Abstruse Geschäftsidee (… und der Polsprung ist ausgefallen)

14 03 2018

Mit Geschäftsideen ist das so eine Sache. Manche sind auf den ersten Blick Unsinn, andere starten zur falschen Zeit und wieder andere sind einfach unverständlich. Während die erstere Variante keines Kommentares bedarf, es bei der zweiten Variante manchmal tragisch zu früh sein kann („Wow! 2018 fehlt hier noch ne Videothek, und das mit dem Internet brauchen wir wirklich nicht“) lässt einen die dritte Variante dann doch eher mit diversen Fragezeichen im Gesicht zurück.

Eine solche Geschäftsidee soll im Juni, rechtzeitig zur Weltmeisterschaft der Gegen-den-Ball-Kicker in Putinland, so richtig gestartet werden: AFC (Astrologisches Fußballcoaching) soll diese Firma heißen, die – gemäß diesem Artikel der Huffpost –  bereits in Köln gegründet wurde. Und was soll da passieren? Nun ja, so genau weiß man das nicht, denn der Gründer des Ganzen (der auch mal hier – aus unerfindlichen Gründen – portraitiert wurde) gibt ja auf die gestellten Fragen nur fürchterliches Geschwafel von sich. So reagiert er auf diese, ziemlich konkrete Frage …

Dennoch haben Sie in einem früheren Interview behauptet, dass Sie die Zukunft des Weltfußballs voraussehen könnten. Wie geht das zusammen?

… mit einer Antwort, die mit der Frage absolut gar nichts zu tun hat:

Schauen Sie, die Astrologie ist anders, als die meisten denken. Der Bürger denkt noch immer, ein Astrologe sitzt im Zelt vor einer Glaskugel und hat Visionen oder dergleichen. Das sind Jahrmarktsphantasien, die nichts mit der Realität zu tun hat. Die Astrologie steht in unseren Tagen nun mal in der Zirkusecke, und die Astrologen sind auch noch selbst schuld daran.

Und auch auf die Nachfrage „Wie meinen Sie das?“ folgt nur allgemeines Blabla, aber immerhin hat er es damit scheinbar geschafft, die Antwort auf diese Frage zu vermeiden. Noch besser ist seine astrologische Antwort auf die Frage „Worum geht es denn beim Fußball im Wesentlichen? Kann man das überhaupt mit Bestimmtheit sagen?„:

Ja. Ich kann Fußball astrologisch definieren.

Eine astrologische Definition für Fußball? Her damit! Aber es folgt:

Worum geht es? Auch wenn sich das für manche Ohren da draußen zunächst mal wie eine Binsenweisheit anhört: Es geht im Fußball um Tore.

Es hört sich nicht nur wie eine Binsenweisheit an, es ist einfach eine! Und wenn das die astrologische Definition sein soll, dann braucht niemand die Astrologie, denn dass es im Fußball um Tore geht weiß man auch ohne Sterndeutung. Immerhin wissen wir durch dieses Interview jetzt, dass es ab Juni eine Firma gibt, die

Profis, Trainern und Funktionären ambulante wie langfristige Hilfe und Begleitung anbietet.

Ach? Astrologische Hilfe und Begleitung? Ambulant (ein stationärer Aufenthalt beim Astrologen wäre jedem Trainer auch schwer zu erklären)? Also versucht wieder einmal jemand mit Astrologie Geld zu verdienen und fokussiert sich auf Fußball. OK, es gibt Fußballer, die auf Astrologie stehen, und auch Trainer (wie der ehemalige französische Nationaltrainer Domenech) mögen der Sternkunde zugetan sein, aber ob er Mann wirklich mit der Sternkunde etwas bewegen kann? Ich glaube es nicht, stelle mich aber gerne als Berater für entsprechende Testszenarien zur Verfügung, wenn der Gründer sich darauf einlässt.

Immerhin dürfte der Start dieses Geschäftsmodells nicht durch eine Art Weltuntergang gestört werden, denn der auf Facebook von einem einschlägig bekannten Schwurbifex vorausgesagte „Polsprung“ (ein Szenario, das seit vielen Jahren durch die esoterische Weltuntergangsszene wabert) hat offensichtlich auch am 13. März 2018 nicht stattgefunden. Kurz vor Mitternacht zeigt meine Kompaßnadel noch brav – zumindest ungefähr – in Richtung Norden.





Gibt’s tatsächlich: Ein Gesetz gegen das Ausnutzen von Aberglauben und Leichtgläubigkeit

25 02 2018

Im schweizerischen Tagblatt fand sich am Wochenende ein interessanter Artikel mir dem Titel „Der Teufel hat hier nichts verloren“. Thema war eine Besonderheit im Strafrecht des Kantons Thurgau, denn dort gibt es unter den „Übertretungsstraftatbeständen“ einen wohl ziemlich einmaligen Paragrafen (Nr. 32) der wie folgt lautet:

Wer gewerbsmässig den Aberglauben oder die Leichtgläubigkeit anderer durch Wahrsagen, Traumdeuten, Kartenlegen, Geisterbeschwören, Teufelsaustreibungen oder auf ähnliche Art und Weise ausbeutet, wird mit Busse bestraft.

Wow! So einfach kann ein Gesetz gegen esoterische Abzocke formuliert sein! Ob dies ein gewisser Herr Lehmann wusste, als er 2009 ausgerechnet in Kreuzlingen ein Hotel bezog um Kunden für seine Wahrsagerei anzulocken? Immerhin hatte das für ihn keinerlei Konsequenzen, denn wie die Zeitung meldete wurde der Paragraf erst ein einziges Mal angewendet und führte 2011 zu einem Bußgeld von 300 Franken. Die Täterin hatte ihrem Opfer irgendwelche Rituale versprochen und dafür immer wieder Geld verlangt – bis diese eben die Polizei informierte. Für eines der Rituale sollte das Opfer ein altes T-Shirt und ein Ei parat halten – das scheint 2011 eine beliebte Abzockermethode gewesen zu sein, denn auch in Düsseldorf wurde 2011 ein ähnlicher Fall aktenkundig, der übrigens auch zu einer Bestrafung (1200 Euro) geführt hatte.

Dass der Paragraf früher statt Teufelsaustreibungen die „Anleitung zum Schatzgraben“ unter Strafe stellte ist ein interessantes Detail – offensichtlich scheint dies heutzutage nicht mehr als Problem angesehen zu werden. Warum es überhaupt so ein Gesetz gibt kann man in der Begründung der früheren Fassung nachlesen:

Diese Bestimmung wurde schon oft vermisst. Bisher war die Bestrafung der Wahrsager usw. nur möglich, wenn der Tatbestand des Betrugs erfüllt war, was nicht immer zutrifft und namentlich nicht leicht bewiesen werden kann. 

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen – außer dass man der Liste der unter Strafe gestellten gewerbsmäßigen Tätigkeiten bestimmt noch die ein oder andere hinzufügen könnte. Nutzen nicht auch religiöse Würdenträger die Leichtgläubigkeit von Menschen gewerbsmäßig aus? Und wer definiert eigentlich was man als „Aberglaube“ zu verstehen hat?





Die Angst der Homöopathen vor der Öffentlichkeit (mit aktuellem Update)

6 02 2018

Aus dem Internet – insbesondere Facebook – kennt man das ja: Unliebsame Kommentatoren werden geblockt, deren Beiträge kommentarlos gelöscht. Was macht man aber, wenn man nicht im Internet unterwegs ist sondern an einer Uni eine „Ringvorleseung“ anbietet? Man macht die Kritiker auf Old-School-Art mundtot!

So geschehen an der Uni Kiel, und dankenswerter Weise von ein paar Studenten ordentlich dokumentiert. OK, die „Ringvorlesung“ war schon mal keine Veranstaltung der Universität, wollte aber wohl mit der Wahl des Titels „Ringvorlesung“ irgendwie suggerieren, dass es sich um eine offizielle Veranstaltung der Universität handelte. War es aber gar nicht …

Die erste Veranstaltung sollte eine Einführung in die Homöopathie beinhalten und wurde – wie die ganze Veranstaltungsreihe – natürlich nicht von der Uni veranstaltet sondern fand mit finanzieller Unterstützung der einschlägig bekannten Carstens-Stiftung (die „Ringvorlesung“ im Sommersemester 2017 wurde dort auch beworben) statt. Das weitgehend neutrale Protokoll dieser Veranstaltung hatte jedoch Folgen. Denn ab dem zweiten Termin hatten die Veranstalter keine Lust mehr auf solche Protokolle und bemühten fadenscheinige Begründungen um den Zuhörern einen Maulkorb zu verpassen. Das gelang in Form einer von den Zuhörern eingeforderten „Schweigepflichtserklärung“, die auf der verlinkten Seite netterweise abgebildet ist. Es ist schon komisch, dass man eine Werbeveranstaltung für die Homöopathie macht und dann den Zuhörern verbietet darüber zu reden. Aber es wurde noch schlimmer …

Bei der dritten Veranstaltung sollten sich die Unterzeichner der Schweigepflichtserklärung sogar noch ausweisen! Man kann natürlich dem Veranstalter hier ein gewisses Hausrecht zugestehen, aber wenn man das Ganze „Ringvorlesung“ nennt, dann ist das schon sehr deplaziert. Aus der Beschreibung des – abgebrochenen – Besuchs der dritten Veranstaltung ist dann auch der wahre Grund der eingeforderten Schweigepflichtserklärung klar ersichtlich: Man wolle solche Protokolle wie von der ersten Veranstaltung verhindern …

Tja, liebe Homöopathen, Kritiker mundtot machen ist eine ziemlich lächerliche Strategie. Wenn ihr nicht wollt, dass irgendjemand über eure „Vorlesungen“ berichtet, dann haltet sie statt an der Uni („Ringvorlesung“? Pah!) in Hinterzimmern von Kneipen oder in der Praxis eines eurer Mitglieder ab – an der Uni hat dieser Nonsens schon lange nichts mehr zu suchen (es sei denn ihr könnt Evidenz nachweisen). Denk- und Diskussionsverbote von den Besuchern eurer Veranstaltungen zu fordern ist aber einfach nur armselig. In anderen Zusammenhängen werbt ihr doch sehr gerne für euren Kram

Bleibt zu hoffen, dass die Uni Kiel sich wenigstens für die Zukunft die Titulierung dieser Werbeveranstaltung als „Ringvorlesung“ verbittet (… oder keine Räume mehr zur Verfügung stellt).

Update: Die letzte „Ringvorlesung“ – terminiert auf den 30.01.2018 – wurde „aus persönlichen Gründen der Referentin“ (!!!) abgesagt. Noch besser aber ist, dass sich das Präsidium der Universität wie folgt äußerte:

[…] ich kann Ihnen bestätigen, dass das Präsidium der CAU den Arbeitskreis gebeten hat, zukünftige Veranstaltungen in anderen Räumlichkeiten abzuhalten. Vonseiten der Universität werden keine Räume mehr zur Verfügung gestellt. Eine detaillierte Bewertung der Veranstaltungsinhalte war mit dieser Entscheidung allerdings nicht verbunden […]

Klingt gar nicht mal schlecht! Danke an eNBeWe, aus dessen Blog über „Coding, Life and more“ de meisten Informationen stammen. Sehr gute skeptische Basisarbeit und dann auch noch erfolgreich! Klasse!





Homöopathische Blähungen

22 01 2018

Die Deutsche Apotheker-Zeitung hat in den letzten Monaten durchaus kritisch über Homöopathie und Heilpraktiker berichtet, umso ärgerlicher dann der Werbeartikel von letzter Woche. Es ging um Mittel gegen Blähungen bei Babys und dabei wird auch ein brandneues Mittel völlig unkritisch erwähnt, dass auf der Herstellerseite mit folgenden Worten angepriesen wird:

Carum Carvi® Baby-Kümmelzäpfchen sind ein homöopathisches Arzneimittel mit Auszügen aus natürlichem Kümmel.

OK, in den Zäpfchen ist Kümmel drin, aber irgendeine Indikation darf natürlich nicht angegeben werden:

Registriertes homöopathisches Arzneimittel, daher ohne Angaben einer therapeutischen Indikation. Tritt während der Anwendung des Arzneimittels keine Besserung der Beschwerden ein, ist medizinischer Rat einzuholen.

Der Hersteller ist selbst ernannter Speziallieferant und beschreibt seine Produktlinie wie folgt:

Die Pädia-Produkte eignen sich für Groß und Klein – für Babys kurz nach der Geburt und Kinder im Jugendalter. Wir entwickeln sie mit all unserer Kompetenz und Erfahrung, die wir uns als Spezialist in der Kinderheilkunde über die Jahre hinweg erworben haben. Verantwortungsbewusst passen wir sie immer wieder erneut an gestiegene Anforderungen und neue wissenschaftliche Entwicklungen an.

Das mit den „neuen wissenschaftlichen Entwicklungen“ ist angesichts eines neuen „homöopathischen“ Produkts natürlich sehr seltsam, ignoriert das doch sämtliche diesbezüglichen Forschungsergebnisse. Noch seltsamer aber wird es wenn man sich das Produkt näher anschaut, denn irgendwie scheint der Hersteller das mit der Homöopathie nicht verstanden zu haben.

Nehmen wir als erstes das Simile-Prinzip, das beim Informationsnetzwerk Homöopathie wie folgt beschrieben wird:

Was bei Gesunden bestimmte Symptome auslöst, wird Patienten verabreicht, die ähnliche Beschwerden schildern. Ein Beispiel: Weil Bienenstiche eine schmerzhafte Schwellung auslösen, soll „potenzierte Biene“ schmerzhafte Schwellungen heilen.

Bei Blähungen würde man also als homöopathisches Mittel etwas mit Zwiebeln oder Weißkohl vermuten, und tatsächlich findet man hier als Indikation für „Allium Cepa“ (Zwiebel) unter (vielen) anderen:

Flatulenz (Blähsucht)

Aber das neue Mittel besteht aus Kümmel! Kümmel? Als homöopathisches Mittel gegen Blähungen? Ist Kümmel nicht ein altes Hausmittel GEGEN Blähungen? Doch, ist es, wie man beim Netdoktor nachlesen kann. Also müsste ein homöopathisches Kümmelmittel doch eigentlich Blähungen fördern und nicht lindern …

Immerhin hat man das homöopathische Mittel nicht durch die „homöopathische Potenzierung“ (was das ist kann man auch beim Informationsnetzwerk Homöopathie nachlesen: „Verdünnen und Verschütteln („Potenzieren“) soll die Heilkraft jedes Stoffes verstärken.„) noch weiter – vermeintlich, homöopathisch – verstärkt und gibt folgende Mengenangabe an:

Auszug aus Kümmel [Carum carvi, ethanol. Decoctum (Urtinktur (=D1))]

Die Zäpfchen bestehen also aus Kümmel und Alkohol (!!! für Babys????), das irgendwie dem Fett der Zäpfchen beigemischt wird. Immerhin hat der Hersteller nicht weiter potenziert sondern gleich irgend eine alkoholische Kümmellösung (vermutlich 1:10) benutzt, denn sonst müssten gemäß homöopathischer Simileregel und der bekannten homöopathischen Potenzierungs(un)logik diese Zäpfchen ja geradezu als Blähungsbooster wirken.

Wir haben also ein homöopathisches Mittel, dass den zentralen Regeln der Homöopathie vollkommen widerspricht. Ich werde mal beim Hersteller nachfragen, warum sich dieses Mittel eigentlich homöopathisch nennen darf bzw. was an diesem Mittel überhaupt homöopathisch ist. Auf die Antwort – wenn denn eine kommt – bin ich schon mal gespannt.





Erste Zwischenbilanz der Prognosesammlung 2018: Fußball-WM, Royale Hochzeit und mehr

8 01 2018

Die Prognosesammlung für 2018 ist weiterhin in vollem Gange, aber nach inzwischen über 50 Einträgen in der dafür gebastelten Liste wird es Zeit für eine erste Zwischenbilanz.

Die vielen lächerlichen und – wie immer meist katastrophalen – Prognosen, die aus den alten Verslein von Nostradamus oder anderen Mystikern herausgelesen wurden bieten wirklich nichts Neues – alles nur der übliche Quark. Auch bei den  vielen Blaba-Prognosen, die bisweilen mit ein wenig Katastrophengeraune (Stürme, Erdbeben, etc.) angereichert sind, gibt es keine Überraschungen, die Texte sind genauso nichtssagend wie in in den letzten Jahren auch. Nur manchmal scheint man sich irgendwie vertan zu haben. So definiert die Astrologin Hildegard Leiding sogenannte „Schwendtage“ wie folgt:

Die Schwendtage sind ebenfalls wichtig und jedes Jahr feststehend.
An diesen Tagen unternimmt man besser nichts Besonderes, da man garantiert dies bereuen würde.

Sie gibt auch eine Liste dieser Tage dazu, an denen man wohl am besten das heimische Sofa nicht verlassen sollte. Der 22. Juli ist übrigens einer davon, aber man sollte dann – wenn es nach Frau Leiding geht – das mit dem „nichts unternehmen“ am Nachmittag beenden, denn ebenfalls am 22. Juli ereignet sich um 17:12 ein „Initiationszeitpunkt“, und das wird so erklärt:

Initiationszeitpunkte sind Daten, an denen man etwas Neues beginnt und das nachhaltig zu großem Erfolg führt.

Hat man eben an diesem Tag die Wahl …

Gerade erst zwei Mal habe ich bisher Vorhersagen zur kommenden Fußball-WM gefunden, und in beiden Fällen (Susy Schädler aus Liechtenstein und Antonio Vázquez aus Mexiko) soll der neue Titelträger ebenso heißen wie der alte, also Deutschland. Sind wir mal gespannt …

Noch vor der WM findet in London das „gesellschaftliche Ereignis“ des Jahres statt: Die Hochzeit zwischen dem Britenprinzen Harry und der amerikanischen Schauspielerin Meghan Markle. Die bisherigen drei Prognosen sind sich da nicht so ganz einig: Während bei Susy Schädler alles fluffig nach „Wolke sieben“ aussieht, will Kerrie Erwin schon jetzt wissen, dass die Sache nicht gut ausgehen wird: trotz baldigem Nachwuchs soll die Ehe höchstens 5 Jahre halten. Noch schöner ist das von Piers „Mystic“ Morgan beschriebene Szenario eines Skandals während der Hochzeit selbst:

Wenn der Erzbischof von Canterbury fragen wird, ob irgendjemand einen Grund kennt, warum Prinz Harry und Meghan Markle nicht heiraten sollten, wird sich Trevor Engelson – Meghans erster Ehemann – durch das Dach der St. George’s Kapelle abseilen und schreien: Ja, ich – wir sind noch nicht wirklich geschieden! 

Schöne Bilder würden das werden! Und es soll noch besser kommen:

Harry wird ihm dann mit dem rechten Haken eine verpassen und die Zeremonie kann weitergehen.

Endlich mal eine spannende royale Hochzeit, auch wenn das Ganze nur  als Stunt für eine US-Reality-TV-Show namens “Verbitterte Ex-Ehepartner” inszeniert werden soll. 

Und Nikki Pezaro hat neben ihrer üblichen, schier endlosen Katastrophenliste auch für 2018 wieder hübsche tierische Absurditäten auf Lager:

  • 254. A pink cow will be born in China
  • 258. A giant chicken will be formed after a new breed is discovered
  • 282. A giant rabbit 6 – 10 ft will be found
  • 261. A Parrot will rob a bank

Ein Papagei als Bankräuber? Bin ja schon mal gespannt wie der seine Beute abtransportiert …

Mal sehen was die weiteren Prognosen so bringen …





Pierre M. Krause lässt sich von einer Astrologin das „Venusjahr“ erklären …

27 12 2017

Wenn eine Astrologin etwas erklären will, dann wird das richtig lustig (wenn eine Redaktion das fix bebildert):





Lieblingsweihnachtslied

24 12 2017

Immer noch das beste Weihnachtslied aller Zeiten: Tim Minchin mit „White Wine in the Sun“ (… und wer sich wundert was der Titel mit Weihnachten zu tun hat: Minchin stammt aus Australien, da sitzt man an Weihnachten eben mit der Familie in der Sommersonne und erfreut sich leckerer gekühlter Getränke):

 

Und wer den Text noch nicht kennt, hier ist er:

I really like Christmas
It’s sentimental, I know, but I just really like it
I am hardly religious
I’d rather break bread with Dawkins than Desmond Tutu
To be honest
And yes, I have all of the usual objections
To consumerism, the commercialisation of an ancient religion
To the westernisation of a dead Palestinian
Press-ganged into selling Playstations and beer
But I still really like it
I’m looking forward to Christmas
Though I’m not expecting a visit from Jesus
I’ll be seeing my dad
My brother and sisters, my gran and my mum
They’ll be drinking white wine in the sun
I don’t go in for ancient wisdom
I don’t believe just ‚cause ideas are tenacious it means they’re worthy
I get freaked out by churches
Some of the hymns that they sing have nice chords
But the lyrics are dodgy
And yes, I have all of the usual objections
To the mis-education of children who, in tax-exempt institutions
Are taught to externalise blame
And to feel ashamed and to judge things as plain right and wrong
But I quite like the songs
I’m not expecting big presents
The old combination of socks, jocks and chocolate’s is just fine by me
‚Cause I’ll be seeing my dad
My brother and sisters, my gran and my mum
They’ll be drinking white wine in the sun
I’ll be seeing my dad
My brother and sisters, my gran and my mum
They’ll be drinking white wine in the sun
And you, my baby girl
My jetlagged infant daughter
You’ll be handed round the room
Like a puppy at a primary school
And you won’t understand
But you will learn someday
That wherever you are and whatever you face
These are the people who’ll make you feel safe in this world
My sweet blue-eyed girl
And if my baby girl
When you’re twenty-one or thirty-one
And Christmas comes around
And you find yourself nine thousand miles from home
You’ll know what ever comes
Your brothers and sisters and me and your mum
Will be waiting for you in the sun
When Christmas comes
Your brothers and sisters, your aunts and your uncles
Your grandparents, cousins and me and your mum
We’ll be waiting for you in the sun
Drinking white wine in the sun
Darling, whenever you come
We’ll be waiting for you in the sun
Drinking white wine in the sun
Waiting for you in the sun
Darling, when Christmas comes
We’ll be waiting for you in the sun
Waiting
I really like Christmas
It’s sentimental, I know
Copyright natürlich bei Tim Minchin!

 





Alle jahre wieder: Die (GWUP-)Prognoserückschau 2017 – mit FAQs und Quellenlinks

14 12 2017

Ausgefallene Weltuntergänge und ausgeflippte Tiere

Die alljährliche Hellseherblamage

Ob aus Bibelversen errechnet oder mit dem plötzlichen Auftauchen eines ominösen Planeten namens „Nibiru“ begründet – mindestens viermal verstrich im ablaufenden Jahr ein Weltuntergangstermin, ohne dass irgendetwas passiert ist. Bilder von kannibalistischen Pandabären, einer Invasion riesiger Marienkäfer in irgendeiner Stadt oder von Menschen, die überall in der Welt von aggressiven Eichhörnchen angefallen werden, wären den Medien sicher auch nicht entgangen, aber auch diese tierischen Vorhersagen des kanadischen Mediums Nikki Pezaro erwiesen sich als völlig daneben. Die GWUP e.V. (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften) hat auch für 2017 die Prognosen von Hellsehern, Astrologen und Wahrsagern unter die Lupe genommen und die Blamage der Augurenzunft dokumentiert.

Der Mainzer Mathematiker Michael Kunkel, der seit vielen Jahren solche esoterischen Prognosen sammelt und auswertet, hofft, dass irgendjemand Frau Pezaro einmal ein Biologiebuch schenkt. „Sie hat noch vorhergesagt, dass ein aus einem Tank ausgebrochener Piranha mehrere Menschen fressen soll – für ein Tier, das höchstens 40 cm groß wird, ein ziemlich unmögliches Unterfangen.“ Auch bei anderen Themen lagen Hellseher weit daneben. Der Brite Craig Hamilton-Parker sagte nicht nur einen Euro-Crash und den darauffolgenden Austritt von Italien und Dänemark aus der EU voraus, sondern sah auch die Vereinigung von Nord- und Südkorea und ein Feuer im britischen Parlament. Bei Kollegin Pezaro sollten die Flammen im Buckingham-Palast lodern, der Schiefe Turm von Pisa umfallen und im Eriesee ein UFO landen.

Wie üblich sah der überwiegende Teil der Hellseher und Wahrsager pechschwarz in die Zukunft. Katastrophale Erdbeben, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen und Terroranschläge – nicht nur Hamilton-Parker und Pezaro hatten viele solche Prognosen im Angebot, auch hierzulande warnten Annatala Geiger-Jordtveidt, Gabriele Sperzel, Christiane Durer oder Christine Schoppa vor einem oder mehreren dieser Szenarien. Hamilton-Parker und der deutsche Palmblattdeuter Thomas Ritter sagten sogar beide einen Vulkanausbruch auf Island mit weitreichenden Folgen für den Rest Europas voraus – aber ein Ausbruch à la Eyjafjallajökull 2010 war 2017 bisher nicht zu beobachten, auch wenn Geologen ein solches Geschehnis für die nahe Zukunft nicht ausschließen wollen. Kunkel wundert sich nicht: „Was in der Vergangenheit geschah, wird als Prognose für die Zukunft wiederholt – es könnte ja noch einmal passieren. Wirklich Überraschendes wie der Rücktritt des Papstes 2013 oder eben die Folgen des Vulkanausbruchs in Island von 2010 fand man in den Prognosen der Wahrsager damals nicht, und auch heute bedienen sich die Prognosen fast ausnahmslos bereits bekannter Szenarien.“

Positive Aussichten waren 2017 zwar selten zu finden, aber durchaus vorhanden. Der Astrologe Kurt Allgeier beruhigte in seinem alljährlichen Nostradamus-Almanach gleich zu Beginn: Der 3. Weltkrieg sollte nicht 2017 beginnen – damit widersprach er mehreren meist anonym veröffentlichenden anderen Nostradamus-Deutern, hatte damit aber eindeutig recht, auch wenn der Rest seiner Texte eher verwirrend oder definitiv falsch war (… in Südfrankreich sollte sich ein neuer Staat bilden). Sein Ko-Autor Erich Bauer las aus den Sternen, „dass zerstrittene Beziehungen wieder Frieden finden“, und versprach zum Thema Liebe, „dass sie jedem Menschen zuteilwird, der nach ihr trachtet“. Ob dies tatsächlich stimmt, muss zwar bezweifelt werden, aber Kunkel findet solche Prognosen nicht unbedingt schlecht: „Solcher Seelenbalsam ist zumindest besser als Angst machende Katastrophenprognosen. Man sollte sich allerdings niemals darauf verlassen, auch wenn das noch so schön klingt.“

Dass die Wahrsagerei auch tragische Folgen haben kann, zeigten 2017 zwei Fälle aus Vietnam und Frankreich. Eine Vietnamesin tötete ihren wenige Tage alten Enkel, weil laut einem Wahrsagung durch das Baby das Karma der Familie geschädigt werden würde. Nicht ganz so tragisch endete für eine 35-jährige Frau in Frankreich die Beratung einer Wahrsagerin. Ihr wurde der nahende Herztod prophezeit und ihre Verunsicherung war so groß, dass auch medizinisches Fachpersonal ihr die Angst erst nach längerer psychologischer Behandlung nehmen konnte. Inzwischen hat sie die Wahrsagerin verklagt, und einen ersten kleinen Erfolg erzielt: Die Wahrsagerin hat ihre Angebote vom Netz genommen.

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Pause beendet

13 12 2017

Seit Anfang Juli hat sich hier nichts getan, das wird sich aber ab jetzt wieder ändern. Als zusätzliche Neuerung gibt es für die esoterischen Prognosen eines Jahres ab jetzt eine eigene Seite auf der die zu verwendenden Prognosen und ihre Quellen ganz einfach in einer Tabelle aufgelistet werden. Highlights werden natürlich auch weiterhin hier mit einem Artikel geadelt, aber es wird ansonsten mehr Artikel zu anderen – mehr oder weniger skeptischen Themen geben.

Es gibt ja mehr als genug Themen und spannende Entwicklungen, die ich in der letzten Zeit hier nicht kommentiert habe bzw. die ich kommentieren wollte aber dann doch keine Zeit dafür fand. Das war aber jetzt genug Pause, jetzt werfe ich mich wieder ins Blog-Vergnügen …





Werbung mit Spaßdoktortiteln: Dreist und lächerlich!

3 07 2017

Als ich vor einigen Tagen zufällig über eine Webseite stolperte, in der sich ein Heilpraktiker als „Dr. hom.“ bezeichnete zauberte mir das ein Grinsen ins Gesicht. Hatte es da vielleicht wirklich jemand gewagt, einen jener Spaßdoktortitel auf seiner Webseite zu verewigen, die vor einigen Jahren für ein wenig Furore sorgten? Damals gab es diese im Sonderangebot bei Groupon, und in der Folge kaufte sich so mancher einen solch lustigen Titel – der aber in mindestens zwei Fällen zu Hausdurchsuchungen (bei einer  Bloggerin und einem Zauberkünstler) führte. Die zuständige Staatsanwaltschaft kannte da kein Pardon und ermittelte wegen Titelmißbrauch, obwohl zumindest bei dem Zauberkünster der Titel (Dr. h.c. of Immortality) schon reichlich lächerlich war. Auch heute noch kann man diese Titel hier für 49,90 Euro erwerben und darf sich dann gemäß der Seite zur rechtlichen Situation mit einem Namenszusatz folgender Art schmücken:

Name Zuname
Doctor h.c. of metaphysiks, MLDC Institute (USA)
oder 
Doctor h.c. Name Vorname of metaphysiks, (MLDC/USA)

Neben „metaphysics“ gibt es ja ganz viele andere Titel, eben auch „homeopathy„, „dowsing„, „astral projection„, „immortality“ oder „divinity“ … … die man aber nicht irgendwie abkürzen darf (das wäre ja dann ganz eindeutig Titelmißbrauch) und die man wohl auch nicht werblich einsetzen darf. Ich hatte damals vermutet, dass bei einigen Titeln durchaus Verwechslungsgefahr mit einem echten Titel bestünde, aber in einem juristischen Forum wurde – meines Erachtens zurecht – auch vermutet:

Nur macht man sich mit so einen Titel mehr lächerlich als zu imponieren- das ist wohl aber sicherlich nicht im Sinne des Anbieters und des Bestellers ;)

Lächerlich ist es sicher, wenn die Lokalredaktion Dahme-Spreewald der Märkischen Allgemeinen in einem Artikel (schon in der Überschrift) stolz darüber berichtet, dass eine sozial engagierte Lehrerin „den Ehrendoktor verliehen vom Miami Life Development Church Institute (MLDC) in Florida, USA“ bekommen habe. Genauer nachrecherchiert hat die Redaktion ganz sicher nicht, aber ein nettes Geschenk für die Lehrerin war das allemal – sie sollte aber beim Tragen des Titels die notwendige Vorsicht walten lassen.

Ganz anders sieht das bei denjenigen aus, die den Titel tatsächlich ganz dreist auf ihrer Webseite oder sonstwo benutzen, und bei denen der für kleines Geld gekaufte Titel irgendwie zum eigenen Angebot passt, denn die machen sich nicht nur lächerlich, sondern gegebenenfalls auch strafbar. Folgende 7 Beispiele habe ich binnen einer Stunde gefunden:

  • Da ist der Leiter eines privaten Lehrinstitut für Erste Hilfe, der sich mit dem Titel  „Dr. h.c. of Alternative Health, MLDC Institute (USA)“ schmücken zu müssen glaubt. Der Grund dafür erschließt sich mir nicht, denn für richtige „Erste Hilfe“ qualifiziert Alternativmedizin ja eher weniger.
  • Unklar ist mir auch, warum ein an Kunst interessierter Augenoptikermeister meint, es sei gut für seine Galerie wenn er mit dem gleichen Titel – „Dr. h.c. of alter. health, MLDC Institute (USA)“ – hausieren geht – auf einer zweiten Seite mit hohem Schwurbelfaktor passt das dann schon besser …
  • In einer am 27.12.2016 abgelaufenen Werbung für ein „Institut Lichtblick“ aus Altena findet sich der Titel „Dr. h.c. of alter. therapy, MLDC Institute (USA)“ – ob der Mann das heute noch nutzt war aber nicht herauszufinden.
  • Auf dieser Webseite findet sich der gleiche Titel auch heute noch, und soll wohl das Angebot für Reiki und Matrix-Energetics unterstützen.
  • Nicht auf ihrer aktuellen Webseite, aber auf psychomeda listet eine Therapeutin aus Ingolstadt unter Qualifikation und Ausbildung doch tatsächlich den „Dr.h.c. of psychic sciences(MLDC)“ – ob sie nicht weiß/wusste, dass „psychic“ eben nicht „psychologisch“ bedeutet?
  • Bei diesem Fitnesstrainer ist der erworbene Titel durchaus passend, denn er hat sich den „Dr. h.c. of Motivation, MLDC Institute (USA)“ grkauft – und Motivation sollte ja eine Kernkompetenz jedes Fitnesstrainers ein.
  • Den Gipfel an Dreistigkeit liefert aber dieser zertifizierte Microsoft-Trainer: Er gibt sich tatsächlich als Dr. h. c. mult aus („Counseling„, „Motivation„, „Ministerial Education„) und stellt die drei erworbenen Urkunden (gab’s da etwa Mengenrabatt?) auf seiner Webseite zur Schau.

OK, es gibt also Menschen, die tatsächlich so dreist sind, ihren für ein paar Euro gekauften Spaßdoktortitel werbemäßig einzusetzen. Ob dies Titelmißbrauch ist oder nicht, das müssen andere entscheiden. Immerhin gehört der von mir zu anfangs genannte Dr. hom nicht zu diesen Leuten, denn sein nur auf seiner Webseite und bei jameda benutzte Titel ist definitiv nicht für ein paar Euro gekauft, sondern tatsächlich an einer Universität erworben. Der Mann stammt aus Südafrika und hatte an der Durban University of Technology den Titel eines MD hom (Medical Doctor of homeopathy) erworben. Daraus dann in Deutschland einen Dr. hom. zu machen ist ja nicht allzu weit hergeholt – dass er seinen Titel hier so nicht führen darf, dürfte ihm aber bekannt sein. Wie dieser Bericht anläßlich seiner ersten Teilnahme an einer Wahl in Deutschland schließen lässt, waren die Versuche seinen Titel auch hierzulande anerkennen zu lassen erfolglos. Und das ist natürlich auch gut so, denn wenn ein Doktortiel der Ausweis für eine wissenschaftliche Arbeit sein soll, wäre ein „Dr. hom“ ein Widerspruch in sich.