Die vhs Mainz und ihr Leitbild: Epic Fail!

22 06 2013

In seinem Blogbeitrag Hokuspokus in der Wissenschaftsstadt hat scilogs-Autor Michael Kahn über einige fragwürdige Kurse an der Volkshoschschule Darmstadt geschrieben und – zurecht – gefragt, ob solche Kurse in der vhs einer Stadt, die sich seit 1997 mit dem Beinamen „Wissenschaftsstadt“ schmückt, nicht vollkommen deplaziert sind. Bei seiner Kritik bezieht er sich auf den Begriff „Wissenschaftsstadt“, und  kommentiert:

Ich meine allerdings, eine Wissenschaftsstadt erkennt man an anderen Dingen, vorrangig an der Wertschätzung, die den Wissenschaften dort in der Öffentlichkeit entgegengebracht wird.

Nicht erwähnt hat er, dass sich auch im Leitbild der vhs der Begriff Wissenschaftsstadt findet …

Wir sind die Erwachsenenbildungseinrichtung der Wissenschaftsstadt Darmstadt und arbeiten im öffentlichen Auftrag.

… und dass der „Slogan“ der vhs ihren kritisierten Angeboten zur Homöopathie schon mal fundamental widerspricht:

Slogan: Übermorgen nicht von vorgestern sein! Heute noch zu Ihrer vhs!

Damit man übermorgen nicht von vorgestern ist werden also Kurse angeboten, deren „Wissen“ längst veraltet ist – den Slogan sollte die vhs Darmstadt schleunigst umformulieren.

Aber hier soll es ja um die vhs meiner Heimatstadt Mainz gehen. Dass es hier auch bisweilen recht zweifelhafte Kurse gibt hatte ich schon vor über drei Jahren angemerkt (als ich mal zeitweise nicht hier wohnte), und nachdem mir eine freundliche Mitarbeiterin der vhs letztes Wochenende nach dem Besuch auf dem wunderschönen Mainzer Wochenmarkt das aktuelle Programmbuch in die Hand drückte, habe ich natürlich sofort nachgeschaut, ob der von mir damals erwähnte Pendelkurs noch immer im Angebot ist. Und tatsächlich, er ist es, und das regte gleich eine diesbezügliche Nachfrage bei der Dame an.  Meinen Vorwurf, dass dies doch Betrug an ihren Kunden sei, wenn das, was in der Kursbeschreibung steht, gar nicht geleistet werden könne, konterte sie mit einem lockeren „man wolle eben für alle etwas bieten“. In den letzten Tagen habe ich dann ‚mal ein wenig im Programm gewühlt, immer die folgenden Sätze aus dem Leitbild der vhs Mainz vor Augen:

Die vhs orientiert sich an den Prinzipien der Aufklärung, Demokratie und Würde des Menschen.

Bedarfsgerechte, preisbewusste und qualitativ hochwertige Bildungsangebote sowie qualifiziertes und engagiertes Personal bilden die Basis, um als konkurrenzfähiges Dienstleistungsunternehmen auf dem  Markt zu bestehen und das in uns gesetzte Vertrauen zu bestätigen.

Tja, wie der Pendelkurs mit dem Begriff „Aufklärung“ und die – auf deutsch – Verarschung der Kursteilnehmer mit der „Würde des Menschen“ (ok, das ist jetzt bewusst etwas hochgestochen) in Einklang zu bringen sind, wissen wohl nur die Veratwortlichen der vhs Mainz. Es wäre ja auch wirklich zu vernachlässigen, wenn dies der einzige Kurs wäre, der jedweder Aufklärung widerspricht – aber das ist leider nicht so. Die Referentin des Pendelkurses hat noch ein zweites Thema im Angebot: Die Aura – eine ganz normale Erscheinung. Hier beginnt die Beschreibung schon mit einem Satz, der sich selbst widerspricht:

Seriöse Wissenschaftler beschäftigen sich bereits mit den feinstofflichen, meist nicht sichtbaren Energien von Lebewesen und Materie.

Entweder ein Wissenschaftler ist seriös, oder er beschäftigt sich mit feinstofflichen Energien. Und der nächste Satz ist dann eine glatte Lüge:

Die menschliche Aura umgibt den Körper in mehreren Schichten, deren Größe und Farben sich je nach Gesundheits- und Bewusstseinszustand verändern.

Nein, das sind Hirngespinste!

Es werden Möglichkeiten zu Reinigung, Stärkung und Schutz aufgezeigt.

Reinigung, Stärkung und Schutz von einem Hirngespinst? Doch, genau darum gehts, und man soll soweit „vorhanden, eigene Geräte (Pendel, Tensor, Rute) mitbringen„. Wenn irgendwelche Eso-Läden solche Kurse abnbieten, dann ist das ja ok (jede/r darf sich bescheissen lassen von wem er/sie will), aber wenn die vhs ein solches Angebot auch noch durch einen Kurs adelt, dann ist das schlicht lächerlich und alleine diese beiden Kurse wären ein Grund, den Verantwortlichen die Benutzung des Wortes „Aufklärung“ zu untersagen. Immerhin sind diese beiden Kurse dann doch in der vhs-Systematik unter („Mensch und Gesellschaft“ – „Neue Wege (Psychologie, Kommunikation, Astrologie, Esoterik)“ -) „Esoterik“ , unter der richtigen Überschrift einsortiert.

Dass es zusätzlich noch eine Rubrik Astrologie gibt macht das Leitbild noch lächerlicher. OK, es gibt nur einen einzigen Kurs (in Psychologischer Astrologie) aber dass die Sterndeutung Unsinn ist sollte sich doch eigentlich auch bis Mainz herumgesprochen haben. Viel interessanter ist, dass die Referentin des Astroquatschs auch noch einen anderen Kurs anbietet: Persönlichkeit – Partnerschaft – Beruf in der heutigen Zeit, und dieser wird in der vhs Systematik nebenan unter „Psychologie“ einsortiert. Gemäß ihrer Homepage benutzt die Referentin folgende Methoden: Magnetfeldtherapie, Psychologische Astrologie, Bioenergetische Energie und Spiritualität. Was das mit Psychologie zu tun haben soll, dürfte Geheimwissen der Verantwortlichen sein.

Auch andere Kurse aus dieser Rubrik scheinen sich nicht unbedingt an dem zu orientieren, was man normalerweise unter Psychologie versteht. Über dies und weitere zweifelhafte Kurse werde ich in einem zweiten Teil berichten.





Mehrheit der Orakeltiere setzt auf schwarz-gelb (drei Astrologen auch) – mit neuen Updates!

22 05 2013

Zum anstehenden Champions-League-Finale zwischen Borussia Dortmund und Bayern München durften wieder mal ein paar Viecher das ergebnis voraussagen – und wahrscheinlich werden bis Samstag noch ein paar dazu kommen. Dabei war die Meldung aus dem Handelsblatt wohl etwas voreilig, denn dass sich alle Orakeltiere einig wären, davon kann keine Rede sein. OK, Orang-Utan Walter (aus dem Dortmunder Zoo, wenn der auf die Bayern setzt kriegt er keine bananen mehr), Schabrackentapir-Baby Baru aus dem Leipziger Zoo und die Zwergotter Ferret und Mörmel aus dem Tierpark Aue haben tatsächlich auf einen Sieg des BVB gesetzt, aber das aus den Vorjahren bekannte Trötorakel Nelly aus dem Serengetipark Hodenhagen war da anderer „Meinung“ und kickte eindeutig ins Dortmunder Tor (war auch bei der ARD in „brisant“ zu sehen).

Auf youtube gibt es noch weitere Orakeltiere, deren Prognosen wie folgt ausfallen:

  • beim Hunderennen laufen beide Tiere ins Münchner Tor, das soll auf ein 2:0 für Dortmund hin deuten (allerdings wurden mindestens ein Hund von einem offensichtlichen BVB-Fan vom Dortmunder Tor weg gescheucht) Update: Ich hab erst jetzt gemerkt, dass diese Glanzleistung der Prognostik aus dem ZDF-Fernsehgarten stammt …)
  • drei von vier Schnecken futtern den Salat bei den Bayern-Bierdeckeln: 3:0 für Dortmund
  • das „Cocorakel“ vom Trostberger Tagblatt frißt aus dem Bayernschälchen, also Sieg für Bayern!

Warum sich die wahrscheinlich bayrischen Besitzer so freuen, dass ihr Hund aus dem Dortmunder Schälchen frißt weiß ich allerdings nicht – sie finden es einfach gut, dass das Tier überhaupt das Futter findet, und deuten diese „Prognose“ gleich gar nicht. Ebenso ist das bei Katze Lena, die sich auch von furchtbarer Musik nicht davon abhalten lässt ihre Brekkies aus dem Schälchen neben dem Bild mit den Dortmunder Spielern zu knurpsen. Aber ob das jetzt wie bei den klassischen Tierorakeln auf einen Sieg von Dortmund hinweist, oder ob sich deshalb – wie beim oben erwähnten Schneckenorakel – die Bayernfans mehr Hoffnung machen können (wenn sie dann an so einen Unsinn glauben wollen), das ist nicht so ganz klar. Nach den bisher eindeutigen Prognosen liegt Dortmund mit 5:2 vorne, also genau dem Ergebnis des letztjährigen DFB-Pokalfinales.

Ob es für die BVB-Fans ein gutes Omen ist, dass auch ein Astrologe ihr Team im Vorteil sieht? Laut Thomas Georgievsieht es für den frisch gebackenen deutschen Meister im Stundenhoroskop ziemlich düster aus„. Ich vermute ‚mal, dass es bis Samstag noch weitere Prognosen geben wird – sei es tierische oder astrologische. Wenn ich noch etwas finde werde ich Updates nachreichen.

Update 23.5.:

Wie erwartet wurden noch weitere tierischen Champions-League-Final-Orakel entdeckt, und wenn man den Tieren glauben darf, dann siehts für die Bayern wirklich schlecht aus. Fangen wir mit den Tentakelträgern an: Ein Krake namens Paul aus dem Sealife in Oberhausen (wer erinnert sich nicht?) hat nach über 73 Minuten auf Dortmund gesetzt, seine Artgenossin, die Krakendame Rosi aus Rosenheim ist sich schon nach knapp 6 Minuten sicher: Bayern gewinnt.

In dieser kleinen Fotoserie haben sich gleich 5 tierische Prognostiker verewigt. Zwei davon schickt der Dortmunder Radiosender 91.2 ins Rennen, und klar, dass Kaninchen „Drops“  auf Dortmund setzte. Der Sender hatte außerdem noch die superwitzige Idee zwei Katzen zwischen Futterschälchen (BVB) und Kaktus (FCB) wählen zu lassen. Das Ergebnis war wenig überraschend. Die Präferenz für das Dortmunder Logo teilen auch eine Amsel (Futterwahl) und ein Hund aus dem Chiemgau (dieser hinterlässt dort allerdings sein Häufchen). Da fällt Hund Paula, der den Bayern-Fressnapf wählt, kaum mehr ins Gewicht.

Noch eindeutiger ist die Präferenz für Dortmund bei den Astrologen. Neben dem oben erwähnten Herrn Georgiev setzen auch Christian Kraut ( in seinem Capriquaricorn Blog) und die Britin Sally Kirkman auf den BVB.

Und noch ein Votum für die Dortmunder findet sich: Das FirstAffair Erotik Orakel sieht die Dortmunder ebenfalls im Vorteil – aber ob ein Erotikranking wirklich etwas über das Ergebnis eines Fußballspiels aussagen kann? Ich weiß ja nicht …

Update 2 (6 Stunden vor dem Finale):

Und hier die letzten tierischen Orakel zum Champions League Finale:

Es bliebt also bei der Mehrheit für schwarz-gelb (auch wenn diese Samlung natürlich – wie immer – keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhebt).

Und auch von Astrologenseite gibt es noch etwas: Bei der Astrologiezeitung Loop! wird schon jetzt irgendwie der Spielverlauf beschrieben – auf eine Nennung des Siegers alerdings verzichtet. Dafür gibt es ein paar Uhrzeiten, an denen etwas passieren könnte. Also irgend etwas, irgendwie ist das alles schon wieder sehr kryptisch, denn es liest sich zum Beispiel so:

Mars am DC (20:05 h bzw. 21:05 h MESZ) :  Das ist ein erster Paukenschlag. Mars als Symbol für einen Angriff, der eventuell Folgen hat. Steht ein Planet genau auf einer der Hauptachsen wird in der zu erzählenden Geschichte ein Marker gesetzt. Jetzt findet etwas Wichtiges statt, die Geschichte bekommt eine einschneidende Wendung.

OK, eine Wendung kann man in alles hineindefinieren … … aber was ist damit:

Alleine dieser Umstand schreibt einen Teil unserer Geschichte fest: in der Zeit zwischen 20:02 h und 20:12 h wird dieses Spiel einen Ereignishöhepunkt erreichen. Der Umstand, dass als Auslöser Mars fungiert weist tatsächlich auch auf ein mögliches Tor (evtl. sogar zwei in kurzem Abstand) hin. Nimmt man nun das Gesamtbild drängt sich einem der Eindruck auf, dass Jupp Heynckes der Nutznießer dieses Moments sein müsste, denn zumindest der Uranus von Klopp steht schwer unter mundanem „Aspektbeschuß“. Merkur und Venus sind kurz davor ein exaktes Quadrat zu bilden, nimmt man jetzt all das zusammen, würde man als klassischer Wald- und Wiesenastrologe Omas Klein-Häuschen darauf verwetten, dass die Bayern jetzt in Führung gehen.

Oh, eine klare Aussage? Nein, natürlich nicht:

Allerdings könnte das Häuschen dann auch schnell weg sein, denn ganz so einfach lässt sich der Kosmos dann doch nicht in die Zeitkarten schauen. Das etwas passieren wird und das Spiel einen Höhepunkt erreicht, ist sicher. Um heraus zu finden, wer der wahre Nutznießer sein wird, bedarf es aber mehr als nur der Zusammenfügung einzelner, gängiger Faktoren. Denn Kloppo hat Uranus und Merkur in seinem Radix im Sextil zueinander stehen, unter solchen Voraussetzungen kann ein Quadrat dann manchmal auch nur formgebend für etwas Positives sein.

Und wieder scheut der Autor eine klare Aussage, außer der, dass zwischen ungefähr der 17. und der 27. Spielminute (die Zeitanagben entsprechen der Londoner Zeit) irgendetwas Wichtiges passieren wird. Es werden natürlich noch weitere Zeitpunkte genannt, aber statt des ganzen Textes hätte mich viel mehr eine halbwegs exakte Prognose interessiert … … war aber wieder ‚mal nichts.





Tieffluggebot für Hexen?

15 05 2013
Unsinnige Gesetze gibt es ja immer wieder. Auf dieser Webseite findet man eine Vielzahl zum Teil wirklich herrlicher Beispiele, die an der geistigen Gesundheit der jeweiligen Gesetzgeber zweifeln lassen. Insbesondere aus den USA findet man dort Material ohne Ende, zum Beispiel gilt in New York folgendes:

Sie dürfen niemand Grüßen, indem Sie Ihren Daumen in die Nase stecken und mit den Fingern wackeln.

Stellt man sich das bildlich vor fragt man sich unwillkürlich, wer denn auf eine solch schwachsinnige Idee kommen könnte. Das sieht doch so bescheuert aus, dass der Delinquent sich so lächerlich macht, dass eine Bestrafung nun wirklich unnötig ist. Immerhin weiß ich jetzt auch, dass ich bei meinem geplanten USA-Kurztrip im Juli nicht mit einem Kamel auf einer Autobahn reiten werden darf. Nicht dass ich Solches vor hatte – aber es ging ja auch gar nicht um irgendwelche komischen Gesetze in den Staaten, sondern um eines, in einem ganz bestimmten Staat, und der liegt in Afrikas Süden. Es handelt sich um Swasiland, und gemäß dieser Meldung (die ein Skeptikerkollege auf Facebook gepostet hatte):

dürfen dort Hexen mit ihren Besen nicht höher als 150m fliegen!

Im Falle der Zuwiderhandlung soll eine Strafe von bis zu 500.000 Rand (das sind weit über 40.000 Euro) verhängt werden können. Quatsch? Klar! Aber ob es ein Quatsch der Gesetzgebung in dem Königreich ist, oder einfach eine durch nichts abgesicherte Nonsensmeldung ist nicht wirklich klar. Immerhin werden in der Meldung weitere Irrationalitäten der entsprechenden Regierung benannt – und es gibt weitere Quellen (hier und hier, die aber natürlich abgeschrieben sein könnten). Für die Seriosität der Quelle spricht allerdings, dass eine andere Story von heute Nachmittag inzwischen als hoax gekennzeichnet wurde. Aber wer an fliegende Hexen glaubt, der glaubt wohl auch, dass ein Schwede sich mittels an einem Hornissennest praktizierten sexuellen Handlungen aus dem Genpool entfernt hat …

 




Dieses Mal am Montag: Lesebefehle! Folge 4: Neuer Homöopathieblog, Impfen und Heilmittelwerbegesetz

13 05 2013

Meiner Enthaltsamkeit beim Schreiben von Blogartikeln sind auch die Lesebefehle zum Opfer gefallen. Auch das soll sich wieder ändern …

Mit den wissenschaftlichen Studien zum Thema Homöopathie beschäftigt sich ein neuer Blog seit Anfang Mai. Das Ziel von Autor Dr. Norbert Aust ist es dabei, die von Homöopathieanhängern immer wieder zitierten, vermeintlich positiven, Studien zu analysieren. Schon der erste Text zu einer – auch in der Sendung des BR erwähnten – schweizer Studie zu Homöopathie und ADHS ist absolut lesenswert. Auf jeden Fall ein Block zum bookmarken (ist das jetzt eigentlich korrektes Deutsch?):

Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie

Bei panagrellus hatte ich schon länger nicht mehr vorbei geschaut, und damit fast ein Highlight versäumt . Er bezieht sich beim Abdruck einer wirklich eindrucksvollen Grafik zum Thema „Impfen“ auf den „Skeptical Dad“ Matt Kaiser, der die Grafik bei Mathew Herper (Forbes) gefunden hatte. Erstellt hat das Bild der Grafiker Leon Farrant. Erklärungen gibt es natürlich unter:

Impfen, impfen, impfen

Die im Heilmittelwerbegesetz versteckten Fallstricke haben kürzlich die DHU ins Stolpern gebracht. Sie waren so stolz darauf, dass Ursula Karven nicht nur für sie warb, sondern sich auch für den Playboy nackig machen durfte. Blöd nur, dass die Richter vom OLG Karlsruhe die Werbung der DHU als Verstoß gegen das Heilmittelwerbegesetz einstufte. Näheres im GWUP-Blog:

Gericht verbietet Schüßler-Werbung mit Ursula Karven

Und wenn wir schon bei Schüßler-Salzen sind: Auf die folgende Beschreibung zu Schüßler-Salzen in Excanwahns Bullshit-Blog kann man nicht oft genug hinweisen:

Beschüßlersches Biodingsbums

… und auf jeden Fall bis zum Ende lesen. Der Nachtrag nach dem Quellenangaben ist absolut köstlich!





Kleiner Bettelpost

11 05 2013

Es gibt Dienste im Web, die müsste man sofort erfinden, wenn es sie nicht schon gäbe. Nein, ich meine nicht facebook oder Twitter, ich meine einen der genialsten kleinen Dienste, den das Web zu bieten hat:

WebCite®

Das Problem ist Folgendes: Egal ob für einen Blog oder für eine wissenschaftliche Arbeit, das Zitieren von Internetquellen ist nicht ganz trivial. Während man bei dem Zitieren von Texten aus Büchern durch die Angabe des Buches und der Seite, von der das Zitat stammt, auf der sicheren Seite ist hat man bei Quellen aus dem Internet das Problem, dass diese sich jeder Zeit ändern können.  Was tun? Die Webseite ausdrucken, einen Screenshot ziehen oder einfach auf der Festplatte speichern? Alles nicht so optimal! Und genau hier hilft WebCite® ein.

WebCite® sichert Webseiten im aktuellen Zustand, und liefert dafür eine spezielle WebCite®-URL (die außerdem noch Datum und Uhrzeit der Speicherung erfasst).  Damit ist es viel leichter und effektiver Quellen aus irgend welchen Webseiten zu benutzen (ok, es gibt Webseiten, bei denen das mit WebCite® nicht funktioniert – diese sind aber eher selten). Ein wunderbarer Dienst, der nicht einmal etwas kostet. Allerdings st dieser Dienst jetzt gefährdet, denn die Betreiber melden auf ihrere Webseite folgendes:

WebCite will stop accepting new submissions end of 2013, unless we reach our fundraising goals to modernize and expand this service.

OK, das Projekt braucht Geld, und ich habe auch schon brav meinen Obulus geleistet, damit dieser Dienst weiter bestehen kann. Ich fände es schön, wenn noch mehr Leute dieses Projekt mit einer kleinen Spende unterstützen würden. Nähere Informationen gibt es übrigens bei FundRazr.

Also Leute, gebt reichlich für einen guten Zweck, auch wenn diese Spende nicht von der Steuer abgesetzt werden kann.





Hellseherversagen von der widerlichen Art: Sylvia Browne

7 05 2013

In den USA ist die selbsternannte Hellseherin Sylvia Browne ein richtiger Star. Auch die JREF (James Randi Educational Foundation) hat sich immer wieder mit ihr beschäftigt, ja sie hat sich sogar vor vielen Jahren vor laufenden Fernsehkameras dazu bereit erklärt, sich der berühmten 1.000.000 Milion Dollar Challenge zu stellen:

Natürlich hat sie das dann doch nicht getan (wie andere auch, z.B. Nikki Pezaro), aber wie zynisch es ist zu behaupten, man könne mit Toten reden hat sich erst jetzt wieder gezeigt. 10 Jahre nach ihrer Entführung gelang jetzt in den USA Amanda Berry und zwei weiteren Frauen die Flucht von ihren Entführern. Sylvia Browne jedoch hatte 19 Monate nach der Entführung der Mutter von Amanda Berry im Rahmen einer Fernsehshow mitgeteilt, dass ihre Tochter nicht mehr am Leben sei.

“She’s not alive, honey,” Sylvia Browne told her matter-of-factly. “Your daughter’s not the kind who wouldn’t call.”

Tja, Mrs. Browne – und nun? Haben Sie sich schon entschuldigt?

UPDATE: Hier gibt es ein kurzes Video dazu … … und James Randi hat’s natürlich auch kommentiert.





Long time – no post (und Familie Stallone)

6 05 2013
Seit mehr als drei Monaten wurde hier nichts Neues mehr geschrieben –nicht weil mir die üblichen Themen ausgegangen wären, nein, ich hatte einfach zu viel Anderes zu tun. Und natürlich gibt es noch einen Stapel von Prognosen für 2013, die einer Erwähnung hier harren. Mal sehen ob ich in den nächsten Wochen die Zeit finde diesen Stapel ein wenig abzutragen – und ob mir zu dem ein oder anderen Thema auch wieder etwas einfällt. .
Gerade in den letzten Wochen ist ja das Thema Homöopathie wieder ziemlich hochgekocht. Auslöser war der Bayrische Rundfunk, der in seiner Reihe „faszination wissen“ einen Beitrag mit dem Titel „Homöopathie: Medizin oder Mogelpackung“ sendete, der sich als reine Werbesendung für die Verschüttlungsgfetischisten entpuppte. Auf Kritik von wissenschaftlicher Seite (hier und hier und hier) reagierte die Redaktion mit einer Erklärung der Sorte „beleidigte Leberwurst“, die allerdings gar nichts erklärte und von Seiten der Wissenschaftsblogger weitere eindeutige Reaktionen herausforderte (hier und hier und hier). In den Kommentaren zu diesem völlig misslungenen Rechtfertigungsversuch wurde auch – mehrfach – auf meine schon ein paar Jahre alte Herausfordeung an alle Homöopathen hingewiesen, nur die dort präsenten Homöopathen gingen darauf natürlich nicht ein.
Aber jetzt ‚mal etwas Aktuelles: Dass diese Seite ein Fake ist, ist mittlerweile hinreichend bekannt (siehe hier). Dass diese Meldung (inclusive Bild) ein Fake ist würde man sich ja gerne wünschen. Nicht wegen der neuen Geschäftsidee von Mama Stallone (Sperma von Schauspielern zu verticken ist ja nicht unbedingt so eine abgefahrene Idee, das gabs ja schon mit dem Dingens von Nobelpreisträgern – na ja zumindest einigen wenigen) ist das Ganze so abgefahren, sondern weil dort die aktuelle Tätigkeit der hochbetagten (91) Dame auch beschrieben ist:
Bisher verdiente sie ihre Brötchen, indem sie Menschen als Wahrsagerin die Zukunft von ihren Hinterteilen (!) ablas
Das scheint übrigens so eine Art Familientradition zu sein, denn Mamas Liebling, der Rocky-und-Rambo-Darsteller Silvester Stallone, guckt auch gerne auf Hinterteile und redet darüber. Zum Beispiel mit Kate Moss, die sich von Letzterem (wie bereits 2008 berichtet wurde) diese – nun ja – „Kunst“ beibringen lassen wollte …
 




Immer wieder mittwochs: Lesebefehle! Folge 3: Blogrollfutter

23 01 2013

Man stößt ja immer mal wieder auf neue Blogs, bei denen man hofft, dass der Autor / die Autorin nicht die Lust am Bloggen verliert, weil man gerne mehr davon lesen möchte. Als Erstes ein Beispiel, dass ich nach dem ersten Monat nicht mehr missen möchte …

„Panagrellus“ ist der wissenschaftliche Name eines Fadenwurms, den man – erstaunlicherweise  – auch in Bierdeckeln finden kann. Nach diesem kleinen Tier hat sich ein Blog benannt, in dem es seit dem 16. Dezember 2012 um allerlei Wissenschaftliches geht. Der Autor hat eine wunderbare Definition dessen, über was er schreiben möchte:

Neuigkeiten und Wissenswertes aus Naturwissenschaft und Forschung, angereichert mit Kuriositäten, Klatsch und Tratsch aus dem Forschungsbetrieb. Besonders interessiere ich mich für Evolutionsbiologie, Genetik und Entwicklungsbiologie, aber ich werde meine Komfortzone regelmässig verlassen und  aus allen Bereichen der Lebenswissenschaften berichten. Pseudowissenschaft, Esoterik und Verschwörungstheorien aus naturwissenschaftlicher Sicht zu kommentieren werde ich mir auch nicht verkneifen können.

Und er hat schon erste Beispiele seines Könnens abgeliefert – einfach klasse Texte … … der Mann hat einen generellen Lesebefehl verdient:

Panagrellus

Der zweite Blogrolltipp ergeht an ein Projekt verschiedener, nicht unbekannter Individuen aus der Wissenschaftsblogger- und Twitterszene: eine virtuelle Kneipe mit dem passenden Namen, das

Kneipenlog

Das Ganze hat eine Bar, einen Debattiertisch und einen Platz „Vor der Tür“ (für die Raucher). Klasse Beiträge und lässige „Gespräche“ über alles Mögliche … … ein unverzichtbares Lesevergnügen für mich – ab jetzt!





Eine Mail vom Webhoster

23 01 2013

Heute habe ich zum ersten Mal eine Nicht-Werbe-Mail von meinem Webhoster bekommen. Und die war gar nicht nett. Mir wurde nämlich angedroht, dass meine Webseite http://www.wahrsagercheck.de gesperrt werden würde, wenn ich nicht bis zum 24. Januar … … aber der Reihe nach:

Da ich meine Webseite http://www.wahrsagercheck.de inzwischen als misslungenen Versuch mit dem Content-Tool joomla betrachten muss (… das liegt nicht an joomla sondern daran, dass ich einfach zu wenig Zeit hatte) habe ich keine Lust diese einem Update zu unterwerfen. Also liess ich sie bis vor Kurzem vor sich hin dümpeln – bis ein Bekannter mir vorschlug doch unter wahrsagercheck.de direkt auf diesen Blog zu verlinken. Da in die alten Seiten sowieso kaum noch jemand reinschaut fand ich die Idee gut und habe das tatsächlich auch so gemacht. Falls jemand die alte Seite vermisst haben sollte – ich hab nichts davon mitgekriegt. Es gab auch keine Beschwerden von irgendwelchen … … bis heute.

Da hat sich nämlich jemand beschwert, dass über die oben genannte Webadresse sein Name zugänglich sei, und der Hoster dies doch bitte unterbinden sollte. Die Begründung:

Eine solche namentliche „Anprangerung“ verstößt regelmäßig gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Genannten. Dies gilt unabhängig davon, ob die dort erhobenen Vorwürfe zutreffen oder nicht.
Wir fordern Sie daher auf, den Zugang zu persönlichkeitsrechtsverletzenden Inhalten über Ihre bei uns registrierten Domains umgehend zu beenden. Hierfür setzten wir Ihnen eine Frist bis

24.012013.

Sofern Sie unserer Aufforderung nicht nachkommen, werden wir Ihre Webseite sperren. Hierzu verweisen wir auf unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen und darauf, dass nach deutschem Recht der Host-Provider selbst haftbar gemacht werden kann, wenn er Seiten, deren Inhalte die Rechte Dritter verletzen, nicht umgehend sperrt.

Nun ja, die Adresse des inkrimierten Artikels selbst beginnt mit : https://wahrsagercheck.wordpress.com/2009/10/  und endet mit .com. Der Artikel stammt also aus dem Oktober 2009, und zwar aus der ersten Hälfte. Aber klar, das Ganze ist über meine Webseite zugänglich … … bzw. „war“. Ich habe die Umleitung wieder herausgenommen, so dass man jetzt unter http://www.wahrsagercheck.de wieder die alte Seite sieht.

Ob der Hoster so reagieren muss kann ich nicht einschätzen. Dass ein selbst ernannter Hellseher nach über drei Jahren versucht Kritik an einem Zeitungsartikel über ihn und seine dort zu lesenden Aussagen finde ich durchaus bemerkenswert. Es gibt gerade im Esoterikbereich ganz offensichtlich viel häufiger gekränkte Menschen, die gegen ihre Kritiker am liebsten klagen, als solche die zumindest versuchen ihre Behauptungen zu belegen … … denn nur darum ging es ja damals …





Historisch-Materialistische Astrologie?

18 01 2013

Auf meiner Suche nach Prognosen für 2013 bin ich auf einen WordPress-Blog gestossen, der sich tatsächlich Historisch-materialistische Astrologie und Magik nennt. Was es damit auf sich hat wird im offensichtlich ersten Artikel auf diesem Blog (als Kommentar ist der Defaultkommentar jedes neuen WordPress-Blogs zu lesen und der Beitrag heißt „Hello World“) „erklärt“, wobei der Anfang erst ‚mal ganz vernünftig klingt:

Für die meisten Marxisten auf dem Planeten Erde ist die Astrologie, wie sie in Presse und Bewegtbildmedien als Waren angeboten wird, eine Sache, die unwissenschaftlich, irrational und allein dem Geldverdienen untergeordnet ist. Scharlatane und falsche Hexen bieten ihre Dienste durch überteuerte Telefonberatungen an, ohne auch nur im geringsten die Sterne oder die Karten für die Menschen deuten zu können. Daher sind ihre Prophezeihungen und Analysen oft beliebig und abstrakt – kurz gesagt falsch.

Was dann folgt ist entweder ein – mehr oder weniger gelungener – Scherz oder das übliche Astrologengelaber a la „alle Astrologen sind Scharlatane – außer mir“:

Die historisch-materialistische Astrologie hingegen steht mit beiden Beinen auf dem Boden der Wissenschaft und gewinnt ihre Erkenntnisse aus der genauen Beobachtung des Sternbildes, seiner energetisch-metaphysikalischen Wirkung auf den Planeten Erde und die auf ihm lebenden Wesen von Baum bis Bauer.

Als Hinweis auf den Scherzcharakter dieses „Konzepts“ könnte die folgende Sequenz gelten:

Mit Hilfe vergleichender, historischer Forschung und den technisch hochwertigen High-End-Teleskopen aus der Demokratischen Volksrepublik Korea können wir mittlerweile genaue Lebensanalysen geben und Menschen dadurch in wichtigen Lebenslagen beraten und unterstützen. Uns geht es nicht ums Geld, sondern um den Klassenkampf und den Sieg des Kommunismus über Kapitalismus, Krieg und Krise.

High-End-Teleskope aus Nordkorea und die Astrologie als Mittel des Klassenkampfs? Sehr schräg … … und deshalb kann ich auch die Jahresprognose für 2013 (der zweite und bisher letzte Beitrag auf diesem Blog) nicht unbedingt ernst nehmen. Wenn dann noch wie in folgendem Satz …

Zum Beispiel werden aller Voraussicht nach weitere Regierungen durch die aufbegehrenden Massen gestürzt, was vor allem im südlichen Europa, Analtolien und in Afrika der Fall sein kann.

… eine Regierung von AnaLtolien gestürzt werden soll, dann ist das ein weiteres Kenzeichen für den – meines Erachtens wenig gelungenen – Scherzcharakter dieser Seite. Ganz schräg wird es bei den politischen Voraussagen, denn dort steht doch unter der Überschrift „Politik: die Rückkehr des Sozialismus 2013“ tatsächlich Folgendes:

So könnte dies einen haushohen Sieg der Partei DIE LINKE bei den Bundestagswahlen 2013 in der Bundesrepublik Deutschland bedeuten. Unsere Spezialisten in den nordkoreanischen Sternenwarten gehen von einem Wert von über 15% aus und bescheinigen der schwarz-gelben Regierung einen katastrophalen Verlust.

Ja, klar! Ist schon recht! Jetzt geht aber mal schön wieder draußen spielen …

(es bleibt bei bisher 33 Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2013 – da das Geschreibsel eh nicht mit einem Namen versehen ist zähle ich es bei den Prognosen nicht mit)