Wort „Hitler“ beklebt. Oder wenn man dem Gefäß diese guten bzw. bösen Worte sagt, oder das Gefäß einfach andenkt … … wobei ich mich frage, ob das Wasser auch vor 200 Jahren beim Namen „Hitler“ schon kristallmäßig zusammengezuckt wäre … … wie dem auch sei, ich kann Emoto so oder so nicht unbedingt sympathisch finden. Hat er nicht recht (was wahrscheinlich ist, da seine „Experimente“ noch von niemandem nachgestellt werden konnten – er selbst spricht bisweilen bei bohrenden Nachfragen ja auch irgendwie von „Kunst“ … … immerhin, die Kristallbilder sind ja auch nicht unschön), dann veralbert er seine Fans, hat er Recht, dann foltert er bisweilen das gefühlvolle Wasser mit bösen Worten, und das könnte den Zorn des Wassers erregen und irgendwann ganz böse enden:

Emoto

(Quelle: http://grafikpolizei.wordpress.com/2013/07/04/neulich-in-emotos-wasserlabor/)

Beim Hanfanbau dürfte ihm solcherlei Gefahren nicht drohen, aber muss er das wirklich unbedingt  in Fukushima machen?





Und wieder mal am Mittwoch: Lesebefehle! Folge 5: Ein dreifaches A (Aluminium, Aargks und Apothekenzeugs)

7 08 2013

Vor einigen Wochen bin ich abends beim Zappen in eine vermeintliche Dokumentation hineingerutscht, die mich nach wenigen Minuten kopfschüttelnd weiter schalten liess. Es ging irgendwie um Aluminium und darum, dass dieses Zeugs sooooo gefährlich wäre. Für seinen Blog Nachdenken … bitte hat Stephan Angene die Behauptungen dieser vermeintlichen Dokumentation des einschlägig bekannten „Journalisten“ Bert Ehgartner mit wissenschaftlichen Argumenten sauber zerlegt (… und wurde vom GWUP-Blog als Gastbeitrag geadelt).

Angst essen Verstand auf, oder „Die Akte Aluminium“ von Bert Ehgartner

Seit dem 10. Mai gibt es einen Blog, der gleich zu Beginn mit sehr guten Beiträgen reüssierte. Insbesondere die dreiteilige Reihe (Teil 1, Teil 2 und Teil 3) zur Unterscheidung von Skeptikern und Pseudo-Skeptikern ist hervorragend, und seine Schwurbeleisuche in den Wahlprogrammen verschiedener Parteien sehr unterhaltsam. Auf jeden Fall ein Blog, den ich in meine Blogroll aufnehmen muss:

aargks

Claudia Graneis studiert Pharmazie und hat schon auf der letzten GWUP-Konferenz einen tollen Vortrag gehalten.  In ihrem Blog cloudpharming berichtet sie jetzt über ihre neue Undercover-Aktionen als Praktikantin in einer auf TCM () spezialisierten Apotheke. Nach der Einleitung unter dem Titel „Ein Monat in Absurdistan“ geht es im ersten Teil um das spannende Thema

Schwanger werden mit Fledermauskot

Auf die folgenden Teile dieser Serie bin ich jetzt schon gespannt …

Update: … und schon geht die Serie, reich bebildert, weiter: „Batshit crazy





Noch mehr Berichte vom TAM2013

4 08 2013

Ich war natürlich nicht der einzige, der vom TAM2013 berichtete, auch Skeptiker aus anderen Ländern berichteten – überwiegend begeistert – von den Tagen in Las Vegas. Im Folgenden eine kleine Auswahl:

Beim Skeptic Ink Network hat der Bericht den schönen Titel „Taking a vacation from unreason„, und diese Überschrift passt wirklich genau auf die Tage in Las Vegas. Es war tatsächlich eine Art Urlaub von der Unvernunft, die einen aus den Medien immer wieder erreicht und zum Kopfschütteln bringt.

Bei den „skeptical humanities“ (mit dem sehr schönen Untertitel „Learning is cool“) gibt es einen ausführlichen Artikel, in den als Highlight ein Video eingebettet ist, das einen selbst ernannten Pastor zeigt, der Teufelsaustreibungen mit Hilfe der Musik von Tom Jones durchführt:

Während bei Skepticblog.org nur ein kurzer Bericht zu finden ist, wird es bei den Yankee Skeptics wieder etwas  ausführlicher, und bei den Monterey Skeptics gibt es ein paar Lieblingsbilder (mit Begründung).

Am Ende zu meinen beiden Lieblingsberichten. Eddie Scott listet in seinem Blog „the skeptic in the room“ die Top Vorträge der Veranstaltung, und begründet seine Auswahl auch sehr schön. Erinnert hat mich dieser Bericht an einen Vortrag, den ich zu erwähnen vergessen hatte, nämlich den von Peter Boghossian mit dem Titel „Authencity“. Scott fast die Highlights wie folgt zusammen:

[Boghossian] offered three suggestions for how to find authenticity in oneself: 1) If questioned and you don’t know, say “I don’t know.” 2 ) Don’t apologize or mumble in defense of reason; apologize only if you’re genuinely sorry. 3. Be wary of labels. They make it hard to modify your beliefs.

Auch in dem Blog von Emily Dietle mit dem dem wunderschönen Namen emilyhasbooks spielt der Vortrag von Peter Boghossian eine wichtige Rolle. In ihrem Text how to effectively implement skepticism gibt es außerdem noch ein paar Bilder vom TAM2013.

Wer sich für die Vorträge selbst interessiert, der muss sich noch ein wenig vertrösten. Irgendwann werden alle Vorträge auf der Webseite der JREF verfügbar sein, aber wann ist wohl noch nicht ganz klar.





Der alternative Automechaniker

31 07 2013

Immer wieder fragen die bösen Skeptiker die Anhänger irgendwelcher so genannter „alternativer“ Heilungsversprechen (von Medizin möchte ich da gar nicht reden), ob sie im Falle eines Defekts an ihrem Auto auch zu einem alternativen Mechaniker gehen würden. Meistens erhält man auf eine solche Frage ja gar keine Antwort, obwohl es doch so tolle Videos über alternative Automechaniker geben soll. Na ja, zumindest eines gibt es, und das möchte ich niemanden vorenthalten:

Und klar: Lenkradakupunktur, Karosseriekuscheln oder Kopfstützenmassage – alles funktioniert bestens! Das Video beweist es!!!!





So funktioniert Astrologie! Immer!

29 07 2013

Vor etwa drei Monaten hat der GWUP-Blog darauf hingewiesen, dass Horoskope ja immer stimmen und sich dabei auf einen – lesenswerten – Artikel aus der Welt verwiesen. Dass man dies natürlich auch sehr gut in einem kleinen Filmchen umsetzen kann zeigt aktuell der amerikanische Sender abc mit seiner Serie „Would you fall for that?“. Das Vorgehen ist dabei ganz einfach: Den Kandidaten wird einfach – mit ein wenig vermeintlich astrologischem Geraune verziert – die allgemeine Personenbeschreibung vorgelesen, die schon Forer in seinem Test aus dem Jahr 1948 verwendet hat, und die nicht ‚mal besonders lang ist (Quelle: Wikipedia):

“You have a need for other people to like and admire you, and yet you tend to be critical of yourself. While you have some personality weaknesses you are generally able to compensate for them. You have considerable unused capacity that you have not turned to your advantage. Disciplined and self-controlled on the outside, you tend to be worrisome and insecure on the inside. At times you have serious doubts as to whether you have made the right decision or done the right thing. You prefer a certain amount of change and variety and become dissatisfied when hemmed in by restrictions and limitations. You also pride yourself as an independent thinker; and do not accept others’ statements without satisfactory proof. But you have found it unwise to be too frank in revealing yourself to others. At times you are extroverted, affable, and sociable, while at other times you are introverted, wary, and reserved. Some of your aspirations tend to be rather unrealistic.”

… und hier die Übersetzung:

„Sie brauchen die Zuneigung und Bewunderung anderer, dabei neigen Sie zu Selbstkritik. Zwar hat Ihre Persönlichkeit einige Schwächen, doch können Sie diese im allgemeinen ausgleichen. Sie haben beträchtliche Fähigkeiten, die brachliegen, statt dass Sie sie zu Ihrem Vorteil nutzen. Äußerlich diszipliniert und kontrolliert, fühlen Sie sich innerlich ängstlich und unsicher. Mitunter zweifeln Sie ernstlich an der Richtigkeit Ihres Tuns und Ihrer Entscheidungen. Sie bevorzugen ein gewisses Maß an Abwechslung und Veränderung, und Sie sind unzufrieden, wenn Sie von Verboten und Beschränkungen eingeengt werden. Sie sind stolz auf Ihr unabhängiges Denken und nehmen anderer Leute Aussagen nicht unbewiesen hin. Doch erachten Sie es als unklug, sich anderen zu freimütig zu öffnen. Manchmal verhalten Sie sich extrovertiert, leutselig und aufgeschlossen, manchmal auch introvertiert, skeptisch und zurückhaltend. Ihre Wünsche scheinen mitunter eher unrealistisch.“

Die Umsetzung für das Fernsehen finde ich dabei richtig gut gelungen. Im ersten Teil wird der europäische Superastrologe Dr. Lane Hoerst (Dr. He’s not real) eingeführt, der sogar das englische Königshaus beraten soll und für den man ein paar hübsche Buchumschläge sowie ein kleines Werbevideo zusammen gebastelt hat. Und dann geht’s los …

… und natürlich sind sie alle zufrieden mit dem alten Forer-Text, und auch der Skeptiker ist total überzeugt, bis das Ganze sehr schön aufgelöst wird:

„Would you fall for that?“ scheint eine ganz interessante Sendung zu werden …





TAM2013: Klasse Vorträge, spannende Diskussionen und (wieder) ein 1-Million-Dollar-Fail

24 07 2013

Nach dem ich auf das Wichtigste beim TAM2013 aus meiner Sicht bereit eingegangen bin, nun einmal ein Überblick über die Themen und Vorträge. Dabei gebe ich zu, dass ich einige Vorträge geschwänzt habe, da man irgendwann ja auch einmal schlafen muss … … und der Zeitplan war schon sehr eng!

Die „opening remarks“ von DJ Grothe, James Randi und den durch die gesamte Veranstaltung führenden George Hrab waren schon mal ein guter Appetizer (den Showpart kann man sich, mir einigen Erklärungen, auf George Hrabs sehr unterhaltsamem Geological Podcast – in Folge 322, ab ca. Minute 17 – anhören). Was dann folgte waren Vorträge und Podiumsdiskussionen, und die Namen auf der Bühne lesen sich wie das „who is who“ der Skeptikerszene. Dazu eine Liveaufnahme des „Skeptic’s Guide to the Universe“ (hier nachzuhören) und am Ende wurde dann noch eine 1-million-dollar-challenge live aufgelöst.

Neue Inhalte waren für einen langjährigen Skeptiker zwar nicht zu entdecken, aber es gab – neben ein paar wohl typisch amerikanischen Seltsamkeiten, insbesondere aus der religiösen Ecke – einfach eine große Menge an wirklich guten Vorträgen. Hier meine – subjektiven – Highlights:

Die Vorstellung des Films „An Honest Liar“ (über das Leben von James Randi), mit den beiden Filmemachern und Randi selbst, inclusive einiger sehr unterhaltsamer Filmausschnitte, die den Filmemachern beim Stöbern in Randis Archiven aufgefallen waren. Das wird auf jeden Fall ein Film, den man sich anschauen sollte – und wenn man den Filmemachern glauben will dürfte genug Material für mindestens zwei DVDs voller Outtakes vorhanden sein.

In search of the light“ von Susan Blackmore war eines der ersten skeptischen Bücher, die ich mir damals in den späten Neunzigern angeschafft hatte. Deshalb war ich auf ihren Vortrag „Fighting the Fakers – and Failing“ sehr gespannt, und wurde nicht enttäuscht. Es ging darum, dass es Esoterikern nach einem gescheiterten Experiment immer wieder gelingt, die Ergebnisse durch neu gefundene „Erkenntnisse“ dann doch irgendwie in ein gelungenes Experiment umzuinterpretieren. In diesem Fall waren es die Hersteller kleiner Kristalle, die sich zum Beispiel auch die Gattin des ehemaligen britischen Regierungschefs gerne um den Hals hängte, und deren Hersteller (selten genug!) sich tatsächlich auf einen Test einliess. Keine neue Erkenntnis, aber der Vortrag war einfach klasse … … und ich hab mich natürlich gefreut, dass sie sich mit mir fotografieren liess:

P1000093

Den Namen Dan Arielly hate ich bis dato noch nicht gehört, obwohl es seine Bücher sogar auf deutsch gibt (… und die Titel sind wirklich cool). Sein Ausflug in die Welt der alltäglichen Lügen (mit wirklich herrlichen Tests, häufig in Kneipen …) war herzerfrischend, spannend, lehrreich und ein tolles Beispiel für extrem unterhaltsame Wissenschaft. Für die Details des Vortrags „The honest truth about dishonesty: how we lie to everyone-especially ourselves“ muss ich jetzt natürlich erst mal das entsprechende Buch lesen (… und die anderen wohl auch).

Marty Klein präsentierte ein wohl eher spezifisch amerikanisches Problem, das er in seinem Vortrag („Junk Science, moral panics, and sex„) so spannend darlegte, dass ich mir das dazugehörige Werk gleich kaufen musste. In seinem Buch „america’s war on sex“ beschreibt er „the continuing attack on law, lust and liberty“, also den Angriff religiöser Gruppen auf die Gesetzgebung und die menschliche Freiheit in dem man mit sexuellen Themen argumentiert (dass dies ein Angriff auf die Lust ist versteht sich von selbst). Beispiele sind die in den USA üblichen Selbstverpflichtungen Jugendlicher, vor der Ehe abstinent zu leben (… die übrigens von 88% der Jugendlichen gebrochen werden).

Michael E. Mann ist einer der weltweit profiliertesten Klimawissenschaftler, und einer der Menschen, die von den Leugnern einer von Menschen verursachten globalen Erwärmung am härtesten bekämpft werden. In seinem Vortrag „The Hockey Stick and the Climate Wars“ zeigte er eindrucksvoll, wie die andere Seite lügt, trickst und täuscht – und sich eben nicht um die in immer größerer Menge vorhandenen Daten schert.

Der absolute Superstar von TAM2013 war aber Sanal Edamaruku. In seinem Vortrag „Indian Gurus: From flying fakirs and starving saints“ ging er auch auf seine beiden bekanntesten „Enthüllungen“ ein, die Entzauberung eines Gurus, der ihn vor laufender Kamera umbringen wollte (hier ein paar Ausschnitte) …

… und die Entzauberung eines christlichen „Wasserwunders“ (eine Jesusstatue tropfte – wegen des Abwassers einer nahe gelegenen Reinigung sowie des Kapillareffektes). Letzteres hat ihm übrigens eine Klage wegen Blasphemie eingebracht, und um der Verhaftung zu entgehen lebt er inzwischen in Helsinki.

Zum Schluß ganz kurz zur diesjährigen 1-Million-Dollar-Challenge. Eine solche „Veranstaltung“ ist wenig unterhaltsam, ja geradezu langweilig – aber ich denke, dass man auch genau das zeigen muss. Eine Behauptung (dieses Mal ging es um ein remote-viewing-Experiment) zu prüfen ist weniger „sexy“ als kurz und – möglicherweise unterhaltsam – über das Ergebnis zu berichten. Ich finde es gut, dass auch ein solches Experiment im Rahmen des TAM2013 statt fand.

Was habe ich mitgenommen? Nun ja, viele Bücher, viele tolle Erinnerungen und ganz viel Lust auf TAM2014. Mal sehen ob ich das hinkriege … (… und zu dem Showprogramm schreib‘ ich auch noch was).





Das Wichtigste vom TAM2013: Del-Mar-Experience und T-Shirts

18 07 2013

Zurück aus Las Vegas möchte ich ein wenig vom TAM2013 erzählen. Und ja, das Ganze war wirklich die Reise wert. Der Veranstaltungsort – das South Point Hotel, Casino & Spa – war ideal, denn durch seine Lage ein paar Kilometer entfernt vom berühmten Las Vegas Strip ging es dort ziemlich ruhig zu. Natürlich gab es tolle Vorträge (dazu später mehr), interessante Informationsstände und ein Showprogramm (auch dazu später mehr), aber das Wichtigste waren die zahllosen Gespräche mit Gleichgesinnten aus aller Welt.

Auf einem Schild am Eingang zum TAM2013 war die Aufforderung zu lesen, man solle doch lächelnd durch die Konferenzzone gehen,  damit man mit den anderen leichter in Kontakt kommt. Ob diese Aufforderung wirklich notwendig war möchte ich vehement bezweifeln, denn da sowieso jeder seinen TAM-„Ausweis“ umgängen hatte waren spontane Gespräche nicht zu vermeiden. Schon am Abend meiner Ankunft, am Donnerstag, machte ich die Erfahrung, dass man sich nicht einfach so ‚mal für fünf Minuten alleine an einen Tisch setzen kann um seine Mails zu checken. Kaum hatte ich mich – ziemlich übermüdet nach einem langen Flug – hingesetzt, schon kam die Aufforderung von nebenan: „Hi, won’t you like to join us?“. Mit verantwortlich war natürlich auch der kleine Anstecker, der mich als „First TAMMER“ auswies, und den Neulingen steht man beim TAM immer hilfsbereit zur Seite.

IMG_20130712_000927[1]

Diese erste Episode fand im Epizentrum des TAM-Socialising, in der „Del-Mar“ Bar statt, einem Bereich des South-Point Casinos, der normalerweise so aussieht:

P1000230

An den TAM-Abenden jedoch war hier die Hölle los. Menschen aus aller Welt saßen zusammen, diskutierten, feierten und hatten einfach riesigen Spaß. Ein paar Bilder gefällig? Bitteschön:

P1000072

P1000089

P1000074

Und als am Ende der Veranstaltung noch der unvergleichliche George Hrab seine Gitarre mit in die Del-Mar Bar brachte …

1373876306076

… war dies der Auftakt zu einer unvergesslichen Feier, in der sich die Skeptikergemeinde bei einer ganzen Reihe von Popklassikern sehr textsicher zeigte.

Und was war jetzt mit den T-Shirts? Nun ja, es gab reichlich – und diese zwei sind meine liebsten:

P1000236

Der Grund dafür: Der Skeptics Guide to the Universe ist immer noch mein Lieblingspodcast und die United Church of Bacon darf sich seit dem TAM über ein neues Mitglied freuen …





Das Problem skeptischer Singles …

23 06 2013

… insbesondere beim zweiten Date kann man in diesem wunderbaren Dilbert-Cartoon bewundern:

91352.strip

Gefunden im 2013-er Dilbert-Kalender – und im Archiv von Scott Adams.