Walulis kuckt Astro TV

30 09 2012

Nur kurz ein paar Minuten aus „Walulis sieht fern„. Bei seinem Blick auf den TV-Wahnsinn hat Walulis auch bei Astro-TV Station gemacht und einfach mal ein Beispiel des Herrn Kreibich überprüft:

Klar, die Abzocke mit solchem Kram ist eine absolute Sauerei. Eigentlich unvorstellbar, dass jemand ernsthaft glaubt, dieser Clown würde tatsächlich diese Steine aus Bermuda holen. Und er hat ja noch mehr auf Lager, zum Beispiel das:

Solche Dinge gibt es dann noch in mehreren Farben, und immer beträgt der Preis satte 90 Euro (fast). Dabei muss man dar nicht bei dem Herrn K. bestellen, wenn man sich solches Zeugs anschaffen will:

Sieht doch genau so aus, oder? Ist auch genau so groß:

Kostet aber wesentlich weniger:

Ich hoffe ja, dass Herr Kreibich wirklich bei diesem ebay-Anbieter seine Steine bestellt hat, denn dann war der Umsatz bisher nicht allzu hoch:





Aus für die Spaßdoktortitel

13 09 2012
Ach wie Schade! Jetzt habe ich doch glatt vergessen mir einen dieser lustigen und billigen Doktortitel zu kaufen, die vor ein paar Monaten zu einem leichten Rauschen in der Medienwelt geführt hatten. Das Verwaltungsgericht Berlin hat  unter dem Aktenzeichen VG 3 L 216.12 das Tragen solcher Doktortitel untersagt. Auf der Webseite der verkaufenden Firma ist der Hinweis zum Tragen des Titels inzwischen gelöscht.
Ich hatte damals die Begründung für das erlaubte Tragen eines solchen Titels von der Webseite des Anbieters sinngemäß zitiert. Es schien so, dass selbst ernannten Kirchen – wie dieses MDLC Institute – alle möglichen unsinnigen Titel vergeben dürfen, und dass diese Titel auch in Deutschland getragen werden dürfen – wenn eine Verwechslung mit echten akademischen Titeln ausgeschlossen ist. Ich hatte damals durchaus Zweifel und merkte an:
das finde ich das wirklich Beste an dieser ganzen Sache. Offensichtlich haben diese kaufbaren Doktortitel auch deswegen so tolle Namen, damit sie nicht mit echten Doktortiteln verwechselt werden können. Das “Fachgebiet” muss wohl ausreichend unwissenschaftlich sein, damit es für die “Allgemeinheit” als reiner Kauftitel erkennbar werden kann (wenn sich die Leute da mal nicht täuschen)

Während Titel in „ufology“, „divinity“ oder „immortality“ wohl sofort als Unsinn zu entlarven sind, fand das Verwaltungsgericht ein Beispiel, dass für Verwechselungen geradezu prädestiniert scheint:

So könne etwa die Bezeichnung „Psychic Sciences“ von einem flüchtigen Betrachter leicht mit „Psychologie“ verwechselt werden. Andere „Fachbereiche“ besäßen zwar bei Übersetzung in die deutsche Sprache offensichtlich keine Ähnlichkeit zu allgemein anerkannten wissenschaftlichen Fachbereichen; die Beurteilung setze aber differenzierte Englischkenntnisse voraus, über die der durchschnittliche Betrachter nicht verfüge. Bei bloß oberflächlicher Betrachtung sei daher gerade nicht ohne weiteres erkennbar, dass es sich bei den Titeln um „Phantasiegebilde“ bzw. „Scherzartikel“ handele.

Der Hinweis auf die differenzierten Englischkenntnisse ist dabei vollkommen richtig. Dass „Psychic“ im Deutschen mit „Medium“, „Hellseher“ oder ganz allgemein mit „Mensch mit übernatürlichen Fähigkeiten“ zu übersetzen ist, geht wahrscheinlich über die normalen Schulenglischkenntnisse hinaus. Und selbst wer sich den richtigen Wortsinn – vielleicht durch die Krimiserie „Psych“ – erschließen kann, der müsste noch wissen, dass „übernatürliche Wissenschaften“ ein Paradoxon an sich darstellen. Bei meiner Anmerkung hatte ich eher daran gedacht, dass bei den Fakedoktoren in Homöopathie und Astrologie die Gefahr einer Verwechslung mit einem echten Titel meines Erachtens schon dadurch gegeben war, dass – laut einer Umfrage der EU-Komission in 2005 – 30% der Europäer die Homöopathie und 41% die Astrologie für wissenschaftlich halten. Bei „alternative therapy“ und „alternative health“ hätte ich auch darauf gewettet, dass sich leicht Menschen finden lassen, die einen solchen Titel wirklich ernst nehmen und vor dem Träger vor Ehrfurcht erstarren.

Die Urkunde bleibt den Käufern natürlich erhalten und man kann sie auch weiter nutzen – allerdings eben nur noch als Wandschmuck. Dafür dürfte der Preis (39 Euro mit Groupon-Gutschein, soweit ich mich erinnere; ungefähr 120 Euro ohne) allerdings dann doch etwas hoch gewesen sein. Ich hätte ja nichts dagegen, wenn die Käufer ihre Titel weiter auf ihre Visitenkarte drucken dürfen – dabei sollte allerdings zwingend Kaufdatum und Kaufpreis angegeben werden müssen, etwa so:

Dr. h.c. of <whatever> MDLC Institiute (USA) – gekauft am 16. August 2012 für 39 Euro –

So wäre eine Verwechslungsgefahr mit echten Titeln wohl kaum gegeben, aber wer würde einen solchen Titel auf seine Visitenkarte drucken wollen?

PS: Bei Trägern echter akademischer Titel könnte man eine ähnliche Pflichtangabe ja auch vorsehen: Statt möglicher Aberkennung des Titels wegen zu vieler Plagiate könnte man den Träger verpflichten, seinen Titel in Zukunft  um den Zusatz „plag.“ für „erkanntes Plagiat“ zu ergänzen.





Wo bleiben die Ufos?

9 09 2012

Heute ist ‚mal wieder so ein Tag, an dem Sensationelles passieren soll. Das Ganze erinnert verdächtig an letztes Jahr, da hatten irgendwelche Idioten zum Eröffnungsspiel der Frauenfußball-WM einen verheerender Terroranschlag für Berlin vorausgesagt … … der natürlich ausblieb. Jetzt soll es heute, zum Abschluss der Paralympics in London, so weit sein. Eine ganze Reihe von Videos will das auf wie immer völlig unsinnige Weise „belegen“. Schauen wir mal in eins rein:

Ein satanisches Ritual also! Und die Illuminaten!Und die Bomben sind schon gelegt:

Und der Mann kann das sogar beweisen! Na ja, jetzt nicht das mit der Bombe – aber den Termin des Anschlags. Das macht er mit einer „Illuminaten-Uhr“, die nach etwa 5 Minuten im Video erscheint und die einen Countdown anzeigt. Und jetzt hat der Mann ganz einfach berechnet …

… auf welches Datum der Countdown zielt:

Kleine Zwischenfrage: Wieviele Tage hat nochmal der August???????

In einem anderen Video sind es nicht die Illuminaten, sondern UFOs, die zur Schlußfeier der Paralympics einschweben sollen. Na ja, eigentlich hätten sie ja schon früher kommen sollen, zur Schlußfeier der Olympischen Spiele:

Aber irgendwie scheinen sie sich verspätet zu haben – hat da vielleicht auch das Personal gestreikt? Immerhin hat sich der Autor einen Grund zusammen fantasiert, der den Termin auf das Paralympicsfinale verschiebt. Es ist ein Film namens 28 Days Later, der netterweise auch noch als Endzeithorrorthriller beschrieben wird. Im Film geht es zwar um nichts Außerirdisches sondern um irgendeinen gefährlichen und hochansteckenden Virus – aber das macht für einen Verschwörungstheoretiker ja keinen Unterschied. Immerhin stimmt die Rechnung: Vom 12. August bis zum 9.9. sind es tatsächlich 28 Tage.

Da auch heute nichts passieren wird, können sich die beiden Verschwörungstheoretiker ja zusammen tun – damit kriegen sie doch ganz schnell eine saubere Verschwörungsverschwörungstheorie hin, die alles erklärt. Vielleicht so:

Die UFOs hatten schon eine kleine Vorhut geschickt, die dann die Bombe der Illuminaten in der U-Bahn entdeckte und entschärfte. Weil nicht klar war, ob noch weitere Explosionen drohen wurde die Landung verschoben … (der Macher von Video 2 wird irgendwann schon den neuen Termin nennen). Glücklicherweise geht damit auch der Plan der Illuminaten nicht auf – ihre Bombe ist ja nicht mehr scharf …





QED oder Wenn der Weihnachtsmann mit dem Sockenmonster zweimal klingelt

5 09 2012

Ach manchmal muss man Astrologen (zumindest einige) einfach gern haben. Es ist einfach zu schön, wie einige keine Gelegenheit auslassen, die Aussagen von Skeptikern zu bestätigen. Dieses Mal geht es um einen – ganz neuen – „Wettbewerb“, der hier angekündigt wird, und an dessen Zustandekommen ich offensichtlich nicht ganz unschuldig zu sein scheine. Ausgangspunkt war wohl mein Schwurbelei-Artikel, der einige wortreiche Kommentare anregte und offensichtlich dazu führte, dass wieder einmal ein Astrologe zeigt, dass er genau das kann, was Harry G. Frankfurt mit dem englischen Wort für Fäkalien männlicher boviner Lebensformen beschreibt.  Hier wird das etwas kürzer beschrieben, die zwei entscheidenden Ausschnitte sind diese:

Frankfurt unterscheidet Bullshit von Information oder Mitteilung. Bullshit grenzt an Lüge, ist mit ihr aber nicht gleichzusetzen. Bullshit-Äußerungen geht es nicht darum, wahr (oder unwahr) zu sein – das ist ihnen gleichgültig. Bullshit kann als „heiße Luft“ verstanden werden, Reden ohne Substanz und Inhalt.

Fragt sich aber doch, wie Bullshit entsteht. Frankfurt erwähnt zum einen, dass Bullshit „unvermeidbar“ wird, wenn „die Umstände Menschen dazu zwingen, über Dinge zu reden, von denen sie nichts verstehen“.

Eigentlich reicht der letzte Satz, wobei einen eigentlich niemand zwingt, solchen Kram zu reden oder zu schreiben. Aber wer das tut – und sogar auch noch öffentlich! – der darf sich nicht wundern, wenn er/sie Gegenwind bekommt. Ich möchte am Ende beginnen, denn da wünscht sich der Autor, dass man Auszüge aus seinem Text nur nach Rücksprache mit ihm veröffentlichen dürfe. Das ist allerdings nicht so ganz richtig, denn in Deutschland gibt es auch ein „Zitatrecht“ – nachzulesen bei Wikipedia. Ein Zitat (!!) hieraus:

Die Verwendung von Zitaten ist durch das Urheberrecht geregelt und unter bestimmten Voraussetzungen gestattet, ohne dass eine Erlaubnis des Urhebers eingeholt oder diesem eine Vergütung gezahlt werden muss (§ 51 UrhG in Deutschland, siehe unten). Die allgemeine Begründung dafür ist, dass Zitate der kulturellen und wissenschaftlichen Weiterentwicklung einer Gesellschaft dienen (siehe auch Informationsfreiheit). Zitate stellen einen Unterfall der urheberrechtlichen Schranken dar.

Ja, ich gebe zu, dass ich in meiner sinngemäßen Wiedergabe des vom Autor erhofften Zitatverbots das kleine Wort „sinnentstellend“ verschwiegen habe. Aber ich habe ja auch nicht wörtlich zitiert, und ich möchte mich für meinen Fauxpas hiermit entschuldigen. Hätte ich mich doch getraut, wörtlich zu zitieren, dann wäre das nicht passiert …

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Der Autor des Textes hat sich wirklich Mühe gegeben – schreibt er zumindest. Und er hat – Skandal! – weder auf meiner, noch auf den Webseiten anderer Skeptiker irgendeine Widerlegung der Astrologie gefunden. Wow! Das muss ja ‚mal ganz laut öffentlich verkündet werden!

>>>Und deshalb ruft der Autor die Skeptiker der Welt auf, doch bis Ende des Jahres endlich ‚mal eine Widerlegung der Astrologie zu liefern. <<<

Tja, leider wieder nur ein Beleg für den oben zitierten Satz über nicht verstandene Dinge. Da hilft es auch nicht weiter, dass er dieses Zitat einer geschätzten Science-Bloggerin bringt, die vor fast genau 3 Jahren schrieb:

„In den Naturwissenschaften gibt es keine 100%igen Beweise, sondern immer einen Haufen von Belegen. Irgendwann ist eine Idee so schlüssig und mit derart vielen Experimenten belegt und gleichzeitig spricht auch nichts oder sehr wenig gegen diese, so dass die Idee – genauer die Hypothese – ein verlässliches Fundament für weitere Arbeiten wird. Sie wird Teil einer Theorie.“

Eigentlich steht das Entscheidende ja drin, nämlich das mit den vielen Experimenten. Und genau daran krankt es eben bei den Astrologen. Wo sind die Belege für ihre Behauptungen? Ich warte seit über 20 Jahren darauf (damals wusste ich noch gar nicht was ein Skeptiker ist, geschweige denn dass es einen solchen Verein wie die GWUP gibt)! Und nein, persönliche Erfahrungen zählen nicht – es müssen schon objektivierbare Belege sein, solche, die von anderen jederzeit nachvollzogen werden können und bei denen tatsächlich die Analyse der Gestirnsstände einzig und alleine zu einem Wissensvorsprung führt. Dabei hat es die Astrologie sogar wirklich leicht: Gib mir Geburtsdaten, ich Astrologe erstelle ein Horoskop – und schon erkennt sich der Kunde darin wieder (ich weiß, das funktioniert – allerdings auch, wenn der Kunde ein falsches Horoskop erhält! Also zählt das dann eben nicht!). Oder der umgekehrte Weg: Gib mir die Lebensdaten von ein paar Leuten (alle, die die Astrologen möchten) und – getrennt davon – die Geburtsdaten. Können die Astrologen die persönlichen Daten den Geburtsdaten zuordnen? Nein! Können sie nicht! Oder mein Lieblingstest: Astrologen sollen anhand der Geburtsdaten herausfinden, ob eine Person besonders extrovertiert oder besonders introvertiert ist. Nicht mehr. Ein solch herausstechendes Charaktermerkmal (man hatte nur die Geburtsdaten von Personen verwendet, die in mehreren psychologische Untersuchungen Extremwerte in diesen Kriterien hatten – also selten extro- bzw. selten introvertierte Personen) müsste doch irgendwie aus dem Horoskop alleine ermittelbar sein! War es aber nicht – die Trefferquote der Astrologen war so gut wie reines Raten oder  ein einfacher Münzwurf. Quellen zu solchen und anderen Untersuchungen werden zum Beispiel hier genannt (obwohl ich den Text insgesamt als ein wenig schräg empfinde).

Aber es wird ja das Umgekehrte gefordert. Der Beweis des Nichtfunktionierens der Astrologie. Aber genau da versagt die Wissenschaft tatsächlich. Die Nichtexistenz kann man nicht beweisen. Das geht einfach nicht. Die Nichtexistenz eines realen Pumuckl kann niemand beweisen. Fiktion aus einem Kinderbuch? Bitte beweisen, dass solch ein rothaariger Kobold (scheu, weitgehend unsichtbar) nicht in irgendeiner Ecke des Amazonasurwalds, in irgend eines Steilwand im Himalaya oder auf dem 5. Jupitermond lebt! Egal wo man hinschaut, der Pumuckl-Fan kann immer damit argumentieren, dass der kleine Kobold sich eben gerade versteckt hat (und unsichtbar machen kann er sich sowieso). Die Nichtexistenz kann man nicht beweisen! Es geht immer darum, so starke Belege (im Sinne des obigen Zitats) zu liefern, dass man diese Theorie – wie beschrieben – als schlüssig ansieht. Findet irgendwer ein einziges (!) Gegenbeispiel, dann ist die Theorie nicht mehr allgemein gültig (wie die Newtonsche Gravitationsteorie, die erst eine allgemeine Theorie war und heute „nur noch“ eine – sehr gute – Näherung darstellt, da Einstein das Ganze mit seiner Relativitätstheorie erweitert hat) oder vollständig falsifiziert.

Also es gilt weiterhin für die Astrologen: Her mit den Belegen! Die Beweislastumkehr ist unwissenschaftlich – und deswegen macht das auch niemand, der Ernst genommen werden möchte. Oder können die Herren und Damen mit dem Sterndeutungsfaible zweifelsfrei beweisen, dass der Weihnachtsmann nicht exitiert, dass nicht zumindest für so manche vermeintlich aus einer Waschmaschine verschwundene Einzelsocke das unheimliche Sockenmonster verantwortlich ist? Los! Beweisen! Die Wissenschaft erfordert Existenzbelege – keine Nichtexistenzbeweise. Kleiner Lesetipp: Das ganze wird in einem kleinen skeptischen Standardwerk namens „Das sockenfressende Monster in der Waschmaschine“ wunderbar erklärt …

Und übrigens: Belege könnte dann sogar reich machen! Weltweit werden Preise für den Beweis eines solchen Phänomens angeboten – warum holt die kein Astrologe ab?

Aber ok, immerhin gibt es in diesem Text auch erstaunliche Aussagen, bei denen ich dem Autor zustimme. Der Autor schimpft nämlich über die von mir gerne zitierten Prognostiker und nimmt auch die Einstein-Leugner nicht ernst.

PS: Lieber Herr m… (den Namen möchte ich jetzt nicht zitieren – von wegen eventueller Sinnentstellung), es ist völig schnurz, ob die Zahlen 2, 3, 5, 7, 11. 13. 17 usw. Primzahlen, Primelzahlen, Hutzliputzli oder bullshitzahlen (der Name wäre aus manchen Gründen übrigens gar nicht schlecht … die Zahlen kennen zum Beispiel keine echten Teiler außer „1“) heißen: Es geht nicht und niemals um den Namen sondern um die – speziellen – Eigenschaften dieser Zahlen.

PPS: Bevor ich’s vergesse: Ich finde es hochinteressant, wenn sich Kommentatoren über vermeintliche Schmähkritiken auslassen, obwohl in dem inkrimierten Artikel kein einziger Name genannt wird, während sie selbst gerne und mehrfach volle Namen nennen. Soll ich das in Zukunft „Astrologenkonsequenz“ nennen?





Schwurbelei hoch drei – mit Astrologei

25 08 2012

Laut Wikipedia ist ein Essay „eine geistreiche Abhandlung, in der wissenschaftliche, kulturelle oder gesellschaftliche Phänomene betrachtet werden. Im Mittelpunkt steht die persönliche Auseinandersetzung des Autors mit seinem jeweiligen Thema. Die Kriterien streng wissenschaftlicher Methodik können dabei vernachlässigt werden.

Und genau um ein solches (oder einen solchen) Essay geht es hier heute. Um einen Text dessen Überschrift – „Das Dilemma einer kleinen Null“ – mich neugierig gemacht hat und dessen Subtitel („Astrologie: Alles entsteht abhängig von etwas anderem„) schon die ersten Fragezeichen aufwirft. Für mich. Zumindest! Und wenn es dann losgeht – mit dem Text natürlich – dann wecken gleich die ersten beiden Worte durchaus gespannte Erwartung in mir, denn der Text beginnt mit

Ach wie spannend! Eine Definition der Astrologie! OK, Essay – also wird es wohl eine eher subjektiv gefärbte „Definition“ sein. Wie wird diese wohl aussehen? Ähnlich wie in der Wikipedia? Wird dort in irgend einer Form stehen, dass die Astrologie „Zusammenhänge zwischen Positionen und Bewegungen von Himmelskörpern und Ereignissen im irdischen Bereich“ postuliert oder – wegen der Subjektivität der Autorin – doch wirklich beschreibt? Wird es Belege hageln? Eindeutig! Unwiderlegbar! Oder vielleicht doch nicht? Also schnell weiterlesen:

OK, als Definition der Astrologie taugt das jetzt nicht allzu viel. Alleine der erste Satz – was soll der bedeuten? Eine Kette, die zu Gründen führt wieso sich etwas ändert – oder eben nicht? Nun ja, wie war das noch? Essay! Persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema! Vielleicht kommt da ja noch was! Weiter geht es übrigens so (und ab jetzt lass‘ ich das mit den Screenshots):

Immer aber entsteht am Ende (oder war es am Anfang?) ein ganz anderes Bild. Eine Meinung, die aus einem riesigen Raum von Zeichen, Zahlen oder Bedeutungen aufsteigt, den das Universum uns anbietet. Diese große, rote Sonne des: Es IST. Deren erster Strahl wiederum einen noch größeren Raum erhellt, die ganze, weite Welt, von sehr kleinen Menschen bewohnt. Alles Verhältnismäßigkeit. Alles abhängig. Sie leben. Sie denken. Mit ihren Möglichkeiten und Grenzen tanzt, ohne Unterbrechung, ohne Sammlung, ohne Verlust, unser kleiner Raum namens Astrologie. Er erfindet, innerhalb jenes endlosen, wunderbaren, ANDEREN Raumes (namens Universum), unsere Sicht neu. Webt ein Netz, das sich vervielfältigt und junge, frische Pulsschläge des Kosmos zählt.

Wow! Ein Raum namens Astrologie tanzt, erfindet irgendeine Sicht neu und webt ein Netz – Bilder, die zwar nichts erklären, mich aber wegen ihrer inhaltsleeren Schwurbeligkeit durchaus faszinieren (… das ist natürlich auch sehr subjektiv) – oder doch eher erheitern? Letzteres! Und ja! Kann ich auch! „Sätze“ aus wenigen Worten schreiben!

Kopiert man den gesamten Text in ein handelsübliches Textverarbeitungsprogramm erhält man ungefähr sieben Seiten (incl. Bilder), in denen die Autorin wortreich zeigt, dass ihre persönlichen Definitionen und ihr persönliches Verständnis bestimmter Begriffe zumindest als eigenwillig bezeichnet werden müssen. So kommt es zu Sätzen wie dem folgenden:

Realität ist eine demokratische Entscheidung, die Schnittmenge von Milliarden einsamer Bewusstseins-Wesen.

Äh tatsächlich? Realität ist eine Mehrheitsentscheidung? Und wenn sich die Mehrheit entscheidet, dass die Sonne sich gefälligst um die Erde zu drehen hat, dann tut sie das auch? Im Kopf der Autorin vielleicht, und genau so subjektiv wird auch die Astrologie „begründet“:

Aha, die Tage werden mir lang. Wenn da mal kein Magier seine Hand im Spiel hat! Es muss an den Gestirnen liegen. Und, siehe da. Plötzlich fühlten Menschen sich besser. Es wurde warm, im Monat Mai. Die angenehme Zeit des Jahres begann. Stier war geboren.

Dumm nur, wenn ich das als Neuseeländer, Uruguayaner oder Feuerländer lese – da wurde und wird es im Mai nämlich kalt! Und zwar richtig! Die eisige, unangenehme Zeit beginnt.

Viel, viel später erst wurde ein Reim für alle daraus, jene alte, mutige Wissenschaft, die Mutter aller Abstrakta, die noch heute als Spiegel tausendfacher Lebensmuster wirkt. Astrologie.

Eine „mutige“ „Wissenschaft“? Die Dame macht sich sogar Gedanken darüber wie es wäre, wenn Astrologie irgendwie zu den Wissenschaften zählen würde und meint:

Alles andere ist sonnenklar: Wenn wir, die unfeierlich Ausgegrenzten, zu ihnen gehörten, den Wissenden, den amtlich attestierten Weisen, den Erfindern des kultivierten Daseins, würde vermutlich auch bei uns, die wir über alles und nichts miteinander diskutieren, keine Krähe mehr der anderen ein Auge aushacken. Wir wären im Nachteil. An-erkannt zu-erkannt. Der Prüfung unserer Erkenntnisse an der Wirklichkeit enthoben, wie alle, die das Branding haben: Wissenschaft.

Was für ein hanebüchener Schwachsinn! Jede Erkenntnis, die die Prüfung an der Wirklichkeit nicht besteht, wird im Mülleimer der Wissenschaftsgeschichte entsorgt. So einfach ist das! Klar, manchmal dauert das, weil zum Beispiel die zur Prüfung der Erkenntnis notwendigen Werkzeuge noch nicht vorhanden sind. Aber hat „die Wissenschaft“ damit Probleme? Nein! Ganz im Gegenteil! Und wenn sich zeigt, dass ein ganzes Fachgebiet eben nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat, dann verschwindet es aus dem wissenschaftlichen Kanon. Astrologie wurde einstmals an Universitäten gelehrt – bis man merkte, dass dieses Hilfsmittel zur Beschreibung der Realität unbrauchbar war.

Was folgt sind seitenweise weitere Belege dafür, dass die Autorin von Wissenschaft – und insbesondere Mathematik – nicht einmal im Entfernsten den Hauch einer Ahnung hat. Mein Lieblingssatz findet sich übrigens in folgendem Abschnitt:

Ohne Respekt vor der Existenz von Zahlen funktioniert die Mathematik nämlich erst gar nicht. Trotzdem verlangte nie einer von Adam Riese, das Dasein der Zahl 714 oder 3165 erst einmal gründlich zu beweisen, bevor er seine Practica verfaßte und aufstieg in den Olymp der Rechengötter. Auch die binomischen Formeln hat noch keiner als „Aberglaube“ identifiziert und dingfest gemacht. Weil sie – natürlich – auf Annahmen, nämlich erfundenen Variablen oder Werten, fußen. Und das, obwohl sie und ihre Formelbrüder und -schwestern allesamt vom Menschen erdacht und nur innerhalb des Systems der Mathematik beweisbar sind.

Das mit den binomischen Formeln, an die man glauben müsse, ist nur eine von vielen lustigen Sequenzen. Erinnert mich an einen sehr schönen Dialog aus dem Buch „Odile“ von Raymond Queneau. Der Protagonist, Hobby-Mathematiker und ich-Erzähler spricht mit einem Bekannten namens Saxel – und erklärt die Auflösung von Gleichungen ersten und zweiten Grades. Saxel glaubt etwas verstanden zu haben …

Meine Intelligenz wird unheimlich: die Quadratwurzel. Die Quadratwurzel, das ist das Bemerkenswerte. Und ich sehe auch worauf sie hinaus wollen: das ist klar, das ist einfach, das ist schön. Für die Gleichung dritten Grades muss man eine Kubikwurzel ziehen, für die Gleichung vierten Grades eine vierte Wurzel und für die Gleichung fünften Grades eine fünfte Wurzel und für die Gleichung sechsten Grades eine sechste Wurzel und so fort. Das ist logisch! Logisch einfach, nicht wahr?

Nein, vom fünften Grad an stimmt nämlich nichts mehr.

Aber wieso denn das?

Es ist unmöglich, Gleichungen über den vierten Grad hinaus algebraisch aufzulösen, ausgenommen ganz besondere Fälle. Die allgemeine Gleichung lässt sich nicht ausführen.

Man weiß eben nicht wie’s gemacht wird

Man beweist es.

Das ist ja skandalös.

Aber weiter zum Schwurbeltext dieser Frau. Sie schreibt:

Astrologie funktioniert.

Wer hätte gedacht, dass eine Astrologin solcherlei behauptet?

Das ist das große, verrufene Wunder für die, die um sie wissen. Zu denen übrigens auch ich gehöre.

Welch Überraschung! Aber dem nächsten Kurzsatz …

Deshalb heisst es Wissenschaft.

… muss ich dann doch heftig widersprechen. Es ist eben keine Wissenschaft – auch wenn man für die Deutung eines Horoskops sehr viel „Wissen“ erwerben muss. Wenn ich alle Ergebnisse, alle Torschützen, alle Spielverläufe der Fußball-Bundesliga auswendig kennen würde, dann wäre das noch lange kein Beleg für irgend einen fußballerischen Sachverstand (den ich mangels Interesse definitiv nicht habe) – bestenfalls könnte ich damit zeigen, dass ich eine Menge unnützes Wissen in meinem Gehirn speichern kann.

Auch die Psychologie kriegt natürlich ihr Fett weg …

Obwohl sich unsere Arbeit, das Stiefkind der Forschung, häufig viel greifbarerer Parameter bedient, als beispielsweise diese kleine Schwester Psychologie, die mit dem gewichtslosen Pfund der Seele hantiert, fehlt uns immer noch die Eintrittskarte in den Dom der universitären Glaubens-Systeme.

… und mit den Quanten lässt sich immer gut schwurbeln:

Waren Astrologen lange der Ansicht, dass sich ihre Berufung eigentlich (im Sinne einer eher schlampigen Argumentation) über Koinzidenzen (oder Synchronizitäten) erklärt (Saturn macht einen 180-Grad-Winkel zum Mars und ich habe – kausal unabhängig davon – einen bösen Unfall), unterstützen neuere quanten-mechanische oder -technische oder -physikalische Forschungen der anerkannten Naturwissenschaft inzwischen auch wieder eine sehr alte, fast abergläubische Annahme. Die Planeten selbst könnten tatsächlich Wirkungen auf den menschlichen Organismus ausüben. Wenn es also wahr sein sollte, dass Lichtjahre entfernte Protuberanzen auf der Sonnenoberfläche an Akupunkturpunkten auf menschlichen Versuchsobjekten direkt den Hautwiderstand beeinflussen, wäre all das natürlich drin.

Wobei die Sonne natürlich nicht allzu viele Lichtjahre von uns entfernt ist – und das mit den Akupunkturpunkten ist mindestens bullshit hoch 9.

Weitere Beispiele erspare ich mir jetzt. Dieser Text ist wirklich eine absolute Meisterleistung! Die Menge der Abschnitte, aus denen man keinen vollkommen lächerlichen, total verschwurbelten Bullshitsatz extrahieren kann ist genau Null!  Deswegen wohl auch die Überschrift („Das Dilemma einer kleinen Null„). Erschienen ist das übrigens vor einiger Zeit in dieser astrologischen Onlinepostille.

Da die Autorin ihren Text unter dem Kürzel „sri“ veröffentlicht hat könnte man auf die Idee kommen, dieses „sri“ in Zukunft als Maß für solcherlei Bullshitschwurbelei zu definieren. Ich würde diesem Essay 100 sri für den durchschnittlichen Bullshitfaktor pro ausgedruckter Seite geben, als Referenzwert sozusagen (… wozu die formalen Besonderheiten des Textes durchaus mit beitragen). Kennt jemand einen Text mit noch mehr „sri„?





Aberglaube scheint unrentabel

20 08 2012

… zumindest scheint es so, wenn man sich die bisherige Perfomance des „Aberglauben-Fonds“ anschaut, den ein Herr namens Shing Tat Chung vor einiger Zeit aufgelegt hat. Das Ganze ist allerdings als Kunst-Projekt zu verstehen, wie der Mann in einem Interview mit jetzt.de erläuterte.

Tatsächlich kann ein Fonds ja theoretisch jede nur erdenkliche Anlagestrategie verfolgen, die Verantwortlichen müssen sich dann nur daran halten – und genug Investoren finden, damit sich die Sache dann rentiert. In diesem Fall wird eben nach verschiedenen abergläubischen Regeln gehandelt – wobei die Details zumindest teilweise im Dunkel liegen (welche Aktien ausgewählt werden ist zum Beispiel völig unklar). Im verlinkten Interview werden immerhin ein paar Regeln offen gelegt:

Zum Beispiel die Zahlen. An bestimmten Tagen wie dem 4., 13. oder 17. des Monats kauft er nicht, weil das Unglückszahlen sind. Er kauft, wenn der Index einen „glücklichen“ Wert hat, zum Beispiel 888, eine Schnapszahl; bei einem unglücklichen Wert, in dem etwa eine 13 vorkommt, verkauft er. Das sieht dann so aus: Wenn der Wert des FTSE 100 Index (der wichtigste britische Aktienindex, Anm. d. Red.) zum Beispiel bei 5.413 ist, verkauft er.

Der Computer hat Angst vor Vollmond, Neumond ist dagegen gut. Eine Sonnenfinsternis ist schlecht. Außerdem schafft sich der Algorithmus seine eigenen Glücksregeln, so wie wir das auch manchmal tun. Wenn wir zum Beispiel ein Tennismatch gewinnen, schieben wir das auf unsere „Glückssocken“ und ziehen sie beim nächsten Mal wieder an. Wenn der Computer mit einer Aktion Erfolg hat, wiederholt er sie ebenfalls, so lange, bis er damit kein Glück mehr hat.

Die Details würden mich ja wirklich interessieren, aber scheinbar ist an diese nicht heranzukommen. In der Realität scheint die abergläuische Anlage sowieso nicht allzu erfolgreich zu sein. Auf der Webseite wird aktuell (20.8. 22:00 Uhr) eine Performance von -8,78% angegeben, also ein satter Verlust – aufgelaufen seit dem 1. Juni dieses Jahres, also in nicht einmal 3 Monaten. Wenn man das mit der Entwicklung des im Interview erwähnten britischen Aktienindex FTSE100 vergleicht, wird es noch verlustreicher, denn dieser Stand zu Handelsbeginn am 1.6. bei 5.320,90 Punkten und aktuell bei 5.852,40 Punkten, hatte also in dieser Zeit ca. 10% zugelegt. Aber noch hat der Aberglauben eine Chance, denn in den nächsten Monaten könnte das auf diesen Regeln beasierende Computerprogramm ja noch den ein oder anderen Anlageerfolg erzielen. Ich hab‘ mir auf jeden Fall schon mal eine Erinnerung für Ende Mai 2013 in den Kalender eingetragen um das Ende dieses „Kunstwerks“ mitzuerleben.





Kühe, Hühner und Radioprogramme

17 08 2012

Vor gut zwei Wochen fiel mir dieser Artikel auf, in dem ein Beitrag auf DRadio Kultur zurecht als kritiklose Werbung für den absoluten Nonsens „Tiertelepathie“ dargestellt wurde. Dass es auch anders geht zeigte die Redaktion von SWR2-Wissen im Januar 2011. In einem immer noch als downloadbarem mp3-File zur Verfügung stehenden halbstündigen Sendung mit dem Titel „Was sagt die Kuh, die muht?“ zeigte der Sender wie man das Thema „Kommunikation mit Tieren“ wesentlich sachlicher darstellen kann. Nachdem zunächst eine Tierkommunikatorin von einer Kuh erfahren will, dass diese jetzt doch lieber sterben möchte (… weil sie ihre Leistung nicht mehr bringen kann!!!!!!) wird das ganze Spielchen durch einen einfachen Test entlarvt: zwei Tierkommunikatorinnen lassen sich von ein und derselben Kuh etwas erzählen … … und liefern völlig widersprüchliche Ergebnisse. Warum das so ist erklärt  Dr. Peter Brugger ausführlich und entlarvt die vermeintlichen Fähigkeiten der TierkommunikatorINNen als bloßes Wunschdenken in Verbindung mit bekannten anderen psychologischen Faktoren (Barnum-Effekt etc.). Auch auf die bekannte Geschichte vom „Klugen Hans“ wird in der Reportage als Paradebeispiel eines vermeintlichen Effekts eingegangen. Dass man aus den Lautäußerungen der Tiere möglicherweise tatsächlich auf irgendetwas schließen kann ist natürlich ein ganz anderes Thema – das ebenfalls (für Kühe) beleuchtet und von den behaupteten Fähigkeiten der esoterischen Tierkommunikation klar abgegrenzt wird.

Schade eigentlich, dass sich bei DRadio-Kultur niemand das halbe Stündchen Zeit genommen hat, um in diese Sendung reinzuhören … … wäre doch auf der Fahrt zur Tierkommunikatorin Zeit genug gewesen …





Zwei dumme Videos

8 08 2012

Ich weiß ja nicht warum der Stern dieses Video online gestellt hat – vielleicht um die Dummheit indischer vermeintlicher Anlageprofis zu zeigen? Darin wird gesagt, dass diese (also zumindest einige) selbst ernannten Anlageprofis gerne zum Astrologen gehen um sich von diesem ihre Anlageentscheidungen absegnen zu lassen. Wow! Es gibt also in Indien astrologiegläubige Menschen! Sensationell! Wer hätte das gedacht? Im aufgeklärten  Deutschland kann es so etwas ja ganz bestimmt gar nie nicht geben! Und der Astrologe schwurbelt sich dann auch noch einen ab:

„Wir haben die wundervolle Wissenschaft der Astrologie in die Wirtschaft integriert. Wir nennen es Finanz-Astrologie. Das neue Konzept heißt Sri Drishti. Das ist die Vision von Mahalaxmi, der Göttin des Reichtums. Sie sorgt für Wohlstand.“

Klar! Aber nur dann wenn die Börse dem Anleger auch „gewogen“ war … … gäbe es eine solche Methode, die Anleger dieser Welt würden alle danach handeln – und dadurch grandios scheitern! Wenn alle ein astrologisches Kaufsignal bekommen, dann gäbe es ja – wegen dem astrologischen Kaufsignal – keine Verkäufer, und damit könnte keine Order der Sternenfuzzies ausgeführt werden! Aber wer erwartet schon von solcherlei Aussagen echte Börsenkenntnisse …

Ein anderes Video wird hier erwähnt und verlinkt. Es geht um den Untergang unseres schönen Nachbarlands Österreich. Der wird nämlich mit drastischen Worten angekündigt und soll nach Meinung eines christlich motivierten Dummschwätzers irgendwann drohen. Irgendwann ist ja immer gut … … aber immerhin will der Mann noch wissen, dass das Ganze mit Überschwemmungen und vom Himmel fallenden Feuern zusammen hängen soll – und dass natürlich der Verfall von Sitte und Moral sowie Homosexualität an der ganzen Sache Schuld sein wird.  Gäääähn, das ist jetzt aber wirklich so vollkommener Blödsinn, dass man diesen nur mit einem uralten Video eines Karnevalsschlagers von1954 beantworten kann:





Der wahrheitsliebende Fake-Guru: Kumare

25 07 2012

Sollte es in den nächsten Tagen langweilig werden, hätte ich einen Tipp: Eine Reise in die Welt der Guru- und Leichtgläubigen, die man nicht einmal mit der Wahrheit abschrecken kann.  Ein indisch stämmiger Filmemacher aus der USA beschließt sich als Guru auszugeben, reist in eine Großstadt in der ihn keiner kennt, kultiviert den indischen Akzent seiner Großmutter, zieht sich eine Guru-Robe an … … und fasziniert seine neuen Fans mit vollkommen – und absichtlich – schwachsinnigen Sprüchen und selbst erfundenen Ritualen.

Der Film ist einfach gut gemacht, wird zwischendurch extrem lustig (weil sich der Protagonist mit ein paar lokalen Esogrößen trifft und später seine Anhänger wirklich tolle Esoplattitüden von sich geben) und kriegt am Ende eine wunderbare Kurve. Um seine dann 14 Anhänger nicht völlig zu verschrecken zieht er seine Selbstenthüllung ein wenig in die Länge – und schafft es am Ende, dass sich offensichtlich nur vier seiner Adepten von ihm wirklich verarscht fühlen (der Rest scheint seine „Botschaft“ verstanden zu haben).

Ich weiß nicht, wie lange der Film noch zum kostenlosen Anschauen zur Verfügung steht, deswegen empfehle ich möglichst bald hier zu klicken hier zu klicken (wieder zu sehen bis ca. 10.01.2013) –  83 Minuten gute und intelligente Unterhaltung (meine Meinung!) sind garantiert!

(Danke an Sabine V. für den Link via Facebook)





Morgen im Programm: Entrückung in den FKK-Himmel

23 07 2012
Vor gut einem Jahr, kurz vor dem 21. Mai 2012 sorgte ein spinnerter amerikanischer Prediger für einen kleinen Medienhype als er just für diesen Tag die „Entrückung“ ankündigte, der nur ein halbes Jahr später das unwiderrufliche Ende der Welt folgen sollte. Harold Camping heißt der Mann, der – nachdem er Ähnliches schon 1994 falsch prophezeit hatte – inzwischen solchen Voraussagen abgeschworen hat. Für alle, die sich nicht mit „Entrückung“ auskennen: Es bedeutet, dass die braven, Rechtgläubigen schon mal vorab zu ihrem Herrgott in den Himmel auffahren dürfen um es sich dort – in der Nähe ihres Idols – auf immer und ewig gut gehen zu lassen. Wie Camping voriges Jahr ankündigte würden die Auserwählten all ihren irdischen Tand auf unserem Planeten zurücklassen, so dass man sich nicht wundern sollte wenn an diesem Tag irgendwo verlassene Autos, Tiere oder herrenlose Kleidung rumliegen würden. Das wäre eben das sichtbare Zeichen dafür, dass hier ein Mensch entrückt worden wäre.
Olle Kamellen? Nein! Hier und hier kann man lesen, dass am 24. Juli 2012, also morgen, wieder ‚mal kollektives Entrücken angesagt ist. Der Prophet ist übrigens gerade einmal halb so alt wie der über 90 jährige Camping und heißt Mark Alexander (… was born in Kerala, India in the year 1967). Es ist also zu  erwarten ist, dass er in Zukunft noch weitere solcher Unsinnsprognosen hinausposaunen wird. Dass diese Ankündigung keinen ähnlichen Medienhype wie die letztjährige von Camping verursachte, könnte daran liegen, dass der Mann in Australien lebt. Schade eigentlich, denn ich fand viele der damals anläßlich dieses Termins ins Internet gestellten Fotospäße ziemlich lustig. Glücklicherweise ist das Zeugs ja zumindest teilweise noch verfügbar.

Ob sich die doch überwiegend als äußerst prüde geltenden Anhänger solcher Spinnereien den Himmel wirklich wie ein riesiges FKK-Gelände vorstellen?

mit Dank an den Blasphemieblog