Weltuntergangsupdate

7 11 2013

Am letzten Dienstag, also am 5. November, war mal wieder Weltuntergang und niemand hat’s gemerkt. OK, ich gebe zu, dass das nur den Leuten aufgefallen sein könnte, die für den für das letzten Jahr angekündigten Maya-Kalender-Weltuntergang eine kleine App namens WeltuntergangsCountdown heruntergeladen hatten. Diese lieferte im letzten Jahr auch pünktlich ein kleines Katastrophenvideo mit explodierender Erde – und startete dann einen neuen Countdown, der eben in dieser Woche endete. Woher dieses Datum kam war mir schon im letzten Dezember unklar, und ob auch dieses Mal wieder das kleine Katastrophenvideo lief weiß ich auch nicht, weil ich den Termin doch glatt verpaßt habe. Aber egal, war ja eh nichts.

Für die nahe Zukunft haben einige Verstörte aber schon mal mit neuen Weltuntergängen nachgelegt. Denn natürlich wird das für Anfang Dezember zu erwartende Himmelsspektakel keinesfalls von einem Kometen namens ISON veranstaltet werden! Es wäre doch wirklich viel zu einfach, wenn mal wieder ein Komet sichtbar wäre, nein, es handelt sich (wieder einmal) um den legendären Planeten Nibiru (… oder vielleicht doch ein Raumschiff?), das dann … … klar! Weltuntergang!

Falls das doch ein Komet sein sollte, dann sieht diese Webseite noch die Gefahr einer Kollission zwischen Jupiter und einem schwarzen Loch, in deren Folge dann auch unser unscheinbarer Planet … … klar! Weltuntergang! Und das noch an Weihnachten, aber immerhin, das soll am 25.12 stattfinden, also nach der Bescherung! Über die physikalischen Wahrscheinlichkeiten solcher Prognosen wollen wir dann lieber doch nicht nachdenken.

Falls wir auch das überstehen gibt es den nächsten Weltuntergang im Juni 2014, zumindest nach dieser Meldung. Jetzt soll also eine ominöse Weltraumwolke die Erde zerstören. Echte Astronomen dürften angesichts solcher Unsinnsmeldungen die wenigen noch vorhandenen Haare raufen, denn solch lächerlichen Nonsens zu kommentieren lohnt einerseits nicht, andererseits gibt man dadurch den abgehobenen Wissenschaftler, der den Unwissenden seine Erkenntnisse vorenthält. OK, ich bin zwar kein Astronom, aber dieser ganze Quatsch ist schlicht und einfach – nun ja – Quatsch, Unsinn, Schwachsinn …

Falls sich jemand tatsächlich wegen dieser neuen Weltuntergänge ängstigen sollte – immer daran denken, dass bisher restlos alle Weltuntergänge ausgefallen sind. Und auch die oben beschriebene App zum Weltuntergangscountdown kann zumindest die ärgsten Ängste ein wenig kurieren. Aktuell läuft der Countdown nämlich noch bis zum 25. Juni 2017 – und dann darf man sich gerne an den 5. November 2013 erinnern, denn da lag die App ja auch falsch.





Telekinese live …

7 10 2013

… in einem New Yorker Café:

Ein hübsches und gut gemachtes Werbevideo, insbesondere weil man ja auch den Aufbau der Tricks sieht. Und klar, die Besucher sind geschockt!





Astrologie und Bundestagswahl: Wen wählen die Sterne?

21 09 2013

Gar nicht, muss man sagen, denn „die Sterne“ sind bekanntlich nicht wahlberechtigt. Aber manche Astrologen schauen eben gerne einmal in ihre bunten Horoskopbildchen und versuchen  Aussagen über die Zukunft zu treffen. Bundestagswahlen sind da ein dankbares Prognoseziel, weil es in der Regel nicht allzu viele mögliche Ergebnisse gibt, wenn man eher allgemein die zukünftige Kanzlerschaft oder die Regierungskoalition im Voraus prognostiziert. Und wenn’s dann gestimmt hat, dann kann man brav die Astrologie an sich und die eigene Deutungskunst im Besonderen loben. Wenn nicht findet man in der Standardausrede „die Sterne zwingen nicht …“ oder im Eingeständnis der eigenen, unzureichenden Deutung (etwa so: „… hatte ich den fördernden / negativen Einfluß des Planeten Bethselamin doch etwas unterschätzt, und die eindeutige Wirkung des kommenden Transits von Golgafrincham über die Radixsonne in gradgenauer Opposition zu Oglarun übersehen … „) eine vom gläubigen Publikum gerne angenommene Ausrede. Aber nun los, die vermeintlichen Prognosen wollen protokolliert werden …

Ohne Namen im Impressum schrieb eine Astrologin am 11. Januar 2013 hier über das Wahljahr in Deutschland. Eine echte Prognose ist das allerdings nicht, denn die Angabe eines astrologischen „Siegers“ findet der Leser nicht. Und auch das zwei Tage zuvor gepostete Steinbrück-Horoskop hat außer vielen Allgemeinplätzen nichts zu bieten. OK, Steinbrück soll wohl nicht Kanzler werden, aber das ist auch wieder in einen wunderschönen Konjunktiv mit ganz breiter Hintertür verpackt:

Transit-Jupiter steht in Opposition zu Sonne/Mars/Merkur. Große Worte werden vor der Wahl immer gemacht. Transit-Uranus bildet ein Quadrat zu Merkur. Der Kopf ist voller Ideen, Reform- und Verbesserungsvorschlägen.  Transit-Mars geht über Radix-Saturn und Pluto. Das feuert noch einmal den Macht- und Führungsanspruch an. Die Angelegenehit könnte allerdings verbissen und frustrierend werden, wenn es für Steinbrück nicht rund läuft.

Tja, aber wie wird es denn nun laufen? Sagen die Sterne denn gar nichts?

[…} die Kanzlerin steht in der Gunst der Öffentlichkeit weit vorn. Sie hat den Ruf,  eine souveräne Führungspersönlichkeit zu sein. Viele Wähler halten sie in Umfragen für eine kompetente und mächtige Politikerin. Dennoch ist die Mehrheit der Wähler mit der gegenwärtigen Regierung unzufrieden und wünscht sich insgeheim – Neptun steht im 12. Haus und bildet ein Sextil zum MC –  wenn es nur irgendwie ginge,  eine andere Konstellation. Schwarz-gelb würden die meisten am liebsten abwählen. Der Sonne-Uranus-Aspekt könnte also für Überraschungen im Polit-Theater gut sein.

Aha! „Überraschungen im Polittheater“! Aber welche? Sagen das die Sterne denn nicht? Wenn sie das nicht können, dann lohnt ein Blick doch gar nicht …

Im Blog „starshoch2“ von Kirsten und Manfred Gregor war bereits am 23.Januar 2011 etwas von einer Merkeldämmerung zu lesen. Damals deuteten die Sterne laut den Autoren auf Folgendes hin:

Wenn wir uns daran erinnern, dass Uranus auch Revolutionen beschreiben kann, dann muss man astrologisch festhalten, dass unsere Bundeskanzlerin ihre Kernaufgabe bisher verfehlt hat. Und genau dies ist der Schwachpunkt für den kommenden Wahltermin 2013. Selbst wenn Angela Merkel nach den Umfragetiefs jetzt wieder an Popularität zulegen kann, gerät sie dennoch 2013 unter massiven saturnalen Druck. Eine ähnliche Konstellation ließ 2005 Gerhard Schröder scheitern. Hinzu kommt – der nicht genutzte – Uranus ins Spiel, der urplötzlich die politische Landschaft in Deutschland verändern und die Machtfestung Angela Merkel erschüttern kann. Ich jedenfalls würde nicht auf eine Wiederwahl wetten.

Soll das heißen, dass Merkel nicht wieder gewählt wird? Irgendwie klingt das so.

Aus dem „Feenstadl“ der Astrologin Karin Mayer habe ich mal ihre Prognose kopiert:

fee01Nun ja, die FDP unter 5%, das ist immerhin eine Prognose, die man prüfen kann, aber insgesamt scheinen die Sterne bei den Umfrageergebnissen der letzten Wochen gespickt zu haben. Ob sie jetzt Schwarz/Rot oder Schwarz/Grün aus den Sternen gelesen hat wird nicht so ganz klar.

Auch in diesem Blog gibt es einen astrologischen Artikel zur Bundestagswahl. Auch hier gibt es mal wieder kein Impressum, aber der erstaunlich kurze Text enthält sogar ein paar Aussagen:

Fazit: Die CDU wird stärkste Partei, muss sich allerdings einen neuen Koalitionspartner suchen.

Nun gut, sonst noch was? Aber ja:

Merkur in der Waage bildet ein Trigon zum Wassermann-Aszendent, damit werden auch neuartige Elemente begünstigt, d.h. ich sehe hier sehr gute Chancen für die AfD in den Bundestag gewählt zu werden.

Gute Chancen? Die Sterne raunen mal wieder sehr undeutlich, aber für den/die Autor/in gilt noch der Satz „Wie gesagt, ein Experiment.„, so dass man natürlich gar nicht falsch liegen kann (siehe oben).

Auch in diesem Text wird die Bundestagswahl erwähnt …

Dies ist auch im Hinblick auf die anstehende Bundestagswahl in Deutschland interessant. Im Neumond-Horoskop für die Zeit vom 5.9. bis 5.10. steht Merkur am MC und hebt u.a. die Bereiche Kommunikation, Vermittlung, Information und Wissen hervor. Hierdurch bekommen z. B. Bildungseinrichtungen, das Internet und vor allem die Medien eine besondere Bedeutung.

… aber inhaltlich ist das ja doch sehr armselig. Das gilt auch für den Text hier, aber das ist kein Wunder, denn es ist genau der selbe Quatsch (hier auch). Immerhin wird die Autorin erwähnt: Mona Riegger!

Eine wenig tiefschürfende Erkenntnis zur Bundestagswahl findet sich auch in diesem Beitrag:

Hinsichtlich der bevorstehenden Bundestagswahl in Deutschland dürfte sich das Streben nach Machterhalt oder Machtwechsel in Form sehr großzügiger Versprechungen zeigen — bekanntlich ist Jupiter beim Verkünden solcher Versprechen aber freigiebiger als bei deren Einhaltung.

Es werden also vor der Wahl Versprechungen gemacht – ob man dafür einen Blick in die Sterne gebraucht hätte?

Warum dieser Text mit „Bundestagswahl“ getaggt ist erschließt sich mir nicht, den das Thema kommt dort überhaupt nur in folgendem Satz vor:

Stress, Anspannung wird von Ende August an spürbarer sein, besonders in dieser Vorzeit der Deutschen Bundestagswahl am 22. September 2013. Ein überaus kritischer Monat für eine Wahl.

Und was bedeutet das jetzt? Egal, immerhin hat der Mann noch lustige physikalische Vergleiche im Text, die ich Niemanden vorenthalten möchte:

Die Gravitation auf dem Saturn ist in etwa 91 mal höher als auf der Erde.

Das bedeutet, an der Oberfläche des Saturns beträgt die Gravitationsbeschleunigung 9,0 m/s2, oder etwa 91,8% des Wertes auf der Erdoberfläche.

Ein Objekt, das 1 kg auf Saturn wiegt, würde 91,80 kg auf der Erde wiegen. Übertragen wir dieses Gewicht auf unseren blauen Planeten z.B auf Fußballschuhe, würde sich hier sicherlich kein Fußballer der Welt mehr vom Fleck bewegen können.

Nun ja, das ist natürlich vollkomener Quatsch. Ein wenig googlen bei der ESA hätte genügt um heraus zu finden, dass z.B. das Gewicht auf Saturn nur 1,13 mal so hoch wäre wie auf der Erde …

In diesem Text auf dem Blog zur Uranischen Astrologie (nach Ruth Brummund) wird ein Horoskop „auf den Wahltag am 22.9.2013 um 19 Uhr in Berlin“ gedeutet. Warum gerade dieser Zeitpunkt gewählt wird bleibt im Dunkeln, aber es gibt immerhin eine Art Prognose:

Die Gegenüberstellung zeigt, dass die kosmischen Tendenzen auf die Fortsetzung dieser Regierung bauen.

Aha, die kosmischen Tendenzen bauen also auf irgend etwas – wissen die eigentlich überhaupt davon?

In diesem wirren, von allerlei – auch bräunlich schimmernden – Verschwörungsgeblubber triefenden Artikel steht auch etwas zur Bundestagswahl:

Zur Bundestagswahl möchte ich nicht viel sagen. Es ist damit zu rechnen, daß traditionell gewählt wird (Stiermond am 22.), und daß das Ergebnis für das Volk frustrierend sein dürfte (Mond Opp. Saturn zulaufend). Innerhalb dieses Systems wird wahrscheinlich keine Partei echte Veränderungen durchbringen (auch nicht die AfD), das sollte klar sein. Außerdem ist das Wahlrecht immer noch ungültig, da hilft es auch nicht, wenn die Regierung mehr Stühle in den Bundestag stellt. Nach reiflicher Überlegung habe ich entschieden, das erste Mal in meinem Leben den Wahlzettel durchzustreichen, und oben drüber „ungültiges Wahlgesetz“ zu schreiben. Ich warte darauf, daß das Volk aufsteht – aber das wird wohl erst nächstes Jahr geschehen. Trotz allem, laßt euch die Freude nicht nehmen, denn sie ist der wahre Grund, hier zu sein!

Hier sieht es also für die AfD schlecht aus  – aber was das mit dem ungültigen Wahlrecht soll erschließt sich wohl nur Hardcore-Verschwörungstheoretikern.

Der Astrologe Werner Held darf unter dem Titel Astropsychologie im Internetradio “Kosmos & Psyche” fast 100 Minuten lang zur Bundestagswahl faseln. Der Anfang ist Slapstick pur („ich hör‘ nix“ – aber der Hörer hört), und danach gibt es wirres Astrogeblubber über vergangene Wahlperioden. Erst nach etwa 53 Minuten gibt es eine Aussage zur aktuellen Bundestagswahl (Transskript):

„… die neuen Bundesländer sind ziemlich stark durch das Wiederverinigungshoroskop vom 3.11.1990 bestimmt und da hätte er [Steinbrück] das ganz gut beerben können. Das hätte ich als Chance gesehen -äh – ergriffen; wir werden sehen, ob die Linken – sozusagen – eine wichtige Rolle spielen, das Horoskop der Linken sieht nämlich ziemlich gut aus für die Wahl, während das Horoskop von Peer Steinbrück für die Wahl wohl nicht ganz so optimal aussieht.“

Nach ungefähr einer Stunde folgt die – überraschende – Prognose, dass Merkel wieder Kanzlerin werden wird. danach wird wild weiter geschwurbelt, denn Held lässt auch unpolitische Profanitäten nicht aus (Transskript):

„… Jupiter ist immer das, wo einem der Kosmos sich zuneigt, wo einen eigentlich alle mögen. Man sieht immer wieder, wenn man zum Beispiel Eurovisionssendungen anschaut, und dann die Länder wo dann die Jupiterlinien sind, dann sieht man ganz genau welches Lied dann auch gewinnt, welches Lied dann von allen gemocht wird, die Jupiterlinien sind dann tatschlich immer die Gewinnereinflüsse …“

OK, Herr Held wird hiermit aufgefordert die nächsten zehn Gewinner des Eurovision Song Contest vorherzusagen – die Jupiterlinie wird sein Astrologieprogramm wohl doch locker liefern können. Nachdem Merkels weitere Kanzlerschaft wortreich – und vollkommen sinnfrei – besprochen wird wendet sich Held der FDP zu. Auch hier weiß er nicht so genau was die Sterne denn jetzt aussagen wollen (Transskript):

„… auf jeden Fall ist es so – die FDP hatte die Uranus-Pluto-Quadratur auf dem Jupiter drauf gehabt und da hat’s dann tatsächlich auch deren Chancen verdunkelt. Da sind sie der Sündenbock geworden. Da haben sie ganz schlechte – da waren sie kurz vor der Auflösung. Das heißt, das könnte vielleicht sein, dass der Jupiter entweder MC-Herrscher ist, also um 12:30 Uhr eben, oder eben vielleicht Aszendentenherrscher ist, weil es so doch deutlich mit der karrieristischen Thematik zu tun hat und der allgemeinen Anerkennung, die die FDP immer hat. Es ist ja die Partei der Industrie und der Wirtschaft und so. Jetzt ist es so, dass Pluto da jetzt in der Halbsumme steht zwischen Mars und Uranus, Mars und Jupiter – das ist wie gesagt eine Facette wo die Krise tatsächlich noch Wirkung haben kann oder tatsächlich noch wieder ein Stückchen Macht verleiht. Leider kann man es nicht 100%ig sagen, wie sich die Planeten zeigen, ich denke, es könnte sein, dass die Krise ein Stückchen vorbei ist und die reinkommen …“

Na was denn jetzt? Krise oder Macht? Nun ja, Held hofft darauf, dass die FDP jetzt eine Pause kriegt, aber können ihm das die Sterne nicht sagen???? Weiter sieht Held gute Chancen für die Piraten und ist sich sicher, dass die Linke zulegen wird. Für die AfD sieht er – wegen Jupiter – kaum Chancen auf den Einzug ins Parlament. Danach überascht er noch mit der „Erkenntnis“, dass Merkels Horoskop besser zur SPD als zur CDU passt und dass Merkel nach außen hin „SPD-Politik“ betreibt aber dann doch „knallharte“ CDU-Politik betreibt.

In meiner Lieblings-Astrologie-Zeitung gibt es jetzt auch eine ausführliche – aber wenig mutige und zum Teil widersprüchliche – Wahlprognose. Dort ist zu den einzelnen Parteien folgendes zu lesen:

Die CDU erzielt zwar ein passables Ergebnis, liegt aber deutlich unterhalb des eigenen Erwartungshorizonts. Natürlich darf sich Angela Merkel über das beste Ergebnis aller Parteien freuen, aber mit wem sie regieren kann, wird und muss, bleibt vorerst offen.

Die FDP wird nicht mehr Teil einer zukünftigen Schwarz-Gelben Regierung sein. Da andere Optionen kaum zur Verfügung stehen (mangels Willigen), ist sie also raus aus dem politischen Tagesgeschäft. Sie schafft den Einzug in den Bundestag, spielt da aber nur noch eine Nebenrolle. Und damit ist auch klar – Schwarz-Gelb ist abgewählt, eine Neuauflage findet nicht statt.

Die SPD erzielt ein respektables Ergebnis gemessen am letzten Wahl-Fiasko, aber einen Kanzler Steinbrück wird es nicht geben, somit im Umkehrschluss also auch keine Neuauflage von Rot-Grün.

Kurz und gut: die Stimmungslage bei den Grünen dürfte gemischt sein, alles nicht ganz so schlimm, wie befürchtet, aber leider auch das eigentliche Wahlziel verfehlt, denn Rot-Grün hat definitiv keine eigene Mehrheit, das große Wunder bleibt aus.

Die Linke schneidet überraschend gut ab, ist höchstwahrscheinlich tatsächlich das Zünglein an der Waage, das eine Neuauflage von Schwarz-Gelb verhindert.

Was ist ein „passables Ergebnis“ für die CDU? Wieso soll die FDP nicht mehr Teil einer zukünftigen Schwarz-Gelben Regierung sein, wenn Schwarz-Gelb doch auf die FDP hin deutet? Was ist ein „respektables Ergebnis“ für die SPD? Und wieviel % sind ein „überraschend gutes“ Ergebnis der Linken?

Fazit:

Zumindest die hier zitierten Astrologen und Astrologinnen verharren in – durch die Demoskopie bekannten – Allgemeinplätzen und trauen sich kaum richtig aussagefähige Prognosen für die Bundestagswahl zu stellen. Halbwegs prüfbare Aussagen werden mit dem Konjunktiv abgeschwächt – oder mit fehlenden bzw. unklaren Daten. Aber natürlich werden sich alle (da bin ich sicher) am Sonntag Abend für ihre richtige Prognose feiern lassen (wollen). Als Skeptiker bleibt da nur einfaches Abwarten – und natürlich der eigene Gang zur Wahlurne.





Das ewige Wochenhoroskop

19 09 2013

In der Rubrik „Gesund“ der österreichischen Webpräsenz
Madonna24.at gab
es heute so etwas wie ein immerwährendes Horoskop, und zwar auf
Basis der – jede Woche wiederkehrenden – Wochentage. Irgendwie
sollen Planeten jede Woche wieder den gleichen Tag … … ach
ich zitiere das dann doch lieber
:

In der Astrologie ist jedem
Wochentag ein bestimmter Planet zugeordnet, der ihn prägt und
beeinflusst. Deshalb hat jeder Tag eine eigene Kraft oder Qualität,
die unser Leben Tag für Tag beeinflusst. An einigen Tagen gelingen
Dinge also besonders gut, an anderen wiederum gar
nicht.

Nun ja, dann könnten sich die
Astrologen diese vermeintlich genauen Analysen von Horoskopen ja
eigentlich sparen, wenn doch die Planeten sowieso schon die
Wochentage beeinflussen, aber ehrlich gesagt glaube ich sowieso
nicht, dass dieser Quatsch von irgendwelchen Astrologen stammt.
Aber schauen wir uns die Tage trotzdem mal an (ein wenig kommentiert):
Montag:

Der
Montag gilt als „fruchtbarer“ Tag. Wer einen Babywunsch verspürt,
sollte an diesem Tag „üben“.
(OK, montags gibt’s Sex!!! Zumindest für
die Paare mit Kinderwunsch!)
. Der Mond macht
uns jetzt auch besonders sensibel: Ein guter Tag für gefühlsmäßige
Entscheidungen.
(Ja
klar, wenn’s mit der Fruchtbarkeit geklappt hat gibt’s eventuell
eine „Gefühlsentscheidung“ …)

Dienstag:

Dienstag ist ein Tag
voller Energie. Der perfekte Tag also um mit Sport zu beginnen,
eine Diät zu starten oder für aufregenden Sex.
(Oha, schon wieder Sex!!! Aber dieses
Mal ohne Kinderwunsch!!!)
[…]
Gehalts-Verhandlungen oder Vorstellungsgespräche auf
Dienstag legen.
(…
und wenn der Chef keine Zeit hat?)
Auch die
sexuelle Energie ist dienstags so groß wie nie.
(Und nochmal Sex!!! Heut‘ geht’s
ja!!!)

Mittwoch:

Mittwoch
steht uns der Sinn nach Kommunikation, Gespräche und
Kreativität.
(Also
Quatschen bei feiner Laubsägearbeit?)

Treffen Sie sich auf eine nette Plauderei mit
Freunden.
(… und
reden über Laubsägearbeiten – oder doch über den aufregenden Sex
vom Vorabend???)
Aber Vorsicht: Kein guter
Tag für endgültige Entscheidungen.
(Also heute keine
Heiratsversprechen)

Donnerstag:

Jupiter macht uns
verschwenderisch, wir sind in Geldangelegenheiten
leichtsinnig.
(Oha,
also am Donnerstag Kreditkarten und Portemonnaie
wegsperren!)
Denken Sie vor größeren
Ausgaben lieber zweimal darüber nach.
(… bei kleineren vielleicht
auch?)
Donnerstag ist ideal zum Meditieren
geeignet.
(…
insbesondere über die Frage wie man die Kreditkartenrechnung nach
dem Kaufrausch begleichen kann)

Freitag:

Freitags sind wir in
Sachen Liebe gut unterwegs
(schon wieder Sex???)
– der ideale Tag zum Heiraten (echt? Aber da – oder am Samstag –
heiraten doch fast alle …)
und für alles,
das mit „Bündnissen“ zu tun hat, also auch im Job.

(Aha – unbeweibte Männer und
unbemannte Frauen sollen also – wenn sie schon nicht heiraten – mit
den Kollegen/Kolleginnen einen trinken gehen … … oder verstehe
ich das wieder falsch?)

Samstag:

Der
Samstag kann oft sehr zäh verlaufen.
(na ja, besonders wenn die Folgen der
Getränke des Vorabends auskuriert werden müssen!)

Was wir an einem Samstag anfangen, kann sich oft in die
Länge ziehen.
(z.B.
die Folge von Hochzeiten, wenn sie nicht am Freitag geschlossen
wurden???)
Saturn schenkt uns allerdings
auch Ausdauer und Geduld.
(außer wenn die jeweiligen
Lieblingskicker am Abkacken sind!!!)

Freundschaften und Geschäfte, die Sie an einem Samstag
schließen werden in der Regel gut verlaufen.
(… und außerhalb der
Regel???)

Sonntag:

Den Sonntag sollten Sie
nutzen, um Kraft und Energie zu tanken.
(Sensationell! Ausruhen! Wo man an diesem
Tag doch – normalerweise – nicht arbeiten muss … … wie weise
von den Planeten … … war aber doch die Sonne)

Beschäftigen Sie sich nur angenehmen Dingen, dann können
Sie mit viel Elan in die neue Woche starten.
(Ich hätte da ’ne Idee für angenehme
Dinge, aber man muss ja für Montag und Dienstag Kräfte
sparen)
Auch die Kreativität steigt am
Sonntag an!
(OK, dann
wird eben die Laubsägearbeit vom Mittwoch
beendet)

So einfach sind also die restlichen
Lebenswochen zu planen, wenn man einem unsinnigen Artikel folgen
will. Und natürlich hat das mit Sicherheit nichts, aber auch gar
nichts mit Astrologie zu tun – ob deren Tipps aber sinnvoller sind
möchte ich doch bezweifeln.





Wählen! Jetzt!

1 09 2013

Nein, es geht jetzt nicht um die Bundestagswahl (im Moment dürfte ganz Deutschland auf einem der 5 (!!!) übertragenden Sender das Kandidatenduell Merkel vs. Steinbrück sehen), es geht um eine ganz andere Wahl, für die wirklich illustre Kandidaten zur Verfügung stehen. Gewählt werden soll – bis zum 11. September, 17 Uhr – das Maskottchen der

also auf deutsch: der Gesellschaft zur Rettung häßlicher Tiere. Und wie die Organisatoren – zu recht – schreiben:

The Ugly Animal Preservation Society is dedicated to raising the profile of some of Mother Nature’s more aesthetically challenged children.  The panda gets too much attention.

Eben, man sollte auch die anderen, gefährdeten Tiere unterstützen, auch wenn sie nicht so knufig sind wie ein Panda. Die Abstimmung selbst ist ganz einfach:

Man gehe auf den YouTube-Kanal dieser Organisation, schaue sich die kurzen (< 2:30min) „Bewerbungsvideos“ an und schenke seinem/n Liebling(e) ein „Mag ich“. Wer dann am meisten gemocht wurde, der wird das Maskottchen dieser wunderbaren Aktion. Meine beiden Favoriten sind übrigens der „Blobfish“ ….

… und jener komische Frosch aus dem Titicaca-See (der so hervorragend vorgestellt wird):





Alles Gute zum Start: Das Projekt 137

20 08 2013

137 ist eine durchaus interessante Zahl. Nicht nur weil es eine Primzahl ist, sondern weil diese Zahl – warum auch immer – bei einem interessanten Projekt im Namen vorhanden ist, das ein „Triptychons aus Hörspiel/Blog/O-Ton-Collage“ bilden soll, und auch eine Facebookseite besitzt. Um was es gehen soll steht im Willkommensposting des Blogs:

Projekt 137 bietet Interviews mit Wissenschaftlern, Künstlern und anderen interessanten Persönlichkeiten.

Im weitesten Sinne geht es um dabei um das Spannungsfeld zwischen Materie und Geist.

Die Meta-Frage lautet: Gibt es überhaupt ein Spannungsfeld, oder konstruieren wir es nur?

Projekt 137 liefert keine Antworten, sondern provoziert Fragen. Fragen, die vielleicht zu Denkanstößen führen.

Was es bisher dort gibt ist schon lesens- und hörenswert:

ich bin schon mal gespannt, was hier noch so kommt – und worauf dieses Projekt in der Zukunft so hinausläuft.

Bis dahin danke für die Idee mal wieder Kate Bush zu hören!, Und auch wenn das Original des folgenden Stücks aus dem Jahr 1989 (Ja, damals gab es auch schon Computer!!!!) viel besser ist als diese Version aus dem Jahr 2011, das Video mit Robbie Coltrane rettet die schwächere Musikfassung dann doch einigermaßen …





Ein kurzes Video zum Thema Impfen

10 08 2013

Penn & Teller haben in einer ihrer Bullshit-Folgen die Folgen von Impfen und Nicht-Impfen sehr schön dargestellt:

Mehr gibt es zu diesem Thema wirklich nicht zu sagen!





Krähen vor Gericht

8 08 2013

Die Redensart „Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus“ bedeutet laut dieser Seite über Sprichwörter und Redewendungen unter anderem dass Berufs- und Standesgenossen zusammenhalten und sich nicht gegenseitig Anschwärzen. OK, das kennt man aus dem normalen Leben zur Genüge, gilt aber nicht unbedingt im weitläufigen Feld der Esoterik.

Wie der Kölner Stadtanzeiger berichtete hatte eine „promovierte Lehrerin, die an einer Schule in Brüssel unterrichtet“ einen – natürlich selbst ernannten – Geistheiler verklagt, weil er sie um 27.600 Euro gebracht hätte. Das Pikante an der Sache ist, dass die Klägerin selbst „esoterische Kurse anbietet; sie sollen zu einer „Selbstregulierung aller energetischen Systeme“ führen“; und in Einzelsitzungen auch „Chakren-, Quanten- und Matrixarbeit“ ihren Kunden in Rechnung stellt (ob man über google die Preise für ihre Angebote finden kann verrate ich natürlich nicht). Nun hatte sie mit dem Geistheiler 2009 folgendes vereinbart:

Die vertragliche Vereinbarung umfasste eine Beschwörung der Seelen ihrer verstorbenen Großeltern, Meditation, Reinigungsrituale und ein „Coaching“ mit Wochenendkursen über längere Zeit. Die Hauptziele: Monika G. (43, Name geändert) wollte einen Partner finden und zur Oberstudienrätin befördert werden.

Na ja, wer mit Chakren-, Quanten- und Matrixarbeit seinen Mitmenschen das Geld aus der Tasche zieht, der muss wohl auch glauben, dass die Beschwörung verstorbener Seelen zu Liebesglück und beruflicher Karriere führen. Irgendwann wurde die Dame aber misstrauisch:

Nachdem sie sich von einem Schreiben, in dem der Heiler mehr Honorar dafür forderte, durch „Beten“ aus der Ferne „Blockaden“ aufzulösen, unter Druck gesetzt sah, brach sie den Kontakt ab und schaltete eine Anwältin ein.

Zu diesem Zeitpunkt scheint sie ja immerhin schon die 27.600 Euro bezahlt zu haben – und warum sie jetzt klagte ist irgendwie unklar, denn …

Vor Gericht betonte sie, ihr Problem sei nicht das Ausbleiben einer Beförderung gewesen; das habe ihr erst Luc S. [der Geistheiler] eingeredet. Es bewegte sie immerhin dazu, sich um einen Karrieresprung zu bemühen. Seit gut zwei Jahren ist sie Oberstudienrätin – ohne Zutun des Heilers, betonte sie, es sei ihrer eigenen Initiative geschuldet.

Hier widerspricht sich die Frau irgendwie selbst, denn zum einen wollte sie irgendwie nicht befördert werden, habe sich aber dann darum bemüht, nachdem ihr der Geistheiler das eingeredet hat … … das kommt mir schon reichlich schräg vor. Aber was ist schon nicht schräg wenn man versucht esoterisch motivierten „Argumentationen“ zu folgen?

Ob sie inzwischen einen Partner gefunden hat, darüber sagt der Artikel nichts. Auch hat wohl das vom Geistheiler versprochene Coaching nicht stattgefunden („Die Rückzahlungsansprüche wegen des nicht zustande gekommenen Coachings seien zivilrechtlich zu klären.„). Oberstudienrätin ist sie inzwischen (ob mit oder – viel wahrscheinlicher – ohne des Geistheilers Hilfe ist ja auch egal), aber ihr Geld kriegt sie nicht zurück. Das Gericht folgte zumindest teilweise der Argumentation des Geistheilers:

Die Verteidiger konnten sich auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom Januar 2011 zur Wahrsagerei berufen. Darin heißt es: „Ein Kunde muss für magische Leistungen zahlen, wenn er diese im Bewusstsein darüber erkaufte, dass die Geeignetheit und Tauglichkeit dieser Leistungen zur Erreichung des von ihm gewünschten Erfolgs rational nicht erklärbar ist.“

Leider hat das damalige Urteil des Bundesgerichtshofs (ich hatte es hier kommentiert) nicht zu einer endgültigen Entscheidung geführt, da sich die damaligen Streitkrähen nach der Zurückverweisung durch den Bundesgerichtshof irgendwie außergerichtlich einigten. Die Begründung des Kölner Urteils passt aber irgendwie doch, denn die Klägerin müsste alleine auf Basis ihrer akademischen Ausbildung wissen, dass ihr oben zitierter Vertragsgegenstand absolut irrational ist – und bezahlt hatte sie ja freiwillig. Außerdem zieht sie ihre Kunden ja mit ähnlichem Nonsens über den Tisch, so dass sich mein Mitleid gerade mal vollständig abgemeldet hat, obwohl die Versprechen des Geistheilers meines Erachtens schon vom Prinzip her gegen § 306 BGB verstossen:

Ein auf eine unmögliche Leistung gerichteter Vertrag ist nichtig.

Dummerweise für die Klägerin gilt aber auch § 307 BGB:

(1) Wer bei der Schließung eines Vertrags, der auf eine unmögliche Leistung gerichtet ist, die Unmöglichkeit der Leistung kennt oder kennen muß, ist zum Ersatze des Schadens verpflichtet, den der andere Teil dadurch erleidet, daß er auf die Gültigkeit des Vertrags vertraut, jedoch nicht über den Betrag des Interesses hinaus, welches der andere Teil an der Gültigkeit des Vertrags hat. Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der andere Teil die Unmöglichkeit kennt oder kennen muß.

Der Geistheiler hat offensichtlich dem Gericht klar gemacht, dass er nicht weiß, dass er Unsinn betreibt (und seinen Kunden damit Geld aus der Tasche zieht). Ich bin ja kein Jurist, aber dieses Urteil kann ich gerade in diesem Fall durchaus verstehen.

Mir tun nur die Schüler leid, die sich von dieser Oberstudienrätin in was auch immer belehren beleeren lassen müssen …





Wenn Hanf die Radioaktivität wegschwingen soll …

8 08 2013

… dann ist das natürlich schlicht und einfach hanebüchener BULLSHIT! Zur Zeit gibt es ja wieder so einige Meldungen über Fukushima, da passt es ja ganz gut wenn auf einer Facebookseite folgendes Bild zu sehen ist:

Der Mann, der (vor gut einem Jahr) behauptete so etwas könne ja irgendwie möglich sein, heißt Masaru Emoto und ist einschlägig bekannt, ja er gehört sogar zu den spirituellen Superstars, die vor gut zwei Jahren auf einer Top 100 Liste ausgewiesen wurden. Eigentlich hat er’s ja mehr so mit dem Wasser, von dem er behauptet, es könne „die Einflüsse von Gedanken und Gefühlen aufnehmen und speichern“ (Quelle: Wikipedia). Wie er das „beweist“, dazu kommen wir noch, aber zunächst mal gehts um seinen Senf Hanf zu Fukushima. Meine erste Frage war, hat er das wirklich so gesagt? Und wenn man den Untertiteln in folgendem Video glauben darf, dann lautet die Antwort uneingeschränkt „Ja“:

Nochmal zum mitlesen (ab 03:27min):

As a Hado researcher I made the following suggestion to Fukushima prefecture. It is the suggestion to plant a lot of hemp in the land of Fukushima. The plant, hemp, is prohibited in almost all places in the world, but I am supporting the movement for hemp to revive. Hemp has high frequency, and by its vibration, I think it has the effect and potentiality to purify the contaminated environment made by the radiation. Presently, the figure of Bequerel seems to be high, so I am very interested in it. I believe that the hemp fields will bring the eradication effect. The only concern is that Japanese government doesn’t show their interest or understandings. They would say that it’s outrageous and so we can be sometimes suppressed. So I would like to cooperate with people around the world who truly understand hemp and who know that „Hemp is nothing like that“, so we can advocate together the movement of hemp revival globally. 

Nun ja, ich kann nicht beurteilen, ob das Japanische richtig übersetzt wurde, aber wenn doch, dann scheint sich der Herr „Dr.“ Emoto (der Dr. stammt von einer indischen Titelmühle, das nur für die, die Links zu Psiram nicht anklicken mögen) nun an die Hanffreunde ranwanzen zu wollen. Er will also mit Leuten kooperieren, die den Hanf wirklich verstehen und mithelfen, dass Hanf wieder „richtig verstanden“ wird. Ob die aber tatsächlich auf die Frequenzen des Hanf abfahren und seine Schwingungen? Nicht vielleicht doch eher darauf, dass diese alte Kulturpflanze vielfältig verwendet werden kann und neben ihrer berauschenden Drogenwirkung als Faser- Heil- und Ölpflanze Verwendung findet (Quelle: Wikipedia)? Erwartet er, dass ihm jetzt die Hanffreunde weltweit die Füße küssen? Oder dass ihn die Freunde eines lässigen Joints jetzt als einen der ihren betrachten? Moment – würden die Jointfreunde überhaupt das Zeugs aus Fukushima rauchen wollen? Ja, ich weiß – die Reduzierung auf Hanf als Droge ist eine Verkürzung der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten dieser Pflanze.  Aber dass diese Pflanze in der Lage wäre mit Hilfe ihrer „hohen Frequenz“ (welcher Art ist diese Frequenz? Frequenz ist das Mass einer Schwingung: was schwingt denn da????) und ihren Schwingungen (nochmal: was schwingt denn da???) die Radioaktivität in der Umgebung von Fukushima zu heilen das dürften auch die treuesten Hanffreunde nicht glauben wollen.

Emoto sollte doch lieber bei seinem angestammten Thema bleiben, bei der Beeinflußung des Wassers mit“Gedanken und Gefühlen„, oder auch mit Musik oder aufgeklebten Zetteln. Er behauptet sinngemäß, dass durch das Bekleben eines wassergefüllten Gefässes mit dem Wort „Liebe“ beim Trocknen viel schönere Kristalle entstehen, als wenn man das Gefäss mit dem Wort „Hitler“ beklebt. Oder wenn man dem Gefäß diese guten bzw. bösen Worte sagt, oder das Gefäß einfach andenkt … … wobei ich mich frage, ob das Wasser auch vor 200 Jahren beim Namen „Hitler“ schon kristallmäßig zusammengezuckt wäre … … wie dem auch sei, ich kann Emoto so oder so nicht unbedingt sympathisch finden. Hat er nicht recht (was wahrscheinlich ist, da seine „Experimente“ noch von niemandem nachgestellt werden konnten – er selbst spricht bisweilen bei bohrenden Nachfragen ja auch irgendwie von „Kunst“ … … immerhin, die Kristallbilder sind ja auch nicht unschön), dann veralbert er seine Fans, hat er Recht, dann foltert er bisweilen das gefühlvolle Wasser mit bösen Worten, und das könnte den Zorn des Wassers erregen und irgendwann ganz böse enden:

Emoto

(Quelle: http://grafikpolizei.wordpress.com/2013/07/04/neulich-in-emotos-wasserlabor/)

Beim Hanfanbau dürfte ihm solcherlei Gefahren nicht drohen, aber muss er das wirklich unbedingt  in Fukushima machen?





Und wieder mal am Mittwoch: Lesebefehle! Folge 5: Ein dreifaches A (Aluminium, Aargks und Apothekenzeugs)

7 08 2013

Vor einigen Wochen bin ich abends beim Zappen in eine vermeintliche Dokumentation hineingerutscht, die mich nach wenigen Minuten kopfschüttelnd weiter schalten liess. Es ging irgendwie um Aluminium und darum, dass dieses Zeugs sooooo gefährlich wäre. Für seinen Blog Nachdenken … bitte hat Stephan Angene die Behauptungen dieser vermeintlichen Dokumentation des einschlägig bekannten „Journalisten“ Bert Ehgartner mit wissenschaftlichen Argumenten sauber zerlegt (… und wurde vom GWUP-Blog als Gastbeitrag geadelt).

Angst essen Verstand auf, oder „Die Akte Aluminium“ von Bert Ehgartner

Seit dem 10. Mai gibt es einen Blog, der gleich zu Beginn mit sehr guten Beiträgen reüssierte. Insbesondere die dreiteilige Reihe (Teil 1, Teil 2 und Teil 3) zur Unterscheidung von Skeptikern und Pseudo-Skeptikern ist hervorragend, und seine Schwurbeleisuche in den Wahlprogrammen verschiedener Parteien sehr unterhaltsam. Auf jeden Fall ein Blog, den ich in meine Blogroll aufnehmen muss:

aargks

Claudia Graneis studiert Pharmazie und hat schon auf der letzten GWUP-Konferenz einen tollen Vortrag gehalten.  In ihrem Blog cloudpharming berichtet sie jetzt über ihre neue Undercover-Aktionen als Praktikantin in einer auf TCM () spezialisierten Apotheke. Nach der Einleitung unter dem Titel „Ein Monat in Absurdistan“ geht es im ersten Teil um das spannende Thema

Schwanger werden mit Fledermauskot

Auf die folgenden Teile dieser Serie bin ich jetzt schon gespannt …

Update: … und schon geht die Serie, reich bebildert, weiter: „Batshit crazy