WDR goes Schwurbel: Eine Astrologin darf im Nachmittagsprogramm die Sterne deuten

29 12 2024

Am 2. Januar ist es mal wieder so weit. In der WDR-Nachmittagssendung „Hier und Heute“ darf eine Astrologin ihre Pseudowissenschaft verbreiten und so den Bildungsauftrag eines öffentlich-rechtlichen Senders ad absurdum führen. Auf der Webpräsenz der Sendung findet man das zwar noch nicht, aber die Astrologin freut sich schon auf ihren Auftritt.

Ich habe mal bei der Redaktion angefragt wie dies mit dem Bildungsauftrag eines öffentlich-rechtlichen Senders vereinbar ist … … sollte ich eine Antwort erhalten werde ich dies hier dokumentieren.





Und wieder einmal: das beste Weihnachtslied ever!

24 12 2024

Tim Minchin feiert gerne Weihnachten, mit der Familie und dort wo er – nach Jahren in England und in der USA – inzwischen wieder lebt. Und da kann man an Weihnachten Weißwein in der Sommersonne trinken. Hier seine Version von 2021:

https://www.youtube.com/watch?v=x1rw1fx170s





RIP Josef Fenz – Der Meister des Entgenderns!

19 12 2024

Josef Fenz ist tot. Der Wiener war unter dem Namen Hermes Phettberg bekannt und hat schon vor 30 Jahren die Frage danach, wie man denn in der gesprochenen und geschriebenen Sprachen am besten gendert bzw. entgendert auf eine so geniale Art beantwortet, dass sogar Sprachwissenschaftler darauf aufmerksam wurden. Folgender Science-Slam-Beitrag aus dem Jahr 2019 nennt zwar für Phettberg ein falsches Geburtsjahr (es war 1952 und nicht wie auf einem Bild bei ca. 5:30 zu lesen 1957), aber die Brillianz der Phettbergschen Lösung ist meines Erachtens bei diesem Thema bisher unrerreicht.

Und jetzt liebe Lesys ist es Zeit, dass ihr zu Zuschauys auf youtube werdet:





Es war mir eine Ehre …

14 12 2024

… das 14. Türchen beim sketischen Adventskalender der Skeptix zu gestalten. Es war außerdem eine Premiere, denn ich habe zum ersten Mal ein Video solcher Art aufgenommen und ich danke dem Profi, der das Ganze dann noch bearbeitet hat.
Klar, es ging um Nostradamus, denn der wurde an einem 14. Dezember geboren. Dabei habe ich übrigens auch eines der ganz wenigen Bücher aus meinem Besitz in die Kamera gehalten, die von einem Autor signiert wurden. Es ist natürlich nicht die Unterschrift von Nostradamus selbst sondern es sind die von Ray O. Nolan und Jörg Hartmann die 2007 eine Graphic Novel über Nostradamus veröffentlicht hatten. Der Inhalt ist übrigens schnell erzählt: Nostradamus wird auf eine Zeitreise mitgenommen, darf aber über das was er sieht nur kryptisch, ohne Jahresangabe und in Vierzeilern schreiben.

Hier natürlich noch das Video:





Ja, hier geht es weiter!

11 12 2024

… oder neu los? Immerhin warern seit Mitte 2016 die „leeren“ Monate gegenüber den paar wenigen Beiträgen weit in der Überzahl. Es war – und ist – ja nicht so, dass mich die hier bisweilen behandelten Themen jetzt gar nicht mehr oder viel weniger interessieren würden, ich hatte aber in den letzten Jahren einfach andere Prioritäten.

Ab jetzt wird hier wieder viel mehr los sein! Außerdem schreit der Blog ja nach Renovierung – alleine aus der Blogroll musste ich über die Hälfte der Links entfernen, weil in diesen Blogs noch weniger gepostet wurde als hier. Also nicht wundern wenn sich hier bisweilen etwas ändert …

Und solange hier noch nichts Neues zu sehen ist: Schaut doch mal beim Skeptix-Adventskalender vorbei (wenn ihr das nicht eh schon tut)! Spannende Stories und man kann auch Preise gewinnen …





Geht es hier weiter?

10 12 2024

Seit fast einem Jahr war hier nichts mehr Neues zum Lesen, und in den Jahren vorher auch fast Nichts. Ob es hier weiter geht ist noch nicht ganz entschieden, nur so wird es nicht weitergehen. Die Entscheidung wird irgendwann in Kürze fallen – in welche Richtung das Pendel ausschlägt, darüber können Wahrsager und Hellseher ja mal ihre Prognosen abgeben. Auf jeden Fall bin ich noch da und Prognosen sammele ich weiterhin …





Die alljährliche Prognoserückschau – mit Links zu den Quellen und weiteren Anmerkungen

14 12 2023

Hier zunächst die offizielle Pressemeldung:

Keine Änderung der Erdumlaufbahn



Wahrsager und Hellseher lagen wieder einmal voll daneben


Eine „drastische“ Änderung der Erdumlaufbahn soll die 1996 verstorbene bulgarische Seherin Baba Wanga für 2023 vorhergesehen haben, aus den Gedichten des Renaissance-Dichters Nostradamus las jemand, dass eine Wirtschaftskrise die Menschen in den Kannibalismus treibt, und der Mexikaner Athos Salomé sah für das Frühjahr einen neuen Virus mit Millionen Toten voraus – die entsprechenden Schlagzeilen suchte man allerdings im abgelaufenen Jahr vergeblich. Auch 2023 fand man in den Prognosen von Wahrsagern und Hellsehern viele Katastrophen und manch Skurriles aber keine überraschenden Treffer.

Für die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) sammelt der Mainzer Mathematiker Michael Kunkel seit über 20 Jahren esoterische Zukunftsprognosen und wertet sie zum Jahresende aus. Dass bei den schlimmsten vorhergesagten Katastrophen oft die Namen Nostradamus oder Baba Wanga zu lesen sind, wundert ihn nicht. „Beide können sich nicht wehren, sie sind längst tot. Die wirklichen Autoren dieses Unsinns bleiben in der Regel anonym, scheinen sich aber über die mediale Aufmerksamkeit zu freuen.“ Aktuelle Hellseher können natürlich auch Katastrophen vorhersagen, so flüsterten „höhere Wesen“ der Hellseherin Birgit Fischer für 2023 nicht nur eine radikale Änderung des Erdmagnetfelds (Polsprung), sondern auch eine Lebensmittelseuche in Zusammenhang mit Fleisch und Fisch ein. Ihre Kollegin Nadja Berger sah ein Objekt aus dem All auf die Erde fallen und außerdem viele Erdbeben und Überschwemmungen – letztere, wenig überraschend, in Küstengebieten. Nicht auf höhere Wesen, sondern auf Gemüse setzt die Engländerin Jemima Packington: Ihr Spargelorakel soll zwar schon manchmal richtig gelegen haben, bei der WM im Frauenfußball lagen die Stangen aber offensichtlich falsch, denn nicht England, sondern Spanien gewann den Titel.

Neben den Katastrophenprognosen gibt es jedes Jahr Vorhersagen, die eher zum Schmunzeln anregen. Gemäß des kanadischen Mediums Nikki Pezaro standen mehrere Städte vor tierischen Invasionen: Gürteltiere, Rehe und Hirsche, Pinguine, Elefanten oder Heuschrecken; die Namen der betroffenen Städte verschwieg Pezaro aber ihren Lesern ebenso wie den Namen der Insel, auf der – alle Jahre wieder – ein Riesenaffe à la King Kong gefunden werden sollte. Die amerikanische Seherin Judy Hevenly verkaufte einfach bereits beschlossene Pläne als Prognosen, denn dass Kroatien in den Euroraum aufgenommen werden und Deutschland sein letztes Kernkraftwerk abschalten würde, war zum Zeitpunkt der Vorhersage längst beschlossen. Ohne Nachrichten in die Zukunft zu schauen funktionierte bei ihr jedoch nicht so gut: Weder ist Schottland aus dem Vereinigten Königreich aus- noch Nordirland in die EU eingetreten.

Auch auf die Astrologie ist bei Prognosen kein Verlass. „Wenn es überhaupt mal konkret zu werden scheint, fehlen die Details“ findet Kunkel und benennt auch Beispiele. Der Astrologe Dr. Christoph Niederwieser sah „verheerende Ereignisse“ und einen „ähnlichen Schock wie bei Corona“ ab März, verschwieg aber, aus welchem Grund dies so sein sollte. Sein Kollege Tobias Ulrich meinte in seiner Jahresvorschau auf Youtube es könnten „Erdbeben entstehen, Überschwemmungen, Vulkanausbrüche und natürlich ein Kollaps des Finanzsystems“ – schwächte diese Prognose aber später wieder ab, indem er sie auch den Folgejahren zuordnete. Angenehmer waren da schon die Jahresprognosen auf verschiedenen Lifestyleseiten im Internet. Laut Kunkel war allen Sternzeichen für 2023 ein glückliches oder erfolgreiches Jahr vorhergesagt worden, man musste eben nur auf der für das eigene Sternzeichen passenden Webseite nachschauen. Er ergänzt: „Für 2024 schaut es schon jetzt fast genauso aus.“ Es gibt also auch positive Prognosen für alle.

Bleiben die alljährlich vorausgesagten Weltuntergänge. Verschwörungstheoretiker fanden in Kinofilmen und Fernsehserien Hinweise auf den 23. September, auf einer Facebookseite wurde der 13. Juni genannt – egal zu welchem Datum, Weltuntergänge pflegen üblicherweise auszufallen. Zum Jahresende soll es nochmals gefährlich werden, denn gemäß einer als „Weihnachtsprophezeiung“ bezeichneten Berechnung aus Lateinamerika mit den Daten eines Maya-Kalenders droht insbesondere zwischen dem 25. und 31. Dezember die Apokalypse. Kunkels Weihnachtsprophezeiung ist eine andere: „In diesem Zeitraum werden viele Menschen bei gutem Essen gemeinsam feiern und ein paar freie Tage genießen.“ Diese Prognose dürfte sich auf jeden Fall erfüllen.

Und hier noch einige Themen die es nicht in die Auswertung geschafft haben …

Neben Frau Fischer hat sich auch ein Herr Broers über hüpfende Pole ausgelassen, der Mann soll sogar Wissenschaftler sein …

Ein Abschnitt über Astrologen und Wahrsager in der Ukraine war geplant, aber ein Hinweis auf den im Redaktionsnetzwerk Deutschland veröffentlichten Artikel soll hier reichen. Natürlich wird dort vorhergesagt was die Menschen gerne hören oder lesen, also das Kriegsende und/oder Negatives über Waldimir Putin.

Erstaunlicherweise gab es nur wenige interessante Prognosen zur Krönung von Ex-Prinz und Neu-König Charles. Ok, die Astrologin Jessica Adams sah die Krönung wegen des astrologisch ungünstigen Termins in Gefahr und ein Herr Reading deutete Nostradamus in Richtung einer baldigen Abdankung des neuen Königs (Nachfolger soll jemand werden, der noch nie damit gerechnet hat – erinnert so ein wenig an die Filmkomödie King Ralph mit John Goodman aus dem Jahr 1991), aber ansonsten war es bei diesem Thema bezüglich Prognosen doch recht ruhig …

Lustige Videos gab es von einem hier bereits öfter erwähnten Palmblattleser aus Dresden (der übrigens auch einen Kristallschädel besitzt). Hatte er ganz früher wirklich lustige Texte (weil er Länder und Kontinente sprachlich verschlüsselte) so nahm die Qualität später doch rapide ab und wirkte ziemlich durchgebräunt. Inzwischen lässt er sich die Palmblätter vorlesen und übersetzen – meine Lieblingsfolge ist der 8. Update der Prognosen aus der Palmblattbibliothek in Chennai, der Typ der die Palmblätter „liest“ hat einen wirklich tollen Groove …





Wahrsagercheck @ Work: Youtube-Binge-Watching

14 01 2023

Die alljährliche Prognosensuche für 2023 auf YOUTUBE ist seit Wochen in vollem Gange. Und ja, es gibt schon ganz tolle Fundsachen. Hier nur ein paar kleine Ausschnitte und ein erstes Highlight: Hat da irgendwer Trampolins bei unseren magnetischen Polen vergessen, oder warum gibt es für 2023 mehrere Videos mit dem Thema Polsprung?

Wie wär’s mit einer Hungersnot oder einem „auflösendem Geldsystem“?

Auch in harmlos erscheinenden Videos findet man dank der wunderbaren Youtube-Funktion „Transskript“ das ein oder andere Highlight.

Aus diesen gibt es zum Beispiel die Prognose einer neuen Pandemie, die schon sehr nach Verschwörungsquatsch müffelt:

  • Jetzt habe ich auch erst vor kurzem gehört, es gab wieder so etwas wie ein Experiment ähnlich wie 2019 – damals das COVID-Experiment – veranstaltet auch von der Bill Gates Stiftung und der Universität in Amerika …

Es gibt auch etwas zum ukrainischen Präsidenten …

  • unser ukrainischer Schauspieler wird bis Mitte 2023 entweder gestürzt inhaftiert, [er] flüchtet oder man bringt ihn ums Eck

… und zu Flüchtlingen:

  • durch diese ganze Flüchtlingsgeschichte werden aber auch von Übersee Krankheiten mit nach Europa gebracht. Das ist auch ein Thema

Also alles wie immer. In einem Video aus dem Dezember wurde gemäß einer Lesung aus einer indischen Palmblattbibliothek vor einer brutalen Kältewelle in Deutschland ab dem 25. Dezember bis in den Januar hinein gewarnt – das Wetter scheint keine Palmblätter zu lesen, denn mit bis zu 20 Grad war es an Silvester alles andere als kalt …

Die größte Enttäuschung war übrigens ein Video, dass wie folgt geteasert wurde:

Das ganze entpuppte sich als etwas wirre Werbung für ein eventuell vielleicht in 2023 zu schreibendes Buch:

  • Ich werde eure Realität auf den Kopf stellen. Ich bin gekommen um aufzuräumen, und glaubt mir ich bin das ultimative Ordnungsamt. So seid willkommen in der neuen Welt. 2023 wird in eure Geschichtsbücher eintreten, es ist das Jahr wo Gott auf die Erde gekommen ist, wo Gott sich zeigt. Ich werde ein Buch darüber schreiben, das große Mysterium, das Buch über mich selbst, das Buch über dich. Jeder soll es lesen.

Inzwischen habe ich über 50 Videos heruntergeladen – und natürlich diverse Webseiten der „üblichen Verdächtigen“ gesichert. Für 2023 gibt es schon jetzt mehr als genug prüfbare Prognosen. Und natürlich kann ich noch nicht abschätzen ob es – wie von Nikki Pezaro vorhergesagt – in New York zu einem großen Stromausfall wegen eines Eichhörnchens kommt …





Die Prognoserückschau 2022 – wie immer mit Links zu den Quellen

15 12 2022

Riesenkaninchen statt Krieg

Auch 2022 keine überraschenden Wahrsagertreffer

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und noch immer sucht man vergeblich nach den sensationellen Nachrichten, die von Hellsehern und Wahrsagern für 2022 vorhergesagt wurden. Das Ende der Rolling Stones, ein Feuer im Schloss Neuschwanstein oder Riesenkaninchen, die eine Stadt angreifen: Nicht nur das kanadische Medium Nikki Pezaro hatte sensationelle Fehlprognosen auf Lager, auch über ein Flugzeug, das in 3 Stunden von London nach Sydney fliegen kann (Judy Hevenly) oder Polens Wunsch, aus der EU auszutreten (Nicolas Ajula) hat man im ablaufenden Jahr nichts gelesen. Die alljährliche Auswertung esoterischer Zukunftsprognosen durch die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) lieferte auch für 2022 wenig Greifbares, manche Absurdität und, wie üblich, keine wirklich überraschenden Treffer.

Der Tod der englischen Königin und damit verbundene „Veränderungen“ in der britischen Monarchie gehören seit vielen Jahren zu den Standardprognosen verschiedener Hellseher und Wahrsager. Im abgelaufenen Jahr erfüllte sich diese traurige Prognose; als überraschenden Treffer sieht das der Mainzer Mathematiker Michael Kunkel, der seit über 20 Jahren solche Prognosen auswertet, aber nicht. „Irgendwann muss sich eine solche Prognose ja leider erfüllen. Wer in den letzten Jahren mit dieser Prognose daneben lag, sollte sich jetzt nicht mit einem Treffer schmücken.“ Auch der von dem kanadischen Medium Nikki Pezaro vorhergesagte Überfall Putins auf die Ukraine (und andere Länder) ist für Kunkel kein spektakulärer Treffer. „Wer wirklich in die Zukunft blicken könnte, hätte nicht auch noch einen Krieg zwischen Taiwan und China, Putins Rückzug aus der Politik oder den Tod des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-un vorhergesagt.“

So richtig katastrophal wurde es wie in jedem Jahr bei den Deutungen bereits verstorbener vermeintlicher Hellseher. So soll man aus den Zeilen des Renaissance-Dichters Nostradamus für 2022 eine Belagerung der französischen Hauptstadt, das Auseinanderbrechen der EU und den Tod eines wichtigen Politikers (z.B. des amerikanischen Präsidenten) herauslesen können, aus Zitaten der 1996 verstorbenen bulgarischen Seherin Baba Vanga war es ein Massensterben in Indien. Auch aus fiktiven Geschichten wie der Zeichentrick-Serie „Die Simpsons“ wurden Prognosen für 2022 erstellt: „Die Machtübernahme von Robotern, ein Zombieüberfall oder gar ein Asteroidenabsturz – diese Katastrophenprognosen dürfte nicht mal der Autor dieser Pseudovorhersagen selbst ernst nehmen.“ Die vorausgesagten Weltuntergänge fielen auch 2022 wie gewohnt aus, wobei die Untergangspropheten den Termin 24. September sogar in einer Bundestagsrede des CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz gefunden haben wollten – und in einer anderen Simpsons-Folge. Bei Merz war es ein Versprecher, er meinte den 24. Februar, das Datum des russischen Überfalls auf die Ukraine, als er von einem einschneidenden Tag für die Welt sprach.

Der in den letzten Jahren zu beobachtende Astrologiehype setzte sich auch 2022 weiter fort. Auf Online-Lifestyle-Seiten gibt es fast täglich Aussagen über die Vertreter einzelner Sternzeichen zu lesen, die sich allerdings häufig auch widersprechen. „Wenn für ein Sternzeichen für die folgende Woche einmal Glück und einmal Pech vorhergesagt wird, dann sind solche Zuschreibungen bestenfalls für einen Smalltalk geeignet“, urteilt Kunkel, der für 2022 aus solchen Texten augenzwinkernd ein eigenes Jahreshoroskop zusammengestellt hatte. Wenn es um die astrologische Prognose des Weltgeschehens geht, so ergeben die Vorhersagen der Sterndeuterzunft ein diffuses Bild. Seit Jahren wird häufig recht vage von in den nächsten Jahren bevorstehenden Änderungen und Umbrüchen in der Finanzwelt sowie der Gesellschaft geschrieben, wirklich Konkretes lässt sich aber nur selten finden. Der Astrologe Christoph Niederwieser warnte zum Beispiel richtigerweise davor, dass sich aus den Corona-Protesten terroristische Gruppen bilden könnten – aber ähnlich hatten sich vor ihm bereits viele politische Kommentatoren aufgrund rationaler Überlegungen geäußert. Mit seiner Prognose eines schwachen US-Präsidenten, dem auch Krankheit oder die Ablösung drohten, lag Niederwieser im Übrigen daneben. Seine Kollegin Ute Flörchinger warnte vor Börsencrashs und herbstlichen Naturkatastrophen, sah aber ansonsten ein eher entspanntes Jahr voraus. Der Ukrainekrieg scheint hierzulande nicht in den Sternen gestanden zu haben – der Astrologe Wulfing von Rohr hatte in seiner Jahresvorschau einen Krieg „mit bzw. gegen Russland“ definitiv ausgeschlossen.





Betrügerischer „Wahrsager“ wirbt im Fernsehen?

24 08 2022

Eine Lokalzeitung meldet einen Betrugsversuch durch einen Wahrsager – das ist wirklich nichts Neues, denn solche Betrügereien oder Betrugsversuche gibt es leider viel zu oft. In diesem Fall wollte eine Kundin den Aufenthaltsort ihres Sohnes mittels eines Wahrsagers herausfinden, und dieser forderte 11.000 € für diese „Dienstleistung“. Mitarbeiter der Bank, von der die Summe abgehoben werden sollte, waren aber aufmerksam und verständigten die Polizei. Ergebnis:

Die Beamten warteten am vereinbarten Übergabeort auf den Geldabholer. Der 29-Jährige verbarrikadierte sich in seinem Auto und randalierte. Dabei ging eine Scheibe des Fahrzeugs zu Bruch. Die Polizisten nahmen ihn fest. Ein Ermittlungsrichter erließ einen Haftbefehl. Er muss sich nun wegen versuchten Betrugs verantworten.

Interessant wird die Meldung dadurch, dass die Kundin durch ein „Angebot im Fernsehen“ auf den Wahrsager aufmerksam geworden sein soll. Haben hier tatsächlich Betrüger im Fernsehen ihre – richtige (!) – Telefonnummer verbreitet?

Falls ja würde mich ja Einiges brennend interessieren:

  • Auf welchem Sender wurde diese Telefonnummern (vielleicht nur im Werbeblock) verbreitet?
  • Was macht der Sender wenn man ihn darüber informieren sollte?
  • Kann man einen Sender der Telefonnummern von Betrügern dieser Art verbreitet – sollte dies öfter vorkommen – gegebenenfalls sogar verklagen?

Ich bin kein Jurist, aber ich vermute dass insbesondere die letzte Frage nicht leicht zu beantworten ist. Ich würde mich jedoch durchaus freuen, wenn man in solch offensichtlichen Fällen auch den Sender, der die Nummer der Betrüger versendet hat*, sanktionieren könnte …

*wenn es denn tatsächlich so war