Wie aus astrologischen Allerklärungsphantasien eine Verschwörungstheorie entsteht: Frau Mader und Lady Di

18 02 2014

Auf der Suche nach weiteren Jahresprognosen bin ich auf die Webpräsenz von Silke Mader gestoßen. Die Astrologin aus Berlin hat tatsächlich einen Text zum Jahr 2014 geschrieben (sogar in 2 Teilen, mehr dazu ein andermal), aber viel interessanter fand ich einen anderen Text von ihr, in dem man einer in diesem Fall ganz speziellen Art astrologischer Allerklärungsphantasie begegnet. Man kennt das von der astrologischen Leichenfledderei: Egal was passiert, sei es ein verunfallter Promi oder eine Naturkatastrophe, der Astrologe oder die Astrologin können ganz genau mit irgendwelchem astrologischen Geschwurbel erklären was und warum es passiert ist. Das geht natürlich immer nur im Nachhinein und bisweilen wird auch nicht davor zurückgescheut zu erklären, dass man dies ja eindeutig hätte vorhersehen können, wenn man denn nachgeschaut hätte. Aber es geht noch abgedrehter: Wenn die astrologische Analyse nicht zur Realität passt, was ist dann falsch? Na klar, die Realität! Weil nicht sein kann was nicht sein darf, weil die Astrologie – und wenn es nur die eigene, von niemanden sonst benutzte Variante sein sollte – doch immer Recht haben MUSS, biegt man sich (wie Frau Mader) lieber die Realität zurecht, generiert eine Verschwörungstheorie und begründet diese natürlich mit astrologischem Geschwurbel.

In der ARD-Sendung planet wissen zum Thema Verschwörungstheorien gab es eine Top 10 Liste der bekanntesten Verschwörungstheorien. Neben der gefakten Mondlandung, dem Tod von John F. Kennedy und – natürlich – dem ganzen Unsinn zum 11. September 2001 gehören dazu auch die folgenden:

  • Elvis Presley ist gar nicht gestorben sondern hat seinen Tod nur inszeniert um sich ins Privatleben zurückziehen zu können
  • Lady Di starb nicht bei einem Unfall sondern fiel einem von Prinz Charles initiierten und vom Geheimdienst MI6 ausgeführten Mordkomplott zum Opfer

Nun haben Lady Di und Elvis ganz sicher nichts miteinander zu tun, aber wir können ja die Verschwörungstheorien ein wenig kombinieren. Was erhält man da? Entweder ist Elvis auf Betreiben von Prinz Charles vom MI6 getötet worden oder der Tod von Lady Di war nur inszeniert. Während eine solche Elvis-Verschwörungstheorie wohl kaum die Chance hätte von irgendjemanden ernst genommen zu werden, ist die Inszenierung des Todes von Lady Di genau die Verschwörungstheorie, die Frau Mader mit diesem Artikel zu verbreiten sucht. Auch wenn diese Theorie meines Wissens nicht allzu viele Anhänger haben dürfte, immerhin bringt Frau Mader sogar „Belege“ und bügelt nebenbei noch das durch Prinz Charles ausgelösten Mordkomplott vom Tisch. Und wie machte sie das? Ganz einfach: Sie nahm sich das Horoskop von Lady Di zur Hand und stellt für den Todeszeitpunkt fest:

Zu meinem Erstaunen fand ich dabei keine Hinweise auf einen Unfall oder gewalttätigen Tod.

Wer sich ferner das progressive Horoskop von Lady Di zu dem besagten Zeitpunkt ansieht, der wird zustimmen, dass ein gewalttätiger Tod aus astrologischer Warte zu jenem Zeitpunkt sogar geradezu ausgeschlossen war.

Ein gewalttätiger Unfalltod wäre bei so einer Progression ungefähr so, als ob man behauptet, bei 30 Grad im Juli könne es trotzdem jeden Moment zu schneien beginnen.

Nun ja, wenn es denn so in den Sternen steht, dann kann es in der Realität nicht anders gewesen sein! Da gibt es doch gar keine Zweifel! Aber immerhin schaut sie sich noch ein wenig weiter um – und wird nicht nur im Horoskop von Lady Di fündig, sondern auch in denen von Prinz William und Prinz Harry. So schreibt sie bei Harry:

Wichtig ist hier, dass man bei einem solchen Horoskop den plötzlichen Tod der Mutter in der Kindheit/Jugend sofort als ein traumatisches Ereignis würde erkennen können bzw. schließt eigentlich das harmonische Sonne-Mond-Trigon im Geburtshoroskop den plötzlichen Verlust der Mutter bereits schlichtweg aus.

Und bei seinem Bruder (dieses Mal mit Astroblabla garniert):

Einen Tag vor dem 31. 8. 1997 stand die Venus in Konjunktion zum Saturn – ein kurzer Aspekt, der einen Tag später zumindest einen Hinweis darauf hätte geben können, dass ein belastendes Ereignis geschehen ist. Doch die Konjuktion war am Vorabend des Unfalls auf 0 Grad, und auch einige schwierige Merkur-Quadrate, die einfach nur Stress bedeuten. Dies lässt darauf schließen, dass der Prinz sehr wohl über das Vorhaben eines Unfalls informiert war, vorbereitet wurde –  und sich (vielleicht) Gedanken machte, wie das wohl alles umzusetzen sei und klappen könnte…. Augenscheinlich gestaltete sich das Projekt für ihn dann jedoch einfacher als angenommen und vor allen Dingen ab dem 3., 4. September kann man das Horoskop des Prinzen nur noch als vergnügt bezeichnen. Vor allem der Mond, der eben auch stets die Mutterbindung bedeutet, ist in jener Zeit äußerst harmonisch aspektiert.

Bei der Analyse der Sterne von Prinz Charles erkennt Frau Mader eindeutig:

Eines kann man aus astrologischer Warte mit Sicherheit sagen: Einen Mord innerhalb der Familie wird jemand mit dem obigen Horoskop wohl kaum begehen!

Und weiter schreibt Frau Mader:

Bleibt noch anzumerken, das das Horoskop von Prinz Charles – anders als bei seinem älteren Sohn William – unmittelbar vor dem angeblichen Unfall keine Belastung aufweist, aber auch keine Schrecksekunde oder zumindest Überraschung am Tag des Unfalls selbst oder ein, zwei Tage später. Im Gegenteil! Zwischen dem 30. 8. und dem 2. 9. steht der Merkur  (die Kommunikation) im äußerst entspannten Sextil zu Merkur im Geburtshoroskop selbst. Eine Konstellation, die keine Überraschungen, sondern nur positive und erbauliche Entwicklungen zulässt. Ferner bildet die Venus sehr gelassen zunächst ein Sextil zu Pluto und dann, zum Zeitpunkt der Beerdigung, ein Sextil zum Mars. Letztere Konstellation ergäbe selbst dann keinen Sinn mehr, wenn Prinz Charles sich den Tod von Lady Di gewünscht hätte. Denn eine solche Leichtigkeit ist meines Erachtens nur mit dem Amusement angesichts der Groteske zwischen dem trauernden Volk und der tatsächlichen Realität zu erklären.

Aha, die Realität von Frau Mader sieht also so aus: Die weltweit trauernden Massen wurden von ein paar Verschwörern – um Lady Di selbst – schlicht und einfach verarscht!!! Nichts anderes wäre es, wenn sich diese hanebüchene Spekulation auf Basis herbeiphantasierter astrologischer Deutungen auch nur im Ansatz als wahr erweisen würde. Auf die andere, viel einfachere Lösung, dass sie nämlich aus den verschiedenen Horoskopen schlicht und einfach Nichts erkennen kann, kommt Frau Mader natürlich nicht; Da wird lieber die Realität geleugnet als die eigene, absurde Glaubenswelt in Frage gestellt.

PS: Frau Mader behauptet hier, dass man in einem Horoskop erkennen kann

  • wann die Mutter eines Kindes/Heranwachsenden stirbt,
  • wann ein „Unfall oder gewalttätigen Tod“ drohen,
  • ob jemand einen Mord in der Familie begeht, oder nicht.

Für all diese Behauptungen könnte man sich entsprechende Daten besorgen und so diese Behauptungen einem einfachen Test zugänglich machen. Ich prophezeie mal, dass sich Frau Mader niemals einem solchen Test unterziehen wird, denn dafür wird sie – wie viele andere auch – viel zu feige sein!





Prognosen 2014: Katastrophengeraune und böse „Rückläufer“ bei Frau Leiding

18 02 2014

Hildegard Leiding ist ein neuer Name in der Liste der von mir beobachteten Zukunftsdeuter. Auf dieser Webseite lieferte sie unter dem Titel „Aktuelle Prognosen“ eine Art Vorschau auf das Jahr 2014:

Die Prognose für 2014 habe ich wieder in 2 Teile gegliedert;der erste Teil trifft Aussagen zur allgemeinen Situation, der zweite Teil implementiert die unter Astrologen heiß ersehnten Tips zum kommenden Jahr und was man wann berücksichtigen muß.

Bei Teil 1 kommt sie gleich mit den üblichen Katastrophenklassikern (… für die irgendwie die Sonnenfinsternis 1999 auch mitverantwortlich sein soll):

Die große Sonnenfinsternis 1999 zeigt noch ihre Wirkung bis zum Jahre 2015. Dies zeigt sich durch Naturkatastrophen, extreme Wetterverhältnisse, wiederum Schnee- und Wassermassen, Erdbeben und große Unglücke. Es bleibt auch weiterhin weltpolitisch und weltwirtschaftlich sehr kritisch. Gleichzeitig haben wir auch ein Sonnenfleckenmaximum, was sich ebenfalls auf das irdische Geschehen auswirkt.

Blablabla, es wird also schlimm, aber eine auch nur etwas genauere Prognose traut sich die Dame bis hierhin schon mal nicht zu. Am Ende der Tagesschau würde sich die Dame wohl auch mit einer Prognose der Art „Morgen wird auch in Deutschland wieder Wetter stattfinden“ zufrieden geben.

Nach ein wenig Rückschau auf vergangene Zeiten, in denen natürlich einer Gestirnskonstellation („Pluto im Schützen“) allerlei Ungemach untergeschoben wurde geht es dann doch irgendwann wieder um die Zukunft und – wie bei Frau Durer – irgendwie um Geld:

Pluto steht nun endgültig im Zeichen Steinbock. Unter Pluto im Steinbock werden wir das zu bezahlen haben, was unter Pluto im Schützen zuviel ausgegeben wurde.
So werden:
– die Immobilienpreise (international) weiter fallen.
– die Kreditkarten out sein: nächste Pleitewelle!
– die Banken und Versicherungen (außer den solide wirtschaftenden) Insolvenz anmelden.
– der Ex-und Import stagnieren (auf Grund fehlenden Vertrauens der Länder untereinander und fehlenden Bankbürgschaften).
– wir eine wirtschaftliche Depression und dann eine Hyperinflation erleben.

Dass solide wirtschaftende Banken und Versicherungen keine Insolvenz anmelden müssen ist ja nicht unbedingt überraschend. Die Nennung des ein oder anderen Namens wäre aber schon nett gewesen – oder hat Frau Leidung da nicht so genau hingeschaut? Sie liest aus den Sternen aber noch weitere Dinge, und führt ihre Liste wie folgt fort [So werden …]:

– Grenzschließungen stattfinden.
– Strenge Regeln, Verbote und Gesetze erlassen. (Erinnerung: Anfang 2008, als Pluto erstmalig den Steinbock betrat, wurde ein Versammlungsverbot erlassen, Rauchverbote, also Beschneidung der persönlichen Freiheiten). Dazu gehört auch die Bundeswehr zum Schutze des Inneren (Falls das Volk sich gegen die Obrigkeit erhebt).
– die Familien wieder einen höheren Stellenwert bekommen.
– wir eine Diktatur, einen Polizei- oder einen Militärstaat erleben?
– Bodenschätze an Wert gewinnen

Bei der Diktatur traut sie sich nicht so ganz und setzt hinter die Alternativen lieber ein Fragezeichen. Ist ja doch schon eine sehr heftige Prognose …

Nun ja, den Leser würde ja interessieren, was das jetzt mit 2014 zu tun hat, denn die dazugehörige astrologische Konstellation gilt bis 2024 (Pluto ist in dieser Hinsicht schlicht und einfach eine Schnecke …). Vielleicht schreibt sie es in folgendem Abschnitt:

Dies hinterlässt auch im kommenden Jahr 2014 seine Spuren. Alles, was unsauber ist und sich als unseriös gestaltet hat, entpuppt sich, kommt ans Tageslicht und fordert seinen Tribut. Sämtliche Machenschaften, Korruption, Vetternwirtschaft, falsche Bilanzen usw. werden aufgedeckt werden und bereinigt. Dies kann durchaus abrupt geschehen, da wir zum Anfang des Jahres ein Uranus/Hades-Quadrat haben

Nun ja, dass wirklich „sämtliche“ dieser Machenschaften aufgedeckt werden sollen ist bestenfalls Wunschdenken. Danach wird’s wieder ein wenig dramatisch:

[…] Dies bedeutet, dass wir mit dem endgültigen Zusammenbruch von Machtstrukturen und auch mit Finanzstrukturen zu tun haben, dies kann zu Unruhen in der Bevölkerung beitragen. Gleichzeitig weist diese Konstellation auch auf die Entwicklung innovativer Machtstrukturen hin (z.B.Piratenpartei, AfD, o.ä.). Die Hilflosigkeit der Politik und Währungshüter wird spätestens jetzt offensichtlich sein!

Den Hinweis auf „innovative Machtstrukturen“ mit der bei der Bundestagswahl knapp gescheiterten „Partei“ AfD zu belegen ist schon mehr als lächerlich. Aber Inhalte sucht man in diesem Teil des Textes von Frau Leiding eh weitgehend vergeblich.

Im 2. Teil geht es auch schon wieder negativ los:

Dieses Jahr gestaltet sich recht schwierig: Wir haben keinen einzigen Tag ohne Rückläufer und Schwendtage!

Was für Tage? Wikipedia kennt die Antwort:

Unter einem Schwendtag (auch: verworfener Tag oder Unglückstag) versteht der Volksglaube einen Tag, an dem nichts Neues (z. B. Urlaub, Reise, Arbeit, Operation, Heirat, Verlobung, Geschäftsabschlüsse) begonnen werden soll. Während an den Schwendtagen bestimmte Tätigkeiten unterlassen werden sollen, empfehlen die Lostage bestimmte Arbeiten oder weisen auf kommende Ereignisse hin (z. B. Wetterumschwung).

Diese Tage gibt es übrigens in jedem Jahr, und auch immer zum gleichen Datum … … aber zurück zu den Rückläufern, also zu Zeiträumen an denen irgend ein von den Astrologen berücksichtigtes Objekt (also ein Planet nach deren Definition) aus der Persepektive der Erde seine Richtung ändert. Für solche Zeiträume gibt es dann Tipps, wie sie lächerlicher kaum sein können. Fangen wir mal mit dem Merkur an:

Merkur ist rückläufig vom 07.02.-01.03., vom 08.06.-02.07. Nochmals zwischen dem 05.10. und 26.10.. Es ist Vorsicht geboten mit allen Merkur-Aktivitäten, also mit Verträgen, kleinen Reisen, Umzügen, Schriftverkehr, Anschaffung von jeglichen Kommunikationseinrichtungen, wie z.B. Telefon, Faxgerät, etc..

Hmm, Herr Noé hatte ja Ähnliches salbadert, aber die gute Seite davon vergessen:

Gut ist diese Zeit für Reklamationen jeder Art.

Na klar, wenn das neu gekaufte Telefon schon nicht funzt, dann kann man natürlich auch gut reklamieren.

Vorbei ist schon die Zeit der rückläufigen Venus (bis 02.02.), also braucht man vor folgendem keine Angst mehr haben:

In dieser Zeit sollte man nicht heiraten, eine neue Liebe in dieser Zeit hat keinen Bestand, finanzielle Dinge unterlassen, keine Kleider kaufen (haben irgendwelche Macken), Diäten schlagen in dieser Zeit nicht an. Das Positive bei der rückläufigen Venus ist: Verschwindet die Geliebte oder Freundin, kommt sie wieder. Verliert man in dieser Zeit Geld, findet man es wieder.

Es fällt auf, dass Frau Leiding neben irgendwelchen Warnungen auch gerne den ein oder anderen positiven Aspekt erwähnt. Und so geht es auch weiter – obwohl schon der nächste Punkt mehr als grenzwertig ist, denn zwischen dem 2.3. und 20.5. soll es sinnvoll sein …

Operationen zu vermeiden (Fehler und Unvorhergesehenes)

Hoffentlich hat die gute Dame nicht allzu viele Kunden, denn wenn diese sich auf eine solche Warnung verlassen kann es gefährlich werden. Ansonsten ist der Zeitraum aber auch nicht harmlos:

Man sollte weder mit einer neuen Sportart beginnen, noch ein Fahrzeug kaufen, weil ansonsten in diesem Kontext eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit für Unfälle und sonstige Schäden besteht. Gut ist es jedoch, um alte Tätigkeiten wieder aufzunehmen.

Gut ist es, dass die Semester an den Universitäten nicht zwischen dem 01.01. und 06.03. oder nach dem 09.12 anfangen, denn dann drohte Folgendes:

Wer in dieser Zeit mit einem neuen Studium beginnt, wird es entweder abbrechen oder es nie beruflich nutzen.

Was für eine lächerliche Aussage, aber für andere Zeiträume wird’s auch nicht besser (03.03. bis 21.07.):

In dieser Zeit soll man sich nicht mit Behörden, Beamten oder sonstigen Autoritätspersonen anlegen. Auch soll man keine alten Sachen, wie z.B.: Erbschaftsangelegenheiten, aufrollen. Es würde in dieser Zeit auch nicht funktionieren, einen Antiquitätenladen aufzumachen.

OK, wer will schon einen Antiquitätenladen aufmachen … … aber richtig heftig wird’s zwischen dem 22.07. und dem 22.12.:

In dieser Zeit soll man sich keine Elektrogeräte besorgen und keine Elektroinstallationen machen. Es käme hierbei nur zu Reklamationen.

Blöd, dass der Zeitraum für Reklamationen sich nur im Oktober damit überlagert (05.10. bis 26.10.), aber die besten Tipps sind die beiden letzten aus dieser Liste, die meines Erachtens auch vom 01.01. bis 31.12. besser beachtet werden würden:

Nicht mit Astrologie beginnen.

Gute Idee! Dann kommt man auch nicht auf einen solchen Unsinn …

Sich auch nicht als Astrologe selbständig machen wollen.

… oder versucht gar mit dem Quatsch an anderer Leute Geld zu kommen.

(Das war die Nummer 22 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2014)





Donnerstagsvideos (2)

13 02 2014

Auch diesen Donnerstag gibt es ein Video, und wieder ist es ein Vortrag vom TAM2013. Dan Arielly’s redet über seine Forschungen zum alltäglichen Lügen – einfach klasse und sehr unterhaltsam:

Viel Spaß!





Prognosen 2014: Nostradamus und der 3. Weltkrieg

12 02 2014

Wenn eine Webseite den Namen www.nostradamus-2014.de trägt, dann erwartet man Informationen über die aktuell „gültigen“ Deutungen irgendwelcher Nostradamusdeuter. Auf welche Nostradamusdeuter sich diese Seite bezieht ist jedoch irgendwie unklar. Namentlich erwähnt wird Manfred Dimde, der jedes Jahr ein sich sehr stark ähnelndes Büchlein herausbringt (liegt auch für 2014 bei mir herum und harrt der Besprechung), und ansonsten wird ganz allgemein von ausgewiesenen Kennern gefaselt. Blöderweise fühlt sich niemand für diesen Text verantwortlich, also mit irgendeinem Namen versehen ist er nicht. Bestenfalls könnte man die im Impressum verzeichnete Dame der Autorenschaft bezichtigen, aber da sie sich im Text explizit auf andere, nicht namentlich genannte, „Experten“ beruft, macht es wenig Sinn diesen Text zuzuordnen. Aber anschauen kann man ihn ja trotzdem.

Los geht’s mit allgemeinen Warnungen:

Das Jahr 2014 erscheint nach Nostradamus´ Prophezeiungen wenig erfreulich. Zahlreiche ausgewiesene Kenner des geheimnisvollen Propheten glauben sogar, dass sich mit dem Jahr 2014 das „Jahr unserer letzten Chance“ ereignen wird. Vielfach werden die kommenden Jahre sogar als richtungsweisende Weltschicksalsjahre bezeichnet, die für jeden Menschen eine große Bedeutung einnehmen werden.

Tja, wer die „zahlreichen Kenner“ sind wird ja nicht verraten, und im Weiteren kommt ein Standardthema vieler Nostradamusdeuter wieder einmal zu zweifelhaften Ehren:

Somit hat Nostradamus für den Zeitraum von 2010 bis 2014 einen erneuten Weltkrieg vorher gesagt. Da dieser bisher ausgeblieben ist und sich internationale Spannungen zu verschärfen scheinen, sehen Befürworter der Aussagen des Nostradamus alle Zeichen auf Sturm gesetzt.

Oha! Wieder einmal der dritte Weltkrieg, der zwischen 2010 und 2014 stattfinden soll. Nun hat Nostradamus Solcherlei sicher nicht vorausgesagt, es waren seine zahlreichen Deuter die dies aus irgendwelchen Gründen in die Verse hineingedeutet haben. Fast erstaunlich ist es da schon, dass sogar ein Quäntchen Logik zu finden ist, denn wenn dieser 3. Weltkrieg in den Jahren 2010 bis 2013 nicht stattgefunden hat, dann muss es ja 2014 so weit sein, wenn schon dieser Zeitraum von irgendjemanden genannt wurde. Wobei der 3. Weltkrieg  doch schon längst hätte vorbei sein sollen – zumindest gemäß einem Buch von Bernhard Bouvier, der 1996 folgende Prognosen aus den Nostradamus-Texten extrahiert hatte:

  • Nach den 3 dunklen Tage der Sonne – eine kosmische Katastrophe durch Meteoriteneinschläge 1998 – wird Frankreich wieder Monarchie
  • Der Meteor wird im Frühjahr 1997 erscheinen. […] Dann bricht Italien durch Staatsbankrott zusammen und versinkt in revolutionären Wirren. Der französische Präsident wird ermordet: Auftakt zum Dritten Weltkrieg.
  • Das Monster ist ein Großmeteorit, der wohl an der Erde vorbeizieht, aber es scheinen abgesprengte Teile auf die Kontinente zu fallen. […] Aus anderen Seherschauungen ist zu entnehmen, dass die Katastrophe schlagartig den Dritten Weltkrieg beendet. Möglicherweise im Oktober 1998

Was für ein Blödsinn! Aber auch für 2014 geht der Unsinn noch weiter:

Als eine Kombination aus religiösem Fanatismus, nachhaltiger Verschlechterungen des globalen Klimas und wirtschaftlichen Einbrüchen sieht Nostradamus deshalb im Jahr 2014 unausweichlich den dritten Weltkrieg ausbrechen. Dieser wird insbesondere Mitteleuropa und den Vorderen Osten, aber auch Nordafrika betreffen. Ausgehen werden die kriegerischen Auseinandersetzungen vom Osten der Welt, wobei der Norden und Westen diesem Feind offenbar unterlegen sein werden. Nostradamus-Experten schließen aus seinen Versen, dass dieser Krieg mindestens 25 Jahre andauern und in furchtbarster Form wüten wird.

Sonst noch etwas? Aber klar doch! Für die Katholiken gibt es noch einen die Grundfesten der Kirche erschütternden Skandal, in den ein junger Mann verwickelt sein soll – allerdings erst bis 2017:

Mit einem markerschütternden Skandal wird sein Auftreten bis 2017 die Grundfeste der Kirche beinahe zum Einstürzen bringen. Die Folgen dieser Ereignisse sind laut Nostradamus so verheerend, dass sie erst mit dem Beginn der 2020er Jahre ihr Ende finden werden.

Nun ja, man kann ja geteilter Meinung darüber sein, ob einstürzende Grundfesten der katholischen Kirche in irgendeiner Form verheerend sein können (außer für die Kirche selbst). Aber ein veritabler ökonomischer Crash dürfte auch den Rest der Welt interessieren:

Im englischsprachigen Raum, insbesondere in den USA, wird der 04. März 2014 bereits als Doomsday gefürchtet. Denn an diesem Tag erwarten die Interpreten der Prophezeiungen des Nostradamus einen ökonomischen Crash ungeahnter Ausmaße.

Ein Crash? In drei Wochen? Werden wir ja sehen – oder eben nicht (was wesentlich wahrscheinlicher ist). Schade nur, dass hier so wirklich gar keine Quellen angegeben werden, und diese Prognosen aus dem Tollhaus niemandem zugeordnet werden können. Vielleicht findet sich ja bei Herrn Dimde Näheres dazu, mal sehen wann ich es wage dieses Buch zur Hand zu nehmen …

(Nein, es bleibt bei 21 Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2014 – es gibt ja noch genügend andere …)





Prognosen 2014: Winfried Noé kennt Binsenweisheiten

10 02 2014

Winfried Noé, einer der bekanntesten deutschen Astrologen überhaupt, war in früheren Jahren immer mal wieder für die ein oder andere spektakuläre Prognose gut. In den letzten Jahren ist er allerdings vorsichtig geworden, und widmet sich in seinen Monatsprognosen fast nur noch den persönlichen Gefiühlen seiner Leser. Der Januar 2014 ist zwar schon vorbei, aber sein Text dazu (Prognose wäre leicht übertrieben) ist eine einzige Ansammlung von Banalitäten. OK, am Anfang raunt er noch ganz allgemein:

Das habe ich in meiner langen Astrologenkarriere noch nie erlebt. Ein Jahresbeginn, zu dem sich gleich 7 Planeten, Sonne, Mond, Merkur und Pluto im Steinbock, Jupiter im Krebs und Mars und Uranus in der Waage bzw. im Widder in Spannungsaspekten miteinander verkeilen.

Das klingt zwar schlimm, aber nachher kommt doch nur Geschwurbel (3 Beispiele):

Und die Wirkungsweise dieses Quadrats können wir am besten beschreiben mit der Beseitigung alter und nutzlos gewordener Strukturen, die uns den lebendigen Prozess des Lebens verstellen. Pluto als Prinzip des Todes und der Wiedergeburt im Verein mit Uranus, der für plötzliche, totale Veränderungen steht, können, nein werden im Leben aller, die von dieser Auslösung direkt betroffen sind, und das sind alle Menschen, deren Horoskop wichtige Konstellationen zwischen 9 und 11 Grad kardinal (Widder, Krebs, Waage, Steinbock) ausweist, eine totale Revolution auslösen.

Die Aufforderung dieses Quadrats lautet: Trenne Dich freiwillig von allen Dingen, die Dir vermeintliche Sicherheit geben, aber dem Persönlichkeitswachstum im Wege stehen, bevor sie Dir das Schicksal nimmt, denn das tut im Zweifel viel mehr weh. Und dieser Prozess wird jetzt zur Jahreswende mit machtvollen Ereignissen kulminieren. Dabei ist nicht vorauszusehen, was genau passieren wird. Aber alle Leser, die von diesem Aspekt betroffen sind, ahnen schon, dass da etwas geschehen wird

Bei einer Sonne-Pluto-Konjunktion werden innere Prozesse freigesetzt, die zu fundamentalen Veränderungen führen. Vielleicht müssen Sie sich gegen einen Menschen zur Wehr setzen, der sich unberechtigt in Ihr Leben drängt, sich anmaßt oder zwingt, seinem Willen zu gehorchen, der Ihrem zuwider läuft.

Keine Prognose, aber da der Monat eh vorbei ist können wir ja mal in seinen Februartext schauen. Da gibt es zumindest ein Prognöschen:

Merkur ist der Planet der Kommunikation, der Informationsübermittlung.In seiner rückläufigen Phase passieren häufiger Problemeim Kommunikationsbereich und der damit im Zusammenhang stehendenTechnik wie Computer, Faxgeräte und Telefone. Aber auchVerkehrsmittel wie Bus, Bahn und Flugzeug sind häufiger als sonst verspätet, es kommt vermehrt zu technischen Pannen bis hin zu kompletten Ausfällen.

Wow! Und das gilt jetzt, „vom 6.2. um 22.44 Uhr bis zum 28.2. um 15.01 Uhr„, und das wäre für Bus, Bahn und Flugzeug sogar nachprüfbar – und in den meisten Jahren wegen des normalerweise in diesem Zeitraum herrschenden Winters gar nicht mal so unwahrscheinlich. Aber sofort schwenkt der Mann wieder auf die persönliche Ebene um:

Im zwischenmenschlichen Bereich häufen sich besonders leicht Missverständnisse, man redet aneinander vorbei. Verabredungen und Termine gehen schief oder müssen in letzter Minute geändert oder abgesagt werden, die Post kommt zu spät, die dringend benötigte Arznei wird ausgetauscht usw. Sie sollten deshalb in Phasen des rückläufigen Merkur keine wichtigen Kommunikationsgeräte, wie Handys, Telefone, Computer, Faxgeräte kaufen oder konfigurieren, wenn Sie spätere Korrekturen vermeiden wollen. Sie sollten auch keine Verträge, egal ob schriftlich oder mündlich, schließen. Es werden sonst wichtige Details übersehen. Die Folgen können gravierend sein.

Aha! Menschen, die ihre Brötchen mit dem Konfigurieren von Computern verdienen, sollten im Februar einfach Urlaub nehmen. Klappt ja dann doch nicht – zumindest nach Herrn Noé. Und das mit den Verträgen – ja, das ist natürlich sowieso immer gefährlich, das sprichwörtliche Kleingedruckte wird ja nicht nur im Februar gerne überlesen. Bei einer anderen Sternenkonstellation hat Herr Noé die ganze Bandbreite im Programm:

Entweder kommen wie Blitze glückliche, schicksalhafte Veränderungen in Ihr Leben, eine plötzliche Gelegenheit, die Sie ergreifen müssen, damit sich die Dinge positiv wenden. Oder diese Konstellation bringt Unruhe in Ihr Leben. Sie werden ungeduldig, wollen sich gegen Beschränkungen auflehnen und lösen damit leicht Streit und Konflikte aus.

Ja, ja – wie war das mit dem Hahn, der auf dem Mist kräht? Egal, der Herr sagt ja wirklich gar nichts, aber das tut ja die Astrolgie eh nicht. Der Rest des Textes wird natürlich auch nicht besser, aber was mich wirklich wundert ist, warum schreibt Herr Noé so etwas? Entweder der Mann zitiert die Weisheiten der Binsen oder er widerspricht sich selbst – wenn ich nur Solches aus den Sternen lesen können würde, dann hätte ich längst damit aufgehört … … aber nein, Herr Noé muss ja seine Webpräsenz bewerben – und immerhin beleidigt er nicht wieder einen signifikanten Teil der Damenwelt, also scheint erdas Trauma seines Gattinenverlusts zumindest dahingehend überwunden zu haben.

(Das war die Nummer 21 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2014)





Donnerstagsvideos

6 02 2014

Jeden Donnerstag sitze ich ein paar Stunden im Zug und habe dank des mobilen Hotspots der Telekom Zeit mir einige Videos auf youtube anzuschauen. Selbst wenn es den ein oder anderen Streckenabschnitt gibt, an dem die Verbindung regelmäßig für einen – meist – kurzen Zeitraum verschwindet, insgesamt finde ich das mit dem mobilen Hotspot im Zug eine super Idee. Ich habe mir überlegt, dass ich das ein oder andere Video ja einfach mal hier teilen kann, und fange auch gleich damit an.

Zum Start gibt es zwei Vorträge vom TAM2013 …

Sanal Edamaruku erzählt über seine Erlebnisse als Skeptiker in Indien:

In ihrem Vortrag “Fighting the Fakers – and Failing” erzählt Susan Blackmore vom Test esoterischer Behauptungen – und warum das meistens sinnlos ist: die Esoteriker finden im Nachhinein immer neue Ausreden für ihr Scheitern oder deuten sogar krachende Niederlagen in gefühlte Siege um:

Viel Spaß!





Krankenkassenvoodoo und Voodookrankenkassen – eine kleine Auswertung

4 02 2014

In den Diskussionen um den Unsinn Homöopathie wird von Skeptikern immer wieder zurecht beklagt, dass diese Methode ja leider auch von vielen Krankenkassen bezahlt wird. Nun kann man atürlich einfach seine Kasse fragen, warum sie das tut – und wird die üblichen Antworten bekommen, wie man im ratgebernewsblog lesen konnte. Die Frage, ob es nicht die ein oder andere Krankenkasse gibt, die nicht für diesen Unsinn zahlt, ist dabei doch eigentlich leicht zu beantworten. Man müsste nur mal bei allen Krankenkassen nachfragen … … oder gibt es da nicht vielleicht doch irgendwo einen Überblick? Doch, gibts es, auf der Seite „Krankenkassenvergleich“ werden die Leistungen von 100 gesetzlichen Krankenkassen miteinander verglichen, man kann sich also einen richtig guten Überblick über die verschiedenen Leistungsangebote verschaffen. Auch wenn der Leistungsvergleich unter falscher Flagge segelt (Naturheilverfahren) kann man das Ganze ja mal analysieren und auswerten welcher Voodoo von irgendwelchen Krankenkassen bezahlt werden kann und welche Krankenkasse eigentlich den meisten Voodookram bezahlt.

Auf der zum Download bereitgestellten pdf-Datei finden sich die Namen von 100 Krankenkassen, von denen allerdings 12 an diesem Leistunsvergleich gar nicht teilgenommen haben. OK, vergessen wir dieses antwortfaule Dutzend und wenden uns den 88 Krankenkassen zu, die sich zu den 13 dezidiert genannten Voodooverfahren geäußert haben. Zusätzlich konnten von den Krankenkassen noch weitere Angaben gemacht werden. Dabei wurde unterschieden, ob eine der Voodooleistungen bei allen Leistungserbringern mit entsprechender Zusatzqualifikation oder nur bei einigen ausgewählten in Anspruch genommen werden kann (diese Unterscheidung habe ich für die folgende Auswertung nicht berücksichtigt).

Nun also zu den nackten Zahlen, und zur ersten Frage: Welcher Voodoo wird wie oft angeboten?
Beginnen wir mit den Exoten aus der 13er-Liste:

  • Chelattherapie (5 mal angeboten)
  • Irisdiagnostik (5)
  • Eigenbluttherapie (7)
  • Shiatsu (7)
  • Reflexzonenmassage (nicht Fußreflexzonen) (10)
  • Ayurveda (10)
  • Lichttherapie (15)

Schon in dieser Gruppe sind interessante Kandidaten dabei. So scheint die Chelattherapie eigentlich eine echte medizinische Therapie, die man aber nur bei schweren Vergiftungen mit Schwermetallen einsetzt. Ansonsten ist’s eben nicht sinnvoll und auch die Liste der Nebenwirkungen ist beeindruckend (Störung des Calciumstoffwechsels kommen mit der Folge von Herzrhythmusstörungen, Krampfanfällen und im Extremfall Atemstillstand; Nierenversagen; eine Schädigung des Knochenmarks), sogar Todesfälle sollen schon vorgekommen sein. Bei Irisdiagnostik, Eigenbluttherapie und Ayurveda ist die Pseudowissenschaftlichkeit Programm, zu Shiatsu sind nach dieser Seite keine positiven Studien bekannt. Bleiben die mir bisher unbekannten Methoden Lichttherapie und die Sache mit der Reflexzonenmassage (… aber nicht an den Füßen).

Weiter geht’s mit folgenden drei Klassikern:

  • TCM (20)
  • Alternative Krebstherapie (25)
  • Phytotherapie (28)

Mich hätte fast gewundert, das TCM nur bei 20 Krankenkassen im Angebot zu sein scheint, aber die beliebteste Methode stand hier gar nicht zur Auswahl, denn hier steht:

Übrigens: Akupunktur ist ist bei chronischen Rücken- und Knieschmerzen zur Regelleistung aller Kassen geworden. Weitere Akupunkturbehandlungen dürfen inzwischen aber nicht mehr übernommen werden! Und auch ganz wichtig: Gesetzliche Krankenkassen dürfen NIE Leistungen für Heilpraktiker übernehmen – nur für Ärzte mit entsprechender Zusatzausbildung!

… und nun zu den Top-Voodoomethoden und ihrer Krankenkassenverbreitung:

Der 3. Rang geht an die Anthroposophische Medizin, die 32 mal im Angebot der Krankenkassen zu finden ist, der 2. Rang geht an die Osteopathie, die sage und schreibe 69 mal im Angebot der Krankenkassen auftauchte – aber wie erwartet geht der 1. Rang an die Homöopathie (wenn auch nur knapp) mit immerhin 74 Nennungen.

Klar, die Homöopathie liegt eindeutig an der Spitze, sogar noch eindeutiger als es die nackte Zahl der Nennungen in der Vergleichstabelle aussagt. So gibt die IKK Nord die Homöopathie nur unter „Weitere“ an, und andere Krankenkassen haben irgendwie das Kreuzchen vergessen. Ich habe nämlich mal bei den 13 Krankenkassen nachgeschaut, bei denen kein Kreuzchen bei der Homöopathie zu finden war. Und das Ergebnis? Unschön! Klar, natürlich übernehmen auch die BKK Schwarzwald-Baar-Heuberg, BKK Schleswig Holstein, die AOKs aus Bayern, Hessen, Nordost, Rheinland-Pfalz/Saarland, Rheinland/Hamburg, Sachsen-Anhalt und die  BKK Freudenberg sowie die WMF BKK die Kosten für Homöopathie (zumindest teilweise – bei einigen Krankenkassen sind die Ausgaben z.B. auf 100 Euro p.a. gedeckelt). Bleiben noch drei Krankenkassen übrig, und das sind die folgenden:

SIEMAG BKK

Salus BKK

Shell BKKlive

Bei diesen drei Krankenkassen habe ich wirklich keinen Hinweis darauf gefunden, dass sie in irgendeiner Weise für Homöopathie zahlen würden …

Nun zur 2. Auswertung, der Suche nach der Voodookrankenkasse, also der Krankenkasse, die den meisten Unsinn aus der obigen Liste bezahlt. Hier die Top 7, also jene Krankenkassen, die in der Auswertung mindestens 10 der 13 angegebenen Verfahren zumindest teilweise bezahlen, wobei ich die Reihenfolge natürlich rein subjektiv festgelegt habe:

Platz 7: Barmer GEK: Außer Eigenbluttherapie, Irisdiagnostik und Shiatsu wird alles angeboten.

Platz 6: HEK – Hanseatische Krankenkasse: Sie bietet alles außer Chelattherapie und Irisdiagnostik an.

Platz 5: Brandenburgische BKK: Hier fehlt nur die Chelattherapie im Angebot, allerdings ist die Kostenübernahme auf 100 Euro p.a. für alle Alternativmittel gedeckelt.

Platz 4: Bergische Krankenkasse: Alles außer dem Reflexzonengedöns dafür aber das gesamte Hufelandverzeichnis

Platz 3 Techniker Krankenkasse: Hier fehlen mit Chelattherapie und Irisdiagnostik zwar zwei Voodoo-Angebote, dafür gibt es aber zusätzlich leckere Blutegel und eine „Ordnungstherapie“. Außerdem lässt die hier erwähnte Aktion der TK noch mehr Voodoo erahnen.

Platz 2: DAK-Gesundheit: Hier wird ja schon mal alles angeboten, und sogar ein wenig mehr. So gibt es zusätzlich Matrix-Rhythmus-Therapie, Kneippsche Verfahren, Chirotherapie, Muskelentspannung nach Jakobsen (upps – eine wirksame Methode unter den Voodoo-Angeboten … danke an Elke für den Hinweis). Die DAK kann es sich also leisten, fast jeden Mumpitz mit zu bezahlen.

Kommen wir nun zu meinem unangefochtenen Platz 1, der zweiten Krankenkasse, die nicht nur alles (also die 13 aufgelisteten Verfahren) sondern noch viel mehr anbietet: Es ist die

SECURVITA Krankenkasse

Nicht nur bietet diese – wie auch die Bergische KK – noch den gesamten Katalog aus dem Hufelandverzeichnis an, nein, sie geht sogar noch darüber hinaus und bezahlt (man muss sich das mal bildlich vorstellen) außerdem auch für (es ist wirklich unfaßbar) EIGENHARNTHERAPIE!

Darf ich also nach dem Besuch eines entsprechend verblödeten Arztes tatsächlich das Pipimachen mit der Krankenkasse abrechnen, wenn ich bei dieser Krankenkasse versichert bin?

Vielleicht frage ich ja mal bei der SIEMAG BKK nach ob ich so einfach zu denen wechseln kann – immerhin sind die Superkids auf der Webseite ‚mal eine etwas andere Werbung für eine Krankenkasse. Und wenn die mir bestätigen, dass sie bestenfalls für ganz wenig Voodoo … … dann würde ich meine Krankenkassenbeiträge viel lieber entrichten.





Prognosen 2014: Ärger aus China

4 02 2014

Auch in China steht jetzt bald der übliche Jahreswechsel an, und es gibt – gemäß deren lustigem Horoskopzoo – wieder ein „neues“ Tier, das für die kommenden Monate irgendwie zuständig erklärt wurde. Dieses Mal ist es ein Pferd, und wie sagt doch dieser Artikel schon in der Überschrift:

Das Jahr des Pferdes bringt Ärger

Was das bedeutet, scheinen die chinesischen Wahrsager aber im Detail nicht so genau erklären zu können, zumindest nicht wenn westliche Journalisten nachfragen. Sie raunen von „turbulenten Zeiten„, warnen vor einer „explosive[n] Mischung mit mehr Spannungen und Konflikten“ oder prophezeien „große Umwälzungen“ – haben also das gleiche, übliche Blabla wie ihre hieseigen Augurenkollegen im Programm. Einer von ihnen heißt Raymond Lo, und er weiß auch nichts Genaues:

Es wird mehr internationale Konflikte und Auseinandersetzungen geben, und sie könnten sogar zu heftigen Kämpfen und Kriegen führen

Ui! Da hat der Mann ein wenig Schwarzseherei geübt und dazu noch ganz tief in die Weisheiten der Binsen gegriffen. Die Erkenntnis, dass Konflikte und Auseinandersetzungen zu Kämpfen und Kriegen führen können ist ja wirklich mehr als lächerlich.

In dieser Meldung zum gleichen Thema wird es noch ein wenig schlimmer:

Das Jahr wird dramatisch: Konflikte, „feurige“ Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüche und Erdbeben, Rekordtemperaturen, Skandale und Streit – …

Aber wenn man weiter liest können die Katastrophen ja nicht allzu groß sein, denn man findet sie dort:

… das alles trägt das Holzpferd in seinen Satteltaschen.

Nun ja, allzu groß sind ja Satteltaschen nicht, es sei denn bei dem Holzpferd handelt es sich um eine etwas größere Variante. Ansonsten können’s die chinesischen Auguren genauso gut wie ihre Kollegen hierzulande: Viel Blabla, mit Katastrophengeraune gewürzt und mit ein wenig guten Aussichten garniert. Das Beispiel für Letzteres bin ich noch schuldig:

Für kleine und große Unternehmer aber ist das Pferd ein gutes Symbol: Es gilt als energiegeladen, stark, flott und fleißig. Es bringt die Reiter – in der beinah platten Symbolik – schnell ans gewünschte Ziel. Und so wünschen die Feng-Shui-Berater: „Setzt Euch im Sattel auf, packt die Zügel fest und bereitet Euch auf den Galopp vor!“

(Raymond Lo kriegt die Startnummer 20 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2014)





Lieber DZVhÄ: Nicht labern, machen!

24 01 2014

Vor einigen Tagen hat die GWUP einen Flyer zur Homöopathie veröffentlicht, der sich kritisch mit der „Heilslehre“ des Samuel Hahnemann auseinandersetzte. Nun hat der DZVhÄ – der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte –  eine korrigierte Version des Flyers vorgelegt, und gezeigt, dass man außer Laberargumenten nicht allzu viel zu bieten hat. Dabei könnten die DZVhÄ-Leute den pöhsen Skeptikern doch ganz einfach zeigen, dass an ihrer Leere etwas dran ist, aber bevor ich denen meinen alten Vorschlag nochmals unterbreite erst mal zu der eher lächerlichen Kritik am GWUP-Flyer.

Das fängt schon am Anfang an, wenn auf dem GWUP-Flyer ein paar wenig geschmackvoll klingende „Zutaten“ (Fliegenpilze, Schlangengift, Speichel tollwütiger Hunde, Kopfläuse, Kakerlaken, Hundekot, Eiter, Krebs und Leprazellen, Arsen, Quecksilber und Plutonium) aufgelistet werden, kontert die DZVhÄ mit folgendem Kommentar:

Wo ist das Problem, wenn doch „in diesen angeblichen Heilmitteln“kein einziges Molekül des Ausgangsstoffes mehr enthalten ist (s.u.)? Die Skeptiker sollten sich entscheiden, EKLIG oder KEIN WIRKSTOFF – beides zusammen geht schlecht. In der Medizin werden nun mal auch giftige Substanzen aus der Natur verwendet und bei einer Impfung werden auch Krankheitserreger eingesetzt.

Das Problem ist, dass es in diesem Abschnitt zunächst mal um die Abgrenzung zur „sanften Pflanzenheilkunde“ geht und nur ein paar Beispiele von Stoffen  genannt werden, aus denen Homöopathen Mittel herstellen. Die Auswahl ist übrigens ziemlich nett, mir wären da noch ganz andere Sachen eingefallen …

Danach geht es bei der GWUP um die Verdünnungen, und der DZVhÄ fällt folgendes ein:

Das Potenzieren „geht“ doch ein bisschen anders; z.B. gibt es noch
Arbeitsschritte wie Verreiben und Verschütteln.

Äh – nun ja, wenn ich ein Mittel 1:10 verschüttele dann ist das keine Verdünnung? Und wenn ich mit Milchzucker verreibe, dann wird das vermeintliche Heilmittel nicht „dünner“? Wenn ich meinen Kaffee mit Milch „verdünne“ rühre ich um, könnte natürlich auch verschütteln (ob mit oder ohne Buch mit Ledereinband) wenn ein Deckel auf der Tasse wäre … … aber wo ist der Unterschied? Wenn ich verschüttele dann verdünne ich nicht? Da fällt mir nur dieses schöne Beispiel aus England ein:

Die Erörterung des Verdünnungsgrades einiger Mittel wird von den Homöopathen wie folgt kommentiert:

Glauben Homöopathen, dass eineTablette Aspirin irgendwo ins Meergeworfen alle Kopfschmerzen dieser Welt beseitigt? Oder funktioniert die Homöopathie doch ganz anders?

Immerhin eine gute Frage, aber was Homöopathen glauben ist völlig egal und der DZVhÄ sollte diese Frage wohl eher seinen Mitgliedern stellen (ich kenne da einige, die würden schockierende Antworten geben …). Immerhin gibt es  keinen Widerspruch zur GWUP-Darstellung. Die Tatsache, dass dann gar kein Molekül der Wirksubstanz übrig bleibt, animiert den DZVhÄ-Autor zu folgender Stilblüte:

Auch der Wirkmechanismus vieler schulmedizinischer Mittel konnte trotz Kenntnis ihrer chemischen Struktur noch nicht erforscht werden; dennoch werden sie mit unzweifelhafter Wirksamkeit eingesetzt.

Sorry, Thema verfehlt! Es geht darum, dass bei der „Höbbadie“ (Copyright by aargks) gar kein Molekül vorhanden ist und nicht darum, dass Wirkmechanismen vorhandener Moleküle (Hinweis für der DZVhÄ nahestehende Leser: das ist eben der entscheidende Unterschied!!!) noch nicht vollständig geklärt sind.

Bisweilen sind die Kommentare sogar selbst entlarvend. Wenn die GWUP die Simile-Regel, also das von Hahnemann postulierte Ähnlichkeitsprinzip wonach „Gleiches Gleiches heilen möge“, der Homöopathie als Irrtum bezeichnet, entgegnet die DZVhÄ:

Das Ähnlichkeitsprinzip kann nicht nur in der Homöopathie erfahren werden, sondern z.B. auch in der Psychotherapie als sogenannte „paradoxe Intervention“.

Seit wann geht es beim lustigen Globulischlucken um Psychotherapie? Oder behauptet die Homöopathie seit Neuestem eine Psychotherapie zu sein? Nun ja, Skeptiker loben ja gerade die psychologischen Faktoren der homöopathischen Behandlung (die zeit- und kostenraubende Anamnese), als eine Art Placeboverstärker, aber dass sich die Homöopathie in ihrer Wirkungsweise jetzt auf Psychotherapien beruft dürfte den seligen Herrn Hahnemann im Grabe rotieren lassen.

Zu den geforderten Belegen (welche Belege liefert eigentlich der Autor von der DZVhÄ, außer dass er ein oder zwei Studie namentlich erwähnt?) hat sich schon Herr Aust vom Blog Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie gemeldet, und ich hoffe, dass er sich auch dieser erwähnten Studien annimmt. Kann ja sein, dass zumindest eine dieser Studien tatsächlich methodisch einwandfrei und „trotzdem signifikant“ ist – bei der Menge an nicht signifikanten Studienergebnissen muss es eine solche ja fast zwangsläufig geben, da ein Test auf einem Signifikanzniveau von 5% tatsächlich bei einer von 20 Studien fälschlicherweise ein positives Ergebnis erwarten lässt, obwohl tatsächlich keine Wirkung vorhanden ist.

Mein Lieblingskommentar des DZVhÄ-Argumentationsverweigerers ist aber der Kommentar zu der Kritik an den Arzneimittelprüfungen:

Falsch: Es gibt mehrere doppelblinde Arzneimittelprüfungen, u.a. Möllinger et al. Mehr als nur Placeboeffekt?

OK, ich kenne Herrn Mölllinger nicht, aber wenn der es – zumindest einmal – geschafft haben will bei einer doppelblinden Arzneimittelprüfung (die genaue Methodenbeschreibung wäre sehr interessant …) einen Beleg für die Wirksamkeit von Globuli oder Dilutionen zu „belegen“ (ohne Replikation ist das ein sehr schwacher Beleg … … dass dies auch ein Problem bei den „echten“ Pharmazeuten ist, das beschreibt Ben Goldacre in seinem lesenswerten Buch „Bad Pharma“ bzw. „Die Pharma Lüge“ ausführlich und sehr eindrucksvoll), dann sind er bzw. seine Probanden doch die idealen Kandidaten für meinen schon 2009 vorgeschlagenen homöopathischen Selbstversuch. Die Vorbereitung (Verblindung) sollte natürlich von der GWUP und dem DZVhÄ gemeinsam vorgenommen werden und es gilt – natürlich – immer noch mein damals vorgestelltes und später leicht revidiertes Studiendesign, das ich im Folgenden weiter optimiert habe (wir brauchen einen Apotheker, der nach allen Regeln der Kunst Homöopathika herstellen kann und darf, aber die gibt es natürlich in diesem Land):

  1. Freiwillige melden sich und geben ein Homöopathikum an, das sie an Hand der Wirkung erkennen zu können glauben. Angeben müssen sie noch, wie viele Globuli und wie viel Zeit sie brauchen, um die Wirkung zu erkennen. (Neu:) Sie erhalten dann 9 Portionen a 1g Globuli, die lediglich numeriert sind, und für die sie bei jeder 1g-Portion entscheiden müssen, ob es das homöopathische Mittel oder das Placebo ist (natürlich gibt es auch die ANtwort „weiß nicht“).
  2. Ein Apotheker stellt die Homöopathika her und diese werden – möglicherweise notariell beglaubigt – versiegelt. Natürlich dürfen Homöopathen und DZVhÄ-Vertreter die Herstellung überwachen
  3. Nun erfolgt die Verblindung (auch gerne mit Vertretern der DZVhÄ-Fraktion): Das Homöopathikum und – im Fachhandel erhältliche – leere Globuli werden nach dem Zufallsprinzip (50:50) auf vorher mit Nummern versehene Behältnisse a 1g verteilt. Dies wird – natürlich – dokumentiert, aber die Dokumentation wird nachher versiegelt und von einem Notar in seinem Safe verschlossen.
  4. Nun werden – wieder per Zufallauswahl – neun Behältnisse a 1g für die Testperson ausgewählt. Die Zahl „neun“ nehme ich nur aus einem Grund: es gibt nämlich diese „homöpathische Taschenapotheke„, die man für solche Tests verwenden könnte …
  5. Nun werden die gefüllten Taschenapotheken verschickt oder verteilt. Die Testpersonen müssen nun nur für jeden Inhalt der dort drin befindlichen (und natürlich nummerierten) Gläschen entscheiden, ob da das Homöopathikum oder das Placebo drin ist – oder ob sie sich keine Entscheidung zutrauen.
  6. Danach wird ausgewertet, in wieviel Prozent der Fälle die Homöopathiefraktion die “echten” Globuli erkannt hat und natürlich auch, ob dieses Ergebnis auf einem Signifikanzniveau von 5% signifikant ist (das hängt ja auch von der Anzahl der Teilnehmer ab).

Tja, lieber DZVhÄ, wenn ihr einen solchen – einfachen!!! – Selbstversuch mitmacht, dann werdet ihr auch von Skeptikern wie mir ernst genommen – auch dann, wenn das Ergebnis nicht in eurem Sinne ist.





Prognosen 2014: Frau Durer hat Angst um’s Geld

21 01 2014

Christiane Durer gehört auch zu den Stammgästen hier. Nachdem sie sich in den letzten Jahren als Katastrophenschnepfe ersten Ranges gezeigt hatte sind ihre Prognosen für 2014 im Vergleich dazu fast harmlos. Es sei denn es geht um ihr Lieblingsthema: Geld! Geld! Geld! Nach der Überschrift …

Das Jahr 2014 für Europa und für die Welt

… geht es um Euro, Dollar – und entsprechende Probleme. Es fängt so an:

Wer vor zwei Jahren Entrechtung und Enteignung ankündigte, wurde ausgelacht. Heute lachen nur noch diejenigen, die darauf vorbereitet waren.

Äh, was? Na das ist doch ‚mal ein Anfang! Möchte sich Frau Durer hier irgendeinen phänomenalen Treffer ans Revert heften? Aber warum nur? Vielleicht wegen diesem Text für 2012:

Schon 2011 war ein Jahr großer Veränderungen. Doch was jetzt kommt, ist noch tiefgreifender.
Deutschland wie es in den vergangenen 60 Jahren gewesen ist, wird es danach  nicht mehr geben.
Statt dessen wird Deutschland entrechtet werden – und verarmen.

Dies geht einher mit einem weltweiten System-Zusammenbruch. Das bedeutet:

Den Zerfall des Euro-Raums
Der Zerfall des Euros
Einen weltweiten Währungs- und Handelskrieg
in den USA, China und Europa involviert sind
Die Entwertung des Dollar

Nööö, das passt ja wohl gar nicht. Und der Zerfall des Euros ist irgendwie auch nicht passiert. Was sie damals vorhergesagt hatte war reinster Finanzkatastrophenbullshit. Sie glaubt allerdings heute so etwas wie ein Argument zu haben:

Dass die Ereignisse in Zypern auch zu anderen Ländern Europas geschehen werden, wird heute offen diskutiert. Dass es geschehen wird ist klar – die Frage ist nur, wann.

Ja, wann – und was denn eigentlich? Müsste das nicht 2014 anstehen, wenn die Überschrift auf dieses Jahr hindeutet? Konkret wird Frau Durer ja hier – noch – nicht, stattdessen wird weiter geraunt:

Das Jahr 2014 und im besonderen Mitte 2014 wurde von mir schon vor drei bis vier Jahren häufig als die Zeit des großen Umbruchs bezeichnet. Dann wird abgeschlossen sein, was seit 2010 vorbereitet wurde und von jetzt an umgesetzt werden wird.

Und was genau? Kann die Frau nicht einfach ‚mal Klartext reden? Scheinbar nicht:

Wer heute noch nicht begriffen hat, dass dieses Szenario schon VOR 2013 diskutiert und beschlossen wurde, und dass wir uns mitten in einer grundlegenden Veränderung der Werte befinden, sollte vielleicht endlich die Scheuklappen abnehmen.

Die Frau leidet offensichtlich an schwerer Verschwöreritis! Ähnlichen Mumpitz kann man auf Seiten lesen, auf die ich dann doch lieber nicht verlinken möchte. Nun aber wendet sie sich einzelnen Ländern zu, und nach der Schweiz geht es um …

Die EU

In Deutschland wird Anfang des Jahres noch vielerorts das Ende der Krise und die gute Wirtschaft beschworen, doch dann werden sehr schnell neue Gesetze erlassen, die sofort wirksam werden, die von den meisten dann nicht mehr als so positiv wahrgenommen werden. Dazu gehören neue Steuern, die u.U. anders bezeichnet werden, z.B. Super-Soli oder Euro-Erfolgs-Abgabe.

Die Ideen für neue Steuern kann sie ja mal nach Berlin schicken. Nach weiterem Geraune wird sie dann konkreter:

Ebenfalls von Beginn des Jahres an wird ausgehandelt und beschlossen, was dann ab etwa Ende 2014 und 2015 zum Tragen kommen wird: Eine Spezialfessel bezüglich Geld und Bankenrettung.

Eine Spezialfessel? Was soll das denn sein? Ach so, das:

Es bedeutet, dass es eine umfassende Enteignung geplant wird, ebenso Bargeldverbot, bzw. eine deutliche Einschränkung des erlaubten Bargeldbetrags, den man mit sich führen darf.

Es ist durchaus denkbar, dass offiziell niemand verbietet, viel Bargeld mit sich herumzutragen – aber so wie man heute schon mit 8000 Euro in der Tasche als verdächtig eingestuft wird, kann man dann mit 1000 Euro Bargeld leicht als Geldwäscher oder Steuerhinterzieher betrachtet werden.

Darüber hinaus wird es zu einem Regulierungswahn kommen, der alles bisherige in den Schatten stellt.

Die verschiedenen Maßnahmen werden auf die verschiedenen Euro-Länder verteilt werden. Enteignungen stehen auch in Österreich auf der Agenda – auch wenn bislang nichts darauf hindeutet, dass es dazu kommen könnte.

Hmm, klingt ja alles ganz furchtbar! Aber Frau Durer kann auch anders:

Natürlich gibt es auch 2014 gute Phasen.

Im Februar sieht es für Viele erfreulich aus. Jupiter-Merkur löst sich aus – vielleicht werden die Zinsen wieder gesenkt, was bei Vielen Jubel auslöst und bei allen, die nicht sparen, ein gutes Gefühl hervorruft. Der Handel erlebt einen kurzen Aufschwung.

Gute Nachrichten bzw. Prognosen? Die muss sie aber sofort wieder in Katastrophen verwandeln:

Um so größer wird dann kurz darauf der Schock sein, wenn sich das Geld ganz unerwartet auflöst. Die Schuldenkrise ist dann „zurück“. Und mit ihr alle damit verbundenen Themen Der Euro muss erneut gerettet werden. Die allgemeine Unsicherheit wächst und es besteht die Gefahr eines Bankruns.

Weiter faselt sie von irgendeinem Verrat …

Mitte Juni schließlich wird zum großen Schreck aller Betroffenen zu einem Verrat kommen. Das löst dann wirklich Panik aus. Man bedenke, wie viele Versprechen abgegeben wurden über die Sicherheit der Sparguthaben, über die Sicherheit der Sparguthaben unter 100.000 Euro und all die anderen zahlreichen Wahlversprechen.

… und einem Nahrungsmittelskandal:

Unterbrochen werden die Finanz-Probleme durch einen Nahrungsmittel-Skandal gegen den der Pferdefleisch-Skandal 2013 geradezu lächerlich wirkt.

Und als Ergebnis bzw. Folge der Europawahl erwartet Frau Durer tatsächlich so etwas wie Kriege in Europa:

Diese endet mit Saturn am Aszendenten, was die extremen Regulierungen anzeigt sowie viele neue einschränkende Gesetze. Ein rückläufiger Mars in Verbindung mit Pluto-Uranus sowie der Konstellation Mond-Mars (Volkszorn) kündigt an, dass europaweit darauf nicht mit friedlichen Mitteln reagiert werden wird.

Und natürlich geht’s auch wieder ums Geld:

Das Horoskop weist auf gravierende und einschränkende Veränderungen im finanziellen Bereich hin. Das Ergebnis der Wahlen sind umfassende Enteignungs-Gesetze. Die Enteignungen dauern nicht nur ein paar Monate – sie werden Jahre dauern – solange bis alles Geld vernichtet ist.

… und es wird etwas Schlimmes geschehen:

Um die neuen Gesetze umzusetzen, bedarf es aber noch eines größeren und bedrohlichen Ereignisses. Dieses Ereignis wird im Juni / Juli stattfinden. Ab Mitte 2014 wird sich „alles ändern“. Ähnlich wie sich nach 9/11 alles geändert hat.

… und es droht ein Krieg:

Alles Trennende zwischen Griechenland, Portugal und Italien einerseits und Deutschland andererseits wird immer größer werden. Aus der Euro-Krise droht ein Euro-Krieg zu werden.

Und nach den Steuergesetzen raunt sie weiter Mumpitz in ihren wohl nicht vorhandenden Bart …

Etwa ab August 2014 wird es neue Gesetze geben. Die meisten Menschen haben nur Angst davor, finanziell enteignet zu werden. Doch viel schlimmer ist, dass der Staat die Menschen ihrer Bestimmung beraubt.

… und prophezeit „Beziehungskrisen“:

2014 wird das Jahr der Singles. Viele Paare trennen sich und viele Menschen werden über ein Gefühl des Vereinzelt-Seins klagen.

OK, bei dem folgenden wirren Gefasel über weitere Länder erspare ich mir jeden Kommentar. Und dass Nordkoreas Kim Jong Un mit „Säbelrasseln“ beginnt ist auch keine überraschende Prognose – aber hatte der jemals damit aufgehört?

Jetzt zu einem anderen Thema:

Natur & Wetter

Dass immer häufiger extremen Wetterphänomene und Naturkatastrophen auftreten ist mittlerweile bekannt – und in jeder Versicherungs-Statistik nachlesbar. Auch 2014 müssen die Statistiken nach oben korrigiert werden. Doch Überschwemmungen, Wirbelstürme, Erdbeben usw. werden ein Ausmaß erreichen, wie es sicher keine Versicherung erwartet.

Nein, das ist nicht in jeder Versicherungsstatistik nachlesbar. Zumindest 2013 lagen die Schäden um 30% unter dem Zehnjahresdurchschnitt; 2012 lagen sie übrigens auch darunter, aber nicht ganz so viel. Für Deutschland gilt das nicht, da gab es 2013 eine Steigerung der Schäden, aber nicht wegen der von Frau Durer erwähnten Katastrophen sondern wegen eines Hagelsturms Ende Juli.

Nun zu einem weiteren ihrer Lieblingsthemen, denn seit Jahren kündigt sie an, dass man Menschen in Zukunft – wie die Tiere im Zoo oder im Tierheim – „chippen“ wird. Das muss natürlich auch 2014 untergebracht werden:

Überwachung, Entrechtung und Enteignung

Dank Edward Snowden weiß seit Mitte 2013 die ganze Welt, dass wir nicht erst seit Mitte 2013 total überwacht werden. Das zeigt uns: Wenn man von bestimmten Dingen keine Kenntnis hat, bedeutet es nicht, dass diese nicht passieren. Der Chip wird langsam auf eine Weise Einzug halten, die vielen gefällt: Z.B. über Computer-Steuerung durch Körper-Sensoren. Viele finden das gut und lassen sich gerne überwachen.

Zahlen mit Handy, Zahlen mit Chip im Finger – das finden Viele gut. Zuerst wird eine Infrastruktur für Überwachung geschaffen. Dann werden die Menschen durch Anwendungsmöglichkeiten, die ihnen mehr Bequemlichkeit garantieren, dazu gebracht, diese Infrastruktur freiwillig zu nutzen.

Später werden neue Gesetze erlassen, wo selbst die Befürworter der Chips und Sensoren etc. merken, dass sie sich freiwillig in ein Überwachungs-Gefängnis begeben haben.

Ja, ja – irgendwie erinnert das wieder an einige Verschwörungstheorien …

Wenn es eines Tages verboten sein wird, Weihnachten zu feiern – das glauben sie nicht? Schon heute ist es in Berlin verboten Weihnachtsmärkte als Weihnachtsmärkte zu bezeichnen. Und auch Weihnachtsengel werden wie in der früheren DDR als Jahresendzeitfiguren bezeichnet. Vielleicht ist es eines Tages verboten, zu Hause Weihnachtslieder zu singen … oder seine Meinung laut zu sagen … und was wenn eines Tages Gedankenverbrechen, die man in seinen vier Wänden begeht, geahndet werden …

So ein Quatsch! Auf berlin.de gibt es eine Liste der Berliner … … Weihnachtsmärkte. Ja was denn sonst? Aber man kann ja seinen Kunden ein wenig Angst einjagen, immerhin zahlen die ja auch dafür! Obwohl: wenn das Geld doch sowieso wertlos wird, warum verkauft sie dann weiter ihren Premiumzugang gegen cash? Nun ja, egal! Sie will ihre Leser ja offensichtlich sowieso zu einer Art Revolution anstiften:

Es ist doch ein leichtes, eine gewählte Regierung zu stürzen und sie dann als Terror-Organisation zu bezeichnen. Warum sollte das nur in Ägypten möglich sein ?

Nach noch ein wenig Gelaber kommt noch ein persönlicher Hinweis:

Viele bezeichnen es als „unverschämt“, wenn man „schlechte“ Nachrichten überbringt und dem Leser dann auch noch Glück wünscht.

Auf jeden Fall ist es lächerlich und zynisch!

Was für eine Frechheit.

Und Leuten Angst einjagen ist keine Frechheit?

Doch es ist eine Sache der persönlichen Interpretation ob man Bankenzusammenbrüche als gut oder schlecht betrachtet. Zweitens bin ich der Meinung, dass man Glück niemals nötiger hat als in schwierigen Zeiten. Und deshalb, liebe Leser, wünsche ich Ihnen für 2014 alles Glück, das Sie brauchen.

Aaaaah! Jetzt wird alles klar! Frau Durer hat keine Angst vor Bankenzusammenbrüchen – fürchtet aber um ihr Bargeld. Aber gemäß ihrer Prognose ist das ja irgendwann dann auch vorbei – denn nur „solange bis alles Geld vernichtet ist“ dürften ihre herbeifantasierten Sorgen begründet sein. Bitte, liebe Leute, nehmt der Frau ihre Sorgen! Zahlt einfach nichts mehr für den Premiumzugang, dann muss Frau Durer auch keine Angst mehr um ihr Geld haben …

(Das war die Nummer 19 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2014)