Meine App hat den Weltuntergang verschoben!

21 12 2012

Tja, der Weltuntergang – jetzt ist er also wieder einmal nicht in vollem Gange, auch wenn einige Witzbolde mit Photoshop Bilder wie dieses zusammenbasteln:

(gefunden bei StreetArt Germany)

Noch obskurer war das Verhalten meiner Weltuntergangsapp auf meinem Smartphone. Installiert hatte ich diese Gag-App schon vor langer Zeit …

app

… und sie zählte auch brav die Zeit bis zum 21.12.2012, 00:00 Uhr herunter. Um Mitternacht gab es dann ein kleines Katastrophenfilmchen – und ich war natürlich gespannt, was die App anzeigen würde, nachdem der Countdown auf Null war. Und ich bin wirklich überrascht, denn so sah die App heute (21.12.2012) um 15:18:42 aus:

21122012008

Sie zählt also erneut einen Weltuntergangscountdown – dieses Mal bis zum 5. November 2013. Woher dieses Datum kommt? Egal, wahrscheinlich irgendwie ausgewürfelt, oder der Geburtstag des App-Programmierers oder seines Goldhamsters oder … … interessiert das irgendwen?

Dass dieses Datum keine ähnliche Berühmtheit erlangen wird wie das nicht stattfindende Ende des Maya-Kalenders ist sowieso klar. Das Datum ist nämlich ganz doof: Wann soll man denn Weltuntergangspartys veranstalten, wenn die Welt an einem Dienstag untergeht?





Der Weltuntergang in Bildern – eine Vorschau

18 12 2012

Beginnen wir mit dem Wetter. Wie es einem Weltuntergang geziemt wird es heiß, sehr heiß sogar – und danach fällt das Wetter erst mal aus:

(Quelle: The Richard Dawkins Foundation for Reason and Science)

… und zwar überall:

Foto: This week's weather forecast.

(Quelle:??? gefunden hab‘ ichs dort)

Blöd ist das für all die, die auf eine andere Art von Weltuntergang gesetzt haben:

Mist, der schöne Cartoon ist weg ... ... Noah baut 'ne Arche um den Weltuntergang zu entkommen - aber die wird von einem Meteoriten zerstört ...

(Quelle: http://www.facebook.com/atheism.unleashed)

Bis dahin dürfen die letzten Türchen geöffnet …

(Quelle: Sheng Fui – wo sonst?)

… und noch ein paar Mal Bullshitbingo zum Weltuntergang gepielt werden:

(Quelle: Sheng Fui – noch einmal muss mein charismatischer Sektenführer mit dem Faible für Basmatitee ran)

Bis dann der große Tag mit seinem vollen Programm beginnt:

(Quelle: Hmm, gefunden hab ich’s hier )

Nach der Abreise der Mayas kann man sich den Rest (Fußball, Engel) ja eigentlich sparen und stattdessen eine der vielen Weltuntergangsparties besuchen. Die Bilder davon gibts dann im nächsten Leben … … nach dem das Folgende passiert:

(Quelle: gefunden bei All science, all the time)





Lesebefehl (1): Religiöses Gargglblafrz im Deutschlandradio

16 12 2012

Wenn ich schon nicht den Arsch hoch kriege um eigene Blogartikel zu schreiben, so werde ich ab jetzt einfach mal öfters geniale Artikel empfehlen. Solche, die ich gerne selbst geschrieben hätte, wenn ich denn in der Lage dazu gewesen wäre. Im heutigen Lesebefehl geht es um diesen Blogartikel:

Religiöses Gargglblafrz im Deutschlandradio

Herrlich! Danke!





Der Vesuv brach nicht aus und den Euro gibt es noch (mit Quellen und Outtakes)

13 12 2012

Jetzt ist er wieder online, der alljährliche Prognosenrückblick der GWUP, und wie seit einigen Jahren gewohnt gibt es hier die Quellenhinweise und ein paar Outtakes.

Die Überschrift war nicht erste Wahl, aber meinen Favoriten „Die UFOs kamen nicht zu Olympia“ konnte ich leider nicht verwenden, da ich ihn nicht mehr mit dem damals verfügbaren Youtube-Video  belegen kann. Schade eigentlich, denn die UFOs sollten zunächst zur Olympiade, später dann zu den Paralympics erscheinen. Dann mussten eben zwei andere Prognosen in die Überschrift. Der erste Abschnitt ist wie gewohnt recht allgemein gehalten:

 Der Euro abgeschafft, der Vesuv ausgebrochen, die Olympischen Spiele in London von Terroranschlägen überschattet – die Jahresrückblicke 2012 würden anders ausfallen, wenn die Prognosen von Astrologen, Hellsehern und Wahrsagern tatsächlich eingetroffen wären. Aber auch in diesem Jahr versagten die selbst ernannten Propheten auf ganzer Linie, wie die alljährliche Auswertung solcher Prognosen durch die „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP)“ zeigt.

 Die Quellen zu Vesuv und Euro folgen gleich, die Quelle zu zumindest einem Attentat während der Olympischen Spiele in London ist noch online verfügbar, trägt aber jetzt den Titel „Sorry for this video: I don’t know the date… (don’t watch this video anymore)“.

 Für die absurdesten Prognosen des Jahres 2012 sorgte wieder einmal das kanadische Medium Nikki Pezaro: Vögel, die am Jahresende Menschen angreifen sollten, auftauchende Tiefseemonster, der Fund des heiligen Grals – auch 2012 schienen einige ihrer über 200 Prognosen eher aus einem Hollywooddrehbuch stammen. Immerhin stand sie mit ihrer Prognose, dass der Vesuv ausbrechen würde, nicht ganz alleine: Auch ihr Kollege Blair Robertson wagte eine ähnliche Voraussage. Noch schlimmer sollte es bei Kurt Allgeier kommen, denn er erwartete Ende Juni und Mitte Juli Naturkatastrophen, „die wohl sogar noch heftiger sein werden, als wir sie zuletzt erlebt haben“. Seine Kollegin Susanne Eder hatte ebenfalls für Mitte Juli „Bombenattentate, Terroranschläge, Flugzeugunfälle und andere Katastrophen“ im Angebot. Für den Mainzer Mathematiker Michael Kunkel, der seit Jahren diese Prophezeiungen sammelt und auswertet, sind solche Schwarzsehereien nicht überraschend: „Traditionell werden für die Zukunft immer Katastrophen aller Art vorausgesagt, die in den letzten Jahren um dramatische Schilderungen der Folgen wirtschaftlicher Krisen ergänzt wurden.“ So prophezeite die Wiener Hellseherin Rosalinde Haller für 2012 das Ende von EU und Euro, Christiane Durer sah eine Währungsreform, den „kompletten Zusammenbruch des derzeitigen Wirtschafts- und Finanzsystems“ sowie das Zerbrechen der Euro-Zone voraus und Thomas Ritter las in altindischen Palmblätter von Aufständen und Plünderungen in verschiedenen europäischen Hauptstädten, denen in Rom schließlich auch der Papst zum Opfer fallen sollte.

Die Links zu Nikki Pezaro und Blair Robertson hatte ich schon hiergepostet. Das ins weiße Haus stürzende Flugzeug habe ich aber ebenso draußen gelassen wie Blair Robertsons Prognose der Abwahl Obamas. Interessant ist hier nur, dass Robertson bei seiner Prognose blieb, auch als die Meinungsumfragen kurz vor der Wahl Obama dann doch eine Favoritenrolle zugestanden. Christiane Durer und Rosalinde Halle hatte ich auch bereits hier gewürdigt, die kurz- und schmerzlose Europrognose von Frau Haller lautete: 2012 Ende Euro/EU. Thomas Ritters Unsinn ist noch immer hier zu finden (… und in meinem Lieblingswebarchiv, allerdings ohne Sonderzeichen). Ritter dürfte im Moment übrigens unterwegs sein, denn er wollte ja eigentlich am 12.12.2012 an einem „Zeitreiseexperiment“ in Australien teilnehmen und nachher mit seinem Kristallschädel zu den Mayas fahren. Dummerweise ist ihm das gute Stück aber vor einigen Monaten zu Boden gefallen und hat heftig gelitten

Angesichts der vielen Katastrophenprognosen kann man sich fragen, ob es wirklich noch eines Weltuntergangs bedarf, den manche auf den 21. Dezember dieses Jahres berechnet haben wollen. Über das, was zu diesem vermeintlichen Ende des Maya-Kalenders passieren soll, herrscht allerdings keinerlei Einigkeit. Einmal soll ein Planet sich der Erde nähern oder gar mit ihr kollidieren, ein anderes Mal soll die Erde von einem ominösen „Synchronisationsstrahl“ getroffen werden, wieder andere erwarten eine Umpolung des Erdmagnetfelds (Polsprung) – jeweils mit dramatischen und katastrophalen Folgen. „Die zu diesem Termin seit Jahren kursierenden Mutmaßungen sind allesamt hanebüchener Unsinn,“ so Kunkel, der sich darüber ärgert, dass mit solchen Voraussagen bei Leichtgläubigen und insbesondere auch bei Jugendlichen Angst verbreitet wird. „Rudimentäre Kenntnisse der Astronomie reichen, um viele der für dieses Datum behaupteten Besonderheiten zu widerlegen.“

Klar, hier muss als Quelle Florians Blog her. Vielen Dank für seine nimmermüde Aufklärungsarbeit! Auch die GWUP hat seit einigen Tagen eine Sonderseite zum Thema eingerichtet, auf der man auch eigene Weltuntergangspartys registrieren kann. Diese Weltuntergangsprognose aus Australien habe ich für die Pressemeldung unterschlagen.

Die Fußball-EM stand erstaunlich selten im Fokus der Wahrsager und Hellseher hierzulande. Frau Hallers Prognose eines Ausscheidens der deutschen Mannschaft in der Vorrunde war zwar daneben, aber immerhin lag sie bei den restlichen Viertelfinalisten richtig. Ein Erfolg der Hellseherin? Kunkel relativiert: „Wer nach einer langen Liste von Fehlprognosen einmal halbwegs richtig liegt, kann nicht von sich behaupten, in die Zukunft sehen zu können“. Die meisten Sterndeuter hielten sich aber von prüfbaren Prognosen zur EM völlig fern, prognostizierten bestenfalls Ungefähres von Spiel zu Spiel oder ließen sich zu der (falschen) Aussage hinreißen, dass der Sieger des zweiten Halbfinalspiels auch Europameister werden würde. Statt Astrologen und Hellsehern wurden lieber Tiere nach dem Ausgang der Spiele der deutschen Nationalelf gefragt, und allein wegen der Menge an Orakeltieren hätte man mit einem tierischen Superorakel à la Krake Paul rechnen können. Affen, Schnecken, Hamster, Hunde, Katzen, Schweine, Elefanten, Tiger, Schildkröten – die Liste der von Zeitungen, Radiosendern, Firmen oder Privatpersonen (meist via Youtube) ins Rennen geschickten Tiere war lang, und mit der im Vorjahr durch ihre monatelange Flucht vor dem Schlachter bekannt gewordenen Kuh Yvonne war sogar tierische Prominenz am Start. Nach dem Halbfinale gab es allerdings kein einziges Tier mehr, das bei allen Spielen richtig gelegen hatte …

Die astrologische Prognose wegen des Siegers des zweiten Halbfinalspiels findet sich hier, und ich hatte noch ein paar andere Astrologen erwähnt, auch Rosalinde Hallers Prognose. Zu den Tieren hatte ich wochenlang im Blog die jeweils aktuellen Entwicklungen beschrieben – nachzulesen über diesen Link.

Immerhin gibt es auch einen Treffer zu verzeichnen. Seit der Hochzeit von Prinz William mit Kate Middleton wird in der Regenbogenpresse über eine baldige Schwangerschaft im britischen Königshaus spekuliert, und vor wenigen Tagen meldeten die Agenturen, dass Kate tatsächlich schwanger ist. Dies hatten unter anderem Blair Robertson und Nikki Pezaro für 2012 sowie Nikki Pezaro und die Kartenlegerin Casia Cheyenne bereits für 2011 vorausgesagt, aber hätte es zu dieser Prognose wirklich eines Hellsehers oder Astrologen bedurft? Bis zur Niederkunft kann nun noch über das Geschlecht des Kindes spekuliert werden – hier gíbt es immerhin eine Erfolgschance von 50%. Unklar ist noch, ob sich Rosalinde Haller hier wieder eine Voraussage zutraut, denn bei Victoria von Schweden lag sie mit ihrer Prognose „Es wird ein Bub“ daneben.

Frau Hallers Prognose zum falschen Geschlecht des Schwedenbabys hatte ich schon hier gewürdigt (der Link oben gilt auch hier). Die Frau hat ja auch noch eine richtige Prognose abgegeben, denn sie hat tasächlich den britischen Thronerben für 2013 vorausgesagt. Die anderen Prognosen sind in obigen Links zu finden, bzw. in den Prognosen zu den Vorjahren.

Ob sich die Astrologen, Hellseher und Wahrsager 2013 etwas mehr anstrengen? Einen Anreiz dafür hätten sie, denn mehrere europäische Skeptikerorganisationen bieten bis zum 30. September 2013 einen Preis in Höhe von einer Million Euro für denjenigen, der ein paranormales Phänomen wie Hellsehen unter kontrollierten, wissenschaftlichen Bedingungen belegen kann. Die bereits vorliegenden Prognosen haben laut Kunkel allerdings keine Chance: „Bisher gibt es für 2013 nur die üblichen, schwammigen Katastrophenprognosen – wenn da nicht mehr kommt, können zumindest die selbst ernannten Propheten die Million nicht gewinnen.“

Hier fehlt natürlich noch ein Link zur Euromillion, den die gibt es tatsächlich – allerdings nur bis Ende September 2013.

Leider habe ich eines nicht unterbringen können:

Meine Lieblingsweissagung für 2012 …

…  von meinem (charismatischen) Lieblings-Sektenführer und Autor des herrlichen Sheng-Fui-Buches, die er im Dezember 2011 auf facebook veröffentlichte:

Es ist zu erwarten, dass bei übermäßiger Anwendung der Udo-Jürgens-Regel in diesem Zusammenhang auf einigen Hüften mit katastrophalen Zunahmis zu rechnen ist. (Dank an Herrn D. für die Zunahmis!)

Diese Prognose kann man natürlich gerne ins nächste Jahr fortschreiben, denn das machen die selbst ernannten Propheten bei ihren Katastrophen ja auch …

Und wie immer die Bitte: Wer eine Prognose findet, egal wo, bitte kurze Nachricht an mich – ich sammele nämlich weiter (… wie man an meinem letzten Blogbeitrag ja auch sehen kann).





Das Jahr 2013 naht …

12 12 2012

… und damit auch die neue Prognosensammelrunde. Ja, ich weiß, in den letzten Wochen war hier im Blog fast gar nichts los (das hatte seine Gründe – so stand zum beispiel ein Umzug an …), aber das wird sich in den nächsten Tagen ändern. Bevor die Rückschau für 2012 veröffentlich wird kann ich schon die ersten Prognosen für 2013 präsentieren, denn einige „alte Bekannte“ haben sich bereits zum folgenden Jahr geäußert. Klar ist damit auch, dass der von einigen Verstörten angekündigte Weltuntergang wegen dem vermeintlichen Ende des Maya-Kalenders wohl ausfallen  muss, wenn die selbst ernannten Propheten schon für 2013 prognostizieren (wer’s genauer wissen wil, der lese die zig Artikel zum Thema bei Florian Freistetter!!!).

Natürlich geht von den ersten fünf Kandidaten für die Rückschau 2013 niemand auf die eigenen Fehlprognosen aus dem Vorjahr ein. Wie sagte doch Ignazio Silone so schön:

Der Ruhm vieler Propheten beruht auf dem schlechten Gedächtnis ihrer Zuhörer.

Wenn aber die Autoren solcher Prognosendem Gedächtnis ihrer Zuhörer nicht auf die Sprünge helfen wollen, dann mache ich das eben wieder.

So vermeidet Palmblattspezi Thomas Ritter in seiner Dreijahresvorschau jede Erwähnung des Papstes –  denn der hätte ja bereits 2012 von einem wütenden Plünderermob im Rahmen der für Italien prognostiezierten blutigen Aufstände getötet werden sollen. Aber auch so hat er wieder allerlei Schwachsinn im Köcher, zum Beispiel mit diesem Katastrophenrundumschlag:

Mutter Erde wehrt sich gegen ihren Missbrauch – Vulkanausbrüche, Erdbeben, aber auch Wirbelstürme, Starkregen, verbunden mit ausgedehnten Überschwemmungen und plötzlichen, intensiven Hitzwellen werden vermehrt auftreten, vor allem in Regionen, die bislang bereits von diesen Katastrophen betroffen waren. Besonders in der zweiten Hälfte des Monats März 2013 sowie zwischen der dritten Woche des Monats August und der ersten Woche des Monats September 2013 und dann noch einmal zwischen der dritten Dezemberwoche 2013 und der ersten Januarwoche 2014 ist mit Terroranschlägen, Störungen in der Energieversorgung und großen Risiken in der Finanzwelt zu rechnen.

Dazu kommt noch sein Lieblingsthema: die blutigen Aufstände allenthalben:

In den europäischen Metropolen wird es Aufstände geben, die sich zum großen Teil auch gegen dort ansässige Ausländer richten werden. Besonders blutige Kämpfe werden sich in Paris und Rom, aber auch in Madrid, London, Prag und Budapest abspielen.

Ansonsten ist der Mann dieses Mal erstaunlich optimitistisch und hat sogar positive Aussichten im Köcher:

Mit ehrlicher Arbeit ( in der sog. „Realwirtschaft“ – Anm. Thomas Ritter) wird sich wieder besseres Geld verdienen lassen, da diese Tätigkeiten dem Volke dienen. Eine langsame, dafür aber langfristige wirtschaftliche Erholung vor allem in Zentraleuropa zeichnet sich ab.

… wenn auch nicht für alle:

Im Süden, Südosten und äußerstem Westen Europas hingegen verschlechtern sich die Lebensbedingungen der Menschen weiter.

Insgesamt erscheint das Ganze ein wenig wirr, weil einerseits wirds positiv, andererseits wieder nicht, denn:

In Deutschland und Österreich wird es vor allem 2013 und 2014 viele Arbeitslose geben. Den Menschen wird es sehr schwer fallen, ihren gewohnten Lebensstandard zu erhalten.

Irgendwie kann sich der Palmblattspezialist und Besitzer eines beschädigten Kristallschädels nicht so richtig entscheiden

Auch laut Susanne Eder erwartet uns ein ausnehmend positives Jahr …

Mit ehrlicher Arbeit, egal, ob als Handwerker, Buchhalter oder Topmanager wird man auf jeden Fall gut verdienen können, denn diese Tätigkeiten dienen der Masse (dem Volk) und das möchte Pluto im Steinbock ja bewirken. Die Wirtschaft wird sich endlich wieder erholen und durch die Krisen der vergangenen Jahre haben sich vermutlich neue Geschäftszweige entwickelt, die jetzt aufblühen.

Das klingt ja fast so, als hätten die beiden voneinander abgeschrieben … … aber wer von wem? Und von Katastrophen sollen wir natürlich trotzdem nicht verschont bleiben:

Pluto und Uranus bilden das ganze Jahr über ein Quadrat, das zeigt an, dass Vulkanausbrüche, Erdbeben, Flugzeugabstürze, Terroranschläge, Probleme mit Atomkraftwerken, Finanzkrisen etc. vermehrt auftreten werden. Besonders zu jenen Zeiten, wo Mars einen Spannungsaspekt zu diesem Quadrat macht, kann es zu gefährlichen Situationen kommen!
16. März bis 10. April 2013, von 20. Juli bis 7. August 2013 und dann nochmals von 20.Dezember 2013 bis 10. Jänner 2014 der Fall.
Zu diesen Zeiten sollte man sich nicht in Krisenregionen begeben und wenn man sich schon dort aufhalten muss, alle Warnungen ernst nehmen und bitte nichts riskieren!

Auch hier: Erstaunliche Übereinstimmungen sogar in den angegebenen Zeiträumen. Ob hier die große Schwurbifex-Verschwörung im Gange ist?

Bei dem Schweizer Peter Schmid geht es weniger dramatisch, dafür aber viel schwammiger zu. Neben längeren Elaboraten, die viel weiter in die Zukunft führen sollen (was das in einem Text über 2013 zu suchen hat bleibt sein Geheimnis) kommen dann Textfragmente wie diese:

AB April 2013 steht Uranus zudem bis über das Jahresende hinaus im Quadrat zu Pluto. Ein besonderer Hinweis auf Massenunruhen. Ruhiger und einfacher wird es auch dieser Jahr kaum. Mächtige werden zittern und teilweise auch schon mal den totalen Sturz erleben. Aber ebenso dramatisch werden viele Menschen der untersten Einkommensschichten an den Fehlern der Mächtigen zu leiden haben.

Viele der Geschichten im Zusammenhang mit Geld und Macht werden auch dieses Jahr weitergehen. Zu erwarten ist dabei aber eher eine Zuspitzung als eine Beruhigung. Die Welt steht im Wandel und es ist ein sehr umfassender Wandel, der leider nicht überall harmonisch ablaufen wird.

Wird Zeit wieder ‚mal meinen Lieblingsastrologielink loszuwerden, denn der bietet Gehaltvolleres: Gnampf!
Bei Siebelt Meyer, dem laut eigener Aussageweltweit anerkannten Experten der Vedischen Parashara Astrologie„, soll 2013 natürlich auch schlimm werden (… oder eben nicht):

Wenn die Menschen das derzeitige Erwachen der evolutionären Kraft der Natur, d.h. die Chancen, die in den obigen Abschnitten beschrieben wurden, nicht nutzen, dann wird 2013 ein Katastrophenjahr, das sich tief in das Menschheitsgedächtnis eingraben wird. Katastrophen außerhalb unserer Vorstellungskraft, Kriege und geologische Veränderungen würden dann viel Leben kosten. Wirtschaft, Politik und Finanzwelt, Energieversorgung, Kommunikation und Ernährung würden stark betroffen sein. Es wird Menschen geben, die am Anfang selbst aus den Katastrophen noch Gewinn ziehen, aber am Ende werden sie alles verlieren.

Tja, so schwarz kann man sehen …

Der österreichische Hellseher Johannes Höber hat seine Seite zwar seit einem Jahr nicht mehr verändert, aber schon damals gab es eine Vorhersage für 2013:

2013 wird Italien und Griechenland von der EU ausscheiden.

OK, ob man jemanden glauben sollte, der für 2012 prophezeit hat, dass Israel den Iran angreifen wird?

So, der Anfang der 2013er-Sammlung ist gemacht. Drei Astrologen, ein Hellseher und der hanebüchene Palmblattleser sind abgespeichert. Irgendetwas Besonderes ist zwar noch nicht dabei, aber es fehlen ja auch noch ein paar der bekannten Oberschwurbler und Oberschwurblerinnen. Was macht eigentlich Nikki Pezaro????





Zuhören! Claudia erklärt die Homöopathie …

21 11 2012

Ohne Kommentar:





Irreführende Werbung – live, on stage!

1 11 2012

Vor gut einem Monat hat das OLG (für Laien: Oberlandesgricht) Karlsruhe entschieden, dass bestimmte Werbeaussagen auf einer bestimmten Webseite, die hoch esoterische Produkte anbietet, gegen das Heilmittelwerbegesetz verstoßen. Die genauen Begründungen kann man hier oder hier oder da im Detail nachlesen. Was war passiert? Es gab eine Klage gegen die Aussagen dieser Webseite, und in zweiter Instanz wurde entschieden, dass diese Klage rechtens war. Seiten wie diese oder diese oder diese oder diese oder diese oder diese dürften also gar nicht mehr online sein. Sind sie aber, auch einen Monat nach dem Urteil! Ich habe den Kläger informiert, das der Unsinn immer noch im Netz zu finden ist – mal sehen wann die Esofuzzies sich an die deutsche Rechtsprechung halten …
(natürlich habe ich – wie üblich – das Ganze auf WebCite archiviert)





Die Techniker Krankenkasse desinformiert ihre Kunden

19 10 2012

Acht Millionen Versicherte hat die Techniker Krankenkasse und ist damit die zweitgrößte Krankenkasse in Deutschland. Aktuell kann man sich dort eine Broschüre herunterladen in der es vermeintlich um „Mensch und Natur“ geht – beim Lesen entpupppt sich das Ganze als profane Werbung für allerlei Scharlatanverfahren aus dem weiten Feld der sogenannten Alternativ- oder Komplementärmedizin. Wenn die TK damit ihre Kunden informieren wollte, dann wurde dieses Ziel gnadenlos verfehlt.

Das fängt schon mal damit an, dass die Broschüre schon im Vorwort 3 mal den völlig unsinnigen Begriff „Schulmedizin“ (Huch, mein Tablet kennt den in der Wortvervollständigung auch!) verwendet. Aber ok, auch wenn dieser Begriff negativ konnotiert ist (weil Medizindie Lehre von der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Krankheiten und Verletzungen bei Menschen und Tieren“ ist – und was braucht man mehr?), sehen wir mal darüber weg und lesen was sonst noch in diesem Werk zur Kundeninformation steht. 64 Seiten wollen ja befüllt sein …

Nach dem Vorwort geht es zunächst um die „innere Uhr“ (Seite 4-11)  und die Ernährung (Seite 12-23) – beides Themen, bei denen besser informierte Personen gerne Kritik üben können (Kritik kann ja auch positiv sein), ich kenne mich da nicht so aus. Auf Seite 24 beginnt dann der Teil mit dem Titel „Natürlich gesund werden“ – und da rollen sich mir mehrfach die Fußnägel auf. Dabei beginnt es noch ganz harmlos, und auf Seite 27 findet sich tatsächlich ein Abschnitt mit dem Motto „Kritisch prüfen„. Dabei findet sich auch folgender Text:

Vorsicht ist geboten, wenn die Beschwerden trotz Behandlung anhalten oder sich verschlechtern. Es kommt leider immer noch zu oft vor, dass wichtige medizinische Maßnah-men verzögert werden, nur weil zu lange gewartet wird. Gehen Sie rechtzeitig zum Arzt.

Komisch, dass auf Seite 34 bei der Lobhudelei zur Homöopathie etwas ganz anderes steht:

Anfangs können sich dabei die Beschwerden zunächst verschlimmern, […]

Äh, was jetzt? Soll man dann zum Arzt gehen? Oder abwarten? Bei der Homöopathie finden sich eh wunderbare Aussagen, z.B. diese (Seite 35):

Mit jeder Stufe der „Potenzierung“ wird das Mittel stärker verdünnt und dadurch in der Vorstellung der Vertreter der Homöopathie immer wirksamer – ein scheinbares Paradoxon, das die Homöopathie auszeichnet.

Das ist kein scheinbares Paradoxon, sondern schlicht und einfach Unsinn. Das ist keine „Auszeichnung“, sondern ein Beleg dafür, dass es sich bei der Homöopathie um ein Denkgebäude handelt, das einfach unseren heutigen, vielfach bestätigten, wissenschaftlichen Erkenntnissen widerspricht. Diese „Vorstellung der Vertreter der Homöopathie“ erweist sich eben als falsch! Es ist schon eine erstaunliche Folgerung, dass man die Tatsache, dass dieser Unsinn  jeder wissenschaftlichen Erkenntnis widerspricht, als „Auszeichnung“ darstellt.

Aber es gibt noch mehr Ungereimtheiten in diesem Pamphlet. Während ganz allgemein auf Seite 25 das hohe Lied der Koexistenz beider Richtungen gesungen wird …

Aus der streng abgegrenzten „Alternativmedizin“ hat sich heute mehr und mehr eine ergänzende „Komplementärmedizin“ entwickelt, die gleichzeitig eingesetzt wird. Und das entspricht den Bedürfnissen der meisten Menschen: Über zwei Drittel der Bevölkerung wünschen sich, dass Naturheilkunde und Schulmedizin zukünftig Hand in Hand arbeiten. So kann die konventionelle Medizin die Krankheit behandeln, während gleichzeitig die Naturheilkunde die Selbstheilungskräfte anregt und die „gesunden Anteile“ des Menschen weiter kräftigt.

… gilt das offensichtlich nicht innerhalb der Quacksalberverfahren – Entschuldigung, ich meinte natürlich der Naturheilkunde. Oder warum sonst wird unter „Homöopathie oder Schüßlersalze – ein Unterschied?“ (Seite 34) folgendes geschrieben:

Während einer homöopathischen Behandlung sollten übrigens keine Schüßlersalze eingenommen werden, weil der behandelnde Arzt sonst nicht mehr unterscheiden kann, was wirkt.

Der Arzt kann bei jeder Mischung von Therapieverfahren nicht wissen, was im Endeffekt gewirkt hat, wenn es denn gewirkt hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass es die Homöopathie (oder die Schüßlersalze oder was auch immer) war, ist aber gegenüber anderen, wissenschaftlich erforschten Heilmethoden (… oder einfachen Nichtstun) so verschwindend gering, dass eine solche Aussage nicht mehr als eine Werbung für ein in allen wissenschaftlich relevanten Tests gescheitertes vermeintliches Heilverfahren darstellt. Dies den Kunden mit positiver Konnotation zu präsentieren ist entweder eine glatte Lüge oder absoluter Unwissenheit geschuldet.

Der absolute Hammer findet sich aber auf Seite 32. Es geht um Phytotherapie, und da werden auch die (mit der Phytotherapie absolut inkompatiblen) Bachblüten erwähnt. Es heißt dort:

Für die Wirksamkeit dieses Verfahrens gibt es noch keine wissenschaftlichen Beweise.

Stimmt, und tausend Argumente warum bei diesem Zeugs nichts außer den beliebten Placeboeffekten wirken kann! Aber Wahrheit, wissenschaftliche Erkenntnisse und echte Verbraucherinformation scheinen die Techniker Krankenkasse sowieso nicht die Bohne zu interessieren.

Das Ganze ist in großen Teilen leider nur eine halbgare Werbepostille für wissenschaftlich nicht haltbare Pseudomedizin und verfehlt ihr Ziel (Kundeninformation) völlig. Ich bin fast froh, dass ich bei einer anderen Krankenkasse untergekommen bin!





Mein Hobby: Müllkutscher!

15 10 2012

Was für ein Mist! Da war am letzten Wochenende die Festveranstaltung zum 25-jährigen Jubiläum der GWUP, und ich plage mich mit ganz anderen, profanen Dingen herum und kann nicht teilnehmen. Auch für einen kurzen Gruß im Blog fand ich keine Zeit (was ich hiermit ausdrücklich nachholen möchte: Herzlichen Glückwunsch, Freunde! Auf die nächsten 25 Jahre!), aber ich hab’s natürlich nicht vergessen. Am Besten hole ich das jetzt mit ein wenig Medienecho nach, also genau einem, das sich auf der Webseite des HPD befand.

Amardeo Sarma, der Vorsitzende der GWUP, hat eine ganz neue Beschreibung der GWUP gefunden, und auch wenn es ein wenig gewöhnungsbedürftig ist, irgendwie stimmts ja:

Dabei richten wir unser Augenmerk zunächst auf die Themen, die in wissenschaftlichen Fachkreisen ungenügend oder gar nicht behandelt werden. Wir sind gewissermaßen die Müllabfuhr der Wissenschaft. Damit verhindern wir, dass zu viele Plagen gleichzeitig um sich greifen. Wir können nicht alles verhindern, aber es ist schon ein Erfolg, wenn der Müllpegel gesenkt werden kann.

Ja, dann gehöre ich eben auch zur Müllabfuhr! Lasst uns probieren den Esomüll mit Argumenten zu entsorgen! Ist zwar irgendwie eine Sisyphos-Arbeit, aber zum einen macht es Spaß und zum andern gilt der Untertitel von Carl Sagan’s „Demon haunted world“ (deutsch: Der Drache in meiner Garage. Oder die Kunst der Wissenschaft Unsinn zu entlarven – ein skeptische Klassiker): Science as a Candle in the Dark!





Mehr Mut in Deutschland bitte!

2 10 2012

In der Schweiz gibt es eine Art „Stiftung Warentest“ im Fernsehen. Und im Moment werden gerade Esoteriker getestet, wie hier ein Pendler:

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… natürlich klappt das Ganze nicht, und natürlich hat der Pendler eine Ausrede. Aber das Beste ist wirklich der Titel dieses Videos: „Gabe oder Bschiss?“! Da sich Ersteres nicht erwiesen hat ist Letzteres eben bei diesen Themen Realität! Und das Wort „Bschiss“ würde ich bei solchen Themen doch öfter gerne auch hierzulande lesen (ich würde auch noch ein „e“ spendieren).