Augen vs. Ohren 1:0 – der McGurk-Effekt

18 09 2011

Ich bin ja immer wieder erstaunt, auf welche Weise unser Hirn bisweilen die Realität verdreht. Der McGurk-Effekt war mir bis eben völlig unbekannt, bis mich ein Tweet auf das folgende Video hinwies:

Faszinierend ist dabei, dass man dieser Fehlwahrnehmung nicht entgehen kann. Auf YouTube gibt es noch weitere Beispiele, wobei mir folgende Version wirklich sehr gut gefällt:

Erst beim 2. Durchlauf fiel mir auf, dass zwischen 0:24 und 0:35 des Videos die Aufforderung des Moderators, jetzt die Augen geschlossen zu halten, nicht nur tatsächlich auch auf dem Bildschirm eingeblendet, sondern am Ende noch verschärft  wurde:

Dabei ist der Effekt meines Erachtens besonders eindrucksvoll, wenn man zwischen nur hören und hören und gucken abwechselt.





Ei, Ei, Ei

16 09 2011

Ach wie fies! Da wird die Mutter eines 11-jährigen nicht nur um ein paar Euro abgezockt, sie muss auch noch ein zerdrücktes rohes Ei aus zwei T-Shirts entfernen. Wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung heute meldete hatte eine selbst ernannte Hellseherin der Mutter irgendwelche üblen Verhexungen eingeredet, die nun durch ein abstruses Ritual (für das natürlich gar nicht abstruses Bargeld verlangt wurde) beseitigt werden sollten:

Ein T-Shirt der Mutter, ein T-Shirt des Kindes, ein rohes Ei, eine rote Kerze und eine Heilige brauche sie, um den Hexenzauber auf dem Jungen zu brechen. Damit sollen die besorgte Mutter, die Hellseherin und eine Helferin (51) an einen entlegenen Platz gefahren sein. Dort habe die Zauberin der Mutter das Ei – zwischen die Shirts gelegt – auf den Bauch gedrückt – um die Hexen zu verjagen.

Immerhin, die Mutter ging zur Polizei als die Hellseherin dann noch wesentlich mehr Geld abzocken wollte, und in erster Instanz wurde die nicht zur Verhandlung erschienene Hellseherin zu einer Geldstrafe verurteilt. Wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, dann ist die Strafe zwölf mal so hoch wie der erzielte Gewinn bei der ersten Antihexerei-Ei-Abzocke … … und das wäre eine wirklich gute Nachricht.

Die Hellseherin war aber auch wirklich zu ungeschickt. Hätte sie das Ei nicht zwischen den T-Shirts auf dem Bauch der Mutter zerdrückt sondern nur leicht über deren Körper gerollt (und Unsinniges versprochen), sie hätte sich statt vor Gericht möglicherweise vor einem Volkshochschulauditorium wieder gefunden. So wie z.B.  diese Frau, die an der Volkshochschule Mainz einen Kurs anbietet, bei dem sie genau das tut. Die Veranstaltung heißt „Massage mit dem Ei“ und das Ei wird in weichen Bewegungen über den Körper geführt. Das soll dann irgendwie supidupi-energetisch-toll sein. Die dazu gehörige sinnfreie Anhäufung esoterischer Wellness-Buzzwords liest sich im Original so:

Stress, Ärger, Alltagssorgen – sie belasten Körper und Seele, sie erzeugen negative Energien. Und die können sich im Laufe der Zeit im Körper aufstauen, führen dann zu einer Art innerer Blockade. Der Fluss von positiven Energien wird behindert oder gar verhindert. Die Inkas fanden aus ihrem Wissen über natürliche Kräfte heraus einen Weg, solche Blockaden zu lindern, zu lösen. Inkas und ihre Schamanen waren davon überzeugt, dass ein schlichtes Hühnerei bei sanften Massagen des menschlichen Körpers negative Energien aufnehmen und damit abbauen kann. Ein energetisches Gleichgewicht ist dann wieder zu erreichen.

Mag sein, dass die Inka aus irgendwelchen Gründen Hühnereier über die Körper irgendwelcher Personen gerollt haben – die Suche nach entsprechenden Quellen bei google (Stichworte: Ei Massage Inka) lieferte aber eher abseitige Ergebnisse. Nur bei einem Herrn namens Gerardo Pizaro erfährt man etwas zum Thema (immerhin wird das Ei erwähnt!), denn ganz unten geht es um eine ominöse „Reinigung mit dem Ei“:

Es wird wie ein Röntgenbild benutzt, um den energetischen und physischen Zustand der Person zu sehen.

Was? Ein Ei wie ein Röntgenbild? Was für ein Quatsch! Noch spannender ist aber eine weitere bei Herrn Pizaro erwähnte „Methode“:

Im Norden von Peru wird auch heute noch die Reinigung mit dem Meerschweinchen angewandt.

Bleibt zu hoffen, dass die Düsseldorfer Hellseherinnenmafia sich daran kein Beispiel nimmt. Zwischen T-Shirts zerdrückte Meerschweinchen mag ich mir nun gar nicht vorstellen wollen.





Nikki traut sich doch nicht

13 09 2011

Nikki Pezaro hat sich in den letzten Jahren mit ihren völlig absurden Prognosen mehrfach in die Überschrift der jährlichen Prognoserückschau gefaselt. Jetzt will sie aber ganz hoch hinaus, denn wie CBC berichtete wollte sie doch tatsächlich die Million-Dollar-Challenge der James Randi Foundation (JREF) annehmen, sich also einem wissenschaftlichen Test ihrer Fähigkeiten unterziehen. Jetzt wartet die JREF auf ihre Bewerbung, und dieses Warten macht die JREF natürlich öffentlich. Nikki’s Ausrede, sie kenne die Bedingungen gar nicht, kontern die JREF-Leute mit Links zu den – öffentlich zugänglichen – Bedingungen. Nikki’s Behauptung, die Dollarmillion würde gar nicht existieren, kann die JREF mit einem öffentlichen Kontoauszug widerlegen. Jetzt schützt sie Zeitmangel vor, sagt sie sei noch nicht bereit und wolle die Million sowieso nicht – die  üblichen fadenscheinigen Ausreden.

Ein Kommentator bei CBS findet dafür übrigens noch einen anderen Grund, indem er aus den für Werbeaussagen in Kanada geltenden Richtlinien zitiert:

From the Canadian Counsel of advertising standards

(a) Advertisements must not contain inaccurate or deceptive claims, statements, illustrations or representations, either direct or implied, with regard to a product or service.

(e) Both in principle and practice, all advertising claims and representations must be supportable.

Ich weiß ja nicht ob Verstöße gegen diese „Richtlinien“ in Kanada irgendwie bestraft werden, ihre „Qualitäten“ kann man am besten einschätzen, wenn man sich ihr abstruses Prognosensammelsurium anschaut, z.B. hier für 2011.





Drei Siege, drei Unentschieden und drei -ste Ausreden

12 09 2011

Es kommt ja selten vor, dass AstrologINNen sich zu halbwegs exakten Prognosen versteigen, aber heute ist es tatsächlich passiert. Iris Treppner, (laut Bild) blondbezopfte Oberschwurbelfee mit Prozentrechenschwäche und Fußballfaible (Mönchengladbach ist übrigens nicht abgestiegen, Frau Treppner!) durfte ‚mal wieder im Deutschen Anleger Fernsehen bei der einschlägig vorbelasteten Frau Thonak ein Interview geben.

Frau Treppner, die es auch bei der Atomkatastrophe von Fukushima schaffte sinnloses Fußballblabla unterzubringen, weiß es dieses Mal wirklich ganz genau:

… so wie es aussieht werden sie wohl am Dienstag gleich gegen Arsenal gewinnen … (0:22)

… insgesamt, im Verlauf der Vorrunde mit drei Siegen und drei Unentschieden (0:27)

So genau waren ihre Prognosen selten, aber was war mit ihrer Dezemberprognose? Da hatte sie ja aus den Sternen gelesen, dass Dortmund eben nicht Meister werden wird … … überraschenderweise wagt Frau Thonak dieses Mal eine wirklich kritische Frage:

C. Thonak: Sie hatten ‚mal angesprochen, dass Jürgen Klopp als Trainer nicht so richtig zu Dortmund passt. Hat sich das mittlerweile geändert?

Iris Treppner antwortet:

Also diese Erkenntnis hatte ich ja vor allen Dingen an der Aktie fest gemacht, und nicht am Verein, das ist Unterschied. Und der Verein und Jürgen Klopp haben zusammen eine Negativkonstellation, das hat sich nicht geändert. Ich hab‘ auch an der Aktie einen Erfolg oder Mißerfolg in der Meisterschaft zum Beispiel festgemacht, denn unlogischerweise ist der BVB Meister geworden und im gleichen Monat ist die Aktie des BVB nach unten gegangen. Diesen Zusammenhang habe ich nicht begriffen, und diesen Zusammenhang werde ich auch nie begreifen.

Ein Blick in den Chart der Aktie zeigt, dass Frau Treppner offensichtlich keine Ahnung hat. Die Aktie lag zwischen Ende 2008 und Ende 2010 immer so zwischen 1,00 und 1,20 Euro, jetzt aber bei über 2 Euro – und vorher gab es auch einiges an Bewegung (2006 lag der Kurs ebenfalls über 2 Euro). Der Standard-DAX-Anleger wäre über eine solche Performance wohl doch eher begeistert gewesen. Und wenn sie den Vergleich zwischen Jürgen Klopp und Verein nicht gemacht haben will (sagt sie bei 1:44), warum hat sie dann im Dezember vollmundig Schwachsinn herausposaunt? Damals gab sie sich recht sicher, aber bei Astrologen soind solch dreiste Ausreden durchaus üblich. Dann rät sie den Dortmundern noch, sich beim Verkauf von Fanartikeln am FC St. Pauli zu orientieren, insbesondere am „inoffiziellen Bereich“, den sie damals auch angesprochen haben will. Ob sie damit diese beiden Zitate aus dem Dezemberinterview meint?

Würden die mit Artikeln aus der Sexbranche Geld verdienen wollen, damit hätten sie Erfolg! (2:48)

Sexy Trainer oder sexy Unterwäsche, damit hätten sie Erfolg. (3:03)

Am Ende spekuliert Frau Treppner noch über den Jungstar Mario Götze und will genau wissen, dass dieser in 2 Jahren seinen Verein wechseln wird – bzw., sollte er das schon vorher tun, dann dann eben nochmal.

Der bekannte Spruch über den Herrn, der Hirn herunterwerfen soll, dürfte bei Frau Treppner schon lange sinnlos sein – ob es an den blonden Zöpfen liegt, dass sie gegen Denken immun scheint, darüber möchte ich nicht spekulieren. Das Deutsche Anleger Fernsehen möchte sich aber offensichtlich weiter mit solchen Schwachsinnsinterviews lächerlich machen …





Placebo rules

17 08 2011

Wie geht man mit schwachsinnigen Produkten aus der Esoterikszene um? Zum Beispiel so wie es seit einiger Zeit einige australische Skeptiker machen. Es geht dabei um die so genannten Power Armbänder, die man seit einiger Zeit fast überall kaufen kann. Was diese Silikon-Armbänder können sollen, das kann man hier nachlesen und ein paar Zitate deuten auf schwersten Esoterikschwurbelbefall hin:

Die in fernöstlichen Kulturen jahrtausend alte Erkenntnis, dass unser Wohlbefinden vom natürlichen Energiefluss abhängt, findet auch im Westen zunehmend Akzeptanz. Auf Basis dieser Philosophie entstand Power Balance™.

Ah ja! Und wie funktioniert das mit dem Armband?

Die Power Balance™ Hologramme sind in ansprechenden Armbändern und Halsketten integriert bzw. auch als Aufkleber erhältlich, wodurch man Power Balance™ beliebig am Körper tragen kann.

Hologramme? Kling ja gaaaaanz wissenschaftlich! Hat bestimmt irgend etwas mit Füssik zu tun. Aber irgendwelche Erklärungen über was-weiß-ich-für-obskure Wirkungen sucht man auf diesen Seiten vergebens. Warum sollte man aber sonst 40 Euro für ein solches Silikon-Armband zahlen? Bei Amazon gibt es eine Art Motivation:

Top-Athleten wie Shaquille O’Neal, Rubens Barrichello oder Andy Irons vertrauen seit Langem auf Power Balance. Auch Surfer, Golfer oder Ausdauersportler tragen die Armbänder.

Andy Irons? Da musste ich bei Wiki nachschauen um heraus zu finden, dass dieser Mensch auf Brettern über Wellen hoppelt. Barrichelo gehört zu den Verrückten die dafür bezahlt werden, dass sie regelmäßig mit einem Auto im Kreis herum fahren und Shaq (na klar, als alter Basketballer kenne ich den natürlich) haben die Armbänder so viel Power gebracht, dass er jüngst vom aktiven Sport zurückgetreten ist.

Die Frage, die hier diskutiert wird ist ja auch von vorne herein falsch gestellt, wenn niemand erklärt was „positive Lebensnergie“ denn sein soll. Diese australischen Skeptiker haben ihre eigene, fast geniale Antwort gefunden. Sie lassen nämlich eigene Armbänder produzieren, die den Power-Armbändern zum Verwechseln ähnlich sehen, aber den – wohl richtigen – Namen tragen, die Placebo-Bands!

Der Shop ist leider seit Monaten ausverkauft, denn sonst hätte ich sicher schon ein paar dieser wirklich ehrlich beworbenen Silikonarmbänder. Statt dem unsinnigen „Power-Blance“ ziert hier ein „Placebo  The Power of Beliefe“ das Armband und das ebenfalls eingearbeitete Hologram offenbart ein dickes „P“ für Placebo. Auch die „Wirksamkeitserklärungen“ sind absolut wissenschaftlich:

Availabe in 2 stylish shades Placebo Band features two eye catching holograms that not only attract and impress others but also remind you that you’re wearing Placebo Band long after the sensation on the wrist has subsided.

Was der erste Satz noch ein wenig verschleiert offenbart das Folgende:

Placebo Band uses two powerful, scientifically proven effects, the placebo effect (Placebo) and confirmation bias (Confirmation Bias), that, combined with a subtle alternation in your own activities, help to strengthen your own personal desired outcomes and even desired outcomes in others!

Genau! Und die „Stärke“ dieses Effektes ist natürlich nicht einmal messbar:

Placebo Bands potential is indefinite. Its powers are, quite literally, up to your imagination! Placebo Band is made from high quality surgical silicone and mylar, is completely inert and has absolutely zero side effects* (* those with silicone allergies are advised NOT to use Placebo Band)  

Und während die Power-Balance-Hersteller vor irgendwelchen Produktpiraten warnen („In Deutschland und anderen europäischen Ländern werden zunehmend Fälschungen der Power Balance™ Armbänder verkauft. Aus diesem Grund distanzieren wir uns vom Verkauf auf Auktionsplattformen!„) verweisen die Vertreiber der Placebo-Bands auf harte wissenschaftliche Fakten:

Unlike similar products Placebo band does not employ any implausible technology in the manufacturing process means we can pass the savings on to you!

Was dies bedeutet sieht man am Preis, denn auch wenn es im Moment im Shop der Placebobandsmacher keine Preisangabe gibt, so zeigt dieser Beitrag, um wie viel billiger die Placebo Bands sind:

The Placebo Bands cost about 5% of what the Power Balance bands cost for an essentially identical product.

Das mit den 5% stimmt angesichts mancher Ausverkaufspreise für die Power-Balance-Bänder (oder eine ihrer Kopien – bisweilen kriegt man den Kram schon für unter 10 Euro) wohl nicht mehr, aber trotzdem zeigen solche Aktionen sehr schön wieviel Geld man leichtgläubigen Kunden mit leeren Versprechungen aus der Tasche ziehen kann – und schön dass man dieser Abzocke ein ehrliches Produkt entgegen setzen kann.





Kein „Verdünnungsmaster“ in Magdeburg (noch?)

14 08 2011

Als vor knapp zwei Jahren die Otto-von-Guericke -Universität Magdeburg einen Master-Studiengang in Homopathie ankündigte und die Einführung eines solchen auch ausführlich zu begründen versuchte war der Aufschrei unter den Wissenschaftsbloggern in Deutschland vorprogrammiert. Hier und da hatte sich die Nummer eins unter den deutschsprachigen Scienceblogs mit dem Thema beschäftigt, und – verständlicherweise – waren auch weitere seiner Kollegen wenig erfreut darüber, dass eine durchaus renommierte Hochschule einen Master in Homöopathie vergeben wollte. Immerhin sollte es kein „Master of Science“ sondern ein „Master of Arts“ sein, denn ersterer dürfte sich bei der Homöopathie ja von selbst verbieten …

Wobei mich immer noch wundert, warum die Universität seinerzeit unter anderem folgende Begründung für die Zulassung dieses Masterstudiengangs fand:

Die Universität ist nicht beteiligt an der Ausbildung in homöopathischer Medizin an sich; das könnte sie auch gar nicht. Ihre Aufgaben liegen in der Vermittlung von Methodiken für Forschung, Qualitätsförderung und Professionalisierung.

Es ist schon sehr erstaunlich, dass eine Universität einen Titel in einem Fachgebiet verleihen wollte, an dessen Ausbildung sie zu einem großen Teil überhaupt nicht beteiligt ist – außer natürlich an den genannten Themen (… die aber nur einen kleinen Teil des Studiums umfassen: Im dritten Modul lernen Studierende neben den Grundlagen der Wissenschaftstheorie sowohl quantitative als auch qualitative Forschungsdesigns kennen …). Heißt das, dass man gemeinsam mit der Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften in Magdeburg auch Konzepte für andere Masterstudiengänge erstellen kann, wenn man ein solches wissenschaftliches Feigenblatt mit aufnimmt?

Den Master of Arts selbst können etwaige Interessenten übrigens immer noch nicht erwerben. Den Grund dafür findet man hier:

Das Konzept steht – nun wird eine Hochschule gesucht, um es umzusetzen! Denn zu unserem Bedauern ist für die OvGU die Durchführung des Studienganges im Rahmen ihrer personellen Möglichkeiten nicht zu realisieren.

Fast wäre man geneigt, der Magdeburger Uni zu ihrer knappen Personaldecke zu gratulieren …





Sonntag 15:00 Uhr: Wir denken uns einen Regentanz!

13 08 2011

Ein großes Experiment steht kurz vor seiner Durchführung, und die Skeptiker haben es mal wieder nicht mitbekommen. Gerade noch rechtzeitig hat man mir eine Mail geschickt, die auf zwei YouTube-Videos aufmerksam machten, in denen es um einen wahnsinnig aufregenden „Versuch“ geht, der morgen, also am 14. August, ab 15:00 Uhr stattfinden soll.

Es geht um’s Wetter, denn es soll regnen! Natürlich nicht hier bei uns (das tut es bekanntlich schon seit Wochen), sondern irgendwo in der Sahara – auf der dazugehörigen Webseite wird der Ort Douz genannt. Die Aufforderung zu diesem Experiment in englisch bzw. eine etwas aufwendiger visualisierte Anleitung in Deutsch sollen also dafür sorgen, dass die aktuelle Wettervorhersage für die dortige Gegend sich als falsch erweist – angekündigt ist nämlich Folgendes:

Für diejenigen, die der dortigen Gegend ebenfalls ein wenig Feuchtigkeit zukommen lassen wollen hab ich ein paar Beispiele von Regentänzen auf YouTube gefunden. Laut Anleitungsvideo oben braucht man übrigens selbst keinen Regentanz durchführen, es reicht wenn man ihn einfach denkt, bzw. sich einfach irgendwie vorstellt, dass es dort nassen Sand geben würde oder Ähnliches. Von welchem YouTube-Regentanz man sich da inspirieren lassen will, das muss jede(r) selbst entscheiden …





Vier tolle Videos

12 08 2011

Herrlich! Diese vier Videos liebe ich seit Jahren, jetzt gibt es sie zum Anschauen auf diesem Blog:

So funktioniert das mit der selektiven Wahrnehmung

Update: Ich habe sie hier jetzt auch ‚mal eingebettet, die Erklärungen gibt es weiterhin im verlinkten Artikel:

Nr. 1: Der Klassiker (wie oft passen sich die mit den weißen T-Shirts den Ball zu?)

Nr. 2: Die gleiche Aufgabe wie oben …

Nr. 3: Anschauen und aufpassen – was fällt auf?

Nr.4: Für alle, die die Veränderungen in den ersten Videos nicht bemerkt haben: Ihr seid nicht alleine!





Meine börsenastrologischen Lieblinge …

7 08 2011

… lagen angesichts der aktuellen Turbulenzen auf dem weltweiten Börsenparkett so weit daneben, dass man fast schon Mitleid kriegen könnte. So sieht zum Beispiel ganz aktuell die Auswertung des seit vielen Jahren laufenden „Experiments“ des Astrologen Karsten Kröncke aus, der für jeden Handelstag aus den Sternen vorab ermittelt ob der DAX steigen oder fallen wird (auf dem Link ganz unten auf EXPERIMENT Tagesprognosen für DAX klicken, der Rest ist ein lahmer Aufguss seiner alten Grobprognosen):

Immerhin gibt er ehrlich seine früheren Trefferquoten an  (das war nicht immer so), so dass sich die Leser ihren Teil denken können: Mit einem Münzwurf fährt man bei einem Prognoseexperiment dieser Art ebenso gut.

Bei Iris Treppner ist man Fehlprognosen ja gewohnt. Anfang Juli prophezeite sie einen 3-monatigen Aufwärtstrend für den DAX und sah den Index bei 8000 Punkten (… und den Dow Jones zum Jahresende bei 14000). OK, das kann ja theoretisch noch kommen – aber nachdem sie sich beim Erdbeben in Japan damit rausgeredet hat, dass sie das Beben vorher deswegen nicht gesehen hat, weil sie den NIKKEI nicht betrachtet, zieht eine solch fadenscheinige Ausrede jetzt nicht. Ob die Leute vom Deutschen Anleger Fernsehen jetzt endlich aufhören, dieser Dame regelmäßig Werbezeit einzuräumen?

Dank an Bernd Harder, der im GWUP-Blog auf die „Zürich-Axiome“ (“Die wahren Gesetze der Geldanlage”) von Max Gunther hinwies, die auch explizit einen Abschnitt zum Thema Übersinnliches beinhalten. Den dort zu findenden Sätzen zur Börsenastrologie ist eigentlich nichts hinzuzufügen:

Dazu meint das Traders Journal:

Gunthers sinnvoller Rat: Schauen Sie sich die ganzen Astrologen, Tarotkartenleger, Gurus etc. an – sind diese Leute reich? Oder jedenfalls deutlich wohlhabender als der Durchschnitt?

Natürlich nicht. Wenn es um Geld geht, tappen sie genauso im Dunkeln wie andere.

Die Verfechter der mystischen Lehren wissen natürlich immer wieder blendende Beispiele ihrer „Erfolge“ zu nennen, ohne die zahllosen Reinfälle zu erwähnen. Das beweist nichts, außer dass jeder mal richtig liegt.”





Placebo für Lette: Pech für Frau Kröger

3 08 2011

2256 Einwohner hat (laut Wikipedia) der zu Oelde gehörende Ortsteil Lette, der Ende letzten Jahres bundesweit in den Medien für Aufsehen sorgte. Da der einzige Arzt im Ort mit 69 Jahren seine Praxis aufgab versuchten die Bürger einen Nachfolger in die verwaisenden Praxisräume zu locken, dem sie Gratishaarschnitt, Gratismittagessen (zumindest eine Woche lang), Gratisfrühstücksbrötchen und einiges mehr anboten – scheiterten aber bis heute. Über die Gründe hat sich hier ein Landarzt so seine Gedanken gemacht …

Jetzt melden die Medien eine Scheinlösung des Problems, aber diese dürfte zumindest Frau Kröger nicht zufrieden stellen. „Weil sie regelmäßig Tabletten braucht, muss sie nun ins fünf Kilometer entfernte Clarholz zum Arzt fahren.“ war in diesem Focus-Artikel über die Rentnerin zu lesen, und das wird ihr weiterhin nicht erspart bleiben. Die Praxisräume wurden nämlich jetzt an einen Heilpraktiker vermietet, und der darf nun mal keine verschreibungspflichtigen Medikamente verordnen.

Ob der neue Mieter jetzt in den Genuss der oben genannten Vergünstigungen kommen wird ist nicht bekannt. Das „Problem“ mit dem fehlenden Arzt im Ort ist jedenfalls nicht behoben. Wie sagte doch ein Richter anlässlich eines Prozesses gegen einen Heilpraktiker (Quelle dort): Patienten dürfen nicht im Glauben gelassen werden, der Besuch beim HP ersetze eine ärztliche Behandlung. Bleibt zu hoffen, dass sich die Einwohnern von Lette dieses Unterschieds bewußt sind.