Nach dem Berliner Weihnachtsmarktattentat: Zwei peinliche Hellseher im Leichenfleddermodus

20 12 2016

Das ging ja schnell! Noch bevor sich erste Astrologen ihrer übliche Selbstbeweihräucherung mittels astrologischer Leichenfledderei hingegeben haben, haben sich bei einem Blogger namens David Berger zwei Hellseher gemeldet und behauptet, sie hätten das Drama vorhergesehen. Als ehemaliger katholischer Theologe sollte Berger eigentlich gegen esoterischen Quatsch immun sein, aber er hat ja Verwandtschaft:

Im Unterscheid zu vielen anderen Menschen, die immer Geld für den Besuch beim Hellseher, für Astro-TV oder Bücher ausgeben müssen, in denen die neuesten Botschaften von Marienerscheinungen publiziert werden, habe ich den Vorteil, gleich zwei Männer in meinem Verwandtenkreis zu haben, die als bekannte Hellseher tätig sind

Toll, zwei Hellseher in der Verwandtschaft und sogar zwei wahre Größen ihrer Zunft. Da wäre zum einen Florian Rateuke, der sich als in der als Lifestylemagazin bezeichneten Zeitschrift „männer“ als „Jüngster Hellseher Deutschlands“ feiern lassen durfte (David Berger war dort übrigens mal Chefredakteur …) sowie Daniel Kreibich, den man ungestraft als Scharlatan bezeichnen darf und der schon bei Switch Reloaded gerne und oft paordiert wurde.

Und was haben die beiden vorausgesagt? Also bei Rateuke liest sich das so:

„Bereits Winter 2015 äußerte ich mich u.a. zur Flüchtlingspolitik und zu der politischen Situation 2016 in Deutschland: „Es wird eine neue Form von Krieg geben. Die Situation in Deutschland wird sich sehr zuspitzen.“

Und Kreibich? Der sagte am 13.12.2016, also vor gerade einmal einer Woche:

Deutschland ist nicht sicher: Auch in Deutschland kann ich viele Versuche von Anschlägen sehen.“

Äh ja. genau! Und was hat dieses hirnlose Geblubber jetzt mit Berlin zu tun? Immerhin lässt Berger ein winziges Tröpfchen Skepsis spüren, und erwähnt, dass solcherlei „Prognosen“ auch von Journalisten oder Politikern stammen könnten um gleich danach folgenden Satz in die Tastatur zu erbrechen:

Die anderen werden den Hut ziehen und sagen: „Hätten wir damals nur auf Rateuke und Kreibich gehört und dann viel konsequenter Sicherheitsvorkehrungen getroffen.“

Nein, Herr Berger, wer vor solchem Blabla den Hut zieht, hat sie schlicht nicht mehr alle. Hätte man auf Rateukes und Kreibichs diffuse Angstmache gehört, was hätte man tun sollen? Alles absagen? Hätten die beiden irgendetwas mit Berlin, Dezember, Weihnachtsmarkt und LKW prophezeit, dann wäre das etwas anderes gewesen, aber so? Und warum hat Kreibich nur Versuche von Anschlägen „gesehen“ und nicht den Anschlag selbst? Das ist übelste Leichenfledderei der beiden, die hier auf Toten und Schwerverletzten ihr widerliches Selbstbeweihräucherungssüppchen kochen – und sie geben den beiden auch noch ein Forum …

Danke übrigens für die Vorhersagen ihrer beiden Verwandten, die kommen gleich in meine Liste.

Rateuke sieht für 2017:

„Die Zinsen in Deutschland bleiben am Boden. Strafzinsen der Zentralbank werden steigen.“

 „Die Kaufkraft der Deutschen bleibt stabil, und wird trotz der beängstigenden Situation in Deutschland nicht abnehmen. Die Menschen sind von Angst geprägt. Dies wird unsere Wirtschaft nicht großartig negativ beeinflussen.“

„Trotz der Geschehnisse 2016 in Deutschland, wird eine radikale bzw. rechtsradikale Regierung in Deutschland nicht an die Macht kommen.“

„Es wird keine große Veränderung geben. CDU und SPD werden die stärksten Parteien bleiben. Prozentuale Verluste wird es geben. In Bezug auf Angela Merkel – Sie ist sehr entschieden, und der festen Überzeugung, dass Sie auch 2017 wieder gewählt wird. Zu der Entscheidung sich erneut zur Wahl aufstellen zu lassen, hat sie sich nicht drängen lassen. Es war ihr freier Wunsch. Ich sehe bei ihr das dringende Bedürfnis, gewisse Dinge und Entscheidung aus 2016 gegenüber dem Deutschen Volk wieder gutzumachen.“

Kreibich kontert mit:

Der Terror kommt zurück in Frankreich: „Der Terror kommt zurück nach Frankreich. Ich kann dort mehrere Anschläge und Versuche sehen.“

Vergewaltigung durch Flüchtlinge nehmen zu: „Ich sehe keinen Abriss von Vergewaltigungen durch illegale Einwanderer. Ich sehe massive Probleme in NRW, Berlin und Hessen.

2017 das Jahr des Einbruches: „Ich sehe viele Einbrüche kommen, 2017 wird ein Jahreshoch in der Statistik werden.“

Euro: „Ich sehe den Euro wie ich es immer sehe noch längere Zeit bei uns, jedoch wird die Kaufkraft weiterhin extrem an Wert verlieren, Immobilienpreise explodieren weiterhin.“

Aha, während bei Rateuke so ziemlich alles beim Alten bleibt gibt Kreibich wieder den Angstmacher und sagt Terror, mehr Einbrüche, mehr Vergewaltigungen (… natürlich nur durch Flüchtlinge – man riecht die widerliche braune Soße) und extreme Inflation voraus.

 (Rateuke und Kreibich sind die Nummer 5 und 6 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2017)





Anonym schwafelt es sich besser: Ein paar Nostradamusprognosen für 2017

20 12 2016

Seit ich 2014 erstmals die werbeverseuchte Klickbaitseite nostradamus-2014.de gefunden hatte habe ich mir die Folgeseiten natürlich auch angeschaut. Jetzt sind wir bei nostradamus-2017.de, aber die richtig knalligen Prognosen aus den Vorjahren (2014: Dritter Weltkrieg, 2015: Zombie-Apokalypse) fehlen irgendwie. Aber Verantwortung für diesen Unsinn mag auch für 2017 niemand übernehmen. Inhaltlich ist der Text – ähnlich wie 2016 – nicht allzu spektakulär, wenn man von dieser Prognose absieht:

Hierbei nimmt er an, dass in diesem Jahr für Nord- und Südkorea endlich ein entscheidender Schritt zur gemeinsamen Einigung geschehen wird. Der Grund dafür liegt in der diktatorischen Herrschaft des Kim Jong-un, der sich als ein noch größerer Despot als sein Vater darstellen wird. Seine unverantwortlichen, unmenschlichen Handlungen werden laut Nostradamus dazu führen, dass sich das Volk erhebt, den Diktator stürzt und das Land zur Einheit zu führen wird.

Wow! Nord- und Südkorea wieder vereint? KLingt ja sehr optimistisch – und ist natürlich eins zu eins geklaut, von dem – immerhin als Quelle angegebenen – Alex Noudelman. Auch was sonst in Noudelmans Nostradamusprognosen steht findet sich im nostradamus-2017.de Text wieder, von den finanziellen Problemen Italiens über den Friueden zwischen der Ukraine und Russland bis zur Nachricht, dass Reisen in den Orbit der Erde „zur Normalität werden“ sollen. Es fehlt natürlich auch dieses Mal wieder jeglicher Hinweis auf irgendwelche Nostradamusverse, quasi als Ausgleich dafür gibt es aber noch eine andere Quelle … … die sich aber weder in diesem Geschreibsel Niederschlag fand noch im Entferntesten irgendetwas mit Nostradamus zu tun hat. Bei dem sich „Medardon“ nennenden Autor handelt es sich um einen lächerlichen religilösen Fanatiker, der mittels Bibel und Astrologie irgendetwas zum 23. September 2017 salbadert, dessen Sinn sich auch bei mehrfachem Lesen – zumindest mir – nicht erschließen will. Verständlich, dass auch in diesem jahr niemand dafür verantwortlich zeichnen will.

Aber auch für die Nostradamus-Texte auf den Portalen viversum und Questico mag offensichtlich niemand die Verantwortung übernehmen, denn in beiden Fällen fehlt auch hier der Name des Autors bzw. der Autorin. Dabei erwähnen diese Texte immerhin tatsächlich vermeintliche Nostradamusverse, trauen sich dann aber keine konkreten Prognosen zu. Beim Viversum-Text wird ebenfalls die Wiedervereinigung von Nord- und Südkorea erwähnt – ob das wirklich auf den „Nostradamus-Kenner“ Kurt Allgeier zurückgeht, der im Text zumindest erwähnt wird? Für 2017 gibt es dann wieder ein wenig allgemeines Blabla:

Nostradamus Verse weisen weltweit auf einschneidende Umbrüche hin. So soll China 2017 die Supermacht USA endgültig vom Thron stürzen. Der französische Seher beschreibt, dass die Vereinigten Staaten aufgrund sozialer Missstände, der polarisierenden Politik und der immer größeren Kluft zwischen Armen und Reichen nicht mehr regierbar sein werden. In den Nostradamus Vorhersagen für 2017 deuten viele Aussagen auf ein immenses Wachstum der Volksrepublik China hin, deren entscheidende Phase im kommenden Jahr erreicht sein soll.

Der Nostradamus-Kenner Kurt Allgeier hat die Nostradamus Vorhersagen angesichts aktueller Ereignisse für die Jahre ab 2015 neu analysiert. Er macht klar, dass der Islamische Staat das Leben in westlichen Ländern drastisch verändern und der „Antichrist“ mit seinen Gefolgsleuten die Welt mit Terroraktionen überziehen wird.

Ach ja, der Antichrist mal wieder! Und Wachstum in China während die USA vom Thronmgestürzt wird. Genauer geht’s nicht? Im Nachhinein wird man bestimmt einen Nostradamus-Vers finden, der passt, egal was 2017 passiert …

Bei Questico ist es ähnlich, hier wird Nostradamus für 2017 wie folgt gedeutelt:

Nostradamus Prophezeiungen 2017 enthalten in ihrem Kern vor allem Aussagen über den Zerfall der Weltmächte und die massive Ausbreitung der Terrororganisation „Islamischer Staat“. Der französische Pestarzt sah dramatische Veränderungen auf Europa und Deutschland zukommen. Die Islamisten finden massiv Zulauf und wollen islamische Länder in Gottesstaaten wandeln. Nostradamus schrieb in den Zenturien von einem fanatischen Anführer, den er als „Antichrist“ bezeichnete. In den Nostradamus Vorhersagen ist in aller Ausführlichkeit beschrieben, dass „Ungläubige“ unterjocht und schließlich ausgerottet werden sollen.

Ähm ja, komischerweise wurde irgend etwas mit dem Islamischen Staat in früheren Jahren nicht aus den alten Versen gedeutet, könnte daran liegen, dass der Islamische Staat damals einfach noch nicht existiert hat. Aber immerhin kommt auch mal wieder die Lieblingsprognose der Nostradamus-Deuter:

Angesichtes der aktuellen Entwicklung sind diese Prognosen beängstigender denn je. Nostradamus beschreibt detailliert, dass die mit dem „Antichristen“ Verbündeten von Südfrankreich und Italien aus über ganz Europa herfallen und furchtbare Gräueltaten verüben. Laut der Nostradamus Aufzeichnungen bricht durch den Konflikt zwischen den Extremisten und den westlichen Ländern der 3. Weltkrieg aus, dieses Mal ein nuklearer Krieg, der mehrere europäische Städte dem Erdboden gleichmacht. Zuletzt toben nie dagewesene Naturkatastrophen, und die Erdachse verschiebt sich. Doch der französische Prophet hat einen höheren Plan hinter diesem Albtraum gesehen: Nach all den Schrecken soll das tausendjährige Friedensreich kommen.

Der dritte Weltkrieg also mal wieder, und wieder einmal mit europäischen Städten, denen die nukleare Zerstörung droht. Hatten wir doch schon öfter – der im Artikel erwähnte Nostradamus-Deuter Manfred Dimde hatte schon 2002 aus den alten Versen gelesen, dass Stuttgart in einem nuklearen Feuer versinken würde …

Bernd Harder hat sich im GWUP-Blog schon öfter mit Nostradamus beschäftigt, und er kennt sich da besser aus als ich. Mein Tipp: Lest dort seine Nostradamus-Artikel, insbesondere seine vierteilige Serie zum Analysieren von Nostradamus-Versen

(Noudelman und die drei Namenlosen sind Nummer 1 bis 4 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2017)





Die Prognoserückschau 2016 – mit Links zu den Quellen

15 12 2016

Riesenameisen, Merkel-Rücktritt und Weltuntergänge

Wieder kein gutes Jahr für Hellseher und Astrologen

Formicula heißt der Horrorfilmklassiker aus dem Jahre 1954, der in Schwarz-Weiß den Angriff mutierter Riesenameisen auf eine Kleinstadt zeigte – nach einer der vielen Voraussagen des kanadischen Mediums Nikki Pezaro sollte dieses Szenario 2016 in einer südamerikanischen Stadt Wirklichkeit werden. Ob diese Prognose ernst gemeint war, darf gerne bezweifelt werden. Aber auch mit ihren scheinbar realistischeren Prognosen lagen Hellseher, Wahrsager und Astrologen, weit neben der Realität, wie üblich. Seit den 90-er-Jahren wertet die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften esoterische Vorhersagen für das jeweils abgelaufene Jahr aus, und auch 2016 ist die Trefferquote der Auguren verheerend schlecht.

Unter dem Eindruck der hohen Zahl an Flüchtlingen 2015 hatten gleich mehrere Astrologen auch für 2016 auf weiter steigende Flüchtlingszahlen mit teilweise katastrophalen Folgen getippt, tatsächlich sind die Zahlen stark gesunken. Aus altindischen Palmblättern wollte der Leipziger Thomas Ritter gar gelesen haben, dass Mitte des Jahres wegen der Flüchtlingszahlen die deutsche Regierung zurücktritt, und der Astrologe Konrad Gruber las in den Sternen, dass Angela Merkel ihren Verzicht auf eine weitere Kanzlerkandidatur verkünden werde. Den Mainzer Mathematiker Michael Kunkel, der seit vielen Jahren solche Voraussagen sammelt und auswertet, wundert das nicht: „Viele Prognosen schreiben einfach das aktuelle Geschehen weiter fort und überhöhen es in eine negative, oft auch Angst machende Richtung.“

Wesentlich martialischer waren einige Prognosen aus anderen Ländern. Zwar hatte auch in Deutschland Astrologin Christiane Durer davon gefaselt, dass das Land wie von Säure zersetzt werden würde. Dabei bezog sie sich auf Infrastruktur, Telefon, Strom und Wasserversorgung, Internet, Kanalisation, Brücken, Straßen, Strom“ und erwähnte sogar eine „radioaktive Verseuchung“. Durer ist seit Jahren auf katastrophale Fehlprognosen abonniert aber wenigstens hatte sie keinen Weltuntergang im Programm. Den sagte eine obskure christliche Sekte aus den USA mittels eines Youtube-Videos für den 29. Juli voraus, und dann nochmals – mit demselben Video – für den 31. Oktober. Aus Indien kam eine Neuberechnung des Weltendes auf Grund des Maya-Kalenders (3. oder 4. Juni), und der aus Peru stammende Prediger Ricardo Salazar beschrieb gar ein vollständiges Endzeit-Szenario – aber der Angriff von China auf Japan blieb ebenso aus wie der Asteroid, der Mitte Mai vor Puerto Rico einschlagen und riesige Vulkanausbrüche in den USA auslösen sollte.

Zur Fußball-EM in Frankreich durften, wie bereits bei früheren internationalen Turnieren, wieder zahlreiche Orakeltiere für Lokalzeitungen sowie Rundfunk- und Fernsehstationen ihre Prognosen zu den Spielen der deutschen Mannschaft abgeben. Doch keines reichte an die Leistung des legendären Orakelkraken Paul heran, der bei der WM 2010 bei allen acht Spielen den richtigen Sieger voraussagte. Immerhin das richtige Finalspiel sah der „Sportastrologe“ Jannis Okun voraus. Allerdings tippte er nicht nur im Finale auf den falschen Sieger, sondern lag bei seiner Turnierprognose meilenweit daneben: Drei der sechs späteren Gruppensieger hätten bereits in der Vorrunde ausscheiden sollen. Aber bei Fußballprognosen kann man natürlich auch richtigliegen: Der bereits erwähnte Ingolstädter Astrologe Konrad Gruber sah nicht nur voraus, dass der FC Ingolstadt nicht absteigen werde, er sah auch die deutsche Mannschaft spätestens im Halbfinale scheitern – jedoch blieb der ebenfalls prognostizierte Rücktritt von Jogi Löw aufgrund des Ausscheidens jedoch aus.

Einen Treffer verbuchte auch Nikki Pezaro bei einer ihrer Promiprognosen, denn die Trennung von Angelina Jolie und Brad Pitt machte 2016 tatsächlich Schlagzeilen in der Regenbogenpresse. Da sie dies schon den vorherigen Jahren – falsch – vorausgesagt hatte, ist der Treffer dennoch wenig beeindruckend. Über Promiprognosen amüsiert sich Kunkel gerne: „Bei Promipaaren wird die Trennung oder eine bevorstehende Schwangerschaft, bei Promisingles eine neue Liebe vorausgesagt. Der Rest sind Gesundheitsgefahren bei älteren Promis und Karrierespekulationen bei jüngeren.“ Nikki Pezaro lieferte auch hierzu viele Beispiele, die zumindest teilweise unterhaltsam waren: Die Vorstellung, dass Justin Bieber in einem Film Elvis verkörpern soll, ist ähnlich unsinnig wie der – leider namenlose – US-Promi, der von seinem Papagei getötet werden sollte.

Aber auch Kunkel erlebte Anfang 2016 eine Überraschung: „Das Eingestehen von Fehlprognosen ist in der Augurenzunft normalerweise nicht üblich, deshalb hat mich Elizabeth Teissier doch etwas überrascht.“ In ihrem 2011 erschienen Buch hatte sie Prognosen für die Jahre 2012 bis 2016 niedergeschrieben, dabei aber weder die Ukrainekrise noch den IS erwähnt. Ihre damaligen, sehr schwammigen, Prognosen kommentierte sie mit dem Satz: „Mit heutigem Wissen würde[n] sie konkreter ausfallen.“ Kunkel kann sein Grinsen ob dieses Eingeständnisses nicht verbergen: „Mit heutigen Wissen ist eine wunderbare Formulierung! Nachhersagen ist natürlich immer viel leichter, das kann jeder!“





Weltuntergang nächsten Freitag und ein positives Ereignis am 3. Oktober

25 07 2016

Nachdem der letzte, doch tatsächlich aus dem Maya-Kalender herausfantasierte Weltuntergang Anfang Juni erwartungsgemäß nicht stattgefunden hat und auch die vielen Katastrophen des Herrn Salazar ausgeblieben sind gibt es nun wieder einmal eine Prognose für den kommenden Freitag. Florian Freistetter hat den vermeintlich aus der Bibel herausgelesenen Schwachsinn bereits entsprechend gewürdigt, und auch bei news.de scheint man das glücklicherweise nicht allzu ernst zu nehmen:

Ein gigantisches Erdbeben soll am 29. Juli die Menschheit dahinraffen. Zudem soll Jesus auf einem weißen Pferd zurückkehren.

Herrlich! Man kann sich das so richtig schön bildlich vorstellen, wenn über das die Menschheit dahinraffende Erdbeben irgendein Typ auf einem weißen Pferd daherreitet … … aber natürlich gilt auch hier:

Beweisen können die Fanatiker ihre Theorie jedoch nicht.

Natürlich nicht, es ist ja auch keine „Theorie“ sondern nicht mehr als ein absurdes und lächerliches Hirngespinst.

Die seltsamste Reaktion kam von einer Seite, auf der ansonsten – außer ein paar schönen astronomischen Bildern – eine absolut sensationelle Schwurbeldichte herrscht. Den Weltuntergang Ende Juli kontert der Autor mit folgendem:

Extrem bedeutendes, positives Ereignis am 2./3.10.2016!

Berechnet wird das mit allerlei Zahlengeschwurbel, das an Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist. Beispiel gefällig? Also gut: Man nehme drei Zahlenangaben (in Tagen) aus der Bibel, addiere diese und erhält 3885 Tage. 3885, das sind 5 x 777 – also deutet die Bibel doch ganz sicher auf das Jahr 5777 hin (… und wo sind jetzt die Tage hin?), und am 2./3. Oktober ist doch das jüdische Neujahrsfest und gemäß diesem Kalender beginnt dann das Jahr 5777 … … und das soll dann der Beginn eines Jubeljahres sein. Genaueres wird dem Leser allerdings vorenthalten.

Immerhin, nach aktueller Planung wird der 3. Oktober dieses Jahres ein besonderer Tag für mich und meine liebste Frau sein: wir haben nämlich für diese Woche Urlaub geplant und werden auf einer noch näher zu definierenden Insel irgendwo im Süden verweilen …





Lustige homöopathische Widersprüche: lactosefreie Lactose und glutenfreies Gluten

20 07 2016

Vor einigen Wochen hatte irgendwo bei facebook – wo kann ich leider nicht mehr finden – irgend ein Skeptiker bei einer großen, auf Homöopathika spezialisierten Onlineapotheke nachgefragt, wie sie denn ihr Homöopathikum „Plutonium Nitricum“ herstellen würden und einige äußerst ausweichende Antworten erhalten. Kurz zusammengefaßt soll irgendeine hohe homöopathische Verdünnung ohne jede radioaktive Strahlung von irgendeinem wissenschaftlichen Labor geliefert und dann weiter potenziert verdünnt worden sein. Kein Wunder, dass das Mittel nur in Hochpotenzen verfügbar ist, gemäß dieses wunderbaren Blogposts galt: „Die niedrigste Potenz ist C30, was einem Gramm Plutonium auf die 10.000-fache Masse des Universums entspricht, als Globuli dann noch auf die hundertfache Menge an Zucker aufgebracht.“ „Galt“ ist richtig, denn das Mittel gibt es in dieser Online-Apotheke inzwischen nicht mehr. Angst mussten sich die Anwender dieses und anderer Homöopathika eh nicht machen, denn bei absolut allen homöopathischen Mitteln dieser Online-Apotheke werden die Inhaltsstoffe wie folgt aufgelistet:

Globuli von Remedia Homöopathie und Salvator Apotheke bestehen aus Saccharose,

Dilutionen von Remedia Homöopathie und Salvator Apotheke bestehen aus Ethanol-Wassergemisch

Na wunderbar! Wenn sowieso in allen Globuli nur Saccharose und in allen Dilutionen nur ein Ethanol-Wassergemisch zu finden ist, wieso dann diese Unterscheidung von mehreren Tausend verschiedenen homöopathischen Stoffen? Dass die eigentlich – zumindest ab einer gewissen Potenz Verdünnung – sowieso nicht in den Globuli oder den Dilutionen enthalten sind, darauf weisen Skeptiker ja häufiger hin, aber auch darauf, dass in Niedrigpotenzen durchaus noch – zumindest das ein oder andere Molekül – des Ausgangsstoff zu finden ist und dass dies dann für starke Allergiker durchaus gefährlich werden kann. Paradebeispiel ist das Mittel Apis, das aus zerdrückten Honigbienen besteht. Dieses gibt es als Dilution schon in einer Verdünnung von D3, also 1:1000 – für starke Bienengift-Allergiker dürfte das durchaus ein Gefährdungspotential darstellen, denn einen allergischen Schock können schon einige wenige Moleküle des Bienengifts auslösen.

Viel interessanter ist aber eine weitere Anmerkung, die sich auch bei allen Homöopathika dieser Online-Apotheke findet, nämlich diese zum Thema Laktose/Gluten:

Homöopathische Globuli und Dilutionen von Remedia Homöopathie und Salvator Apotheke sind laktosefrei und glutenfrei

Nimmt man die oben zitierte Liste der Inhaltsstoffe (gilt wie gesagt für jegliche Homöopathika bei dieser Online-Apotheke), dann ist dieser Hinweis trivial. Ich habe aber leichte Zweifel an dieser Aussage denn verkauft wird auch folgendes Mittel:

aktblog01Wir lernen: In homöopathischer Lactose ist offensichtlich gar keine Lactose drin, selbst dann nicht, wenn rechnerich noch welche drin sein müsste, denn homöopathische Lactose gibt es auch in Niedrigpotenzen, die durchaus noch Moleküle der Ausgangssubstanz enthalten können:

aktblog02Ich bin kein Chemiker, aber eine Verdünnung von 1:10000 bei den Dilutionen dürfte mit Sicherheit noch Moleküle der Ausgangssubstanz enthalten. Also entweder ist hier die Beschreibung bezüglich Laktose und Gluten falsch (und die Inhaltsstoffe!), oder die angebotenen Dilutionen sind eine schlichte Mogelpackung.

Immerhin ist das bei dem homöopathischen  Gluten ein klein wenig anders:

aktblog03

Gluten gibt es also erst ab einer Verdünnung von 1:10000000000, in dieser Dilution könnte aber – wenn mich meine Rechenkünste bezüglich der Avogadro-Konstante nicht täuschen – trotzdem das ein oder andere Teil dieses „Stoffgemischs aus Proteinen“ vorhanden sein – und wieder bleibt nur eine Schlußfolgerung: Entweder die Liste der Inhaltsstoffe und der Hinweis auf die Glutenfreiheit ist falsch, oder die Dilutionen werden nicht ordnungsgemäß hergestellt.

Ich finde es ja wirklich toll, dass hier lactosefreie Lactose und glutenfreies Gluten angeboten werden – als ob die Homöopathie nicht schon lächerlich genug wäre …





Orakelzooende und ein Treffer des Sportastrologen

8 07 2016

Aus und vorbei, der Orakelzoo schließt auch bei dieser EM ohne dass ein würdiger Nachfolger des legendären Orakelkraken Paul gefunden werden konnte. Vielleicht gibt es in zwei Jahren bei der nächsten WM ja wieder irgendwelche Anwärter, oder die Öffentlichkeit verliert die Lust an diesen Spielchen. Der große Hype um Orakeltiere scheint jedenfalls vorbei zu sein.

Einen Prognosetreffer feiert aktuell in seinem Blog der Sportastrologe, denn er hatte tatsächlich ein Finale Frankreich gegen Portugal (mit Sieg für Frankreich) vorausgesagt und stellt sich folgende rhetorische Frage:

Ich lasse diesen erstaunlichen Tipp einfach mal so stehen und jeder kann sich dann seinen Teil dazu denken. Glück oder Können?

Die Antwort ist einfach, und ergibt sich aus seiner gesamten EM-Prognose, die ich hier gerne nochmal im Detail vorstelle. Dies sollte das Ergebnis der Gruppenphase sein:

end01 end02Sage und schreibe drei Positionen aus der Gruppenphase (Frankreich, Rumänien und Irland) waren richtig vorausgesagt, der Rest schlicht und einfach falsch – wirklich eine sensationelle Prognoseleistung! Drei späteren Gruppensiegern (Ungarn, Italien und Wales) hatte der Sportastrologe gar das sofortige Ausscheiden als Gruppenletzter prophezeit – kann man eigentlich noch weiter daneben liegen?

Die Spiele in der vom Sportastrologen vorausgesagten KO-Runde hatten dann natürlich gar nichts mit der Realität zu tun, obwohl er erstaunlicherweise auch Island erst im Viertelfinale ausscheiden sah: end04 end05Von den acht Viertelfinalisten des Sportastrologen waren drei (Spanien, England und Österreich) zu diesem Zeitpunkt längst zu Hause. Und im Halbfinale hätte Deutschland ja gegen Portugal ausscheiden sollen …

Alles in Allem eine wahre Meisterleistung des Sportastrologen der sein vermeintliches „Können“ mit dem prognostizierten Vorrundenergebnis eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Aber klar, die Prognose für das Finale war richtig, und wenn Frankreich gewinnt, dann gratuliere ich ihm gerne für diesen einen richtigen Tipp. Den fast völlig falschen Rest sollte man aber auch nicht vergessen …





Vor dem Halbfinale: Ein Kamerun-Schaf gibt den Oktopus und die aktuelle Statistik (mit tierischen Updates)

5 07 2016

Im Viertelfinale waren sich die Orakeltiere einig, Deutschland schafft es. OK, war richtig, aber Kamerun-Schaf BobaTeng hatte mit seiner Prognose (mindestens Verlängerung) ein wenig mehr Recht als die anderen drei, liegt also bei den tierischen Orakeln nun knapp in Führung. Die tierischen Prognosen für das Halbfinale werde ich spätestens am Donnerstag hier einfügen, jetzt erst einmal zu den Statistikern.

Bei Fußballmathe liegt die deutsche Mannschaft in der Kategorie Titelwahrscheinlichkeit vorne:

Finale Titelgewinn
Deutschland   58,44%   35,58%
Portugal   62,91%   31,67%
Frankreich   41,56%   20,17%
Wales   37,09%    12,59%

Beim EM-Simulator sieht das allerdings anders aus:

2el03

Hier hat Frankreich die besten Chancen, fürs Halbfinale und auch fürs Finale – aber wenn es nach der Statistik gegangen wäre, dann hätte (laut Fußballmathe) ja Spanien gewinnen müssen …

Ein Grund für die grundverschiedenen Berechnungen ist wohl die Tatsache, dass beim EM-Simulator auch das Heimrecht eine recht große Rolle spielt. Nimmt man dies weg, dann ergeben sich folgende Wahrscheinlichkeiten:

2el04

Das ist den Berechnungen bei Fußballmathe schon ziemlich ähnlich … … aber egal was die statistischen Berechnungen sagen, wie der Trainer eines ehemaligen Europameisters bemerkte gilt sowieso: „Die Wahrheit liegt auf dem Platz“ – wir müssen also warten was in den nächsten Abenden auf dem grünen Rasen passiert.

Und die Orakeltiere? Die werden wohl frühestens morgen ihr Votum abgeben – mal sehen ob sie sich wieder so einig sind …

Update vom 6. Juli, 23:00 Uhr:

Während Portugal seiner – statistischen – Favoritenrolle gerecht wird waren zwei der vier bisherigen Qualitätsorakel bereits aktiv. Das Sportwettenschwein Jamie setzt dabei ebenso auf die deutsche Mannschaft wie Pinguin Flocke. Und bisher hatten tatsächlich beide alle Spiele richtig getippt, aber ob man dann gerade Flocke als neuen Paul ausrufen darf? Immerhin war eine Prognose von Kamerun-Schaf BobaTeng ein klein wenig genauer, aber dessen Orakelei fehlt ebenso noch wie die Prognose von Minischwein Trixi aus Kiel. 

Und die anderen? Nun ja, Seelöwin Astrid hat nach einer völlig verkorksten Vorrunde (alles falsch) immerhin die nächsten zwei Spiele richtig getippt – jetzt setzt sie auch wieder auf die deutsche Mannschaft. Hund Sanya frißt – wie immer – beide Näpfe leer (warum soll das einen deutschen Sieg anzeigen?), und in Osnabrück läuft Welpe Pieter in Richtung des deutschen Tores. Ob ich zum Rest morgen noch etwas schreibe weiß ich noch gar nicht, wahrscheinlich habe ich zu viel zu tun … … aber zumindest die beiden Qualitätsorakel folgen noch vor dem Halbfinale.

Update vom 7.Juli, 18:00 Uhr:

Auch die beiden letzten Qualitätsorakel haben nun ihre Tipps abgegeben, und beide scheinen am Wochenende noch einmal orakeln zu wollen, sehen also die deutsche Mannschaft im Finale. Dabei muss sich Minischwein Trixi gegen eine störende Hühnerhorde um Hahn Franz durchsetzen, während Kamerun-Schaf BobaTeng humorlos das Futter von der deutschen Fahne nimmt. Dass bei letzterem das youtube-Video sofort endet stimmt allerdings nachdenklich: hat er wirklich nicht – wie beim Halbfinale – auch das Futter auf der anderen Fahne gefuttert? Egal, das Orakelurteil ist gesprochen und wieder einmal sind sich die Qualitätsorakel einig …

Einig sind sich aber auch die beiden Marderhunde Max und Moritz: die beide allerdings eindeutig auf Gastgeber Frankreich setzen. Nervenaufreibende sechseinhalb Minuten dauert es bis beim Rosenheimer Schneckenorakel die Entscheidung gefallen ist – hier scheint die deuts che Mannschaft im Vorteil. Ob man es als schlechtes Omen sehen soll, wenn Elefantendame Zella auf Deutschland setzt? Bisher lag sie ja fast immer daneben, sah Italien im Viertelfinale siegen und wagte mit dem Europameister-Tipp Nordirland schon vor der EM eine spektakuläre Fehlprognose.

Genug vom Orakelzoo für heute, mal sehen ob für das Finale eine weitere Folge notwendig wird …

 

 

 





Was sagen die Qualitätsorakel vor dem Viertelfinale? – Update: Deutschland bleibt Orakelfavorit

29 06 2016

Das Achtelfinale ist vorbei und so langsam wird es richtig spannend bei der Fußball-EM. Schauen wir uns zunächst mal die Wahrscheinlichkeiten bei Fußballmathe an, denn da hat sich wieder etwas bewegt (angegeben sind die Wahrscheinlichkeiten für das Erreichen von Halbfinale und Finale sowie für den Titelgewinn):

Halbfinale Finale Titelgewinn
Deutschland  58,57%   37,84%   22,00%
Belgien  65,81%   37,86%   20,35%
Portugal  62,27%   32,32%   16,86%
Frankreich  73,73%   32,08%   15,35%
Italien  41,43%   23,65%   12,57%
Polen  37,73%   15,70%    6,38%
Wales  34,19%   14,11%    5,00%
Island  26,27%     6,43%    1,49%

Deutschland liegt also wieder vorne, hat aber von den Favoriten den schwierigsten Gegner (niedrigste positive, also größer 50%, Siegwahrscheinlichkeit im Viertelfinale) und Frankreich dürfte es am leichtesten haben. Bei einzelnen Simulationen spielt das natürlich nicht unbedingt eine große Rolle, und nicht wenige würden bei folgendem Simulationsszenario richtig abfeiern, wenn es denn wahr werden würde (ok, ich musste ein paar Mal simulieren, bis das Ergebnis herauskam – aber ein Finale mit einem 4:4 nach Verlängerung hätte schon was … … und dann noch dieser Sieger im Elfmeterschießen …):

4elneu

Einen Fehler hat dieses Szenario natürlich, denn das Viertelfinale zwischen Deutschland und Italien kann niemals das hier simulierte Ergebnis haben. Egal ob man das 1:1 vorher mitzählt oder nicht – ein 6:3 nach Elfmeterschießen ist schlicht und einfach unmöglich, da jedes Elfmeterschießen sofort beendet wird, wenn eine Entscheidung gefallen ist. Solche kleinen Fehler sind natürlich zu verzeihen, ich finde Fußballmathe weiterhin klasse. UNd übrigens: in anderen Simulationen können natürlich auch andere Mannschaften gewinnen – ein wunderschönes Spielzeug das Ganze, fast so gut wie der bei der WM 2014 im Einsatz gewesene WorldCupSimulator der Freien Universität Berlin – und die haben doch tatsächlich auch für die EM so einen Simulator ins Netz gestellt! So ein Mist, den hatte ich bisher gar nicht auf der Rechnung! Aber jetzt kann ich immerhin die Titelwahrscheinlichkeiten dieses Tools bekannt geben, und die sehen ganz anders aus:

4el02

Hier hat also Frankreich die besten Chancen, gefolgt von Deutschland, Belgien und Portugal. Immerhin kann man hier wieder die Gewichtung der einzelnen benutzten Rechengrößen ändern und auch einen Glücksfaktor (der standardmäßig auf 0 gesetzt wurde) einführen. Also noch mehr Spielmaterial für fußballaffine Statistikfreaks …

Jetzt aber zu dem schon ziemlich ausgedünnten Orakelzoo. Dass Sportwettenschwein Jamie wieder auf Deutschland setzt überrascht weniger als das neue, neoprenfreie Outfit der Betreuerin, deren Namen ich mir nicht merken kann (bzw. will). Auch Pinguin Flocke hat wieder auf die deutsche Mannschaft gesetzt, fehlen nur noch BobaTeng und Minischwein Trixi – aber deren Orakeleien werden wohl erst später veröffentlicht.

Da muss wohl noch mindestens ein Update vor dem Samstag Abend her – Orakeltiere gibt es ja bei dieser EM immer noch genug …

Update, 01.07.2016, 17:00 Uhr:

Wenige Stunden vor dem Spiel der deutschen Mannschaft liegen auch die beiden noch fehlenden Orakelsprüche der vier bisherigen Qualitätsorakel vor. Kamerun-Schaf BobaTeng frißt von beiden Becherchen – aber ein Unentschieden kann es ja nicht geben. In der Orakelverlängerung wird der Bescher mit der deutschen Fahne umgeworfen – also der dritte Tipp auf einen Sieg (nach Verlängerung und vielleicht Elfmeterschießen) der deutschen Mannschaft. Bei Minischwein Trixi ist es dieses Mal der Rüssel, der sich nach einigem hin und her laufen zwischen den beiden aufgestellten Toren über die Linie des für die hiesigen Fans „richtigen“ Tores schiebt. Also sind sich die Qualitätsorakel einig: Deutschland gewinnt – und wenn es dafür tatsächlich eine Verlängerung oder gar ein Elfmeterschießen braucht wäre das Kamerun-Schaf BobaTeng vor dem Halbfinale erster Anwärter auf die Orakeltierkrone.

Glaubt man den Orakelsprüchen weiterer Orakeltiere, dann kann für die deutsche Mannschaft kaum etwas schief gehen. Egal ob Katze Elli, die Ponies Emmi und Impi, Hund Sanya, Marderhund Moritz oder Schildkröte Gretel (die eine „Verlängerung“ benötigt) – eine satte Orakeltiermehrheit lässt die deutschen Fans auf das Halbfinale hoffen, und auch das eher nerdigen Hexbug-Orakel sieht einen deutschen Sieg (und einen Elfmeter) voraus. Die Tiere, die auf Italien setzen haben alle bereits ein oder mehrere Fehlorakeleien auf dem Kerbholz, den hierzulande eher unbeliebten Tipp haben sie trotzdem gewagt. Auf Italien setzen (mindestens) die Katze von FuPa.net, Hängebauchschwein Krümel, Elefantendame Zella (deren Europameistertipp längst ausgeschieden ist) und Gürteltier Lilly

Zum Schluß noch ein Blick auf die nach den ersten beiden Viertelfinalspielen geänderten Wahrscheinlichkeiten bei Fußballmathe und beim Euro-Simulator. Beide liefern jetzt mit Portugal einen neuen „Titelfavoriten“ – bei Fußballmathe sieht das aktuell so aus:

  Halbfinale Finale Titelgewinn
Portugal 100,00%   62,85%   32,95%
Deutschland  59,32%   37,76%   22,95%
Frankreich  73,98%   33,74%   16,28%
Wales 100,00%   37,15%   13,49%
Italien  40,68%   21,94%   12,32%
Island  26,02%    6,56%    2,01%

Auch beim Euro-Simulator sind die Portugiesen jetzt (gleichauf mit Gastgeber Frankreich) an der Spitze, knapp dahinter folgt Deutschland. Den anderen drei Mannschaften gibt diese Simulation kaum Chancen:

4el03Mal sehen was der Abend bringt. Bisher lag übrigens die von mir ausgesuchte Simulation von der Fußballmathe-Seite mit dem Finale Island gegen Wales  (s.o.) tendenziell vollkommen richtig! Sollte das heute Abend auch wieder zutreffen, so weise ich schon mal prophylaktisch darauf hin, dass ich für ein mögliches Ausscheiden von Jogi Löws Kicker keinerlei Verantwortung übernehme.





Vor dem Achtelfinale: Die Qualitätsorakel setzen alle auf Sieg

26 06 2016

Jamie, Flocke, Trixi und BobaTeng – die vier 100%-Orakel der EM-Vorrunde haben natürlich auch für ads Achtelfinale der deutschen Mannschaft ihren Tipp abgegeben, aber bevor ich mich den Tieren zuwende gibt es erst einmal ein par Zahlen.

Bei Fußballmathe hatten sich schon vor Beginn des Achtelfinals die Wahrscheinlichkeiten auf einen Titelgewinn für die Topteams massiv verändert, da sich ja geich vier der sechs hier bisher betrachteten Favoriten um einen Finalplatz streiten müssen. Nach den gestrigen Spielen ist die Reihenfolge nun noch einmal durchgemischt worden, denn jetzt ist Portugal plötzlich der Topfavorit. Die Titel-Wahrscheinlichkeiten der aktuell (26.6., 14:55) noch verbliebenen Mannschaften sehen so aus:

Titelwahrscheinlichkeit
Portugal  16,88%
Belgien  14,90%
Deutschland  13,50%
England  13,18%
Spanien  11,59%
Frankreich   7,60%
Wales   6,73%
Polen   6,39%
Italien   4,96%
Irland   1,52%
Slowakei   1,25%
Ungarn   0,87%
Island   0,65%

Wenn man dort den weiteren Turnierverlauf simuliert kann es allerdings auch ganz anders kommen, z.B. so …

8elsim01

… oder so …

8elsim02

Jetzt aber genug gerechnet – zurück zum Orakel-Zoo. Nicht nur für die Kicker selbst, auch für die vier verbliebenen Qualitätsorakel wird das heute Abend ein Alles-oder-Nichts-Spiel. Die 100%-Trefferquotentiere setzten nämlich ausnahmslos auf einen deutschen Sieg:

Natürlich setzen noch weitere Tiere auf einen deutschen Sieg, zum Beispiel Ziegenbock Franzi oder das „Leberwurstorakel“ (das sich als hungrige Labradordame entpuppt, die beide Leberwurstbrote wegmampft), aber auch Seehund-Dame Astrid, die bisher bei all ihren Orakeleien gnadenlos daneben lag. Tipps auf die Slowakei habe ich bisher nur einen gefunden: Eseldame Amelie aus Münster sagt den Außenseitersieg voraus.

Heute Abend wissen wir mehr …





Homöopathiewerbung bei T-Online – jetzt noch schamloser!

22 06 2016

Mitte Mai hatte ich mich zu der Ratgeber-Sektion zum Thema Homöopathie im Internetportal von T-Online geäußert, und diese – wegen der mangelnden Hinweise darauf, dass es sich um eine Anzeige handele – als schamlos bezeichnet. Gestern habe ich dort mal wieder nachgesehen und war durchaus überrascht, aber nicht im positiven Sinne. Die Seite gibt es immer noch, absolut wortgleich, aber jetzt ist das Ganze (plötzlich?) keine Anzeige mehr (ganz oben in der Menuzeile erschien früher das – viel zu kleine – Wort „Anzeige“), zumindest gibt es nun keinerlei Hinweis mehr darauf, dass es sich bei diesem Artikel (und anderen) um Werbung handelt. Das ist schon ein wenig eigenartig – man stelle sich vor, das selbe Portal würde plötzlich die Werbung für Mc Donalds, Coca Cola oder VW als redaktionellen Ratgeberinhalt veröffentlichen und als Ratgeber gegen Hunger, Durst oder Umweltverschmutzung bezeichnen … … nein, darauf würde natürlich niemand kommen. Bei der Homöopathie scheint das allerdings anders auszusehen …

Ich habe das dort mal entsprechend kommentiert und bin auf eine Antwort gespannt.